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Dokumentenidentifikation DE19823929A1 02.12.1999
Titel Pökelinjektor mit Fleischniederhalter
Anmelder Günther Maschinenbau GmbH, 64807 Dieburg, DE
Erfinder Günther, Helmut, 64850 Schaafheim, DE
Vertreter Kasseckert, R., Dipl.-Phys.Univ., Pat.-Anw., 82041 Oberhaching
DE-Anmeldedatum 28.05.1998
DE-Aktenzeichen 19823929
Offenlegungstag 02.12.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.12.1999
IPC-Hauptklasse A23B 4/28
IPC-Nebenklasse A23B 7/158   A23L 3/3589   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Injizieren einer Flüssigkeit in ein Lebensmittel, insbesondere zum Pökeln von Fleisch, Gemüse oder Fisch, mit einer Fördereinrichtung für das Fleisch, mit einem quer zur Fördereinrichtung auf- und abgehenden Nadelbalken (2) mit Hohlnadeln (3), die Flüssigkeit in das Lebensmittel injizieren, und mit einem Fleischniederhalter (6), der bei einer Auszugsbewegung der Nadeln (3) aus dem Lebensmittel ein übermäßiges Anheben des Lebensmittels verhindert, und einen eigenen Antrieb hat. Zur Entlastung des Hauptantriebs, der den Nadelbalken (2) bewegt, ist vorgesehen, daß der Fleischniederhalter (6) am Gehäuse (5) und nicht am Nadelbalken (2) befestigt ist (Fig.).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft Vorrichtung zum Injizieren einer Flüssigkeit in ein Lebensmittel, insbesondere zum Pökeln von Fleisch, Geflügel oder Fisch, mit einem quer zur Förderrichtung auf und ab gehenden Nadelbalken mit Hohlnadeln, die Flüssigkeit in das Lebensmittel injizieren, und mit einem Fleischniederhalter, der bei der Auszugsbewegung der Nadeln aus dem Lebensmittel ein übermäßiges Anheben des Lebensmittels verhindert. Der Fleischniederhalter bewegt sich bei dieser Vorrichtung im gleichen Takt wie der Nadelbalken, da er am Nadelbalken befestigt ist. Eine solche Vorrichtung wurde bereits in der EP 97 120 376.5 vorgeschlagen.

Aus der DE 31 19 979 A1 ist eine Pökelspritzmaschine ähnlichen Aufbaus vorbekannt. Bei ihr ist der Fleischniederhalter, dort Abstreifer genannt, ebenfalls am Nadelbalken (dort Nadelkasten genannt) befestigt, weist aber eine Hilfsantrieb auf, der es gestattet, den Abstreifer aufwärts und abwärts in Bezug auf den Nadelkasten zu verschieben und in einer beliebigen Halteposition des Bewegungshubes anzuhalten. Dieser Hilfsantrieb dient dazu, daß der Abstreifer beim Auftreffen auf das Fleisch durch dieses mit geringer Kraft aufgehalten werden kann, so daß kein unerwünschter Druck auf das Fleisch ausgeübt wird, während das Fleisch andererseits mit der erforderlichen Kraft von den Injiziernadeln abgestreift werden kann. Da der Abstreifer an dem Nadelkasten befestigt ist und so die Bewegungen des Nadelkastens mitmacht, muß der Antriebsmotor neben dem Nadelkasten auch den Abstreifer sowie den zusätzlichen Antrieb mit auf und ab bewegen, was eine stärkere Dimensionierung des Motors und der ganzen Aufhängung erfordert.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, ausgehend von diesem Stand der Technik, eine Vorrichtung zur Injizierung einer Flüssigkeit in ein Lebensmittel vorzuschlagen, bei der der Hauptantriebsmotor entlastet wird, woraus entweder die Möglichkeit resultiert, den Nadelbalken größer zu machen oder bei gleich bleibendem Antriebsmotor den Antrieb kleiner zu dimensionieren.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Fleischniederhalter am Gehäuse und nicht am Nadelbalken befestigt ist. Durch diese Reduzierung des Gewichts des Nadelbalkens wird erreicht, daß ein bisher üblicher Nadelbalken schneller oder mit weniger Energie bewegt werden kann, oder daß es bei gleicher Antriebsleistung und bei gleichem Aufbau der Gesamtmaschine möglich wird, einen Nadelbalken mit mehr Nadeln einzusetzen, so daß die Arbeitsleistung der Vorrichtung gesteigert wird. Durch die erfindungsgemäße Trennung des Fleischniederhalters vom Nadelbalken wird die bewegte auf und ab oszillierende Masse wesentlich verkleinert. In einer konkreten Ausführung können dies 20 kg sein, die weniger mit dem Nadelbalken auf- und abbewegt werden müssen. Zu der Gewichtsersparnis kommt noch hinzu, daß der Nadelbalken beim Hochfahren ja nicht nur sein eigenes Gewicht als Widerstand entgegensetzt, sondern daß auch noch die Fleischstücke durch Reibung an den eingestochenen Nadeln hängen bleiben können und damit das insgesamt zu hebende Gewicht wesentlich vergrößern. Dies alles mußte bisher bei der Auslegung eines Antriebs für einen Nadelbalken berücksichtigt werden und begrenzte bisher die maximal mögliche Nadelzahl auf Größenordnungen von 170-200 Nadeln, im Ausnahmefall bis 316 Nadeln. Dank der Erfindung können nun noch größere Nadelbetten eingesetzt werden, da die oszillierend zu bewegenden Massen wesentlich reduziert werden.

Erfindungsgemäß wurde nämlich festgestellt, daß der Fleischniederhalter nicht unbedingt die Auf- und Abbewegung des Nadelbalkens mitmachen muß, sondern daß in der Regel eine relativ konstante Einstellung mit nur kleinen Hüben oder Abweichungen nach oben und unten völlig ausreichend ist, um eine ausreichende Funktion zu erreichen. Durch die erfindungsgemäße Anordnung des Fleischniederhalters direkt am Gehäuse, bevorzugt an einer eigenen Führung und bevorzugt mit eigenen Stellmotor(-en), ist die oszillierende Masse wesentlich reduziert.

In einer Ausführungsform ist der Fleischniederhalter an einer eigenen Führung angeordnet, die sich am Gehäuse des Gerätes befindet, z. B. zwischen dem Nadelbalken und dem ihn antreibenden Motor oder Getriebe. Bevorzugt hat der Fleischniederhalter einen oder zwei eigenen Stellmotoren für seine Höhenverstellung.

In einer bevorzugten Ausführungsform findet eine Zweifachverstellung statt, wobei eine Grobverstellung mittels eines ersten Stellmotors, z. B. eines elektrischen Drehstrommotors oder eines Servomotors durchgeführt wird, während die zweite, die Feineinstellung, mittels eines zweiten Stellmotors, z. B. zweier pneumatischer Kurzhubzylinder, durchgeführt wird.

Die Bedienung des erfindungsgemäßen Gerätes erfolgt dann in der Weise, daß der Benutzer die Hubhöhe entsprechend der Dicke der zu bearbeitenden Fleischstücke, vorwählt, ebenso den Flüssigkeitsdruck im System und dann das Gerät startet. Der Nadelbalken fährt dann über seinen eigenen Grobstellmotor auf die gewünschte Position, die in der Regel etwas über der eingestellte Hubhöhe oder Dicke liegt. Die Hubhöhe läßt sich bei modernen Geräten, wie sie in der oben genannten europäischen Anmeldung genannt sind, vorwählen und entspricht im wesentlichen der Dicke des Fleisches mit einer gewissen Sicherheitszugabe. Der Nadelbalken fährt dann auf diese Position und macht während des Injizierens nur noch die kurzen Hübe, die der zweite Stellantrieb, die pneumatischen Kurzhubzylinder, ihm vorgeben.

In einer weiteren Ausführungsform wird die Bewegung des Fleischniederhalters drehwegabhängig gesteuert. Es kann also vorgegeben werden, daß der Fleischniederhalter sich entsprechend den Nadeln bewegt (zum Beispiel auch nach unten, wenn die Nadeln nach unten gehen - einstechen - und mit nach oben, wenn die Nadeln nach oben gehen - aus dem Fleisch gezogen werden), oder im Gegentakt (also nach oben, wenn die Nadeln ins Fleisch einstechen und nach unten, wenn sie herausgezogen werden), oder in einer sonstigen frei einstellbaren Hubbewegung (zum Beispiel eine Abwärtsbewegung erst beim Beginn des Herausziehens der Nadeln, gefolgt von einer direkt daran anschließenden Aufwärtsbewegung mit den herausgezogenen Nadeln). Dabei erfolgt diese Mitbewegung sinnvollerweise nur über einen kurzen Hubweg, der von den Kurzhubzylindern abdeckbar ist. Mehr ist auch nicht nötig, da das Fleisch selbst sich nur um wenige Zentimeter auf und ab bewegt, wenn die Nadeln eingestochen und wieder herausgezogen werden.

Eine Ausführungsform der Erfindung wird anhand einer Figur näher erläutert:

Die Figur zeigt den Nadelbalken 2 eines an sich bekannten Pökelinjektors mit den die Pökellake injizierenden Nadeln 3. Der Nadelbalken 2 ist an Führungsstangen gleitend oder rollend befestigt und wird von der vom Hauptmotor (der sich im Gehäuse 5 befindet) gedrehten Antriebswelle 4 über einen Exzenter auf- und abbewegt, wodurch die Nadeln 3 in das unten liegende (hier nicht gezeigte) Fleisch eingestochen und nach dem Einspritzen der Lake daraus herausgezogen werden. Der an sich bekannte Fleischniederhalter 6 ist nun erfindungsgemäß unabhängig von den Nadeln 3 am Rahmen oder Gehäuse 5 befestigt und für sich bewegbar, und zwar vom ersten Stellmotor (Elektromotor) 7 über die Spindelstange 8 und über daran befestigte zweite Stellmotoren (Kurzhubzylinder) 9 über die Betätigungsstange(n) 10.

Die Funktion ist wie folgend: Der Benutzer stellt die Höhe des zu behandelnden Fleisches ein. Der erste Stellmotor 7 bewegt daraufhin über die Spindel 8 den Fleischniederhalter 6 in eine entsprechende Höhe, zum Beispiel knapp oberhalb der Fleischoberkante. Der Benutzer wählt dann das Pökelprogramm und legt Fleisch auf das nicht gezeichnete Förderband; die Maschine startet, die den Fleischniederhalter 6 durchdringenden Nadeln 3 bewegen sich auf und ab. Die Kurzhubzylinder 8 bewegen nun - bei stillstehendem ersten Stellmotor 7 - die Stange(n) 10 mit dem Fleischniederhalter 6 im voreingestellten Takt auf und ab. Der Hauptantrieb bewegt sich vom Fleischniederhalter 6 völlig unabhängig und kann daher kleiner dimensioniert sein oder einen größeren Nadelbalken 2 tragen.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Injizieren einer Flüssigkeit in ein Lebensmittel, insbesondere zum Pökeln von Fleisch, Gemüse oder Fisch, mit einer Fördereinrichtung für das Fleisch, mit einem quer zur Förderrichtung auf und ab gehenden Nadelbalken (2) mit Hohlnadeln (3), die Flüssigkeit in das Lebensmittel injizieren, und mit einem Fleischniederhalter (6), der bei einer Auszugsbewegung der Nadeln (3) aus dem Lebensmittel ein übermäßiges Anheben des Lebensmittels verhindert, und einen eigenen Antrieb hat, dadurch gekennzeichnet, daß der Fleischniederhalter (6) am Gehäuse (5) und nicht am Nadelbalken (2) befestigt ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eigenen Führungen und Stellmotoren (7, 9) für den Fleischniederhalter (6).
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Zweifachverstellung, die grob mittels eines ersten Stellmotors (7) verstellt, und fein mittels eines zweiten Stellmotors (9).
  4. 4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Fleischniederhalter (6) drehwegabhängig gesteuert wird.






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