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Dokumentenidentifikation DE19819954A1 11.11.1999
Titel Mechanisches Transmissionssystem für eine Pfeifenorgel
Anmelder Hinrich Otto Paschen Orgelbau GmbH, 24159 Kiel, DE
Erfinder Paschen, Hinrich Otto, 24159 Kiel, DE
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 24105 Kiel
DE-Anmeldedatum 05.05.1998
DE-Aktenzeichen 19819954
Offenlegungstag 11.11.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.11.1999
IPC-Hauptklasse G10B 3/00
Zusammenfassung Mechanisches Transmissionssystem für eine Pfeifenorgel, bei der mittels reinmechanischer Steuerung aus 80 verschiedenen Pfeifen 3 eigenständige Register a 56 Töne in den Tonlagen 8', 4' und 2' unabhängig voneinander oder miteinander gespielt werden können, wobei jeder Tonlage ein separat aktivierbarer Hebelwippensatz a 56 Einzelwippen zugeordnet ist, der oder die, wenn aktiviert, den Tastendruck bis zum Pfeifenventil überträgt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein reinmechanisches Transmissionssystem, mit dem eine Kleinorgel ausgestattet werden kann, die nur ein Manualwerk, gleich einer Manualklaviatur mit 56 Tasten für ebenso viele Töne, hat.

Eine Pfeifenorgel, wie sie normalerweise in Kirchen anzutreffen ist, besteht aus einem oder bis zu etwa sechs Werken. Jedes Werk umfaßt mehrere Register von Pfeifengruppen. Ein Register eines Manualwerkes hat so viele Pfeifen von gleicher Bauart und somit von gleichem Klangcharakter aber abnehmender Größe, wie die gleiche Anzahl von Tasten vorhanden ist, im allgemeinen 56. Alle Pfeifen von mehreren Registern eines Werkes stehen auf einer Windlade. Die Pfeifen sind in Matrixform so angeordnet, daß die jeweils zu einem Ton gehörenden kolonnenartig auf einem Kanal stehen, den man "Tonkanzelle" nennt. So sind 56 Tonkanzellen einer Windlade nebeneinander angeordnet. Die mechanische Einschaltung eines Registers geschieht mittels einer im oberen Bereich der Windlade eingebauten Holzleiste, die mit 56 Löchern durchbohrt ist, die Löcher befinden sich genau unter den einzelnen in Matrixzeilen stehenden Pfeilen und lassen die Luft - genannt "Wind" - zu den Pfeifen durch. Wird die Leiste um ca. 20 mm bewegt, dann ist bei allen 56 Löchern der Durchgang versperrt, und das Register ist abgeschaltet. Diese Leiste heißt "Schleife", weil sie beim Ziehen oder Abstoßen des Registers hin- und herschleift. Sollen Pfeifen erklingen, dann wird durch Drücken der Taste und mechanischer Übertragung der Tastenbewegung, "mechanische Traktur" genannt, das Tonventil einer Tonkanzelle geöffnet, und der durch ein Gebläse erzeugte Wind aus dem Windkasten fließt durch die Ventilöffnung in die Tonkanzelle. Wenn eine oder mehrere Schleifen gezogen sind kann der Wind durch die Schleifenlöcher hindurch zu den Pfeifen gelangen und bringt diese zum Klingen. Dieses Matrixsystem, Tonkanzelle und Registerschleife, wird "Tonkanzellen-Schleifenwindlade" genannt. Diese Beschreibung zeigt, daß jedes Register 56 Pfeifen hat, was z. B. bei drei Register insgesamt 168 Pfeifen ergibt.

Der im Schutzanspruch 1 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine kostengünstig herzustellende Kleinorgel zu schaffen, so daß Kirchengemeinden etc. trotz heutiger knapper Finanzmittel weiterhin die Anschaffung einer richtigen Pfeifenorgel zu einem günstigen Preis ermöglicht wird.

Dieses Problem wird mit den im Schutzanspruch 1 aufgeführten Merkmalen eines "Mechanischen Transmissionssystem für eine Pfeifenorgel" gelöst.

Die Erfindung ermöglicht es, eine reinmechanische Kleinorgel mit 3 Register mit wesentlich weniger Aufwand und mit nur 80 Pfeifen herzustellen, indem auf das herkömmliche Registereinschaltsystem mittels der Schleifen gänzlich verzichtet wird, und die Herstellung einer Windlade, nur noch mit Tonkanzellen, ist wesentlich kostengünstiger. Statt dessen führt der Weg der mechanische Traktur über drei verschiedene Ebenen,indem für jedes der 3 verschiedenen Register in 8'-, 4'- und 2'-Tonlage jeweils ein separater Wippensatz mit je 56 Einzelwippen angewandt wird.

Jeder der 3 Wippensatze ist ohne Funktion und wird erst zum Spielen der gewünschten Tonlage aktiviert, wenn der über jedem der 3 Wippensätze angeordnete bewegliche Wippenbalken mittels eines Registerzuges und mechanischer Übertragung um ca. 20 mm gesenkt und somit zum Drehpunkt der einzelnen Wippen wird.

Um mit den jeweils zu bestimmten Tasten gehörenden Wippen das Tonventil von 3 Pfeifen im Oktavabstand anzuspielen sind die Wippen versetzt angeordnet, so, daß der 8'-Wippensatz um einen Oktavsprung zum Baß schräg angeordnet ist und der 2'-Wippensatz um einen Oktavsprung zum Diskant schräg angeordnet ist. Der 4'-Wippensatz liegt geradlinig.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der Fig. 1 und 2 erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 einen Querschnitt,

Fig. 2 eine Draufsicht der Orgel mit "Mechanischem Transmissionssystem".

In Fig. 1 ist das Wesentliche der Erfindung dargestellt, die Transmissionswippen 1a, 1b und 1c, ferner die dazugehörenden beweglichen Wippenbalken 2a, 2b und 2c. Wird die als zweiarmiger Hebel ausgebildete Taste 3 niedergedrückt, dann bewegt sich die Trakturabstrakte 4 aufwärts und bewegt die drei Wippen 1 mit sich. Sind eine oder alle Wippenbalken 2 aktiviert, dann wird die Abzugsabstrakte 5 niedergezogen und das Tonventil 6 öffnet sich. Wind aus dem Ventilkasten 7 strömt in die Tonkanzelle 8 und weiter in die Pfeife 9, die ohne ein weiteres Zwischenteil direkt in dem Loch 10 der Tonkanzelle 8 steht. Die Pfeife erklingt solange wie die Taste gedrückt wird. In Fig. 1 ist der Wippenbalken 2b aktiviert und überträgt die Bewegung von der Tasten 3 auf die Abzugsabstrakte 5, während die Wippen 1a und 1c ohne Funktion von der Abstrakte 4 angehoben werden. Das Aktivieren = "Ziehen eines Registers", eines Wippenbalkens 2 geschieht durch Ziehen am Registerknopf 11 und wird mechanisch übertragen über den Winkel 12.

Fig. 2 zeigt die Tasten 3, die Wippen 1 und die Pfeifen 9 symbolisch von oben gesehen. Wird das 4'-Register 14 gespielt, dann wird die Tastenbewegung bei aktiviertem Wippenbalken 2b über die Wippe 1b geleitet, und das Tonventil 6, welches zur Tonkanzelle 8 von der 4'- Pfeife 14 gehört, wird geöffnet.

Wird das 8'-Register 13 gespielt, dann wird die Tastenbewegung bei aktiviertem Wippenbalken 2a über die Wippe 1a geleitet, und das Tonventil 6, welches zur Tonkanzelle 8 von der 8'-Pfeife 13 gehört, wird geöffnet.

Wird das 2'-Register 15 gespielt, dann wird die Tastenbewegung bei aktiviertem Wippenbalken 2c über die Wippe 1c geleitet, und das Tonventil 6, welches zur Tonkanzelle 8 von der 2'-Pfeife 15 gehört, wird geöffnet.

Die gleiche Funktion fällt auf alle sechsundfünfzig Tasten und zeigt, daß von den drei Tonlagen 8', 4' und 2' die 4'-Mittellage für die anderen beiden Tonlagen mitbenutzt wird. Deshalb entsteht die Anzahl von achtzig Pfeifen, plaziert auf achtzig Tonkanzellen, durch die Tastenanzahl von sechsundfünfzig, wobei zwölf 8'-Pfeifen auf der Baßseite und zwölf 2'-Pfeifen auf der Diskantseite hinzugestellt werden.

Dieses mechanische Transmissionssystem benötigt keine pneumatischen oder elektrischen Teile, wie sie in anderen Orgelsystemen vorkommen, wodurch Störungen, Klangveränderungen oder Verstimmungen nahezu ausgeschlossen sind. Die klangliche Auslegung dieser Beschreibung bezieht sich auf den Prinzipalklang. Es sind ebenso andere Klangfarben möglich, und es können auch mehrere Register mit diesem mechanischem Transmissionssystem auf einer Windlade zusammengestellt werden. Auch ist es möglich, zum Zwecke einer Erweiterung besonderer Spielmöglichkeiten, das mechanische Transmissionssystem in Baß/Diskant zu teilen. Der Schutzanspruch soll sich deshalb nur auf das "mechanische Transmissionssystem" beziehen.


Anspruch[de]
  1. Mechanisches Transmissionssystem für eine Pfeifenorgel, bei der mittels reinmechanischer Steuerung aus 80 verschiedenen Pfeifen 3 eigenständige Register a 56 Töne in den Tonlagen 8', 4' und 2' unabhängig voneinander oder miteinander gespielt werden können, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Tonlage ein separat aktivierbarer Hebelwippensatz a 56 Einzelwippen zugeordnet ist, der oder die, wenn aktiviert, den Tastendruck bis zum Pfeifenventil überträgt.






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