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Dokumentenidentifikation DE19738485C2 24.02.2000
Titel Kennzeichnungsschild für elektrische Leitungen
Anmelder Phoenix Contact GmbH & Co., 32825 Blomberg, DE
Erfinder Jankowski, Frank, 32825 Blomberg, DE;
Schierholz, Albrecht, 32825 Blomberg, DE;
Günther, Armin, 32683 Barntrup, DE
DE-Anmeldedatum 03.09.1997
DE-Aktenzeichen 19738485
Offenlegungstag 10.06.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.02.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.02.2000
IPC-Hauptklasse H01B 7/36
IPC-Nebenklasse G09F 3/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Kennzeichnungsschild und ein Verfahren zur Herstellung eines Kennzeichnungsschildes mit den im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und 7 angegebenen Merkmalen. Stand der Technik

Zur Kennzeichnung von Leitungen, insbesondere von einzelnen elektrischen Leitungen in einem Verteilerschrank oder beispielsweise an einem Endstück eines Kabelstranges sind Kennzeichnungsschilder bekannt, die aus rohrförmigem Kunststoffmaterial hergestellt sind und über das Endstück einer Leitung geschoben und auf unterschiedliche Art an diesen Leitungen befestigt werden.

Bekannt sind bedruckte, thermisch schrumpfende Kennzeichnungsschilder, sogenannte Schrumpfschläuche, die nach dem Aufschieben auf den Leiter durch Heißluft ihre Form verkleinern und dadurch den Leiter fest umschließen. Diese rohrförmigen Kennzeichnungsschilder sind in ihrem nichtmontiertem Zustand auf der Oberfläche mit einen Aufdruck versehen, der sich bei der thermischen Befestigung im gleichen Verhältnis verkleinert, wie der Schlauch seinen Durchmesser. Hierdurch wird die Kennzeichnung kleiner und bei dünnen Leitungen kaum noch lesbar. Durch das Schrumpfmaß dieser Kennzeichnungen wird eine Montage auf Leiter mit angeschlagenen Aderendhülsen unmöglich.

Weiterhin sind Kennzeichnungsschilder, hier als Markierungsmanschette bezeichnet, nach Art der DE 26 35 493 C2 bekannt, die aufgrund eines besonders geformten flexiblen Querschnitts die Leitung im vorgeformten schlauchförmigen Querschnitt einklemmen. Dieses Schild behält die Beschriftungsgröße nach der Montage, ist aber aufwendiger zu bedrucken.

Beide Schilder, das rohrförmig schrumpfende wie auch das im Querschnitt vorgeformte Kennzeichnungsschild erlauben keine Montage einer mit einer Aderendhülse versehene Leitung.

Zur Montage an Leitungen mit Aderendhülse oder an einer beliebigen Stellen der Länge der Leitungen sind Kennzeichnungsschilder beispielsweise nach der DE 33 43 064 C2, der EP 0 400 186 B1 und der WO 93/24941 bekannt, die radial auf den Leiter aufgesetzt werden können. Hierzu sind die Kennzeichnungsschilder in einer Kunststoffspritzform oder einem Extruder mit freien, auseinander biegbaren Schenkeln versehen worden, die bei der Montage den Leiter seitlich umfassen und durch deren vorgegebene Form der Schenkel die Leitung federnd umschließen. Nachteilig bei diesen radial klemmenden Kennzeichnungsschildern ist deren Festsitz auf unterschiedlichen Leitungsdurchmesser, weil die zur Verklammerung der Schenkel vorgesehenen Rastmittel eine feste Position haben. Zur Unterstützung der Klemmwirkung auch für unterschiedlich dicke Leitungen sind durch verschiedene werkzeugtechnisch aufwendige Ausprägungen teilweise zusätzliche Federstücke an den zur gegenseitigen Befestigung der Schenkel vorgesehen worden. Bei der Montage ist darauf zu achten, daß die Federstücke nicht beschädigt werden und die Raststücke ineinandergreifen, was den Zeitaufwand für die Montage vergrößert.

Aus der EP 0 215 661 A2 sowie aus der DE-GM 18 12 270 sind Kennzeichnungsschilder für elektrische Leitungen bekannt, die aus streifenförmigen, flachen metallfreien Kunststoffstreifen als Ausgangsmaterial hergestellt sind und dessen Außenfläche mit Markierungssymbolen versehen sind. Diese Kennzeichnungsschilder in Form eines bedruckten Bandstückes, die einfach als Streifen zu bezeichnen sind, bei dem dessen erstes Endstück mit einer Klebefläche versehen ist und das zusammen mit weiteren Streifen zu einem "Abreißblock" aufeinander zusammengefügt, respektive geklebt sind, bilden bei einer vielschichtigen Anordnung einen "Abreißblock". Dieser ist auf einer Platte, die als Träger für eine Vielzahl von Abreißblöcken dimensioniert ist, befestigt und vorteilhaft mit unterschiedlichen fortlaufenden Kennzeichnungen nebeneinander im Verbund angeordnet. Wie bereits beschrieben, besteht das einzelne Kennzeichnungsschild aus einer schmalen, mit jeweils einem Kennzeichnungssymbol fortlaufend bedruckten dünnen Folie, die an ihren Enden Klebestücke (14) aufweist. Diese Klebestücke (14) sind dabei so angeordnet, daß diese um 180 Grad abgeknickt und mit der Klebefläche zum darunter angeordneten nächsten Kennzeichnungsschild befestigt ist. Dies wiederholt sich entsprechend der Anzahl der vorgesehenen Lagen, die in ihrer Gesamtanordnung wie ein "Abreißblock" zu gebrauchen sind. Das heißt, daß Lage für Lage ein Kennzeichnungsschild in Streifenform mit einer gleichen fortlaufenden Kennzeichnung entnommen werden kann. Der Vorteil bei diesen Kennzeichnungsschildern liegt darin, daß diese aus dem Verbund des Abreißblocks wahlweise zu einer beliebigen Kennzeichnung eines Leiters per Hand um diesen herum gewickelt werden kann. Ein jeweiliger Buchstabe ergibt einen Einzelwickel, der mittels klebenden Endstücken mit sich selbst verklebt werden kann und somit einen Festsitz erhält.

In einer weiteren Ausführungsform gemäß der Produktschrift der Fa. Zipper-Technik GmbH, Neu-Isenburg "Wozu braucht man Zippertubing" In dieser vorgeschlagenen Konstruktion wird ein Mantel in einer Art Reißverschlußverfahren als ummantelndes offenes Schlauchstück um eine Vielzahl elektrischer isolierter Leiter gelegt, die damit zusammengehalten werden und zusätzlich Schutz vor Beschädigung und äußeren Einflüssen erhalten.

Aufgabe und Lösungsvorschlag

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Kennzeichnungsschild und ein Verfahren zu seiner Herstellung und Befestigung an einem elektrischen Leiter vorzuschlagen, dessen Ausgangsmaterial ein flacher metallfreier formstabiler Kunststoffstreifen ohne vordefinierte Formgebung und ohne vorgefertigte Befestigungsmittel wie Verriegelungshilfen oder Klebeflächen ist, sowie in einer von dem jeweiligen Leiteraußendurchmesser unabhängigen Formgebung an diesem befestigt werden kann, wobei Bedruckung, Größe, Formgebung und Befestigung in einem Verfahren und einer daraufhin konzipierten Vorrichtung ohne Berücksichtigung der Breite des Ausgangs-Kunststoffstreifens zu erreichen sein soll. Dieses Kennzeichnungsschild soll in seiner Länge variabel und gegenüber dem Stand der Technik einfach herstellbar sein, ohne daß ein Material- und Werkzeugaufwand durch spezielle Extruder wie bei bekannten Kennzeichnungsschildern notwendig wird. Befestigung und Festsitz in Längsrichtung an isolierten elektrischen Leitern soll unabhängig von dem Durchmesser dieser Leitungen immer gewährleistet sein bzw. soll in dem zur Herstellung des Kennzeichnungsschildes notwendigen Verfahren an dem Werkzeug zur Befestigung des Kennzeichnungsschildes am Leiter einstellbar sein.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß sowohl die Form des fertigen Kennzeichnungsschildes als auch das hierfür notwendige Ausgangsmaterial wesentlich einfacher ist, als es im Stand der Technik als bekannt vorauszusetzen ist, wobei dessen Herstellung und gleichzeitige Montage an den zu kennzeichnenden Leiter in einem Montagevorgang vollzogen wird.

Das Ausgangsmaterial für das vorgeschlagene Kennzeichnungsschild ist ein flacher metallfreier und formstabiler Kunststoffstreifen, der in seiner Breite vorzugsweise, aber nicht zwingend entsprechend seiner maximalen Beschriftungslänge ausgeführt sein kann. Dieser Kunststoffstreifen kann bei Verwendung in einem Beschriftungsautomaten vorteilhaft von einer Rolle abgewickelt werden, weil er keine Verriegelungsstücke besitzt, sondern flach und glatt ist. Es ist aber auch möglich, vorgefertigte rechteckige flache Streifen, die später in Rechteckstücke geschnitten werden oder einzelne bereits geschnittene Rechteckstücke für eine Beschriftung auf Plot- oder Gravursystemen zu verwenden. Diese Endlosstreifen, sowie auch Streifenstücke oder einzelne Rechteckstücke sind Klebstofffrei und besitzen keine der aus dem Stand der Technik bekannten Verriegelungsmittel. Sie werden nach der Beschriftung in einem Verfahren mittels eines einfachen Werkzeugs derart vorgeformt, daß quer zum Schriftverlauf und somit oberhalb und unterhalb der Beschriftung die Endstücke des flachen Kunststoffmaterials zur unbeschrifteten Seite des Rechteckstückes hin vorzugsweise nahezu rechtwinklig abgebogen werden. Das Rechteckstück wird in seinem Querschnitt U-förmig mit sich gegenüberstehenden Befestigungsschenkeln gebogen, so daß zwischen diesen Befestigungsschenkeln eine beliebige Stelle einer Leitung in dieses U eingelegt werden kann.

Nach dem Einlegen der Leitung in die offene U-Form des Kennzeichnungsschildes werden die nahezu rechtwinklig abgebogenen Endstücke des Kunststoffmaterials mittels eines Schließwerkzeugs um die Leitung herum geschlossen. Die sich hierbei ergebene Querschnittsform des Kennzeichnungsschildes kann je nach Leitungsdurchmesser und Befestigungswerkzeug eine nahezu dreieckige Form oder eine rechteckige Form einnehmen.

Zur Befestigung des Kennzeichnungsschildes an der Leitung gibt es verschiedene Möglichkeiten, die abgebogenen Endstücke des Kennzeichnungsschildes mittels des Schließwerkzeugs derart zu formen, daß das Kennzeichnungsschild an der Leitung hält und nicht durch unachtsame Handhabung von der Leitung abgezogen werden kann. Die einfachste Art der gegenseitigen Befestigung ist ein Falzvorgang an den Endstücken des Kennzeichnungsschildes, der beim Schließen des Werkzeuges in einem Arbeitsgang erzeugt wird. Hierbei werden ohne weitere Hilfsmittel die Kanten der Endstücke ineinandergefalzt, so daß eine Art Verrastung entsteht.

In einer anderen Art werden die Endstücke flächig aneinander gelegt und diese Flächen mittels eines Prägewerkzeuges ineinander gedrückt, so daß sich Materialstücke der Oberfläche miteinander verhaken. Dies kann sehr einfach und vorteilhaft bei radial von der Leitung abstehend geformten Endstücken des Kennzeichnungsschildes gefertigt werden. Die radial abstehende Länge der flächig aneinander gelegten Endstücke ist von der Prägeart abhängig. Zur Verringerung der im Querschnitt zu messenden Länge dieser abstehenden Endstücke wird deshalb ein Verschweißen oder Kleben der aneinander liegenden Flächen als Alternative vorgeschlagen. In einer besonderen Art kann das zuvor vorgeschlagene Verschweißen vorzugsweise an den dicht beieinander liegenden Kanten der Endstücke vorgenommen werden, was die Schweißzeit erheblich verkürzt, weil bei dieser Kantenschweißung nicht die gesamte aneinander liegende Fläche der Endstücke aufgeheizt werden muß. Dies kann vorteilhaft durch einen unmittelbar vor den Kanten positionierten Heizdraht oder einer Heizfläche durchgeführt werden, wodurch sich die Kanten durch die Aufheizung miteinander plastisch verbinden.

Vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungsgedankens bzw. des Herstellungsverfahrens sind in der nachfolgenden Beschreibungen und den Figuren dargestellt und/oder in einem der Unteransprüche gekennzeichnet.

Es zeigt:

Fig. 1 eine dreidimensionale Darstellung eines auf einem elektrischen Leiter befestigten Kennzeichnungsschilds, mit Befestigungsschenkeln, die sich der Form des Leiterdurchmessers angepaßt haben und Schließschenkeln, die radial zum Leiter angeordnet sind.

Fig. 2 eine sich ergebende Querschnittsform durch die Umschließung eines dünnen Leiters in Form eines Dreiecks mit geraden Befestigungsschenkeln und radial abstehenden Schließschenkeln.

Fig. 3 ein trapezförmiger Querschnitt mit geraden umschließenden Befestigungsschenkeln und radial abstehenden Schließschenkeln.

Fig. 4 einen sich ergebenden, leicht gewölbten Querschnitt, der sich bei dicken Leitern einstellt und sich radial erstreckenden Schließschenkeln.

Fig. 5 einen trapezförmigen Querschnitt mit sich verhakenden Schließschenkeln.

Fig. 6 eine dreidimensionale Darstellung eines auf einem elektrischen Leiter befestigten Kennzeichnungsschilds, mit Befestigungsschenkeln, die sich dem Durchmesser des Leiters angepaßt haben und deren Schließschenkel durch Prägungen aneinander befestigt sind.

Fig. 7 eine schematische Darstellung des Prägevorganges mittels Schließbacken.

Fig. 8 eine schematische Darstellung eines Schließvorganges mittels Schließbacken und einem Heizkörper zum Befestigen der Schließschenkel aneinander.

Fig. 9 eine schematische Darstellung eines Herstellverfahrens in den nachfolgenden Fig. 10 bis 14, mit Abroll- und Bedruckvorganges einer streifenförmigen ebenen dünnen Kunststoffolie mit Transportrollen und Beschriftungvorrichtung.

Fig. 10 der Fördervorgang des endlosen Kunststoffstreifens bis zu einem Trennmesser.

Fig. 11 die Positionierung des geschnittenen Kunststoffstreifen-Abschnitts über einem Präge- oder Biegewerkzeug.

Fig. 12 zeigt das Vorformen und Ausrichten der Befestigungsschenkel im Präge- oder Biegewerkzeug.

Fig. 13 zeigt nach dem Einlegen eines Leiters das Schließen der Befestigungsschenkel um den Leiter herum, sowie ein Befestigen der Schließschenkel.

Fig. 14 zeigt die Entnahme des befestigten Kennzeichnungsschilds aus dem Präge- oder Biegewerkzeug.

In Fig. 1 ist ein Kennzeichnungsschild 1 dargestellt, das an einem elektrischen Leiter 2 befestigt ist. Es besteht aus einer Beschriftungsfläche 8, die gleichzeitig die Länge des Kennzeichnungsschilds 1 vorgibt, zwei Befestigungsschenkeln 3, 4, die den Außendurchmesser des zu kennzeichnenden Leiters 2 umschließen und aus Schließschenkeln 6, 7, die sich aus den Befestigungsschenkeln 3, 4 gebildet haben und mit kurzen, flachen und radial zum Leiter 2 abstehenden Stücken 6, 7 aneinander befestigt sind. Die Länge der Befestigungsschenkel 3, 4 bzw. den radialen Abstand der Schließschenkel 6, 7 sind in einem optionalen Befestigungswerkzeug, daß das Herstellverfahren nach Fig. 9 bis Fig. 14 vereint, einstellbar. Das Kennzeichnungsschild 1 wird vorzugshalber aus einem endlosen Kunststoffstreifen 22, im Fertigungsvorgang nach Fig. 9 bis Fig. 14 abgelängten Kunststoffstreifen 33 hergestellt. Gleichfalls ist die Verwendung eines bereits geschnittenen und gestapelten Kunststoffstreifen-Abschnitts 33 verwendbar. Ausgehend von einer durch die Beschriftung vorgegebenen Breite der Kennzeichnungsfläche 8 sind die Befestigungsschenkel 3, 4 nahezu rechtwinklig zur Kennzeichnungsfläche 8 abgebogen.

Je nach dem Durchmesser des Leiters 2 und verwendetem Werkzeug 34, 37 sowie den Schließwerkzeugen 18, 19, 39, 42 ist die Querschnittsform nach Fig. 2 bis Fig. 5 unterschiedlich ausgeprägt. Bei dünnen Leitern 2 wird sich häufig ein nahezu gleichförmig dreieckiger Querschnitt nach Fig. 2, gebildet aus den Befestigungsschenkeln 3, 4 und der Kennzeichnungsfläche 8, ergeben.

Diese Form ist werkzeugbedingt dahingehend änderbar, daß nach Fig. 3 die Befestigungsschenkel 3, 4 zusätzlich abgeknickt werden und in kurze Befestigungsschenkel 9, 10 nahezu parallel zur Kennzeichnungsfläche 8 gedrückt werden. Der Querschnitt wird somit trapezförmig, was eine zusätzliche Stabilität in Längsrichtung des Kennzeichnungsschildes 1 bringt. Die beiden zusätzlichen Befestigungsschenkel 9, 10 können sich dabei überlappen, so daß durch eine federnde Vorspannung beim Schließen der Befestigungsschenkel 3, 4 ein Formschluß entsteht. In diesem ausreichenden einfachen Befestigungsfall wird Kunststoffstreifenmaterial dadurch eingespart, daß die Verschlußstücke 6, 7 entfallen können. Diese Befestigungsart ist jederzeit lösbar, wodurch ein Kennzeichnungsschild 1 gegen ein anderes ausgetauscht werden kann.

Dicke Leiter 2 werden die Befestigungsschenkel 3, 4 derart spannen, daß auch die Kennzeichnungsfläche 8 leicht nach außen gewölbt wird. Im Querschnitt nach Fig. 4 ist die gewölbte Form einer dreieckigen Basiskontur dargestellt.

In den Fig. 1 bis 3 sind die Verschlußstücke 6, 7 flächig parallel aneinander befestigt dargestellt. Die flächig parallele Befestigung aneinander erlaubt eine unterschiedliche Befestigungsart der beiden Verschlußstücke 6, 7 aneinander. Eine häufig angewendete Befestigungsart ist das Verkleben dieser beiden Verschlußstücke 6, 7 an deren Anlageflächen gegeneinander. Eine weitere Befestigungsart ist das Umbiegen der Kanten 11 anstelle der Verschlußstücke 6, 7 in einer Art, daß sich beide Endstücke 11 gegeneinander verhaken lassen. Das Verhaken 11 nach Fig. 5 benötigt keinen Kleber um die Befestigungsschenkel 3, 4 zusammenzuhalten und ist deshalb auch leicht lösbar.

Eine weitere klebstofffreie Befestigung der Verschlußstücke 6, 7 aneinander ist mittels eines Prägeverschlusses 12, 13 möglich, bei dem Folienmaterial des einen Verschlußstückes 7 durch das anliegende Folienmaterial des zweiten Verschlußstückes 6 gedrückt wird. Die Herstellung einer derartigen Prägung ist in Fig. 7 dargestellt. Das Werkzeug 14, 15 nach Fig. 7 ist hierzu an einigen Stellen 12, 13 auf der sich in Längsrichtung des Kennzeichnungsschildes 1 freien Fläche der Verschlußstücke 6, 7 mit Stempel- und Matrizenstücken 16, 17 versehen, die beim Verschließen des Schließ-/Prägewerkzeuges 14, 15 ineinanderpassen. Nach dem Einlegen des Leiters 2 werden durch das Schließ-/Prägewerkzeug 14, 15 einesteils die beiden Befestigungsschenkel 3, 4 um den Leiter 2 gedrückt und andernteils durch die Verschlußstücke 6, 7 durch die Prägestücke 16, 17 aneinander befestigt. Auch diese Art der Befestigung aneinander ist lösbar. Formen und Befestigen werden vorteilhaft durch einen Arbeitsgang durchgeführt.

Eine weitere Befestigungsart der beiden Verschlußstücke 6, 7 aneinander ist in Fig. 8 dargestellt. Bei dieser Befestigungsart werden mittels Schließwerkzeuge 18, 19 die beiden Befestigungsschenkel 3, 4 um den Leiter 2 gelegt und deren Endstücke, die Verschlußstücke 6, 7, gegeneinandergepreßt. Hierbei kann durch den Einsatz von heizbaren Schließwerkzeugen eine Verschweißung der Verschlußstücke 6, 7 erzeugt werden. In einer weiteren vorgeschlagenen Befestigungsart sind die Schließwerkzeuge 18, 19 nicht beheizbar und in ihrer Dimensionierung derart konstruiert, daß die Kanten der Verschlußstücke 6, 7 über die Schließwerkzeuge 18, 19 ragen. Mittels eines elektrisch beheizten Werkzeuges 20 werden die Kanten und darüber hinaus zu einem geringen Teil auch die aneinanderliegenden Flächen durch den Kontakt der Heizfläche 21 des beheizten Werkzeuge 20 verschweißt. Dieses Verschweißen ist durch einen Werkzeugkontakt mit den Verschlußstücken, wie auch kontaktlos durch Wärmestrahlung möglich. Das Kennzeichnungsschild 1 kann nur noch durch Zerstörung vom Leiter entfernt werden. Das ist in den Fällen von Vorteil, wenn Kennzeichnungsschilder 1 verliersicher oder durch nachträgliches Verschieben in eine Montageposition gebracht werden müssen, ohne daß sich die Verschlußstücke 6, 7 voneinander lösen. Diese Befestigungsart benötigt durch den Schweißvorgang geringfügig mehr Zeit, ist jedoch haltbarer als alle Befestigungen nach den vorher beschriebenen Figuren.

In den Fig. 9 bis 14 wird das Verfahren beschrieben, wie ein Kennzeichnungsschild 1 aus einem Kunststoffstreifen 22 hergestellt wird. Kennzeichnungsschilder 1 können als Streifen 22 von einer Wickelrolle 23 oder als Kunststoffabschnitt 33 in einer vorgegebenen Länge dem Herstellprozeß zugeführt werden. In Einzelfällen kann ein Magazin mit Kunststoffabschnitten 33 gefüllt werden, die der Bearbeitungsstation 34 nach Fig. 11 zugeführt werden. Nach dem Abrollen des Kunststoffstreifens 22 mittels Transportrollen 24, 25 wird die beschriftbare Seite 28 des Kunststoffstreifens 22 einem Printer 30, vorzugsweise einem Thermotransferprinter, zugeführt. Im Durchlauf des Kunststoffstreifens 22 zu weiteren Transportrollen 26, 27 wird die Oberfläche 28 in einer vorwählbaren Schriftart nach Fig. 9 beschriftet. Die Position ist über eine Leiterdurchmesser-Vorwahl vorbestimmt, die in dem Werkzeug beim Einlegen des Leiters 2 automatisch vermessen wird, so daß sich ein vorgegebener Abstand zur Anfangskante des Kunststoffstreifens 22 ergibt. Nach den Transportrollen 26, 27 in Fig. 10 wird der Kunststoffstreifen 22 auf eine zur Leiterdurchmesser passenden Länge eines Kunststoffabschnittes 33 abgetrennt. Diesen Trennvorgang übernimmt ein Trennwerkzeug/-messer 31, dessen Trennschneide 32 im Gleichschnitt oder Rollschnitt die Trennung vornimmt. Gleichzeitig ist der Kunststoffabschnitt 33 nach Fig. 11 in einer Biegeaufnahme 34 positioniert, die eine Werkzeugaufnahme 35 als Vertiefung besitzt, in die ein Formstempel 37 nach Fig. 12 eintaucht. Durch dieses Eintauchen wird mit der Stirnfläche 38 des Formstempels 37 der Kunststoffabschnitt 33 in die Werkzeugaufnahme 35 gedrückt, die so bemessen ist, daß die Dicke des Kunststoffstreifens 33 und die Breite des Formstempels 37 in Summe kleiner sind als die Innenbreite der Werkzeugaufnahme 35. Die Seitenflächen 3, 4 des Kunststoffabschnitts 33 legen sich an die Flanken des Formstempels 37 an und bilden mit der Rückseite 36 der beschrifteten Kennzeichnungsfläche 8 im Querschnitt einen U-förmigen offenen Kasten, in dessen Innenraum ein Leiter 2 eingelegt werden kann. Nach dem Einlegen des Leiters 2 werden beide vertikal abstehenden Befestigungsschenkel 3, 4 mittels eines Schließwerkzeuges 39, 42 gegeneinandergedrückt. Durch eine optimierte Gestaltung der Stirnflächen dieser Schließwerkzeuge 39, 42 wird einesteils die Befestigungsschenkel 3, 4 straff um den Leiter 2 gelegt und andernteils ein Endbereich der Befestigungsschenkel 3, 4 zu jeweils einem Verschlußstück 6, 7 flächig aneinandergedrückt. Je nach einer der Befestigungsarten nach Fig. 1, 5, 7 oder 8 werden die Verschlußstücke 6, 7 aneinander befestigt, so daß das Kennzeichnungsschild 1 am Leiter 2 befestigt der Formwerkzeug-Innenkontur 43 entnommen werden kann.

Dieser Vorgang ist automatisiert und wird durch optischen Anzeigen über den Befestigungsprozeß in der Vorrichtung mit den Stationen nach Fig. 9 bis 14 unterstützt.

Bezugszeichenliste

1 Kennzeichnungsschild

2 Leiter

3 1. Befestigungsschenkel

4 2. Befestigungsschenkel

5 Befestigungsschenkel-Anlage

6 1. Verschlußstück

7 2. Verschlußstück

8 Kennzeichnungsfläche

9 1. Zusatzbefestigungsschenkel

10 2. Zusatzbefestigungsschenkel

11 Falzverschluß

12 Prägeverschluß

13 Prägeverschluß

14 1. Schließ-/Prägewerkzeug

15 2. Schließ-/Prägewerkzeug

16 1. Prägestück

17 2. Prägestück

18 1. Schließwerkzeug

19 2. Schließwerkzeug

20 Schweißwerkzeug

21 Kontaktfläche des Schweißwerkzeugs

22 endloser Kunststoffstreifen

23 Wickelrolle

24 obere Transportrolle

25 untere Transportrolle

26 obere Transportrolle

27 untere Transportrolle

28 bedruckbare Seite

29 Auflage für Kunststoffstreifen

30 Thermotransferprinter

31 Trennwerkzeug/-messer

32 Trennschneide

33 Kunststoffabschnitt

34 Biegeaufnahme

35 Werkzeugaufnahme

36 Leiteranlagefläche

37 Formstempel

38 Stirnfläche des Formstempels

39 1. Schließwerkzeug

40 Werkzeugstirnfläche 1

41 Werkzeugstirnfläche 2

42 2. Schließwerkzeug

43 Formwerkzeug-Innenkontur


Anspruch[de]
  1. 1. Kennzeichnungsschild (1) für elektrische Leitungen, deren Durchmesser innerhalb bestimmter Grenzen unterschiedlich sein kann, bestehend aus einem streifenförmig hergestellten flachen Kunststoffmaterial (22), (33), das mindestens auf einem Teilbereich (8) seiner Außenfläche (28) mit Markierungssymbolen versehen ist und dessen Befestigungsschenkel (6, 7) den zu kennzeichnenden Leiter umschließen, dadurch gekennzeichnet, daß das Kennzeichnungsschild (1) im nichtmontierten flachen Zustand keine Befestigungsmittel zum Verriegeln und/oder Aneinanderkleben der Befestigungsschenkel (6, 7) besitzt und daß diese während des Montagevorgangs erzeugt sind.
  2. 2. Kennzeichnungsschild (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die den Leiter (2) umschließenden beidseitig freien Befestigungsschenkel (3, 4) im montierten Zustand mit dem Teilstück des bedruckten Bereichs (8) eine im Querschnitt um den Leiter (2) halbrunde, dreieckige oder trapezförmige Form einnehmen.
  3. 3. Kennzeichnungsschild (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die gegeneinander gerichteten Endstücke (9, 10) der den Leiter (2) umschließenden freien Befestigungsschenkel (3, 4) sich gegenseitig überlappen und den Leiter formschlüssig umfassen.
  4. 4. Kennzeichnungsschild (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die gegeneinander gerichteten Verschlußstücke (6, 7), der den Leiter (2) umschließenden freien Befestigungsschenkel (3, 4), im Montagevorgang aneinander befestigt sind.
  5. 5. Kennzeichnungsschild (1) nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußstücke (6, 7) der beidseitig freien Befestigungsschenkel (3, 4) durch Verschweißen oder Prägen miteinander verbunden sind.
  6. 6. Kennzeichnungsschild (1) nach Anspruch 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußstücke (6, 7) der beidseitig freien Befestigungsschenkel (3, 4) vom Leiter (2) abstehend ausgerichtet sind.
  7. 7. Verfahren zur Herstellung eines Kennzeichnungsschilds (1), das aus einem streifenförmigen und in einer Werkzeugform verformbaren Kunststoffmaterial (22, 33) besteht und das mindestens auf einem Teilbereich seiner Außenfläche (28) mit Markierungssymbolen versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Kennzeichnungsschild (1) bei der Montage an einem zu umschließenden Leiter aus einem flachen, in seiner Breite der Beschriftung der Kennzeichnungsfläche und in seiner Länge den zu umschließenden Leiter (2) angepaßten formstabilen Kunststoffstreifen (22, 33) geformt und mit zur Befestigung am Leiter erforderlichen Verschlußstücken versehen wird.
  8. 8. Verfahren zur Herstellung eines Kennzeichnungsschilds (1), nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußstücke (6, 7) der beidseitig freien Befestigungsschenkel (3, 4) durch ein Schließwerkzeug (18, 19, 39, 42) für einen Befestigungsvorgang um den Leiter (2) herum gegeneinandergedrückt werden, so daß sich die Verschlußstücke (6, 7) der Befestigungsschenkel (3, 4) berühren oder überlappen.
  9. 9. Verfahren zur Herstellung eines Kennzeichnungsschilds (1), nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß zur Befestigung der Verschlußstücke (6, 7) eine Vorrichtung (14, 15, 16, 17) benutzt wird, die die Befestigungsschenkel (3, 4) gegeneinander derart zusammendrückt, daß die Verschlußstücke (6, 7) mit dem gleichen und/oder einem zusätzlichen Werkzeug miteinander verhakend gefalzt oder verprägt werden.
  10. 10. Verfahren zur Herstellung eines Kennzeichnungsschilds (1), nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß zur Befestigung der Verschlußstücke (6, 7) eine Vorrichtung (18, 19) benutzt wird, die die Befestigungsschenkel (3, 4) gegeneinander derart zusammendrückt, daß die aneinanderliegenden Verschlußstücke (6, 7) mit dem gleichen oder einem zusätzlichen Werkzeug (18, 19 und/oder 20) zum Verschweißen der Verschlußstücke (6, 7) erwärmt wird.






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