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Dokumentenidentifikation DE19634323C2 10.02.2000
Titel Vorrichtung zur Halterung einer Gelenkwelle
Anmelder GKN Walterscheid GmbH, 53797 Lohmar, DE
Erfinder Nienhaus, Clemens, Dipl.-Ing., 53819 Neunkirchen-Seelscheid, DE;
Schott, Wilhelm, Dipl.-Ing., 50996 Köln, DE
Vertreter Harwardt Neumann Patent- und Rechtsanwälte, 53721 Siegburg
DE-Anmeldedatum 24.08.1996
DE-Aktenzeichen 19634323
Offenlegungstag 26.02.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.02.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.02.2000
IPC-Hauptklasse A01B 71/06

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Halten einer an einem landwirtschaftlichen Gerät zu deren Antrieb angebrachten Gelenkwelle im angehobenen Zustand bei vom Traktor abgekuppelten Gerät, wobei die Gelenkwelle ein erstes, mit der Eingangswelle des Gerätes verbundenes erstes Gelenk mit einem angeschlossenen ersten Teleskopelement und ein zweites Gelenk mit einem zweiten Teleskopelement, das zur Verbindung mit der Zapfwelle des Traktors bestimmt ist, sowie ein erstes Schutzrohr, das das erste Teleskopelement überdeckt und ein zweites Schutzrohr, das das zweite Teleskopelement überdeckt, umfaßt, wobei das zweite Teleskopelement teleskopierbar zum ersten Teleskopelement und das zweite Schutzrohr teleskopierbar zum ersten Schutzrohr angeordnet ist.

Die DE 31 49 019 A1 betrifft eine Gelenkwelle, die aus zwei ineinanderschiebbaren Gelenkwellenteilen aufgebaut ist. Ein Gelenkwellenteil ist fest mit dem Antriebszapfen des anzutreibenden Gerätes und das andere fest mit der Zapfwelle des Traktors verbunden. Wenn nun das Gerät mit dem Traktor gekuppelt wird, soll auch gleichzeitig die Gelenkwelle durch Zusammenführen der beiden Gelenkwellenteile gekuppelt werden. Das dem Gerät zugeordnete Gelenkwellenteil ist mittels eines Gummizuges an das Gerät angehängt, wobei der Gummizug an dem zu der Gelenkwelle gehörenden Schutzrohr angreift. Das Schutzrohr weist einen Trichter auf, der zur Vorzentrierung des Schutzrohres des an der Zapfwelle festgelegten Gelenkwellenteiles dient. Der Gummizug soll das geräteseitige Gelenkwellenteil zum Kuppeln in etwa ausgerichtet halten. Das traktorseitige Gelenkwellenteil ist durch eine Kette ebenfalls ausgerichtet gehalten, wobei die Ausrichtung durch Eingriff von Hand an die Kette durch den Fahrer vom Fahrersitz aus korrigiert werden kann, um in den Fangbereich des Trichters zu gelangen. Zur weiteren Ausrichtung der die Drehmomentübertragung übernehmenden Wellenteile sind ebenfalls Zentriermittel zur gegenseitigen Zentrierung und Herstellung einer drehfesten Verbindung vorgesehen. Nach Beendigung des Kuppelvorganges wird die Kette gelöst, was erforderlich ist, weil die Gelenkwelle nach dem Kuppeln des Gerätes im Betriebszustand entsprechend der Lageveränderung des Gerätes unterschiedliche Stellungen einnehmen können muß. Daran wäre sie gehindert, würde die Kette eingehängt bleiben.

Gegenstand dieses Standes der Technik ist also eine Kuppelhilfe.

Die DE 33 07 339 C2 betrifft ebenfalls eine Kuppelhilfe für eine Gelenkwelle, wobei ebenfalls ein Teil der Gelenkwelle mit der Zapfwelle des Traktors und der andere Teil mit dem Antriebszapfen des Gerätes verbunden ist. Der mit der Zapfwelle verbundene Teil weist eine Kupplungshülse und einen Zentriertrichter auf. Das dem Gerät zugehörige Gelenkwellenteil besitzt einen zur Kupplungshülse in Eingriff bringbaren Kupplungszapfen, der durch den Zentriertrichter vorzentriert wird. Beide Gelenkwellenteile sind jeweils durch Federn an den Traktor bzw. an das Gerät angehängt. Traktorseitig kann die Feder z. B. mit den Hubarmen des Traktors verbunden werden, um zusätzlich noch eine Höhenausrichtung der Kupplungshülse gegenüber dem Zapfen zu ermöglichen.

Bei landwirtschaftlichen Geräten, die über eine Kreuzgelenkwelle, für den Antrieb durch die Zapfwelle eines Traktors verfügen, liegt diese dann, wenn das Gerät nicht benutzt wird, d. h. vom Traktor abgekuppelt ist, mit ihrem von der Zapfwelle des Traktors abgekuppelten Ende üblicherweise auf dem Boden. Da landwirtschaftliche Geräte häufig nur saisonal im Einsatz sind, ist die Gefahr der Verschmutzung und des Rostens gegeben. Darüber hinaus besteht die Gefahr, daß die Gelenkwelle überfahren wird. Es ist bereits bekannt, dem Gerät ein hakenförmiges Trageelement zuzuordnen, in dessen Hakenmaul die Gelenkwelle eingehängt wird, wobei sie sich im Abstand zu dem am Gerät befestigten ersten Gelenk mit ihrem Schutzrohr im Hakenmaul abstützt. Es ist dabei eine nur kurze Abstützlänge verwirklichbar. Die entsprechend lange freie überkragende Länge bewirkt aufgrund des Gewichtes eine Verformung und sogar auf Dauer Zerstörung des Schutzrohres.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, welche die Gelenkwelle im Ruhezustand, d. h. dann, wenn das Gerät abgekuppelt ist, im Verhältnis zum Gerät so hält, daß sie den Boden, auf dem das Gerät aufsteht, nicht berührt und keine überhöhte Beanspruchung der Bauteile der Schutzvorrichtung bewirkt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das zweite Schutzrohr auf das erste, geräteseitige Schutzrohr aufgesteckt ist, daß dem zweiten Schutzrohr eine Muffe zugeordnet ist, daß die Muffe auf dem zweiten Schutzrohr schiebbar angeordnet ist und daß die Muffe über ein nur auf Zug beanspruchbares Zugmittel mit dem Gerät verbunden ist.

Von Vorteil bei dieser Ausbildung ist, daß die Muffe mit dem Zugmittel ständig an der Gelenkwelle verbleiben kann. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß sich die Gelenkwelle bereits in einer angehobenen Position befindet, so daß auch das Kuppeln mit der Zapfwelle des Traktors beim Anbau des Gerätes erleichtert wird. Durch Zurückschieben der Muffe in Richtung auf das mit dem Gerät fest verbundene erste Gelenk wird die Muffe mit dem Zugmittel in eine Ruheposition überführt, in welcher sie keine Kräfte auf die Gelenkwelle ausübt, wenn diese im gekuppelten Zustand bei Lageänderung des Gerätes zum Traktor ebenfalls eine Bewegung ausführt. Dieser Zustand kann aber auch automatisch eintreten, wenn sich die Gelenkwelle in der Ruheposition, d. h. dann, wenn das Gerät nicht gekuppelt ist, in ihrem zusammengeschobenen Zustand befindet. Bei einer Relativbewegung in Richtung der Längsachse, d. h. bei einer Längenänderung der Gelenkwelle erfolgt dann automatisch ein Bewegen der Muffe im Verhältnis zum Schutzrohr in Richtung auf das erste Gelenk. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß eine relativ große Abstützlänge erreichbar ist, so daß von der Schutzvorrichtung, nämlich die Schutzrohre und deren Lagerung, aufzunehmenden Kräfte gering sind.

Beim Abkuppeln des Gerätes kann umgekehrt die Schiebemuffe wieder in Richtung auf das zweite Gelenk auf dem Schutzrohr von Hand verstellt werden, so daß das Zugmittel gestrafft ist und die Gelenkwelle im Verhältnis zum Boden in einer angehobenen Position hält. Eine Verschmutzung oder Beschädigung kann dann nicht eintreten. Die Lage der Gelenkwelle kann durch Änderung der Länge des Zugmittels, d. h. durch unterschiedliches Fixieren des Zugmittels hinsichtlich seiner Länge am Rahmen des Gerätes, verändert werden.

In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Muffe mit einer Öse zur Befestigung des Zugmittels versehen ist. Schließlich ist das Zugmittel vorzugsweise in Form einer Kette dargestellt, die es in einfacher Weise erlaubt, die Länge des Zugmittels zu variieren, indem diese mit unterschiedlichen Gliedern an dem Fixpunkt des Verbindungsrahmens des Gerätes eingehängt wird.

Ferner ist es zur Verbesserung des Sitzes der Muffe auf dem Schutzrohr für deren Halterung möglich, die Bohrung der Muffe mit reibwerterhöhenden Mitteln zu versehen. Diese können durch eine besondere Formgebung der Bohrung, deren Oberfläche oder durch reibwerterhöhende Einsätze oder Zusätze zum Material der Muffe realisiert werden. Üblicherweise werden die Schutzrohre aus Kunststoff hergestellt, und es bietet sich an, auch die Muffe daraus herzustellen.

Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt.

In der Zeichnungsfigur ist ein Traktor 1 dargestellt, an dessen Heck sich ein Oberlenker 2 und darunter zwei zur Traktorlängsachse versetzt angeordnete Unterlenker 3 befinden, welche zum Kuppeln eines Gerätes 5 gedacht sind. Da bei landwirtschaftlichen Geräten 5 häufig noch eine Drehbewegung vom Traktor 1 zum Gerät 5 zu leiten ist, weist dieser am Heck eine Zapfwelle 4 auf. Das Gerät 5 weist zur Verbindung mit dem Oberlenker 2 bzw. Unterlenker 3 einen Verbindungsrahmen 6 mit entsprechenden Kuppelpunkten auf, welche mit den dem Oberlenker 2 und dem Unterlenker 3 zugeordneten Kupplungshaken verbunden werden. Dem Gerät 5 ist zum Antrieb eine Gelenkwelle 7 zugeordnet, die mit der Zapfwelle 4 des Traktors 1 verbindbar ist.

Die Gelenkwelle 7 umfaßt ein erstes Gelenk 8, das fest mit einer Eingangswelle des Antriebes des Gerätes 5 verbunden ist. An das erste Gelenk 8 ist ein als Profilrohr gestaltetes erstes Teleskopelement 9 angeschlossen, welches mit dem zum Gelenk 10 gehörenden, ebenfalls als Profilrohr gestalteten Teleskopelement 12 in Eingriff ist, d. h. das erste Teleskopelement 9 ist zum zweiten Teleskopelement 12 verschiebbar geführt. Beide drehen sich jedoch aufgrund der Profilausbildung zur Drehmomentübertragung zusammen um die Längsachse X. Dem zweiten Gelenk 10 ist eine Aufstecknabe 11 zugeordnet, mit welcher die Gelenkwelle 7 mit der Zapfwelle 4 drehfest verbunden werden kann. Koaxial zum ersten Teleskopelement 9 ist ein erstes Schutzrohr 13 mittels einer Lagerung 16 angeordnet. Ferner weist das erste Schutzrohr 13 einen Schutztrichter auf, der das erste Gelenk 8 überdeckt. Auf das erste Schutzrohr 13 ist ein zweites Schutzrohr 14 aufgesteckt und zu diesem teleskopierbar. Es ist über eine Lagerung 16 an der Einheit aus dem zweiten Gelenk 10 und dem zweiten Teleskopelement 12 gelagert. Es ist ihm ferner ein weiterer Schutztrichter 17 zugeordnet, der das zweite Gelenk 10 zumindest teilweise überdeckt. Im Ruhezustand, d. h. wenn, wie dargestellt, das Gerät 5 noch nicht mit dem Traktor 1 verbunden ist, ist die Baueinheit aus dem zweiten Gelenk 10, dem zugehörigen zweiten Teleskopelement 12 sowie dem zweiten Schutzrohr 14 und dem zugehörigen Schutztrichter 17 im Verhältnis zu der Einheit, die das erste Teleskopelement 9, das erste Schutzrohr 13 und den zugehörigen Trichter 17 umfaßt, entlang der Längsachse X verschiebbar. Die Schutzanordnung aus dem ersten Schutzrohr 13 und dem zugehörigen Trichter 17 ist über eine Haltekette 15 am Verbindungsrahmen 6 festgelegt, wodurch die gesamte Schutzanordnung, die auch das Schutzrohr 14 umfaßt, undrehbar gehalten ist, während die von diesen überdeckte Kreuzgelenkwelle mit den beiden Gelenken 8, 10 und den beiden Teleskopelementen 9, 12 in dieser drehbar ist.

Zusätzlich ist auf dem zweiten Schutzrohr 14, das das äußere Schutzrohr darstellt, eine Muffe 18 mit ihrer Bohrung 19 entlang der Längsachse X verstellbar angeordnet. Die Muffe 18 besitzt eine Öse 20, in welche ein Zugmittel 21 in Form einer Kette eingehängt ist, welche mit ihrem anderen Ende am Verbindungsrahmen durch Fixiermittel 22 festgelegt ist. Um die Gelenkwelle 7 in der in der Zeichnung dargestellten Position, d. h. abgehoben im Verhältnis zum Boden, auf dem das Gerät 5 aufsteht, zu halten, ist die Muffe 18 nach links in Richtung auf das zweite Gelenk 10 verschoben. Da das Zugmittel 21 in dieser Position gespannt ist, wird die Gelenkwelle 7 in der angehobenen Position gehalten. Die Halterung der Muffe 18 in der in der Zeichnungsfigur dargestellten Position erfolgt durch Reibschluß zwischen der Muffe 18 und dem zweiten Schutzrohr 14. Soll nun die Gelenkwelle 7 mit der Zapfwelle 4 des Traktors 1 gekuppelt werden, wird die Muffe 18 von Hand in Richtung auf das erste Gelenk 8 auf dem zweiten Schutzrohr 14 verschoben, so daß sich der Abstand zwischen der Öse 20 und dem Fixiermittel 21 verringert und das Zugmittel 21 damit entspannt ist. Die Gelenkwelle 7 kann nunmehr ihre Position räumlich um den durch das erste Gelenk 8 dargestellten Gelenkmittelpunkt verändern, so daß Bewegungen der Gelenkwelle 7 im angebauten Zustand, die aus einer Veränderung der Lage des Gerätes 5 zum Traktor 1 resultieren, nicht behindert werden.

Bezugszeichenliste

1Traktor

2Oberlenker

3Unterlenker

4Zapfwelle

5Gerät

6Verbindungsrahmen

7Gelenkwelle

8erstes Gelenk

9erstes Teleskopelement

10zweites Gelenk

11Aufstecknabe

12zweites Teleskopelement

13erstes Schutzrohr

14zweites Schutzrohr

15Haltekette

16Lagerung

17Schutztrichter

18Muffe

19Bohrung

20Öse

21Zugmittel/Kette

22Fixiermittel

XLängsachse


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Halten einer an einem landwirtschaftlichen Gerät (5) zu deren Antrieb angebrachten Gelenkwelle (7) im angehobenen Zustand bei vom Traktor abgekuppelten Gerät (5), wobei die Gelenkwelle ein erstes, mit der Eingangswelle des Gerätes (5) verbundenes erstes Gelenk (8) mit einem angeschlossenen ersten Teleskopelement (9) und ein zweites Gelenk (10) mit einem zweiten Teleskopelement (12), das zur Verbindung mit der Zapfwelle (4) des Traktors (1) bestimmt ist, sowie ein erstes Schutzrohr (13), das das erste Teleskopelement (9) überdeckt und ein zweites Schutzrohr (14), das das zweite Teleskopelement (12) überdeckt, umfaßt, wobei das zweite Teleskopelement (12) teleskopierbar zum ersten Teleskopelement (9) und das zweite Schutzrohr (14) teleskopierbar zum ersten Schutzrohr (13) angeordnet ist,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß das zweite Schutzrohr (14) auf das erste, geräteseitige Schutzrohr (13) aufgesteckt ist, daß dem zweiten Schutzrohr (14) eine Muffe (18) zugeordnet ist, daß die Muffe (18) auf dem zweiten Schutzrohr (14) schiebbar angeordnet ist und daß die Muffe (18) über ein nur auf Zug beanspruchbares Zugmittel (21) mit dem Gerät (5) verbunden ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Muffe (18) mit einer Öse (20) zur Befestigung des Zugmittels (21) versehen ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß das Zugmittel (21) durch eine Kette dargestellt ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Muffe (18) in ihrer Bohrung (19) reibwerterhöhende Mittel aufweist.






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