PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19844196A1 30.03.2000
Titel Zylinderschloß/Schließanlage mit sequentieller Abtastung
Anmelder Fischer, Herwig, 41063 Mönchengladbach, DE
Erfinder Fischer, Herwig, 41063 Mönchengladbach, DE
DE-Anmeldedatum 26.09.1998
DE-Aktenzeichen 19844196
Offenlegungstag 30.03.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.03.2000
IPC-Hauptklasse E05B 35/08
Zusammenfassung Ein Zylinderschloß, bei dem die Sperrung der Drehbewegung nicht bzw. nicht nur über die bekannten, angefederten Stifte erfolgt, sondern alternativ oder zusätzlich über gleitende oder rotierende Bauteile, die den Schlüssel nicht nur in der Endstellung, sondern auch während des Einsteckvorganges abtasten. Zusätzlich erlaubt dieses Abtastsystem eine von außen nach dem Einstecken des Schlüssels erkennbare Information darüber, welcher Schlüssel als letzter benutzt wurde (Zugangskontrolle).

Beschreibung[de]

Zylinderschlösser und Schließanlagen in der bekannten Form arbeiten nach dem Prinzip, daß ein profilierter Schlüssel in einen drehbarer gelagerten Zylinder eingeführt wird und dabei auf Federn gelagerte Zylinderstifte durch Aussparungen auf dem Schlüssel in vertikaler Richtung verschoben werden. In vollkommen eingeführter Position des Schlüssels (Endstellung) nehmen dann die Stifte eine bestimmte Lage ein, da sie von den Federn in die Vertiefungen auf dem Schlüssel gedrückt werden.

Da diese Stifte geteilt sind, ist eine Anordnung so möglich, daß bei passendem und vollständig eingeführtem Schlüssel die Trennebene der Stifte in Höhe der Mantellinie des Schließzylinders liegen, so daß der Zylinder mit dem Schlüssel gedreht werden kann, während bei einem falschen oder nicht ganz eingeführten Schlüssel einer oder mehrere Stifte über die Mantellinie des Zylinders hinaus in das Schloßgehäuse ragen und eine Drehung bzw. Schließung somit blockiert wird.

Die Sicherung gegen einen Öffnungsvorgang erfolgt dann im wesentlichen durch das Längsprofil des Schlüssel, das zum Profil des Schließkanals passen muß, damit ein Schlüssel überhaupt eingeführt werden kann und durch die Ausnehmungen auf dem Schlüssel, mit denen die Stifte bewegt werden.

Solche Schlösser haben somit alle das Prinzip der Profilprüfung und der Endlagenprüfung gemeinsam, da einerseits das Profil den Einführvorgang und andererseits die Ausnehmungen in der Endlage die Stellung der Stifte prüfen.

Diese Systeme haben damit auch den Nachteil, daß beide Sicherungen getrennt überwunden werden können. So kann z. B. ein hinreichend dünnes Flachprofil, ein Schlüssel mit Untermaß oder ein dünner Draht praktisch in jedes Schloß eingeführt und damit die Profilsicherung überwunden werden. Oder aber auf die Einführung eines Schlüssels wird ganz verzichtet und statt dessen wird nur auf den ersten Zentimetern des Schlüsselkanals eine Zange angesetzt, mit welcher der Schließzylinder gedreht wird.

Die Stifte können dabei durch Vibration mit einem sog. Elektropic in Schwingungen versetzt werden, bis eine zufällig richtige Position eine Drehung und damit den Schließvorgang zuläßt.

Eine Vielzahl von Varianten ist bekannt, die hier Abhilfe schaffen soll. Dabei werden im wesentlichen bei allen System zusätzliche Sperrvorrichtungen an verschiedenen Stellen angebracht.

Die vorliegende Erfindung beschreibt einen neuen Weg, bei dem nicht nur das passende Profil und die richtige Endposition als Sicherungen sondern der Einsteckvorgang des Schlüssels selbst zur Prüfung und Sicherung genutzt wird.

Dazu dient das Prinzip der sequentiellen Abtastung, bei dem z. B. statt der Stifte Räder, Rollen oder Walzen in den Schließzylinder integriert werden, die auf dem Umfang ein Profil aufweisen, das auf dem korrespondierenden Profil des Schlüssels beim Einführen abläuft, ähnlich wie ein Zahnrad auf einer Zahnstange. Um den Schließzylinder drehen zu können, müssen alle Räder in der richtigen Position liegen, da in jeder anderen Lage mindestens eine Kontur der Räder formschlüssig in das Gehäuse greift und so die Drehung verhindert.

Die Räder können dabei in Gegenräder im Gehäuse oder durch Überlappung auch ineinander greifen, um sowohl die weitere Einführung des Schlüssels als auch die spätere Drehung des Zylinders zu erlauben oder zu blockieren. Es können mehrere Räder nacheinander oder auch nebeneinander angebracht sein. Die Räder lassen sich auch mit Stiften in beliebiger Form kombinieren. Weiterhin können statt runder Räder auch profilierte Teilsegmente von Rädern rotatorisch gelagert sein. Auch Ketten oder Züge, auf denen Profilstücke angebracht sind, wie Stahlkugeln, die auf einem Draht geführt werden, der umläuft wie eine Seilbahn sind möglich.

In jedem Falle entsteht eine sequentielle Abtastung der einzelnen Verriegelungselemente beim Einsteckvorgang, ohne die kein Schließen möglich wird. Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, daß sowohl die Einführung als auch das Herausziehen cles Schlüssels eine formschlüssige Drehung der Räder bzw. der Gegenkonturen in eine definierte Endstellung erzwingt und nicht nur durch eine Rückfederung erlaubt. Damit ist einerseits die Überwindung des Schlosses durch zufällige Schwingungsvorgänge und Resonanz unmöglich oder zumindest erheblich erschwert, andererseits ergeben sich Möglichkeiten eine mechanische Zugangskontrolle preiswert und einfach zu Integrieren, indem verschieden codierte Schlüssel z. B. ein Stellrad am äußeren Ende des Schlosses in verschiedene Positionen ziehen. Beim nächsten Einstecken eines Schlüssels rollt dieses Rad dann in eine andere Position und zeigt von außen erkennbar, welcher Schlüssel als letzter benutzt wurde oder aber auch ob das Schloß betätigt wurde, ohne autorisierten Schlüssel, also z. B. durch einen Dieb oder Einbrecher.

Für besondere Sicherheitsansprüche sind zusätzlich oder alternativ drehbare oder verschiebbare Elemente auf dem Schlüssel angebracht, die ebenfalls einen Abtastvorgang ausführen.

Die Rückstellung der Abtastelemente erfolgt wegen des Formschlusses beim Herausziehen des Schlüssels automatisch und zwangsgesteuert, jedoch ist eine Unterstützung durch Anfederung als Sicherung gegen Vibrationen oder einen Schließversuch mit einem falschen Schlüssel, Draht oder Dietrich möglich.

Die Abtastkonturen können längs- oder querorientiert angebracht sein. Bei der Verwendung von runden Abtastelementen ist in einer bevorzugten Ausführung die Kombination von mehreren Scheiben, die axial aneinander liegen und so ein breitere Walze bilden, vorgesehen. Durch Kombination von standardisierten Scheiben in verschiedender Folge und/oder in verschiedenen rotatorischen Orientierungen lassen sich aus Standardelementen viele verschiedene Permutationen von Schließgeometrien entwickeln. Die Herstellung des passenden Schlüssels kann vorzugsweise durch eine numerisch gesteuerte Bohr-/Fräseinrichtung erfolgen.

In einer anderen Ausführung werden die Abtastkonturen ebenfalls über eine numerisch gesteuerte Bohr-/Frässtation gefertigt, in diesem Fall ergibt sich der Vorteil, komplette Schließanlagen mit einem einzigen Computerprogramm zu gestalten und zu fertigen.


Anspruch[de]
  1. 1. Schließzylinder, bestehend aus einem Gehäuse und einem darin drehbar gelagerten Zylinder, dessen Drehung und/oder dessen Mitnahme des Schließzapfens erlaubt bzw. verhindert wird, indem ein passender Schlüssel Formschlußelemente, die von dem Schlüssel bewegt werden in die richtige bzw. falsche Position bringt, dadurch gekennzeichnet, daß nicht nur in der Endlage eine Schließposition eingestellt wird sondern während des Einführens des Schlüssels eine sequentielle Abtastung erfolgt, bei der Formschlußelemente in einer laufenden Folge bewegt und schließlich in die Endstellung gebracht werden, die den Schließvorgang zuläßt.
  2. 2. Schließzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Formschlußelemente Räder bzw. Walzen sind, die bei Einführen des Schlüssels in Rotation versetzt werden.
  3. 3. Schließzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Räder bzw. Walzen beim Einführen des Schlüssels um Achsen rolieren, die senkrecht zur Bewegung des Schlüssels stehen.
  4. 4. Schließzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Räder bzw. Walzen beim Einführen des Schlüssels um Achsen rotieren, die parallel zur Bewegung des Schlüssels stehen.
  5. 5. Schließzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Räder bzw. Walzen aus axial getrennten Elemente aufgebaut sind, wobei durch die Auswahl, die Reihenfolge und die relative gegenseitige Verdrehung dieser Elemente Walzen verschiedener Profile kombiniert werden können.
  6. 6. Schließzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die sequentielle Abtastung mit einer Endlagenabtastung nach dem Stand der Technik kombiniert wird,
  7. 7. Schließzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eins der Formschlußelemente ein Codierung durch ein entsprechendes Profil aufweist, die für jeden Schlüssel spezifisch ist und die eine Information darüber erlaubt, welcher Schlüssel als letzte benutzt wurde,
  8. 8. Schließzylinder nach Aspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Information über den zuletzt benutzten Schlüssel nur mit Hilfe eines passenden Schlüssels abgerufen werden kann,
  9. 9. Schließzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fertigung der Schlüssel und der Formschlußelemente zur sequentiellen Abtastung durch ein Computerprogramm gesteuert wird, das die Codierung einer Schließanlage und die Ansteuerung der Bohr-, Dreh-, Fräseinrichtung zur Fertigung der Schlüssel und der Formschlußelemente ermittelt und kontrolliert.
  10. 10. Schließzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Formschlußelemente nicht nur formschlüssig beim Herausziehen des Schlüssels sondern auch über Anfederung und Arretierung zurückgestellt werden.
  11. 11. Schließzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Formschlußelemente rotieren.
  12. 12. Schließzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Formschlußelemente Rotationssegmente bilden.
  13. 13. Schließzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Formschlußelemente in einer Translationsbewegung gleiten.
  14. 14. Schließzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Formschlußelemente auf einer biegsamen Führung angebracht sind und damit in einer Führung ein nicht geradlinige Gleitbewegung ausführen.
  15. 15. Schließzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sich auch und/oder alternativ bewegliche Formschlußelemente zur sequentiellen Abtastung auf dem Schlüssel befinden.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com