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Dokumentenidentifikation DE19822984A1 02.12.1999
Titel Hochofengerüst
Anmelder SMS Schloemann-Siemag AG, 40237 Düsseldorf, DE
Erfinder Stamma, Franz, Dipl.-Ing., 44869 Bochum, DE;
Fobbe, Martin, Dipl.-Ing., 44789 Bochum, DE
Vertreter Hemmerich, Müller & Partner, 57072 Siegen
DE-Anmeldedatum 25.05.1998
DE-Aktenzeichen 19822984
Offenlegungstag 02.12.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.12.1999
IPC-Hauptklasse C21B 7/00
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Gerüst für einen Hochofen, bestehend aus einem Gerüstunterteil, einem Gerüstmittelteil sowie einer Übergichtkonstruktion, wobei zumindest das Gerüstunterteil durch vier seitliche Ebenen begrenzt ist. Um bei vergleichbarer Tragfähigkeit eine leichtere und damit wirtschaftlichere Ausführung eines solchen Gerüsts für einen Hochofen zu schaffen, das dennoch eine höhere Sicherheit gegen äußere Einflüsse bietet, die zu Relativbewegungen zwischen Ofenpanzer und Gerüst führen, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß aufeinander zulaufende Stützen in jeder der vier seitlichen Ebenen des Gerüstunterteils am Fundament in einem Fußpunkt zusammenlaufen.
Durch die Anordnung von Kopplungsmitteln zwischen Gerüst und Hochofen werden diese Effekte noch einmal verbessert.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Gerüst zur Aufnahme von Einbauteilen für einen Hochofen, bestehend aus einem mit einem Fundament verbundenen Gerüstunterteil, einem Gerüstmittelteil sowie einer oberhalb der Gicht angeordneten Übergichtkonstruktion, wobei das Gerüst in Fachwerk- und/oder Rahmenbauweise erstellt ist und vier Ebenen aufspannt.

Derartige Gerüste tragen Eigengewichtslasten, Verkehrslasten und Kranlasten und nehmen Einbauteile für den Hochofen, wie beispielsweise die Heißwindringleitung oder Gasabzugsrohre auf. Die Stahlkonstruktion des Gerüsts besteht aus einem Gerüstunterteil, einem Gerüstmittelteil sowie einer oberhalb der Gicht angeordneten Übergichtkonstruktion. Über die Eckstützen des Gerüstunterteils werden die Lasten in das Fundament abgeleitet.

Die Abmessungen des Gerüstunterteils richten sich nach dem Verlauf der Poolrinnen, den Arbeitsbereichen der Stichlochstopf- und Bohrmaschinen, dem Durchmesser der Heißwindringleitung sowie erforderlichen Fahrbereichen.

Durch äußere Einflüsse, wie beispielsweise Windlasten oder Erdbeben, kommt es zu Relativbewegungen zwischen dem Ofenpanzer und dem Gerüst. Infolge Erdbeben können trotz der recht schweren Ausführung des Gerüstes wesentliche Einbauteile, wie beispielsweise die Gasabzugsrohre oder die Heißwindringleitung, abreißen.

Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung daher die Aufgabe zugrunde, bei vergleichbarer Tragfähigkeit eine leichtere und damit wirtschaftlichere Ausführung eines Gerüsts für einen Hochofen vorzuschlagen, das dennoch eine höhere Sicherheit gegen äußere Einflüsse bietet, die zu Relativbewegungen zwischen Ofenpanzer und Gerüst führen.

Diese Aufgabe wird bei einem Gerüst der eingangs erwähnten Art dadurch gelöst, daß aufeinander zulaufende Stützen in jeder der vier Ebenen des Gerüstunterteils am Fundament in einem Fußpunkt zusammenkommen.

Es hat sich gezeigt, daß diese V-förmig aufeinander zulaufenden Stützen zu geringeren Relativbewegungen zwischen Gerüst und Ofenpanzer führen, als dies bei Gerüsten mit herkömmlichen Eckstützen am Gerüstunterteil der Fall ist. Die geringeren Relativbewegungen ermöglichen eine kostengünstigere Konstruktion des Übergangs von den Einbauteilen zum Gerüst. Schließlich erlauben die V-förmig aufeinander zulaufenden Stützen eine wirtschaftlichere Dimensionierung des Gerüsts.

Werden diese Stützen durch horizontale u. diagonale Träger ausgesteift, so steht das Gerüst letztlich auf vier ebenen Dreiecksscheiben, die mit ihren Spitzen auf den Fußpunkten ruhen.

Eine noch leichtere und damit wirtschaftlichere Ausführung des Gerüstes wird möglich, wenn das Gerüstunterteil und/oder das Gerüstmittelteil mit dem Ofenpanzer konstruktiv verbunden ist. Der Ofenpanzer übernimmt in diesem Fall auch auf das Gerüst wirkende Horizontallasten. Die Verbindung kann beispielsweise zwischen dem Gerüstmittelteil und dem Ofenpanzer unterhalb der Gichtbühne erfolgen. Durch diese Maßnahme wird die Relativverschiebung zwischen dem Gerüst und dem Ofenpanzer nochmals verringert. Hieraus resultiert eine wesentlich verbesserte Sicherheit im Erdbebenfall.

Um insbesondere im Erdbebenfall eine gleichmäßige Lasteinleitung von dem Gerüst in den Ofenpanzer zu gewährleisten, werden in vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung Kopplungsmittel gleichmäßig über den Umfang des Ofenpanzers in einer horizontalen Ebene liegend vorgesehen.

Die Kopplung zwischen Gerüst und Ofenpanzer ist jedoch nicht nur für erdbebengefährdete Gebiete von Interesse, da sie eine insgesamt geringere Dimensionierung des Gerüstes und damit eine wirtschaftlichere Auslegung ermöglicht.

Um die Gefahr eines Abreißens der Heißwindringleitung von dem Ofen weiter zu verringern, wird in einer Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen, eines oder mehrere der Einbauteile für den Hochofen, insbesondere die Heißwindringleitung, mit dem Gerüst zu verbinden.

Aufgrund der Erkenntnis, daß sich eine Heißwindringleitung im Erdbebenfall wie ein Pendel verhält, kann vorgesehen sein, daß die Heißwindringleitung an Zugstangen im Gerüst aufgehängt ist und horizontal im Gerüst durch Kopplungsmittel gehalten wird.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles des näheren erläutert:

Es zeigen

Fig. 1 Eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Gerüstes für einen Hochofen sowie

Fig. 2 Einen Schnitt längs der Linie A-A nach Fig. 1.

Das insgesamt mit 1 bezeichnete Gerüst besteht aus einem sich zwischen einem Fundament 2 und einer Bühne 3 erstreckenden Gerüstunterteil 4, einem sich daran anschließenden Gerüstmittelteil 5, das durch eine Gichtbühne 6 nach oben begrenzt wird. Oberhalb der Gichtbühne 6 befindet sich eine Übergichtkonstruktion 7, die das Gerüst 1 nach oben abschließt.

Wie insbesondere aus Fig. 2 ersichtlich, wird das Gerüstmittelteil, jedoch auch das Unterteil und die Übergichtkonstruktion allseitig durch vier Ebenen begrenzt, von denen in der Seitenansicht in Fig. 1 eine zu erkennen ist. Das als Fachwerk ausgeführte Gerüstunterteil 4 wird seitlich durch aufeinander zulaufende Stützen 8a, b begrenzt, die in einem Fußpunkt 9 am Fundament 2 zusammenlaufen. Zwischen den seitlichen Stützen 8a, b befinden sich Füllträger 11, die das Fachwerk versteifen.

Umgeben von dem Gerüst 1 ist der strichpunktiert angedeutete Hochofen 12 einschließlich seiner Heißwindringleitung 13.

Im Gerüstmittelteil auf Höhe der Linie A-A ist der Hochofen 12 über Kopplungselemente 15 mit dem Gerüstmittelteil 5 verbunden. Wie aus Fig. 2 ersichtlich, sind über den Umfang des Ofenpanzers 14 insgesamt 8 solcher Kopplungselemente 15 in einer horizontalen Ebene angeordnet. Sie werden gerüstseitig von einem achteckigen Rahmen 16 mit Aufnahmen 17 gehalten. Der Rahmen 16 wiederum stützt sich über ein horizontales Fachwerk 18 an Außenstützen 19 des Gerüstmittelteils 5 ab.

Die jeweils in einer Ebene in dem gemeinsamen Fußpunkt 9 zusammengeführten Stützen 8a, b sowie die konstruktive Verbindung des Ofenpanzers 14 mit dem Gerüstmittelteil 5 ermöglichen gegenüber herkömmlichen Gerüsten bei gleicher Tragfähigkeit eine wirtschaftlichere Ausführung der Stahlkonstruktion des Gerüstes, insbesondere durch Gewichtsersparnis. Gleichzeitig werden Horizontalverschiebungen zwischen Gerüst und Hochofen wirksam reduziert. Hierdurch gestalten sich die Übergänge, beispielsweise von der Heißwindringleitung 13 zum Ofen 12 konstruktiv einfacher. Außerdem ist die Gefahr eines Abreißens von Einbauteilen, beispielsweise durch Erdbeben, erheblich verringert. Bezugszeichenliste 1Gerüst

2Fundament

31. Bühne

4Gerüstunterteil

5Gerüstmittelteil

6Gichtbühne

7Übergichtkonstruktion

8a, bStützen

9Fußpunkt

10-

11Füllträger

12Hochofen

13Heißwindringleitung

14Ofenpanzer

15Kopplungselemente

16Rahmen

17Aufnahmen

18Horizontales Fachwerk

19Außenstützen


Anspruch[de]
  1. 1. Gerüst (1) zur Aufnahme von Einbauteilen für einen Hochofen (12) bestehend aus einem mit einem Fundament (2) verbundenen Gerüstunterteil (4), einem Gerüstmittelteil (5) sowie einer oberhalb der Gicht angeordneten Übergichtkonstruktion (7), wobei das Gerüst (1) in Fachwerk- und/oder Rahmenbauweise erstellt ist und vier Ebenen aufspannt, dadurch gekennzeichnet, daß aufeinander zulaufende Stützen (8a, b) in jeder der vier Ebenen des Gerüstunterteils (4) am Fundament (2) in einem Fußpunkt (9) zusammenkommen.
  2. 2. Gerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die aufeinander zulaufenden Stützen (8a, b) jede der vier Ebenen des Gerüstunterteils (4) seitlich begrenzen.
  3. 3. Gerüst nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Stützen (8a, b) Aussteifungen (11) angeordnet sind.
  4. 4. Gerüst nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gerüstunterteil (4) und/oder das Gerüstmittelteil (5) mit dem Ofenpanzer (14) verbunden ist.
  5. 5. Gerüst nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Gerüstunterteil (4) und/oder das Gerüstmittelteil (5) in mindestens einer horizontalen Ebene über mehrere Kopplungsmittel (15) mit dem Ofenpanzer (14) verbunden ist.
  6. 6. Gerüst nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Kopplungsmittel (15) einstellbar ist.
  7. 7. Gerüst nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß in jeder horizontalen Ebene Kopplungsmittel (15) vorgesehen sind.
  8. 8. Gerüst nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß eines oder mehrere der Einbauteile für den Hochofen (12), insbesondere die Heißwindringleitung (13), mit dem Ofenpanzer (14) verbunden sind.
  9. 9. Gerüst nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Heißwindringleitung (13) an Zugstangen am Gerüst (1) aufgehängt ist und horizontal im Gerüst gehalten wird.






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