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Dokumentenidentifikation DE19858664A1 29.06.2000
Titel Notrufvorrichtung für Aufzüge
Anmelder Theilemann, Petra Sylvia, 80686 München, DE
Erfinder Theilemann, Horst A., 80686 München, DE
Vertreter Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, 80538 München
DE-Anmeldedatum 18.12.1998
DE-Aktenzeichen 19858664
Offenlegungstag 29.06.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.06.2000
IPC-Hauptklasse B66B 3/00
IPC-Nebenklasse H04M 11/00   H04B 7/26   
Zusammenfassung In herkömmlichen Notrufvorrichtungen für Aufzüge wird eine Standleitung zu einer Wach- und Leitstelle verwendet oder eine Fernsprechverbindung zur Notrufzentrale aufgebaut. Daher muß der Fahrkorb elektrisch mit einem Fernsprechnetz verbunden werden. Im Falle einer schnurlosen Übertragung muß der Fahrkorb über eine eigene Basisstation verfügen. Dies führt zu hohen Kosten bei Einrichtung und Unterhaltung der Notrufvorrichtung. Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Notrufvorrichtung für Aufzüge anzugeben, bei der die Installation und der Betrieb kostengünstig sind. Die Erfindung ist insbesondere vorteilhaft, da ihr der hohe Sicherheitsstandard von Mobilfunknetzen zugrunde liegt und zudem ältere Aufzüge in einfacher und kostengünstiger Weise mit einer Notrufvorrichtung nachgerüstet werden können.
Erfindungsgemäß enthält eine Notrufvorrichtung für Aufzüge eine Schalteinrichtung und hiermit verbundene Fernsprechmittel zum Aufbauen einer Fernsprechverbindung, wobei die Fernsprechmittel die Notruffunktion eines Mobilfunknetzes nutzen.
Personen- und Lastenaufzüge.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Notrufvorrichtung für Aufzüge und insbesondere eine solche Notrufvorrichtung, die zur Durchführung eines Notrufs eine Telefonverbindung aufbaut.

Aufzugsanlagen dienen der Beförderung von Personen oder Sachen. Aus technischen Gründen, beispielsweise bei Netzausfall, dem Ansprechen von Sicherungen, bei Fehlern in der Steuerung oder dem Ansprechen von Sicherheitseinrichtungen, kann die Hilfeleistung durch eingewiesene Personen notwendig werden. In Personenaufzügen kann eine Notfallsituation zudem auftreten, wenn sich gewaltbereite Personen im Fahrkorb aufhalten.

Da Personen, die im Fahrstuhl eingeschlossen sind, sich in einer psychisch schwierigen Lage befinden, kann von ihnen keine besondere Handlung erwartet werden, die zur Lösung eines technischen Problems notwendig wäre. Aus diesem Grunde werden Fahrkörbe mit einer Notrufeinrichtung ausgestattet, mit deren Hilfe ein Aufzugswärter herbeigerufen werden kann.

Bekannte Notrufeinrichtungen bestehen aus einem Alarmtaster, bei dessen Betätigung Signale über eine Standleitung zu dem Aufzugswärter oder einer Wach- und Leitstelle gesendet werden. Standleitungen von jedem einzelnen Aufzug zu einer Notrufzentrale sind jedoch sowohl bezüglich ihrer Einrichtung als auch ihrer Unterhaltung kostspielig.

Es werden daher auch Notrufeinrichtungen verwendet, die bei Betätigung des Notruftasters eine Verbindung über das Fernmeldenetz aufbauen. Hierbei ist jedoch eine elektrische Verbindung des Fahrkorbes zu einem Anschluß an ein Fernsprechnetz vorzusehen, was nicht unerhebliche Kosten verursacht.

Eine solche Notrufeinrichtung wird beispielsweise in der US 5 086 450 beschrieben. Diese Vorrichtung wählt im Notfall eine zuvor eingegebene private Telefonnummer, falls die Notrufzentrale nicht besetzt ist. Da in diesem System vom Fahrgast zunächst eine Telefonnummer eingegeben werden muß, ist die Verwendung dieser Notrufeinrichtung wenig praktikabel.

Aus der US 5 282 239 ist ein schnurloses Telefonsystem für Aufzüge bekannt, das es den Fahrgästen erlaubt, ihre tragbaren schnurlosen Telefone auch im Fahrkorb zu benutzen. Im Notfall könnte eine eingeschlossene Person mit Hilfe des mitgeführten Telefons Hilfe herbeirufen. Allerdings kann nicht von jeder eingeschlossenen Person im Notfall die Bedienung eines solchen Telefons erwartet werden, vielmehr hat eine Notrufeinrichtung an die Eingeschlossenen keinerlei Bedienungsanforderungen zu stellen. Außerdem ist für die Bereitstellung eines auf diesem Konzept aufbauenden Notrufsystems eine eigene Basisstation pro Fahrkorb notwendig, was erhebliche Kosten bei der Einrichtung und Aufrechterhaltung einer solchen Notrufvorrichtung verursacht.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine im Notfall einfach zu bedienende Notrufvorrichtung bereitzustellen, bei der die Installation und der Betrieb kostengünstig sind.

Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand des Patentanspruchs 1 gelöst.

Vorteilhaft ist zunächst, daß die erfindungsgemäße Notrufvorrichtung durch die Verwendung eines kommerziellen Mobilfunknetzes keine kosten intensive Standleitung benötigt.

Darüber hinaus wird vorteilhafterweise eine Notrufvorrichtung geschaffen, die aufgrund der Tatsache, daß die Notruffunktion eines kommerziellen Mobilfunknetzes verwendet wird, per se sehr hohen Sicherheitsanforderungen genügt. Diese umfassen die stets vorhandene Erreichbarkeit von in Bereitschaft befindlichen hilfeleistenden Personen, die Unverlierbarkeit des Notrufes und die hohe Verbindungssicherheit des Fernmeldenetzes.

Ferner verfügt die erfindungsgemäße Notrufvorrichtung über den Vorteil, daß durch die Nutzung der Notrufzentrale eines kommerziellen Mobilfunknetzes insbesondere bei Notrufen im Brandfall oder im Verbrechensfall eine Weiterleitung des Notrufs an die Feuerwehr und/oder die Polizei zügiger als in herkömmlichen Fällen möglich ist.

Des weiteren können durch die Verwendung eines bereits existierenden Bereitschaftsdienstes die mit dem Unterhalt einer eigenen Wach- und Leitstelle beziehungsweise mit der Beauftragung einer Bereitschaftszentrale eines Objektschutzunternehmens verbundenen Kosten vermieden werden.

Weiterhin verfügt die erfindungsgemäße Notrufvorrichtung insbesondere über den Vorteil, daß vorhandene Aufzüge ungeachtet ihrer Bauweise in einfacher und kostenungünstiger Weise mit der erfindungsgemäßen Notrufvorrichtung nachrüstbar sind, da für die Realisierung der Notrufvorrichtung handelsübliche Geräte verwendet werden können und das Verlegen zusätzlicher elektrischer Leitungen entfällt. Die Verwendung handelsübliche Geräte führt gerade deshalb zu einer drastischen Kostenreduktion gegenüber herkömmlichen Notrufvorrichtungen, da es sich hierbei um kommerziell hergestellte und in hohen Stückzahlen vertriebene Standardteile verschiedener Hersteller handelt.

Bevorzugte Ausführungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen definiert.

Die Verwendung eines digitalen TDMA- und/oder CDMA-Netzes ermöglicht in vorteilhafter Weise die weltweite Anwendung der Erfindung mit lediglich geringfügigen regional erforderlichen Anpassungen.

Ferner wird durch die Verwendung einer eigenen, von der Stromversorgung des Aufzugs getrennten Energiequelle eine vorteilhafte Notrufvorrichtung geschaffen, die auch bei vollständigem Ausfall der Elektrizitätsversorgung den sicheren Betrieb derselben ermöglicht.

Im folgenden werden bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung näher erläutert.

Die erfindungsgemäße Notrufvorrichtung verwendet die Notruffunktion eines kommerziellen Mobilfunknetzes. Bevorzugterweise wird hierfür ein digitales TDMA- und/oder CDMA-Netz wie etwa das GSM-Netz (Global System for Mobile communications) verwendet. Der GSM-Standard geht auf Empfehlungen der ETSI (European Telecommunications Standards Institute) aus dem Jahre 1990 zurück und hat sich inzwischen weltweit durchgesetzt. Dabei werden je nach Übertragungsfrequenz die GSM-Netze GSM900, GSM1800 und GSM1900 unterschieden. Das deutsche GSM900- Netz ist das D-Netz und wird von zwei verschiedenen Betreibern unter den Bezeichnungen D1 und D2 bereitgestellt. Das deutsche GSM1800-Netz ist das sogenannte E-Netz, das ebenfalls zwischen bei Betreibern aufgeteilt ist und die Bezeichnungen E1 (auch E-Plus) und E2 trägt.

In allen GSM-Netzen wird unter der weltweit einheitlichen Notrufnummer 112 eine Notruffunktion bereitgestellt, die den Teilnehmer keine Gesprächsgebühren kostet. Dabei kann ein Notruf auch von einem Mobiltelefon ohne Smart-Card bzw. bei Verwendung einer Smart-Card auch ohne PIN-Code getätigt werden. Der Notruf ist ferner auch bei gesperrten Telefonen oder gesperrten Karten möglich. Darüber hinaus können Notrufe auch in fremde GSM-Netze erfolgreich abgesetzt werden. Im GSM haben Notrufe zudem oberste Priorität und werden nicht vom Netz bei abnehmender Verbindungsqualität abgebrochen.

Vorzugsweise wird in einen Aufzug daher als erfindungsgemäße Notrufvorrichtung die in einem handelsüblichen GSM-Mobilfunktelefon vorhandene Elektronik eingebaut, wobei alle für das Auslösen einer Notruftätigkeit nicht notwendigen Teile im Aufzug auch nicht vorgesehen werden. Hierzu gehören beispielsweise alle Eingabetasten, die für einen Notruf nicht notwendig sind, sowie ein Display.

Die erfindungsgemäße Notrufvorrichtung verfügt vorzugsweise über eine eigene Stromversorgung in Form von Batterien oder Akkumulatoren. Letztere können im Normalbetrieb von der allgemeinen Stromversorgung des Aufzugs gespeist werden. Durch diese Pufferung entfällt in vorteilhafter Weise das sonst nötige Auswechseln verbrauchter Batterien.

Bevorzugterweise wird ein Alarmtaster oder -schalter vorgesehen, bei dessen Betätigung durch eine Zusatzelektronik die Notrufnummer 112 gewählt wird. Das Vorsehen eines Alarmtasters birgt den Vorteil in sich, daß eingeschlossene Personen die Notrufvorrichtung auch dann noch sicher bedienen können, wenn sie psychisch stark belastet sind oder bereits panisch reagieren.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform verfügt die erfindungsgemäße Notrufvorrichtung ferner über einen akustischen und/oder optischen Zusatzsignalgeber, der bei Betätigung der Schalteinrichtung sofort ausgelöst wird und dann der eingeschlossenen Person eine Rückmeldung gibt. Dies dient in vorteilhafter Weise der Beruhigung der hilfesuchenden Person, da die Zeit des Verbindungsaufbaues hierdurch scheinbar verkürzt wird.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung verfügt die Notrufvorrichtung über eine Einrichtung, die automatisch Positionsdaten an die Notrufzentrale übermittelt. Dabei können die Positionsdaten eine Adresse des Gebäudes und/oder eine Identifikationsnummer des Aufzugs enthalten. Die Positionsdaten werden bevorzugterweise mittels eines Sprachprozessors oder durch Abspielen einer zuvor getätigten Tonbandaufnahme über den Sprachkanal der Fernsprechverbindung übertragen, können jedoch in einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung auch digital, beispielsweise durch ein moduliertes Signal, gesendet werden.

Durch das automatische Übertragen von Positionsdaten wird der Notrufempfänger in vorteilhafter Weise ohne Zutun der eingeschlossenen Person mit den wichtigsten Informationen versorgt. Hierdurch kann der Notruf in aller Regel beschleunigt bearbeitet werden, da insbesondere aufgeregte und panisch reagierende Personen nicht in der Lage sind, schnell und zuverlässig richtige und vollständige Angaben zu machen.

Neben der beschriebenen bevorzugten Anwendung der erfindungsgemäßen Notrufvorrichtung in Personenaufzügen kann die Erfindung vorteilhafterweise auch in Lastenaufzügen verwendet werden. Hierbei wird im Falle eines technischen Fehlers der Notruf automatisch ausgelöst und die notwendigen Informationen übermittelt. Diese Informationen enthalten vorzugsweise die bereits beschriebenen Positionsdaten sowie ggf. eine Fehlerindikation.

Neben der beschriebenen Anbringung der für die Verwendung als Notrufvorrichtung umgebauten Elektronik eines Mobilfunktelefons am Fahrkorb des Aufzuges kann diese Elektronik in einer Abwandlung der Ausgestaltung auch außerhalb des Fahrkorbes in einem ortsfesten Bereich untergebracht werden. Der Fahrkorb verfügt dann lediglich über eine Schalteinrichtung, wie etwa einen Alarmtaster, wobei diese Schalteinrichtung mittels eines Kabels oder schnurlos mit der extern befindlichen Elektronik verbunden ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Notrufvorrichtung für Aufzüge, umfassend:

    eine Schalteinrichtung zum Auslösen einer Notruftätigkeit und

    mit der Schalteinrichtung verbundene Fernsprechmittel zum Aufbauen einer Fernsprechverbindung, wenn die Schalteinrichtung betätigt wurde,

    dadurch gekennzeichnet, daß die Fernsprechmittel die Notruffunktion eines kommerziellen Mobilfunknetzes nutzen.
  2. 2. Notrufvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das kommerzielle Mobilfunknetz ein digitales TDMA- und/oder CDMA-Netz ist.
  3. 3. Notrufvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine von der Stromversorgung des Aufzuges unabhängige elektrische Energiequelle.
  4. 4. Notrufvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schalteinrichtung einen Taster umfaßt.
  5. 5. Notrufvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch einen Signalgeber zum Erzeugen eines akustischen Signals zur Bestätigung der Betätigung der Schalteinrichtung.
  6. 6. Notrufvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch einen Signalgeber zum Erzeugen eines optischen Signals zur Bestätigung der Betätigung der Schalteinrichtung.
  7. 7. Notrufvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch Mittel zum Senden von Positionsdaten über die Fernsprechverbindung.
  8. 8. Notrufvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum Senden von Positionsdaten einen Sprachprozessor enthalten.
  9. 9. Notrufvorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum Senden von Positionsdaten eine Magnetbandabspielvorrichtung enthalten.
  10. 10. Notrufvorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Positionsdaten digitale Daten enthalten.
  11. 11. Notrufvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Fernsprechmittel mit dem Fahrkorb des Aufzugs unverlierbar verbunden sind.
  12. 12. Notrufvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Fernsprechmittel in ortsfesten Teilen der Aufzugsanlage angebracht sind.
  13. 13. Notrufvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufzug ein Personenaufzug ist.
  14. 14. Notrufvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufzug ein Lastenaufzug ist.






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