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Dokumentenidentifikation DE19819847A1 11.11.1999
Titel Lagerbuchse für die Umhüllung der Lagerringe von Wälzlagern an Textilspindeln
Anmelder Spindelfabrik Neudorf GmbH, 09465 Neudorf, DE
Erfinder Patzina, Rudolf, 09465 Neudorf, DE
Vertreter Auerbach, B., Pat.-Anw., 08066 Zwickau
DE-Anmeldedatum 05.05.1998
DE-Aktenzeichen 19819847
Offenlegungstag 11.11.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.11.1999
IPC-Hauptklasse D01H 7/04
Zusammenfassung Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Lösung zu schaffen, die es ermöglicht, durch den Einsatz von Elastomerbuchsen am äußeren Ring des verwendeten Wälzlagers auf das spanende Nachbearbeiten des durch Umformen erzeugten Lagergehäuses verzichten zu können.
Erfindungsgemäß werden am Buchsenmantel der Lagerbuchse einseitig eine Stützwulste und an der den Stützwulsten gegenüberliegenden Seite des Buchsenmantels Ausnehmungen angeordnet. Die Stützwulste oder Ausnehmungen sind nur zwischen den umlaufenden Rändern angeordnet. Die Stützwulste sind über die gesamte Breite des Buchsenmantels angeordnet.
Es handelt sich um Lagerbuchsen für die Umhüllung der Lagerringe von Wälzlagern an Textilspindeln; bestehend aus einem elastomeren Material, das zwischen der Welle und dem inneren Lagerring und/oder zwischen dem Lagersitz im Lagergehäuse und dem äußeren Lagerring angeordnet ist, wie sie beim Herstellen von Textilspindeln benötigt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Lagerbuchse für die Umhüllung der Lagerringe von Wälzlagern an Textilspindeln, bestehend aus einem elastomeren Material, das zwischen der Welle und dem inneren Lagerring und/oder zwischen dem Lagersitz im Lagergehäuse und dem äußeren Lagering angeordnet ist, wie sie beim Herstellen von Textilspindeln benötigt wird.

Textilspindeln werden mit extrem großen Drehzahlen betrieben. Zur Sicherung eines schwingungsarmen Spindelbetriebes werden daher hohe Anforderungene an die Lagerung der Textilspindeln gestellt. Die kostengünstige Herstellung von Textilspindeln fördert gleichzeitig Bestrebungen, mittels Umformen hergestellte Lagergehäuse mit möglichst geringem Nachbearbeitungsaufwand einzusetzen. Deshalb werden die Lager von wälzgelagerten Textilspindeln unter Anwendung von elastomerem Material in mittels Umformen hergestellten Lagergehäusen zum Einsatz gebracht. Dies führt bekanntermaßen nicht nur zur Produktivitätssteigerung bei der Spindelmontage sondern auch zur Kostensenkung und zur Schwingungsdämpfung beim Spindelbetrieb.

In bisher bekannten technischen Lösungen wird, wie gemäß des in der DE 10 28 025 beschriebenen Vorschlages, ein druckgegossenes zweigeteiltes Spindellagergehäuse so angewendet, daß zwischen dem Wälzlageraußenring und dem Spindellagergehäuse eine Elastomer-Buchse zum Zwecke der Schwingungsdämpfung angeordnet ist.

Die Elastomer-Buchse weist innen und außen glatte Konturen auf und erfordert trotz des druckgegossenen Spindellagergehäuses wegen der zu sichernden geringen Maßtoleranzen eine Nachbearbeitung der Spindellagersitze.

Eine andere technische Lösung wird mit der DE 693 03 860 T2 bekannt gemacht. Dort wird ebenfalls eine durch den Einsatz von Elastomerbuchsen gedämpfte Halterung einer einzelmotorisch angetriebenen Textilspindel gezeigt. Die segmentierten Elastomerbuchsen weisen eine gezahnte Innenfläche oder Längsausnehmungen auf und werden durch einen konischen Deckel eingespannt.

Die verfügbaren technischen Lösungen für den Einsatz von Elastomerbuchsen setzen entweder nachbearbeitete Lagersitze in den durch Umformen erzeugten Lagergehäusen oder den Einsatz zusätzlicher Maschinenelemente zum Verspannen der angewendeten Elastomerbuchsen voraus.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, die Nachteile des bekannten Standes der Technik zu überwinden. Für wälzgelagerte Textilspindeln soll eine solche technische Lösung geschaffen werden, die es ermöglicht, durch den Einsatz von Elastomerbuchsen am äußeren Ring des verwendeten Wälzlagers auf das spanende Nachbearbeiten des durch Umformen erzeugten Lagergehäuses verzichten zu können. Bedarfsweise soll die zu schaffende technische Lösung auch zur kosten- und zeitsparenden Vereinfachung der Montage zwischen dem Wälzlagerinnenring und der Spindelwelle beitragen. Zusätzlich ist sicherzustellen, daß der Einsatz von Elastomerbuchsen bei der Wälzlagermontage zur wirksamen Schwingungsdämpfung der Textilspindeln führt.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß im wesentlichen durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Danach besteht eine Lagerbüchse für die Umhüllung der Lagerringe von Wälzlagern an Textilspindeln aus einem elastomeren Material, das zwischen der Welle und dem inneren Lagering und/oder zwischen dem Lagersitz im Lagergehäuse und dem äußeren Lagerring angeordnet ist. Am Buchsenmantel der erfindungsgemäßen Lagerbuchse sind einseitig Stützwulste und an der den Stützwulsten gegenüberliegenden Seite des Buchsenmantels Ausnehmungen angeordnet. Die Stützwulste oder Ausnehmungen sind dazu an der umlaufende Ränder aufweisenden Seite des Buchsenmantels nur zwischen diesen umlaufenden Rändern angeordnet. Dagegen sind die Stützwulste oder Ausnehmungen an der keine umlaufenden Ränder aufweisenden Seite des Buchsenmantels über die gesamte Breite des Buchsennaantels bzw. über die gesamte Höhe der Lagerbuchse angeordnet.

In einer besonderen Ausführungsform der erflndungsgemäßen Lagerbuchse sind die Querschnitte der Stützwulste und der jeweils gegenüberliegenden Ausnehmungen gleich groß ausgeführt.

Es ist möglich, die Stützwulste und Ausnehmungen in axialer Richtung, in radialer Richtung oder diagonal bzw. schraubenförmig am Buchsenmantel anzuordnen.

Die Stützwulste sind im eingebauten Zustand der Lagerbuchse zum Erreichen einer weitgehenden Ausfüllung des Raumes zwischen der Welle bzw. zwischen dem Lagergehäuse und dem Innen- bzw. Außenring des Wälzlagers mit elastomeren Material in die vorhandenen Ausnehmungen eindrückbar gestaltet.

Die Vorteile der Erfindung ergeben sich vor allem daraus, daß ein mit den erfindungsgemäßen Lagerbuchsen ausgerüstetes Wälzlager unmittelbar in durch Umformen erzeugte Lagergehäuse einsetzbar ist. Mit der vorgeschlagenen Form der Lagerbuchsen sind die bei Verzicht auf eine spanende Nachbearbeitung der Lagersitze verbleibenden größeren Einbautoleranzen unproblematisch überbrückbar, unabhängig davon, ob es sich bei den verwendeten Lagergehäusen um gegossene, gespritzte oder gepreßte Teile handelt. Die bisherigen technischen Lösungen und die beschriebenen Ausführungsbeispiele weisen jeweils nur Stützwulste bzw. Ausnehmungen an einer Seite des Buchsemnantels auf, während die gegenüberliegende Seite des Buchsenmantels unprofiliert ausgeführt ist. Dadurch sind sehr kleine Maßtoleranzen für den Lagersitz erforderlich, die sich mit einem durch Umformen erzeugten Lagergehäuse nach dem Stand der Technik nicht erreichen lassen.

Durch die jeweils einer Stützwulst gegenüberliegenden Ausnehmung wird die Federkonstante des eingesetzten Elastomers gesenkt, wodurch größere Maßtoleranzen ohne Funktionseinbußen der Wellenlagerung einer Textilspindel überbrückbar werden.

Die Erfindung soll nachfolgend mit Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.

In der beigefügten Zeichnung zeigen:

Fig. 1 die schematische Draufsicht einer Lagerbuchse für den Wälzlageraußenring;

Fig. 2 die schematische Schnittdarstellung einer Lagerbuchse gemäß Fig. 1;

Fig. 3 die schematische Schnittdarstellung eines Teils des Buchsenmantels mit Stützwulst und zugehöriger Ausnehmung;

Fig. 4 die schematische Draufsicht einer Lagerbuchse für den äußeren Lagerring mit am äußeren Umfang angeordneten Ausnehmungen und gegenüberliegenden Stützwulsten;

Fig. 5 die schematische Schnittdarstellung eines Teils des Buchsenmantels gem. Fig. 4;

Fig. 6 die schematische Draufsicht auf eine Lagerbuchse für den Wälzlagerinnenring mit Ausnehmungen zwischen den umlaufenden Rändern und gegenüberliegenden Stützwulsten;

Fig. 7 die schematische Schnittdarstellung einer Lagerbuchse gemäß Fig. 6;

Fig. 8 die schematische Schnittdarstellung eines Teils des Buchsenmantels für den inneren Lagerring mit Ausnehmung und zugehöriger Stützwulst;

Fig. 9 die schematische Draufsicht einer Lagerbuchse für den inneren Lagerring mit zwischen den umlaufenden Rändern angeordneten Stützwulsten und gegenüberliegenden Ausnehmungen;

Fig. 10 die schematische Schnittdarstellung eines Teils des Buchsenmantels gemäß Fig. 9 mit zwischen den umlaufenden Rändern angeordneter Stützwulst und gegenüberliegender Ausnehmung.

Ausführungsbeispiel 1

Gemäß der Fig. 1 bis Fig. 3 besteht eine Lagerbuchse 1 für den Wälzlageraußenring aus einem Buchsenmantel 5 mit daran beidseitig angeordneten und nach innen gerichteten umlaufenden Rändern 4. Diese umlaufenden Ränder 4 umfassen den äußeren Lagerring zumindest teilweise. Über die gesamte Höhe der Lagerbuchse 1 bzw. über die gesamte Breite des Buchsenmantels 5 sind am äußeren Buchsenmantel 5 gleichmäßig verteilt insgesamt acht Stützwulste 2 angeordnet. An der innenliegendenen Seite des Buchsenmantels 5 sind jeweils den Stützwulsten 2 gegenüberliegend Ausnebmungen 3 angeordnet, die im Beispiel etwa 70% der Querschnittsfläche der Stützwulste 2 aufweisen. Beim Einbau des Wälzlagers in ein unbearbeitetes Lagergehäuse aus Aluminiumspritzguß hergestelltes Lagergehäuse wird zunächst der äußere Ring des Wälzlagers mit der Lagerbuchse 1 ausgestattet und anschließend durch teilweises Verdrängen der Stützwulste 2 in das Lagergehäuse eingesetzt. Dabei kommt es zum weitgehenden Ausfüllen der Ausnehmungen 3 und infolge der Federwirkung des elastomeren Materials zu einem formstabilen Sitz des Wälzlagers im Lagergehäuse. Eine mit derartigen Lagerbuchsen 1 ausgestattete Textilspindel zeichnet sich durch besonders schwingungsgedämpften Lauf aus.

Ausführungsbeispiel 2

Gemäß der Fig. 4 und Fig. 5 wird in ein gegossenes Lagergehäuse aus einer Metallegierung ein mit einer Lagerbuchse 1 aus Elastomer ausgestattetes Wälzlager eingesetzt, wobei der äußere Buchsenmantel 5 durch insgesamt acht am Umfang des Buchsenmantels 5 gleichmäßig verteilte Ausnehmungen 3 und durch ebenfalls acht zugehörige Stützwulste 2 gekennzeichnet ist. Die Stützwulste 2 sind zwischen den umlaufenden Rändern 4 der Lagerbuchse 1 angeordnet und weisen jeweils eine Querschnittsfläche auf, die wenigstens das 1,2fache der Querschnittsfläche der zugehörigen Ausnehmungen 3 beträgt.

Ausführungsbeispiel 3

Gemäß Fig. 6 bis Fig. 10 ist eine Lagerbuchse 1 für den Innenring eines Wälzlagers mit nach außen gerichteten umlaufenden Rändern 4 ausgerüstet. Die Lagerbuchse 1 weist insgesamt acht an der den umlaufenden Rändern 4 gegenüberliegenden Seite des Buchsenmantels 5 gleichmäßig verteilte Stützwulste 2 auf Jeweils diesen Stützwulsten 2 gegenüberliegend befinden sich zwischen den umlaufenden Rändern 4 der Lagerbuchse 1 Ausnehmungen 3, wobei die Querschnittsflächen von Stützwulsten 2 und Ausnehmungen 3 etwa gleichgroß sind. Das mit dieser elastomeren Lagerbuchse 1 ausgestattete Wälzlager ermöglicht den Einsatz an Textilspindeln mit bedarfsweise unvollständig bearbeiteten Lagersitzen und dient vor allem der zusätzlichen Schwingungsdämpfung der jeweiligen Textilspindel. Bezugszeichenliste 1Lagerbuchse

2Stützwulst

3Ausnehmung

4umlaufender Rand

5Buchsenmantel


Anspruch[de]
  1. 1. Lagerbuchse für die Umhüllung der Lagerringe von Wälzlagern an Textilspindeln, bestehend aus einem elastomeren Material, das zwischen der Welle und dem inneren Lagerring und/oder zwischen dem Lagersitz im Lagergehäuse und dem äußeren Lagerring angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß am Buchsenmantel (5) einseitig Stützwulste (2) und an der den Stützwulsten (2) gegenüberliegenden Seite Ausnehmungen (3) angeordnet sind.
  2. 2. Lagerbuchse nach dem Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützwulste (2) oder Ausnehmungen (3) an der umlaufende Ränder (4) aufweisenden Seite des Buchsenmantels (5) zwischen den umlaufenden Rändern (4) angeordnet sind und daß die Stützwulste (2) oder Ausnehmungen (3) an der keine umlaufenden Ränder (4) aufweisenden Seite des Buchsenmantels (5) über die gesamte Breite des Buchsenmantels (5) angeordnet sind.
  3. 3. Lagerbuchse nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnitte der Stützwulste (2) und der jeweils gegenüberliegenden Ausnehmungen (3) gleich groß sind.
  4. 4. Lagerbuchse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützwulste (2) und Ausnehmungen (3) in axialer Richtung angeordnet sind.
  5. 5. Lagerbuchse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützwulste (2) und Ausnehmungen (3) in radialer Richtung angeordnet sind.
  6. 6. Lagerbuchse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützwulste (2) und Ausnehmungen (3) am Buchsenmantel (5) diagonal bzw. schraubenförmig angeordnet sind.
  7. 7. Lagerbuchse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützwulste (2) im eingebauten Zustand der Lagerbuchse (1) zum Erreichen einer weitgehenden Ausfüllung des Raumes zwischen der Welle bzw. dem Lagergehäuse und dem Innen- bzw. Außenring des Wälzlagers in die Ausnehmungen (3) eindrückbar gestaltet sind.






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