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Dokumentenidentifikation DE69603260T2 11.11.1999
EP-Veröffentlichungsnummer 0814662
Titel GEMISCHTE HERBIZIDE ZUSAMMENSETZUNGEN
Anmelder Dow AgroSciences LLC, Indianapolis, Ind., US
Erfinder FLAHIVE, Eamon, Wallingford, Oxon OX10 0DR, GB
Vertreter H. Weickmann und Kollegen, 81679 München
DE-Aktenzeichen 69603260
Vertragsstaaten BE, DE, DK, ES, FI, FR, GB, IT, LU, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 08.03.1996
EP-Aktenzeichen 969096403
WO-Anmeldetag 08.03.1996
PCT-Aktenzeichen US9603289
WO-Veröffentlichungsnummer 9628027
WO-Veröffentlichungsdatum 19.09.1996
EP-Offenlegungsdatum 07.01.1998
EP date of grant 14.07.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.11.1999
IPC-Hauptklasse A01N 43/40

Beschreibung[de]

Diese Erfindung betrifft das Gebiet der Landwirtschaftschemikalien und insbesondere die Formulierung von Zusammensetzungen von Landwirtschaftschemikalien in Formen, die für eine Anwendung durch herkömmliche Sprühtechniken geeignet sind. Viele Landwirtschaftschemikalien, insbesondere Herbizide, sind wasserunlöslich und ihre Formulierung in Zusammensetzungen, die geeigneterweise auf dem Feld aufgebracht werden können, umfassen deshalb im allgemeinen die Verwendung von verschiedenen Hilfsstoffen und Trägerstoffen, einschließlich insbesondere organische Lösungsmittel. Man denkt jedoch zunehmend, daß organische Lösungsmittel vom Umweltstandpunkt aus unakzeptabel sind und es wurde in den letzten Jähren viel Aufwand hinsichtlich der Herstellung von Landwirtschaftsformulierungen betrieben, die keine organischen Lösungsmittel enthalten, oder mindestens nur einen sehr geringen Gehalt an organischen Lösungsmittel aufweisen.

Es wurden in den letzten Jahren auch Versuche unternommen, zwei oder mehr herbizid wirksame Verbindungen zusammenzuformulieren, um Zusammensetzungen mit einer größeren Aktivitätsbreite zu ergeben, als durch die Verwendung von einer Verbindung alleine erzielt werden kann.

US-A-4637830 betrifft ein Herbizidkonzentrat, welches einige dieser Bedürfnisse adressiert und stellt ein Konzentrat bereit, das ein Salz eines Phenoxysäureherbizids zusammen mit einem Alkanoat (insbesondere das Octanoat) von Ioxynil oder Bromoxynil umfaßt. Es ist jedoch aus der Offenbarung dieser Literaturstelle klar, daß es als sehr überraschend angesehen wird, daß die speziellen Ioxynil- und Bromoxynilester mit den Phenoxysäuresalzen kompatibel sind und es wurde in der Tat festgestellt, daß die meisten herbiziden Ester mit Phenoxysäuresalzen auf solche Weise nicht kompatibel sind.

Detaillierte Untersuchungen nach dem Datum der US-A-4637830 haben angezeigt, daß die allgemein etablierten Ester von Herbiziden, wie etwa Fluroxypyr und Haloxyfop mit Herbizidsäuresalzen nicht kompatibel ist, indem es nicht möglich ist, die zwei Herbizide zusammen in einer wäßrigen Einphasenzusammensetzung zu formulieren.

WO-94/24866 betrifft die Herstellung von Herbizidzusammensetzungen, welche emulgierbare Konzentrate, konzentrierte wäßrige Emulsionen, benetzbare Pulver oder dispergierbare Granulate sind, die Fluroxypyrderivate enthalten. Das Fluroxypyr liegt in der Form eines Esters vor, der bei 25ºC eine Flüssigkeit ist. Verschiedene andere Herbizide können ebenfalls vorliegen, um Kombinationsprodukte herzustellen und Phenoxysäuren und ihre Ester sind erwähnt. Es werden jedoch keine Salze von herbiziden Säuren erwähnt, noch gibt es einen Vorschlag, daß es möglich sein könnte, Kombinationsprodukte von Fluroxypyrestern bereitzustellen, die wäßrige Lösungen anstelle von Emulsionen oder emulgierbaren (d. h. nicht wäßrigen) Konzentraten sind.

Wir haben nun festgestellt, daß eine Anzahl anderer herbizider Ester, die Ioxynil- und Bromoxynilalkanoaten strukturell nicht ähnlich sind, sich in Salzen von Säureherbiziden, insbesondere Salzen von Phenoxysäureherbiziden, lösen, um lagerstabile Einphasenzusammensetzungen zu ergeben. Die in Frage stehenden Ester haben überraschenderweise das Merkmal gemeinsam, daß sie bei 25ºC Flüssigkeiten anstelle von Feststoffen sind. Da die in Frage stehenden herbiziden Ester Ioxynil- und Bromoxynil-octanoat nicht strukturell ähnlich sind, hätte ausgehend von US-A-4637830 nicht vorausgesagt werden können, daß die Verwendung dieser speziellen herbiziden Ester in stabilen wäßrigen Zusammensetzungen resultieren würde.

Entsprechend wird in einem ersten Aspekt der Erfindung eine Herbizidzusammensetzung bereitgestellt, welche ein stabiles, homogenes wäßriges Konzentrat ist, umfassend ein Herbizidsalz und ein wasserunlösliches Herbizid, worin das Herbizidsalz ein Natrium-, Kalium-, Ammoniak-, Dimethylamin-, Diethylamin-, Triethylamin-, Monoethanolamin-, Diethanolamin- oder Triethanolaminsalz von

3,6-Dichlor-2-methoxybenzoesäure (Dicamba);

2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D);

2-Methyl-4-chlorphenoxyessigsäure (MCPA);

2-(2-Methyl-4-chlorphenoxy)propionsäure (CMPP);

2-(2,4-Dichlorphenoxy)propionsäure (2,4-DP);

4-(2-Methyl-4-chlorphenoxy)butansäure (MCPB);

4-(2,4-Dichlorphenoxy)butansäure (2,4-DB), oder

((3,5,6-Trichlor-2-pyridinyl)oxy)essigsäure (Triclopyr)

ist und worin das wasserunlösliche Herbizid ein Ester von Fluroxypyr oder Triclopyr ist, der bei 25ºC eine Flüssigkeit ist.

Das in dem Konzentrat der vorliegenden Erfindung verwendete herbizide Salz kann als sein Anion irgendeines von

2-Methoxybenzoesäure (Dicamba);

2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D)

2-Methyl-4-chlorphenoxyessigsäure (MCPA);

2-(2-Methyl-4-chlorphenoxy)propionsäure (CMPP);

2-(2,4-Dichlorphenoxy)propionsäure (2,4-DP);

4-(2-Methyl-4-chlorphenoxy)butansäure (MCPB);

4-(2,4-Dichlorphenoxy)butansäure (2,4-DB), oder

((3,5,6-Trichlor-2-pyridinyl)oxy)essigsäure (Triclopyr) haben.

Die am meisten bevorzugten sind 2,4-D, MCPA und Triclopyr.

Das Gegenion kann Natrium, Kalium, Ammoniak, Dimethylamin, Diethylamin, Monoethanolamin, Triethylamin, Diethanolamin oder Triethanolamin sein, wobei die Dimethylamin-, Triethylamin-, Monoethanolamin- und Kaliumsalze bevorzugt sind.

Die Menge des verwendeten herbiziden Salzes beeinflußt die Löslichkeit des Esters in der Zusammensetzung. Im allgemeinen ist je mehr herbizides Salz verwendet wird desto größer die Löslichkeit des Esters. Die Menge an Salz kann von 1 bis 99 Prozent, bevorzugt von 15 bis 80 Prozent, mehr bevorzugt von 40 bis 70 Prozent nach Gewicht der Zusammensetzung betragen.

Das in der vorliegenden Erfindung verwendete wasserunlösliche Herbizid ist ein Ester von Fluroxypyr oder Triclopyr, der bei 25ºC eine Flüssigkeit ist. Der Ester wird bevorzugt mit einem C&sub6;-C&sub1;&sub2;-Alkanol oder einem C&sub6;-C&sub1;&sub2;- Alkoxyalkanol gebildet. Flüssige Ester von Fluroxypyr, insbesondere flüssige Ester von Fluroxypyr mit C&sub6;-C&sub1;&sub2;-Alkanolen oder C&sub6;-C&sub1;&sub2;-Alkoxyalkanolen sind insbesondere bevorzugt. Besonders bevorzugt sind die 1-Butoxy-2-propyl-, 1-Butoxy-2-butyl-, 1-(1-Methoxy-2-propoxy)-2-propyl-, 1-(1-Butoxy-2- propoxy)-2-propyl-, 1-(1-(1-Methoxy-2-propoxy)-2-propoxy)-2-propyl-, 1-(1- (1-Butoxy-2-propoxy)-2-propoxy)-2-propyl- und 2-Ethylhexyl-Ester, wie in WO-94/24866 diskutiert.

Die Ester von Fluroxypyr dieser Erfindung können leicht durch in der Technik gut bekannte Verfahren hergestellt werden, einschließlich des in EP-A-441457 beschriebenen Verfahrens, welches die Herstellung des Methyl- oder Ethylesters durch Alkylierung eines Salzes von 4-Amino-3,5- dichlor-6-fluor-2-pyridinol mit einem Methyl- oder Ethylchloracetat und anschließende Umesterung mit dem gewünschten Alkohol umfaßt.

Die Konzentratformulierungen der vorliegenden Erfindung enthalten bevorzugt von 1 bis 50 Gewichtsprozent des flüssigen Esters, mehr bevorzugt von 2,5 bis 40 Prozent, am meisten bevorzugt von 5 bis 30 Prozent. Das Verhältnis des wasserunlöslichen flüssigen Esters zum herbiziden Salz beträgt bevorzugt von 1 : 12 bis 1 : 1, mehr bevorzugt von 1 : 10 bis 1 : 5, am meisten bevorzugt etwa 1 : 8.

Die Herbizidsalzkomponente der Zusammensetzungen kann ein Gemisch von zwei oder mehreren herbiziden Salzen sein. In gleicher Weise können zwei oder mehr wasserunlösliche flüssige herbizide Ester verwendet werden. Wenn mehr als ein herbizides Salz oder mehr als ein herbizider Ester verwendet wird, ist die Gesamtmenge an verwendetem Salz oder wasserunlöslichem Ester bevorzugt wie oben angegeben.

Ein Colösungsmittel kann verwendet werden, um die Lösungseigenschaften der aktiven Materialien zu verbessern. Geeignete Colösungsmittel sind wassermischbare Materialien, z. B. Propylenglycolether, Propylendiether und Pyrrolidone. Mit Wasser nichtmischbare Lösungsmittel können ebenfalls verwendet werden, insbesondere in Verbindung mit einem wassermischbaren Lösungsmittel (insbesondere in Verbindung mit Glycollösungsmitteln), um die Löslichkeit der gering löslichen Ester, insbesondere bei geringen Temperaturen zu verbessern. Geeignete mit Wasser nichtmischbare Lösungsmittel sind solche, die in WO-A-94124866 offenbart sind. Das Colösungsmittel kann in einer Menge von 1 bis 20 Gewichtsprozent der Zusammensetzung vorliegen.

Ein oder mehrere oberflächenaktive Stoffe können ebenfalls verwendet werden, um die Lösungseigenschaften zu verbessern. Jedes landwirtschaftlich annehmbare oberflächenaktive Mittel oder eine Kombination von oberflächenaktiven Mitteln kann verwendet werden. Beispiele von oberflächenaktiven Mitteln, die für ein oder mehrere der flüssigen Ester der Erfindung verwendet werden können, umfassen Salze von Alkylarylsulfonsäuren (wie etwa Calciumdodecylbenzolsulfonat), Alkylphenol-Alkylenoxid-Additionsprodukte (wie etwa Nonylphenol-C&sub1;&sub8;- ethoxylat), Alkohol-Alkylenoxid-Additionsprodukte (wie etwa Tridecylalkohol-C&sub1;&sub6;-ethoxylat), Dialkylester von Sulfobernsteinsäure (wie etwa Natrium-di-2-ethylhexyl-sulfosuccinat), Sorbitolester (wie etwa Sorbitololeat), Polyalkylenester von Fettsäuren (wie etwa Polyethylenglycolstearat), Blockcopolymere von Ethylenoxid und Propylenoxid und Salze von Mono- und Dialkylphosphatestern (wie etwa Kalium-di-2-ethylhexylphosphat). Einige spezifische Beispiele umfassen Alkalimetalldialkylsulfosuccinate, die unter dem Namen AnonaidTM oder EmpiminTM verkauft werden und Fettalkohol-ethoxylate, die unter dem Namen AtloxTM verkauft werden. Gemische von ionischen und nicht ionischen oberflächenaktiven Mitteln sind im allgemeinen bevorzugt. Einige spezifische Beispiele umfassen Gemische von Calcium-dodecylbenzolsulfonat und Blockcopolymeren von Ethylenoxid und Propylenoxid, die unter vielen Namen, einschließlich AtloxTM und TensiofixTM verkauft werden. Ein landwirtschaftlich annehmbares oberflächenaktives Mittel ist ein oberflächenaktives Mittel, das die Erfordernisse zur Verwendung in landwirtschaftlichen Produkten in mindestens einem Land erfüllt. Insbesondere bevorzugt sind ein Nonyphenyl-EO/PO-Blockcopolymer (MAKON NI-10TM) und ein C&sub1;&sub3;-C&sub1;&sub5;-Alkohol-Ethoxylat (Synperonic A2TM).

Oberflächenaktive Mittel liegen typischerweise in Konzentrationen von 1 bis 20 Prozent, mehr bevorzugt von 5 bis 20 Prozent vor.

Die Formulierungen der vorliegenden Erfindung können gegebenenfalls andere landwirtschaftlich annehmbare Hilfsstoffe enthalten, die im allgemeinen in formulierten landwirtschaftlichen Produkten verwendet werden, wie etwa Antischaummittel, Kompatibilisierungsmittel, Sequesttrationsmittel, Neutralisierungsmittel und Puffer, Korrosionsinhibitoren, Farbstoffe, Duftstoffe, Penetrationshilfen, Ausbreitmittel, Dispergiermittel, Eindickmittel, Gefrierpunkterniedriger, antimikrobielle Mittel, Pflanzenöl u. dgl.

Die wäßrigen Formulierungen können auch einen Gefrierpunkterniedriger, wie etwa Propylenglycol, Ethanol, Propanol, Ethylenglycol, Glycerin, Harnstoff und Ammoniumchlorid enthalten. Propylenglycol ist oftmals bevorzugt. Jedes landwirtschaftlich annehmbare Gefrierpunkt- Erniedrigungsmittel, das das Produkt nicht destabilisiert oder die Wirksamkeit des Produkts herabsetzt, kann jedoch verwendet werden.

Die wäßrigen Zusammensetzungen gemäß der Erfindung können hergestellt werden, um getrocknete herbizide Produkte, z. B. durch Sprühtrocknen, herzustellen. Solche sprühgetrockneten Produkte können zur Anwendung durch einfaches Auflösen in Wasser vorbereitet werden. Zusammensetzungen, die das Kaliumsalz der herbiziden Säure umfassen, sind zum Sprühtrocknen besonders geeignet.

Entsprechend umfaßt die Erfindung innerhalb ihres Umfangs eine trockene Herbizidformulierung, die durch Sprühtrocknen einer Zusammensetzung, wie sie oben bezeichnet wurde, erhalten wird.

Sprühbare Zusammensetzungen gemäß der Erfindung können durch Verdünnen eines erfindungsgemäßen Konzentrats in Wasser oder durch Auflösen einer sprühgetrockneten erfindungsgemäßen Zusammensetzung in Wasser erhalten werden.

Die Erfindung umfaßt innerhalb ihres Umfangs auch ein Verfahren zur Bekämpfung oder Verhinderung des Wachstums von Unkraut, welches Verfahren das Auftragen einer Zusammensetzung gemäß der Erfindung auf den Ort des Unkrauts umfaßt.

Eine Reihe von bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung wird genauer in den folgenden Beispielen beschrieben.

Allgemeines Herstellungsverfahren

Zwei Komponenten-Herbizidzusammensetzungen, die wasserunlösliche Herbizidester und Herbizidsalze umfassen, werden durch einfaches Mischen, bis eine homogene Flüssigkeit erhalten wurde, hergestellt. Das Verfahren kann durch erhöhte Temperaturen von bis zu 60ºC beschleunigt werden.

Die herbiziden Ester, die in den Beispielen und Vergleichsbeispielen verwendet wurden, haben die folgenden Schmelzpunkte:

Schmelzpunkt

Fluroxypyr-butoxypropylester < 25ºC

Triclopyr-butoxyethylester < 25ºC

Fluroxypyr-1-butoxy-2-butylester < 25ºC

Fluroxypyr-1-methoxy-2-propoxy-2-propylester < 25ºC

fluroxypyr-1-methoxy-2-propoxy-2-propoxy-2- propylester < 25ºC

Haloxyfop-ethoxyethylester (racemisch) 57ºC

Fluroxypyr-1-methylheptylester 58ºC

Fluroxypyr-methylester 125ºC

2-(4-Cyano-2-flurophenoxy)phenoxypriopianat 45ºC

Haloxyfop-methylester (R-Isomer) 25ºC

Die folgenden Zusammensetzungen wurden hergestellt.

Beispiele

In den folgenden Beispielen bezeichnet "Naßbasis" die Mengen der verschiedenen Inhaltsstoffe auf Basis der verschiedenen kommerziellen Präparationen (einschließlich Wasser), die verwendet wurden, um sie herzustellen. "Trockenbasis" bezeichnet das äquivalente Trockengewicht der gleichen Komponenten. Der Ausdruck DMA bezeichnet das Dimethylaminsalz.

Alle Beispiele bildeten klare homogene Konzentrate, welche mindestens bei einer Lagerung über Nacht stabil waren.

Beispiele 1, 2, 3 und 4 wurden einem beschleunigten Alterungstest unterzogen, bei einem Temperaturbereich von -10ºC bis 54ºC und waren für bis zu 12 Monate stabil.

Beispiel 14

Die Zusammensetzung von Beispiel 11 wurde sprühgetrocknet, um ein feines Pulver herzustellen. Das Pulver konnte leicht in Wasser wieder aufgelöst werden, um die Zusammensetzung wieder herzustellen.

Die Zusammensetzung von Beispiel 3 wurde durch Sprühen auf eine Reihe von Unkrautarten in Gewächshausversuchen aufgebracht.

Die in dem Test verwendeten Testarten waren:

a. 2,4-D-empfindliche Unkräuter (nicht durch Fluroxypyr bekämpft). Papaver rhoeas (Mohnblume) und Chenopodium album (weißer Gänsefuß).

b. Fluroxypyr-empfindliche Unkräuter (nicht durch 2,4-D bekämpft). Galium aparine (Klebkraut).

c. Beständig gegenüber beiden Bestandteilen. Anthemis cotula (stinkende Hundskamille).

d. Feldfrüchte: Weizen cv. Avalon-Gerste cv lgri

Die Pflanzen wurden unter Gewächshausbedingungen gezogen, wobei sowohl die Kultivierungs- als auch die Testtemperaturen mindestens 12ºC, maximal 20ºC betrugen. Die Samen wurden anfänglich in Schalen eines Torfkompost gesät und in 7 · 7 · 8 cm Töpfe des gleichen Torfkomposts verpflanzt (im Keimblattstadium bis zum Einblattwachstumsstadium). Es gab eine Pflanze pro Topf und fünf replizierende Töpfe pro Behandlung, die Behandlungswachstumsstadien waren:

Galium aparine 2 Blattquirl

Anthemis cotula 7-8 Blätter

Papaver rhoeas 6-8 Blätter

Chenopodium album 4 Blätter

Weizen und Gerste 1-1¹/&sub2; Blätter

Die Formulierung von Beispiel 3 wurde bis zur erforderlichen Dosis unter Verwendung von Leitungswasser aufbereitet und durch Sprühen unter Verwendung eines Aufbringvolumens von 200 l/ha aufgebracht.

Nach der Behandlung und nachdem alle Blätter getrocknet waren, wurden alle Pflanzen im Gewächshaus zufallsverteilt angeordnet. Die Töpfe wurden durch Untertopfbewässerung bewässert.

Die Pflanzen wurden durch visuellen Vergleich von behandelten Pflanzen mit nicht behandelten Pflanzen beurteilt. Die Differenz wurde als mittlere visuelle % Bekämpfung ausgedrückt. Die Pflanzen wurden auch durch Abschneiden am Grundniveau und Wiegen des Blattwerks geerntet. Die Resultate wurden als mittleres Frischgewicht in Gramm oder als mittlere % Reduktion in Frischgewicht ausgedrückt. Die Nutzpflanzen wurden durch Messen der Nutzpflanzenhöhe in cm beurteilt.

Die Ergebnisse wurden einer statistischen Bewertung durch eine Mehrbereichsanalyse (multiple range analysis) unterzogen.

Die kombinierte Formulierung war mindestens so wirksam wie die Anwendung der zwei Komponenten getrennt.

Vergleichsbeispiele

Verschiedene andere Formulierungen wurden unter Verwendung anderer Herbizidester hergestellt.

Auch wenn einige der Zusammensetzungen der Vergleichsbeispiele 1 bis 5 durch Erwärmen auf 60ºC formuliert werden konnten, um klare Lösungen herzustellen, war keine bei einer Lagerung über Nacht stabil. Typischerweise kristallisieren die Zusammensetzungen, sedimentieren oder die Phasen trennen sich bei Raumtemperatur.

Die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung sind insbesondere für die Behandlung von breitblättrigen Unkräutern, z. B. Brassica-Arten, Kochia- Arten, Boreava-Arten, Cirsium-Arten, Matricaria, Salsola (Salzkraut), Stellaria (Sternmiere) und Polygonum in verschiedenen Nutzpflanzen, insbesondere Getreidenutzpflanzen, z. B. Frühjahrs- und Winterweizen, Frühjahrs- und Wintergerste und Roggen geeignet.

Die Formulierungen der vorliegenden Erfindung verringern die Menge an oder eliminieren organische Lösungsmittel, die im Hinblick auf die Umwelt unerwünscht sind.


Anspruch[de]

1. Herbizidzusammensetzung, welche ein stabiles, homogenes wäßriges Lösungskonzentrat ist, umfassend ein Herbizidsalz und ein wasserunlösliches Herbizid, worin das Herbizidsalz ein Natrium-, Kalium-, Ammonium-, Dimethylamin-, Diethylamin-, Triethylamin-, Monoethanolamin-, Diethanolamin- oder Triethanolaminsalz von

3,6-Dichlor-2-methoxybenzoesäure (Dicamba);

2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D);

2-Methyl-4-chlorphenoxyessigsäure (MCPA)

2-(2-Methyl-4-chlorphenoxy)propionsäure (CMPP);

2-(2,4-Dichlorphenoxy)propionsäure (2,4-DP);

4-(2-Methyl-4-chlorphenoxy)butansäure (MCPB);

4-(2,4-Dichlorphenoxy)butansäure (2,4-DB), oder

((3,5,6-Trichlor-2-pyridinyl)oxy)essigsäure (Trichlopyr)

ist und worin das wasserunlösliche Herbizid ein Ester von Fluroxypyr oder Triclopyr ist, der bei 25ºC eine Flüssigkeit ist.

2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, worin das wasserunlösliche Herbizid ein Ester von Fluroxypyr oder Triclopyr mit einem C&sub6;-C&sub1;&sub2;- Alkanol oder einem C&sub6;-C&sub1;&sub2;-Alkoxyalkanol oder ein 1-(1-(1-Butoxy-2- propoxy)-2-propoxy)-2-propylester ist.

3. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin das wasserunlösliche Herbizid ein Ester von Fluroxypyr ist.

4. Zusammensetzung nach Anspruch 3, worin das wasserunlösliche Herbizid ein 1-Butoxy-2-propyl-, 1-Butoxy-2-butyl-, 1-(1-Methoxy-2- propoxy)-2-propyl-, 1-(1-Butoxy-2-propoxy)-2-propyl-, 1-(1-(1- Methoxy-2-propoxy)-2-propoxy)-2-propyl-, 1-(1-(1-Butoxy-2- propoxy)-2-propoxy)-2-propyl- oder 2-Ethylhexylester ist.

5. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin das Herbizidsalz 2,4-D oder MCPA ist und das wasserunlösliche Herbizid Triclopyr ist.

6. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin das Herbizidsalz das Dimethylamin-, Triethylamin-, Kalium- oder Monoethanolaminsalz ist.

7. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin der Anteil des Herbizidsalzes von 1 bis 99 Gew.-% der Zusammensetzung beträgt.

8. Zusammensetzung nach Anspruch 5, worin der Anteil des Herbizidsalzes von 15 bis 80 Gew.-% der Zusammensetzung beträgt.

9. Zusammensetzung nach Anspruch 5, worin der Anteil des Herbizidsalzes von 40 bis 70 Gew.-% der Zusammensetzung beträgt.

10. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin der Anteil des wasserunlöslichen Herbizids von 1 bis 50 Gew.-% der Zusammensetzung beträgt.

1l. Zusammensetzung nach Anspruch 8, worin der Anteil des wasserunlöslichen Herbizids von 2,5 bis 40 Gew.-% der Zusammensetzung beträgt.

12. Zusammensetzung nach Anspruch 9, worin der Anteil des wasserunlöslichen Herbizids von 5 bis 30 Gew.-% der Zusammensetzung beträgt.

13. Trockene Herbizidformulierung, die durch Sprühtrocknen einer Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche erhalten wird.

14. Formulierung nach Anspruch 13, worin das Herbizidsalz ein Kaliumsalz ist.

15. Sprühbare Herbizidzusammensetzung, die durch Verdünnen einer Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 12 oder durch Auflösen einer Zusammensetzung nach Anspruch 13 oder 14 in Wasser hergestellt ist.

16. Verfahren zur Bekämpfung oder Verhinderung des Wachstums von Unkraut, welches Verfahren das Auftragen einer Zusammensetzung nach Anspruch 15 auf den Ort des Unkrauts umfaßt.







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