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Dokumentenidentifikation DE19837277A1 24.02.2000
Titel Verfahren und Extruderkaskaden-Vorrichtung zur thermischen Behandlung, Thermolyse und Pyrolyse von bituminösen Stoffen, Asphalten Teeren und Teerschlämmen und zur Kondensation daraus entstehender Wertstoffe
Anmelder ECO IMPACT Unternehmensberatung GmbH, 59929 Brilon, DE
Erfinder Weigelt, Hartmut, Dr., 58239 Schwerte, DE
DE-Anmeldedatum 18.08.1998
DE-Aktenzeichen 19837277
Offenlegungstag 24.02.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.02.2000
IPC-Hauptklasse C10C 3/06
IPC-Nebenklasse C10G 9/00   C10G 7/00   
Zusammenfassung Reststoffverwertung und Aufarbeitung von z. B. bituminösen Stoffen, Asphalten, Teeren und Teerschlämmen.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren, mit der verschiedene bitumonöse Stoffe, Asphalte, Teere und Teerschlämme verarbeitet werden können, so destilliert und thermolysiert werden können, daß z. B. verschiedene Heizölqualitäten, Dieselkraftstoff, Benzine und andere Spaltprodukte hergestellt werden können.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung und ein Verfahren zu schaffen, womit kontinuierlich aus bituminösen Stoffen, Asphalten, Teeren und Teerschlämmen z. B. verschiedene Heizöle oder Dieselkraftstoff, u. a. Fraktionen hergestellt werden können.
Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs I gelöst.
Durch den Aufbau der Vorrichtung und das Verfahren wird unter ständiger Durchmischung und Erhitzung die Temperatur des Gutes in solche Bereiche gebracht, daß Wasser und leichtsiedende Bestandteile abdestilliert und bei zunehmender Temperatur auch Crackvorgänge ablaufen können.
Die Viskositätsveränderung stellt einen Parameter dar, über den die Degradation erfaßt werden kann. Die bituminösen Stoffe, Asphalte, Teere und Teerschlämme werden erfindungsgemäß durch und in der Destillations-/Crackkammer durch zwei oder mehrere gegenlaufende oder gleichlaufende Extruderschnecken aus hochwarmfestem Stahl vermischt und weitertransportiert und gelangen in weitere Kammern mit höherer Prozeßtemperatur. Bei den gewählten ...

Beschreibung[de]
Anwendungsgebiet

Reststoffverwertung und Aufarbeitung von z. B. bituminösen Stoffen, Asphalten, Teeren und Teerschlämmen.

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren mit der verschiedene bituminöse Stoffe, Asphalte, Teere und Teerschlämme verarbeitet werden können, so destilliert und thermolysiert werden können, daß z. B. verschiedene Heizölqualitäten, Dieselkraftstoff, Benzine und andere Spaltprodukte hergestellt werden können.

Aufgabe der Erfindung ist es eine Vorrichtung und ein Verfahren zu schaffen, womit kontinuierlich aus bitumiösen Stoffen, Asphalten, Teeren und Teerschlämmen z. B. verschiedene Heizöle oder Dieselkraftstoff, u. a. Fraktionen hergestellt werden können.

Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Durch den Aufbau der Vorrichtung und das Verfahren wird unter ständiger Durchmischung und Erhitzung die Temperatur des Gutes in solche Bereiche gebracht, daß Wasser und leichtsiedende Bestandteile abdestilliert und bei zunehmender Temperatur auch Crackvorgänge ablaufen können.

Die Viskositätsveränderung stellt einen Parameter dar, über den die Degradation erfaßt werden kann. Die bituminösen Stoffe, Asphalte, Teere und Teerschlämme werden erfindungsgemäß durch und in der Destillations-/Crackkammer durch zwei oder mehrere gegenlaufende oder gleichlaufende Extruderschnecken aus hochwarmfestem Stahl vermischt und weitertransportiert und gelangen in weitere Kammern, mit höherer Prozeßtemperatur. Bei den gewählten Temperaturen entstehen verschiedene höhersiedende Heizölfraktionen.

Auf der Destillations-/Crackkammer, die einen Doppelextruder enthält, ist eine Fraktionierkolonne angebracht.

Die Destillations-/Crackkammer besteht aus zwei Halbschalen oder Rohren, in denen die gegenlaufenden oder gleichlaufenden Extruderschnecken geführt werden und über denen sich ein variabler Gasraum befindet, der in die Kolonne einmündet. Die Dimensionierung der Kammer und der Extruderschnecken hängt vom jeweils gewünschten Durchsatz ab und kann so angepaßt werden, daß der Wärmedurchgang den erforderlichen Stoffströmen entspricht. Die Destillations-/Crackkammer ist waagerecht oder auf einer schiefen Ebene mit variablem Neigungswinkel angebracht. Über den Neigungswinkel wird die Füllhöhe in der jeweiligen Kammer bestimmt.

Zur besseren Extraktion des Destillationsgutes trägt bei, daß das Destillationsgut zurückfließen kann und der Extruder das Destillationsgut kontinuierlich weiterbefördert und durchmischt wird. Die Abstände zwischen den Extruderschnecken einerseits und der Halbschalenwandung, bzw. der Wandung der Destillations-/Crackkammer sind so bemessen, daß ein Rückfluß von niedrigviskosen Anteilen möglich ist. Die Extruder können zusätzlich so gestaltet sein, daß ein definierter Rückstrom des Gutes erzielt wird.

Konstruktionsbedingt kann die Destillations-/Crackkammer auch im Vakuum oder unter Überdruck betrieben werden. Jede Destillations-/Crackkammer wird durch einen separaten Brenner beheizt. Jedes Extruderpaar wird von einem separaten Motor angetrieben.

Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß unter Sauerstoffausschluß sowohl destilliert als auch gecrackt wird, dadurch daß die Kammer mit Stickstoff durchströmt oder evakuiert wird.

Erfindungsgemäß kann die Destillations-/Crackkammer auch als Einzelmodul in thermolytischen und pyrolytischen Prozessen eingesetzt werden.

Die Fraktionierkolonne enthält über den Stand der Technik hinaus einen Kühlmantel, mit denen der gewünschte Temperaturschnitt durchgeführt werden kann, bei dem die Zielprodukte gewonnen werden können, z. B. Heizölfraktionen, Poly-Alpha-Olefine, Spindelöle und sonstige kürzer- und längerkettige Aliphaten. Je nach Vorbehandlung in der Destillations-/Crackkammern können auch zyklisierte Kohlenwasserstoffe fraktioniert werden. Dadurch kann ein breites Produktspektrum erzielt werden.

Anforderungsgemäß kann die Fraktionierkolonne mit einer variablen Anzahl von Böden ausgestattet werden (Stand der Technik). Erfindungsgemäß können die Böden auch mit katalytisch aktiven Bodenkörpern bestückt werden, die verschiedene Aufgaben erfüllen können: a) Zyklisierung von Aliphaten zur Gewinnung von z. B. Antiklopfmitteln b) zusätzliches kaltes Cracken von Aliphaten und aufbrechen von Ringschlüssen z. B. zur Herstellung C5-Fraktionen, die für Neusynthesen von z. B. Schmierölen verwendet werden können.

Die Fraktionierkolonne wird in der Weise über der Destillations-/Crackkammer angebracht, daß zum einen in ihnen ein Großteil der entstehenden Produkte kondensiert und abgezogen werden kann, zum anderen genügend Rückfluß vorhanden ist, der zur weiteren Extraktion des Destillationsgutes geeignet ist.

Steuerung
  • 1. Entsprechend der gewünschten Kondensationstemperatur in der Kondensationskammer wird die Wärmezufiahr zu der Destillations-/Crackkammer durch den Brenner gesteuert.
  • 2. Eine Steuerung der Wärmeabfuhr an der Kühl-/Fraktionierkolonne zum Erreichen geeigneter Kondensationstemperaturen, wird durch Kühlmantel und Kühlschlangen/-rippen erreicht, die zusätzlich gekühlt werden können (durch Luft-, Wasser- oder Ölkühlung).
  • 3. Zusätzlich läßt sich die Abwärme der Fraktionierkolonne durch Wärmepumpen und -tauscher weiter nutzen.
  • 4. Die Abwärme kann z. B. für die Vorwärmung des Gutes genutzt werden, um die gewünschte Viskosität einzustellen.
  • 5. Die gasförmigen Anteile können dann dem Brennern zugeführt werden (Steuerung des Gasstromes).
  • 6. Feinheit der Fraktionierung der Bestandteile des Gutes wird durch die Anzahl der Kondensationsräume in den Kolonnen bestimmt.
  • 7. Eine zusätzliche Durchflußsteuerung erfolgt durch die Variation der Umdrehungsgeschwindigkeiten der Extruderschnecken, die gleichzeitig als Mischschnecken für das Destillationsgut verwendet werden.
  • 8. Der Antrieb der gegenlaufenden oder gleichlaufenden Extruderschnecken erfolgt erfindungsgemäß über einen Elektromotor.

Die erfindungsgemäße Steuerung der Vorrichtung hinsichtlich

  • - Durchsatz an Destillationsgut
  • - Verweilzeit des Destillationsgutes in der Destillations-/Crackkammer
  • - Fraktionierung der Destillate
  • - Ausbeute

    erfolgt durch
  • - Regelung der Brennertemperatur in der Brennkammer
  • - die Anzahl der Abzugsvorrichtungen an der Kolonne
  • - die Anzahl der Kondensationsräume in der Kolonne sowie durch
  • - Regelung der Kühlung über Veränderung des Luftaustausches an den Kühlrippen der Kolonne und der
  • - veränderbaren Kühlwasserzufuhr und Möglichkeiten zur Kühlung mit Öl oder anderen Kühlmitteln.
  • - Die Extruder transportieren die jeweiligen Reste des Destillationsgutes aus der Kammer. Nicht verarbeitbare Reststoffe werden in einen Abfallsonderbehälter ausgetrieben.

    Die erfindungsgemäße Beseitigung von Schadstoffen, die aus dem Destillationsgut stammen, erfolgt bei
  • - gasförmigen Schadstoffen durch Rückführung des Gasstromes in den Brennerraum und anschließend
  • - Behandlung der Abgase gemäß den gesetzlichen Bestimmungen und über diese hinaus.

    In den Reststoffen des Destillationsgutes, die nicht destillierbar sind, befinden sich herkunftsgemäß höhere Anteile an Metallen, insbesondere an Kupfer (Kolbenabrieb). Diese Destillationsrückstände können bei entsprechendem Metallgehalt entweder in der Hausmüllverbrennung zur Feuerungsunterstützung eingesetzt werden oder müssen bei entsprechendem Schadstoffanteil in Sondermüllverbrennungsanlagen entsorgt werden.
  • - Gasförmige Anteile, die aus der Fraktionierkolonne entweichen, können, sofern sie nicht an eine Gasverflüssigungsanlage angeschlossen sind, dem Brenner zugeführt werden.
  • - Die Durchmischung des Destillationsgutes erfolgt durch den motorgetrieben gegenlaufenden oder gleichlaufenden Doppelextruder.
  • - Die Reinigung der Destillations-/Crackkammer erfolgt durch die gegenlaufenden oder gleichlaufende Doppelextruderschnecke, die die Rückstände von den Wandungen abschabt.

    Durch diese erfindungsgemäße Lösung reinigt sich die Destillations-/Crackkammer im laufenden Betrieb.
  • - Mittels der gegenlaufenden oder gleichlaufenden Doppelextruderschnecke wird das Destillationsgut transportiert. Durch steigenden Temperaturen werden schwerersiedende Bestandteile von der Restmasse abgetrennt. Der verbleibende Restkoks, Asphalt, Teer wird kontinuierlich über den Doppelextruder ausgeworfen.
  • - Das Restmaterial fällt in einen Spezialcontainer (ASB-Behälter) und kann zur Feuerungsunterstützung bei der Hausmüllverbrennung eingesetzt werden.
  • - An der Fraktionierkolonne sind Abzugsvorrichtungen vorgesehen, um gewünschte Destillatfraktionen abzuziehen.
  • - Die Steuerung der Destillationstemperatur erfolgt über den Brenner als rückgekoppeltes System, das in Abhängigkeit von der erzielten Destillationsqualität arbeitet. Dies wird durch ein Viskosimeter und entsprechende Thermofühler erreicht.
  • - Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist in der Lage auch bituminöse Stoffe, Asphalte, Teere und Teerschlämme mit hohen freien oder gebundenen Wasseranteilen zu verarbeiten, da sie im Sinne eines Rückflußextraktors arbeitet.

Sicherheitstechnische Steuerung

In der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden brennbare Substanzen verarbeitet und es entstehen brennbare Stoffe, deren Mischung mit Luft z. T. auch explosiv sein können. Daher sind die nachfolgend aufgeführten sicherheitstechnischen Grundkomponenten hinsichtlich Steuerung und Regelung, die auf dem Stand der Technik fußt, aufgeführt.

  • 1. a.) Die vorbereiteten Asphalte gelangen aus einem beheizten Vorratsbehälter oder direkt aus dem Aufarbeitungsprozeß in die Destillations-/Crackkammer. Der Zustrom zu dieser Kammer wird in Abhängigkeit von der Abbaurate des Asphalts in der Destillations-/Crackkammer geregelt.
  • 2. b.) Die Füllungshöhe in der Destillations-/Crackkammer wird über einen Grenzwertschalter geregelt. Dabei sind zusätzliche Meßparameter zu berücksichtigen, die die gewünschte Temperatur der Asphalte erfassen, um z. B. Leichtsieder und Wasser auszutreiben. Zusätzlich wird über Temperaturfühler die Abgabetemperatur der Asphalte für den Übergang in die nächste Destillationskammer gemessen. Die Steuerung kann sowohl manuell, halbautomatisch oder auch vollautomatisch geschehen.
  • 3. c.) Die Umdrehungsgeschwindigkeit des gegenlaufenden oder gleichlaufenden Doppelextruders in der Destillations-/Crackkammer kann über einen Motor so angepaßt werden, daß ein optimierter Durchmischungsgrad und Mengenstrom erreicht wird. Werden für die Destillation erforderliche Temperaturen nicht erreicht oder überschritten, kann sowohl die Umdrehungsgeschwindigkeit der Extruderschnecke, der Zustrom von Asphalten und auch die Brennersteuerung anforderungsgemäß angepaßt werden.
  • 4. d.) Die entstehenden Destillations-, Crack- und sonstige Abbauprodukte gelangen in dafür vorgesehene Tanks, aus denen, bei entsprechenden Anforderungen, Produkt dem Destillationsgut zugemischt werden kann.
  • 5. e.) Einstellung der geeigneten Kühltemperatur über Zuflußregelung des Kühlmittels bzw. Anpassung der Brennertemperatur.
  • 6. f.) Zur Aufrechterhaltung eines geringen Überdrucks im System und zur Vermeidung von Eintritt von Luftsauerstoff wird die Vorrichtung kontinuierlich mit Stickstoff durchströmt. Wird ein kritischer Anlagenüberdruck, der an den Kolonnen gemessen wird, unterschritten, schließen sich Verschlußklappen, um ein weiteres Eindringen von Luftsauerstoff zu unterbinden. Die Produkttanks werden zur Vermeidung von explosiven Gas-Luftgemischen entweder belüftet und/oder mit Stickstoff durchströmt.
  • 7. g.) Die Destillationskolonne wird gemäß Stand der Technik gekühlt.
  • 8. h.) Die Crackkolonne wird gemäß Stand der Technik gekühlt.
  • 9. i.) Nicht weiter behandelbarer Koks wird durch den Doppelextruder gebrochen und gelangt über eine Fallrutsche in einen Abfallsonderbehälter. Das heiße Material entgast. Die entstehenden Gase werden durch eine geeignete Vorrichtung, die über dem ASB-Behälter angebracht ist, abgesaugt und unschädlich verbrannt.

    Der notwendige Wechsel des ASB-Behälters wird durch Gewichtserfassung angezeigt. Während des Behälterwechsels schließt sich für kurze Zeit eine Klappe an der Extruderkammer, solange bis ein neuer Behälter eingefahren ist.
  • 10. k.) Die Überwachung des Produktendlagertanks und des Füllungszustandes erfolgt gemäß Stand der Technik.

    Sämtliche sicherheitstechnisch erforderlichen Vorkehrungen werden gemäß Stand der Technik einbezogen.

Muster

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben.

Es zeigen:

Abb. 1 eine schematische Ansicht der Vorrichtungskomponenten und des Vorrichtungsaufbaus.

Abb. 2 ein Prinzipbild der Destillations-/Crackkammer mit Doppelextruder in der Seitenansicht.

Abb. 3 ein Prinzipbild der Destillations-/Crackkammer mit Doppelextruder in der Draufsicht.

Abb. 4 ein Prinzipbild der Destillations-/Crackkammer mit Doppelextruder im Schnitt.

Zu Abb. 1

Das Destillationsgut wird durch die gegenlaufenden oder gleichlaufenden Extruder 2 soweit transportiert bis es durch den Schacht 1 dem Prozeß zugeführt wird. Das Destillationsgut tritt in die Destillations-/Crackkammer 3 ein und wird durch einen Doppelextruder 2 gemischt und transportiert. Die für den Prozeß erforderliche Wärme wird durch den Brenner 4 erzeugt. Die gegenlaufenden oder gleichlaufenden Extruder werden durch den Motor 5 angetrieben.

Der gegenlaufende oder gleichlaufende Doppelextruder 2 sowie die modulare Erweiterung dieses Prinzips sind in flüssigkeitsdichten Lagern so gelagert, daß sie die Wandungen der Kammer 3 jeweils von Rückständen reinigen können. Vorteilhaft sind dabei messerartig ausgestaltete Zahnungen, die in der Lage sind auch härteres Material zu zerkleinern und sich durch zäh-pastöses Material schneiden können.

Sowohl das Kammermaterial 3 als auch das der gegenlaufenden oder gleichlaufenden Extruder 2 und möglicher weiterer Module gleicher Bauart bestehen aus hoch warmfesten Stählen. Über eine verschließbare Rutsche 6 gelangen Rückstände, wie z. B. Teer und Koks in einen Sonderbehälter 10, der mit einer Gashaube 9 so versehen ist, daß die Dämpfe der heißen Reststoffe unschädlich beseitigt werden können.

Über der Kammer 3 und möglichen weiteren Kammern sind über den Kolonnenflansch 7 Kolonnen zur Kondensation der entstehenden Produkt nach dem Stand der Technik angebracht.

Der Extruder gemäß 2 kann so ausgelegt sein, daß durch das Verfahren auch grobe ölhaltige Stoffe behandelt werden können. In diesen Fällen werden die gegenlaufenden oder gleichlaufenden Extruder aus verschleißfähigem Material hergestellt (Opferextruder).

Zu Abb. 2

Die Destillations-/Crackkammer gemäß 3 in der Abb. 1, ist waagerecht oder als schiefe Ebenen aufgebaut mit dem erfindungsgemäßen Vorteil, daß das flüssige oder pastöse Destillationsgut immer wieder zurückfließen kann. Der Neigungswinkel der schiefen Ebene kann gemäß Anforderungen an das Destillationsgut verstellt werden.

Die Drehrichtung des gegenlaufenden oder gleichlaufenden Extruders 2 wirkt dieser natürlichen Rückflußtendenz des Destillationsgutes entgegen. Ein gewisser Abstand zwischen der Wandung der Destillationskammer 3 und dem Extruder 2 ermöglicht einen anteiligen Rückstrom des Destillationsgutes in dem Maße, wie seine Viskosität es zuläßt. Letztlich gelangt das Restmaterial, das nicht mehr destillierbar oder crackbar ist zur Rutsche 6 und über diese in den Sonderbehälter 10.

Die Seitenansicht zeigt den Einfüllstutzen 1 und den Kolonnenflansch 7. Die Achsen der Extruder 2 sind in Lagern 8 entweder einseitig oder doppelseitig gelagert. Die Abb. 2 zeigt mit dem Lager 8 eine einseitige Lagerung. Die Abb. 2 zeigt schematisch, daß die Brennerkammer 4 durch Bleche unterteilt ist, um eine möglichst effektive Wärmeverteilung zu gewährleisten.

Zu Abb. 3

Abb. 3 zeigt in der Draufsicht die Anordnung der gegenlaufenden oder gleichlaufenden Doppelextruder 2, sowie die Brennerkammer 4 mir ihren Wärmeleitblechen. Die einseitige Lagerung 8 der Achsen ist erkennbar.

Zu Abb. 4

Im Schnitt ist erkennbar, wie die gegenlaufenden oder gleichlaufenden Doppelextruder sich überlappen und wie sie in der Destillations-/Crackkammer 3 liegen. Es ist erkennbar, daß unterhalb des Kolonnenflansches 7 sich ein freier Raum 3 befindet, der den Strom des Destillats zu der Kolonne 7 ausrichtet. Andere konstruktive Merkmale, wie Entgasungs-, Rückführungs- und Knetzonen können an den Extrudern angebracht werden.

Bezugszeichenliste Beschreibung zu Abb. 1

1Schacht

2Doppelextruder

3Crackkammer

4Brenner

5Motor

6Rutsche

7Kolonnenflansch

9Gashaube

10Abfallsonderbehälter

Beschreibung zu Abb. 2 1Schacht

2Doppelextruder

3Crackkammer

4Brenner

6Rutsche

7Kolonnenflansch

8Achslager

Beschreibung zu Abb. 3 2Doppelextruder

4Brenner

8Achslager

Beschreibung zu Abb. 4 2Doppelextruder

3Gasraum

4Brenner

7Kolonnenflansch


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Destillieren/Cracken von bituminösen Stoffen, Asphalten, Teeren und Teerschlämmen, dadurch gekennzeichnet, daß die erforderliche Destillations-/Crackkammer 3 waagerecht oder als schiefe Ebene aufgebaut ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Destillations-/Crackkammer 3 gegenlaufende oder gleichlaufende Doppelextruder 2 so angebracht sind, daß durch ihre Drehung das Destillationsgut kontinuierlich gemischt und gefördert wird.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mit dem Destillations-/Crackvorgang sich verändernde Viskosität bituminösen Stoffen, Asphalten, Teeren und Teerschlämmen ausgenutzt wird, um in der Destillations-/Crackkammer 3 eine optimale Verweilzeit des Destillationsgutes zu erreichen, damit Heizöl, Diesel und anderen Destillationsprodukte gewonnen werden können, die für die thermische Verwertung oder für Neusynthesen eingesetzt werden können.
  4. 4. Vorrichtung nach den vorigen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß an der Destillations-/Crackkammer 3 eine Fraktionierkolonne 7 angebracht ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die für den Destillations-/Crackprozeß notwendigen Temperaturbereiche in der Destillations-/Crackkammer 3 eingestellt und beliebig modular erweiterbar sind.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Doppelextruder 2 eine Reinigungsfunktion in der Destillations-/Crackkammer 3 ausführt.
  7. 7. Vorrichtung nach den vorangegangenen Ansprüchen, insbesondere nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß mit ihr bituminösen Stoffe, Asphalte, Teere und Teerschlämme gemeinsam behandelt werden können.
  8. 8. Vorrichtung nach den vorangegangenen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß Destillate und Crackprodukte gewonnen werden können aus dem Materialien aus Anspruch 7, die einer Wiederverwertung als Wertstoff zur Verfügung stehen.
  9. 9. Vorrichtung nach den vorangegangenen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß Destillate und Crackprodukte für Syntheseausgangsstoffe gewonnen werden können.
  10. 10. Vorrichtung nach den vorangegangenen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß ein kontinuierlicher Betrieb möglich ist.
  11. 11. Vorrichtung nach den vorangegangenen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß sie in mobiler Form gefertigt und eingesetzt werden kann. Dazu kann sie containerfähig dimensioniert oder fahrbar gefertigt werden.
  12. 12. Vorrichtung nach den vorangegangenen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß die Elemente bestehend aus z. B. Kammer 3, Extruder 2, Brenner 4, Motor 5, Rutsche 6 und Kolonnenflansch 7 anforderungsgemäß modular erweitert werden können.
  13. 13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Elemente bestehend aus z. B. Kammer 3, Extruder 2, Brenner 4, Motor 5, Rutsche 6 und Kolonnenflansch 7 auch für andere Prozesse Anwendungen einsetzbar sind.
  14. 14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß sie geeignet ist Produkte gemäß Anspruch 7 für eine Weiterverarbeitung vorzubereiten.






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