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Dokumentenidentifikation DE69419321T2 02.12.1999
EP-Veröffentlichungsnummer 0728048
Titel ABFALLVERARBEITUNG
Anmelder Geohess (UK) Ltd., Stowe, Buckingham, GB
Erfinder BACHELL, Amanda, Bedfordshire LU7 7SQ, GB;
AZIMRAIEYAT, James Shahdad, 18 Angus Drive, Buckinghamshire MK3 7NF, GB;
WHEATLEY, Andrew John, 27 Orchard Lane, Bedfordshire MK43 7BP, GB;
WHEELER, Paul Watson, Stowe, Buckinghamshire MK 5LU, GB;
HUCKLE, Chrisropher William, Ashby Fields Daventry, Northants N11 5RE, GB
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 69419321
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IE, IT, LI, NL, PT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 08.11.1994
EP-Aktenzeichen 959002130
WO-Anmeldetag 08.11.1994
PCT-Aktenzeichen GB9402446
WO-Veröffentlichungsnummer 9513147
WO-Veröffentlichungsdatum 18.05.1995
EP-Offenlegungsdatum 28.08.1996
EP date of grant 30.06.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.12.1999
IPC-Hauptklasse B09B 1/00
IPC-Nebenklasse E02D 31/00   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abdeckung von Abfall. Müll oder anderem Material. Die Erfindung kann auf die Behandlung von Abfall. Müll oder anderem Material angewendet werden, die in solchen Bereichen wie Deponie- und Aufschüttungsstandorten, Abfall- und Müllanlagen und Steinbrüchen entsorgt werden.

Es ist allgemein üblich, Deponiestandorte täglich zu Zeiten, in denen sie nicht tatsächlich verfüllt werden, z. B. über Nacht, abzudecken. Die Abdeckung wird aus verschiedenen Gründen vorgenommen, darunter den folgenden:

(i) um die Gerüche des sich zersetzenden Abfalls zu verringern:

(ii) um Ungeziefer, Vögel und Fliegen fernzuhalten;

(iii) um das Verstreuen von Abfällen durch den Wind auf ein Minimum zu senken:

(iv) um das ästhetische Aussehen des Standorts zu verbessern.

Gegenwärtig werden wertvolle, nicht-regenerierbare mineralische Ressourcen eingesetzt, um diese tägliche Abdeckung vorzunehmen. Soweit Ton eingesetzt wird, ist dieser sehr klumpig und nicht flexibel, wodurch es fast unmöglich ist, diesen weniger als 200 mm stark aufzubringen, um eine angemessene Abdeckung herzustellen. Der Abfall des nächsten Tages wird über der Abdecklage aufgebracht, und folglich sind die Lagen des Abfalls durch Lagen der Abdeckung getrennt, die undurchlässig sein können. Infolgedessen unterbinden sie die Wanderung von Gasen, die durch das sich zersetzende Material freigesetzt werden, und diese müssen auf andere Weise abgeleitet werden.

Aus der Verwendung solcher Mineralien wie Ton für die tägliche Abdeckung ergibt sich eine Reihe von Nachteilen, z. B.:

(i) wird eine potentiell wertvolle, nicht-regenerierbare mineralische Ressource vergeudet:

(ii) kann das Material nicht ohne weiteres zurückgewonnen werden und nimmt wertvollen Hohlraum ein, der anderweitig genutzt werden könnte, beispielsweise für die Deponierung von Müll:

(iii) bewirkt sie, wenn die Abdeckung undurchlässig ist, eine Unterteilung der Deponie in relativ kleine, einzelne Teilzellen, die eine langfristige Bewirtschaltung erschweren, da die Teilzellen dazu tendieren, sich wie einzelne Einheiten, nicht als Masse, zu verhalten: und

(iv) verhindert sie, wenn die tägliche Abdeckung undurchlässig ist, die Wanderung von Fluids. Gasen und/oder Flüssigkeiten und verzögert die abschließende Stabilisierung des Standorts.

WO 92/16317 beschreibt eine synthetische Abdeckung für Abfall, die aus Flüssigkeit. Bindemittel. Zellulosefasern und Plastikfasern hergestellt wird.

US-A-4973196 beschreibt den Einsatz von Kunststoffolien oder -filmen zwischen aufeinanderfolgenden Lagen von Abfall, um Dränagelagen zu bilden, US-A-4909667 beschreibt den Einsatz einer täglichen Abdeckung aus Sackleinwand.

JP-A-5833618 beschreibt den Einsatz einer dreidimensionalen, porösen Folienware, die zwischen aufeinanderfolgende Lagen des Abfalls gelegt wird, um die Deponie zu belüften.

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von Müll auf einer Deponie oder ähnlichem, auf welcher der Müll in aufeinanderfolgenden Lagen abgelagert wird und eine Lage Bahnmaterial verwendet wird, um den Müll zwischen aufeinanderfolgenden Ablagerungen zu bedecken, dadurch gekennzeichnet, daß das Bahnmaterial, das eingesetzt wird. Jutegewebe ist.

Das Bahnmaterial kann abgenommen werden, bevor die nächste Lage an Abfall. Müll oder anderem Material deponiert wird, so daß sie einfach eine vorübergehende Abdeckung darstellt, oder sie kann liegenbleiben, und der Abfall kann oben auf dieser deponiert werden, um auf diese Weise einen Stapel zu bilden, der Lagen an Abfall umfaßt, die durch Lagen des Bahnmaterials getrennt sind. Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung aber kann das Material abgenommen und bis zu dem Zeitpunkt wiederverwendet werden, zu dem es nicht mehr in einem wiederverwendbaren Zustand ist, zu diesem Zeitpunkt bleibt es liegen, und die nächste Lage an Abfall, Müll oder anderem Material wird darauf abgelagert.

Die Lagen des Bahnmaterials sind vorzugsweise durchlässig, so daß die Gase und Flüssigkeiten, die durch das sich zersetzende Material gebildet werden, wandern können, statt sich anzusammeln. Für jede Lage des Abfalls kann eine Reihe von Längen des Material eingesetzt werden, die vorzugsweise miteinander vernäht oder verbunden sind oder niedergehalten werden. Folglich können bei einem durchlässigen Material entweichende Flüssigkeiten oder Regenwasser entweder durch das Material oder zwischen den vernähten oder verbundenen Längen hindurchwandern. Andere Möglichkeiten der Verbindung der Längen des Materials werden in den abhängigen Ansprüchen offengelegt.

Das Bahnmaterial selbst ist biologisch abbaubar.

Die neuen Bahnen des Materials werden vorzugsweise von einer Rolle abgewickelt, die von einem Traktor oder einem anderen geländegängigen Fahrzeug gezogen werden kann, das über den Abfall gefahren werden kann. Für diesen Zweck kann ein spezielles Gerät konstruiert werden, das direkt oder indirekt auf einem gezogenen Schlitten oder Anhänger an dem Fahrzeug befestigt werden kann. Sobald das Material einmal verlegt worden ist, wird es unter Verwendung einer Stange aufgelegt und abgenommen, an der die Bahnen befestigt werden, und die Stange wird hin und her quer über die Tageslage an Abfall oder anderem Material gezogen, wozu entweder eine Maschine, beispielsweise ein Traktor oder ein geländegängiges Fahrzeug, oder menschliche Arbeitskraft eingesetzt werden.

Das Bahnmaterial, das eingesetzt wird, ist Jutegewebe, das biologisch abbaubar und verhältnismäßig billig ist. Es kann, ganz nach Bedarf, gefärbt, mit Wasser getränkt oder mit Chemikalien behandelt werden.

Sobald die Bahnen des Materials verlegt worden sind, können sie an ihren Rändern miteinander vernäht oder verbunden oder niedergehalten werden und das Material, soweit erforderlich, zum Niederhalten beschwert werden, um zu verhindern, daß die Bahnen angehoben werden. Diese Nähte, Verbindungen oder Befestigungen sind vorzugsweise lösbar, damit das Material wiederverwendet oder neu aufgelegt und dann erneut wieder vernäht, verbunden oder niedergehalten werden kann.

Es werden nun bestimmte Ausführungsbeispiele der Erfindung in Form von Beispielen und unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben, in denen:

Fig. 1 ein Querschnitt eines Deponiestandorts ist, der nach dem Verfahren der Erfindung verfüllt wird:

Fig. 2 eine Draufsicht eines Teils des Deponiestandorts aus Fig. 1 ist:

Fig. 3 eine Abgabevorrichtung für das Bahnmaterial zeigt:

Fig. 4 ein Verfahren zum Verlegen und Abnehmen des Materials veranschaulicht. Abfall und Müll werden häufig in großen Löchern im Erdboden abgelagert, und diese werden üblicherweise als Deponiestandorte bezeichnet. Der in Fig. 1 gezeigte Deponiestandort umfaßt ein Loch 1, das mit einer undurchlässigen Auskleidung 2 (nicht maßstabsgerecht) ausgekleidet ist. Die Deponie kann eine Fläche von vielen Hektar bedecken.

Zum Zweck der Verfüllung wird die Fläche des Lochs 1 in kleinere Abschnitte unterteilt, die als Zellen bekannt sind. In der Regel wird jede Zelle Schicht für Schicht bis zur Bodenhöhe 3 aufgebaut, bevor die nächste Zelle gefüllt wird. Jede Schicht wird üblicherweise als eine Lage" bezeichnet. Folglich besteht eine Zelle aus senkrecht aneinandergrenzenden Lagen. Fig. 1 zeigt zwei volle Zellen. 4 und 5, und eine dritte Zelle, 6, die gefüllt wird. Die Zelle 4 wird aus den Lagen 4a, 4b usw. gebildet, die Zelle 5 wird aus den Lagen 5a, 5b usw. gebildet.

Jede Zelle wird während der Verfüllung über Nacht mit einer Lage Bahnmaterial bedeckt, die vorzugsweise abgenommen wird, bevor die Lage an Abfall des nächsten Tages deponiert wird. Eine typische Abfallage von einem Tag kann etwa 2 m stark sein. Fig. 2 ist eine Draufsicht einer Zelle mit der Abdeckung für die Nacht. Die Abdeckung besteht aus mehreren rechteckigen Bahnen 15 aus Jutegewebe, die Kante an Kante verlegt sind, wobei diese Kanten dann zusammengezogen werden, um eine Überlappung zu schaffen, wie sie zum Zusammennähen. Verbinden oder Niederhalten erforderlich ist. Gezeigt wird ein Fahrzeug 16, daß die letzte Bahn 17 von einer großen Rolle 18 abrollt, die gezogen oder transportiert wird. Wenn die letzte Bahn verlegt worden ist, fährt das Fahrzeug heraus, und unter den meisten Umständen ist es vorteilhaft, wenn das Fahrzeug nicht über das Abdeckmaterial fährt.

Die aneinanderstoßenden Kanten der einzelnen Bahnen werden entweder zusammengehalten und mit einer Maschine vernäht, verbunden oder niedergehalten 14, um eine Gesamtabdeckung der Abfallage eines Tages herzustellen und zu verhindern, daß sich die einzelnen Bahnen des Materials bewegen. Diese Naht wird vorzugsweise unter Verwendung, einer handgehaltenen Industrienähmaschine ausgeführt und potentiell mechanisch gelegt und automatisch genäht. Diese Naht kann leicht entfernt werden, und das Material kann einfach erneut vernäht, wieder verbunden oder niedergehalten werden, wenn die Bahnen das nächste Mal über den Abfall gelegt werden.

Fig. 3 zeigt eine Abgabevorrichtung für das Bahnmaterial, die in Verbindung mit der Erfindung eingesetzt werden kann. Sie besteht aus einem großen Rahmen 20, auf dem eine Materialrolle 25 drehbar angebracht ist. Die freie Kante des Materials 17 kann niedergehalten werden, so daß das Material abgerollt wird, wenn die Rolle in der Richtung des Pfeils 'X' bewegt wird.

Die Abgabevorrichtung ist dafür konstruiert, durch ein Fahrzeug gezogen oder, transportiert oder auf einem Schlitten oder Anhänger montiert zu werden.

Die Verwendung von Material, das von einer Rolle abgezogen wird, ist dann angemessen, wenn das Material neu ist. Wenn das Material zwischen den Lagen aus Abfall, Müll oder anderem Material wieder aufgenommen werden soll, kann es einfach mit einer Kante an einer Stange befestigt und über die Oberfläche des Abfalls gezogen werden, wie das in Fig. 4 gezeigt wird. Eine Bahn 15 wird mit Pflöcken oder anderweitig an einer Kante 15a befestigt und an einer Stange an der gegenüberliegenden Kante 15b angebracht, so daß sie quer über die Oberfläche des Abfalls 30 gezogen werden kann, um sie aufzulegen (Fig. 4b) oder um diese um sich selbst zurückzuziehen und wieder aufzunehmen (Fig. 4a). Das Material muß in diesem Fall ziemlich fest sein, aber es sollte berücksichtigt werden, daß ein Loch, das gelegentlich durch das Fachzeug oder den darunterliegenden Abfall. Müll oder das andere Material eingerissen wird, kein Problem darstellt, da die Bahn durch Nähen oder andere geeignete Mittel repariert werden kann und nach wie vor als durchlässig zu betrachten ist.

Wenn ein Deponiestandort vollständig gefüllt ist, wird er in der Regel mit einer Lage eines undurchlässigen Materials bedeckt. Das könnte eine natürliche Kappe aus einem Material wie Ton mit einer geringen Durchlässigkeit oder Polyethylen von hoher Dichte, gefolgt von Boden, sein, so daß die Fläche wieder genutzt werden kann, beispielsweise als landwirtschaftliche Fläche. Dieses Material, das üblicherweise als "Kappenmaterial" bezeichnet wird, muß eine niedrige Durchlässigkeit haben, so daß die Infiltration von Regen in die Deponie verringert und die Wanderung von Gas verhindert werden. Es muß von sehr hoher Qualität und Festigkeit sein, so daß Fahrzeuge darüber fahren können, ohne Schäden zu verursachen, und es darf nicht biologisch abbaubar sein. Dagegen braucht das Material, das für die zwischenzeitliche Abdeckung nach der vorliegenden Erfindung eingesetzt wird, keine dieser Eigenschaften zu haben.

Während sich die obige Beschreibung speziell auf Deponiestandorte bezieht, versteht es sich von selbst, daß die Erfindung gleichermaßen bei anderen Abfallentsorgungsverfahren angewendet werden kann, einschließlich Aufschüttungsstandorte sowie Steinbrüche und anderer Bereiche mit losem Material, in den ein kurzzeitiger Schutz erforderlich ist.


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Behandlung von Müll auf einer Deponie oder ähnlichem, auf welcher der Müll in aufeinanderfolgenden Lagen abgelagert wird und eine Lage Bahnmaterial verwendet wird, um den Müll zwischen aufeinanderfolgenden Ablagerungen zu bedecken, dadurch gekennzeichnet, daß das Bahnmaterial, das eingesetzt wird. Jutegewebe ist.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Müll mit mehreren Längen des Bahnmaterials bedeckt wird, die aneinander angrenzend oder einander überlappend angeordnet werden.

3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die aneinander angrenzenden oder einander überlappenden Längen des Bahnmaterials nach dem Auflegen miteinander verbunden werden.

4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Längen des Bahnmaterials zusammengenäht werden.

5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Längen des Bahnmaterials mit Klammern zusammengeheftet werden.

6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Längen des Bahnmaterials mit Pflöcken, die in den Müll eindringen, miteinander verbunden werden.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Bahnmaterial abgenommen wird, bevor die nachfolgende Lage Müll abgelagert wird.

8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Bahnmaterial, das abgenommen worden ist, erneut zum Abdecken des abgelagerten Mülls genutzt wird.

9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, in Abhängigkeit von Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Längen des Bahnmaterials vor dem Abnehmen voneinander getrennt werden.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die oder eine genannte Lage des Bahnmaterials an ihrem Platz bleiben und die nachfolgende Lage des Mülls über der Lage des Bahnmaterials abgelagert wird.

11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Lage des Bahnmaterials nach dem Auflegen zumindest an den Rändern beschwert wird.

12. Verfahren zur Behandlung von Abfall auf einer Deponie, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfaßt:

(a) Ablagerung einer Lage Abfall.

(b) Bedecken der oberen Fläche der Lage Abfall mit einer Lage Jutegewebe,

(c) Abnehmen der Lage Jutegewebe nach einer Zeitspanne.

(d) Ablagerung einer weiteren Lage Abfall auf der vorher abgelagerten Lage Abfall.

13. Verfahren nach Anspruch 12, bei dem die Lage Jutegewebe, die im Schritt (b) aufgelegt worden ist, bei einer nachfolgenden Wiederholung von Schritt (b) wiederverwendet wird.







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