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Dokumentenidentifikation DE19833534A1 27.01.2000
Titel Buchhülle, insbesondere als Bordbuchhülle für ein Kraftfahrzeug
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Karoussos, Artemis, 38173 Dettum, DE
DE-Anmeldedatum 25.07.1998
DE-Aktenzeichen 19833534
Offenlegungstag 27.01.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.01.2000
IPC-Hauptklasse B42F 3/04
IPC-Nebenklasse B42D 1/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Buchhülle, insbesondere als Bordbuchhülle (13) für ein Kraftfahrzeug. Diese besteht aus einem Buchrücken als im Querschnitt U-förmiges Strangprofilteil (1) mit seitlichen Anschlußprofilen (3, 4) und aus Seitenteilen (14). Die Anschlußprofile (3, 4) sind hinterschnittene Aufnahmenuten, in denen die Seitenteile (14) mit Kantenverdickungen (15) eingesteckt und aufklappbar gehalten sind. Die Kantenverdickungen (15) sind vorzugsweise durch einen Drahtkern (16) gebildet, der jeweils in einer umgeschlagenen, doppelwandigen Seitenkante (17) gehalten ist. Mit einer solchen Anordnung können durch Verwendung der Strangprofilteile (1) als Gleichteile auf einfache Weise unterschiedliche Bordbuchhüllen (13) mit unterschiedlichen Seitenteilmaterialien hergestellt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Buchhülle, insbesondere als Bordbuchhülle für ein Kraftfahrzeug nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Allgemein bekannte Buchhüllen als Bordbuchhüllen bestehen aus einem Buchrücken und zwei damit verbundenen Seitenteilen. Die Seitenteile sind dabei regelmäßig an ihren Innenseiten als Taschen ausgebildet, in die Gebrauchsanweisungen, Serviceunterlagen, etc. einsteckbar sind.

Ein Großteil der Bordbuchhüllen ist einteilig und materialeinheitlich ausgeführt, so daß die Seitenteile und der Buchrücken aus einem zusammengeklappten, einzigen flächigen Materialteil bestehen. Solche zusammengeklappte Mappen sind beispielsweise aus Leder, Kunststoff oder Textilstoffen bekannt.

In anderen Ausführungsformen ist der Buchrücken ein separat hergestelltes Teil, mit dem zwei Seitenteile aufklappbar verbunden sind. Zur Verbindung solcher Seitenteile mit dem Buchrücken sind Klebeverbindungen und Federklammerverbindungen allgemein bekannt.

Zudem ist zur Halterung von Papierblättern, Magazinen, Katalogen und ähnlichem ein jeweils U-profilförmiger, länglicher Halter bekannt (US-PS 4 521 035), der am Rücken je einen seitlich abstehenden Raststeg und je eine entsprechende Rastnut aufweist. Damit können mehrere solche Halter aneinander mit Rastverbindungen befestigt werden, so daß eine Anordnung aus mehreren Haltern mit einem beliebig verbreiterbaren, in sich klappbaren Buchrücken entsteht. In einer ähnlichen Anordnung (DE 32 45 730 A1) sind Halteschienen für Papierblätter, Kataloge, etc. über Gelenkbänder zu einem in sich klappbaren Buchrückens verbunden. Eine Buchhülle für eine Verwendung als Bordbuchhülle in der Art einer Servicemappe ist damit nicht herstellbar.

Zudem sind Halteprofile für eine Wandbefestigung bekannt, an deren wandabgewandter Seite ein federvorgespannter Klemmsteg zur Halterung von Papierblättern angebracht ist (DE 44 11 520 C1; US-PS 4 623 169). Auch eine solche Anordnung ist zur Erstellung einer Buchhülle nicht geeignet.

Buchhüllen, insbesondere als Bordbuchhüllen für Kraftfahrzeuge werden für einfache Fahrzeuge aus preisgünstigem Material, beispielsweise aus Kunststoffmaterial hergestellt, während Bordbuchhüllen für hochwertigere, teuere Fahrzeuge entsprechend aus teueren Material, beispielsweise aus Leder hergestellt werden. Die Herstellungsvorgänge für solche unterschiedlichen Bordbuchhüllen unterscheiden sich dafür erheblich, so daß dazu gleiche Herstellungs- und Montagevorgänge und/oder Gleichteile regelmäßig nicht verwendbar sind.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Buchhülle, insbesondere als Bordbuchhülle für ein Kraftfahrzeug zu schaffen, die bei guter Funktion einfach in variablen Ausführungsformen herstellbar ist.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Gemäß Anspruch 1 ist der Buchrücken ein im Querschnitt U-förmiges Strangprofilteil, dessen U-Basis aus einem flachen Rückenprofilteil und dessen U-Schenkel aus beidseitigen Anschlußprofilen bestehen. Die Anschlußprofile sind hinterschnittene Aufnahmenuten, deren Nutenlängsspalte in Richtung der U-Schenkelenden liegen. Die Seitenteile weisen an wenigstens einer Längskante eine Kantenverdickung auf, mit der sie in den hinterschnittenen Nutenbereich in Längsrichtung eingesteckt und aufklappbar gehalten sind. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform nach Anspruch 2 ist das Strangprofilteil aus Aluminium hergestellt und vorzugsweise kratzfest eloxiert.

Mit dem Strangprofilteil als Buchrücken steht ein für unterschiedliche Ausführungsformen von Buchhüllen verwendbares Gleichteil zur Verfügung. Das Strangprofil kann dazu durch unterschiedlich ausgebildete Seitenteile zu einer kompletten Buchhülle ergänzt werden, wobei die Verbindung zwischen den Seitenteilen und dem Strangprofilteil schnell und einfach durchführbar ist. Das stabile Strangprofilteil kann vorteilhaft an der Buchrückenaußenseite als Logoträger verwendet werden, wobei übliche Beschriftungs- und Graviertechniken einsetzbar sind. Bei modernen Fahrzeugen in Leichtbauweise mit einem hohen Anteil an Aluminiumbauteilen ergibt ein aus Aluminium hergestellter Buchrücken eine zusätzliche Visualisierung und einen Hinweis auf eine solche hochwertige Fahrzeugtechnik aus Aluminium. Die Oberflächen des Aluminiumbuchrückens können dabei optisch ansprechend gestaltet, z. B. geschliffen sein.

In einer konkreten Ausführungsform nach Anspruch 3 ist das flache Rückenprofilteil zur Buchhüllenaußenseite leicht konvex gewölbt. Äußere Nutenwände der beiden Aufnahmenuten verlaufen gegenüber dem flachen Rückenprofilteil senkrecht und parallel zueinander, wobei zur Bildung des hinterschnittenen Nutenbereichs die jeweils inneren Nutenwände zum Nutenlängsspalt hin schräg angestellt sind. Dies ergibt eine ansprechende Optik und eine gute Funktion hinsichtlich der Halterung und der Seitenteilaufklappung.

Der hinterschnittene Nutenbereich wird vorzugsweise nach Anspruch 4 im Querschnitt etwa ballig ausgebildet. Dies ergibt insbesondere bei einer Kantenverdickung gemäß Anspruch 5 günstige Einsteckverhältnisse. Die Kantenverdickung soll dabei durch einen Draht- oder Schnurkern, vorzugsweise einen kunststoffummantelten Drahtkern gebildet sein, der in einer umgeschlagenen, doppelwandigen Seitenteilkante gehalten ist. Eine solche Kantenverdickung ist einfach und kostengünstig herstellbar und zudem sehr stabil und ausreißfest. Der doppelwandige Bereich der Seitenteilkante kann durch einen umgeschlagenen Saum gebildet sein. Es kann aber auch das gesamte Seitenteil doppelwandig ausgebildet sein.

Nach Anspruch 6 können dazu die Seitenwandteile mit dem eingesetzten Draht- oder Schnurkern aus unterschiedlichen Materialien hergestellt sein. Einfachere Ausführungen von Buchhüllen können dabei mit Seitenwandteilen aus Kunststoffolien oder Textilstoffen hergestellt werden. Für höherwertige Ausführungen steht insbesondere Leder zur Verfügung. Die Materialien können auch kombiniert werden.

Die Seitenteile werden mit ihren Kantenverdickungen an den Nutlängsenden eingesteckt und eingeschoben. Um eine Halterung der Seitenteile in Nutlängsrichtung zu erhalten, kann durch entsprechende Abmessungen der Einschiebvorgang schwergängig gehalten sein, so daß eine Selbsthemmung der Seitenteile in den Aufnahmenuten erfolgt. Je nach den Gegebenheiten kann jedoch ein leichtgängiges Einschieben mit einer zusätzlichen Lagesicherung vorgesehen sein. Dazu werden mit Anspruch 7 unterschiedliche Möglichkeiten angegeben, die einzeln oder in Kombination verwendbar sind. Insbesondere kann eine solche Sicherung durch eine zusätzliche Verklebung der Kantenverdickungen in den hinterschnittenen Nutenbereichen erfolgen, wobei zweckmäßig der Kleber unmittelbar vor oder beim Einschiebvorgang aufgebracht wird. Alternativ oder zusätzlich kann eine Halterung der Seitenteile in den Aufnahmenuten auch durch endseitig auf die Aufnahmenuten aufgesetzte Abdeckkappen erfolgen, wobei diese dann aufgerastet oder geklebt sein können. Zudem kann eine Halterung auch durch nachträgliches Zusammenpressen des Nutenlängsspalts erfolgen.

Mit dem Strangprofilteil als Buchrücken und den Seitenteilen kann einfach eine Mappe aufgebaut werden, an der zur Aufnahme von Gebrauchsanweisungen, Serviceanleitungen, etc. zweckmäßig an den Innenseiten der Seitenteile Einstecktaschen angebracht sind. Diese können in an sich bekannter Weise aufgenäht, aufgeklebt oder aus doppelwandigen Wandbereichen aufklappbar sein.

Falls der Umfang und die Aufnahmekapazität der Buchhülle größer sein sollen, können gemäß Anspruch 9 im Bereich zwischen den seitlichen Anschlußprofilen an der Innenseite des Rückenprofilteils ein- oder mehrere weitere Anschlußprofile angeformt sein, in die dann weitere Wandteile mit Taschen einsteckbar sind. Zudem kann der Bereich zwischen den Anschlußprofilen optisch mit Längsrillen gestaltet sein.

Die Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 einen Buchrücken als Strangprofilteil im Querschnitt, und

Fig. 2 einen (linken) Teilbereich des Strangprofils nach Fig. 1 mit einer Teilansicht eines eingesetzten Seitenteils einer Buchhülle.

In Fig. 1 ist ein Buchrücken einer Buchhülle als im Querschnitt U-förmiges Strangprofilteil 1 dargestellt. Das Strangprofilteil 1 ist aus kratzfest eloxiertem Aluminium geformt.

Das Strangprofilteil 1 besteht aus einem flachen, mittleren Rückenprofilteil 2 als U-Basis. Daran sind beidseitig und spiegelbildlich Anschlußprofile 3, 4 als U-Schenkel angeformt. Die Anschlußprofile 3, 4 sind als hinterschnittene Aufnahmenuten ausgeführt.

Das flache Rückenprofilteil ist leicht konvex gewölbt. Jeweils äußere Nutenwände 5, 6 der Anschlußprofile 3, 4 verlaufen etwa senkrecht zum Rückenprofilteil 2. Zur Bildung des jeweils hinterschnittenen Nutenbereichs 7, 8 sind innere Nutenwände 9, 10 der Anschlußprofile 3, 4 schräg zum jeweiligen Nutenlängsspalt 11, 12 angestellt.

Durch runde und bogenförmige Formgebungen sind die hinterschnittenen Nutenbereiche 7, 8 im Querschnitt etwa ballig ausgebildet.

In Fig. 2 ist in einer Teilansicht der Bereich des Anschlußprofils 3 dargestellt. In den hinterschnittenen Nutenbereich 7 ist hier zur Herstellung einer Bordbuchhülle 13 bereits ein Seitenwandteil 14 eingesteckt.

Dazu weist das Seitenwandteil 14 eine Kantenverdickung 15 an der in den hinterschnittenen Nutenbereich 7 eingesteckten Seitenteilkante 17 auf.

Die Kantenverdickung 15 ist durch einen kunststoffummantelten Drahtkern 16 gebildet, der in der umgeschlagenen, doppelwandigen Seitenteilkante 17 gehalten ist. Der umgeschlagene Bereich wird hier über einen Saum 18 gebildet. Es ist jedoch eine insgesamt doppelwandige Ausführung des Seitenwandteils 14 möglich, wie mit der strichliert angedeuteten Verlängerung des Saums 18 eingezeichnet ist.

An der Innenseite des Rückenprofilteils 1 sind zudem Längsrillen 19 angebracht.

Zur Montage der Bordbuchhülle 13 wird somit lediglich jeweils ein Seitenwandteil 14 mit seiner Kantenverdickung 15 in die Anschlußprofile 3, 4 in Längsrichtung eingeschoben. Die Seitenwandteile 14 können dazu je nach gewünschter Ausführung und Qualität aus unterschiedlichen Materialien, insbesondere aus Textilstoffen, Kunststoffolien oder Leder bestehen. In Längsrichtung können die Seitenwandteile zudem mit herkömmlichen Maßnahmen, wie Kleben, Verklemmen, durch Abdeckkappen, etc. gegen ein Herausschieben gesichert sein. Die Seitenteile 14 können aufgrund ihrer Materialflexibilität insbesondere um die Kanten der äußeren Nutenwände 5, 6 an den Nutenlängsspalten 11, 12 aufgeklappt werden, wodurch die an den Innenseiten der Seitenwandteile 14 angebrachten (nicht dargestellten) Taschen zugänglich sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Buchhülle, insbesondere als Bordbuchhülle (13) für ein Kraftfahrzeug, bestehend aus einem Buchrücken und zwei damit verbundenen Seitenteilen (14), dadurch gekennzeichnet,

    daß der Buchrücken ein im Querschnitt U-förmiges Strangprofilteil (1) ist, dessen U-Basis aus einem flachen Rückenprofilteil (2) und dessen U- Schenkel aus beidseitigen Anschlußprofilen (3, 4) bestehen,

    daß die Anschlußprofile (3, 4) hinterschnittene Aufnahmenuten sind, deren Nutenlängsspalt (11, 12) in Richtung der U-Schenkelenden liegt, und

    daß die Seitenteile (14) an wenigstens einer Längskante (17) eine Kantenverdickung (15) aufweisen, mit der sie jeweils in die hinterschnittenen Nutenbereiche (7, 8) eingesteckt und aufklappbar gehalten sind.
  2. 2. Buchhülle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Strangprofilteil (1) aus Aluminium hergestellt und vorzugsweise kratzfest eloxiert ist.
  3. 3. Buchhülle nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,

    daß der flache Rückenprofilteil (2) zur Buchhüllenaußenseite leicht konvex gewölbt ist,

    daß jeweils äußere Nutenwände (5, 6) der Anschlußprofile (3, 4) gegenüberliegend parallel und etwa senkrecht zum Rückenprofilteil (1) verlaufen, und

    daß zur Bildung der hinterschnittenen Nutenbereiche (7, 8) jeweils innere Nutenwände (9, 10) zu den Nutenlängsspalten (11, 12) hin schräg angestellt sind.
  4. 4. Buchhülle nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die hinterschnittenen Nutenbereiche (7, 8) im Querschnitt etwa ballig ausgebildet sind.
  5. 5. Buchhülle nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kantenverdickung (15) durch einen Draht- oder Schnurkern, vorzugsweise einen kunststoffummantelten Drahtkern (16) gebildet ist, der in einer umgeschlagenen, doppelwandigen Seitenteilkante (17) gehalten ist.
  6. 6. Buchhülle nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wände der Seitenteile (14) aus Textilstoff und/oder Kunststoffolien und/oder Leder hergestellt sind.
  7. 7. Buchhülle nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenteile (14) insbesondere in Nutlängsrichtung durch endseitige Abdeckkappen und/oder durch Klebung und/oder durch Zusammenpressen der Nutenlängsspalte (11, 12) in den Anschlußprofilen (3, 4) in Längsrichtung gehalten sind.
  8. 8. Buchhülle nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenteile (14) an den Innenseiten mit wenigstens einer Einstecktasche versehen sind.
  9. 9. Buchhülle nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich zwischen den seitlichen Anschlußprofilen (3, 4) an der Innenseite des Rückenprofilteils (1) wenigstens ein weiteres Anschlußprofil angeformt ist und/oder eine Längsrillung (19) verläuft.






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