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Dokumentenidentifikation DE19840561A1 09.03.2000
Titel Versuchstieranlage
Anmelder Prettl, Rolf, 72072 Tübingen, DE
Erfinder Sipos, Peter, 72147 Nehren, DE
Vertreter Witte, Weller, Gahlert, Otten & Steil, 70178 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 07.09.1998
DE-Aktenzeichen 19840561
Offenlegungstag 09.03.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.03.2000
IPC-Hauptklasse B65D 85/50
IPC-Nebenklasse B65D 90/54   B65B 55/00   
Zusammenfassung Es wird eine Versuchstieranlage (10) mit einer Vorrichtung (24) zum Transportieren von reinen Gegenständen (26) von einer ersten reinen, insbesondere sterilen Umgebung (12), zu einer zweiten reinen, insbesondere sterilen Umgebung (14), durch eine möglicherweise unreine Umgebung vorgeschlagen, wobei die Transportvorrichtung (24) als Behälter (24) mit einer abdichtenden Verschlußeinrichtung (30, 48) ausgebildet ist und wobei an der zweiten reinen Umgebung (14) ein Laminarstrom (22) aus gereinigtem Gas vorherrscht.
Dabei ist die Verschlußeinrichtung (30, 48) als einzelner Verschluß (30, 48) ausgebildet (Fig. 2).

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Versuchstieranlage mit einer Vorrichtung zum Transportieren von reinen Gegenständen von einer ersten reinen, insbesondere sterilen Umgebung zu einer zweiten reinen, insbesondere sterilen Umgebung durch eine möglicherweise unreine Umgebung, wobei die Transportvorrichtung als Behälter mit einer abdichtenden Verschlußeinrichtung ausgebildet ist und wobei an der zweiten reinen Umgebung ein Laminarstrom aus gereinigtem Gas vorherrscht.

Derartige Versuchstieranlagen sind allgemein bekannt.

In Versuchstieranlagen wird in der Regel eine Vielzahl von Versuchstieren gehalten, wobei diese Versuchstiere einzeln oder in kleinen Gruppen in Versuchstierkäfigen untergebracht sind. Die Versuchstierkäfige sind häufig Kunststoffwannen, die oben geöffnet sind und mit einem geeigneten, sterilen Flies bedeckt werden können.

Aus Hygienegründen muß die am Boden der Versuchstierkäfige vorhandene Streu regelmäßig ausgetauscht werden.

Ferner ist es üblich, die Versuchstierkäfige nach dem Waschen und dem Einbringen von frischer Streu zu sterilisieren, typischerweise in einem Autoklaven. Dies ist notwendig, um die Versuchsbedingungen für jeden einzelnen Tierversuch über längere Zeit konstant zu halten.

Um zu verhindern, daß die frisch sterilisierten bzw. autoklavierten Versuchstierkäfige auf dem Weg vom Autoklaven zu einer Arbeitsstation wieder unsteril werden, werden die Käfige in einem Behälter transportiert, der mit einer abdichtenden, insbesondere hermetisch abdichtenden Verschlußeinrichtung versehen ist.

Die Verschlußeinrichtung ist bei den bekannten Behältern seitlich vorgesehen und besteht aus zwei getrennt voneinander betätigbaren Verschlüssen, so daß eine Art Schleuse entsteht.

An den Arbeitsstationen, an denen die Käfige aus dem Behälter zu entnehmen sind, ist üblicherweise eine Laminarstrom-Anlage vorgesehen. Diese Laminarstrom-Anlage erzeugt im Arbeitsbereich der Arbeitsstation einen laminaren Strom aus keimfreier Luft, so daß keine Keime in den Arbeitsbereich gelangen können. Solche Laminarstrom-Anlagen sind allgemein bekannt.

Bei der bekannten, eingangs erwähnten Versuchstieranlage wird der Behälter mit den sterilen Versuchstierkäfigen seitlich an der Arbeitsstation angedockt. Anschließend wird ein erster Verschluß geöffnet und der Laminarstrom "spült" den Schleusenbereich, um die ggf. hierin vorhandenen Keime zu entfernen. Anschließend wird der zweite Verschluß geöffnet, so daß die Versuchstierkäfige aus dem Behälter entnommen werden können.

Diese Art von Behälter ist jedoch nicht nur schwierig zu handhaben. Aufgrund der aufwendigen, als "Schleuse" ausgebildeten Verschlußeinrichtung und der notwendigen Andockvorrichtung zum seitlichen Andocken an die Arbeitsstation sind diese Behälter zudem teuer.

Vor diesem Hintergrund besteht das der Erfindung zugrundeliegende Problem darin, eine Versuchstieranlage zu schaffen, die einerseits kostengünstig ist und mit der sich die mit der Transportvorrichtung zu transportierenden, reinen Gegenstände leichter handhaben lassen.

Diese Aufgabe wird bei der eingangs genannten Versuchstieranlage dadurch gelöst, daß die Verschlußeinrichtung als einzelner Verschluß ausgebildet ist.

Aufgrund des nur einen Verschlusses anstelle eines Doppelverschlusses beim Stand der Technik ist jeder einzelne individuelle Transportbehälter sehr viel kostengünstiger. Daher ist auch die Versuchstieranlage insgesamt günstiger zu betreiben. Ferner lassen sich aufgrund des einzelnen Verschlusses die Versuchstierkäfige leichter an der Arbeitsstation aus dem Behälter entnehmen.

Die Erfindung löst sich von dem Vorurteil, daß Transportbehälter von gattungsgemäßen Versuchstieranlagen generell mit einem "schleusenartigen" Verschluß ausgestattet sein müssen, um eine Kontaminierung der im Behälter aufgenommenen Gegenstände, insbesondere Versuchstierkäfige zu verhindern.

Tatsächlich hat sich gezeigt, daß auch beim Bereitstellen nur eines einzelnen Verschlusses die Laminarströmung an der Arbeitsstation ausreicht, um zu gewährleisten, daß die hiernach aus dem Behälter zu entnehmenden Versuchstierkäfige keimfrei bleiben.

Das der Erfindung zugrundeliegende Problem wird auf diese Weise vollkommen gelöst.

Besonders bevorzugt ist es, wenn der Verschluß an einer Oberseite des Behälters ausgebildet ist.

Aufgrund des an der zweiten reinen Umgebung vorherrschenden Laminarstroms bildet sich vor dem Öffnen des Verschlusses an der Oberseite des Behälters eine "Glocke" aus gereinigtem Gas, die verhindert, daß verkeimte Luft an die Versuchstierkäfige gelangt.

Es ist ferner bevorzugt, wenn der Behälter mit einer Verriegelungseinrichtung versehen ist, um den Verschluß in der abdichtenden Stellung zu halten.

Durch diese Maßnahme wird vermieden, daß der Verschluß während des Transportes von der ersten reinen Umgebung zu der zweiten reinen Umgebung versehentlich geöffnet wird. Denn hierdurch würde der gesamte Inhalt des Behälters erneut zu sterilisieren sein.

Dabei ist es besonders bevorzugt, wenn die Verriegelungseinrichtung als Anpreßeinrichtung ausgebildet ist, die den Verschluß in die abdichtende Stellung drückt.

Die Ausbildung der Verriegelungseinrichtung als Anpreßeinrichtung verhindert, daß beim Auftreten üblicher Fremdkräfte der Verschluß von seiner abdichtenden Stellung gelöst wird. Durch den von der Anpreßeinrichtung ausgeübten Druck wird ferner gewährleistet, daß eine üblicherweise zwischen Behälter und Verschluß vorhandene Dichtung ihre volle Dichtwirkung immer beibehält.

Ferner ist es besonders bevorzugt, wenn der Behälter als Rollcontainer ausgebildet ist.

Durch diese Maßnahme kann der Behälter von der ersten reinen Umgebung auf einfache Weise zu der zweiten reinen Umgebung transportiert werden. Es versteht sich dabei, daß der Autoklaven so ausgebildet sein sollte, daß der gesamte Rollcontainer hier hineingerollt werden kann.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Behälter im Inneren mit einer Hubanlage ausgerüstet, auf die die reinen Gegenstände abgestellt werden können und die in vertikaler Richtung bewegbar ist.

Durch die Transportanlage lassen sich die reinen Gegenstände gegenüber dem Innenboden des Behälters anheben. Dies steigert die Ergonomie der gesamten Versuchstieranlage. Insbesondere gilt dies, wenn mit dem Behälter Stapel von reinen Gegenständen, z. B. Stapel von wannenartig ausgebildeten Versuchstierkäfigen, transportiert werden. In diesem Fall kann durch die Hubanlage gewährleistet werden, daß der oberste Gegenstand des Stapels sich immer in einer günstigen Entnahmehöhe befindet.

Dabei ist es von Vorteil, wenn der Behälter keine eigene Antriebseinrichtung für die Hubanlage aufweist.

Auf diese Weise kann der Behälter konstruktiv einfach ausgebildet sein. Andererseits kann eine Antriebseinrichtung für die Hubanlage, die dann zentral nur einmal für jeden Ort vorgesehen werden muß, in dem Gegenstände aus dem Behälter entnommen werden, konstruktiv aufwendiger gestaltet werden, wodurch sich die Hubanlage ergonomisch günstiger bewegen läßt. Da nur wenige Antriebseinrichtungen für die Hubanlagen vorhanden sein müssen, wohingegen unter Umständen eine Vielzahl von Behältern in der Versuchstieranlage im Umlauf sind, ist der Kostenaspekt in bezug auf die Antriebseinrichtung dann nicht so entscheidend.

Vorzugsweise weist die Hubanlage ein vertikales Element auf, sowie ein horizontales Element, auf dem die reinen Gegenstände abgestellt werden können, wobei im Verbindungsbereich der zwei Elemente wenigstens eine frei drehbare Rolle vorgesehen ist.

Das vertikale Element dient als Element zur Verbindung mit der Antriebseinrichtung. Durch das Eigengewicht der Hubanlage und das Gewicht der darauf gestellten, reinen Gegenstände gelangt die frei drehbare Rolle in Anlage an eine innere Seitenwand des Behälters und rollt während Hubbewegungen an dieser Seitenwand ab. Durch diese Maßnahme wird auf vergleichsweise einfache Weise erreicht, daß die Reibung zwischen Hubanlage und Behälter während Hubvorgängen möglichst gering ist.

Vorzugsweise ist die erste reine Umgebung eine Reinigungsstation, insbesondere ein Autoklave, und die zweite reine Umgebung eine Laminarstrom-Arbeitsstation.

Dabei ist es besonders bevorzugt, wenn die Arbeitsstation mit einer Entriegelungseinrichtung für die Verriegelungseinrichtung des Behälters versehen ist.

Insbesondere dann, wenn die Entriegelungseinrichtung die Verriegelungseinrichtung automatisch bei Einsetzen des Behälters in die Arbeitsstation entriegelt, ergibt sich insgesamt ein außerordentlich ergonomischer Arbeitsfluß.

Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn die Entriegelungsvorrichtung mit wenigstens einem Keilelement versehen ist, zum Überwinden des von einer Anpreßeinrichtung auf den Verschluß ausgeübten Druckes, indem der Behälter auf das Keilelement zu bewegt wird.

Durch Annäherung des Behälters, insbesondere Heranrollen des Behälters an die Arbeitsstation greift das Keilelement an der Anpreßeinrichtung an und wirkt mit seiner Keilfläche gegen die Anpreßkraft. Durch das Eigengewicht des Behälters kann der Verschluß auf diese Weise während des Hereinrollens des Behälters in die Arbeitsstation automatisch entriegelt werden.

Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung. Darin zeigen:

Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Versuchstieranlage;

Fig. 2 eine Schnittansicht entlang der Linie II-II von Fig. 1;

Fig. 3 eine Detailansicht III von Fig. 2;

Fig. 4 eine schematische Seitenansicht der in Fig. 1 gezeigten Arbeitsstation; und

Fig. 5 ein Keilelement der Arbeitsstation von Fig. 4.

In Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße Versuchstieranlage generell mit 10 bezeichnet.

Die Versuchstieranlage 10 ist üblicherweise Teil eines Versuchstierlabors und umfaßt einen zentralen Autoklaven 12 und wenigstens eine, in der Regel jedoch mehrere Arbeitsstationen 14.

Die Arbeitsstationen 14 umfassen generell eine Laminarstrom-Anlage 16 mit einer in der Regel über Kopf angeordneten Auslaßeinheit 18. Die Laminarstrom-Anlage 16 erzeugt im Arbeitsbereich der Arbeitsstation 14 einen Laminarstrom 22 aus einem gereinigten, keimfreien Gas. Aufgrund der laminaren Strömung kann Luft von außen, die möglicherweise verkeimt ist, nicht in den Arbeitsbereich der Arbeitsstation 14 gelangen. Der Boden der Arbeitsstation 14 kann hierzu als Lochboden 23 ausgebildet sein. In diesem Fall könnte die Luft über eine separate Einlaßeinheit 20 separat von dem Raum, in dem die Arbeitsstation 14 steht, zu der Auslaßeinheit 18 geleitet werden. Im Normalfall ist die Arbeitsstation 14 jedoch auf einem durchgehenden, gewöhnlichen Boden angeordnet. Zwar könnte in diesem Fall eine separate Einlaßeinheit 20 bodenseitig angeordnet sein. In der Regel ist jedoch die Auslaßeinheit 18 oberseitig mit einer Ansaugeinheit versehen, so daß die Laminarstrom-Anlage 16 allein aus der über Kopf angeordneten Auslaßeinheit 18 mit - nicht dargestellter - Ansaugeinheit besteht.

Die Versuchstieranlage 10 umfaßt ferner in der Regel einen, möglicherweise jedoch auch eine Mehrzahl von Rollcontainern 24.

Die Rollcontainer 24 dienen zur Aufnahme von wenigstens einem Versuchstierkäfig 26. Als Versuchstierkäfig 26 soll jede Art von Behältnis oder Schale verstanden werden, in dem bzw. der Versuchstiere gehalten werden können. Häufig sind die Versuchstierkäfige 26 trogartige Schalen aus Kunststoff, die an den Ecken mit Stapelanschlägen versehen sind. Die trogartigen, also zum Boden hin konisch zulaufenden Schalen können so leicht übereinander gestapelt werden und saugen sich nicht aneinander fest. Ferner wird gewährleistet, daß auch bei Stapelung jede einzelne Schale des Stapels im Autoklaven vollständig sterilisiert wird.

Die Stapel von Versuchstierkäfigen 26 sind innerhalb des Behälters 24 auf einer Hubanlage 28 angeordnet. Der Rollcontainer 24 ist während des Transports von Versuchstierkäfigen 26 von dem Autoklaven 12 zu der Arbeitsstation 14 mit einem Deckel 30 hermetisch verschlossen.

Sobald der Deckel 30 abgenommen ist (bspw. an der Arbeitsstation 14), kann die Hubanlage 28 mittels eines Griffes bzw. Loches 32 aus dem Rollcontainer 24 nach oben angehoben werden.

Fig. 2 zeigt eine Schnittansicht entlang der Linie II-II von Fig. 1.

Es ist zu sehen, daß die Hubanlage 28 des Rollcontainers 24 eine Vertikalplatte 34 und eine senkrecht am unteren Ende hiervon vorstehende Horizontalplatte 36 aufweist. Die Versuchstierkäfige 26 werden auf die Horizontalplatte 36 gestellt bzw. gestapelt. An der Rückseite der Vertikalplatte 34, also zu einer Innenwand des Gehäuses 27 des Rollcontainers 24 hin, ist eine frei drehbare Rolle 38 vorgesehen. Wenn die Hubanlage 28 an der Vertikalplatte 34 ergriffen und nach oben gezogen wird, wird die Hubanlage 28 aufgrund ihres Eigengewichtes sowie aufgrund des Gewichtes der Versuchstierkäfige 26 mit der Rolle 38 gegen die innere Seitenwand des Gehäuses 27 gedrückt. Beim Anheben der Hubanlage 28 rollt die frei bewegliche Rolle 38 dann an der Innenwand ab, so daß die Hubanlage 28 reibungs- und geräuscharm sowie mit geringem Kraftaufwand hochgezogen werden kann.

Es ist ferner in Fig. 2 zu sehen, daß das Gehäuse 27 eine Gitteröffnung 40 aufweist, die mit einem Filterelement 42 bedeckt ist.

Der Grund hierfür liegt darin, daß der Rollcontainer 24 mit verschlossenem Deckel und darin eingebrachten Versuchstierkäfigen 26 in den Autoklaven 12 eingebracht wird. Der vom Autoklaven 12 erzeugte, unter Druck stehende "Dampf" kann durch das Filter 42 in das Innere des Rollcontainers 24 dringen und somit die in dem Rollcontainer 24 befindlichen Versuchstierkäfige 26 einschließlich bereits vorhandener frischer Streu sterilisieren bzw. autoklavieren.

Beim Entnehmen des Rollcontainers 24 aus dem Autoklaven 12 verhindert das Filter 42, daß Keime in das Innere des Rollcontainers 24 gelangen. Eine solche Anordnung aus Gitteröffnung 40 und Filterelement 42 ist an sich bekannt.

In Fig. 2 ist ferner in Verbindung mit Fig. 3 zu erkennen, wie der Deckel 30 mittels einer Anpreßeinrichtung 44 auf das Gehäuse 27 des Rollcontainers 24 gedrückt wird, um diesen hermetisch zu verschließen.

Das Gehäuse 27 ist an seinem oberen Rand mit einem umlaufenden Horizontalflansch 46 versehen. Der Deckel 30 ist an seiner Unterseite mit einer an den Verlauf des Horizontalflansches 46 angepaßten Dichtung 48 versehen. Der Deckel einschließlich der Dichtung 48 wird mittels der Anpreßeinrichtung 44 auf den Flansch 46 gepreßt.

Zu diesem Zweck weist die Anpreßeinrichtung 44 an zwei gegenüberliegenden Seitenkanten des Rollcontainers 24 jeweils eine C-Schiene 50 auf. Die C-Schiene 50 übergreift den Deckel 30 und den Flansch 46 und drückt den Deckel 30 von oben auf den Flansch 46 mittels einer Druckfeder 52. Die Druckfeder 52 ist an einem unteren Schenkel 54 der C-Schiene innenseitig festgelegt und drückt von innen gegen die Unterseite des Flansches 46 des Gehäuses 27. Der obere C-Schenkel 56 liegt auf dem Deckel 30 auf und drückt durch die Kraft der Druckfeder 52 den Deckel 30 auf den Flansch 46, wobei die Dichtung 48 dazwischen liegt.

In Fig. 3 ist ferner ein Stopper 54 gezeigt, der einstückig mit dem Deckel 30 verbunden ist. Der Stopper 54 steht seitlich gegenüber dem Deckel 30 vor. Wenn eine Kraft von unten gegen die C-Schiene 50 aufgebracht wird, um den Deckel 30 zu entlasten, kann dieser parallel zur Erstreckung der C-Schiene 50 - also in Fig. 3 aus der Papierebene heraus - gezogen werden. An dem auszugsseitigen Ende der C-Schiene 50 ist ein Anschlag (nicht dargestellt) vorgesehen, der den Deckel 30 frei passieren läßt, auf dem der Stopper 54 jedoch aufläuft, sobald der Deckel 30 vollständig herausgezogen ist. Idealerweise ist die Anordnung aus dem Stopper 54 und dem nicht dargestellten Anschlag so, daß der Deckel 30 anschließend etwa parallel zu einer Seitenwand des Rollcontainers 24 nach unten geklappt werden kann. Der Stopper 54 verhindert dabei, daß sich der Deckel 30 von dem Rollcontainer 24 löst.

In Fig. 4 ist die in Fig. 1 gezeigte Arbeitsstation 14 in größerer Genauigkeit gezeigt.

Die Arbeitsstation 14 steht auf einem Boden 23, der vorliegend als Lochboden 23 ausgebildet ist. Sie weist einen auf dem Boden 23 angeordneten Parkplatz 58 für den Rollcontainer 24 auf.

Seitlich neben dem Parkplatz 58 ist ein Arbeitstisch 60 vorgesehen, der eine als Lochplatte ausgebildete Arbeitsplatte 62 aufweist. Die Arbeitsplatte 62 liegt etwa auf einer Höhe mit der Oberseite des Rollcontainers 24.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Rollcontainers 24 besitzt die Arbeitsstation 14 eine Seitenwand 64. An der Innenseite dieser Seitenwand 64 als auch an der gegenüberliegenden Seite des Arbeitstisches 60 ist jeweils eine etwa horizontal verlaufende Keilschiene 66 vorgesehen. Die Keilschienen sind so dimensioniert und in einer solchen Höhe und in einem solchen Abstand voneinander angeordnet, daß beim Hineinschieben des Rollcontainers 24 in den Parkplatz 58 die Keilschienen 66 an der Unterseite der gegenüberliegenden C-Schienen der Anpreßeinrichtung 44 angreifen und - aufgrund des Eigengewichtes des Rollcontainers - die C-Schienen 50 nach oben drücken. Hierdurch wird beim Einschieben des Rollcontainers 24 in den Parkplatz 58 der Arbeitsstation 14 der von der Anpreßeinrichtung 44 auf den Deckel 30 wirkende Anpreßdruck überwunden und der obere Schenkel 56 der C-Schienen wird von dem Deckel 30 abgehoben.

In diesem Zustand läßt sich der Deckel 30 nach vorne - in der Ansicht der Fig. 4 also aus der Papierebene heraus - ziehen und, ohne sich von dem Rollcontainer 24 zu lösen, an dessen vorderer Außenwand herunterklappen. Dies ist in Fig. 4 aus Übersichtlichkeitsgründen nicht dargestellt.

Bei derart herabgeklapptem Deckel 30 kann auf das Innere des Rollcontainers 24 leicht von oben zugegriffen werden.

Die Seitenwand 64 der Arbeitsstation 14 ist mit einer schematisch angedeuteten, etwa vertikal verlaufenden Durchbrechung versehen. An der Außenseite der Seitenwand 64 ist ein an sich herkömmlicher Garagentorantrieb 68 montiert, dessen Motor unterhalb der Ebene der Arbeitsplatte 62 montiert ist und dessen Laufschiene 72 über der Durchbrechung 67 angeordnet ist und diese somit abdichtet. Wie an sich von Garagentorantrieben her bekannt, wird in der Laufschiene 72 ein Schlitten 74 bewegt, im vorliegenden Fall also etwa vertikal auf und ab.

An dem Schlitten 74 ist eine Hakenanordnung 76 festgelegt, die durch die Öffnung 67 in der Seitenwand 64 hindurchtritt, und die dazu ausgelegt ist, in das Loch 32 der Vertikalplatte 34 der Hubanlage 28 zu greifen.

Durch Betätigung des Garagentorantriebes 68 kann die Hubanlage 28 somit stufenlos auf und ab bewegt werden.

Durch eine geeignete Motorsteuerung ist es möglich, den Garagentorantrieb 68 so aufgrund der auf die Hakenanordnung 76 ausgeübten Kraft zu regeln, daß sich der oberste Versuchstierkäfig 26 des Stapels von Versuchstierkäfigen 26 auf der Horizontalplatte 36 immer etwa auf Höhe der Arbeitsplatte 62 befindet. Hierdurch können an der Arbeitsstation 14 arbeitende Personen die autoklavierten Versuchstierkäfige 26 leicht aus dem Rollcontainer 24 entnehmen.

Natürlich ist es auch möglich, eine entsprechende Regelung mittels eines Lichtschrankensenders oder dgl. zu realisieren.

Obgleich ein Garagentorantrieb als Antriebseinrichtung für die Hubanlage 28 besonders geeignet ist, da Garagentorantriebe generell leicht und kostengünstig verfügbar sind und sich leicht an die vorliegend notwendigen Hub- und damit verbundenen Steuerungsaufgaben anpassen lassen, können auch andere Antriebseinrichtungen verwendet werden. Beispielhaft seien genannt Linearantriebe, Pneumatikzylinder, Hydraulikzylinder, Spindelantriebe, Seilzugantriebe etc.

In Fig. 5 ist eine Schnittansicht durch die Keilschiene 66 gezeigt. Die Keilschiene 66 ist an ihrem vorderen Ende mit einer Keilfläche 78 versehen, auf die der untere Schenkel 55 der C-Schienen 50 aufläuft, derart, daß die C-Schiene 50 gegen die Kraft der Druckfeder 55 nach oben gedrückt wird. Es versteht sich im übrigen, daß anstelle einer Druckfeder 52 eine Mehrzahl von Druckfedern 52 vorgesehen sein kann.

Im Betrieb wird der Rollcontainer 24 zunächst an einer Füllstation, die mit ähnlichen Keilschienen 66 versehen ist, bei heruntergeklapptem Deckel 30 mit vorab gereinigten, jedoch nicht sterilisierten Versuchstierkäfigen 26 gefüllt. Auf dem Boden der Versuchstierkäfige 26 kann dabei bereits neue Streu eingebracht sein. Die Versuchstierkäfige 26 werden in dem Rollcontainer 24 ineinandergestapelt. Sobald der Rollcontainer 24 gefüllt ist, wird der Deckel aufgeschoben. Beim Herausfahren aus der Füllstation (nicht gezeigt) wird der Deckel 30 aufgrund der Anpreßeinrichtung 44 hermetisch auf den Flansch 46 gepreßt. In diesem Zustand wird der verschlossene Rollcontainer 24 in den Autoklaven 12 verbracht. Dort wird der Inhalt des Rollcontainers 24 autoklaviert. Dies erfolgt, wie an sich bekannt, durch heißen Dampf unter hohem Druck, wobei der heiße Dampf durch das Filter 42 dringen kann und somit das Innere des Rollcontainers 24 autoklaviert wird.

Nachdem dieser Vorgang abgeschlossen ist, wird der Autoklave 12 geöffnet, und der weiterhin verschlossene Rollcontainer 24 wird zu der Arbeitsstation 14 transportiert, wobei er hierbei auch durch nicht reine, also unsterile Umgebungen gefahren werden kann. Das Filter 42 verhindert, daß Umgebungsluft in das Innere des Rollcontainers 24 eintritt.

Beim Annähern an die Arbeitsstation 14 gelangt der Rollcontainer zunächst in den Laminarstrom 22, wobei die an dem Rollcontainer 24 "anhaftende" kontaminierte Luft sofort verdrängt wird. Mit dem weiteren Annähern an die Arbeitsstation 14 laufen die gegenüberliegenden C-Schienen 50 auf die Keilschienen 66 auf. Sobald der Rollcontainer 24 vollständig in den Parkplatz 58 eingerollt ist, sind die C-Schienen über die gesamten Seitenkanten von dem Deckel 30 abgehoben. In diesem Zustand hat der Laminarstrom 22 bereits sämtliche kontaminierte Luft verdrängt. Dabei muß man verstehen, daß sich bereits während des Einschiebens des Rollcontainers 24 in den Parkplatz 58 eine Art Glocke aus dem gereinigten Gas über dem Deckel 20 ausbildet.

Sobald der Deckel 30 seitlich herausgezogen wird, dringt die gereinigte Luft auch in das Innere des Rollcontainers 24 ein und verhindert so, daß kontaminierte Luft eintreten kann. Der Deckel 30 wird vollkommen herausgezogen und gegen die Vorderseite des Rollcontainers 24 geklappt. In diesem Zustand hat der Laminarstrom 22 den Rollcontainer 24 bereits gefüllt und der Laminarstrom läuft an dem Rollcontainer, insbesondere auch an dessen Vorderseite vorbei, was in Fig. 4 nicht dargestellt ist. Insofern wird in jedem Fall verhindert, daß kontaminierte Luft an die Versuchstierkäfige 26 im Inneren des Rollcontainers 24 gelangt. Dadurch, daß der Deckel 30 oben an dem Rollcontainer 24 angeordnet ist und seitlich heruntergeklappt wird, strömt der Laminarstrom 22 an dem Rollcontainer 24 außen vorbei und reißt damit ggf. kontaminierte Luft nach unten mit sich. Mit anderen Worten wird vermieden, daß der Laminarstrom 22 kontaminierte Luft in den Arbeitsbereich mitreißt.

Hierdurch ist es möglich, entgegen bisheriger Vorurteile in der Fachwelt, den Behälter 24 mit nur einem einfachen Verschluß, nämlich dem Deckel 30, zu verschließen.

Es versteht sich, daß der Rollcontainer 24 im vorliegenden Fall an die Aufnahme von Versuchstierkäfigen 26 angepaßt ist. Natürlich kann der Rollcontainer 24 jedoch auch jede andere Art von zu reinigendem Gegenstand aufnehmen. Insbesondere ist die Versuchstieranlage 10 generell auch dazu geeignet, in anderen Anwendungen eingesetzt zu werden, in denen reine Gegenstände von einer ersten reinen Umgebung in eine zweite reine Umgebung zu transportieren sind. Daher eignet sich die erfindungsgemäße Anlage auch für die Chip-Fertigung unter Reinstraumbedingungen.


Anspruch[de]
  1. 1. Versuchstieranlage (10) mit einer Vorrichtung (24) zum Transportieren von reinen Gegenständen (26) von einer ersten reinen, insbesondere sterilen Umgebung (12) zu einer zweiten reinen, insbesondere sterilen Umgebung (14) durch eine möglicherweise unreine Umgebung, wobei die Transportvorrichtung (24) als Behälter (24) mit einer abdichtenden Verschlußeinrichtung (30, 48) ausgebildet ist und wobei an der zweiten reinen Umgebung (14) ein Laminarstrom aus gereinigtem Gas vorherrscht, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußeinrichtung (30, 48) als einzelner Verschluß (30, 48) ausgebildet ist.
  2. 2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschluß (30, 48) an einer Oberseite des Behälters (24) ausgebildet ist.
  3. 3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter (24) mit einer Verriegelungseinrichtung (44) versehen ist, um den Verschluß (30, 48) in der abdichtenden Stellung zu halten.
  4. 4. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verriegelungseinrichtung (44) als Anpreßeinrichtung (44) ausgebildet ist, die den Verschluß (30, 48) in die abdichtende Stellung drückt.
  5. 5. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter (24) als Rollcontainer (24) ausgebildet ist.
  6. 6. Anlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter (24) im Inneren mit einer Hubanlage (28) ausgerüstet ist, auf die die reinen Gegenstände (26) abgestellt werden können, und die in vertikaler Richtung bewegbar ist.
  7. 7. Anlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter (24) keine eigene Antriebseinrichtung für die Hubanlage (28) aufweist.
  8. 8. Anlage nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Hubanlage (28) ein vertikales Element (34) aufweist, sowie ein horizontales Element (36), auf dem die reinen Gegenstände (26) abgestellt werden können, und daß im Verbindungsbereich der zwei Elemente (34, 36) wenigstens eine frei drehbare Rolle (38) vorgesehen ist.
  9. 9. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die erste reine Umgebung eine Reinigungsstation (12), insbesondere ein Autoklave ist, und daß die zweite reine Umgebung (14) eine Laminarstrom-Arbeitsstation (14) ist.
  10. 10. Anlage nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitsstation (14) mit einer Entriegelungseinrichtung (66) für die Verriegelungseinrichtung (44) des Behälters (24) versehen ist.
  11. 11. Anlage nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Entriegelungsvorrichtung (66) mit wenigstens einem Keilelement (66) versehen ist, zum Überwinden des von der Anpreßeinrichtung (44) auf den Verschluß (30, 48) ausgeübten Druckes, indem der Behälter (24) auf das Keilelement (66) zu bewegt wird.
  12. 12. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die reinen Gegenstände Versuchstierkäfige (26) sind.






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