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Dokumentenidentifikation DE19856097A1 08.06.2000
Titel Lift, insbesondere Materiallift
Anmelder Maurer Söhne GmbH & Co. KG, 80807 München, DE
Erfinder Müller, Alfred, Dr.-Ing., 82194 Gröbenzell, DE;
Lechner, Maximilian, Dipl.-Ing., 83607 Holzkirchen, DE;
Ehrenleitner, Franz, Ing., Thomasroith, AT;
Otterbeck, Christian, Dipl.-Ing., 80689 München, DE
Vertreter Herrmann-Trentepohl und Kollegen, 81476 München
DE-Anmeldedatum 04.12.1998
DE-Aktenzeichen 19856097
Offenlegungstag 08.06.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.06.2000
IPC-Hauptklasse B66B 9/00
Zusammenfassung Bei einem Lift, insbesondere einem Materiallift, mit einem Antrieb 22 und einer Plattform 1, dessen Leermasse über einen Gewichtsausgleich kompensiert wird, und welcher durch über Umlenkrollen 16 bis 21 geführte Seile 7, 8, 9, 11 mit der Plattform 1 in Verbindung steht, und seitlich von der Plattform 1 in Schienen 2 bis 5 geführt ist, erfolgt der Gewichtsausgleich für die gesamte Plattform 1 durch ein Gegengewicht 6, welches über die Seile 7, 8, 9, 11 mit den Eckbereichen der Plattform 1 verbunden ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Lift, insbesondere auf einen Materiallift, mit einem Antrieb und einer Plattform, dessen Leermasse über einen Gewichtsausgleich kompensiert wird, welcher durch über Umlenkrollen geführte Seile mit der Plattform in Verbindung steht und seitlich von dieser in vertikalen Schienen geführt ist.

Derartige Lifte finden vor allem auch in automatischen Parksystemen Anwendung, wo sie vorrangig als Mehrfachliftsysteme, d. h. flexibel in der Breite mehrerer Fahrzeuge, eingesetzt werden.

Es ist bekannt, daß solche Lifte in der Regel mit Gegengewichten arbeiten, um nicht die komplette Masse des Liftes inklusive des Transportgutes anheben zu müssen. Hierbei sind bei herkömmlichen Liftanlagen die Gegengewichte derart vorgesehen, daß an zwei Seiten des Liftes voneinander unabhängige Gewichtspakete angeordnet werden, welche die Leermasse der Plattform je zur Hälfte übernehmen.

Eine derartige Anordnung der Gegengewichte hat jedoch den Nachteil, daß bei einer asymmetrischen Beladung des Liftes, eine Schiefstellung der Plattform eintreten kann. Um dies zu verhindern, sind hierfür aufwendige Führungsmechanismen erforderlich, die jedoch kostenintensiv sind.

Ferner ist es üblich, bei derartigen Liftsystemen den hierfür erforderlichen Antrieb entweder oberhalb oder unterhalb des oberen oder unteren Gestellendes des Liftes anzuordnen, wozu dann ein spezieller Einbauraum für den jeweiligen Antrieb erforderlich ist, d. h., für eine sogenannte Liftüberfahrt benötigt die Anlage einen Einbauraum für den Antrieb oberhalb der obersten Position des Liftes sowie Umlenkrollen, und bei einer sogenannten Liftunterfahrt wird für die Unterbringung des Antriebs eine zusätzliche Vertiefung unterhalb der untersten Position des Liftes benötigt.

Eine Liftunterfahrt hat z. B. bei automatischen Parksystemen den Vorteil, daß derartige Anlagen komplett überbaut werden können, d. h., die Übergabeboxen stellen den höchsten Punkt des Parksystems dar. Nachteilig können jedoch die hierfür erforderlichen Tiefbauarbeiten sein, welche, abgesehen von den Mehrkosten, in vielen Fällen erschwert werden durch einen zu hohen Grundwasserspiegel oder eine unzureichende Bodenbeschaffenheit.

Ein weiterer Nachteil der herkömmlichen Anordnung der Liftantriebe ist in den erforderlichen relativ hohen Antriebsleistungen zu sehen, da die Liftplattformen entweder direkt oder über Umlenkrollen durch Seile mit einer oder mehreren Seiltrommel(n) der Antriebseinheit verbunden sind. Da nun die Seile nur Zugkräfte auf die Liftplattform übertragen können, muß diese über meist zwei Gegengewichte derart austariert sein, daß auch im unbelasteten Zustand immer genügend Masse vorhanden ist, um die Plattform auch nach unten beschleunigen zu können. Da wiederum, z. B. bei automatischen Parksystemen, die Beladung mindestens 30% der bewegten Gesamtmasse ausmacht, ist dementsprechend eine hohe Antriebsleitung erforderlich.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, insbesondere einen Materiallift zu schaffen, der unempfindlich gegen eine mögliche unsymmetrische Beladung ist. Ferner soll dieser platzsparend ausgelegt sein und gegenüber herkömmlichen derartigen Liften eine geringere Antriebsleistung erforderlich machen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß zum einen dadurch gelöst, daß der Gewichtsausgleich für den gesamten Lift durch ein einziges Gegengewicht erfolgt, welches über Seile mit den Eckbereichen der Plattform verbunden ist, und zum anderen, daß der Antrieb an der Liftplattform selbst angeordnet ist, wobei zweckmäßige Ausführungsformen hierzu in den Unteransprüchen beschrieben sind.

Mit der erfindungsgemäßen Maßnahme, die Seile über geeignete Umlenkrollen auf ein gemeinsames Gegengewicht zusammenzuführen, bleibt die Liftplattform vorteilhaft unabhängig von ihrer Beladung immer in einer horizontalen Lage. Werden zusätzlich noch alle Seile für den Gewichtsausgleich (entweder direkt oder gegebenenfalls über einen sogenannten Galgen) in einem gemeinsamen Anlenkpunkt an dem Gegengewicht zusammengeführt, dann wird damit auch ein Verkanten des Gegengewichtes in seinen Führungsschienen verhindert.

Dadurch, daß man den Antrieb direkt an der Liftplattform anordnet, beschränkt sich der Platzbedarf für eine notwendige Liftüber- bzw. -unterfahrt lediglich auf die Umlenkrollen für das Zugseil bzw. für die Seile des Gegengewichtes.

Wird dann noch bei einem Lift mit einem Zugseil und einer Seiltrommel, die Seiltrommel direkt mit dem Antrieb verbunden und das Zugseil mit dieser entweder über eine Umschlingungsreibung oder als zweiteiliges Seil mit zwei Befestigungspunkten, sowohl oben als auch unten mit der ortsfesten Gestellkonstruktion des Liftes verbunden, ergibt sich der Vorteil, daß der Lift unabhängig von der nach unten wirkenden Gewichtskraft immer nach oben und unten beschleunigt werden kann. Dadurch kann das Gegengewicht für eine mittlere Beladung des Liftes ausgelegt werden, weswegen eine geringere Antriebsleistung als bei herkömmlichen derartigen Anlagen ausreichend ist. Dieser Vorteil kann auch erreicht werden, wenn alternativ das Zugseil oben über eine Umlenkrolle geführt und mit einem separaten Gegengewicht versehen wird.

Schließlich kann eine redundante Antriebslösung ohne großen steuerungstechnischen Aufwand dadurch erreicht werden, daß man die Seiltrommel für das Zugseil zwischen zwei unabhängige Antriebe setzt, die dann jeweils einzeln (evtl. mit reduzierter Leistung) in der Lage sind, die Liftplattform zu verfahren.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung sollen im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Fig. 1 näher erläutert werden:

Fig. 1 zeigt einen erfindungsgemäßen Lift mit einem auf der Plattform angeordneten Antrieb und Befestigung des einen Seilendes des Antriebsseiles an der Unterseite der ortsfesten Gestellkonstruktion und des anderen Seilendes an einem separaten Gegengewicht.

Das in Fig. 1 schematisch dargestellte Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Materialliftes umfaßt eine rechteckförmige Plattform 1, die seitlich in vertikal verlaufenden Winkelschienen 2 bis 5 eines ortsfesten Gestelles 30 geführt ist, sowie ein Gegengewicht 6, welches über Seile 7, 8, 9, 11 mit den Eckbereichen 12 bis 15 der Plattform 1 verbunden ist.

D. h., das Seil 7 ist mit einem Ende bei 12 an der Plattform 1 und mit dem anderen Ende über eine Seilrolle 16 an dem Gegengewicht 6 an einem gemeinsamen Anlenkpunkt 10 befestigt. Ein weiteres Seil 9 ist wiederum am gegenüberliegenden Eckbereich bei 13 fest mit der Plattform 1 verbunden und läuft über Seilrollen 17 und 18 zu dem Anlenkpunkt 10, wo dieses Seil 9 mit seinem anderen Ende befestigt ist. Ferner ist auf der seitlichen Führungsseite der Plattform 1 in einem Eckbereich 14 ein Seil 11 angelenkt, das wiederum über Seilrollen 19 und 20 an dem gemeinsamen Anlenkpunkt 10 befestigt ist. Schließlich ist der mit 15 bezeichnete Eckbereich mit einem Seil 8 über eine Seilrolle 21 ebenfalls mit dem Anlenkpunkt 10 verbunden. Durch eine derartige Aufhängung der Plattform 1 an dem - im Gegensatz zu herkömmlichen derartigen Anlagen - einzigen Gegengewicht 6 ist gewährleistet, daß bei einer möglichen unsymmetrischen Beladung keine Schiefstellung der Plattform 1 durch die gegebene Ausgleichsmöglichkeit eintritt.

Ferner ist ein Antrieb 22 in der Form eines Elektromotors vorgesehen, der seitlich auf der Plattform 1 angeordnet und vorteilhaft direkt mit einer Seiltrommel 23 verbunden ist. Die Seiltrommel 23 weist ein Zugseil 24 auf, dessen oberes Ende in dem vorliegenden Fall über eine Seilrolle 25 mit einem separaten Gegengewicht und dessen unteres Ende mit der ortsfesten Gestellkonstruktion 30 verbunden ist. Das Zugseil 24 ist in der Darstellung nach Fig. 1 mit der Seiltrommel 23 durch eine Umschlingungsreibung verbunden; es kann aber auch als zweiteiliges Seil ausgebildet sein und mit zwei Befestigungspunkten an der Seiltrommel verbunden werden.

Schließlich ist es möglich, daß man die Seiltrommel für das Zugseil zwischen zwei unabhängige Antriebe setzt (nicht dargestellt), die dann jeweils einzeln in der Lage sind, die Plattform 1 zu verfahren.

Der erfindungsgemäße Materiallift arbeitet wie folgt: Zum Anheben der Plattform 1 wickelt sich die mit dem Antrieb 22 und der Liftplattform 1 fest verbundene Seiltrommel 23 infolge der Umschlingungsreibung je nach Drehrichtung nach oben oder nach unten und zieht dadurch die Plattform mit. Obwohl die Antriebskraft einseitig auf die Plattform 1 wirkt, bleibt diese in horizontaler Lage, da durch die Anlenkung der vier Plattformecken 12 bis 15 über die Seile 7, 8, 9, 11an dem gemeinsamen Anlenkpunkt 10 ständig ein Kräfteausgleich zwischen der Plattform 1 und dem Gegengewicht 6 erfolgt.

Die Liftplattform 1 kann sowohl aufwärts als auch abwärts durch den Antrieb beschleunigt werden.

Wird statt der in Fig. 1 dargestellten Umschlingung der Seiltrommel 23 durch das Zugseil 24 ein zweiteiliges Zugseil verwendet, deren Anfänge mit der Seiltrommel fest verbunden sind, so ist der untere Teil des Zugseiles in der untersten Position des Liftes vollständig auf die Seiltrommel aufgewickelt und der obere Teil des Zugseiles von der Seiltrommel vollständig abgewickelt. Bei der Aufwärtsbewegung des Liftes wird dann der obere Teil des Zugseiles zunehmend auf die Seiltrommel aufgewickelt, während der untere Teil im gleichen Maße abgewickelt wird.

Statt den Antrieb 22, wie in Fig. 1 dargestellt, auf der Oberseite der Plattform 1 anzuordnen, kann dieser in bestimmten Einsatzfällen auch vorteilhaft an der Unterseite der Plattform befestigt werden.

Ebenso ist es möglich, den Antrieb auf der Plattform an anderer Stelle, z. B. auf der Seite des Gegengewichtes 6, zu befestigen und die Seilenden des Zugseiles - eventuell über eine oder mehrere Umlenkrollen - mit dem Gegengewicht 6 zu verbinden.

Der erfindungsgemäße Materiallift ist unempfindlich gegen unsymmetrische Belastungen, wie sie in automatischen Parksystemen relativ häufig auftreten. Außerdem ist die Anordnung des Antriebes platzsparend, und der Antrieb benötigt im Vergleich zu den herkömmlichen Liften eine deutlich verminderte Antriebsleistung.


Anspruch[de]
  1. 1. Lift, insbesondere Materiallift, mit einem Antrieb (22) und einer Plattform (1), dessen Leermasse über einen Gewichtsausgleich kompensiert wird, welcher durch über Umlenkrollen (16 bis 21) geführte Seile (7, 8, 9, 11) mit der Plattform (1) in Verbindung steht und seitlich von dieser in vertikalen Schienen (2 bis 5) geführt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Gewichtsausgleich für die gesamte Plattform (1) durch ein Gegengewicht (6) erfolgt, welches über die Seile (7, 8, 9, 11) mit den Eckbereichen (12 bis 15) der Plattform (1) verbunden ist.
  2. 2. Lift nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß alle Seile (7, 8, 9, 11) für den Gewichtsausgleich in einem gemeinsamen Anlenkpunkt (10) an dem Gegengewicht (6) zusammengeführt sind.
  3. 3. Lift nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb (22) an der Plattform (1) angeordnet ist.
  4. 4. Lift nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb (22) an der Oberseite oder der Unterseite der Plattform (1) angeordnet ist.
  5. 5. Lift nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb mit einer Seiltrommel (23) und einem Zugseil (24) verbunden ist.
  6. 6. Lift nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Seiltrommel (23) direkt mit dem Antrieb (22) verbunden ist.
  7. 7. Lift nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Zugseil (24) mit der Seiltrommel (23) entweder über eine Umschlingungsreibung oder als zweiteiliges Seil an zwei Befestigungspunkten verbunden ist.
  8. 8. Lift nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Seiltrommel (23) für das Zugseil (24) zwischen zwei unabhängigen Antrieben angeordnet ist.
  9. 9. Lift nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden des Zugseiles (24) am Gegengewicht (6) befestigt sind.






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