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Dokumentenidentifikation DE19824078A1 09.12.1999
Titel Verfahren beim Herstellen von verdichtetem Garn und Einrichtung hierfür
Anmelder Zinser Textilmaschinen GmbH, 73061 Ebersbach, DE
Erfinder Olbrich, Andreas, Dr., 73230 Kirchheim, DE
DE-Anmeldedatum 29.05.1998
DE-Aktenzeichen 19824078
Offenlegungstag 09.12.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.12.1999
IPC-Hauptklasse D01H 13/26
IPC-Nebenklasse D01H 1/02   D01H 5/26   D01H 13/22   
Zusammenfassung Um das Versagen von Verdichtungsvorrichtungen (14) zum Herstellen von verdichteten Garnen auf Spinnmaschinen selbsttätig zu erkennen, anzuzeigen und gegebenenfalls selbsttätig zu unterbinden, wird vorgeschlagen, die Haarigkeit der erzeugten Garne (18) mittels Haarigkeitsfühlern (17) zu überwachen und beim Überschreiten eines einer Steuervorrichtung (20) vorgegebenen Grenzwerts dieser Haarigkeit durch diese Steuervorrichtung ein Abstellsignal und/oder ein Warnsignal abzugeben. Da die Anzahl insbesondere lang abstehender Fasern zwischen nicht verdichteten und verdichteten Garnen signifikant unterschiedlich ist, wird in Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen, als Kriterium für das Versagen einer Verdichtungsvorrichtung die Anzahl abstehender Fasern einer Längenklasse größerer Länge zu wählen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren beim Herstellen von verdichtetem Garn, insbesondere zum Überwachen der Funktion des Verdichtens sowie Vorrichtungen, die bei einem solchen Verfahren eingesetzt werden können.

Unter einem verdichteten Garn wird ein Garn verstanden, bei dem vor dem Drehen der Faserlunte, aus der durch Drehen das fertige Garn gebildet wird, in aller Regel mittels eines gegen die Mitte der Faserlunte gerichteten Luftstromes insbesondere abstehende Randfasern an die Faserlunte angelegt, aber auch die Packungsdichte der Fasern in der Faserlunte selbst erhöht wird. Dadurch wird insbesondere die Haarigkeit des erzeugten Garns vermindert, aber auch andere Qualitätsparameter des Garns, wie die durch besseres Einbinden der Fasern erhöhte Substanzausnutzung und damit die Festigkeit des Garns, verbessert.

Unter Haarigkeit eines Garns wird hier sowohl die Anzahl vom erzeugten Garn abstehender Fasern als auch deren abstehende Länge verstanden. Haarigkeit ist bei Stapelfasergarnen sowohl unvermeidlich als auch für den textilen Charakter der Garne unverzichtbar. Zu starke Haarigkeit ist allerdings unerwünscht. Sie vermindert die Reißfestigkeit des Garns, da die abstehenden Fasern hierzu nicht beitragen; sie verursacht beim Verarbeiten des Garns Bruch der abstehenden Fasern und dadurch Gewichtsverlust des Garns und lästigen Faserflug; sie beeinträchtigt ein glattes Warenbild eines aus dem Garn hergestellten Flächengebildes (Gewebe, Gewirk) usw. Bisweilen werden Garne oder die Flächengebilde sogar durch Sengen von abstehenden Fasern befreit.

Unerwünscht sind in aller Regel und vor allem weit abstehende Fasern. Zur Beschreibung der Haarigkeit werden die abstehenden Fasern meist in Längenklassen ihrer abstehenden Länge von bspw. zwei zu zwei Millimeter eingeteilt. Dabei sind die Längenklassen bis 4 mm in aller Regel sowohl für den textilen Charakter der Garne erwünscht als auch durch das Verdichtungsspinnen nicht vermeidbar. In den Längenklassen von bspw. 6 mm bis 8 mm ist die Anzahl abstehender Fasern zwischen normal gesponnenen Garnen und verdichtet gesponnenen Garnen jedoch so signifikant, daß dieser Unterschied dazu dienen kann, verdichtet gesponnenes von normal bzw. fehlerhafterweise nicht verdichtet gesponnenem Garn zu unterscheiden.

Verdichtetes Garn kann bspw. dadurch hergestellt werden, daß die aus dem Ausgangswalzenpaar eines Streckwerks bspw. einer Ringspinnmaschine in gewisser Breite auslaufende Faserlunte einer quer zum Garn gerichteten Luftströmung ausgesetzt wird, die die Fasern insbesondere des Randbereichs der Faserlunte gegen deren Mitte drängt.

Für das Verdichten von Garnen bzw. von zu Garn zu verarbeitenden Faserlunten sind eine Vielzahl von Vorrichtungen bekannt geworden. Es wurden hohle, unter Saugzug stehende Walzen mit um ihren Umfang verlaufender Perforation in Form in einer Linie angeordneter kleiner Ansaugöffnungen vorgeschlagen. Auch flexible, umlaufende, unter Saugzug stehende Riemchen mit der Perforation sind bekannt. Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Einrichtung sind von der Art der Verdichtungsvorrichtung unabhängig, d. h. sie können mit unterschiedlichen Verdichtungsvorrichtungen ausgeführt bzw. verwirklicht werden.

Derartige Verdichtungsvorrichtungen versagen aber bisweilen. So kann es insbesondere vorkommen, daß der Saugzug entfällt, weil bspw. die den Saugzug auf die Verdichtungsvorrichtung übertragende Rohrleitung verstopft ist oder die Ansaugöffnungen der Perforation verstopft sind. Verdichtungsriemchen können brechen. Die Faserlunte kann seitlich aus dem Wirkungsbereich des Saugzugs herauslaufen usw. Derartige Fehler sind unauffällig und werden daher häufig sehr lange nicht entdeckt, so daß über lange Zeit nicht verdichtetes und damit fehlerhaftes Garn erzeugt wird.

Der Erfindung war demgemäß die Aufgabe gestellt, eine Versagen des Verdichtungseffekts zu erkennen und zu melden. Sie löst diese Aufgabe verfahrensmäßig durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 genannten Merkmale. Dadurch, daß das Erreichen des beabsichtigten Effekts, nämlich die verminderte Haarigkeit des erzeugten Garns geprüft und überwacht wird, werden mit dem Überwachen dieses einzigen Parameters nicht nur alle möglichen Ursachen erfaßt, die das Mißlingen des Verdichtens verursachen können, sondern es auch bereits ein Nachlassen und nicht erst ein völliges Versagen des Verdichtens bemerkt werden.

Die Erfindung hat erkannt, daß der Effekt des Verdichtens eines Garns bzw. einer Faserlunte sich bevorzugt auf abstehende Fasern mit größerer abstehender Länge auswirkt und ein Erfassen der Anzahl derartiger Fasern demgemäß ein besonders deutliches Indiz für fehlenden Verdichtungseffekt darstellt. Es ist daher bevorzugt vorgesehen, den Verdichtungseffekt anhand der durch lange abstehende Fasern bewirkten Haarigkeit zu prüfen und zu überwachen. Hierbei kann bevorzugt so vorgegangen werden, daß eine tolerierbare Anzahl abstehender Fasern von bspw. 6 bis 8 mm abstehender Länge an einer bestimmten Garnlänge vorgegeben wird, die auftretende Anzahl derartiger Fasern erfaßt und beim Überschreiten des vorgegebenen Grenzwerts ein Fehlersignal abgegeben wird.

Vorrichtungen zum Erfassen der Haarigkeit von Garnen sind bekannt und werden daher nicht näher beschrieben und dargestellt.

Das Prüfen und Überwachen der Haarigkeit kann am Garn selbst oder am Kops erfolgen, zu dem das Garn aufgewunden ist, denn haariges Garn führt auch zu einem haarigen Kops. Es hat sich gezeigt, daß die Haarigkeit eines Garns auf dem Kops sogar noch deutlicher zum Ausdruck kommt, weil offenbar nicht in das Garn eingebundene Fasern beim Durchlauf des Garns durch den Läufer aufgerichtet werden und abstehende Fasern durch die Zentrifugalkraft des mit hoher Drehzahl umlaufenden Kopses nach außen geschleudert werden und bevorzugt nach außen abstehen. Auch das spätere Umspulen des Garns kann die Haarigkeit infolge der Umkehr seiner Laufrichtung weiter erhöhen.

Das Prüfen und Überwachen der Haarigkeit kann auch an verschiedenen Stellen der Behandlung des Garns erfolgen. So kann das Garn unmittelbar an der Spinnstelle am Austritt aus dem Streckwerk, nach dem Aufwinden auf den Kops oder an einer nachgeordneten Stelle bspw. beim Umspulen geprüft werden. Das Erfassen der Haarigkeit an der Spinnstelle hat den Vorteil, daß bei Fehlen des Verdichtungseffekts sofort an der betreffenden Arbeitsstelle eingegriffen werden kann und Herstellen fehlerhaften Garns sogleich unterbunden wird. Bei einem Überprüfen des Garns an der Spinnstelle erübrigen sich auch Vorkehrungen, mittels deren ein Garn einer Spinnstelle zugeordnet werden kann, von der es inzwischen entfernt worden ist. Es kann vorgesehen sein, daß jede Arbeitsstelle mit einem Haarigkeitsfühler ausgestattet ist.

Da die Haarigkeit des Garns im Verlaufe seiner Bearbeitung bspw. beim Passieren des Ringläufers, durch Zentrifugalkräfte oder Windkräfte am rotierenden Kops, durch Umkehr seiner Laufrichtung beim Umspulen usw., zunimmt, führt andererseits ein Überprüfen in folgenden Behandlungsstufen zu einem deutlicheren Ergebnis.

Das Erfassen der Haarigkeit an einer nachfolgenden Bearbeitungsstufe des Garns hat auch den Vorteil, daß die Durchlaufgeschwindigkeit des Garns dort in aller Regel deutlich höher ist als an einer Spinnstelle und die Ausnutzung der Einrichtung demgemäß höher ist bzw. eine geringere Anzahl derartiger Einrichtungen erforderlich ist. Als derartige nachgeordnete Bearbeitungsstelle bietet sich bspw. das Umspulen des Garns von den Spinnkopsen auf Kreuzspulen an.

Das Prüfen und Überwachen der Haarigkeit am Kops erfolgt vorteilhaft an einer die Kopse handhabenden Vorrichtung, an der die Kopse gefördert werden und dabei an einem Haarigkeitsfühler vorbeigeführt werden können.

Eine weitere vorteilhafte Möglichkeit des Prüfens und Überwachens der Haarigkeit besteht darin, einen Haarigkeitprüfer an der Reihe der Spinn- oder Umspulstellen des Garns oder der Kopse auf den Spindeln der Ringspinnmaschine entlangzuführen. Hierbei können mit nur einem Haarigkeitsfühler eine Vielzahl von Garnen bzw. Kopsen geprüft und überwacht werden.

Wenn festgestellt wird, daß der Verdichtungseffekt nicht oder nicht in dem angestrebten Umfang eintritt, wird eine Signal abgegeben, mittels dessen ein Eingriff in den Fertigungsprozeß ermöglicht wird. Das Signal kann einen Warnhinweis geben, der einen manuellen Eingriff einer Bedienperson ermöglicht. Das Signal kann aber auch selbsttätig direkt eingreifen, indem es bspw. die fehlerhaft arbeitende Spinnstelle stillsetzt und damit das Herstellen weiteren fehlerhaften Materials unterbindet.

Eine Einrichtung, mittels deren das erfindungsgemäße Verfahren ausgeführt werden kann, weist die im Kennzeichen des Anspruchs 10 aufgeführten Bestandteile auf. Dabei kann der Haarigkeitsfühler so ausgebildet sein, daß er Länge und Anzahl abstehender Fasern oder nur die Anzahl abstehender Fasern einer Mindestlänge erfaßt und als Signal an die Steuervorrichtung weitergibt. Im ersteren Falle ist die Steuervorrichtung so ausgebildet, daß sie die eingehenden Signale nach Längenklassen sortiert und in diesen die Häufigkeiten ermittelt. Die Steuervorrichtung ist ferner mit einer Einrichtung zum Erkennen des Überschreitens eines Grenzwerts der erfaßten abstehenden Fasern in einer Längenklasse ausgestattet.

Wenn das Prüfen und Überwachen der Haarigkeit am Garn oder am Kops durch an jeder Spinnstelle angeordnete oder an jeder Spinnstelle vorbeigeführte Haarigkeitsfühler erfaßt wird, ist die Zuordnung eines Fehlersignals zu einer Spinnstelle ohne weiteres gegeben.

Wenn das Prüfen und Überwachen der Haarigkeit dagegen an einer nachgeordneten, die Garne bearbeiten Vorrichtung, bspw. einer Spulmaschine oder an einem von der Spinnstelle entnommenen Kops erfolgt, indem Haarigkeitsfühler dort angeordnet sind oder dort vorbeigeführt werden oder wenn Kopse an einem Haarigkeitsfühler vorbeigeführt werden, müssen Vorkehrungen getroffen werden, die es ermöglichen, ein aufgetretenes Fehlersignal der Spinnstelle zuzuordnen, von der dieses Garn bzw. dieser Kops stammt. Die kann dadurch erfolgen, daß Garnträger, also bspw. Garnhülsen oder Spinnkopse tragende Kopsteller mit einer spinnstellenbezogenen Codierung versehen werden, anhand deren die Spinnstelle identifiziert werden kann, von der ein Garn stammt. Eine hierfür einsetzbare Einrichtung ist bspw. aus der DE 36 03 002 A1 bekannt.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.

In den Figuren der Zeichnung sind Ausführungsformen der Erfindung rein schematisch dargestellt. Es zeigen

Fig. 1 den Querschnitt durch eine Seite einer Ringspinnmaschine;

Fig. 2 den Grundriß einer Spinnanlage mit Ringspinnmaschine und Spulmaschine;

Fig. 3 die Ansicht eines Kopses auf einem Kopsteller.

Die Erfindung wird im folgenden in Anwendung auf eine Ringspinnmaschine sowie auf eine Spulmaschine beschrieben. Ihre Anwendung ist aber nicht auf diese Maschinen beschränkt, vielmehr kann sie in Verbindung mit beliebigen anderen, verdichtete Garne herstellenden oder bearbeitenden Vorrichtungen und Maschinen verwirklicht werden.

In Fig. 1 sind nur die wesentlichen Bestandteile einer geläufigen Ringspinnmaschine 1 wiedergegeben: Vorgarnspulen 2, von denen Vorgarn 3 abläuft, Streckwerk 4 mit drei Walzenpaaren 5, 6 und 7 sowie Ringspinnvorrichtung 8 mit Fadenführer 9, Ringbank 10 mit Ring und Läufer sowie Spindel 11 mit dem aufgesteckten Kops 12.

Die erfindungsgemäße Ringspinnmaschine 1 weist eine Luntenstoppvorrichtung 13 auf, die beliebiger Bauart sein kann. Es wird davon ausgegangen, daß die bekannte und daher nicht im einzelnen dargestellte Luntenstoppvorrichtung 13 als die Unterwalze des Eingangswalzenpaars 5 des Streckwerks 4 teilweise umfassende Halbschale ausgebildet ist, die zum Unterbrechen des Zulaufs von Vorgarn um diese Unterwalze geschwenkt wird, dadurch die Oberwalze des Walzenpaars abhebt und somit die weitere Zufuhr von Vorgarn zum Streckwerk unterbricht.

Ferner weist die erfindungsgemäße Ringspinnmaschine 1 am Ausgang des Streckwerks 4 eine Verdichtungsvorrichtung 14 in Form einer Saugunterwalze 15 auf, der eine Oberwalze 16 zugeordnet ist. Wie schon erwähnt, sind auch andere Verdichtungsvorrichtungen bekannt - die vorliegende Erfindung ist nicht an eine Verdichtungsvorrichtung einer bestimmten Ausführungsform gebunden.

Zwischen der Verdichtungsvorrichtung 14 und dem Fadenführer 9 der Ringspinnvorrichtung 8 ist ein Haarigkeitsfühler 17 angeordnet, der vom Garn 18 durchlaufen wird und in dem die Haarigkeit des erzeugten Garns erfaßt wird. Derartige Haarigkeitsfühler sind bekannt und daher hier nicht näher beschrieben.

Das der ermittelten Haarigkeit entsprechende Meßsignal des Haarigkeitsfühlers 17 wird über eine Meßwertleitung 19 einer Steuervorrichtung 20 zugeleitet. In dieser Steuervorrichtung 20 wird das eingehende Signal mit einem der Steuervorrichtung vorgegebenen, zulässigen Grenzwert für die Haarigkeit verglichen. Diesem Vergleich wird die Anzahl abstehender Fasern in einer bestimmten Längenklasse von bspw. 6 mm bis 8 mm zugrunde gelegt. Diese Differenzierung kann im Haarigkeitsfühler 17 erfolgen, indem dieser nur für abstehende Faserlängen dieser Längenklasse sensibel ausgeführt ist. Es ist aber auch möglich, das Einordnen abstehender Faserlängen in Längenklassen in der Steuervorrichtung 20 vorzunehmen.

Beim Überschreiten des Grenzwerts kann die Steuervorrichtung 20 über die Steuerleitung 21 ein Stellsignal an die Luntenstoppvorrichtung 13 abgeben, das diese auslöst. Damit wird zunächst weiteres Herstellen von fehlerhaftem Garn sicher unterbunden. Die Steuervorrichtung 20 kann aber auch anstelle des Stellsignals oder zusätzlich zu diesem über eine Signalleitung 22 ein Alarmsignal an eine Warnvorrichtung wie bspw. eine Warnlampe 23 abgeben, durch deren Aufleuchten die Bedienperson darauf aufmerksam gemacht wird, daß an einer Arbeitsstelle fehlerhaftes Garn mit zu hoher Haarigkeit abgeliefert wird. Dieses Warnsignal bietet der Bedienperson die Möglichkeit, die Funktion der Verdichtungsvorrichtung 14 zu überprüfen und gegebenenfalls wieder herzustellen.

In der Ausführungsform der Fig. 2 ist jede Arbeitsstelle 24 einer Spulmaschine 25, in der das Garn 18 in geläufiger und daher hier nicht näher dargestellter und beschriebener Weise zu Kreuzspulen umgespult wird, mit einem Haarigkeitsfühler 17 zum Erfassen der Haarigkeit des jeweils in einer Arbeitsstelle umgespulten Garns 18 ausgestattet. Die Meßwerte dieser Haarigkeitsfühler 17 werden bspw. im Bussystem über eine Sammelleitung 26 der Steuervorrichtung 20 zugeleitet. Dort werden sie mit dem der Steuervorrichtung 20 vorgegebenen Grenzwert verglichen. Wenn dieser überschritten ist, kann ein Warnsignal abgegeben werden, durch das die Bedienperson darauf aufmerksam gemacht wird, daß an der betreffenden Arbeitsstelle 24 der Spulmaschine 25 fehlerhaftes Garn läuft und damit sie eingreifen kann.

Wenn die Ringspinnmaschine 1 gemäß Fig. 2 mit einer Transportvorrichtung 27 ausgestattet ist, kann das Abtasten der Kopse 12 auf Haarigkeit mit Vorteil an dieser Transportvorrichtung erfolgen. Geläufige und daher hier nicht näher dargestellte und beschriebene Transportvorrichtungen weisen ein um Umlenkwalzen 28 geführtes, endloses Zugglied 29 mit Mitnehmern auf, mittels deren in Fig. 3 gezeigte Kopsteller 30 um die Ringspinnmaschine 1 gefördert werden können, auf die durch eine geläufige Kopswechselvorrichtung beliebiger Ausführungsform von den Spindeln 11 abgezogene Kopse 12 aufgesteckt sind.

Zum Abtasten der Kopse 12 auf Haarigkeit kann an der in Richtung des Pfeils P umlaufenden Transportvorrichtung 27 an einer Stelle, an der alle Kopse 12 vorbeilaufen, ein die Kopse auf ihre Haarigkeit abtastender Haarigkeitsfühler 17' angeordnet sein, der mit der Steuervorrichtung 20 verbunden ist. Bei dieser Ausführungsform kann mit nur einem Haarigkeitsfühler 17' die Arbeitsweise aller der Transportvorrichtung 27 zugeordneten Spinnstellen überwacht werden.

In den Fällen, in denen das Ermitteln einer fehlerhaft arbeitenden Spinnstelle nicht unmittelbar an dieser erfolgt und die Zuordnung eines Fehlersignals zur Fehlerstelle damit nicht ohne weiteres gegeben ist, müssen Vorkehrungen getroffen werden, diese Zuordnung zu ermöglichen.

Bei der Ausführungsform, bei der die mittels der Transportvorrichtung 27 geförderten Kopse 12 mittels eines am Laufweg der Transportvorrichung angeordneten Haarigkeitsfühlers 17' auf Haarigkeit überprüft werden, kann diese Zuordnung durch selbsttätiges Abzählen der dem Haarigkeitsfühler der Reihe nach vorgestellten Kopse erfolgen. Die Steuervorrichtung 20 kann dann anzeigen, daß der x-te Kops, der von der y-ten Spinnstelle stammt, ein Fehlersignal aufgetreten ist.

Beim Bearbeiten von Garnen auf einer einer Ringspinnmaschine im sogenannten Verbund zugeordneten Spulmaschine 25 werden die Kopse 12 am Ende der Ringspinnmaschine 1 häufig in einer Umsetzvorrichtung 31 auf andere Kopsteller 30 umgesetzt, die mittels einer weiteren Transportvorrichtung 32 zu den Arbeitsstellen 24 der Spulmaschine 25 geführt werden. Die Kopsteller 30 mit den in der Spulmaschine 25 leergespulten Kopshülsen laufen zur Umsetzvorrichtung 31 zurück und werden dort wieder auf die mittels der Transportvorrichtung 27 zur Ringspinnmaschine 1 zurückzufördernde Kopsteller 30 umgesetzt.

Die Umsetzvorrichtung 31 ist in aller Regel mit einer Kennzeichnungsvorrichtung 33 ausgestattet, die auf an den Kopstellern 30 vorgesehenen Datenträgern bspw. in Form optisch lesbarer Barcodes 34 die laufende Nummer der Spindel 11 der Ringspinnmaschine 1 vermerkt, von der die in der Reihenfolge der Spindeln zugeführten Kopse jeweils stammen. Es versteht sich, daß die Spindelnummern auch an Datenträgern festgehalten werden können, die an den Hülsen der Kopse 12 angeordnet sind oder daß auch elektronisch lesbare Datenträger einsetzbar sind.

Damit eine fehlerhaftes Garn erzeugende Spinnstelle der Ringspinnmaschine 1 ermittelt werden kann, kann durch die Steuervorrichtung 20 auch selbsttätig veranlaßt werden, daß die Nummer der betreffenden Spindel auf dem Kopsteller oder der Kopshülse abgelesen und bspw. auf einem Display der Steuervorrichtung angezeigt wird. Hierzu sind die Arbeitsstellen 24 der Spulmaschine mit nicht näher dargestellten Einrichtungen zum Lesen der auf einem Kopsteller 30 oder der Kopshülse festgehaltenen Spindelnummer ausgestattet, von der der verarbeitete Kops stammt. Dies gibt der Bedienperson die Möglichkeit, insbesondere die Verdichtungsvorrichtung 14 dieser Arbeitsstelle der Ringspinnmaschine 1 zu überprüfen und deren möglicherweise fehlerhafte Funktion wieder herzustellen.

Es ist selbstverständlich auch möglich, durch die Steuervorrichtung 20 aus dem Fehlersignal des Haarigkeitsfühlers 17' und der Spindelnummer ein Stellsignal zu generieren und an die Ringspinnmaschine 1 weiterzuleiten, durch das eine in Zusammenhang mit der vorstehend erläuterten Ausführungsform beschriebene, an der adressierten Arbeitsstelle angeordnete Luntenstoppvorrichtung 13 selbsttätig auslösbar ist.

Das Versagen einer Verdichtungsvorrichtung ist ein einerseits schwerwiegender, andererseits aber vergleichsweise selten auftretender Fehler. Es ist daher in vielen Fällen ausreichend, nicht alle laufenden Garne einer garnerzeugenden oder einer garnverarbeitenden Vorrichtung wie einer Ringspinnmaschine oder einer Spulmaschine mittels je eines Haarigkeitsfühlers ständig zu überwachen. Hierzu kann vorgesehen sein, daß ein Haarigkeitsfühler 17" an einem endlosen Zugglied 35 wie in Fig. 2 angedeutet entlang der Arbeitsstellen einer Ringspinnmaschine 1 oder wie nicht dargestellt einer Spulmaschine 25 patrouilliert und die laufenden Garne 18 oder die Kopse 12 jeweils kurzzeitig, aber immer wieder auf ihre Haarigkeit abtastet. Beim Abtasten an der Ringspinnmaschine 1 ist die Zuordnung eines Fehlersignals zur jeweils abgetasteten Arbeitsstelle ohne weiteres gegeben, beim Abtasten an der Spulmaschine 25 müssen wieder Einrichtungen vorgesehen werden, die diese Zuordnung ermöglichen.

Bezugszeichenliste

1Ringspinnmaschine

2Vorgarnspulen

3Vorgarn

4Streckwerk

5, 6, 7Walzenpaare des Streckwerks

8Ringspinnvorrichtung

9Fadenführer

10Ringbank

11Spindel

12Kops

13Luntenstoppvorrichtung

14Verdichtungsvorrichtung

15Saugunterwalze

16Oberwalze

17, 17', 17"Haarigkeitsfühler

18Garn

19Fühlerleitung

20Steuervorrichtung

21Steuerleitung

22Signalleitung

23Warnlampe

24Arbeitsstellen der Spulmaschine

25Spulmaschine

26Sammelleitung

27Transportvorrichtung an der Ringspinnmaschine

28Umlenkwalzen

29Endloses Zugglied für Kopsteller

30Kopsteller

31Umsetzvorrichtung

32Transportvorrichtung in der Spulmaschine

33Kennzeichnungsvorrichtung an der Umsetzvorrichtung

34Barcode

35Endloses Zugglied für Haarigkeitsfühler


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren beim Herstellen von verdichtetem Garn, dadurch gekennzeichnet, daß der Effekt des Verdichtens durch selbsttätiges Prüfen der Haarigkeit des erzeugten Garns geprüft und durch selbsttätiges Überwachen des Überschreitens eines vorgegebenen Grenzwerts der Haarigkeit überwacht wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haarigkeit des erzeugten Garns bezüglich der Häufigkeit abstehender Fasern mit größerer abstehender Länge erfaßt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Prüfen und Überwachen der Haarigkeit am Garn erfolgt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Prüfen und Überwachen der Haarigkeit unmittelbar an der Spinnstelle erfolgt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Prüfen und Überwachen der Haarigkeit in einer nachfolgenden Bearbeitungsstufe des erzeugten Garns erfolgt.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Prüfen und Überwachen der Haarigkeit am Kops erfolgt.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beim Feststellen eines Überschreitens eines vorgegebenen Grenzwerts der Haarigkeit ein Signal abgegeben wird.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem abgegebenen Signal eine Warneinrichtung eingeschaltet wird, mittels deren auf den aufgetretenen Fehler aufmerksam gemacht wird.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem abgegebenen Signal die fehlerhafte Spinnstelle selbsttätig stillgesetzt wird.
  10. 10. Einrichtung zum Herstellen von verdichtetem Garn, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen Haarigkeitsfühler (17) zum Erfassen der Haarigkeit des erzeugten Garns (18) und eine Steuervorrichtung (20) zum Feststellen des Überschreitens eines vorgegebenen Grenzwerts der Haarigkeit und zum Abgeben eines Signals beim Überschreiten des Grenzwerts aufweist.
  11. 11. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Haarigkeitsfühler (17) zum Erfassen vom erzeugten Garn abstehender Faserabschnitte bestimmter Längenklassen eingerichtet ist.
  12. 12. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuervorrichtung (20) zum Feststellen des Überschreitens eines vorgegebenen Grenzwerts der Haarigkeit zum Erfassen vom erzeugten Garn (18) bzw. vom erzeugten Kops (12) abstehender Faserabschnitte bestimmter Längenklassen eingerichtet ist.
  13. 13. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuervorrichtung (20) mit den Spinnstellen der Vorrichtung (1) zum Herstellen verdichteter Garne derart wirkverbunden ist, daß mittels eines von der Steuervorrichtung abgegebenen Signals eine fehlerhaft arbeitende Spinnstelle selbsttätig abstellbar ist.
  14. 14. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß jede Spinnstelle der Vorrichtung (1) zum Herstellen verdichteter Garne mit einem Haarigkeitsfühler (17) ausgestattet ist.
  15. 15. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß einer Kopse (12) handhabenden Einrichtung (27) ein die gehandhabten Kopse nacheinander abtastender Haarigkeitsfühler (17') zugestellt ist.
  16. 16. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß einer der Vorrichtung (1) zum Herstellen verdichteter Garne (18) nachgeordneten, die Garne bearbeitenden Vorrichtung (25) mindestens ein Haarigkeitsfühler (17) zugestellt ist und daß Mittel (33, 34, 20) vorgesehen sind, die es erlauben, ein bearbeitetes Garn einer Spinnstelle der Vorrichtung zum Herstellen verdichteter Garne zuzuordnen.
  17. 17. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß ein entlang der Arbeitsstellen (24) einer Garne herstellenden oder bearbeitenden Vorrichtung (1, 25) geführter Haarigkeitsfühler (17") vorgesehen ist, mittels dessen Garne (18) oder Kopse (12) jeweils kurzzeitig, aber immer wieder auf ihre Haarigkeit abtastbar sind.






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