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Dokumentenidentifikation DE19824610A1 16.12.1999
Titel Fenstervorrichtung mit variabler Transparenz
Anmelder Hagel, Wolfgang, 88487 Mietingen, DE
Erfinder Hagel, Wolfgang, 88487 Mietingen, DE
Vertreter Bender, E., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 88400 Biberach
DE-Anmeldedatum 02.06.1998
DE-Aktenzeichen 19824610
Offenlegungstag 16.12.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.12.1999
IPC-Hauptklasse E06B 9/24
IPC-Nebenklasse E06B 3/66   
Zusammenfassung Bei einer Fenstervorrichtung mit mindestens zwei in einen Fensterrahmen eingebundenen Fensterscheiben, die unter Bildung mindestens eines Zwischenraumes parallel zueinander angeordnet sind, wird eine Abdunkelbarkeit eines Innenraumes dadurch erreicht, daß der Zwischenraum zwischen den mindestens zwei Scheiben gas- und flüssigkeitsdicht ausgebildet ist und eine Einrichtung vorgesehen ist, mittels derer eine Licht absorbierende Flüssigkeit in den Zwischenraum einbringbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Fenstervorrichtung mit mindestens zwei in einen Fensterrahmen eingebundenen Fensterscheiben, die unter Bildung mindestens eines Zwischenraumes parallel zueinander angeordnet sind.

Herkömmliche Fenstervorrichtungen der eingangs genannten Art weisen gegenüber Fenstern, die von einer einzelnen Fensterscheibe gebildet sind, den Vorteil auf, daß sie auf Grund der geringen Wärmeleitfähigkeit des Zwischenraums eine erhöhte Wärmeisolation gegenüber der Außenluft aufweisen. Insbesondere jedoch wenn diese Fenstervorrichtungen sehr groß ausgestaltet sind oder an schwer zugänglichen Stellen vorgesehen sind, sind derartige Fenstervorrichtungen nur schwer zu verdunkeln, wenn das Innere eines Raumes vor Sonnenlicht geschützt werden soll, wozu meistens externe Jalousien oder Gardinen verwendet werden. Diese Einrichtungen weisen darüber hinaus den Nachteil auf, daß bei einem Verdunkeln des Fensters die Sicht nach außen mindestens teilweise obstruiert ist.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Fenstervorrichtung zu schaffen, die auf einfache Weise effektiv verdunkelbar ist, wobei auch bei einer verdunkelten Fenstervorrichtung eine Sicht nach außen zumindest prinzipiell ermöglicht ist.

Für eine Vorrichtung der eingangs genannten Art wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß der Zwischenraum zwischen den mindestens zwei Scheiben gas- und flüssigkeitsdicht ausgebildet ist und eine Einrichtung vorgesehen ist, mittels derer eine Licht-absorbierende Flüssigkeit in den Zwischenraum einbringbar ist.

Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Bei der erfindungsgemäßen Fenstervorrichtung wird durch die Merkmalskombination, daß der Zwischenraum zwischen den mindestens zwei Scheiben gas- und flüssigkeitsdicht ausgebildet ist und desweiteren eine Einrichtung vorgesehen ist, mittels derer eine Licht-absorbierende Flüssigkeit in den Zwischenraum einbringbar ist, erreicht, daß die erfindungsgemäße Fenstervorrichtung insgesamt mittels der gezielt steuerbar in den Zwischenraum einbringbaren Licht-absorbierenden Flüssigkeit verdunkelbar ist. Dies hat zum einen den Vorteil, daß im dem Fenster nahen Bereich des Innenraumes der Fenstervorrichtung platzraubende Jalousien oder Gardinen entbehrlich sind, und es wird durch die Möglichkeit der Wahl der spezifischen optischen Eigenschaften bestimmter Licht-absorbierender Flüssigkeiten erreicht, daß die Fenstervorrichtung durch die spezielle Wahl einer Licht-absorbierenden Flüssigkeit entweder durchsichtig, d. h. Licht-transparent ist und gleichwohl eine vorgegebene Opazität aufweist, oder lediglich durchscheinend, d. h. eine Lichtdiffusion bewirkend, gestaltet ist, wie dies beispielsweise bei Latex-haltigen, milchig trüben Flüssigkeiten der Fall ist.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fenstervorrichtung enthält die Einrichtung, mittels derer eine Licht-absorbierende Flüssigkeit in den Zwischenraum einbringbar ist, mindestens ein Flüssigkeitsreservoir und ein Gasreservoir, die jeweils mit dem Zwischenraum kommunizierend verbunden sind. Dadurch wird erreicht, daß die Menge der in den Zwischenraum einzubringenden Licht-absorbierenden Flüssigkeit leicht steuerbar ist. Das Flüssigkeitsreservoir und das Gasreservoir weisen zu diesem Zweck vorzugsweise eine elastische Außenwandung auf.

Die Einrichtung, mittels derer eine Licht-absorbierende Flüssigkeit in den Zwischenraum einbringbar ist, enthält vorzugsweise eine elektrisch steuerbare Pumpe, mit der die Flüssigkeit in den Zwischenraum pumpbar ist. Die Pumpe kann dabei so steuerbar sein, daß nur ein Teilbereich der Fenster durch Licht-absorbierende Flüssigkeit verdunkelt ist. Durch diese Möglichkeit ist die Gesamtintensität des durch die Fenstervorrichtung einfallenden Lichtes sehr einfach und sehr genau steuerbar.

Gemäß einer wichtigen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fenstervorrichtung sind drei parallele Fensterscheiben mit zwei Zwischenräumen vorgesehen, die über zwei interschiedliche Einrichtungen mit Licht-absorbierender Flüssigkeit befüllbar sind. Dadurch wird erreicht, daß die Gesamtintensität der durch die erfindungsgemäße Fenstervorrichtung einfallenden Lichtstrahlen noch besser steuerbar ist. Insbesondere wird dadurch erreicht, daß vorherbestimmbare Bereiche der Fenstervorrichtung eine noch niedrigere Lichttransparenz als die übrigen Bereiche aufweisen. Insbesondere sind Ausführungsformen denkbar, bei denen die in einen ersten Zwischenraum einbringbare Flüssigkeit durchsichtig und gleichwohl opak ist und die in den anderen Zwischenraum einbringbare Flüssigkeit lediglich durchscheinend ist, d. h. Licht-diffusionierend wirkt.

Die Transparenz der in den mindestens einen Zwischenraum der erfindungsgemäßen Fenstervorrichtung einbringbaren Flüssigkeit beträgt vorzugsweise zwischen 90% und 10%. Weist die erfindungsgemäße Fenstervorrichtung zwei oder mehr Zwischenräume auf, so sind diese vorzugsweise jeweils mit unterschiedlich stark Licht-absorbierenden Flüssigkeiten befüllbar.

Die Transparenz der Licht-absorbierenden Flüssigkeit der erfindungsgemäßen Fenstervorrichtung kann gemäß einer bevorzugten Ausführungsform 0% betragen. Die Flüssigkeit ist in diesem Fall vollständig Licht-undurchlässig, d. h. es findet eine vollständige Reflexion oder Absorption von einfallendem Licht statt. Die Flüssigkeit kann in diesem Fall beispielsweise aus Quecksilber gebildet sein. Alternativ kann die Flüssigkeit durchsichtig sein und eine vorgegebene Opazität aufweisen, oder sie kann durchscheinend, d. h. Licht-diffusionierend ausgebildet sein.

Die erfindungsgemäße Fenstervorrichtung wird im folgenden anhand einer bevorzugten Ausführungsform erläutert, die in der Figur der Zeichnung dargestellt ist. Darin zeigt:

Fig. 1 eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fenstervorrichtung in einer Ansicht von vorn.

Bei der in Fig. 1 dargestellten erfindungsgemäßen Fenstervorrichtung 10 ist zwischen zwei Fensterscheiben 11, 12 ein gas- und flüssigkeitsdichter Zwischenraum ausgebildet, wobei die beiden Fensterscheiben 11, 12 einen Abstand von 2 mm voneinander aufweisen. Der gas- und flüssigkeitsdichte Zwischenraum ist teilweise von einer Licht-absorbierenden Flüssigkeit 13 gefüllt, die unter Betätigung einer nicht dargestellten Pumpe aus einem Flüssigkeitsreservoir 15 gezielt dosiert in den Zwischenraum einbringbar ist. Ein durch den Vorgang des Einbringens von Flüssigkeit in den Zwischenraum durch die Flüssigkeit verdrängtes Gas entweicht bei diesem Vorgang in ein Gasreservoir 14, das oberhalb der Fensterscheiben 11, 12 vorgesehen ist und eine elastische Außenwandung aufweise. Die Flüssigkeit 13 ist insgesamt durchsichtig und weist eine Lichttransparenz von 50% auf. Dadurch ist zum einen bewirkt, daß mit der erfindungsgemäßen Fenstervorrichtung ausgestattete Räume von außen nicht einsehbar sind, die Außenszenerie von Inneren des Raumes jedoch beobachtbar ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Fenstervorrichtung mit mindestens zwei in einen Fensterrahmen eingebundenen Fensterscheiben, die unter Bildung mindestens eines Zwischenraumes parallel zueinander angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Zwischenraum zwischen dem mindestens zwei Scheiben gas- und flüssigkeitsdicht ausgebildet ist und eine Einrichtung vorgesehen ist, mittels derer eine Licht-absorbierende Flüssigkeit in den Zwischenraum einbringbar ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung mindestens ein Flüssigkeitsreservoir und ein Gasreservoir enthält, die jeweils mit dem Zwischenraum kommunizierend verbunden sind.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Flüssigkeitsreservoir und das Gasreservoir eine elastische Außenwandung aufweisen.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung eine elektrisch steuerbare Pumpe enthält, mit der die Flüssigkeit in den Zwischenraum pumpbar ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Pumpe so steuerbar ist, daß nur ein Teilbereich der Fensterscheiben durch Licht absorbierende Flüssigkeit verdunkelt ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß drei parallele Fensterscheiben mit zwei Zwischenräumen vorgesehen sind, die über zwei unterschiedliche Einrichtungen mit Licht-absorbierender Flüssigkeit befüllbar sind.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Transparenz der Flüssigkeit zwischen 90% und 10% beträgt.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Zwischenräume mit unterschiedlich stark Licht-absorbierenden Flüssigkeiten befüllbar sind.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Transparenz 0% (vollständige Lichtabsorption) beträgt.
  10. 10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit aus Quecksilber gebildet ist.
  11. 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, daß die Licht-absorbierende Flüssigkeit durchsichtig ist und eine vorgegebene Opazität aufweist.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, daß die Licht-absorbierende Flüssigkeit durchscheinend ist und Licht-diffusionierend wirkt.






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