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Dokumentenidentifikation DE19629202C2 24.02.2000
Titel Kantenhobel
Anmelder Rössig, Rolf, 86556 Kühbach, DE
Erfinder Decker, Erich, 86551 Aichach, DE
DE-Anmeldedatum 19.07.1996
DE-Aktenzeichen 19629202
Offenlegungstag 22.01.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.02.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.02.2000
IPC-Hauptklasse B27G 17/02
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Kantenhobel insbesondere zur Bearbeitung von Gipskartonplatten. Der Hobel umfaßt einen Grundkörper eine Führungseinrichtung mit einer Führungsfläche und einer Seitenführungseinrichtung die durch eine Führungsleiste gebildet ist und eine Seitenführungsfläche aufweist, welche im wesentlichen senkrecht zu der Führungsfläche verläuft, sowie einen Handgriffbereich mit einer ersten und einer zweiten Klingenbefestigungseinrichtung zur Befestigung der darin jeweils aufgenommenen Klingenelemente derart, daß diese einen, einem Werkstückkantenbereich zugänglichen Bahnraum räumlich schräg durchsetzen. Die beiden Klingenbefestigungseinrichtungen sind derart angeordnet, daß die darin entsprechend befestigten Klingenelemente sich bei werkmäßigem Ergreifen des Kantenhobels in Vorschubrichtung gesehen, vor einem den Daumenauflagebereich bildenden Abschnitt befinden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Kantenhobel gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.

Ein derartiger Kantenhobel ist aus DE 87 03 786 U1 bekannt. Dieser Kantenhobel ist speziell zur Kantenbearbeitung von Leichtbauplatten bzw. Gipskartonplatten vorgesehen und ermöglicht es, eine säge- oder bruchraue Kante zu brechen, bzw. mit einer Fase zu versehen. Derartige Fasen bilden zwischen mehreren zu einer Wandfläche aneinandergefügten Platte entsprechende Spachtel-Fugen, die mit einem Füllmaterial ausgefüllt werden können und hierbei eine verbesserte Haftung des Füllmaterials gewährleisten. Bei diesem herkömmlichen Kantenhobel sind zwei Klingenelemente vorgesehen, welche derart angeordnet sind, daß sich eines der beiden, bezogen auf eine Hobelvorschubrichtung vor einem Handgriff, und das andere Klingenelement hinter dem Handgriff befindet. Werden mit einem derartigen Kantenhobel Gipskartonplatten bearbeitet, so bestimmt sich der im Rahmen eines Hobelschubes an der Werkstückkante erreichte Abtrag im wesentlichen durch die Justierung der beiden Klingenelemente. Bei einer üblicherweise großen Zustellung der Klingenelemente dringen diese vergleichsweise tief in die Kante der zu bearbeitenden Platte ein. Die hierbei auftretenden Span-Abtragskräfte sind relativ groß. Der durch das jeweilige Klingenelement erreichte Materialabtrag läßt sich nur in geringem Maße durch die während des Hobelvorschubs auf den Kantenhobel aufgebrachten Handkräfte dosieren. Insbesondere zu Beginn eines Hobelvorschubs sowie bei der Annäherung des Hobels an einen Platten-Eckbereich erweist sich dieser Umstand als problematisch.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kantenhobel der eingangs genannten Art zu schaffen, der bei kompaktem Aufbau eine unter ergonomischen Gesichtspunkten verbesserte Handhabbarkeit bietet.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Kantenhobel mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.

Eine hinsichtlich der Stabilität des Kantenhobels besonders vorteilhafte Ausführungsform ist dadurch gegeben, daß die erste Spannfläche durch einen Grundkörper gebildet ist. In vorteilhafter Weise ist auch die zweite Spannfläche durch einen Grundkörper gebildet.

An dem Grundkörper ist in vorteilhafter Weise eine insbesondere ebene Führungseinrichtung ausgebildet, welche eine entlang des Werkstückes gleitbewegbare Führungsfläche umfaßt. Diese Führungsfläche ist gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung im wesentlichen eben ausgebildet.

Diese Führungsleiste ist in vorteilhafter Weise im Bereich der Spannflächen unterbrochen. Dadurch ergibt sich ein besonders günstiger Austrag des durch des Klingenelement abgetrennten Materials aus dem Bearbeitungsabschnitt.

Gemäß einem besonderen Aspekt der vorliegenden Erfindung ist auch zwischen den beiden Spannflächen ein Führungsleistenabschnitt vorgesehen. Dadurch ergibt sich eine besonders günstige Abdeckung des unteren, dem Werkstück zugewandten Abschnitts des Klingenelementes. Dadurch wird auf vorteilhafte Weise eine Beschädigung dieses Abschnittes vermieden und ein Verletzungsrisiko vermindert.

Die erste Spannfläche verläuft in vorteilhafter Weise im wesentlichen senkrecht zu der Führungsfläche. Eine durch die erste Spannfläche und die Führungsfläche definierte Schnittlinie verläuft dabei in vorteilhafter Weise unter einem Winkel im Bereich zwischen 10° bis 20° zu einer durch die Seitenführungseinrichtung festgelegten Vorschubrichtung.

Die zweite Spannfläche verläuft in vorteilhafter Weise unter einem Winkel zwischen 45° bis 65° vorzugsweise 60° zu der Führungsfläche geneigt, wobei eine durch die zweite Spannfläche und die Führungsfläche definierte Schnittlinie unter einem Winkel im Bereich von 15° bis 30°, vorzugsweise 21° zu der durch die Seitenführungseinrichtung festgelegten Vorschubrichtung verläuft.

Eine besonders stabile und schwingungsarme Befestigung des Klingenelementes ist dadurch gegeben, daß das Klingenelement auf den Spannflächen festspannbar ist. Ferner wird durch eine derartige, kostengünstige realisierbare Klingenspannung auch eine günstige Wärmeableitung aus dem Klingenelement ermöglicht.

Insbesondere in Kombination mit einer derartigen Klingenspannung ist eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung dadurch gegeben, daß eine Klemmeinrichtung vorgesehen ist zum Festklemmen des Klingenelementes auf der Spannfläche. Eine derartige Klemmeinrichtung besteht in vorteilhafter Weise aus einem Klemmbügel und einer Klemmschraube, wobei der Klemmbügel auf einer der Spannflächen abgewandten Seite des Klingenelementes auf diesem aufliegt und die Klemmschraube des Klemmelementes gegen die Spannfläche drängt.

In der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles ist unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen die Erfindung erläutert. Es zeigt:

Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines Kantenhobels gemäß einer Ausführungsform der Erfindung

Fig. 2 eine Schemadarstellung zur Verdeutlichung der unterschiedlich geneigten Spannflächen

Bei einem Kantenhobel gemäß der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform sind an einem aus einem Aluminium-Gußwerkstoff gebildeten Grundkörper 1 zwei Spannflächen S1, S2 gebildet, auf welche ein Klingenelement 3 aufspannbar ist. Bei der hier dargestellten Ausführungsform verlaufen die beiden Spannflächen S1, S2 nicht zueinander parallel, sondern zueinander geneigt, wie dies aus der nachfolgenden noch näher beschriebenen Fig. 2 hervorgeht.

Beide Spannflächen S1, S2 sind in Längsrichtung des Kantenhobels zueinander beabstandet und jeweils von einer Gewindebohrung 4 durchsetzt, in welche eine Klemmschraube 5 einschraubbar ist. Diese Klemmschraube 5 drängt einen Klemmbügel 6 gegen die jeweilige Spannfläche S1, S2 und ermöglicht dadurch ein Festklemmen des Klingenelementes 3.

Als Klingenelement 3 kann beispielsweise eine handelsübliche Teppichmesserklinge oder dgl. verwendet werden. Aufgrund der auf der jeweiligen Spannfläche S1, S2 gegebenen Verschiebbarkeit des Klingenelementes 3 können dem jeweiligen Werkstoff sowie der gewünschten Fasen-Abmessung entsprechende Positionen des Klingenelementes 3 ausgewählt werden. Bedarfsweise ist es auch möglich, gleichzeitig zwei Klingenelemente 3 in den Kantenhobel einzuspannen.

Beide Spannflächen S1 und S2 sind auf Seiten einer Führungsleiste 7 gebildet. Diese Führungsleiste 7 besteht aus einem schmalen Leistenabschnitt, welcher im seitlichen Bereich einer Führungsfläche 8 (Hobelunterseite) ausgebildet ist.

Bei der gezeigten Ausführungsform befindet sich die Führungsleiste 7 auf Seiten eines an dem Grundkörper 1 vorgesehenen Daumenauflagebereichs 9. Dieser Daumenauflagebereich 9 ist durch eine sanfte, konvex gewölbte Ausnehmung in einem, im hinteren Bereich des Grundkörpers 1 geformten Griffbereich ausgebildet.

Die erste Spannfläche S1 ist dem Daumenauflagebereich 9 in Vorschubrichtung vorangehend ausgebildet. Diese Spannfläche S1 ist in einem Werkstückbearbeitungsabschnitt ausgebildet, welcher zur Seite des Daumenauflagebereichs 9 des Grundkörpers 1 hin freiliegt. Im oberen Bereich des Grundkörpers 1 ist ein Zeigefingerauflageabschnitt gebildet. Auf einer der Spannfläche S1 abgewandten Seite des Grundkörpers 1 ist eine Auflagefläche für den Mittelfinger, den Ringfinger und den kleinen Finger gebildet.

Der Grundkörper 1 ist als Hohlkörper ausgebildet und an seiner Unterseite durch ein separates, die Führungsfläche 8 bildendes Solenelement abgedeckt.

Die Führungsleiste 7 ist im Bereich des ersten Bearbeitungsabschnittes sowie im Bereich eines zweiten Bearbeitungsabschnittes unterbrochen. Zwischen den beiden Bearbeitungsabschnitten ist ein kleiner Führungsleistenabschnitt 7 vorgesehen, welcher das untere Ende des Klingenelementes 3, falls dieses im zweiten Bearbeitungsabschitt gespannt ist, abdeckt.

Aus der Darstellung gemäß Fig. 2 geht deutlich hervor, daß bei einer Ausführungsform des Kantenhobels mit zwei Spannflächen S1, S2 diese unter unterschiedlicher Winkelorientierung relativ zu dem Grundkörper 1 (Fig. 1) ausgebildet sind. Zum besseren Verständnis wird hierzu ein Bezugssystem angegeben, gemäß welchem eine X-Richtung einer Kantenhobel-Vorschubrichtung entspricht und die beiden untereinander senkrechten Y- und Z-Richtungen Horizontal- bzw. Vertikalrichtungen sind. Eine dergestalt definierte XY-Ebene wird durch die Spannfläche S1 in einer Schnittlinie f1, und durch die Spannfläche S2 in einer Schnittlinie f2 geschnitten. Die Schnittlinien f1 und f2 verlaufen zueinander geneigt. Eine YZ-Ebene wird durch die Spannfläche S1 in einer Linie c1 und durch die Spannfläche S2 in einer Linie c2 geschnitten.


Anspruch[de]
  1. 1. Kantenhobel, mit einem Grundkörper (1), einer Führungseinrichtung zur Führung des Grundkörpers (1) mit einer Führungsfläche (8) und einer Seitenführungseinrichtung, die durch eine Führungsleiste (7) gebildet ist und eine Seitenführungsfläche aufweist, welche im wesentlichen senkrecht zu der Führungsfläche (8) verläuft, einem Handgriffbereich, einem zur Aufnahme eines Klingenelementes (3) vorgesehenen Werkstückbearbeitungsabschnitt, mit einer ersten Klingenbefestigungseinrichtung, mit einer ersten Spannfläche (S1) in welcher das Klingenelement (3) derart anbringbar ist, daß eine von dem Klingenelement (3) definierte erste Klingenebene unter einer vorbestimmten Neigung einen einem Werkstück-Kantenbereich zugänglichen Bahnraum räumlich schräg durchsetzt, und einer zweiten Klingenbefestigungseinrichtung mit einer zweiten Spannfläche (S2) zur Aufnahme eines Klingenelementes (3) derart, daß dieses eine zweite Klingenebene definiert, die zu der ersten Klingenebene beabstandet und geneigt verläuft, dadurch gekennzeichnet, daß beide Klingenbefeststigungseinrichtungen (S1, S2, 4, 5, 6) derart angeordnet sind, daß diese bei werkmäßigem Ergreifen des Kantenhobels in Vorschubrichtung vor dem den Daumenauflagebereich (9) bildenden Abschnitt des Handgriffbereiches angeordnet sind.
  2. 2. Kantenhobel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Spannfläche (S1) und die zweite Spannfläche (S2) entlang einer Arbeitsbewegungsrichtung abfolgend angeordnet sind.
  3. 3. Kantenhobel nach zumindest einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Spannfläche (S1) durch den Grundkörper (1) gebildet ist.
  4. 4. Kantenhobel nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Spannfläche (S2) durch den Grundkörper (1) gebildet ist.
  5. 5. Kantenhobel nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsfläche (8) im wesentlichen eben ist.
  6. 6. Kantenhobel nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsleiste (7) im Bereich der Spannflächen (S1, S2) unterbrochen ist.
  7. 7. Kantenhobel nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den beiden Spannflächen (S1, S2) ein Führungsleistenabschnitt (7') vorgesehen ist.
  8. 8. Kantenhobel nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Spannfläche (S1 im wesentlichen senkrecht zu der Führungsfläche (8) verläuft.
  9. 9. Kantenhobel nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine durch die erste Spannfläche (S1) und die Führungsfläche (8) definierte Schnittlinie (f1) unter einem Winkel im Bereich zwischen 10° und 20° zu einer durch die Seitenführungseinrichtung festgelegten Vorschubrichtung verläuft.
  10. 10. Kantenhobel nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Spannfläche (S2) unter einem Winkel zwischen 45° bis 65°, vorzugsweise 60° zu der Führungsfläche (8) geneigt verläuft.
  11. 11. Kantenhobel nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß eine durch die zweite Spannfläche (S2) und die Führungsfläche (8) definierte Schnittlinie (f2) unter einem Winkel im Bereich 15° bis 30°, vorzugsweise 21° zu der durch die Seitenführungseinrichtung festgelegten Vorschubrichtung verläuft.
  12. 12. Kantenhobel nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Klingenelement (3) auf den Spannflächen (S1, S2) festspannbar ist.
  13. 13. Kantenhobel nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß eine Klemmeinrichtung (5, 6) vorgesehen ist zum Festklemmen des Klingenelementes (3) auf der Spannfläche (S1, S2).
  14. 14. Kantenhobel nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmeinrichtung (5, 6) durch einen Klemmbügel (6) und eine Klemmschraube (5) gebildet ist, wobei der Klemmbügel (6) auf einer der Spannflächen (S1, S2) abgewandten Seite des Klingenelementes (3) auf diesem aufliegt und die Klemmschraube (5) den Klemmbügel (6) gegen die Spannfläche (S1, S2) drängt.






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