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Dokumentenidentifikation DE19823397A1 02.12.1999
Titel Verwendung von Spinosynen zum Einsatz als Bodeninsektizide
Anmelder Bayer AG, 51373 Leverkusen, DE;
Dow AgroSciences LLC, Indianapolis, Ind., US
Erfinder Andersch, Wolfram, Dr., 51469 Bergisch Gladbach, DE
Vertreter Krieg, R., Dipl.-Biol. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 51377 Leverkusen
DE-Anmeldedatum 26.05.1998
DE-Aktenzeichen 19823397
Offenlegungstag 02.12.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.12.1999
IPC-Hauptklasse A01N 43/22
IPC-Nebenklasse A01N 35/02   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Spinosynen zur Beizung von Saatgut bzw. Pflanzengut.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Spinosynen zur Bodenbehandlung, insbesondere zur Beizung von Saatgut bzw. Pflanzengut, sowie zum Angießen und bei der Bewässerung von Pflanzen.

Es ist bekannt, daß man Spinosyne zur Bekämpfung von Insekten verwenden kann (WO 97/00 265, WO 93/09 126, WO 94/20 518, US 5 362 634).

Es wurde nun gefunden, daß Spinosyne systemische Eigenschaften besitzen und zur Beizung von Saatgut bzw. Pflanzengut verwendet werden können. Die systemischen Eigenschaften ermöglichen auch eine Anwendung der Spinosyne über den Boden bzw. die Bewässerung von Pflanzen.

Bei den Spinosynen handelt es sich um bekannte Verbindungen. Das in US 5 362 634 beschriebene Fermentationsprodukt (A 83543) besteht aus verschiedenen Verbindungen, die als Spinosyn A, B, C, usw. bezeichnet werden (vgl. WO 97/00265, WO 93/09126 und WO 94/20518). Die Spinosyne können durch die folgenden Formeln (I) bzw. (II) wiedergegeben werden.

















und







Es sind auch semisynthetische Spinosyne der Formel (Ia)





bekannt geworden (WO 97/00 265), worin

A und B jeweils für eine Einfachbindung, eine Doppelbindung oder eine Epoxideinheit stehen,





R1 für Wasserstoff oder Methyl steht,

R2, R3 und R4 unabhängig voneinander für C1-C4-Alkyl, C1-C4-Halogenalkyl, C1- C4-Alkylcarbonyl oder geschütztes Hydroxyl stehen,

R5 für Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, C1-C4-Alkylamino oder für Alkylhydroxylamino der Formel





steht, worin

R10 und R11 unabhängig voneinander für Wasserstoff, C1-C4-Alkyl oder C1-C5-Alkylcarbonyl stehen,

R6 für Wasserstoff oder Methyl steht,

R7, R8 und R8' unabhängig voneinander für C1-C4-Alkyl, C1-C4-Halogenalkyl oder C1-C4-Alkylcarbonyl oder für geschütztes Amino stehen und

R9 für Methyl oder Ethyl steht.

Die Bezeichnung "Spinosyn", wie sie hierin verwendet wird, umfaßt die Verbindungen, die in WO 97/00265 offenbart sind.

Für die erfindungsgemäße Verwendung können einzelne Spinosyne, aber auch Mischungen der genannten Spinosyne der Formeln (I), (Ia) und (II) eingesetzt werden.

Bevorzugt werden Mischungen mit mindestens einem Spinosyn der Formel (I) oder (II) verwendet.

Bevorzugt werden Mischungen verwendet, in denen ein Gemisch aus Spinosyn A und Spinosyn D vorliegt, wobei das Verhältnis von Spinosyn A zu Spinosyn D im allgemeinen zwischen etwa 80 : 20 und etwa 98 : 2 liegt, wobei ein Wert von etwa 85 : 15 bevorzugt ist. Besonders bevorzugt wird Spinosad (siehe z. B. DowElanco trade magazin Down to Earth, Vol. 52, No. 1, 1997 und die darin zitierte Literatur) verwendet, worin im wesentlichen ein Gemisch von Spinosyn A und Spinosyn D im Verhältnis von etwa 85 : 15 vorliegt.

Insbesondere wird das aus US 5 362 634 bekannte Fermentationsprodukt A 83543 verwendet, das etwa 85 bis 90% Spinosyn A, etwa 10 bis 15% Spinosyn D und kleinere Mengen der Spinosyne B, C, E, F, G, H und J enthält.

Es können auch die dort beschriebenen Säureadditionssalze verwendet werden.

Erfindungsgemäß werden vorzugsweise folgende Saatgut- bzw. Pflanzgutarten gebeizt:

Mais, Getreide (wie z. B. Weizen, Gerste, Hafer, Roggen), Reis, Kartoffelpflanzgut, Baumwolle, Raps, Sonnenblume, Rüben (wie z. B. die Zuckerrübe), Gemüsesaatgut (wie z. B. Zwiebel, Kohl, Tomate).

Folgende allgemeine Beizverfahren kommen zur Durchführung der erfindungsgemäßen Saatgut- bzw. Pflanzgutbeizung vorzugsweise in Frage:

Trockenbeizen (vorzugsweise unter Zusatz von Haftvermittlern wie z. B. Paraffinöl oder Talkum) und gegebenenfalls Farbstoffen,

Schlämmbeizen (vorzugsweise unter Zusatz von Netzmitteln, Dispergiermitteln, Emulgatoren, Klebern, inerten Füllstoffen und Farbstoffen),

Wäßrige Flüssigbeizen (vorzugsweise unter Zusatz von Emulgatoren, Dispergiermitteln, Verdickungsmitteln, Frostschutzmitteln, Polymeren, Klebern und Farbstoffen),

Lösungsmittelhaltige Flüssigbeizen (unter Zusatz von Lösungsmitteln und Farbstoffen),

Emulsionsbeizen (unter Zusatz von Emulgatoren, Lösungsmitteln und Farbstoffen).

Die Spinosyn-Beizformulierungen enthalten vorzugsweise 10 bis 80 Gew.-% Gesamtwirkstoffanteil.

Pro 100 kg Saatgut bzw. Pflanzengut werden vorzugsweise 1,0 bis 300 g Wirkstoff in Form einer Beize aufgebracht.

Das erfindungsgemäße Beizverfahren wird in üblichen Beizgeräten bzw. Trommelmischern, wie sie z. B. in der Bauindustrie üblich sind, durchgeführt.

Hierbei werden Saatgut (bzw. Pflanzgut) und Saatgut-Beizformulierung (bzw. Pflanzgut-Beizformulierung) in einem praxisüblichen Beizgerät innig vermischt.

Nach dem Beizen des Saatgutes (bzw. Pflanzengutes) wird im Falle der Naßbeizen im ausreichenden Maße getrocknet, anschließend das so erhaltene gebeizte Saatgut (bzw. Pflanzengut) portionsweise abgefüllt.

Beim Ausbringen des erfindungsgemäß gebeizten Saatgutes bzw. Pflanzengutes werden im allgemeinen 1 bis 5000 kg gebeiztes Saatgut (bzw. Pflanzengut) pro Hektar Anbaufläche, vorzugsweise 100 bis 300 kg Saatgut (bzw. Pflanzengut) pro Hektar Anbaufläche, aufgewendet.

Überraschenderweise wurde gefunden, daß die Spinosyne systemische Eigenschaften besitzen und über den Boden ausgebracht eine sehr gute Wirkung gegen die weiter unten genannten tierischen Schädlinge aufweisen.

Hier wird vorteilhaft Granulat, welches den oder die Wirkstoffe enthält in oder auf den Boden ausgebracht. In Frage kommen beispielsweise broadcast-, Band-, Furchen- und Pflanzlochapplikation. Unter broadcast-applikation versteht man das oberflächige Ausbringen des Wirkstoffs über die gesamte zu behandelnde Fläche mit einer anschließenden mechanischen Einarbeitung in den Boden.

Besonders vorteilhaft ist es, die Spinosyne oder ihre Salze in Wasser zu emulgieren oder zu lösen und dieses zur Bewässerung der Pflanzen zu verwenden.

In Frage kommen beispielsweise Spritzungen auf den Boden, Drenching, d. h. das Angießen der Pflanzen mit wirkstoffhaltigen Lösungen und Tröpfchenbewässerung (Drip-Irrigation).

Die Spinosyne können auch über den Stamm appliziert werden, beispielsweise durch eine Stamminjektion.

Die erfindungsgerüäßen Saatgutbeizen eignen sich zur Bekämpfung von tierischen Schädlingen, vorzugsweise Arthropoden und Nematoden, insbesondere Insekten und Spinnentieren, die in der Landwirtschaft und in Forsten vorkommen. Sie sind gegen normal sensible und resistente Arten sowie gegen alle oder einzelne Entwicklungsstadien wirksam. Zu den oben erwähnten Schädlingen gehören:

Aus der Ordnung der Isopoda z. B. Oniscus asellus, Armadillidium vulgare, Porcellio scaber.

Aus der Ordnung der Diplopoda z. B. Blaniulus guttulatus.

Aus der Ordnung der Chilopoda z. B. Geophilus carpophagus, Scutigera spec.

Aus der Ordnung der Symphyla z. B. Scutigerella immaculata.

Aus der Ordnung der Thysanura z. B. Lepisma saccharina.

Aus der Ordnung der Collembola z. B. Onychiurus armatus.

Aus der Ordnung der Orthoptera z. B. Blatta orientalis, Periplaneta americana, Leucophaea maderae, Blattella germanica, Acheta domesticus, Gryllotalpa spp., Locusta migratoria migratorioides, Melanoplus differentialis, Schistocerca gregaria.

Aus der Ordnung der Dermaptera z. B. Forficula auricularia.

Aus der Ordnung der Isoptera z. B. Reticulitermes spp..

Aus der Ordnung der Anoplura z. B. Phylloxera vastatrix, Pemphigus spp., Pediculus humanus corporis, Haematopinus spp., Linognathus spp..

Aus der Ordnung der Mallophaga z. B. Trichodectes spp., Damalinea spp.

Aus der Ordnung der Thysanoptera z. B. Frankliniella occidentalis, Hercinothrips femoralis, Thrips palmi, Thrips tabaci.

Aus der Ordnung der Heteroptera z. B. Eurygaster spp., Dysdercus intermedius, Piesma quadrata, Cimex lectularius, Rhodnius prolixus, Triatoma spp.

Aus der Ordnung der Homoptera z. B. Aleurodes brassicae, Bemisia tabaci, Trialeurodes vaporariorum, Aphis gossypü, Brevicoryne brassicae, Cryptomyzus ribis, Aphis fabae, Doralis poini, Eriosoma lanigerum, Hyalopterus arundinis, Macrosiphum avenae, Myzus spp., Phorodon humuli, Rhopalosiphum padi, Empoasca spp., Euscelis bilobatus, Nephotettix cincticeps, Lecanium corni, Saissetia oleae, Laodelphax striatellus, Nilaparvata lugens, Aonidiella aurantü, Aspidiotus hederae, Pseudococcus spp., Psylla spp.

Aus der Ordnung der Lepidoptera z. B. Pectinophora gossypiella, Bupalus piniarius, Cheimatobia brumata, Lithocolletis blancardella, Hyponomeuta padella, Plutella maculipennis, Malacosoma neustria, Euproctis chrysorrhoea, Lymantria spp.

Bucculatrix thurberiella, Phyllocnistis citrella, Agrotis spp., Euxoa spp., Feltia spp., Earias insulana, Heliothis spp., Spodoptera exigua, Mamestra brassicae, Panolis flammea, Prodenia litura, Spodoptera spp., Trichoplusia ni, Carpocapsa pomonella, Pieris spp., Chilo spp., Pyrausta nubilalis, Ephestia kuehniella, Galleria mellonella, Tineola bisselliella, Tinea pellionella, Hofmannophila pseudospretella, Cacoecia podana, Capua reticulana, Choristoneura fumiferana, Clysia ambiguella, Homona magnanima, Tortrix viridana.

Aus der Ordnung der Coleoptera z. B. Anobium punctatum, Rhizopertha dominica, Acanthoscelides obtectus, Acanthoscelides obtectus, Hylotrupes bajulus, Agelastica alni, Leptinotarsa decemlineata, Phaedon cochleariae, Diabrotica spp., Psylliodes chrysocephala, Epilachna varivestis, Atomaria spp., Oryzaephilus surinamensis, Antho nomus spp., Sitophilus spp., Otiorrhynchus sulcatus, Cosmopolites sordidus, Ceuthorrhynchus assimilis, Hypera postica, Dermestes spp., Trogoderma spp., Anthrenus spp., Attagenus spp., Lyctus spp., Meligethes aeneus, Ptinus spp., Niptus hololeucus, Gibbium psylloides, Tribolium spp., Tenebrio molitor, Agriotes spp., Conoderus spp., Melolontha melolontha, Amphimallon solstitialis, Costelytra zealandica.

Aus der Ordnung der Hymenoptera z. B. Diprion spp., Hoplocampa spp., Lasius spp., Monomorium pharaonis, Vespa spp.

Aus der Ordnung der Diptera z. B. Aedes spp., Anopheles spp., Culex spp., Drosophila melanogaster, Musca spp., Fannia spp., Calliphora erythrocephala, Lucilia spp., Chrysomyia spp., Cuterebra spp., Gastrophilus spp., Hyppobosca spp., Liriomyza spp., Stomoxys spp., Oestrus spp., Hypoderma spp., Tabanus spp., Tannia spp., Bibio hortulanus, Oscinella frit, Phorbia spp., Pegomyia hyoscyami, Ceratitis capitata, Dacus oleae, Tipula paludosa.

Aus der Ordnung der Siphonaptera z. B. Xenopsylla cheopis, Ceratophyllus spp..

Aus der Ordnung der Arachnida z. B. Scorpio maurus, Latrodectus mactans.

Aus der Ordnung der Acarina z. B. Acarus siro, Argas spp., Ornithodoros spp., Dermanyssus gallinae, Eriophyes ribis, Phyllocoptruta oleivora, Boophilus spp., Rhipicephalus spp., Amblyomma spp., Hyalomma spp., Ixodes spp., Psoroptes spp., Chorioptes spp., Sarcoptes spp., Tarsonemus spp., Bryobia praetiosa, Panonychus spp., Tetranychus spp..

Bei der Bodenanwendung zeichnen sich die Spinosyne durch eine hohe insektizide Wirksamkeit gegenüber den genannten Schädlingen aus.

Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Beize sind vorzugsweise Insekten folgender Ordnungen bekämpfbar:

Bodeninsekten: Diptera (z. B. Fritfliege, Brachfliege), Coleoptera (z. B. Diabrotica, Drahtwurm), Lepidoptera (z. B. Saateule), Blattophtheroidea, Myriopoda.

Blattinsekten: Aphidina, Coleoptera, Brachycera, Lepidotera, Homoptera, Tysanoptera, Aleurodina, Cicadina, Acasi, Cossina, Heteroptera.

Beispiele Beispiel 1 Herstellung von 20%igen WS-Formulierungen zur insektiziden Saatgutbehandlung

"WS" bedeutet "water dispersible powder for slurry seed treatment" und bezeichnet einen Formuliertyp zur Saatgutbehandlung.



Rezeptur: Trägermaterial (Leerformulierung) 2,0% Brillantponceau E RC 70 2,0% Helioechtrubin 4B 10 5,0% Baykanol SL 4,0% Ultrasil VN3 Pulv. 1,5% Emulgator 1000 TR U gemahlen 0,8% Baysilone - Entschäumer E VM 30 84,7% Kaolin W

Methodik: Es sollen 1 g einer 20%igen WS-Formulierung hergestellt werden.

200 mg Wirkstoff abwiegen, in Achatmörser ∅6,5 cm einfüllen, je nach Aggregatzustand des Stoffes ein geeignetes Lösungsmittel (ACETON) zugeben, lösen und mit 800 mg Leerformulierung zurücktrocknen lassen. Nach ca. 1-2 min das ganze mörsern bis zur vollkommenen Trocknung und in Präparatefläschen einfüllen.

Beispiel 2 Grenzkonzentration/Bodeninsektizide

Testinsekt: Diabrotica balteata

Testpflanze: Zea mays (Körnermais)

Dosis:

4 g ai/kg → 200 mg (20%ige WS/10 g Saatgut)

2 g ai/kg → 100 mg (20%ige WS/10 g Saatgut)

1 g ai/kg → 50 mg (20%ige WS/10 g Saatgut)

Methode:

Die jeweils angegebene Menge WS-Formulierung in 90 ml numerierte Rundtöpfe (Typ 41) einwiegen und mit 200, 100, 80 µl Wasser dispergieren. 10 g Maissaatgut dazu geben. Auf einem Reagenzglasrüttler bei Stufe 7 mit Hilfe eines Einmalspatels den Mais ca. 1-2 min behandeln.

Die Mais-Aussaat erfolgt in 0,5 l numerierte paraffinierte Papptöpfe (Typ 500, Höhe 83 mm, ∅ oben 110 mm) die mit 300 ml BI-Erde (standartisiertes Erdsubstrat, sandiger Lehm) gefüllt werden. Mit einem Stempel (∅ 10 cm) wird die Erde angedrückt und 30 ml Wasser mit einer Brauseflasche aufgegossen, 5 Maiskörner einlegen, andrücken, mit 100 ml BI-Erde auffüllen und mit Glasdeckeln abdecken (1 Wiederholung).

Nach 3 Tagen werden pro Topf ca. 40 Larven (L2 Stadium) eingezählt. Außer einer unbehandelten Kontrolle mit Testtieren, wird auch eine ohne Testtieren aufgestellt (Kontrolle -), um die Keimfähigkeit des Maissaatgutes festzustellen.

Nach weiteren 7 Tagen wird der Wirkungsgrad in % bestimmt. Der Wirkungsgrad ist 100%, wenn alle Maispflanzen aufgelaufen sind.

Standorttemperatur: 20°C

Unter den o. g. Bedingungen zeigte Spinosad eine gute insektizide Wirkung.

Beispiel 3 Grenzkonzentration-Wirkungsdauer/Wurzelsystemisch

Testinsekt: Spodoptera frugiperda

Testpflanze: Zea mays (Körnermais)

Dosis:

4 g ai/kg → 200 mg (20%ige WS/10 g Saatgut)

2 g ai/kg → 100 mg (20%ige WS/10 g Saatgut)

1 g ai/kg → 50 mg (20%ige WS/10 g Saatgut)

Methode:

Die jeweils angegebene Menge WS-Formulierung in numerierte 90 ml Rundtöpfe (Typ 41) einwiegen und mit 200, 100, 80 µl Wasser dispergieren. 10 g Maissaatgut dazu geben. Auf einem Reagenzglasrüttler bei Stufe 7 mit Hilfe eines Einmalspatels den Mais ca. 1-2 min behandeln.

Die Aussaat der Maiskörner erfolgt in numerierte ∅ 11 cm Rundtöpfe, die mit BI-Erde gefüllt werden. Je Topf 2 Saatlöcher eindrücken und pro Saatloch 1 Maiskorn auslegen, schließen, und mit einem Stempel (∅ 10 cm) andrücken (1 Wiederholung). Anschließend angießen und mit Folie abdecken.

Nach 14, 21, 28, 35 Tagen wird von den Pflanzen Blattmaterial zum Abtesten abgeschnitten und in dafür vorbereitete Petrischalen (Fa.

Greiner, ∅ 9 cm) gelegt. Die Kulturschalen wurden zuvor numeriert und mit einer angefeuchteten (1,3 ml Wasser) Filterscheibe (S+S Rundfilter; ∅ 8 cm; Re£-No. 330 035) ausgelegt. (1 Wiederholung)

In die Petrischalen mit den Maisblättern werden dann jeweils 6 Spodoptera Larven (L2-Stadium) eingezählt.

Jeweils 5-6 Tage nach der Infektion wird der Wirkungsgrad in % anhand der Kontrolle und des Fraßbildes bestimmt.

Standorttemperatur: 20°C

Unter den o. g. Bedingungen zeigte Spinosad eine gute insektizide Wirkung.

Beispiel 4 Wirkungsdauer/Wurzelsystemisch

Testinsekt: Phaedon cochleariae (Larven)

Testpflanze: Brassica oleracea (Kohl)

Dosis:

2,0 g ai/kg → 20 mg (20%ige WS/2 g Saatgut) 1,0 g ai/kg → 10 mg (20%ige WS/2 g Saatgut) 0,5 g ai/kg → 5 mg (20%ige WS/2 g Saatgut) Methode:

Die jeweils angegebene Menge WS-Formulierung in 90 ml numerierte Rundtöpfe (Typ 41) einwiegen und mit 80 µl Wasser dispergieren. 2 g Kohlsaatgut dazu geben. Auf einem Reagenzglasrüttler bei Stufe 7 mit Hilfe eines Enmalspatels das Kohlsaatgut ca. 1-2 min behandeln.

Die Aussaat des Kohls erfolgt in ∅ 11 cm numerierte Rundtöpfe, die mit BI-Erde gefüllt werden. Eine Saatfurche eindrücken und in der Mitte des Topfes, auf etwa 3 cm, ca. 6 Samen auslegen, Saatfurche schließen, und mit einem Stempel (∅ 10 cm) andrücken (7 Wiederholungen). Anschließend angießen und mit Folie abdecken.

Nach Auflauf der Kohlpflanzen werden Bohrhülsen (Länge 20 cm, ∅ 5 cm) auf die Töpfe gesetzt, wobei der obere Rand mit Talkum (ca. 2 cm) behandelt wird.

Im Abstand von 7, 14, 21, 28 Tagen werden ca. 10 Phaedon-Larven in die Bohrhülsen eingezählt, wobei pro Woche und Konzentration nur 2 Töpfe infiziert werden.

Nach jeweils 3-4 Tagen wird der Wirkungsgrad in % anhand des Fraßbildes bestimmt.

Standorttemperatur: 20°C

Unter den o. g. Bedingungen zeigte Spinosad eine gute insektizide Wirkung.

Beispiel 5 Wirkungsdauer/Bodeninsekten

Testinsekt: Hylemyia antiqua

Testpflanze: Album cepa (Zwiebel)

Dosis:

2,0 g ai/kg → 20 mg (20%ige WS/2 g Saatgut)

1,0 g ai/kg → 10 mg (20%ige WS/2 g Saatgut)

0,5 g ai/kg → 5 mg (20%ige WS/2 g Saatgut)

Methode:

Die jeweils angegebene Menge WS-Formulierung in 90 ml numerierte Rundtöpfe (Typ 41) einwiegen und mit 80 µl Wasser dispergieren. 2 g Zwiebelsaatgut dazu geben. Auf einem Reagenzglasrüttler bei Stufe 7 mit Hilfe eines Einmalspatels das Zwiebelsaatgut ca. 1-2 min behandeln.

Die Aussaat der Zwiebeln erfolgt in numerierte ∅ 11 cm Rundtöpfe, die mit BI-Erde gefüllt werden. Eine Saatfurche eindrücken, ca. 30 Samen einlegen, andrücken und Saatfurche schließen (3 Wiederholungen). Anschließend angießen und mit Folie abdecken.

Nach 3 und 5 Wochen werden die Zwiebelpflanzen an der Pflanzenbasis mit Hylemyia-Eiern infiziert, wobei man einen Hohlspatel benutzt (Erdoberfläche vorher auflockern).

Jeweils 10 Tage später wird der Wirkungsgrad in % bestimmt. Der Wirkungsgrad ist 100%, wenn keine Pflanze zerstört worden ist.

Standorttemperatur: 20°C

Unter den o. g. Bedingungen zeigte Spinosad eine gute insektizide Wirkung.

Beispiel 6 Grenzkonzentration - Wurzelsystemische Wirkung gegen Spodoptera frugiperda Material und technische Daten:

250 ml Plastiktöpfe

BI-Erde mit ca. 12% Feuchte

Krefft-Mischer

vorgekeimter Mais (ca. 3 Tage alt)

durchsichtige Plastikrohre 5 cm Durchmesser/50 cm Höhe

Spodoptera frugiperda Larven (L2-3 Stadium)

2 Wiederholungen

Ziel

Bestimmung der Grenzkonzentration von Prüfpräparaten im Boden.

Methode Herstellung der Laborformulierung

Man löst die Aufwandmenge entsprechende Menge Wirkstoff in 5 ml Aceton + Emulgator PS 16 (4 : 1) und verdünnt sie mit Wasser auf eine 0,2%ige Stammlösung.

Durchführung des Ansatzes

Die 250 ml Plastiktöpfe werden mit BI-Erde gefüllt. Anschließend wird die entsprechende Menge Wirkstofflösung in die Erde pipettiert. Der Wirkstoff wird mit Erde im Krefft-Mischer 10 Sekunden auf höchster Stufe vermischt. Dann füllt man die Erde in die Töpfe und legt 3 vorgekeimte Maispflanzen in den Boden.

Die Töpfe werden im Gewächshaus bei 20°C und 70% rel. Luftfeuchte aufgestellt. Wenn die Maispflanzen eine Größe von ca. 5 cm erreicht haben, werden durchsichtige Plastikrohre über die Pflanzen gestülpt und in die Bodenoberfläche eingedrückt. 1 Woche nach Versuchsansatz werden pro Topf 7 Spodoptera frugiperda Larven eingesetzt.

Auswertung

Jeweils 7 Tage nach der Infektion wird der Wirkungsgrad in % Abbott anhand der Kontrolle und des Fraßbildes bestimmt.

Unter den o. g. Bedingungen zeigte Spinosad eine gute insektizide Wirkung.

Beispiel 7 Grenzkonzentration - Wurzelsystemische Wirkung~egen Plutella xylostella NS Material und technische Daten

250 ml Plastiktöpfe

BI-Erde mit ca. 12% Feuchte

Krefft-Mischer

ca. 3 Wochen alte Grünkohlpflanzen

Plutella xylostella NS Larven (2.-3.Larvenstadium)

2 Wiederholungen

Ziel

Bestimmung der Grenzkonzentration von Prüfpräparaten im Boden.

Methode Herstellung der Laborformulierung

Man löst die der Aufwandmenge entsprechende Menge Wirkstoff in 5 ml Aceton + Emulgator PS 16 (4 : 1) und verdünnt sie mit Wasser -auf eine 0,2%ige Stammlösung.

Durchführung des Ansatzes

Die 250 ml Plastiktöpfe werden mit BI-Erde gefüllt. Anschließend wird die entsprechende Menge Wirkstofflösung in die Erde pipettiert. Der Wirkstoff wird mit Erde im Krefft-Mischer 10 Sekunden auf höchster Stufe vermischt. Dann füllt man die Erde in die Töpfe und bepflanzt sie mit Kohlpflanzen.

Die Töpfe werden im Gewächshaus bei 20°C und 70% rel. Luftfeuchte aufgestellt. 1 Woche nach Ansatz werden die Versuchspflanzen mit Plutella xylostella Larven infiziert. Dazu werden 10 Larven in Tierkammern eingezählt und auf ein junges Blatt aufklammert.

Auswertung

Jeweils 3 Tage nach der, Infektion wird der Wirkungsgrad in % Abbott anhand der Kontrolle und des Fraßbildes bestimmt.

Unter den o. g. Bedingungen zeigt Spinosad eine gute insektizide Wirkung.

Beispiel 8 Grenzkonzentration - Wurzelsystemische Wirkung- gegen Phaedon cochleariae Larven Material und technische Daten

250 ml Plastiktöpfe

BI-Erde mit ca. 12% Feuchte

Krefft-Mischer

ca. 3 Wochen alte Grünkohlpflanzen

Phaedon cochleariae Larven (2.-3. Larvenstadium)

2 Wiederholungen

Ziel

Bestimmung der Grenzkonzentration von Prüfpräparaten im Boden.

Methode Herstellung der Laborformulierung

Man löst die der Aufwandmenge entsprechende Menge Wirkstoff in 5 ml Aceton + Emulgator PS16 (4 : 1) und verdünnt sie mit Wasser auf eine 0,2%ige Stammlösung.

Durchführung des Ansatzes

Die 250 ml Plastiktöpfe werden mit BI-Erde gefüllt. Anschließend wird die entsprechende Menge Wirkstofflösung in die Erde pipettiert. Der Wirkstoff wird mit Erde im Krefft-Mischer 10 Sekunden auf höchster Stufe vermischt. Dann füllt man die Erde in die Töpfe und bepflanzt sie mit Kohlpflanzen.

Die Töpfe werden im Gewächshaus bei 20°C und 70% rel. Luftfeuchte aufgestellt. 1 Woche nach Ansatz werden die Versuchspflanzen mit Phaedon cochleariae Larven infiziert. Dazu werden 10 Larven in Tierkammern eingezählt und auf ein junges Blatt aufklammert.

Auswertung

Jeweils 3 Tage nach der Infektion wird der Wirkungsgrad in % Abbott anhand der Kontrolle und des Fraßbildes bestimmt.

Unter den o. g. Bedingungen zeigte Spinosad eine gute insektizide Wirkung.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Beizung von Saat- bzw. Pflanzgut, dadurch gekennzeichnet, daß eine Beize auf Basis eines oder mehrerer Spinosyne eingesetzt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß folgendes Saat- bzw. Pflanzengut gebeizt wird: Mais, Getreide, Reis, Kartoffelpflanzgut, Baumwolle, Raps, Sonnenblume. Gemüsesaatgut.
  3. 3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eines der folgenden Beizverfahren durchgeführt wird: Trockenbeize, Schlämmbeize, wäßrige Flüssigbeize, lösungsmittelhaltige Flüssigbeize, Emulsionsbeize.
  4. 4. Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die beim Beizverfahren eingesetzten Formulierungen 10 bis 80 Gew.-% Wirkstoffanteil enthalten.
  5. 5. Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß pro 100 kg Saat- bzw. Pflanzgut 1 bis 300 g Wirkstoff in Form der Beize aufgebracht werden.
  6. 6. Verwendung von Spinosynen zur Saatgut- bzw. Pflanzgutbeizung.
  7. 7. Verfahren zur Bekämpfung von tierischen Schädlingen, dadurch gekennzeichnet, daß man mit einem oder mehreren Spinosynen gebeiztes Saat- bzw. Pflanzgut ausbringt.
  8. 8. Verfahren zur Bekämpfung von tierischen Schädlingen, dadurch gekennzeichnet, daß man Schädlingsbekämpfungsmittel enthaltend ein oder mehrere Spinosyne auf den Boden ausbringt.
  9. 9. Verfahren zur Bekämpfung von tierischen Schädlingen, dadurch gekennzeichnet, daß man Pflanzen mit Wasser bewässert, welches ein oder mehrere, Spinosyne enthält.






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