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Dokumentenidentifikation DE4021945C2 30.12.1999
Titel Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen
Anmelder ALSTOM Sachsenwerk GmbH, 93055 Regensburg, DE
Erfinder Stegmüller, Karl, Dipl.-Ing. (FH), 8401 Wiesent, DE
Vertreter Dreiss, Fuhlendorf, Steimle & Becker, 70188 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 10.07.1990
DE-Aktenzeichen 4021945
Offenlegungstag 16.01.1992
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 30.12.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.12.1999
IPC-Hauptklasse H01H 33/40
IPC-Nebenklasse H01H 33/66   H01H 33/53   H02H 7/045   H02B 13/065   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen, vorzugsweise für Transformator-Abzweige in Mittelspannungs-Schaltanlagen nach dem Oberbegriff des ersten Patentanspruchs.

Solche Schaltvorrichtungen finden bevorzugt in Ringkabelschaltanlagen Anwendung, die in der Regel aus zwei Ringleitungsfeldern und wenigstens einem Schaltfeld für einen Transformator-Abzweig bestehen. In der Druckschrift von CALOR-EMAG "Schaltanlage für Ortsnetzverteilerstationen mit Vakuum-Leistungsschalter"; Klaus Böttger und Bruno Schemann, Sonderdruck aus elektrotechnische Zeitschrift Band 106 (1985) Heft 10, ist eine Schaltanlage mit der bekannten Schaltvorrichtung beschrieben. Die Ringkabelabgänge sind dabei mit je einem Lastschalter und der Transformatorabgang mit einem Vakuum-Leistungsschalter bestückt. Letzterer übernimmt für diesen Abzweig in Verbindung mit einem von einem Stromwandler gespeisten Überstromrelais den Kurzschlußschutz.

Die erwähnte, mit SF6-gasisolierte Schaltanlage gilt als vollisoliert, da für den Kurzschlußschutz nicht mehr außerhalb der Kapselung angeordnete HH-Sicherungen vorgesehen sind. Außerdem wird sie als wartungsfrei angesehen, da nach der Unterbrechung eines Kurzschlußstromes durch eine unter Umständen fernsteuerbare Wiedereinschaltung des Leistungsschalters der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, ohne Eingriffe zum Austausch eines Betriebsmittels, wie zum Beispiel der Sicherungen vornehmen zu müssen. Das Fehlen von HH-Sicherungen schließt darüber hinaus weitere Fehlerquellen aus, wie: Vorhandensein eines kritischen Strombereichs, in dem eine Sicherung noch nicht, oder erst nach sehr langer Schmelzzeit anspricht und in dem daher Überhitzungs- und Explosionsgefahr besteht. Darüber hinaus ist eine starke Streuung der Sicherungskennlinien und eine Überlastung des Lastschalters im Grenzbereich der Sicherung, u. a. zu beachten.

Andererseits muss in der angegebenen Schaltanlage der Vakuum-Leistungsschalter das volle, z. B. nach den gültigen VDE-Bestimmungen festliegende Isoliervermögen haben und von der Auslegung der Kontakte und des Energiespeichers her in der Lage sein, Kurzschlussströme ohne Verschweißen einzuschalten.

Im Anschlussbereich, also außerhalb der Kapselung der Schaltanlage ist außerdem ausreichend Platz für die erforderlichen Kabelumbauwandler vorzusehen. Die Überstromrelais sind darüber hinaus in bestimmten Zeitabständen routinemäßigen Überwachungsprüfungen zu unterziehen, was nur bei einer Abtrennung des Abzweigs möglich ist. Mit der bekannten Schaltvorrichtung wird auch bei einphasigen Fehlern immer eine dreiphasige Unterbrechung des Abzweigs durchgeführt, obwohl in vielen Fällen die Aufrechterhaltung eines zweiphasigen Notbetriebs vorteilhaft wäre. Dies gilt vor allem für starr geerdete Netze, wie sie in vielen überseeischen Ländern zum Einsatz kommen. Setzt man die bekannte Schaltvorrichtung in einer luftisolierten Schaltanlage ein, so sind alle ihre Elemente dem Umweltklima voll ausgesetzt.

Als weiterer Stand der Technik wird auf die DE 34 22 949 A1 und die DE 83 10 906 U1 verwiesen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schaltvorrichtung zu entwickeln, die als einphasiges, autarkes Betriebsmittel zur wiederholten Unterbrechung von Kurzschlußströmen eingesetzt werden kann. Darüber hinaus sollen bei der Schaltvorrichtung alle Elemente gegenüber den Umgebungseinflüssen, also auch gegen korrosives Klima, voll geschützt sein.

Die Aufgabe wird durch eine Schaltvorrichtung nach den kennzeichnenden Merkmalen des ersten Patentanspruches gelöst.

Die erfindungsgemäße Schaltvorrichtung enthält alle funktionswichtigen Elemente in einem einphasigen Gehäuse und ist daher zur phasenweisen Unterbrechung von Fehlerströmen geeignet. Das Gehäuse kann darüberhinaus gasdicht ausgeführt werden, so daß die Anwendung der erfindungsgemäßen Schutzvorrichtung auch eine deutliche Verbesserung der Lebensdauer von luftisolierten Schaltanlagen vor allen in feuchter oder korrsionsgefährdeter Umgebung zur Folge hat.

Die erfindungsgemäße Schaltvorrichtung ist autark weil sie einen Kraftspeicher und ein Auslösesystem, sowie eine Wiedereinschalteinrichtung enthält, die auch in gekapselten gasisolierten Schaltanlagen leicht von der Bedienungsseite her betätigt werden kann. Durch die eingebaute Vakuum-Schaltkammer besitzt die Schaltvorrichtung eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer.

Zweckmäßige Ausführungen des Erfindungsgedankens sind in den Unteransprüchen angegeben.

Zum besseren Verständnis der Erfindung wird auf die folgenden Zeichnungen verwiesen:

Fig. 1: Schaltvorrichtung im Schnitt in eingeschalteter und ausgeschalteter Stellung.

Fig. 2: Einbau der Schaltvorrichtung in einer metallgekapselten, gasisolierten Schaltanlage; (einphasige Darstellung)

Fig. 3: Schaltschema des Sekundärkreises innerhalb der Schaltvorrichtung.

Fig. 4: Schaltschema des Sekundärkreises mit Kapazität.

Fig. 5: Schaltvorrichtung mit gewickeltem Kondensator.

Fig. 6: Schaltvorrichtung mit Plattenkondensator.

Ein besonders vorteilhaftes Ausführungsbeipiel des Erfindungsgedankens ist in Fig. 1 dargestellt. Das Gehäuse der erfindungsgemäßen Schaltvorrichtung hat eine zylindrische Form und ist in ihrem Innern in zwei Teile unterteilt. Im oberen Raum befindet sich die Vakuum-Schaltkammer 1, deren ortsfester Kontakt 1a über die Leiterspirale 23 mit dem Anschlußstück 2 verbunden ist. Mit Hilfe des spiralförmigen Leiters 23 wird ein Magnetfeld erzeugt, das im offenen Kontaktspalt zwischen den Schaltkontakten 1a und 1b nahezu parallel zur Schalterachse verläuft und so in bekannter Weise das Schaltvermögen der Vakuumschaltkammer verbessert. Anschließend an die Trennwand 8, die das Gehäuse in zwei Teile teilt, schließt sich der zweite Raum an, in dem der Stromwandler 4, der Magnetauslöser 5, die Ausschaltfeder 9 und die Verklinkung 10 untergebracht sind.

Der zweite Raum wird durch das zweite Anschlußstück 3 abgeschlossen. Der erste Raum wird in seinem wesentlichen Teil durch das Isolierrohr 6 umhüllt, während der zweite Teil des Gehäuses duch das Metallrohr 7 abgeschlossen ist. Im geöffneten Zustand der Schaltkammer steht auf diese Weise die wiederkehrende Spannung an den Schaltkontakten ebenso am Porzellanrohr der Vakuumschaltkammer 1, wie auch an den Enden des Isolierrohres 6 an. Weil im Inneren des Gehäuses eine von Verunreinigungen freie Umgebung für die Vakuumschaltkammer 1 herrscht, kann die Länge des Keramikrohres deutlich kleiner sein als die Länge des Isolierrohres 6, das auch ungünstigen Umgebungseinflüssen ausgesetzt sein kann.

Der Stromwandler 4 besteht aus einem Ringkern 4a und einer Sekundärspule 4b, während als Primärleiter der Schaft des beweglichen Schaltkontakts 1b bzw. dessen Verlängerung 25 dient. Letztere steht über einen Gleitkontakt 24 mit dem zweiten Anschlußstück 3 in Verbindung und wird also im Betrieb vom Primärstrom durchflossen. Der Magnetauslöser 5 beinhaltet eine Ringspule 5 und eine sie an drei Seiten umgebenden ferromagnetischen Körper 5b, dessen unterer Schenkel so augebildet ist, daß er einen minimalen Luftspalt gegenüber dem in vertikaler Richtung beweglichen Magnetanker 5c aufweist. Letzterer steht unter der Wirkung einer Rückstellfeder 14, die ihn bei nicht erregter Ringspule 5a in seine Ruhelage drückt, wobei er in vertikaler Richtung gegenüber dem ferromagnetischen Körper 5b den Luftspalt 26 bildet (linke Seite der Fig. 1). Der Stromwandler 4 und der Magnetauslöser 5 bilden gegenüber der Verlängerung 25 einen Ringspalt, in dem in dem vorliegenden Beispiel die Auschaltfeder 9, die sich mit ihrem oberen Ende an der Trennwand 8 abstützt, angeordnet ist. Das untere Ende der Ausschaltfeder 9 liegt am Druckstück 10b an, das sich wiederum über eine schräge Fläche mittels der Klemmkörper 10a in axialer Richtung auf der Stützplatte 10c und in radialer Richtung an den Magnetanker 5c abstützt (linke Seite der Fig. 1). An dem Druckstück 10b ist außerdem über das Rohr 11 das untere Ende der Kontaktkraftfeder 12 abgestützt, die im vorliegendem Beispiel als Tellerfedern ausgeführt sind, und deren oberes Ende über den Absatz 21 auf den Schaft des beweglichen Schaltkontakts 1b der Vakuum-Schaltkammer 1 einwirkt. Der in der Verlängerung 25 angebrachte Stift 15 stellt sicher, das die beiden Schaltkontakte 1a und 1b im ausgeschalteten Zustand den Hub h nicht überschreiten. Der Stift 15 wirkt dabei entweder mit der unteren Fläche des Druckstücks 10b oder, wie in Fig. 1 gezeichnet, mit einer in das Druckstück eingearbeiteten Nut 30 zusammen (rechte Seite von Fig. 1). Am unteren Anschlußstück 3 befindet sich eine Schraubspindel 18, mit deren Hilfe nach jeder Stromunterbrechung eine Wiedereinschaltung der Vakuum-Schaltkammer 1 und ein Spannvorgang der Ausschaltfeder 9 bis zu deren Verklinkung durchgeführt werden kann. Auf der linken Seite der Fig. 1 ist die Schraubspindel in der gespannten Stellung der Ausschaltfeder 9 gezeichnet. Die erfindungsgemäße Schaltvorrichtung ist jedoch erst nach Zurückdrehen der Schraubspindel 18 in die Ausgangslage schaltbereit, nämlich dann wenn der erforderliche Abstand zwischen der unteren Fläche des Druckstücks 10b und der Oberkante der Schraubspindel 18 hergestellt ist. Um eine leichte Montage der erfindungsgemäßen Schaltvorrichtung zu ermöglichen, empfiehlt es sich, das untere Anschlußstück 3 in das Metallrohr 7 einzuschrauben.

In der einfachsten Ausführung der erfindungsgemäßen Schaltvorrichtung kann auf die Anbringung eines spiralförmigen Leiters 23 zur Erzeugung eines axialen Magnetfeldes verzichtet werden. Für den Sekundärkreis ist keine zusätzliche Fremdenergiequelle erforderlich. Vielmehr wird die Sekundärwicklung 4b des Stromwandlers 4 direkt mit der Ringspule 5a in Serie geschaltet.

Tritt im Primärkreis ein Störstrom auf, so finden in der Schaltvorrichtung nacheinander folgende Vorgänge statt:

  • a) Induktion eines entsprechenden Sekundärstroms in der Sekundärwicklung 4b, der gleichzeitig in der Ringspule 5a ein magnetisches Feld im ferromagnetischen Körper 5b induziert. Dieses wirkt auf den Magnetanker 5c und zieht diesen entgegen der Kraft der Rückstellfeder 14 in den Luftspalt 26, bis der Magnetanker 5c mit der Unterkante des ferromagnetischen Körpers 5b in Berührung kommt.
  • b) Die nun nicht mehr in radialer Richtung abgestützten Klemmkörper 10a werden von der Schrägfläche des Druckstücks 10b nach außen bewegt und geben den Ausschalthub des Druckstücks frei.
  • c) Unter der Wirkung der Ausschaltfeder 9 bewegt sich das Druckstück 10b bis zu einem nicht dargestellten Anschlag nach unten und nimmt dabei über die Nut 30 und den Stift 15 den beweglichen Schaltkontakt 1b mit, bis der Schalthub h zwischen den Schaltkontakten 1a und 1b erreicht ist.

Die Ausschaltung ist damit vollendet.

In Fig. 1 ist auf der linken Seite der eingeschaltete und auf der rechten Seite der ausgeschaltete Zustand der Schaltvorrichtung dargestellt. Da die Verlängerung 25 bzw. der Schaft des beweglichen Schaltkontakts 1b die untere Begrenzungsfläche des Anschlußstückes 3 durchdringt, kann die Stirnfläche 25a entweder mit einer Anzeigevorrichtung für die erfolgte Ausschaltung, oder mit einem Mechanismus versehen sein, mit dessen Hilfe ein zugeordneter Trennschalter in die Trennstellung bewegt wird. Dies kann durch ein mechanisches Gestänge zum Ausschalt-Energiespeicher des Trennschalters erfolgen oder über einen Hilfskontakt, der den Ausschalt-Energiespeicher durch einen elektrischen Impuls zur Auslösung bringt.

Im weiteren Verlauf wird nun die Wiedereinschaltung der erfindungsgemäßen Schaltvorrichtung beschrieben:

  • a) mit der Schraubspindel 18 erfolgt eine Aufwärtsbewegung des Druckstücks 10b, bei der gleichzeitig die Ausschaltfeder 9 gespannt und die Schaltkontakte 1a und 1b zur Wiederanlage gebracht werden.
  • b) nach erfolgter galvanischer Berührung der Schaltkontakte 1a und 1b wird im weiteren Verlauf der Drehung an der Schraubspindel 18 die Verklinkung 10 in ihre Sperrstellung gebracht. Dies geschieht mittels der auf den Magnettanker 5c wirkenden Rückstellfeder 14, wobei die Klemmkörper 10a über die schräge Fläche 29 in ihre Ausgangsstellung unter die schräge Fläche des Druckstücks 10b bewegt werden. Während dieses Vorganges stellt sich zwischen Nut 30 und Stift 15 ein kleiner Überhub ein, der zur betriebssicheren Erzeugung der erforderlichen Kontaktkraft durch die Kontaktkraftfeder 12 benötigt wird.
  • c) die Schraubspindel 18 wird in Ihre Ausgangsstellung zurückgedreht, um den für eine weitere Ausschaltung erforderlichen Freiweg für das Druckstück 10b herzustellen.

Als weiteres Merkmal der Erfindung kann die Schraubspindel 18 dabei so ausgelegt sein, daß sie neben ihrer Funktion als Einschaltmechanismus für die Vakuum-Schaltkammer 1 auch als Anschlag für das Druckstück 10b bei jedem Ausschaltvorgang dient.

Auf Fig. 1 ist ferner zu erkennen, daß die Anschlußstücke 2 und 3 Anschlußflächen 2a und 3a haben, die als Adapter für die Klemmkontakte von HH-Sicherungen verwendbar sind. Genauso können aber auch andere Anschlußflächen Verwendung finden.

Mit der erfindungsgemäßen Schaltvorrichtung läßt sich beispielsweise eine Ringkabel-Schaltanlage nach Fig. 2 mit zwei Kabelverbindungen im unteren Teil der Kapselung und mit einem Transformatorabzweig im Oberteil herstellen, bei der der Fehlerstromschutz mit in die Kapselung integriert ist, ohne daß dabei ein kompletter funktonsfähiger Leistungsschalter Verwendung finden muß. Da die erfindungsgemäße Schaltvorrichtung eine autarke Einheit ist, die keine Fremdenergie benötigt und bei der nach erfolgter Fehlerstromunterbrechung kein Austausch von Bauteilen erforderlich ist, kann sie voll in die gekapselte Schalteinlage einbezogen werden. Für sie gilt in diesem Fall dasselbe hohe Isolationsniveau wie für alle anderen in der Schalteinlage eingebauten Betriebsmittel.

Die Ringkabelschaltanlage nach Fig. 2 weist als Beispiel in ihrem unteren Teil zwei Dreistellungsschalter 32 auf, mit denen das Ringkabel mit der Sammelschiene 37 verbunden werden kann bzw. mit denen jedes einzelne Kabel abgetrennt oder geerdet werden kann. Die Sammelschiene 37 ist nach oben hin mit einem weiteren Dreistellungsschalter 32 verbunden, an dessen Schaltkontakte sich die erfindungsgemäße Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen anschließt. Diese Schaltvorrichtung ist über zwei Klemmkontakte 35 und zugehörige Isolatoren auf der Kapselung 31 aufgebaut; die Schaltvorrichtung ist dabei so ausgerichtet, daß das zweite Anschlußstück 3 zu einer der Wände der Kapselung zeigt. Die nicht dargestellte Schraubspindel 18 ist durch die Isolierwelle 19 verlängert, die gasdicht nach der Außenseite der Schaltanlage geführt ist. Mit Ihrer Hilfe läßt sich entweder von Hand oder mit einem Motorantrieb 34 nach erfolgter Fehlerstromunterbrechung die Schaltvorrichtung 33 wieder einschalten bzw. die Ausschaltfeder 9 wieder spannen und verklinken.

Die erfindungsgemäße Schaltvorrichtung ist ein einphasiges Schaltgerät. Die nicht dargestellte Stirnseite 25a (siehe Fig. 1) der erfindungsgemäßen Schaltvorrichtung 33 kann mit einem Gestänge 36 mit dem zugeordneten Dreistellungsschalter 32 verbunden sein, um eine Auftrennung des Abzweigs nach einer Fehlerstromunterbrechung zu erzeugen. In Netzen mit starrer Sternpunkterdung oder wenn dies aus anderen Gründen erforderlich ist, sollte auch dieser Dreistellungsschalter mit einphasiger Betätigung ausgerüstet sein.

In Fig. 3 ist dargestellt, wie mittels einer elektrischen Steuerung die Verknüpfung zwischen den drei einphasig schaltenden Schaltvorrichtungen 33 und einem dreiphasigen Lasttrennschalter 32a erfolgt und Fehlerstromunterbrechungen in einer Phase nicht zur Auftrennung des Lasttrennschalters 32a führen muß, sondern erst eine zwei- oder dreiphasige Fehlerstromunterbrechungen zur endgültigen Auftrennung des Stromkreises führt. Dabei ist jeder bewegliche Schaltkontakt 1b der Schaltvorrichtung 33 mit einem außerhalb der Kapselung 31 angeordneten zweipoligen Hilfsschalter 39 verbunden. Die Hilfsschalter 39 aller drei Phasen sind so miteinander verschaltet, daß jeweils ein Hilfskontakt von zwei Phasen miteinander in Serie geschaltet sind und mit dem Arbeitsstromauslöser des Energiespeichers 38 in Verbindung steht. Der Energiespeicher kann sowohl über den Taster 41 und die Energiequelle 40 willkürlich, als auch im Störungsfall über die Hilfsschalter 39 ausgeschaltet werden. Die Verbindungsleitungen zwischen den Hilfsschaltern 39 der einzelnen Phasen sind so geschaltet, daß der Arbeitsstromauslöser des Energiespeichers 38 nur dann an Spannung liegt, wenn in zwei Phasen eine Unterbrechung der Vakuum-Schaltkammern 1 stattgefunden hat. Bei einphasiger Unterbrechung ist auch nur ein kontakter Hilfsschalter geschlossen, so daß am Energiespeicher keine Steuerspannung anliegt.

Die erfindungsgemäße Schaltvorrichtung nach Fig. 1 kann sehr vorteilhaft auch in luftisolierten Schaltanlagen eingesetzt werden. Bei solchen Fällen wird das Gehäuse so ausgeführt und abgedichtet, daß korrosive Einflüsse aus der Umgebung nicht in das Innere der Schaltvorrichtung eindringen können. Die Länge des Isolierrohrs 6 wird ebenfalls den härteren Umgebungseinflüssen angepaßt.

In manchen Anwendungsfällen ist es erwünscht im Fehlerfalle nicht eine sofortige Auslösung herbeizuführen. In den konventionellen Schalteinlagen werden dazu einstellbare Überstromschutzrelais verwendet, mit denen die Ansprechzeit der Auslöser veränderbar ist. Solche Relais haben jedoch den großen Nachteil, daß sie in gewissen Zeitabständen einer Überprüfung unterzogen werden müssen. Dies ist jedoch nur bei abgetrenntem Abzweig gestattet.

Verlängerte Auslösezeiten lassen mit sich mit der erfindungsgemäßen Schaltvorrichtung nach einem weiteren Merkmal durch Hinzuschaltung einer Kapazität 28 vorzugsweise parallel zur Ringspule 5a des Magnetauslösers 5 nach Fig. 4 erreichen. Die Kapazität kann dabei nach Fig. 5 als Zylinderkondensator 28a ausgeführt sein. Der Zylinderkondensator 28a ist dabei vorteilhafterweise in einen Spalt zwischen der Sekundärwicklung 4b des Stromwandler 4 und dem Metallrohr 7 des Gehäuses angeordnet. Die beiden Beläge sind dabei entsprechend dem Schaltbild nach Fig. 4 mit den Ausgängen der Sekundärwicklung 4b und de Ringspule 5a verschaltet. Nach einem anderen Merkmal der Erfindung läßt sich auch ein Plattenkondensator 28b als Kapazität zur Beeinflußung der Ausschaltzeit zur Schaltvorrichtung einsetzen. Dieser Plattenkondensator 28 kann vorteilhafterweise zwischen dem Stromwandler 4 und dem Magnetauslöser 5 angeordnet sein. Auch hier erfolgt die Verschaltung gemäß dem Schaltplan in Fig. 4. In allen Fällen sind im ferromagnetischen Körper 5b Durchbrüche 42 vorgesehen, durch die die elektrischen Verbindungen zu den Kondensatoren bzw. zur Sekundärspule 4a des Stromwandlers 4 durchgezogen sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen vorzugsweise für Transformator-Abzweige in Mittelspannungs-Schaltanlagen mit
    1. 1. einem zur Durchführung von wiederholten Unterbrechungen geeigneten, von einem Energiespeicher mit wenigstens einer Ausschaltfeder betätigten Schalter, und
    2. 2. einer beim Auftreten eines Fehlerstromes wirksam werdenden Auslöseeinrichtung,
    dadurch gekennzeichnet, daß für jede Phase ein mit zwei Anschlußstücken (2, 3) versehenes Gehäuse vorgesehen ist, in dem
    1. 1. eine Vakuum-Schaltkammer (1) mit einem ortsfesten und einem beweglichen Schaltkontakt (1a, 1b),
    2. 2. ein Stromwandler (4) und
    3. 3. die Ausschaltfeder (9) mit einer durch einen Magnetauslöser (5) lösbaren Verklinkung (10) untergebracht sind, und
    4. 4. daß das Gehäuse Mittel zur Stellungsanzeige des beweglichen Schaltkontakts (1b) und zur Wiedereinschaltung der Vakuum-Schaltkammer (1) nach einer Stromunterbrechung aufweist.
  2. 2. Schalteinrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse in einem ersten Raum die Vakuum-Schaltkammer (1) und Mittel zur Verbindung von deren ortsfesten Schaltkontakt (1a) mit dem ersten Anschluß (2) enthält, und daß der bewegliche Schaltkontakt (1b) mit seinem Schaft oder ggf. mit einer Verlängerung (25) eine Trennwand (8) zu einem zweiten Raum durchdringt, in der die restlichen Betriebsmittel (4, 5, 9, 10) und eine verschiebbare Kontaktverbindung (24) zwischen dem Schaft des beweglichen Kontakts (1b) oder ggf. der Verlängerung (25) und dem zweiten Anschlußstück (3) eingebaut sind.
  3. 3. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse eine zylindrische Form aufweist, in die die Vakuum-Schaltkammer (1) und die restlichen Betriebsmittel (4, 5, 9, 10) in koaxialer Anordnung eingebaut sind, daß ein zumindest zu einem Teil aus einem an der Stirnseite mit dem ersten Anschlußstück (2) abgeschlossenes Isolierrohr (6) die Mantelfläche des ersten Raumes, und daß ein gegen den ersten Raum durch die Trennwand (8) abgeschlossenes Metallrohr (7), in dessen Stirnseite das zweite Anschlußstück (3) eingesetzt ist, die Mantelfläche des zweiten Raumes bildet.
  4. 4. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß im zweiten Raum des Gehäuses ausgehend von der Trennwand (8) der aus einem den Schaft des beweglichen Schaltkontakts (1b) oder ggf. dessen Verlängerung (25) umgebenden Ringkern (4a) und einer Sekundärwicklung (4b) bestehender Stromwandler (4) und der aus einer Ringspule (5a), einem diese bis auf einen Luftspalt (26) für einen verschiebbaren Magnetanker (5c) einschließenden ferromagnetischen Körper (5b) bestehender magnetischer Auslöser (5) sowie die Verklinkung (10) der Ausschaltfeder (9) eingebaut sind.
  5. 5. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Stromwandler (4) und der Magnetauslöser (5) gegenüber dem Schaft des beweglichen Schaltkontakts (1b) oder ggf. dessen Verlängerung (25) einen Ringspalt zur Aufnahme der sich an der Trennwand (8) und einem Druckstück (10b) der Verklinkung (10) abstützenden Ausschaltfeder (9) bilden.
  6. 6. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in der eingeschalteten Stellung der Vakuum-Schaltkammer (1) das Druckstück (10b) über eine geneigte Fläche auf am Umfang angeordnete Klemmkörper (10a) so einwirkt, daß sich letztere mit einer axialen Komponente auf einer Stützplatte (10c) und einer radialen Komponente an der Innenseite des Magnetankers (5c) abstützen.
  7. 7. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die durch einen Fehlerstrom beaufschlagte Ringspule (5a) den Magnetanker (5c) in den Luftspalt (26) zieht, worauf sich die Klemmkörper (10a) unter der Wirkung der radialen Komponente der Ausschaltfeder (9) unter Aufhebung der Sperrung durch das Druckstück (10b) nach außen bewegen und die Ausschaltbewegung des beweglichen Kontakts (1b) freigeben.
  8. 8. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach einem der Patentansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Magnetanker (5c) eine geneigte Stirnfläche (29) aufweist, die nach dem Spannen der Ausschaltfeder (9) unter der Wirkung einer Rückstellfeder (14) die Klemmkörper (10a) in ihre Sperrstellung führt und dort festhält.
  9. 9. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 2 oder einem der nachfolgenden, dadurch gekennzeichnet, daß im Schaft des beweglichen Schaltkontakts (1b) oder ggf. in dessen Verlängerung (25) ein Stift (15) angebracht ist, auf den das Druckstück (10b) die Kraft der Ausschaltfeder (9) während der Öffnung der Vakuum-Schaltkammer (1) überträgt.
  10. 10. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 9 oder einem der vorangehenden, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen einem Absatz (21) am Schaft des beweglichen Schaltkontakts (1b) und dem Druckstück (10b) ggf. unter Zwischenschaltung eines Rohres (11) eine Kontaktkraftfeder (12) vorgesehen ist, die sich bei ausgeschalteter Vakuum-Schaltkammer (1) am Stift (15) abstützt.
  11. 11. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausschaltfeder (9) über eine im Boden des zweiten Anschlußstücks (3) gelagerte Schraubenspindel (18) spannbar ist.
  12. 12. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Schraubenspindel (18) über eine Isolierwelle (19) von außerhalb einer Kapselung (31) der Schaltanlage betätigbar ist.
  13. 13. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach einem der Patentansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß ein Motorantrieb (34) zum Spannen der Ausschaltfeder (9) und zum Einschalten der Vakuum-Schaltkammer (1) vorgesehen ist, der mit Mitteln zum automatischen Betrieb nach Beseitigung einer Störung ausgerüstet ist, die den selbsttätigen Rücklauf der Schraubspindel (18) nach Durchführung der Einschaltbewegung einschließen.
  14. 14. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 1 oder nach einem der nachfolgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlußstücke (2, 3) Adapter (2a, 3a) zur Aufnahme der Schaltvorrichtung in für Hochleistungs-Sicherungen vorgesehene Klemmkontakte (35) aufweisen.
  15. 15. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 2 dadurch gekennzeichnet, daß als verschiebare Kontaktverbindung ein Gleitkontakt (24) vorgesehen ist, dessen Elemente am Anschlußstück (3) geführt sind.
  16. 16. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 1 oder einem der nachfolgenden, dadurch gekennzeichnet, daß zwischem dem ersten Anschlußstück (2) und dem ortsfesten Schaltkontakt (1a) ein spulenförmig ausgebildeter Leiter zur Erzeugung eines axialen Magnetfeldes für die Schaltstrecke der Vakuum-Schaltkammer (1) vorgesehen ist.
  17. 17. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Leiter (23) spiralförmig gewickelt ist und mit seinem äußeren Ende mit dem ersten Anschlußstück (2) und mit seinem inneren Ende mit dem ortsfesten Schaltkontakt (1a) leitend verbunden ist.
  18. 18. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaft des ortsfesten Schaltkontakts (1a) mittels einer im ersten Anschlußstück (2) isoliert gelagerten Schraubverbindung (27) gehalten ist.
  19. 19. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaft des ortsfesten Schaltkontakts (1a) an die Innenseite des ersten Anschlußstücks (2) mittels einer Schraubverbindung angeschlossen ist.
  20. 20. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach einem der Patentansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Sekundärwicklung (4b) des Stromwandler (4) und die Ringspule (5a) des Magnetauslösers (5) in Serie geschaltet sind.
  21. 21. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach einem der Patentansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in Serie zur Sekundärwicklung (4b) des Stromwandlers die Ringspule (5a) des Magnetauslösers und parallel vorzugsweise zu letzterer eine Kapazität (28) geschaltet sind.
  22. 22. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapazität als gewickelter Kondensator (28a) ausgeführt und um die Wicklung (4b) des Stromwandlers (4) angeordnet ist.
  23. 23. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapazität als Plattenkondensator (28b) ausgeführt und zwischen dem Stromwandler (4) und dem Magnetauslöser (5) angeordnet ist.
  24. 24. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 1 oder einem der nachfolgenden, gekennzeichnet durch Mittel, mit denen die Ausschaltbewegung des beweglichen Schaltkontakts (1b) oder deren Verlängerung (25) zur Auftrennung eines zugeordneten Trenn- oder Lastschalters (32a) übertragbar sind.
  25. 25. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß das aus dem Gehäuse ragende Ende (25a) über ein Gestänge (36) auf den Energiespeicher(38) des Trenn- oder Lastschalters (32a) einwirkt und dessen Auftrennung nach einer Fehlerstromunterbrechung durch die Vakuum-Schaltkammer (1) bewirkt.
  26. 26. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß die aus dem Gehäuse ragenden Enden (25a) auf vorzugsweise außerhalb der Kapselung (31) angeordnete Hilfskontakte (39) einwirken, mit denen nach einer Fehlerstromunterbrechung ein Arbeitsstromauslöser im Energiespeicher (38) des Trenn- oder Lastschalters (32a) beaufschlagbar ist.
  27. 27. Schaltvorrichtung zur Unterbrechung von Fehlerströmen nach Patentanspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltvorrichtungen (33) mit jeweils zwei Hilfskontakten (39) zusammenwirken, und das je ein Hilfskontakt von zwei verschiedenen Phasen miteinander und mit dem Arbeitsstromauslöser des Energiespeichers (38) in Serie geschaltet sind.






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