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Dokumentenidentifikation DE19821262A1 18.11.1999
Titel Poliermaschine und Drahtträger
Anmelder Bracht, Lothar, 42349 Wuppertal, DE
Erfinder Bracht, Lothar, 42349 Wuppertal, DE
DE-Anmeldedatum 12.05.1998
DE-Aktenzeichen 19821262
Offenlegungstag 18.11.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.11.1999
IPC-Hauptklasse B24B 29/02
IPC-Nebenklasse B21C 3/18   
Zusammenfassung Gezeigt ist eine Poliermaschine (2) für Ziehsteine (1), eine sogenannte Drahtpoliermaschine (2) mit einem Gehäuse (3), mit einer drehangetriebenen Spindel (4) mit einer Spannvorrichtung für den Ziehstein und mit einem an der Poliermaschine (2) geführten Drahtträger (5) mit zwei Drahtspannern (6, 7), die den Draht (8) jedenfalls in einer Betriebsart etwa auf der Ziehsteinachse (10) in einer Hin- und Herbewegung durch den Ziehstein (1) bewegen, wobei einer der Drahtspanner (7) gegen die Kraft eines Kraftspeichers (11) am Drahtspeicher (5) nachgiebig abgestützt ist, wobei die Massenträgheit des nachgiebig abgestützten Drahtspanners (7) und/oder der damit verbundenen Teile bei der Hin- und Herbewegung des Drahtträgers (5) am Kraftspeicher (11) vorbeigelenkt wird. Auch wenn es gelingt, die Massenträgheit eines Drahtspanners zur Bedeutungslosigkeit zu reduziereen, so daß es einer Kompensation nicht bedarf, wird der gefederte Drahtspanner (17) unten angeordnet. Nach der Erfindung ausgerüstete Drahtträger (5) können auch nachgerüstet werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Poliermaschine für Ziehsteine, eine sogenannte Drahtpoliermaschine und einen Drahtträger dafür.

Derartige Drahtpoliermaschinen sind weit verbreitet. Ihr Arbeitsprinzip besteht darin, daß der Ziehstein ortsfest ist und um die Achse seiner Durchtrittsöffnung rotiert, während ein Drahtstück an seinen beiden Enden an einem, schematisch gesehen U-förmigen Drahtträger befestigt ist, der eine Hubbewegung von einigen zig Millimetern ausführt und an dessen freien Enden Drahtspanner für den Polierdraht vorgesehen sind.

Die Drahtspanner bewegen den Draht jedenfalls in einer Betriebsart etwa auf der Ziehsteinachse in einer Hin- und Herbewegung durch den Ziehstein. Der Drahtträger ist an der Poliermaschine geführt und wird normalerweise von einem Kurbeltrieb in Bewegung gesetzt. Die bekannten Poliermaschinen umfassen weiterhin eine drehangetriebene Spindel mit einer Spannvorrichtung für den Ziehstein. Je dünner der Polierdraht ist, umso wichtiger ist es, daß er während des gesamten Arbeitsprozesses zuverlässig gespannt ist, da er sonst abreißt. Deshalb ist es bekannt, einen der Drahtspanner gegen die Kraft eines Kraftspeichers am Drahtträger nachgiebig abzustützen. Federnd abgestützte Drahtspanner können bei dünnen Drähten relevante Massenträgheitskräfte auf den Draht ausüben und zum Zerreißen des Drahtes führen.

Der am weitesten verbreitete Typ von Drahtpoliermaschinen arbeitet mit einer vertikalen Ziehstein- bzw. Polierdrahtachse. Der Ziehstein wird dort mit seiner Eingangsöffnung nach oben eingelegt, weil das zur Bearbeitung erforderliche Diamantpulver dann von oben eingefüllt werden kann und durch den "Trichter" im Ziehhol in den Ziehstein hineingezogen wird. Insofern bedeutet im weiteren "oben" die Seite von der normalerweise das Diamantpulver in den in der Maschine eingespannten Ziehstein eingebracht wird, auch wenn es sich um eine etwas seltener anzutreffende Drahtpoliermaschine in horizontaler Bauweise handelt, bei der diese Öffnung dann seitlich angeordnet ist.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Poliermaschine für "kleine" Ziehsteine, also solche mit einem kleinen Ziehhol zu schaffen, die eine enge Begrenzung der Spannkräfte im Polierdraht erlaubt.

Die Lösungen dieser Aufgabe sind in den Ansprüchen 1, 12 und 13 wiedergegeben. Die Lösung nach Anspruch 1 geht bei den eingangs genannten Drahtpoliermaschinen von Drahtspannern mit relevanten Massenträgheiten aus, deren Einfluß auf die Drahtspannung durch die Erfindung vermieden oder unbedeutend gemacht wird. Auch wird eine gewisse Überlastsicherung erreicht, dadurch daß der Kraftspeicher, vorzugsweise eine Feder, dann, wenn Diamantpulver zwischen Ziehstein und Draht ein Durchziehen des Drahtes verhindert, erkennbar nachgibt oder bei zu hoher Spannung des Drahtes von Hand ein sichtbares Signal gibt, daß die von Hand aufgebrachte Kraft beim Einspannen des Drahtes zu hoch gewählt wurde.

Mit der Überlastung des Polierdrahtes kann auch ein elektrisches Signal verbunden werden, das die Drahtpoliermaschine automatisch abschaltet. Insbesondere bei Drahtpoliermaschinen mit langsamem Anlauf des Drahtträgers kann so ein Drahtabriß wirksam unterbunden werden.

Normalerweise erhält der Polierdraht in den Drahtspannern auch seine Ausrichtung bezüglich des Ziehsteins. Es ist aber möglich, daß der/die Drahtspanner verlagert sind und Umlenkungen die Funktion der Drahtorientierung übernehmen und dann die unerwünschten Schwingungen ausführen. In diesem Falle sind es die mit den Drahtspannern - jedenfalls funktional - verbundenen Umlenkungen, deren Massenträgheiten es alternativ oder ergänzend auszuschalten oder zu verringern gilt.

In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß dem nachgiebig abgestützten Drahtspanner ein Gegengewicht zugeordnet ist, das die Massenträgheit des Drahtspanners und der damit verbundenen Teile kompensiert. Um diese Kompensation vorzunehmen wird vorgeschlagen, daß der Drahtspanner und das Gegengewicht auf einer am Drahtträger montierten Wippe befestigt sind. Damit ist die Massenträgheit des Drahtspanners und evtl. damit verbundener Teile für die Spannung im Polierdraht ausgeschaltet. Die gewünschte Spannkraft im Polierdraht kann feinfühlig mit einer zusätzlichen Feder, einer Luftfeder, magnetisch oder mit anderen Kraftspeichern aufgebracht werden.

Zur besseren Handhabbarkeit beim Anfassen des Drahtspanners wird mit einem ergänzenden Merkmal vorgeschlagen, daß ein Riegel für die Wippe am Drahtträger vorgesehen ist. Während des Einspannens des Polierdrahtes von Hand wird die Wippe verriegelt, um eine unbeabsichtigte Beschädigung der eigentlichen Spannfeder für den Polierdraht zu vermeiden.

Wenn der Draht an dem gefederten Drahtspanner eingespannt ist, erfolgt die eigentliche Spannung des Polierdrahtes.

Nach einer alternativen Ausführungsform der Erfindung wird vorgeschlagen, daß der Drahtspanner eine drehbare und drehgefederte, vom Draht zu umschlingende Trommel umfaßt. Die Trommel als rotationssymmetrisches und um seine Symmetrieachse drehbar gelagertes Bauteil braucht keine zusätzliche Kompensation von Massenkräften, da die Drahtspanner nur eine Hubbewegung ausführen. Durch die Drehfederung der Trommel wird die gewünschte Nachgiebigkeit bei der Spannung des Polierdrahtes zum einen als automatische oder von Hand durchzuführende Nachjustierung bei Drahtlängung und zum anderen als Voreinstellung erreicht. Die mit der Umschlingung der Trommel erzielte Reibschlüssigkeit reduziert die erforderliche Spannkraft am Ende des Drahtes, so daß eine einfache Festlegung des Drahtendes ausreicht. Zur Festlegung des Polierdrahtes an der Trommel empfiehlt es sich, die Trommel mit einem Riegel oder reibschlüssig so festzulegen, so daß eine Handhabung von Trommel und Draht unproblematisch sind.

Für diese Festlegung des freien Drahtendes soll vorzugsweise stirnseitig an der Trommel eine Klemme vorgesehen werden. Die Klemme kann aus einer einfachen Blattfeder bestehen oder für magnetischen Polierdraht aus einem Magneten.

In einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung kann eine Umlenkung für den Draht um ca. 90° und eine Anordnung des gefederten Drahtspanners technologisch hinter der Umlenkung vorgesehen werden. Damit wird der gefederte Drahtspanner in seiner Beweglichkeit aus der Schwingebene des Drahtträgers geschwenkt und die Spannkraft des Polierdrahtes ist unabhängig von der Massenträgheit des Drahtspanners.

Zur Verbesserung des Komforts bei der Befestigung des Polierdrahtes und der Einstellung seiner Spannung kann nach einem weiterbildenden Merkmal der Erfindung vorgesehen sein, daß dem Kraftspeicher Stellmittel zur Voreinstellung der Kraft zugeordnet sind. Sobald die voreingestellte Spannung im Polierdraht erreicht ist, bewegt sich der vorgespannte Drahtspanner und der Bediener erkennt das Erreichen der vorgegebenen Drahtspannung. Die Kraft, mit der der Draht gespannt wird, wird an einer Anzeige sichtbar gemacht.

Die Polierdrähte, für die die Erfindung im wesentlichen gedacht ist, sind sehr dünn und haben Reißkräfte von wenigen cN (Gramm). Deshalb ist es wünschenswert, den Polierdraht, bzw. seine Enden zunächst ohne die nötige Spannung im Draht von Hand festzulegen und dann über Schieber oder Stellschrauben feinfühlig die Drahtspannung einzustellen. Hierzu wird ergänzend nach der Erfindung vorgeschlagen, daß die Stellmittel am gleichen Drahtspanner wie der Kraftspeicher angeordnet sind.

In alternativer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß die zusätzlichen Stellmittel zur Einstellung der Spannung im Draht am anderen Drahtspanner vorgesehen sind. Diese Mißgestaltung gibt dem Bediener zuverlässig Aufschluß darüber, daß der gesamte Polierdraht unter Spannung steht, sobald die Einfederung am gegenüberliegenden Drahtspanner das gewünschte Maß erreicht.

Abrisse des Polierdrahtes im Feinstdrahtbereich können darauf zurückzuführen sein, daß ein noch nicht durchgezogener Drahtabschnitt, ein sogenannter Knopf schlagartig im Ziehstein eine Spannungserhöhung am Polierdraht verursacht, die zum Drahtabriß führen kann. Ähnliches kann passieren, wenn die Polierpaste nicht in Ordnung ist. Es ergeben sich erhöhte Umform- und Reibwiderstände, die die Spannung im unteren Drahtabschnitt unerwünscht erhöhen. Um hier abzuhelfen, wird in Weiterbildung der Erfindung vorgeschlagen, daß der Kraftspeicher dem unteren Drahtspanner zugeordnet ist. Auch bei einer Blockierung des Drahtes im Ziehstein wird dies an der Einfederung des unteren Drahtspanners erkannt und es kann automatisch oder durch Eingreifen des Bedieners für Abhilfe gesorgt werden. Ein langsamer Anlauf der Hubbewegung des Drahtträgers erlaubt eine rechtzeitige Reaktion.

Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf eine Drahtpoliermaschine für Ziehsteine, mit einem Gehäuse, mit einer drehangetriebenen Spindel mit einer Spannvorrichtung für den Ziehstein und mit einem an der Poliermaschine geführten Drahtträger mit zwei Drahtspannern, die den Draht jedenfalls in einer Betriebsart etwa auf der Ziehsteinachse in einer Hin- und Herbewegung durch den Ziehstein bewegen, wobei einer der Drahtspanner gegen die Kraft eines Kraftspeichers am Drahtträger nachgiebig abgestützt ist.

Bei diesen Maschinen besteht auch im Durchmesserbereich um 100 µm noch das Problem des Drahtabrisses beim Anfahren des Drahtträgers und bei Blockierung des Drahtes im Ziehstein. Zur Lösung dieses Problems wird vorgeschlagen, den Kraftspeicher dem unteren Drahtspanner zuzuordnen. Die Anordnung des Kraftspeichers am unteren Drahtspanner ohne Kompensation oder Umlenkung von Massenträgheitskräften ist dann ausreichend, wenn keine relevanten Massen bewegt werden. Davon ist auszugehen, wenn (fast) trägheitslos, z. B. mit einem Luftpolster in einem polierdrahtdicken Spalt oder mit Federn von unbedeutender Masse gespannt wird. Da genügt es, wenn die Feder dem unteren Drahtspanner zugeordnet ist, um derartige Drahtabrisse zu verhindern.

Die weiter oben beschriebenen Maßnahmen zur Einstellung der gewünschten Spannung im Polierdraht lassen sich auch an einer Drahtpoliermaschine ohne Massenträgheitskompensation sinnvoll einsetzen.

Die Erfindung kann auch an vorhandenen Drahtpoliermaschinen nachgerüstet werden, wobei sich die notwendigen Änderungen auf den Drahtträger beschränken können.

Die Erfindung wird im einzelnen anhand des in der Zeichnung dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiels erläutert.

Dabei zeigen

Fig. 1 eine schematisch dargestellte Drahtpoliermaschine;

Fig. 2 eine Ansicht entsprechend Pfeil II in Fig. 1;

Fig. 3 eine Ansicht entsprechend Pfeil III in Fig. 1;

Fig. 4 eine Alternativlösung zu Fig. 3;

Fig. 5 eine Seitenansicht von Fig. 4, amerikanisch geklappt;

Fig. 6 eine Ausführungsform eines unteren Drahtspanners mit Umlenkung des Drahtendes.

In Fig. 1 ist eine Drahtpoliermaschine 2 mit einem Gehäuse 3 gezeigt, an der in einem schwenkbaren Arm 9 eine Spindel 4 vorgesehen ist, in der ein Ziehstein 1 mit einer senkrechten Ziehsteinachse 10 auf an sich bekannte Weise zentrisch gespannt ist. Ein Drahtträger 5 umfaßt eine an der Drahtpoliermaschine 2 geführte Stange 77, die bei dem hier beschriebenen Typ von Drahtpoliermaschinen gem. Pfeil 76 in vertikaler Richtung hin und herbewegt wird. An dieser Stange ist ein oberer Drahtspanner 6 und ein unterer Drahtspanner 7 befestigt, zwischen denen ein Polierdraht 8, der durch den Ziehstein 1 geführt ist, gespannt wird. Der untere Drahtspanner 7 ist mit einem Kraftspeicher 11 ausgerüstet, mit dem die Spannung im Polierdraht 8 eingestellt wird. Die Rotationsachse 10 des Ziehsteins 1 ist - stellvertretend für die Ausrichtung der gesamten Drahtpoliermaschine - senkrecht. Am Gehäuse 3 der Drahtpoliermaschine 2 ist ein Tippschalter 75 vorgesehen, mit dem der Hub des Drahtträgers 5 feinfühlig angefahren werden kann, um zu sehen, ob von dem Hub des Drahtträgers 5 eine Überspannung des Polierdrahtes 8 zu erwarten ist.

In Fig. 2 und Fig. 3 sind, herausgelöst aus der Drahtpoliermaschine 2, ein oberer Drahtspanner 26 und ein unterer Drahtspanner 12, mit einem Ziehstein 1 dazwischen, dargestellt, wobei die Stange 77 des Drahtträgers 5 beide starr miteinander verbindet. Beide Drahtspanner 12 und 26 werden zusammen mit der Stange 77 als Drahtträger in einer Hubbewegung entsprechend Pfeil 37 vertikal hin und herbewegt. Der untere Drahtspanner 12 umfaßt eine Konsole 40, die mit einer Klemmschraube 38 an der Stange 77 befestigt ist. Zusätzlich ist im Bereich des unteren Drahtspanners 12 an der Stange 77 eine Skala 42 mit einer Klemmschraube 39 befestigt, an der die Spannkraft im Polierdraht 8 angezeigt wird. An der Konsole 40 ist eine Wippe 14 um eine Achse 41 schwenkbar gelagert. An der Wippe 14 ist stirnseitig eine Rändelschraube 43 vorgesehen, die über eine Spannplatte 44 das untere Ende des Polierdrahtes 8 festlegt. Die Konsole 14 und die Wippe 15 werden durch einen Riegelstift 15 in der gezeigten Position fixiert. Die Wippe 14 ist, was ihre Massenträgheit bezüglich der Hubbewegung des Drahtträgers anbetrifft durch ein Gegengewicht 13 ausgewuchtet. Zusätzlich werden die Wippe 14 und die Konsole 40 durch eine Feder 23 verspannt. Die Feder 23 wird durch ein als Rändelschraube ausgebildetes Stellmittel 24 an diesem unteren Drahtspanner 12 vorgespannt und die eingestellte Spannkraft wird an der Skala 42 abgelesen. Wenn der Polierdraht 8 oben am Drahtspanner 26 und unten am Drahtspanner 12 festgelegt ist, wird der Riegelstift 15 herausgezogen und die sich tatsächlich einstellende Spannkraft des Polierdrahtes 8, wird, wie nachfolgend beschrieben, am oberen Drahtspanner 26 nachjustiert.

Der obere Drahtspanner 26 ist an einer von der Stange 77 des Drahtträgers 5 abkragenden Konsole 22, die mit zwei Klemmschrauben an der Stange 77 befestigt ist, ausgebildet. Er umfaßt eine auf einer Achse 30 schwenkbare Trommel 25, die mit einer einstellbaren Reibbremse 34 an der Konsole 22 festgelegt ist. Der Polierdraht 8 wird über einen Zentrierstift geführt, umschlingt die Trommel 25 mit mehreren Windungen 33 und wird schließlich mit einer Klammer 35 mit seinem Drahtende 36 am stirnseitigen Ende der Trommel 25 festgelegt. Die Trommel mit ihrem Umfang und der Zentrierstift zentrieren den Polierdraht zur Ziehsteinachse 10. Die Trommel selbst ist auf der Achse 30 mit zwei Kugellagern 31, 32 drehbar gelagert. Die Reibbremse 34 ist so ausgelegt, daß die Reibkräfte von Hand durch Drehen an der Trommel leicht überwunden werden können.

Durch Drehen an der Trommel 25 wird die gewünschte Spannkraft in dem Polierdraht 8 so eingestellt, daß die Wippe 14 am unteren Drahtspanner 12 auch bei Herausnahme des Riegelstiftes 15 waagerecht steht (das ist die gezeichnete Stellung) und so die effektive Spannkraft im Polierdraht 8 der Einstellung an 24 entspricht. Bei Überlastung des Polierdrahtes in dem Abschnitt unterhalb des Ziehsteins 1 gibt der als Feder ausgebildete Kraftspeicher 23 nach, die Wippe 14 bewegt sich sichtbar und der im Tippbetrieb (Schalter 75, Fig. 1) bewegte Drahtträger wird sofort stillgesetzt. Die Grund für die Überlast kann beseitigt werden, ohne daß der Polierdraht 8 abgerissen wäre. Bei der in Fig. 2 und Fig. 3 gezeigten Lösung befindet sich der gefederte Drahtspanner unten und der Drahtspanner zum Nachstellen ist oben. Die Federkraft ist (Skala 42) am unteren Drahtspanner voreinstellbar.

Fig. 4 und Fig. 5 zeigen eine alternative Ausführungsform eines unteren, gefederten Drahtspanners 78, der mit der Stange 77 eine hin- und hergehende Bewegung in vertikaler Richtung, wie mit Pfeil 45 angedeutet, ausführt. Die Spannung im Polierdraht 8 wird durch diese Bewegung mit Massenträgheitskräften nicht belastet. Der Drahtspanner 17 besteht aus einer Trommel 78, die an einer Konsole 66 drehbar gelagert ist. Die Konsole 66 ist mit zwei Klemmschrauben an der Stange 77 festgelegt. Die Trommel 78 ist mit der Konsole 66 durch einen Riegel 67 verbunden, der eine Drehbewegung der Trommel 78 verhindert. Zusätzlich wird die Trommel 78 durch eine Schenkelfeder 72 in Drehrichtung vorgespannt. Die Schenkelfeder 72 ist hierzu mit ihrem einen Ende an einer Achse 79 an der Konsole 66 befestigt und greift mit ihrem anderen Schenkel in eine Stirnwand an der Trommel 78 ein. Stirnseitig an der Trommel 78 ist eine Klammer 71 zum Festlegen eines Drahtendes 63 des Polierdrahtes 8 an der Trommel 78 vorgesehen. Die Klammer ist als Blattfeder ausgebildet und mit einem Niet bei 70 an der Trommel 78 befestigt. Im übrigen umschlingt der Draht 8 die Trommel 78 mit mehreren Windungen 68, wodurch die erforderliche Klemmkraft für die Blattfeder 71 minimiert wird. Der Polierdraht 8 wird durch einen Zentrierstift 80 und durch den Umfang der Trommel 78 auf den hier nicht gezeigten Ziehstein zentriert. Die Drehlage der Trommel 78 und somit die Spannkraft im Draht 8 (nach Herausziehen des Riegels 67) ist an einer Skala 69 an der Konsole 66 ablesbar.

Der untere Drahtspanner 78 kann vorteilhaft mit einem oberen Drahtspanner 26, wie zu Fig. 2 beschrieben, zu einem Drahtträger kombiniert werden. Bei einem derart kombinierten Drahtträger wird der Polierdraht 8 in den Ziehstein 1 eingezogen, mit seinem durch den Ziehstein gezogenen Ende durch die Spindel 4 geführt und an dem verriegelnden unteren Drahtspanner 17 festgelegt. Anschließend erfolgt die Festlegung am oberen Drahtspanner 26. Durch Drehen an der oberen Trommel 25 wird der Draht leicht gespannt, dann der Riegel 67 entfernt und durch weiteres Drehen an der Trommel 25 die an der Skala 69 ablesbare Spannkraft eingestellt. Bei Überlast des Drahtabschnittes unterhalb des Ziehsteins gibt die Schenkelfeder 72 nach und signalisiert so, daß die Behinderung des Drahtes 8 im Ziehstein 1 beseitigt werden muß. Leichte Verlängerungen des Drahtes gleicht die Schenkelfeder 72 ohne nennenswerten Verlust an Spannkraft aus.

Eine weitere alternative Ausführungsform eines unteren gefederten Drahtspanners 21 ist in Fig. 6 gezeigt. Dieser Drahtspanner 21 umfaßt eine Konsole 53, die mit Klemmschrauben an der Stange 77 des Drahtspanners 5 (Fig. 1) festgelegt ist. An der Konsole 53 ist ein Drehteil 81 reibschlüssig gehalten und kann mit einer Handhabe 61 unter Überwindung der Reibkraft geschwenkt werden. Mit einem Zeiger 49 an dem Drehteil 81 kann auf einer Skala 62 eine Spannkraft für den Polierdraht 8 voreingestellt werden. An dem Drehteil 81 ist radialabstehend eine Blattfeder 74 vorgesehen, an deren freiem Ende ein Klemmstück 57 mit einer Rändelschraube 51 vorgesehen ist. Das Klemmstück 57 ist in einer Tasche 56 an einer weiteren Konsole in unmittelbarer Nachbarschaft der Konsole 53 geführt und kann in etwa horizontaler Richtung, entsprechend Pfeil 50 bewegt werden. Die Konsole 54 ist mit einer Klemmschraube 55 an der Stange 77 festgelegt. Ein an dem Klemmstück 57 festgelegtes Drahtende 52 ist durch eine Umlenkung 20 horizontal geführt. Im Klemmstück 57 sind zwei Riegellöcher 58, 59 ausgebildet, durch die das Klemmstück 57 an der Konsole 54 mit etwas Spiel vermittels einer Klammer 60 verriegelt wird. In Kombination mit einem oberen Drahtspanner 26, wie in Fig. 2 beschrieben, wird der Draht, wie vorstehend zur Fig. 4 beschrieben, in den Ziehstein eingezogen, letzterer in die Spindel 4 eingespannt, die Drahtenden an den Drahtspannern 21 und 26 festgelegt, der Polierdraht 8 vermittels der Trommel 25 leicht vorgespannt, die Klammer 60 entfernt, und die Spannkraft im Draht so eingestellt, daß das Klemmstück etwa in der gezeichneten Position, die der Verriegelungsstellung entspricht, angeordnet ist. Der Polierdraht 8 hat dann die an der Skala 62 ablesbare Spannkraft. Durch die Umlenkung 20 werden die Massenträgheitskräfte des Klemmstückes 57, der damit verbundenen Rändelschraube 51 und die in Frage kommenden Teile der Feder 74 nicht in den Polierdraht 8 eingeleitet.

Alle beschriebenen oder bildlich dargestellten Merkmale bilden für sich oder in beliebiger sinnvoller Kombination den Gegenstand der Erfindung, auch unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.


Anspruch[de]
  1. 1. Poliermaschine für Ziehsteine (1), sogenannte Drahtpoliermaschine (2), mit einem Gehäuse (3), mit einer drehangetriebenen Spindel (4) mit einer Spannvorrichtung für den Ziehstein und mit einem an der Poliermaschine (2) geführten Drahtträger (5) mit zwei Drahtspannern (6, 7, 12, 17, 21, 26), die den Draht (8) jedenfalls in einer Betriebsart etwa auf der Ziehsteinachse (10) in einer Hin- und Herbewegung durch den Ziehstein (1) bewegen, wobei einer der Drahtspanner (7, 12, 17, 21) gegen die Kraft eines Kraftspeichers (11, 23, 50, 72) am Drahtträger (5) nachgiebig abgestützt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Massenträgheit des nachgiebig abgestützen Drahtspanners (7, 12, 17, 21) und/oder der damit verbundenen Teile bei der Hin- und Herbewegung des Drahtträgers (5) am Kraftspeicher (11, 23, 50, 72) vorbeigelenkt wird.
  2. 2. Poliermaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem nachgiebig abgestützten Drahtspanner (12) ein Gegengewicht (13) zugeordnet ist, das die Massenträgheit des Drahtspanners (12) und der damit verbundenen Teile kompensiert.
  3. 3. Poliermaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Drahtspanner (12) und das Gegengewicht (13) auf einer am Drahtträger montierten Wippe (14) befestigt sind.
  4. 4. Poliermaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Riegel (15) für die Wippe (14) am Drahtträger (12) vorgesehen ist.
  5. 5. Poliermaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Drahtspanner (16) eine drehbare und drehgefederte, vom Draht (8) zu umschlingende Trommel (17) umfaßt
  6. 6. Poliermaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß stirnseitig an der Trommel (17) eine Klemme (18) zur Festlegung des freien Drahtendes (19) vorgesehen ist.
  7. 7. Poliermaschine nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Umlenkung (20) für den Draht (8) um ca. 90° und eine Anordnung des gefederten Drahtspanners (21) technologisch hinter der Umlenkung (20).
  8. 8. Poliermaschine nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem Kraftspeicher (24) Stellmittel (23) zur Voreinstellung der Kraft zugeordnet sind.
  9. 9. Poliermaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß Stellmittel (24) zur Einstellung der Spannung im Draht (8) am gleichen Drahtspanner (12) wie der Kraftspeicher (23) angeordnet sind.
  10. 10. Poliermaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzliche Stellmittel (Trommel 25) zur Einstellung der Spannung im Draht (8) am anderen Drahtspanner (26) vorgesehen sind.
  11. 11. Poliermaschine nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kraftspeicher (23) dem unteren Drahtspanner (12) zugeordnet ist.
  12. 12. Poliermaschine für Ziehsteine (1), sogenannte Drahtpoliermaschine, mit einem Gehäuse (3), mit einer drehangetriebenen Spindel (4) mit einer Spannvorrichtung für den Ziehstein (1) und mit einem an der Poliermaschine (2) geführten Drahtträger (5) mit zwei Drahtspannern (6, 7), die den Draht (8) jedenfalls in einer Arbeitsstellung etwa auf der Ziehsteinachse in einer Hin- und Herbewegung durch den Ziehstein (1) bewegen, wobei einer der Drahtspanner (7) gegen die Kraft eines Kraftspeichers (11) am Drahtträger (7) nachgiebig abgestützt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Kraftspeicher (11) dem unteren Drahtspanner (7) zugeordnet ist.
  13. 13. Poliermaschine nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch Merkmale nach einem der Ansprüche 7 bis 10.
  14. 14. Drahtspanner für eine Drahtpoliermaschine nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche.






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