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Dokumentenidentifikation DE19819850A1 11.11.1999
Titel Spinnflügel für eine Vorspinnmaschine
Anmelder Spindelfabrik Neudorf GmbH, 09465 Neudorf, DE
Erfinder Hänel, Dieter, 09465 Neudorf, DE
Vertreter Auerbach, B., Pat.-Anw., 08066 Zwickau
DE-Anmeldedatum 05.05.1998
DE-Aktenzeichen 19819850
Offenlegungstag 11.11.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.11.1999
IPC-Hauptklasse D01H 7/32
Zusammenfassung Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, einen Spinnflügel für eine Vorspinnmaschine zu schaffen, mit dessen Hilfe die Verstopferneigung vermindert und zugleich eine Erhöhung der Flügelfestigkeit erreicht werden kann.
Nach der Lösung ist der Spinnflügel für eine Vorspinnmaschine mit zwei konzentrisch zur Flügelachse angeordneten Flügelarmen ausgestattet. An einem der beiden Flügelarme ist der erforderliche Preßfinger angeordnet, wobei der mit einem Preßfinger ausgestattete Flügelarm einen geschlossenen Kanal für die Luntenführung aufweist.
Der Luntenführungskanal in diesem Flügelarm ist im überwiegenden Teil seiner Länge mit einem Querschnitt ausgeführt, der von einem kreisförmigen Querschnitt deutlich abweicht.
Die Erfindung betrifft einen Spinnflügel für eine Vorspinnmaschine mit zwei konzentrisch zur Flügelachse angeordneten Flügelarmen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Spinnflügel für eine Vorspinnmaschine mit zwei konzentrisch zur Flügelachse angeordneten Flügelarmen, wobei an einem der beiden Flügelarme der Preßfinger angeordnet ist und der mit Preßfinger ausgestattete Flügelarm einen geschlossenen Kanal für die Luntenführung aufweist, wie er im Textilmaschinenbau benötigt wird.

Die Produktivität von Spinnereimaschinen wird im hohen Maße von der möglichen Drehzahl der Spinnflügel und der Störanfälligkeit der Luntenführung durch die Spinnflügel beeinflußt. Spinnflügel werden deshalb als Leichtbaukonstruktionen ausgeführt, für deren Fertigung überwiegend Leichtmetall eingesetzt wird.

Zur Vermeidung unnötig großer bewegter Massen besteht außerdem das Interesse an kleinstmöglichen geometrischen Abmessungen der eingesetzten Spinnflügel. Hinzu kommt, daß für die Verarbeitung von Spinnfäden unterschiedlicher Dicke und Qualität in möglichst wenige Varianten unterschiedlich ausgebildeter Spinnflügel vorgehalten werden sollen.

Zu groß dimensionierte Querschnittsabmessungen der nach dem bekannten Stand der Technik runden Luntenführungskanäle führen nicht nur zu unnötig großen Abmessungen und Massen der Spinnflügel, sondern zugleich zu einer geringeren Selbstreinigungswirkung der Luntenführungskanäle und damit zu einer erhöhten Störanfälligkeit infolge von Kanalverstopfungen durch abgelagerte Faserbestandteile.

Zu geringe Querschnittsabmessungen der Luntenführungskanäle können das Auftreten von sogenannten Verstopfern, insbesondere bei auftretenden Fadenverdickungen, erheblich begünstigen.

Ein aus Leichtmetall gefertigter Spinnflügel mit im Querschnitt kreisförmigem Luntenführungskanal wird in der DE 26 50 669 A1 bekannt gemacht. Dort sind in die Leichtmetallflügel als Luntenführungskanäle Stahlrohre mit rundem Querschnitt eingegossen. Die Wahl des Durchmessers der Luntenführungskanäle stellt bei dieser Ausführung des Spinnflügels einen Kompromiß zwischen mehreren wirtschaftlichen und technischen Zielstellungen dar. Bei einem nichtausreichenden Durchmesser des Luntenführungskanals entstehen bekanntermaßen Probleme beim Durchlauf von Dickstellen.

Jedoch werden die durch die Fliehkraft an die Wände des Luntenführungskanals gepreßten freien Fasern eher von der Lunte mitgerissen und aus dem Luntenführungskanal herausbefördert.

Dagegen hat ein größerer Durchmesser des Luntenführungskanals mit rundem Querschnitt den Vorteil, daß größere Dickstellen ohne Schwierigkeiten den Luntenführungskanal passieren können.

Dieser Vorteil wird mit dem Nachteil erkauft, daß sich relativ große Fasermengen an der nach außen gerichteten Wand des Luntenführungskanals ansammeln können. Die angesammelten Fasermengen werden in diesem Falle in regelmäßigen oder unregelmäßigen Zeitabständen durch die Lunte mitgerissen und aus dem Luntenführungskanal herausbefördert. Erfolgt nun das Mitreißen der Faseransammlungen im oberen Bereich, so wird der gesamte Luntenführungskanal von Faseransammlungen geräumt, allerdings mit dem Risiko, daß extrem große Faseransammlungen zu den gefürchteten sogenannten Verstopfern führen können. Ein derartiger Verstopfer führt zwangsläufig zu einer Fertigungsunterbrechung der gesamten Vorspinnmaschine. Sofern es bei einer der sporadischen Selbstreinigungen nicht zu einem Verstopfer kommt, wird jedoch zumindest eine ebenfalls unerwünschte größere Dickstelle erzeugt. Außerdem führt ein größerer Innendurchmesser des mit einem runden Querschnitt ausgestatteten Luntenführungskanals zu einer Verminderung der Festigkeit des mit einem Luntenführungskanal ausgestatteten Flügelarms. Dies beschränkt ebenso die erreichbare Drehzahl des Spinnflügels, wie eine infolge größerer Abmessungen des jeweiligen Flügelarms größere Masse des gesamten bewegten Spinnflügels.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, einen Spinnflügel für eine Vorspinnmaschine zu schaffen, mit dessen Hilfe die Verstopferneigung vermindert und zugleich eine Erhöhung der Flügelfestigkeit erreicht werden kann.

Bei mit bekannten technischen Lösungen vergleichbarer Durchlässigkeit mit einem Luntenführungskanal ausgestatteten Flügelarms soll außerdem eine Massereduzierung des Spinnflügels erreichbar sein, was einer Erhöhung der zulässigen Drehzahl des Spinnflügels entgegenommen soll.

Die Aufgabe wird im wesentlichen durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Danach ist der Spinnflügel für eine Vorspinnmaschine mit zwei konzentrisch zur Flügelachse angeordneten Flügelarmen ausgestattet. An einem der beiden Flügelarme ist der erforderliche Preßfinger angeordnet, wobei der mit einem Preßfinger ausgestattete Flügelarm einen geschlossenen Kanal für die Luntenführung aufweist.

Der Luntenführungskanal in diesem Flügelarm ist im überwiegenden Teil seiner Länge mit einem Querschnitt ausgeführt, der von einem kreisförmigen Querschnitt deutlich abweicht.

Die lichte Kanalabmessung A in radialer Richtung ist dabei kleiner ausgeführt, als die lichte Kanalabmessung B in tangentialer Richtung.

In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß das Verhältnis der Kanalabmessungen A : B maximal 0,7 beträgt.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist der Querschnitt des Luntenführungskanals nach einem Verformungsprozeß des ursprünglich mit einem kreisförmigen Querschnitt vorgefertigten Flügelrohres einen ellipsenförmigen Querschnitt auf.

Dies erweist sich besonders vorteilhaft, weil in den Bereichen des Flügelarms, die sich in größerer Entfernung von der Flügelachse befinden, durch die dort wirkenden Fliehkräfte die möglichen Ansammlungen freier Fasern frühzeitig durch die Lunte mitgerissen werden. Die infolge des Deformationsprozesses nahezu unveränderte Querschnittsfläche des Luntenführungskanals gestattet dennoch den Durchgang von eventuellen Dickstellen, da die Lunte in der Lage ist, sich dem Querschnitt des Luntenführungskanals weitgehend anzupassen. Es hat sich außerdem als vorteilhaft erwiesen, daß der verformte Luntenführungskanal zu einer wünschenswerten Stabilitätsverbesserung des Spinnflügels durch Erhöhung des Widerstandsmomentes ohne analoge Masseerhöhung führt. Dies ermöglicht bedarfsweise eine Erhöhung der zulässigen Drehzahl des Spinnflügels trotz unveränderter Flügelmasse und nahezu unveränderter Querschnittsfläche des Luntenführungskanals.

Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.

In der zugehörigen Zeichnung zeigen

Fig. 1 einen teilweisen schematischen Längsschnitt durch einen Spinnflügel für eine Vorspinnmaschine,

Fig. 2 einen schematischen Querschnitt des mit einem Luntenführungskanal ausgestatteten Flügelarms nach Schnittlinie I-I in Fig. 1.

Ausführungsbeispiel

gemäß der Fig. 1 und 2 ist ein Spinnflügel mit einem erfindungsgemäßen Hohlarm 6 ausgestattet. Dieser Hohlarm 6 weist einen Luntenführungskanal 2 auf, der in dem zur Flügelachse 13 etwa achsparallel ausgeführten Flügelarmbereich einen ellipsenförmig verformten Querschnitt aufweist. Die vom nicht dargestellten Streckwerk der Vorspinnmaschine kommende Lunte 1 tritt in den Luntenführungskanal 2 des Spinnflügels ein. Der Spinnflügel selbst wird durch Wälzlager 4 in der nicht dargestellten Flügelbank der auch als Flyer bezeichneten Vorspinnmaschine gelagert und angetrieben. Die Lunte 1 wird durch den Luntenführungskanal 2 bis zum unteren Ende 5 des Hohlarmes 6 geführt. Ein Preßfinger 7 übernimmt die weitere Luntenführung bis zur Flyerspule 8, die sich mit einer in der Regel größeren Drehzahl als der Spinnflügel selbst dreht. Diese Differenzdrehzahl bewirkt das erwünschte Aufwinden der Lunte 1 auf die Flyerspule 8. Der Luntenführungskanal 2 weist im überwiegenden Teil des Zwischenbereichs 9 einen ellipsenförmigen Querschnitt auf, während er im Einlaufbereich 10 und im Auslaufbereich 11 weiterhin den ursprünglich kreisförmigen Querschnitt besitzt.

Der Übergang des ellipsenförmigen Querschnitts auf einen kreisförmigen Querschnitt des Luntenführungskanals 2 im Auslaufbereich 11 ermöglicht es, einen einfachen Kanalauslauf durch Bördeln bzw. durch Einsatz einer Verschleißbuchse mit kreisförmigen Querschnitt ohne Wirkungseinbuße zu erhalten. Im Ausführungsbeispiel beträgt die Kanalabmessung A 14 in radialer Richtung 6 mm und die Kanalabmessung B 15 in tangentialer Richtung 10 mm. Das Verhältnis von A : B beträgt damit 0,6. Bezugszeichenliste 1 Lunte

2 Luntenführungskanal

3 Flügelarm

4 Wälzlager

5 Ende des Hohlarms

6 Hohlarm

7 Preßfinger

8 Flyerspule

9 Zwischenbereich

10 Einlaufbereich

11 Auslaufbereich

12 Verschleißbuchse

13 Flügelachse

14 Kanalabmessung A in radialer Richtung

15 Kanalabmessung B in tangentialer Richtung


Anspruch[de]
  1. 1. Spinnflügel für eine Vorspinnmaschine mit zwei konzentrisch zur Flügelachse angeordneten Flügelarmen, wobei an einem der beiden Flügelarme der Preßfinger angeordnet ist und der mit Preßfinger ausgestattete Flügelarm einen geschlossenen Kanal für die Luntenführung aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Luntenführungskanal (2) im Flügelarm (3) im überwiegenden Teil seiner Länge einen Querschnitt aufweist, der von einem kreisförmigen Querschnitt in der Weise abweicht, daß A als die lichte Kanalabmessung (14) in, bezogen auf die Flügelachse (13), radialer Richtung kleiner ausgebildet ist als die lichte Kanalabmessung B (15) in, bezogen auf die Flügelachse (13), tangentialer Richtung.
  2. 2. Spinnflügel nach dem Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis der Maße A : B maximal 0,7 beträgt.
  3. 3. Spinnflügel nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der vom runden Querschnitt abweichende Querschnitt des Luntenführungskanals (2) einen auf dem Verformungswege hergestellten ellipsenförmigen Querschnitt aufweist.






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