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Dokumentenidentifikation DE69422115T2 13.04.2000
EP-Veröffentlichungsnummer 0645588
Titel Mehrschichtiger Gasvorhang
Anmelder F.H. Biddle B.V., Kootstertille, NL
Erfinder Ligtenberg, Petrus Josephus Joannes Hubertus, NL-9204 KK Drachten, NL
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 69422115
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, ES, FR, GB, GR, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 19.09.1994
EP-Aktenzeichen 942026915
EP-Offenlegungsdatum 29.03.1995
EP date of grant 15.12.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.04.2000
IPC-Hauptklasse F24F 9/00
IPC-Nebenklasse F25D 23/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Aufrechterhaltung der Trennung der Gasatmosphären auf jeder Seite einer Öffnung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Ein derartiges Verfahren ist aus der US-A-3.211.078 bekannt. Die beiden parallelen Gasströme vermischen sich lediglich mit großer Schwierigkeit, wobei ein geringes Vermischen an der Grenzfläche auftritt und wobei der Gasstrom daher seine Energie und Zusammensetzung über eine relativ lange Zeit behält. Demgemäß wird eine ziemlich gute Trennung der beiden Atmosphären erzielt.

Die Erfindung hat zur Aufgabe, ein Verfahren, wie oben angegeben, bereitzustellen, bei dem die Trennung der beiden Atmosphären auf jeder Seite einer Öffnung weiter effektiv verbessert ist.

Erzielt wird dies mittels des Verfahrens gemäß der Erfindung mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1. Der Zwischen-Gasstrom oder die Zwischen-Gasströme ist bzw. sind auf jeder Seite durch parallele Gasströme derart gebunden, dass dieser Zwischen-Gasstrom bzw. diese Zwischen-Gasströme praktisch ungestört zum gegenüberliegenden Ende beispielsweise der Durchlaßöffnung hin gelangen kann bzw. können. Hierdurch wird eine sehr gute Trennung der Gasatmosphären auf beiden Seiten erzielt.

Vorzugsweise wird hierbei der Schritt gemäß Anspruch 2 angewandt. Die äußeren Gasströme bilden "Schutz"-Gasströme für den inneren Gasstrom oder die inneren Gasströme. Eine Turbulenz und eine Vermischung tritt an den Grenzflächen zwischen den äußeren Gasströmen und den benachbarten Gasatmosphären auf, obwohl dies keine nachteilige Auswirkung auf den Energiegehalt und die Zusammensetzung des inneren Gasstroms oder der inneren Gasströme hat. Dieser bzw. diese verbleiben praktisch ungestört.

Der Anspruch 4 liefert eine außergewöhnlich geeignete Anwendung des Verfahrens gemäß der Erfindung. Es ist hierdurch möglich, einen Tiefkühlbereich mit einer Temperatur in der Größenordnung von -20ºC effektiv von der Außenseiten-Atmosphäre mit einer Temperatur von beispielsweise +20ºC zu trennen. Aufgrund der niedrigen Temperatur enthält die Luft in dem Tiefkühlbereich lediglich sehr wenig Feuchtigkeit im absoluten Sinne. Dadurch, dass der zumindest eine Zwischen-Gasstrom aus erwärmter Luft gebildet wird, die aus dem Tiefkühlbereich extrahiert ist, erlangt somit dieser Zwischen-Gasstrom eine sehr niedrige relative Feuchtigkeit. Dies verhindert, dass sich Feuchtigkeit in der Grenzfläche zwischen dem äußeren Gasstrom neben der Außenseiten-Atmosphäre und dem dazu benachbarten inneren Gasstrom kondensiert, so dass eine Nebelbildung in effektiver Weise verhindert ist.

Die Erfindung bezieht sich in entsprechender Weise auf eine Gasvorhangvorrichtung, wie sie am Anspruch 6 gekennzeichnet ist, und stellt eine solche Vorrichtung bereit. Vorteilhafte Ausführungsformen der Gasvorhangvorrichtung gemäß der Erfindung sind in den weiteren Unteransprüchen gekennzeichnet.

Die Erfindung wird in der folgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die beigefügte schematische Zeichnungsfigur einer Ausführungsform weiter erläutert.

Die Figur veranschaulicht die Anwendung des Verfahrens mittels einer Vorrichtung 4 entsprechend dem Verfahren an der Stelle einer Durchgangsöffnung 3 zwischen einem Tiefkühlbereich 1 und einer auf der Außenseite liegenden Atmosphäre 2.

Die Gasatmosphäre im Tiefkühlbereich 1 ist in repräsentativer Weise eine Luftatmosphäre von -20ºC. Der Wassergehalt der Luft ist in Anbetracht der niedrigen Temperatur extrem niedrig.

Die Gasatmosphäre in dem auf der Außenseite liegenden Bereich 2 ist die übliche auf der Außenseite liegende Luftatmosphäre. In Anbetracht der hohen Temperatur enthält die Luft eine beträchtlich größere Wassermenge pro Volumeneinheit.

Es ist selbstverständlich, dass es unerwünscht ist, dass Luft aus dem äußeren Raum 2 in den Tiefkühlbereich 1 eintritt und umgekehrt, dass Luft aus dem Tiefkühlbereich 1 in den auf der Außenseite liegenden Raum 2 entweicht. Der Verlust an Luft aus dem Tiefkühlbereich 1 würde an erster Stelle einen Wärmeverlust bedeuten, da die Ersatzluft zuerst wieder auf die gewünschte niedrige Temperatur gekühlt werden muß und da das Eindringen von Luft von dem auf der Außenseite liegenden Bereich in den Tiefkühlbereich 1 überdies zur Nebel- und Reifbildung in diesem Tiefkühlbereich 1 führen würde.

Um nun die Gasatmosphären in dem Tiefkühlbereich 1 und in dem auf der Außenseite liegenden Raum 2 gegenseitig bzw. gemeinschaftlich zu trennen, wird das Verfahren gemäß der Erfindung angewandt. An der Stelle der Durchgangsöffnung 3 wird ein Gasvorhang gebildet, in diesem Falle ein Luftvorhang, der aus einer Anzahl von parallelen Gasströmen 5, 6 und 7 besteht, die sich nebeneinander erstrecken.

Diese drei parallelen Gasströme 5 bis 7 werden mittels einer Gasvorhangvorrichtung 4 gebildet, die Gastransporteinrichtungen 12 bis 14 umfaßt, welche an der Unterseite in längliche Gasausblasteile (nicht weiter dargestellt) einmünden.

Bei der dargestellten bevorzugten Ausführungsform sind die Gastransporteinrichtungen 12, 13 und 14 so dimensioniert und eingestellt, dass die Gasströme 5, 6 und 7 im wesentlichen dieselbe Geschwindigkeit und Richtung aufweisen. Der Gasstrom 5, der an den Tiefkühlbereich 1 angrenzt, wird aus Luft gebildet, die unmittelbar aus dem Tiefkühlbereich 1 gewonnen ist. Der Gasstrom 7, der an die Atmosphäre des auf der Außenseite liegenden Bereichs 2 angrenzt, wird in entsprechender Weise durch Luft gebildet, die direkt von dem auf der Außenseite liegenden Bereich 2 gewonnen ist. Der innere Gasstrom 6 wird bei dieser Ausführungsform aus Luft gebildet, die in entsprechender Weise aus dem Tiefkühlbereich 1 über eine Saugöffnung 16 abgeführt wird. In die Gastransporteinrichtungen 13 sind Gasaufbereitungs- bzw. Gaskonditionierungseinrichtungen einbezogen, die hier durch Heizeinrichtungen gebildet sind. Die kalte trockene Luft aus dem Tiefkühlbereich wird mittels dieser Heizeinrichtungen auf eine Temperatur zwischen jener des Tiefkühlbereichs 1 und jener des auf der Außenseite liegenden Bereichs 2 erwärmt. Die erwärmte Luft in dem Gasstrom 6 weist eine sehr niedrige relative Feuchtigkeit auf.

Die parallelen Gasströme 5, 6 und 7 weisen im wesentlichen dieselbe Geschwindigkeit und Richtung auf. Lediglich eine geringe Turbulenz und Vermischung tritt hierdurch an der Stelle der Grenzflächen 9 und 10 zwischen den betreffenden Gasströmen 5 und 6 und den Gasströmen 6 und 7 auf. Der mittlere Gasstrom 6 behält seine Energie und Zusammensetzung praktisch bis zur Unterseite der Öffnung 3, wodurch eine effektive Trennung erzielt ist.

An der Stelle der Grenzfläche 8 und 11 zwischen dem Gasstrom 5 bezüglich des Tiefkühlbereiches 1 und dem Gasstrom 7 bezüglich des auf der Außenseite liegenden Bereiches 2 tritt eine Geschwindigkeitsdifferenz auf, die zu einer stärkeren Turbulenz und Vermischung führt. Dies ist indessen nicht nachteilig, da im Sinne der Zusammensetzung und Konditionierung der Gasstrom 5 derselbe ist wie die Gasatmosphäre im Tiefkühlbereich 1 und da im Sinne der Zusammensetzung und Konditionierung der Gasstrom 7 derselbe ist wie die Gasatmosphäre des auf der Außenseite liegenden Bereiches 2. Die Luft für den Gasstrom 7 wird aus dem Bereich 2 über die Saugöffnung 15 entnommen und von der Ausblasöffnung an der Unterseite durch die Gastransporteinrichtungen 14 abgegeben.

Da der mittlere Gasstrom 6 in der beschriebenen Weise aus aufbereiteter bzw. konditionierter trockner Luft besteht, ist eine Nebelbildung vermieden. Während einer Bewegung beispielsweise eines Gabelstaplers durch die Durchgangsöffnung 3 tritt dort eine stärkere Durchmischung der verschiedenen Gasströme an der Stelle der Grenzflächen 9 und 10 auf, obwohl der Transport von Luft aus dem auf der Außenseite liegenden Bereich 2 zu dem Tiefkühlbereich 1 minimal ist, so dass die genannte Nebelbildung nicht auftritt.

Obwohl oben eine Ausführungsform erörtert worden ist, mit der die Atmosphäre in einem Tiefkühlbereich und eine auf der Außenseite liegende Atmosphäre getrennt gehalten werden, sind das Verfahren und die Vorrichtung gemäß der Erfindung auch für andere Anwendungen geeignet. Die Erfindung kann in entsprechender Weise vorteilhaft bei der üblichen Anwendung von Luftvorhängen genutzt werden, um die Atmosphäre im Innern und außerhalb eines Gebäudes getrennt halten, wie dies in typischer Weise bei Lagergebäuden und dergleichen angewandt wird. Der Wärmeverlust aufgrund des Austritts von warmer Luft zur Außenseite hin ist mit der Erfindung sehr gering.

Das Verfahren und die Vorrichtung sind auf die Verwendung von Luft als Gas in den Gasströmen nicht beschränkt. Andere Gasatmosphären können in geeigneter Weise getrennt gehalten werden. Ein Beispiel einer Anwendung kann in einem Produktionsprozeß gegeben sein, bei dem besondere Operationen unter besonderen Gasatmosphären stattfinden müssen. Die unterschiedlichen Gasatmosphären für die unterschiedlichen Operationsschritte kön nen mit dem Verfahren und der Vorrichtung gemäß der Erfindung gut getrennt gehalten werden.

Gas kann optional auf der Seite der Öffnung, zu der die Gasströme hin gerichtet sind, abgeleitet werden. Insbesondere kann der mittlere Gasstrom oder können die mittleren Gasströme dann derart abgeführt werden, dass kein oder lediglich ein wenig Gas, was sonst aufbereitet bzw. konditioniert ist, in die benachbarten Gasatmosphären eintreten kann.


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Aufrechterhaltung der Trennung der Gasatmosphären auf jeder Seite (1, 2) einer Öffnung (3), die sich quer zu einer geschlossenen Fläche erstreckt, wie einer Bodenfläche, umfassend die Bildung eines Gasvorhangs, wie eines Luftvorhangs, der sich über die genannte Öffnung erstreckt und der zu der genannten geschlossenen Fläche hin gerichtet ist, umfassend zwei parallele Gasströme (5, 7), die dieselbe Geschwindigkeit und Richtung aufweisen und die unterschiedlich konditioniert sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftvorhang zumindest einen Zwischen-Gasstrom (6) umfaßt, der zwischen den beiden Gasströmen (5, 7) und parallel zu diesem verläuft und der im wesentlichen dieselbe Geschwindigkeit wie die beiden Gasströme aufweist.

2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die äußeren Gasströme (5, 7) jeweils dieselbe Aufbereitung bzw. Konditionierung wie die unmittelbar benachbarte Gasatmosphäre (1, 2) aufweisen.

3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei die äußeren Gasströme (5, 7) aus Gas gebildet werden, das unmittelbar aus den benachbarten Gasatmosphären (1, 2) extrahiert wird.

4. Verfahren nach Anspruch 3, zur Aufrechterhaltung der Trennung der Atmosphäre in einem Tiefkühlbereich (1) und einer Außenseiten-Atmosphäre (2), wobei der zumindest eine Zwischen- Gasstrom (6) derart konditioniert wird, daß eine an der Grenzfläche mit dem äußeren Gasstrom (5), der aus Luft gebildet ist, welche aus der Atmosphäre im Tiefkühlbereich (1) extrahiert ist, sich bildende Kondensation verhindert ist.

5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei zumindest ein Zwischen- Gasstrom (6) aus erwärmter Luft gebildet wird, die aus dem Tiefkühlbereich (1) extrahiert ist.

6. Gasvorhangvorrichtung, umfassend Gastransporteinrichtungen mit zumindest zwei Gasabblasteilen (12, 14), die zueinander parallel und einander benachbart verlaufen zur Erzeugung zweier paralleler Gasströme (5, 7) mit im wesentlichen derselben Geschwindigkeit, und umfassend eine Befestigungseinrichtung zur Befestigung der Gasabblasteile neben einer Wandöffnung (3), dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Zwischen-Gasabblasteil (13) zwischen den beiden Gasabblasteilen (12, 14) und parallel zu diesen so angeordnet ist, daß zumindest ein Zwischen-Gasstrom (6) zwischen den beiden parallelen Gasströmen (5, 7) und parallel zu diesen und mit im wesentlichen derselben Geschwindigkeit und Richtung erzeugt wird.

7. Gasvorhangvorrichtung nach Anspruch 6, umfassend Gaskonditionierungseinrichtungen zur Aufbereitung bzw. Konditionierung zumindest eines der Gasströme (5, 6, 7).

8. Gasvorhangvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7 zur Aufrechterhaltung der Trennung der Atmosphäre in einem Tiefkühlbereich (1) und einer Außenseiten-Atmosphäre (2), wobei die Gaskonditionierungseinrichtung eine Heizeinrichtung in einer Gasleitung umfaßt, die zu dem zumindest bei einem Zwischen-Gasabblasteil (13) hinführt.

9. Gasvorhangvorrichtung nach irgendeinem der Ansprüche 6 bis 8, wobei die Gastransporteinrichtungen so dimensioniert und eingerichtet sind, daß die erzeugten parallelen Gasströme (5, 6, 7) dieselbe Geschwindigkeit und Richtung aufweisen.







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