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Dokumentenidentifikation DE19854567A1 08.06.2000
Titel Verfahren zum Steuern einer Gleichrichterschaltung und Gleichrichterschaltung
Anmelder Danfoss Compressors GmbH, 24939 Flensburg, DE
Erfinder Bachmann, Ole, Soenderborg, DK;
Harvest, Nils-Ole, Nordburg, DK
Vertreter U. Knoblauch und Kollegen, 60322 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 26.11.1998
DE-Aktenzeichen 19854567
Offenlegungstag 08.06.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.06.2000
IPC-Hauptklasse H02M 1/12
IPC-Nebenklasse H02M 7/04   H02M 3/10   
Zusammenfassung Es wird ein Verfahren zum Steuern einer Gleichrichterschaltung und eine Gleichrichterschaltung angegeben, wobei die Gleichrichterschaltung einen Gleichrichter (2) in Reihe mit einer Induktivität (4), einer Diode (5) und einer Last (6) aufweist. Parallel zur Last (6) ist eine Kapazität (7) und parallel zur Reihenschaltung aus Diode (5) und Last (6) ein gesteuerter Schalter (8) angeordnet, der mit einer Steuereinrichtung (9) verbunden ist, der mit Hilfe der Spannung (U3) über der Last ein Steuersignal erzeugt.
Hierbei möchte man den Wirkungsgrad noch weiter verbessern können.
Die Steuereinrichtung (9) weist eine Phasenverschiebungseinrichtung (12) auf, die eine Phasenverschiebung des Wechselanteils der Spannung (U3) über der Last in der Größenordnung von 270 Grad bewirkt. Hierdurch ist es möglich, dem Gleichspannungssignal, das zum Gewinnen des Steuersignals für den Schalter (8) verwendet wird, ein Wechselspannungssignal zu überlagern, dessen Frequenz mit der Frequenz der Welligkeit am Ausgang des Gleichrichters (2) übereinstimmt und das eine Phasendifferenz zur Welligkeit aufweist, die kleiner als ein vorbestimmtes Maß ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern einer Gleichrichterschaltung mit einem Gleichrichter und einer Last, bei dem mindestens ein Schalter zum gesteuerten Aufrechterhalten eines Stromflusses durch den Gleichrichter betätigt wird und das zum Betätigen notwendige Signal mit Hilfe eines Gleichspannungssignals erzeugt wird, das aus der Spannung über der Last ermittelt wird. Ferner betrifft die Erfindung eine Gleichrichterschaltung mit einem Gleichrichter in Reihe mit einer Induktivität einer Diode und einer Last, bei der parallel zur Last eine Kapazität und parallel zur Reihenschaltung aus Diode und Last ein gesteuerter Schalter angeordnet ist, der mit einer Steuereinrichtung verbunden ist, die mit Hilfe der Spannung über der Last ein Steuersignal erzeugt, und eine Gleichrichterschaltung mit einem Gleichrichter, der parallel zu einer Kapazität und zu einer Last angeordnet ist, und dessen Eingang mit einer Induktivität verbunden ist, wobei eine Schalteranordnung mit der Induktivität verbunden ist, die mindestens einen gesteuerten Schalter aufweist, der mit einer Steuereinrichtung verbunden ist, die mit Hilfe der Spannung über der Last ein Steuersignal erzeugt.

Ein derartiges Verfahren und eine derartige Gleichrichterschaltung sind aus EP 0 669 703 A2 bekannt.

Mit einer derartigen Gleichrichterschaltung versucht man, die Rückwirkungen der Last über den Gleichrichter auf das speisende Netz klein zu halten. Wenn man auf den Schalter verzichtet, besteht die Gefahr, daß der Strom impulsartige Rückwirkungen auf das speisende Netz erzeugt. Mit Hilfe des Schalters wird hingegen dafür gesorgt, daß immer ein gewisser Stromfluß durch den Gleichrichter und die nachfolgende Induktivität aufrechterhalten wird. Dies hat den Vorteil, daß die Rückwirkungen auf das speisende Netz im Hinblick auf eine Erhöhung des Oberwellengehalts klein gehalten werden. Die Netzbelastung mit Oberwellen sinkt.

Im bekannten Fall verwendet man zur Erzeugung eines Steuersignals für den Schalter die Spannung über der Last, also eine geglättete Gleichspannung. Diese Gleichspannung wird geteilt und dann mit einer Referenzspannung verglichen. Die Differenz zwischen der Referenzspannung und der an der Last anliegenden Spannung bzw. des entsprechenden Teils gilt als Kriterium dafür, wann der Schalter betätigt werden muß. Am Eingang des Gleichrichters ergibt sich dann ein Stromverlauf, der annähernd trapezförmig ist, d. h. außerhalb einer Anstiegsflanke und einer Abstiegsflanke bleibt der Strom konstant. Damit werden die Oberwellen im Strom reduziert und der Wirkungsgrad steigt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Wirkungsgrad noch weiter zu verbessern.

Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß dem Gleichspannungssignal ein Wechselspannungssignal überlagert wird, dessen Frequenz mit der Frequenz der Welligkeit am Ausgang des Gleichrichters übereinstimmt und das eine Phasendifferenz zur Welligkeit aufweist, die kleiner als ein vorbestimmtes Maß ist.

Zum leichteren Verständnis wird zunächst der stationäre Fall betrachtet, bei dem sich an der Last keine größeren Änderungen ergeben. Das zum Steuern des Schalters verwendete Spannungssignal ist also konstant. In gleicher Weise ist dann auch der Strom am Eingang des Gleichrichters bis auf kurze Abschnitte am Anfang und am Ende einer jeden Halbwelle konstant. Wenn man nun der aus der Lastspannung gewonnenen Gleichspannung ein Wechselspannungssignal überlagert, dessen Frequenz mit der Welligkeit am Ausgang des Gleichrichters übereinstimmt und dessen Phasenlage ebenfalls im wesentlichen, wenn auch nicht genau, mit der Phasenlage der Welligkeit am Ausgang des Gleichrichters übereinstimmt, dann erhält man ein Steuersignal, das gleichlaufend mit der Welligkeit der Gleichrichterausgangsspannung eine Welligkeit aufweist. Wenn man ein derartiges Signal beispielsweise auf die gleiche Art und Weise verarbeitet, wie dies aus EP 0 669 703 A2 bekannt ist, dann erhält man einen Stromverlauf, der nicht mehr über eine Halbwelle konstant ist, sondern in der Mitte einer jeden Halbwelle oder Halbperiode "ausgebeult" ist, d. h. einen bogenförmigen Verlauf aufweist, der einer Sinusform stärker angenähert ist als die Rechteck- oder Trapezform. Damit bekommt der Strom durch die Induktivität eine größere Ähnlichkeit mit der Sinusform. Das Ergebnis ist eine noch größere Annäherung an einen Leistungsfaktor von 1, d. h. der Wirkungsgrad der Schaltung wird noch weiter verbessert.

Vorzugsweise wird das Wechselspannungssignal mit Hilfe der Welligkeit gewonnen. Wenn man die Welligkeit direkt ausnutzt, um das Wechselspannungssignal zu gewinnen, stellt man sicher, daß das Wechselspannungssignal die gleiche Frequenz wie die Welligkeit hat. Die Welligkeit hat bei einem Vollwellengleichrichter die doppelte und bei einem Halbwellengleichrichter die gleiche Frequenz wie das speisende Netz. Darüber hinaus stellt man dann, wenn das Wechselspannungssignal aus der Welligkeit gewonnen wird, auch eine entsprechende Phasenbeziehung sicher, so daß der Aufwand bei der weiteren Verarbeitung klein gehalten wird.

Vorzugsweise wird das Wechselspannungssignal mit Hilfe der Spannung über der Last gewonnen. Damit nutzt man die Lastspannung zweifach aus, nämlich zum einen für die Gewinnung eines Kriteriums, wann der Schalter betätigt werden soll, und zum anderen für die Gewinnung des Wechselspannungssignals. Es ist also kein zweiter Spannungsabgriff mehr notwendig.

Vorzugsweise wird die Spannung über der Last invertiert und einer weiteren Phasenverschiebung um 90 Grad unterworfen. Der Last ist üblicherweise eine Kapazität parallelgeschaltet, die zu einer Glättung der Ausgangsspannung des Gleichrichters beiträgt. Diese Kapazität, beispielsweise ein Kondensator, führt aber zu einer Phasenverschiebung der Welligkeit um 90 Grad. Wenn man nun die Spannung über der Last invertiert, kommt eine weitere Phasenverschiebung um 180 Grad hinzu. Mit einer weiteren Phasenverschiebung um etwa 90 Grad erreicht man insgesamt eine Phasenverschiebung um 360 Grad, oder mit anderen Worten, eine Übereinstimmung der Phasenlagen. Die Abweichung von einer Periode spielt auf jeden Fall keine Rolle im stationären Fall. Im Falle von Laständerungen sind in der Regel auch keine größeren negativen Auswirkungen zu befürchten.

Vorzugsweise wird die Phasenverschiebung durch eine Filterung erzielt. Ein Filter hat in der Regel eine Phasenverschiebung. Man kann nun die Abschneide- oder Grenzfrequenz des Filters so legen, daß genau die gewünschte Phasenverschiebung erzielt wird. Dies ist möglich, weil die Frequenz der Welligkeit bekannt ist.

Vorzugsweise wird zum Filtern ein RC-Filter verwendet. Dies ist eine relativ einfache Ausgestaltung, die sich mit wenigen Bauelementen realisieren läßt.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist vorgesehen, daß der Schalter bei vorbestimmten Betriebszuständen offengehalten wird. Diese Ausgestaltung führt auch dann zu einer Verbesserung des Wirkungsgrades, wenn dem Gleichspannungssignal zum Steuern des Schalters kein Wechselspannungssignal überlagert wird. Wenn der Schalter offen gehalten wird, dann fließt kein Strom "ungenutzt" an der Last vorbei. Dementsprechend steigt der Wirkungsgrad.

Eine negative Rückwirkung der Oberwellen auf den Netzstrom ist insbesondere dann nicht zu befürchten, wenn der vorbestimmte Betriebszustand durch das Unterschreiten einer vorbestimmten Belastung definiert ist. In diesem Fall ist nämlich die Amplitude des Stromes niedrig. Da die Amplituden der Oberwellen mit der Stromamplitude zusammenhängen, erreicht man durch eine Absenkung der Stromamplitude auch eine Absenkung der Oberwellenamplituden. Insbesondere im Normalbetrieb, wenn ein Startvorgang abgeschlossen ist, kann man auf eine Leistungsfaktorkorrektur vielfach verzichten. Beispielsweise dann, wenn die Gleichrichterschaltung zur Versorgung eines Kompressors in einer Kleinkältemaschine verwendet wird, benötigt man beim Starten der Maschine wesentlich mehr Leistung als im eingeschwungenen oder Dauer-Betrieb. Dies gilt auch dann, wenn die Last nicht unmittelbar durch den Motor gebildet wird, sondern durch einen Wechselrichter, der seinerseits frequenzgesteuert den Motor antreibt.

Die Aufgabe wird bei einer Gleichrichterschaltung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß die Steuereinrichtung eine Phasenverschiebungseinrichtung aufweist, die eine Phasenverschiebung des Wechselanteils der Spannung über der Last in der Größenordnung von 270 Grad bewirkt.

Wie oben im Zusammenhang mit dem Verfahren ausgeführt, bewirkt der Kondensator oder der Kapazität, die der Last parallelgeschaltet ist, bereits eine Phasendrehung der Welligkeit um 90 Grad. Wenn man hierzu weitere 270 Grad addiert, erhält man eine Phasenverschiebung um 360 Grad oder - bei eingeschwungenem Betrieb - eine Phasenverschiebung von Null. Hierbei müssen die Phasenlagen nicht exakt übereinstimmen. Es reicht aus, wenn eine vorbestimmte Differenz, beispielsweise 15 Grad, nicht überschritten wird. Im Rahmen derartiger Grenzen ist der Stromverlauf einer Sinusform ähnlich genug, um den Oberwellengehalt klein zu halten. Diese Vorgehensweise ist von der konkreten Art der verwendeten Gleichrichterschaltung weitgehend unabhängig.

Vorzugsweise weist die Phasenverschiebungseinrichtung einen Inverter und ein Filter auf. Der Inverter bewirkt eine Phasenverschiebung um 180 Grad. Das Filter wird für die noch benötigten 90 Grad verwendet. Dies ist auf einfache Weise dadurch realisierbar, daß die Grenz- oder Abschneidefrequenz des Filters so auf die Frequenz der Welligkeit bzw. des Wechselanteils der Spannung über der Last abgestimmt wird, daß sich die entsprechende Phasenverschiebung ergibt.

Vorzugsweise ist das Filter als RC-Filter ausgebildet. Ein derartiges Filter läßt sich beispielsweise bequem in der Rückkopplung eines Verstärkers unterbringen, der als Inverter verwendet wird.

In einer bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, daß eine Belastungsmeßeinrichtung vorgesehen ist, die bei Unterschreiten einer vorbestimmten Belastung den Schalter deaktiviert. Diese Belastungsmeßeinrichtung ist auch ohne die Phasenverschiebungseinrichtung einsetzbar. Sie bewirkt, daß dann, wenn die Stromamplituden und damit auch die Amplituden der Oberwellen des Stromes klein sind, die Leistungsfaktorkorrektur abgeschaltet wird.

Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung näher beschrieben. Hierin zeigen:

Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Schaltungsanordnung,

Fig. 2 verschiedene Kurven zur Darstellung von Strom- und Spannungsverläufen und

Fig. 3 eine schematische Darstellung einer abgewandelten Schaltungsanordnung.

Fig. 1 zeigt eine Schaltungsanordnung 1 mit einem Gleichrichter 2, der im vorliegenden Fall als Vollwellengleichrichter ausgebildet ist. Der Gleichrichter 2 wird von einem Netz 3 gespeist, beispielsweise einem Wechselstromnetz mit einer Frequenz von 50 Hz und einer Spannung U1 von beispielsweise von 230 V. Der Strom des Netzes 3 ist dementsprechend ein Wechselstrom I1.

Der Ausgang des Gleichrichters 2 ist über eine Spule 4 oder eine entsprechende Induktivität und eine Diode 5 mit einer Last 6 verbunden. Parallel zur Last 6 ist ein Kondensator 7 oder eine andere Kapazität angeordnet.

Die Last 6 kann mehr oder weniger beliebig ausgebildet sein. Sie kann beispielsweise auch durch einen Wechselrichter gebildet werden, der seinerseits wieder einen elektrischen Motor frequenzgesteuert speist, wobei der Motor beispielsweise dazu eingesetzt werden kann, einen Kompressor einer Kleinkältemaschine anzutreiben.

Am Ausgang des Gleichrichters 2 ergibt sich dementsprechend eine Spannung U2 und ein Strom I2.

Ohne zusätzliche Maßnahmen würde nun der Strom den Kondensator 7 bis auf die Spannung U2 aufladen. Da die Diode 5 den Strom nur dann durchläßt, wenn die Spannung U2 größer ist als die Spannung U3 über der Last bzw. dem Kondensator 7, ergibt sich ohne zusätzliche Maßnahmen kein gleichmäßiger Fluß des Stromes I2. Dieser wird vielmehr nur in der Mitte einer jeden Halbwelle fließen, was negative Auswirkungen auf den Netzstrom I1 haben kann. Dort ergeben sich dann unerwünscht hohe Oberwellengehalte.

Um dieser Erscheinung entgegenzuwirken, ist parallel zu der Reihenschaltung aus Diode 5 und der Parallelschaltung aus Last 6 und Kondensator 7 ein Schalter 8 angeordnet, der mit Hilfe einer Steuereinrichtung 9 gesteuert wird, d. h. die Steuereinrichtung 9 öffnet und schließt den Schalter. Dadurch ist es möglich, einen Stromfluß auch in solchen Zeitabschnitten aufrechtzuerhalten, in denen die Spannung U2 kleiner als die Spannung U3 ist. Diese Vorgehensweise ist im Prinzip aus EP 0 669 703 A2 bekannt. Eine derartige Schaltung wird auch als "Boost Converter" oder "Aufwärtswandler" bezeichnet.

Die Steuereinrichtung 9 weist eine Stromerfassungseinrichtung 10 auf, die mit einer Auswerteeinrichtung 11 verbunden ist. Die Stromerfassungseinrichtung 10 erfaßt den Strom durch den Schalter 8.

Ferner weist die Steuereinrichtung 9 eine Spannungserfassungseinrichtung 12 auf, die die Spannung U3 ermittelt. Die Spannungserfassungseinrichtung weist einen Spannungsteiler 13 auf, der beispielsweise durch zwei ohmsche Widerstände 14, 15 gebildet ist. Am Mittelabgriff 16 des Spannungsteilers 13 liegt dementsprechend eine Spannung U4 an, die dem invertierenden Eingang eines Verstärkers 17 zugeführt wird. Der nichtinvervierende Eingang des Verstärkers 17 ist mit einer Referenzspannungsquelle 18 verbunden, die eine Gleichspannung abgibt. Zwischen dem invertierenden Eingang und dem nichtinvervierenden Eingang des Verstärkers 17 stellt sich dann eine Spannung U5 ein.

Der Ausgang 19 des Verstärkers 17 ist über eine Parallelschaltung aus einem Widerstand R und einem Kondensator C mit dem invertierenden Eingang verbunden. Dementsprechend weist die Spannungserfassungseinrichtung 12 nicht nur einen Inverter auf, sondern auch einen RC- Filter. Am Ausgang 19 der Spannungserfassungseinrichtung 12, der mit dem Ausgang des Verstärkers 17 identisch ist, ergibt sich eine Spannung U6, die einer Vergleichereinrichtung 20 zugeführt wird. Die Vergleichereinrichtung 20 vergleicht die Ausgangsspannung U7 der Stromauswerteeinrichtung 11 mit der Spannung U6 der Spannungserfassungseinrichtung 12. Wenn die Spannung U7 auf den Wert der Spannung U6 angestiegen ist, dann wird der Schalter geöffnet. Eine vorbestimmte Zeit nach dem Öffnen des Schalters kann der Schalter wieder geschlossen werden.

Fig. 2 zeigt nun in verschiedenen Darstellungen einzelne Spannungs- und Stromverläufe.

In Fig. 2a ist die Netzspannung U1 und der Netzstrom I1 dargestellt, und zwar über jeweils eine volle Periode, die bei einer Frequenz 50 Hz 20 ins beträgt. In Fig. 2a ist zusätzlich die Ausgangsspannung U2 des Gleichrichters 2 eingetragen, die in der ersten Halbperiode mit U1 übereinstimmt.

Fig. 2b zeigt die Spannung U3, d. h. die Spannung über der Last 6. Es ist zu erkennen, daß die Spannung U3 eine Gleichspannung mit einer Welligkeit ist, die eine doppelt so hohe Frequenz wie die Spannung U1 aufweist.

Die Welligkeit der Spannung U3 ist gegenüber der nicht näher dargestellten Welligkeit der Spannung U2 um etwa 90 Grad phasenverschoben. Diese Phasenverschiebung ergibt sich insbesondere durch die Kapazität 7.

Fig. 2c zeigt nun die Spannung U5, d. h. die Differenz zwischen der Spannung der Referenzspannungsquelle 18 und der Spannung U3. Diese Differenz ist um 180 Grad gegenüber der Welligkeit der Spannung U3 verschoben. Ferner zeigt Fig. 2c die Spannung U6 am Ausgang 19 der Spannungserfassungseinrichtung 12. Aufgrund des RC- Gliedes ist die Spannung U6 gegenüber der Spannung US noch einmal um 90 Grad phasenverschoben. Die Spannung U6 ist damit in Phase mit der Spannung U2 am Ausgang des Gleichrichters 2.

Wenn nun die Spannung U6 dafür verwendet wird, den Schalter 8 zu steuern, dann erhält der Netzstrom I1 eine Form, die sich von einem Rechteckblock oder Trapezblock aus, wie er aus EP 0 669 703 A2 bekannt ist, stärker eine Sinusform annähert, wie dies aus Fig. 2a ersichtlich ist. Hierbei ist es nicht unbedingt erforderlich, daß der Strom 11 genau in Phase mit der Spannung U1 ist. Dementsprechend ist es auch nicht erforderlich, daß die Spannung U6 genau in Phase mit der Spannung U2 liegt. Kleinere Abweichungen von beispielsweise 15 Grad sind durchaus zulässig. Durch die Annäherung des Stromes 11 an einen sinusförmigen Verlauf läßt sich jedoch der Oberwellengehalt des Stromes I1 weiter vermindern.

In der Leitung zwischen der Last 6 und dem Gleichrichter 2 ist eine weitere Stromerfassungseinrichtung 21 angeordnet. Wenn die Stromerfassungseinrichtung 21 ermittelt, daß die Belastung unter einen vorbestimmten Wert sinkt, dann kann der Schalter 8 deaktiviert werden, d. h. er bleibt permanent offen. Dies hat den Vorteil, daß kein Strom ungenutzt verbraucht wird. Den dabei entstehenden höheren Oberwellengehalt des Netzstromes I1 kann man in Kauf nehmen, weil bei geringen Amplituden des Netzstromes I1 auch die Amplituden der Oberwellen entsprechend klein bleiben.

Fig. 3 zeigt eine alternative Ausgestaltung, bei der gleiche Teile wie in Fig. 1 mit gleichen Bezugszeichen und entsprechende Teile mit gestrichenen Bezugszeichen versehen sind.

Die Schaltungsanordnung 1 nach Fig. 1 hatte die Spule 4 hinter dem Gleichrichter 2 angeordnet. Bei der Ausgestaltung nach Fig. 3 ist die Spule 4' vor dem Gleichrichter angeordnet, der beispielsweise durch zwei Dioden D1, D2 gebildet sein kann.

Dementsprechend ist der Schalter 8 ersetzt worden durch zwei Schalter 8', 8'', die aber ebenfalls von der Steuereinrichtung 9' gesteuert werden, und zwar in gleicher Weise wie der Schalter 8 bei der Schaltungsanordnung nach Fig. 1.

Bei der Ausgestaltung nach Fig. 3 wird also der Gleichrichter und der Aufwärtswandler zusammengefaßt. Hierbei benötigt man weniger Bauteile und erhält ein kompakteres Design. Daneben liegen die Vorteile dieser Schaltung darin, daß weniger Leitungsverluste entstehen. Bei der Schaltungsanordnung nach Fig. 3 sind nur zwei Diodenstrecken im Gleichrichter vorhanden, und die Diode 5 entfällt. Weiterhin kann die Spule 4' jetzt für Wechselstrom ausgelegt werden. Eine Auslegung für Gleichstrom mit Welligkeit, wie bei der Ausgestaltung nach Fig. 1, ist nicht notwendig.

Zusätzlich sind den Schaltern 8', 8'' noch Dioden Da, Db parallelgeschaltet. Schalter mit Dioden sind als fertige MOSFETs am Markt erhältlich. Diese Dioden sind vielfach bereits in der Form von parasitären Dioden vorhanden.

Für die Steuereinrichtung 9' sind nur ganz geringe Veränderungen notwendig. Beispielsweise sollte die Vergleichereinrichtung 20 nun zwei Ausgänge haben, um beide Schalter 8', 8'' ansteuern zu können. Hierbei können die beiden Schalter 8', 8'' synchron getaktet werden. Alternativ ist auch eine sequentielle Ansteuerung möglich: Wenn die erste Halbwelle D1 leitend gemacht wird, wird der Schalter 8' geschaltet. Bei der anderen Halbwelle, die D2 beaufschlagt, wird der Schalter 8'' getaktet. Als Stromsensor kann beispielsweise der Stromsensor 21' verwendet werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Steuern einer Gleichrichterschaltung mit einem Gleichrichter und einer Last, bei dem mindestens ein Schalter zum gesteuerten Aufrechterhalten eines Stromflusses durch den Gleichrichter betätigt wird und das zum Betätigen notwendige Signal mit Hilfe eines Gleichspannungssignals erzeugt wird, das aus der Spannung über der Last ermittelt wird, dadurch gekennzeichnet, daß dem Gleichspannungssignal ein Wechselspannungssignal überlagert wird, dessen Frequenz mit der Frequenz der Welligkeit am Ausgang des Gleichrichters übereinstimmt und das eine Phasendifferenz zur Welligkeit aufweist, die kleiner als ein vorbestimmtes Maß ist.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Wechselspannungssignal mit Hilfe der Welligkeit gewonnen wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Wechselspannungssignal mit Hilfe der Spannung über der Last gewonnen wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannung über der Last invertiert und einer weiteren Phasenverschiebung um 90 Grad unterworfen wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Phasenverschiebung durch eine Filterung erzielt wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zum Filtern ein RC-Filter verwendet wird.
  7. 7. Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 oder einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Schalter bei vorbestimmten Betriebszuständen offengehalten wird.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der vorbestimmte Betriebszustand durch das Unterschreiten einer vorbestimmten Belastung definiert ist.
  9. 9. Gleichrichterschaltung mit einem Gleichrichter in Reihe mit einer Induktivität, einer Diode und einer Last, bei der parallel zur Last eine Kapazität und parallel zur Reihenschaltung aus Diode und Last ein gesteuerter Schalter angeordnet ist, der mit einer Steuereinrichtung verbunden ist, die mit Hilfe der Spannung über der Last ein Steuersignal erzeugt, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (9) eine Phasenverschiebungseinrichtung (12) aufweist, die eine Phasenverschiebung des Wechselanteils der Spannung (U3) über der Last in der Größenordnung von 270 Grad bewirkt.
  10. 10. Gleichrichterschaltung mit einem Gleichrichter, der parallel zu einer Kapazität und zu einer Last angeordnet ist, und dessen Eingang mit einer Induktivität verbunden ist, wobei eine Schalteranordnung mit der Induktivität verbunden ist, die mindestens einen gesteuerten Schalter aufweist, der mit einer Steuereinrichtung verbunden ist, die mit Hilfe der Spannung über der Last ein Steuersignal erzeugt, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (9') eine Phasenverschiebungseinrichtung (12) aufweist, die eine Phasenverschiebung des Wechselanteils der Spannung (U3) über der Last in der Größenordnung von 270 Grad bewirkt.
  11. 11. Schaltung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Phasenverschiebungseinrichtung (12) einen Inverter (17) und ein Filter (RC) aufweist.
  12. 12. Schaltung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Filter als RC-Filter ausgebildet ist.
  13. 13. Schaltung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß parallel zum Schalter (8, 8', 8'') eine Diode (Da, Db) angeordnet ist.
  14. 14. Schaltung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 9 oder 10 oder einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß eine Belastungsmeßeinrichtung (21) vorgesehen ist, die bei Unterschreiten einer vorbestimmten Belastung den Schalter (8) deaktiviert.






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