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Dokumentenidentifikation DE19745887C2 27.04.2000
Titel Kehrsystem
Anmelder Schmidt Holding Europe GmbH, 79837 St Blasien, DE
Erfinder Schneider, Michael J., Dipl.-Ing. (FH), 79865 Grafenhausen, DE
Vertreter Grättinger & Partner (GbR), 82319 Starnberg
DE-Anmeldedatum 17.10.1997
DE-Aktenzeichen 19745887
Offenlegungstag 20.08.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 27.04.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.04.2000
IPC-Hauptklasse E01H 1/05
IPC-Nebenklasse E01H 5/06   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kehrsystem umfassend ein zum Frontanbau an ein Trägerfahrzeug ausgebildetes Kehraggregat, das eine dem Anbau an ein Trägerfahrzeug dienende Trageinrichtung und eine an dieser aufgehängte Kehreinheit umfaßt, die mindestens eine motorisch angetriebene, in einem Bürstenrahmen gelagerte Bürste aufweist. Sie betrifft in gleicher Weise ein Kehraggregat zum Frontanbau an ein Trägerfahrzeug.

Kehraggregate zum Frontanbau an Trägerfahrzeuge sind in den verschiedensten Ausgestaltungen bekannt. Hinzuweisen ist bspw. auf die EP 0197259 A2, welche ein "reines" Kehraggregat offenbart. Des weiteren sind kombinierte Räum-Kehraggregate bekannt, welche ebenfalls zum Frontanbau an ein Trägerfahrzeug vorgesehen sind. In diesem Zusammenhang sind bspw. zu nennen die deutschen Offenlegungsschriften 31 02 659, 36 43 080 und 39 28 914 sowie das deutsche Gebrauchsmuster 295 02 693. Die in den zuletzt genannten Veröffentlichungen dargestellten Geräte dienen vornehmlich der sog. "Schwarzräumung" von verschneiten Fahrbahnen. Bekannt sind des weiteren Kehraggregate, welche - insbesondere unter Verwendung einer Walzenbürste - Kehricht in einen vor oder hinter der Bürste angeordneten Schmutzfangkasten befördern.

Kommunale Dienststellen und Betriebe, die sich mit der Unterhaltung und Reinigung von Fahrbahnen und sonstigen Verkehrsflächen befassen, benötigen derzeit eine Mehrzahl von unterschiedlichen Geräten, um die je nach Jahreszeit und sonstigen Randbedingungen - verschiedenen Kehraufgaben zu bewältigen. Dies stellt insbesondere im Hinblick auf die erforderlichen Investitionskosten und den erforderlichen Platzbedarf einen erheblichen Nachteil dar.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorstehend angegebenen Nachteile zu beseitigen. Insbesondere soll eine Möglichkeit geschaffen werden, daß kommunale Dienststellen, private Unternehmen oder sonstige an der Unterhaltung und Reinigung von Verkehrsflächen Beteiligte mit minimalem Investitionsaufwand und minimalem zur Unterbringung der Maschinen benötigten Platzbedarf die unterschiedlichen im Laufe eines Jahres anfallenden Kehraufgaben bewältigen können.

Gemäß der vorliegenden Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch ein Mehrzweck-Kehrsystem umfassend ein zum Frontanbau an ein Trägerfahrzeug ausgebildetes Kehraggregat, und eine eine Räumschar und einen Schmutzfangkasten umfasende Zusatzausrüstung, wobei das Kehraggregat eine dem Anbau an ein Trägerfahrzeug dienende Trageinrichtung und eine an dieser aufgehängte Kehreinheit umfaßt, welche mindestens eine motorisch angetriebene, in einem Bürstenrahmen gelagerte Bürste, insbesondere in From einer Walzenbürste aufweist, und wobei ferner an dem Bürstenrahmen Befestigungsmittel zur wahlweise gegeneinander austauschbaren Aufhängung des Schmutzfangkastens einerseits und der Räumschar andererseits vorgesehen sind. Durch die wahlweise gegeneinander austauschbare Aufhängung von Schmutzfangkasten und Räumschar an dem Bürstenrahmen ergibt sich die Möglichkeit, das Kehraggregat in Abhängigkeit von den bestehenden Anforderungen (ohne Räumschar oder Schmutzfangkasten) freiauskehrend zu betreiben oder aber es um eine anbaubare Räumschar oder aber einen alternativ anbaubaren Schmutzfangkasten zu ergänzen. Ggfs. ist auch bei angebauter, jedoch angehobener (s. u.) Zusatzausrüstung (Räumschar bzw. Schmutzfangkasten) ein freiauskehrender Betrieb des Kehraggregats möglich. In Anwendung der Erfindung bedarf es somit nicht eigenständiger Anbaugeräte, um verschiedene Kehraufgaben lösen zu können; vielmehr wird ein und dasselbe Kehraggregat in Abhängigkeit von der gestellten Kehraufgabe durch Anbau der geeigneten Zusatzausrüstung modifiziert. Im Ergebnis stellt die Erfindung somit ein kostengünstiges Mehrzweck-Kehrsystem bereit, welches vielfältigen Anforderungen genügt.

Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß an der Trageinrichtung des Kehraggregats eine Mehrzweck-Betätigungsvorrichtung umfassend einen Hydraulikzylinder und ein mit diesem gekoppeltes, gelenkig gelagertes Schwenkelement angeordnet ist. Je nach der an das Kehraggregat angebauten Zusatzausrüstung (Räumschar, Schmutzfangkasten oder dgl.) erfüllt die Mehrzweck-Betätigungsvorrichtung unterschiedliche Aufgaben. Im Falle des Anbaus einer Räumschar vor das Kehraggregat kann diese mittels der Mehrzweck-Betätigungsvorrichtung angehoben und abgesenkt werden. Im Falle des Anbaus eines Schmutzfangkastens vor das Kehraggregat kann dieser mittels der Mehrzweck-Betätigungsvorrichtung zu seiner Entleerung verschwenkt werden. Die verschiedenen Funktionen der Mehrzweck-Betätigungsvorrichtung werden weiter unten in größerem Detail erläutert werden.

Bei einer wiederum bevorzugten Weiterbildung des entsprechenden Mehrzweck-Kehrsystems mit einer Mehrzweck-Betätigungsvorrichtung ist der Hydraulikzylinder als doppeltwirkender Hydraulikzylinder ausgebildet. In diesem Falle ist die Mehrzweck-Betätigungsvorrichtung insbesondere nicht nur imstande, eine an dem Kehraggregat angebaute Räumschar im Bedarfsfalle anzuheben. Vielmehr kann umgekehrt die entsprechende Räumschar mittels der Mehrzweck-Betätigungsvorrichtung auch an die zu reinigende Fahrbahn angepreßt werden. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund zu sehen, daß eine im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorgesehene Räumschar zweckmäßigerweise nur ein minimales Eigengewicht aufweist, und zwar wegen des besonders großen Abstandes zur Vorderachse des entsprechenden Trägerfahrzeugs. Wird bei der hier in Rede stehenden Weiterbildung der Erfindung die Räumschar mittels der einen doppeltwirkenden Hydraulikzylinder umfassenden Mehrzweck-Betätigungsvorrichtung über ihr Eigengewicht hinaus an die zu reinigende Fahrbahn angepreßt, so ergibt dies ein besonders gutes Reinigungsergebnis bei gleichzeitiger Entlastung der Trageinrichtung des Kehraggregats und des Trägerfahrzeugs, da ein Teil des Eigengewichts des Kehraggregats über die Räumschar abgestützt wird.

Bei einer anderen bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist an das gelenkig gelagerte Schwenkelement der Mehrzweck-Betätigungsvorrichtung wahlweise ein Führungs- und Hubarm für die Räumschar und/oder ein Hubseil für den Schmutzfangkasten anschließbar. Auch diese beiden Weiterbildungen der Erfindung werden weiter unten unter Darlegung der mit ihnen verbundenen Vorteile näher erläutert.

Die Aufhängung der Räumschar an dem Bürstenrahmen umfaßt gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der Erfindung zwei Doppellenkeranordnungen. Eine derartige Aufhängung der Räumschar ermöglicht insbesondere deren Anpassung an Fahrbahnunebenheiten und/oder Fahrbahnneigungen. Die Lenker sind dabei bevorzugt beidseitig mit Gelenkköpfen bestückt.

Die Räumschar kann, insbesondere wenn das erfindungsgemäße Mehrzweck-Kehrsystem zum Schwarzkehren von verschneiten Fahrbahnen vorgesehen ist, ein konventionelles Räumschild umfassen, wie es dem eingangs erläuterten Stand der Technik entnehmbar ist. In gleicher Weise kann die Räumschar als Kratzeinrichtung ausgebildet sein, insbesondere beim Einsatz des erfindungsgemäßen Mehrzweck-Kehrsystems auf Baustellen und dergleichen, wo es gilt, auf Verkehrsflächen festgefahrene Verschmutzungen zu beseitigen. In diesem Sinne kann das erfindungsgemäße Mehrzweck-Kehrsystem auch mehrere unterschiedlich ausgebildete, gegeneinander austauschbare Räumschare umfassen.

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung umfaßt die an die Befestigungsmittel des Bürstenrahmens anschließbare Aufhängung für den Schmutzfangkasten zwei längenveränderbare Träger, welche insbesondere links und rechts endseitig am Schmutzfangkasten angreifen können. Die Längenveränderbarkeit der Träger ermöglicht eine Veränderung der Position des Schmutzfangkastens bezogen auf die Position der Kehrwalze. Insbesondere läßt sich mittels der längenveränderbaren Träger der Schmutzfangkasten in eine Position bringen, in der die Kehrwalze die Einwurföffnung flächendeckend verschließt und auf diese Weise auch auf längeren Transportstrecken ein Herausfallen des in dem Schmutzfangkasten aufgenommenen Kehrichts aus diesem verhindert. Die im Rahmen der vorstehend erläuterten Weiterbildung der Erfindung eingesetzten längenveränderbaren Träger können insbesondere als Spindeln ausgebildet sein, wobei wiederum in gleicher Weise eine Handbetätigung der Spindeln wie auch eine Motorbetätigung in Betracht kommt.

Eine wiederum andere bevorzugte Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß der Schmutzfangkasten um eine horizontale Achse schwenkbar an der zugeordneten Aufhängung gelagert ist. Dies ermöglicht auf einfachste Weise ein Entleeren des Schmutzfangkastens, wobei zum Verschwenken des Schmutzfangkastens die weiter oben erläuterte Mehrzweck-Betätigungsvorrichtung eingesetzt werden kann, insbesondere indem der Schmutzfangkasten über ein Hubseil an das Schwenkelement der Mehrzweck-Betätigungsvorrichtung angeschlossen wird.

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung ist der Bürstenrahmen um eine im wesentlichen senkrechte Achse verschwenkbar an der Trageinrichtung aufgehängt. Dies ermöglicht die Veränderung des Anstellwinkels der Bürste gegen die Fahrtrichtung und eine Veränderung der Auswurfrichtung.

Eine wiederum andere Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß an dem Schmutzfangkasten mindestens eine Tellerbürsteneinheit mit einer motorisch angetriebenen Tellerbürste angeordnet ist. Eine derartige Tellerbürsteneinheit kann insbesondere der Rinnsteinreinigung dienen und ist zu diesem Behufe endseitig an dem Schmutzfangkasten angeordnet, so daß sie seitlich über diesen vorsteht. Zweckmäßigerweise ist die Tellerbürsteneinheit mittels einer Doppellenkeranordnung höhenverstellbar an dem Schmutzfangkasten aufgehängt. Die Doppellenkeranordnung ist ihrerseits zweckmäßigerweise um eine im wesentlichen vertikale Achse verschwenkbar an dem Schmutzfangkasten gelagert, so daß bei Nichtbenutzung der Tellerbürsteneinheit diese an den Schmutzfangkasten herangeschwenkt werden kann. Der Antriebskopf der Tellerbürste kann seinerseits um eine horizontale Achse verschwenkbar an der Doppellenkeranordnung gelagert sein, wie dies im Zusammenhang mit der Figurenbeschreibung weiter unten näher erläutert wird.

Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt

Fig. 1 in Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Mehrzweck-Kehrsystem, bei welchem dem Kehraggregat eine als konventionelles Räumschild ausgebildete Räumschar vorgeordnet ist,

Fig. 2 eine Draufsicht auf das Mehrzweck-Kehrsystem gemäß Fig. 1,

Fig. 3 in Seitenansicht und

Fig. 4 in Draufsicht das in den Fig. 1 und 2 dargestellte Mehrzweck-Kehrsystem, wobei das Räumschild gegen einen Schmutzfangkasten ausgetauscht ist, und

Fig. 5 in Seitenansicht und

Fig. 6 in Draufsicht das Mehrzweck-Kehrsystem gemäß den Fig. 1 und 2, wobei das Räumschild gegen einen Schmutzkratzer ausgetauscht ist.

Das in der Zeichnung veranschaulichte Mehrzweck-Kehrsystem umfaßt ein zum Frontanbau an ein - nicht dargestelltes - Trägerfahrzeug ausgebildetes Kehraggregat 1 und verschiedene gegeneinander austauschbare Vorbauaggregate, wie sie nachstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert werden. Das Kehraggregat 1 umfaßt seinerseits eine dem Anbau an das Trägerfahrzeug dienende Trageinrichtung 2 und eine an dieser aufgehängte Kehreinheit 3. Die Trageinrichtung 2 weist, im wesentlichen dem allgemeinen Stand der Technik entsprechend, eine Anbauplatte 4, drei Lenker 5, einen Hubzylinder 6 und einen Tragrahmen 7 auf. Durch den Anschluß des Tragrahmens 7 über die drei Lenker 5 an der Anbauplatte 4 ist gewährleistet, daß sich der Tragrahmen und mit ihm die an ihm aufgehängte Kehreinheit 3 durch entsprechende Beaufschlagung des Hubzylinders 6 gegenüber der Anbauplatte 4 anheben läßt.

Die Kehreinheit 3 umfaßt einen Bürstenrahmen 8, welcher seinerseits im wesentlichen aus einem Querträger 9 und zwei Wangen 10 zusammengesetzt ist, welche mit dem Querträger 9 endseitig verbunden sind und sich von diesem nach unten erstrecken. Der Querträger 9 ist an dem Tragrahmen 7 um eine vertikale Achse verschwenkbar aufgehängt. Der Verschwenkung des Querträgers und somit der gesamten Kehreinheit 3 dient der Schwenkzylinder 11, der einerseits an den Querträger 9 und andererseits an den Tragrahmen 7 angeschlossen ist. Zwischen den beiden Wangen 10 des Bürstenrahmens 8 ist eine motorisch angetriebene Walzenbürste 12 drehbar gelagert. Zur Abstützung des Bürstenrahmens 8 auf der Fahrbahn 13 dienen zwei Stützeinrichtungen 14, welche jeweils ein Stützrad 15, eine Spindel 16 und eine Stützstrebe 17 umfassen.

In dem vorstehend beschriebenen Umfang entspricht das in der Zeichnung wiedergegebene Kehraggregat 1 dem allgemein bekannten Stand der Technik, so daß es an dieser Stelle keiner weiteren Erläuterungen bedarf.

Die beiden Wangen 10 des Bürstenrahmens 8 weisen einen nach außen offenen C-förmigen Querschnitt auf, wobei der jeweilige vordere Schenkel 18 länger ist als der jeweilige hintere Schenkel 19. Während an dem hinteren Schenkel 19 jeder Wange 10 ein in einer Vertikalführung 20 verschiebbares Stützbein 21 gelagert ist, bildet der jeweilige Vorderschenkel 18 der Wangen 10 eine Anschlußfläche zum Anbau verschiedener Vorbaugeräte. An ihm sind für den Anbau sämtlicher Vorbaugeräte geeignete Befestigungsmittel als solches bekannter Art (z. B. Klauen) vorgesehen. Zur Betätigung der unterschiedlichen Vorbaugeräte ist oben auf dem Tragrahmen 7 eine Mehrzweck-Betätigungsvorrichtung 22 angeordnet. Diese umfaßt einen doppeltwirkenden Hydraulikzylinder 23 und ein Schwenkelement 24. Letzteres ist um eine horizontale, sich quer zur Längsrichtung erstreckende Achse verschwenkbar an dem Tragrahmen 7 gelagert; und der Hydraulikzylinder 23 ist einerseits an dem Tragrahmen 7 und andererseits an dem Schwenkelement 24 angeschlossen.

Die Fig. 1 und 2 der Zeichnung veranschaulichen die Verwendung des Kehraggregats 1 in Verbindung mit einer als Räumschild ausgebildeten vorgebauten Räumschar 25. Der Aufhängung der - in Leichtbauweise ausgebildeten - Räumschar 25 dienen zwei jeweils zwei übereinander angeordnete Lenker 26 umfassende Lenkerpaare. Jedes der Lenkerpaare ist vorne an der Räumschar 25 und hinten an einem Winkelträger 27 gelenkig angeschlossen. Der Anschluß der Lenker 26 an die Räumschar 25 und den zugeordneten Winkelträger 27 erfolgt dabei über endseitig an jedem Lenker 26 angeordnete Gelenkköpfe 28, welche jeweils eine senkrechte und eine waagerechte Schwenkachse aufweisen und somit Raumbewegungen zulassen. Die der Räumschar 25 zugeordneten vorderen Gelenkköpfe sind zwischen je zwei Lagerplatten 29 um vertikale Achsen schwenkbar gelagert. Die den Winkelträgern 27 zugeordneten hinteren Gelenkköpfe 28 sind zwischen je zwei Lagerplatten 30, welche an dem entsprechenden Winkelträger 27 angeschweißt sind, um vertikale Achsen verschwenkbar gelagert. Die Winkelträger 27 selbst sind an den vorderen Schenkeln 18 der Wangen 10 des Bürstenrahmens mittels der weiter oben erwähnten Befestigungsmittel lösbar befestigt.

An das Schwenkelement 24 ist ein Führungs- und Hubarm 31 für die Räumschar 25 angeschlossen. Dieser Führungs- und Hubarm ist mit seinem entsprechenden Ende zwischen die beiden Wangen des Schwenkelements 24 eingesteckt. Der Lagesicherung des Führungs- und Hubarms 31 in dem Schwenkelement 24 dienen einerseits ein Schraubbolzen 32 und andererseits Führungsrippen 33, welche von den beiden Wangen des Schwenkelements 24 nach innen gegeneinander gerichtet vorspringen.

An der Räumschar 25 ist ein Führungsbügel 34 angeordnet, welcher den Führungs- und Hubarm 31 umgreift. Dies stellt - unabhängig von dem eingestellten Anstellwinkel der Kehreinheit 3 und der mit ihr über die Lenker 26 gekoppelten Räumschar 25 - die stets mittige Anordnung der Räumschar 25 bezogen auf die Längsachse sicher.

Mit dem Führungs- und Hubarm 31 läßt sich nicht nur - durch Verkürzen des Hydraulikzylinders 23 und entsprechendes Verschwenken des Schwenkelements 24 im Uhrzeigersinn - die Räumschar 25 von der Fahrbahn 13 abheben; umgekehrt läßt sich durch entgegengesetzte Beaufschlagung des Hydraulikzylinders 23 die Räumschar 25 an die Fahrbahn 13 andrücken, um das Räumergebnis zu verbessern und die Trageinrichtung des Kehraggregats zu entlasten.

Bei den nachfolgend erläuterten Fig. 3 bis 6 ist jeweils das Kehraggregat, das mit dem vorstehend erläuterten Kehraggregat identisch ist, in strichpunktierten Linien dargestellt. Die nachstehenden Erläuterungen beschränken sich auf das jeweilige Vorbaugerät.

Gemäß den Fig. 3 und 4 ist der Kehreinheit ein Schmutzfangkasten 35 vorgebaut. Dessen Aufhängung an dem Kehraggregat dienen zwei Spindeln 36, welche schräg nach vorn geneigt angeordnet sind. Der obere Abschnitt 37 jeder Spindel 36 ist mit einem nach vorn gerichteten Schenkel eines Winkelträgers 38 fest verbunden. Die beiden Winkelträger 38 selbst sind mittels der weiter oben erwähnten Befestigungsmittel lösbar an den vorderen Schenkel 18 der Wangen 10 des Bürstenrahmens 8(vgl. Fig. 1 und 2) befestigt. Der Schmutzfangkasten 35 ist um eine horizontale Achse 39 verschwenkbar an den beiden unteren Abschnitten 40 der Spindeln 36 gelagert. Anschläge 41, welche beidseitig an den Seitenwänden des Schmutzfangkastens 35 befestigt sind und sich an den unteren Abschnitten 40 der Spindeln 36 abstützen, definieren die in der Zeichnung dargestellte Gebrauchslage.

Ein Hubseil 42 erstreckt sich zwischen der Oberseite des Schmutzfangkastens 35 einerseits und einem Kreuzgelenk 43, welches an das Schwenkelement 24 angeschlossen ist, andererseits. Durch Verschwenken des Schwenkelements 24 im Uhrzeigersinn infolge Verkürzung des Hydraulikzylinders 23 wird der Schmutzfangkasten 35 zu seiner Entleerung um die Schwenkachse 39 im Uhrzeigersinn verschwenkt. Das Kreuzgelenk 43 stellt dabei sicher, daß die aus der Kehreinheit 3 und dem vorgebauten Schmutzfangkasten 35 bestehende Einheit mit verschiedenen Anstellwinkeln betrieben werden kann.

An der Vorderwand des Schmutzfangkastens 35 ist eine Tellerbürsteneinheit 44 mit einer motorisch angetriebenen Tellerbürste 45 angeordnet. Der Aufhängung der Tellerbürsteneinheit 44 an dem Schmutzfangkasten 35 dient dabei ein Parallelogrammgestänge 46. Dieses ist um eine im wesentlichen vertikale Achse 47 verschwenkbar an dem Schmutzfangkasten 35 gelagert, so daß die Tellerbürsteneinheit 44 bei Nichtgebrauch platzsparend nach hinten verschwenkt werden kann. Zudem gestattet diese Art der Aufhängung der Tellerbürsteneinheit 44 die Anpassung der von der Tellerbürste 45 bestrichenen Streifens an die örtlichen Verhältnisse. Der Antriebskopf 48 der Tellerbürsteneinheit 44 ist seinerseits um eine horizontale Achse 49 verschenkbar an dem Parallelogrammgestänge 46 gelagert. Dies gestattet das vollständige Heranschwenken des Parallelogrammgestänges 46 an die Vorderwand des Schmutzfangkastens 35, wenn zuvor die Tellerbürsteneinheit 44 in der Weise um 90° um die Achse 49 verschwenkt wird, daß die Rotationsachse 50 der Tellerbürste 45 horizontal ausgerichtet ist.

Gemäß den Fig. 5 und 6 ist der Kehreinheit 3 eine als Schmutzkratzer 51 ausgebildete Räumschar vorgebaut. Der Schmutzkratzer umfaßt eine Mehrzahl von Kratzelementen 52, welche jeweils ein an zwei Schwenkarmen 53 befestigtes Schürfblech 54 aufweisen. Die beiden Schwenkarme jedes Kratzelements 52 sind an einem Träger 55 gelagert. Sämtliche Träger 55 sind nach hinten vorspringend an einem Querträger des Schmutzkratzers befestigt.

Endseitig an einem Kragarm 56 ist ein Führungsbügel 57 angeordnet. Dessen Funktion entspricht der Funktion des an der Räumschar 25 angeordneten Führungsbügels 34 (vgl. Fig. 1 und 2), wie sie weiter oben erläutert wurde. Mittels des Führungs- und Hubarmes 31, der an das Schwenkelement 24 angeschlossen ist, läßt sich der Schmutzkratzer 51 von der Fahrbahn 13 abheben bzw. an diese anpressen. Zudem übernimmt der Führungsarm 31 in Verbindung mit dem Führungsbügel 57 die Ausrichtung des Schmutzkratzers 51 mittig vor der Kehreinheit 3.

Für die Aufhängung des Schmutzkratzers gelten die Erläuterungen der Fig. 1 und 2 in entsprechender Weise. Wesentlich ist, daß der Schmutzkratzer sich mittels jeweils zwei übereinander angeordnete Lenker 26 umfassenden Lenkerpaaren an dem Bürstenrahmen abstützt, wobei zwei Winkelträger 27 vorgesehen sind, an denen die zugeordneten Lenker 26 über Gelenkköpfe 28 angelenkt sind und die mittels der weiter oben erläuterten Befestigungsmittel lösbar an den vorderen Schenkeln 18 der Wangen 10 des Bürstenrahmens 8 (vgl. Fig. 1 und 2) befestigt sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Kehrsystem umfassend ein zum Frontanbau an ein Trägerfahrzeug ausgebildetes Kehraggregat (1) und eine eine Räumschar (25) und einen Schmutzfangkasten (35) umfassende Zusatzausrüstung, wobei das Kehraggregat (1) eine dem Anbau an ein Trägerfahrzeug dienende Trageinrichtung (2) und eine an dieser aufgehängte Kehreinheit (3) umfaßt, welche mindestens eine motorisch angetriebene, in einem Bürstenrahmen (8) gelagerte Bürste (12), insbesondere in Form einer Walzenbürste, aufweist, und wobei ferner an dem Bürstenrahmen (8) Befestigungsmittel zur wahlweise gegeneinander austauschbaren Aufhängung des Schmutzfangkastens (35) einerseits und der Räumschar (25) andererseits vorgesehen sind.
  2. 2. Kehrsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der Trageinrichtung (2) eine Mehrzweck- Betätigungsvorrichtung (22) umfassend einen Hydraulikzylinder (23) und ein mit diesem gekoppeltes, gelenkig gelagertes Schwenkelement (24) angeordnet ist.
  3. 3. Kehrsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein doppelt wirkender Hydraulikzylinder (23) vorgesehen ist.
  4. 4. Kehrsystem nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß an das Schwenkelement (24) ein Führungs- und Hubarm (31) für die Räumschar (25) anschließbar ist.
  5. 5. Kehrsystem nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß an das Schwenkelement (24) ein Hubseil (42) für den Schmutzfangkasten (35) anschließbar ist.
  6. 6. Kehrsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, daß die Räumschar (25) mittels zweier Doppellenkeranordnungen an dem Bürstenrahmen (8) aufhängbar ist.
  7. 7. Kehrsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Räumschar (25) als Kratzeinrichtung (51) ausgebildet ist.
  8. 8. Kehrsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufhängung für den Schmutzfangkasten (35) zwei längenveränderbare Träger umfaßt.
  9. 9. Kehrsystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die längenveränderbaren Träger als Spindeln (37) ausgebildet sind.
  10. 10. Kehrsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Schmutzfangkasten (35) um eine horizontale Achse (39) schwenkbar an der zugeordneten Aufhängung gelagert ist.
  11. 11. Kehrsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Bürstenrahmen (8) um eine im wesentlichen senkrechte Achse verschwenkbar an der Trageinrichtung (2) aufgehängt ist.
  12. 12. Kehrsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Schmutzfangkasten (35) mindestens eine Tellerbürsteneinheit (44) mit einer motorisch angetriebenen Tellerbürste (45) angeordnet ist.
  13. 13. Kehrsystem nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Tellerbürsteneinheit (44) um eine horizontale Achse (49) schwenkbar an einem um eine im wesentlichen senkrechte Schwenkachse (47) verschwenkbar an dem Schmutzfangkasten (35) gelagerten Parallelogramgestänge (46) gelagert ist.
  14. 14. Kehraggregat (1) zum Frontanbau an ein Trägerfahrzeug, umfassend eine dem Anbau an ein Trägerfahrzeug dienende Trageinrichtung (2) und eine an dieser aufgehängte Kehreinheit (3), welche mindestens eine motorisch angetriebene, in einem Bürstenrahmen (8) gelagerte Bürste (12) aufweist, wobei an dem Bürstenrahmen (8) Befestigungsmittel zur gegen einen Schmutzfangkasten (35) austauschbaren Aufhängung einer Räumschar (25) vor der Bürste (12) vorgesehen sind.






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