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Dokumentenidentifikation DE19841604A1 16.03.2000
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Untersuchung der Fadenqualität
Anmelder Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau AG, 85055 Ingolstadt, DE
Erfinder Lovas, Kurt, 85113 Böhmfeld, DE
Vertreter Bergmeier, W., Dipl.-Ing.Univ., Pat.-Anw., 85055 Ingolstadt
DE-Anmeldedatum 11.09.1998
DE-Aktenzeichen 19841604
Offenlegungstag 16.03.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.03.2000
IPC-Hauptklasse D01H 13/26
IPC-Nebenklasse D01H 13/16   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Untersuchung der Fadenqualität an Spinnstellen einer Spinnmaschine sowie eine Spinnmaschine zur Durchführung des Verfahrens. Es ist Aufgabe der Erfindung, die Überwachung und Untersuchung der Fadengarnqualität an Spinnstellen unmittelbar vorzunehmen. Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß ein gesponnener Faden (20) von einer Spule (122) mehrmals einer Reißprüfung unterzogen wird und die Untersuchungsergebnisse aufgezeichnet werden. Die Reißprüfung des Fadens wird mittels einer Reißvorrichtung und einer Aufzeichnungsvorrichtung durchgeführt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Untersuchung der Fadenqualität an Spinnstellen einer Spinnmaschine sowie eine Spinnmaschine zur Durchführung des Verfahrens.

Es ist bekannt, daß beim Betrieb einer Spinnmaschine Fadenwächter zur Überwachung von Garnen eingesetzt werden. Die Garnüberwachung erfolgt beispielsweise mittels elektronischer Fadenwächter (DE 39 00 088 A1), wobei lediglich Fadenbrüche registriert werden. Allerdings gelingt es nicht, mittels der bekannten Fadenwächter die Garnqualität an den Spinnstellen einer Spinnmaschine (einzeln) zu untersuchen und zu überwachen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, ein Verfahren und Spinnmaschine zu schaffen, wodurch die Überwachung und Untersuchung der Fadengarnqualität an den Spinnstellen unmittelbar vorgenommen wird.

Die Lösung der Aufgabe erfolgt hinsichtlich des Verfahrens gemäß Anspruch 1 und hinsichtlich der Spinnmaschine gemäß Anspruch 5. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind jeweils in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.

Erfindungsgemäß wird zur Untersuchung der Fadenqualität an Spinnstellen einer Spinnmaschine, die einen Wanderautomaten zur Bedienung der Spinnstellen aufweist, ein gesponnener Faden von einer Spule mehrmals einer Reißprüfung unterzogen. Die Untersuchungsergebnisse der Reißprüfungen werden dabei aufgezeichnet. Dies ermöglicht insgesamt, daß zur Untersuchung der Garnqualität, die Spulen direkt an der Spinnstelle einer Spinnmaschine untersucht werden. Das gesponnene Garn muß zur Untersuchung nicht erst mit der Spule entnommen werden und anschließend in ein Untersuchungslabor gebracht werden. Die ansonsten im Labor durchgeführten Arbeiten und Untersuchungen können direkt in der Produktionsstätte, in der sich die Spinnmaschine befindet, vorgenommen werden. Ein Transport des zu untersuchenden Garnes von der Produktionsstelle zum Labor entfällt. Hierdurch werden die Untersuchungsergebnisse schneller ermittelt. Außerdem müssen bei Laboruntersuchungen das Garn erst eine längere Zeit im Labor unter klimatisierten Bedingungen gelagert werden. Dies ist erforderlich, da bei dem Transport des Garnes von einer klimatisierten Produktionsstätte ins Labor das Garn anderen äußeren klimatischen Verhältnissen als in der Produktionsstätte ausgesetzt ist.

Bei der Reißprüfung werden die Garne beispielsweise auf ihre Festigkeit und Zuverlässigkeit und andere Eigenschaften hin untersucht. Um aussagefähigere Ergebnisse zu erhalten, wird die Reißprüfung mehrmals durchgeführt. Die Ergebnisse werden z. B. in der zentralen Rechnereinheit einer Spinnmaschine aufgezeichnet. Diese Ergebnisse können dann sowohl "online", d. h. direkt und ohne Verzögerung, oder zu einem späteren Zeitpunkt ausgewertet werden. Hierbei können langfristig und kurzfristig Aussagen über die Güte der Garne, die Spinnmaschine oder über einzelne Spinnstellen gemacht werden.

Die Reißprüfung wird in einer Weiterbildung der Erfindung an einem angesponnenen Faden ausgeführt. Das Reißen der in den Spinnstellen gewonnenen Ansetzern ist wichtig, bspw. um einen Vergleich des Fadens mit seiner Garnfestigkeit vorzunehmen. Somit lassen sich das zeitliche oder garnspezifische oder spinnstellenbezogene etc. Verhalten der Ansetzparameter erfassen und ermitteln. Die daraus gewonnenen Ergebnisse können schließlich dann zu einer Variation der Ansetzparameter führen.

Vorteilhaft ist es ferner, wenn die Reißprüfung in nicht-spinnenden Zeiten der Spinnstelle ausgeführt wird. Um die Auslastung und Produktivität einer Spinnmaschine nicht zu verringern, wird erst dann eine Reißprüfung an einer Spinnstelle durchgeführt, wenn sie keinen Faden spinnt.

Darüber hinaus wird vorteilhaft die Reißprüfung so oft wiederholt, bis eine statistische Sicherheit der Untersuchungsergebnisse vorhanden ist. Hierdurch ergeben sich zuverlässige Aussagen über die Qualität des Garnes etc.

Außerdem ist es, wenn durch die Untersuchungsergebnisse die Anspinnparameter festgelegt werden. Es können daher vor oder nach einer Produktionsaufnahme Reißprüfungen stattfinden, so daß in Abhängigkeit der Ergebnisse Einstellungen an der Spinnmaschine und/oder der Spinnstelle vorgenommen werden können. Insgesamt wird die Qualität der gesponnenen Garne hierdurch kontrolliert und erhöht.

Vorzugswürdig ist es, den Faden von einer Spulvorrichtung der Spinnstelle zu nehmen und vor der Reißprüfung die Spulvorrichtung in ihrer Bewegung zu hemmen. Auf diese Weise wird der Faden lediglich von der Spulvorrichtung nur zu einem geringen Teil abgewickelt und durch die Hemmung der Bewegung der Spulvorrichtung wird der Faden an einem Ende hierdurch festgehalten. Dies reduziert den apparativen Aufbau für die Reißprüfung.

Die vorliegende Aufgabe wird ferner gelöst durch eine Spinnmaschine, die viele Spinnstellen mit einer jeweiligen Spulvorrichtung aufweist und darüber hinaus eine längs der Spinnmaschine verfahrbare Wartungseinrichtung. Erfindungsgemäß ist die Spinnmaschine mit mindestens einer Reißvorrichtung und mindestens einer Aufzeichnungseinrichtung für die Untersuchungsergebnisse der Reißprüfung ausgebildet. Mittels einer derartigen Spinnmaschine ist es möglich, Fadengarnuntersuchungen, die ansonsten in einem Untersuchungslabor durchgeführt werden, am Ort der Garnherstellung, d. h. in der Produktionsstätte durchzuführen. Neben einer Kostenreduktion durch den Wegfall des Transports von der Produktionsstätte zum Labor kann darüber hinaus eine spinnstellenbezogene Garnqualitätsuntersuchung durchgeführt werden. Diese Qualitätsuntersuchung kann in der Regel direkt, d. h. während dem laufenden Betrieb der Spinnmaschine ausgeführt werden.

Die Qualitätsuntersuchung an einer Spinnstelle der Spinnmaschine wird vorteilhafterweise erst dann ausgeführt, wenn die Spinnstelle keinen Faden produziert. Die anderen fadenproduzierenden Spinnstellen arbeiten kontinuierlich weiter. Dies sorgt insgesamt dafür, daß die Produktivität der gesamten Spinnmaschine durch die Untersuchungen nicht abnimmt.

Die Aufzeichnungsvorrichtung ermöglicht es ferner, die Ergebnisse der Reißprüfung gleichzeitig während der Produktion der Spinnmaschine oder zu einem späteren Zeitpunkt auszuwerten. Hierdurch können kurzfristige und langfristige Aussagen über die Qualität der gesponnenen Garne bzw. der Güte der Spinnmaschine gemacht werden.

Ebenso wird es mit der Reißvorrichtung möglich, die Ansetzer einer jeweiligen Spinnstelle zu prüfen. Die Ergebnisse können dazu verwendet werden, die Festigkeit und/oder andere Eigenschaften der Ansetzer genauer zu untersuchen. Dies kann dazu führen, daß die Ansetzparameter der Spinnstelle oder der Spinnmaschine verändert werden.

In einer Weiterbildung der Erfindung ist die Reißvorrichtung durch eine Fadenrückhalteeinrichtung und einer Fadenspanneinrichtung ausgebildet, zwischen die der Faden einlegbar ist. Der apparative Aufbau vereinfacht sich, da die Fadenrückhalteeinrichtung im allgemeinen ortsfest ist und das Ende eines Fadens mittels der Fadenrückhalteeinrichtung festgehalten wird und das andere Ende des Fadens in einer Fadenspanneinrichtung angeordnet ist. Mittels der Fadenspanneinrichtung wird der Faden anschließend gespannt. Im entspannten Zustand eines Fadens, der zwischen der Fadenrückhalteeinrichtung und der Fadenspanneinrichtung angelegt ist, ist die Entfernung zwischen den beiden Einrichtungen stets konstant. Hierdurch ist die Länge des Fadens stets definiert. Mittels der Fadenspanneinrichtung werden bei der Reißprüfung Kräfte auf den zu untersuchenden Faden ausgeübt, so daß der Faden schließlich gerissen wird. Bei der Reißprüfung werden die Dehnungseigenschaften, Festigkeit und weitere charakteristische Eigenschaften des Fadens ermittelt.

Insbesondere ist die Fadenrückhalteeinrichtung durch die Spulvorrichtung der Spinnstelle ausgebildet. Dies wird realisiert, indem der Faden von einer Spulvorrichtung abgewickelt wird und für die Reißprüfung die Spulvorrichtung in ihrer Drehbewegung beim Abwickeln des Fadens gehindert wird. Von Vorteil ist hierbei, daß die Spule mit dem zu untersuchenden Garn nicht aus der Spinnstelle entnommen werden muß und darüber hinaus die Fadenspanneinrichtung einfach und kostengünstig verwirklicht werden kann.

Ferner ist es von Vorteil, wenn die Fadenrückhalteeinrichtung und/oder die Fadenspanneinrichtung und/oder die Aufzeichnungseinrichtung im Wanderautomaten ausgebildet ist. Durch die Verfahrbarkeit der Wandervorrichtung längs der Spinnmaschine können an allen Spinnstellen die Reißprüfungen ausgeführt werden. Dies gewährleistet eine schnelle und eine spinnstellenbezogene Prüfung der Garnqualität. Beispielsweise durch die Ausbildung nur einer Fadenspanneinrichtung für alle Spinnstellen gelingt es, eine günstige und im Aufbau sehr einfache Reißvorrichtung auszubilden.

Die Erfindung wird anhand eines in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert.

Fig. 1 zeigt schematisch in einer Queransicht einen Teil einer Spulvorrichtung 12 mit einer Spule 122 und einer Wartungsvorrichtung 3. Ein zwischen der Spule 122 und der Wartungsvorrichtung 3 angeordneter Faden 20 wird durch eine bekannte und daher nicht gezeigte Anspinnvorrichtung von der Spule 122 abgezogen. In der Regel ist diese Vorrichtung als ein Saugrohr ausgebildet, daß der Spule 122 zugestellt und nach Aufnahme des Fadenendes bei entsprechendem Antrieb der Spule 122 von dieser wieder entfernt wird. Dabei gelangt ein Fadenzwischenbereich in den Arbeitsbereich eines üblichen Übergabeelementes (nicht gezeigt), welches das Fadenende dann dem Fadenabzugsrohr vorlegt.

Gemäß Fig. 1 ist neben dem nicht gezeigten Übergabeelement noch eine Fadenspanneinrichtung vorgesehen, die den Fadenbereich aufnehmen kann und zwischen sich und der durch eine Hilfsantriebsrolle 311 stillgesetzten Spule 122 gespannt hält. Die durch die Hilfsantriebsrolle 311 stillgesetzte Spule 122 bildet für die Reißprüfung eine Fadenrückhalteeinrichtung aus. Die Fadenspanneinrichtung 7 in der Wandervorrichtung 3 erhöht zunehmend die Spannung, während ein dem Fadenzwischenbereich zugestellter Meßkopf 70 am Faden 20 anliegt und die Fadenspannung ermittelt. Der erhaltene Wert wird in einem Meßverstärker 71 verstärkt und nach Umrechnung in einen Prozessor 72 einer Anzeigevorrichtung 73 zugeführt. Dabei kann die Anzeigevorrichtung 73 auch als Aufzeichnungsvorrichtung ausgebildet sein oder eine weitere Aufzeichnungsvorrichtung umfassen, so daß eine Analyse auch unabhängig von der Überprüfung des Fadens anschließend erfolgen kann.

Die Spulvorrichtung 12 bildet bei gebremster Spule 122 eine Fadenrückhalteeinrichtung, wobei der Faden 20 zwischen dieser und der Fadenspanneinrichtung 7 gehalten wird. Hierbei ist das Einlegen des Fadens 20 in diese Prüfvorrichtung besonders einfach, wobei die Fadenspanneinrichtung 7auch durch das erwähnte Saugrohr gebildet werden kann, das in diesem Fall eine steuerbare Klemme zum Anklemmen des Fadenendes enthält und auch noch nach Einklemmen des Fadenendes durch Fortführung seiner Schwenkbewegung die Spannung im Faden 20 erhöhen kann.

Der Meßkopf 70 liegt während der Erhöhung der Fadenspannung am Faden an und mißt dabei die Spannung. Diese Spannung wird in der Anzeigevorrichtung 73 angezeigt und/oder aufgezeichnet. Im Augenblick des Reißens des Fadens springt die Fadenspannung schlagartig auf Null ("0") zurück. Die Größe der auf diese Weise ermittelten Fadenspannung steht im proportionalen Verhältnis zur Reißfestigkeit des Fadens.

Insgesamt ermöglicht die Erfindung eine Untersuchung der Garnqualität an einer produzierenden Spinnmaschine. An einer Spinnstelle werden im allgemeinen hierbei so viele Versuche durchgeführt, so daß Untersuchungsergebnisse für die einzelne Spinnstelle und/oder die Spinnmaschine mit einer genügenden statistischen Sicherheit vorliegen.

Auf Grund der Ergebnisse der Reißprüfung können die Anspinn- und/oder Spinnparameter für diese Spinnstelle oder die gesamte Spinnmaschine verändert werden.

Die Ergebnisse der Reißprüfung mehrere Spinnstellen können miteinander verglichen werden, um Rückschlüsse ziehen zu können, ob ein Fehler der einzelnen Spinnstelle oder der ganzen Maschine vorliegt.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Untersuchung der Fadenqualität an Spinnstellen einer Spinnmaschine mit einem Wanderautomaten (3), wobei ein gesponnener Faden (20) von einer Spule (122) mehrmals einer Reißprüfung unterzogen wird und die Untersuchungsergebnisse aufgezeichnet werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Reißprüfung für einen angesponnenen Faden der Spinnstelle ausgeführt wird.
  3. 3. Verfahren einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Reißprüfung des Fadens (20) in nichtspinnenden Zeiten der Spinnstelle ausgeführt wird.
  4. 4. Verfahren einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Reißprüfung so oft wiederholt wird, bis eine statistische Sicherheit der Untersuchungsergebnisse vorhanden ist.
  5. 5. Verfahren einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Untersuchungsergebnisse die Anspinnparameter festgelegt werden.
  6. 6. Spinnmaschine mit vielen Spinnstellen und einer jeweiligen Spulvorrichtung und einem längs der Spinnmaschine verfahrbaren Wanderautomaten (3) und zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, die Spinnmaschine mindestens eine Reißvorrichtung zur Reißprüfung eines Fadens (20) und eine Aufzeichnungseinrichtung für die Untersuchungsergebnisse der Reißprüfung aufweist.
  7. 7. Spinnmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Reißvorrichtung durch eine Fadenrückhaltevorrichtung und eine Fadenspanneinrichtung (7) ausgebildet ist, zwischen die der Faden (20) einlegbar ist.
  8. 8. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenrückhaltevorrichtung durch die Spulvorrichtung (12) der Spinnstelle ausgebildet ist.
  9. 9. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenrückhalteeinrichtung und/oder die Fadenspanneinrichtung (7) und/oder die Aufzeichnungseinrichtung im Wanderautomaten (3) angeordnet sind.






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