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Dokumentenidentifikation DE19860685A1 06.07.2000
Titel Gerät zum Verschluss oberflächlicher Varikosis
Anmelder Foss, Pierre Nicolas, Dr.med., 66709 Weiskirchen, DE
Erfinder Foss, Pierre Nicolas, Dr.med., 66709 Weiskirchen, DE
DE-Anmeldedatum 29.12.1998
DE-Aktenzeichen 19860685
Offenlegungstag 06.07.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.07.2000
IPC-Hauptklasse A61B 17/128
Zusammenfassung Medizinisches Klammer- oder Tackergerät zur Verschließung oberflächlicher, variköser Venen, dadurch gekennzeichnet, daß durch die intakte Haut über der varikösen Vene hindurch spezielle Klammern durch die aneinander gepreßten Venenwände eingebracht oder durchgeschossen werden, die die Venenwände fest aneinander heften und so die variköse Vene ganz oder teilweise verschließen. Mit diesem Verfahren lassen sich schnell und sicher sowie minimal-invasiv große, variköse Venenareale fast ohne Risiken irreversibel verschließen.

Beschreibung[de]

In der chirurgischen Medizin gibt es seit Jahren Klammergeräte zum zuverlässigen und schnellen Wundverschluß oder zur Verbindung von Darmenden oder zur äußeren, endgültigen Kompression kleinerer Gefäße spezielle Clips-Geräte. Im Handwerker- und Industriebereich existieren sogenannte Tacker, mit deren viel genutzter Hilfe man von außen spezielle Klammern flach in zwei miteinander zu verbindende Gewebe einschießen kann. Dabei werden die Materialien oder Gewebe aufeinander gepreßt und dann die Klammern eingeschossen.

Klammergeräte auf der Tackerbasis existieren bisher in der Medizin nicht.

Unter Nutzung eines medizinischen Tackergerätes, welches natürlich allen Vorschriften des medizinischen Gebrauchs entsprechen müßte, könnte man sehr einfach, von außen angelegt, die ausgebeulten varikösen Venen schnell und sicher verschließen. Der medizinische Tacker wird auf die äußerlich gut sichtbare, erweiterte Vene aufgesetzt. Dann komprimiert man mit dem Tacker die Vene bis beide Venenwände fest aneinander liegen. Die Tackerklammern werden nun durch die fest aneinanderliegenden Venenwände geschossen oder gedrückt und verschließen damit das Venenlumen zuverlässig und sicher.

Dieses Klammerverfahren könnte in lokaler Anaesthesie oder periduraler Anaesthesie erfolgen und wäre ambulant leicht durchführbar. Der richtige Klammersitz bzw. die Verschlußwirkung wäre schnell und sicher mittels einer Ultraschalluntersuchung zu überprüfen. Notwendigerweise könnten weitere gezielte Klammerungen erfolgen. Auch könnte man durch dopplersonographische Vorprüfungen und Vermessungen die benötigten Klammergrößen und Klammerarten abschätzen. Die eingebrachten Klammern würden mehrere Wochen in der Haut verbleiben, bis die Venenwände völlig miteinander verwachsen sind. Dies wäre ebenfalls wieder dopplersonographisch oder endoskopisch leicht zu überprüfen.

Die aus der Haut herausragenden Klammeranteile würden am besten der Beinfarbe des Patienten angepaßt werden, damit sie nicht während der Tragezeit kosmetisch stören.

Dieses Klammer- oder Tackergerät unterscheidet sich erheblich von den bisher in der Chirurgie verwendeten Instrumenten. Bei den Klammergeräten für den Wundverschluß werden die Wundränder mit einer Pinzette angehoben und adaptiert und die Wunde dann durch Klammerung senkrecht und von der Seite bezüglich des Wundverlaufs eingebracht. Die Klammergeräte um zwei Darmenden miteinander zu verbinden umgreifen die Darmwand von innen und außen und klammern sie aneinander.

Mit diesem innovativen Klammergerät werden keine Wunden verschlossen. Es werden keine Pinzetten benötigt und die Klammern werden auch nicht seitlich am Objekt vorbei eingebracht. Die Klammergeräte umfassen auch nicht von innen oder außen die einzelne Venenwand, sondern die speziell gebogenen Klammen werden durch die intakte Haut hindurch und nach Zusammendrücken der Vene durch die aneinander liegenden Venenwände hindurch getrieben oder geschossen und heften die beiden Venenwände fest aneinander, indem sie sich vor der intakten Haut und hinter der letzten Venenwand umbiegen. Die Klammern werden also direkt in das Gefäß von außen über die intakte Haut eingebracht und verschließen nicht ohne Verletzung des Gefäßes durch bloße Kompression von außen (z. B. durch einen Clip) das Gefäßlumen. Die Klammern sind deshalb auch anders geformt als die üblichen Wund- oder Clipklammern und die Klammerführung im Klammergerät ist speziell auf die Anheftung beider Venenwände ausgerichtet.

Mit Hilfe dieser Klammertechnik lassen sich viele Sklerosierungsbehandlungen mit den bekannten Risiken der Entzündungen, Allergien, Schmerzen und Rezidivneigung vermeiden. Auch könnten öfters Strippingverfahren entbehrlich werden, da die variköse Vene im Körper verbleiben kann. Die üblichen operativen Risiken der Strippingverfahren (Nervenverletzungen, Narben, Entzündungen, Immobilität usw.) entfallen völlig.

Auch würden für diese Klammertechnik keine Kontraindikationen, wie Marcumarisierung, fehlende OP-Fähigkeit wegen Übergewicht und anderer Dinge vorliegen. Die behandelten Patienten sind sofort gehfähig. Außerdem könnten in Abständen von wenigen Tagen weitere Klammerungen erfolgen, die den Patienten nicht belasten. Die innovative Tackerung der varikösen Venen ließe sich auch ohne Probleme mit den anderen bewährten Therapieverfahren kombinieren.

Das innovative Klammergerät eignet sich vor allem dazu, größere, stark erweiterte Varizen schnell und sicher zu verschließen und würde vor allem bei den älteren Patienten, die sich vor Operationen fürchten oder inoperabel sind sowie schlechte Erfahrungen mit Verödungen gemacht haben, eine hervorragende Therapiealternative darstellen. Auch könnte dieses Verfahren zur Prophylaxe schwerer variköser Veränderungen eingesetzt werden, da zum Beispiel bei insuffizienten Perforanzvenen die nachfolgende druckbelastete Vene mit geeigneten Klammersperren den Reflux des Blutes nach distal verhindern könnte.

Die Behandlungen könnten bei den Betroffenen über Jahre hindurch phasen- und indikationsgerecht immer wieder eingesetzt werden.

So könnten durch diese einfache Therapie die schwerwiegenden und kostenintensiven Folgeschäden der chronisch venösen Insuffizienz (Dermatosklerosen, Ulcera) in vielen Fällen verhindert werden. Die Klammern könnten aus verschiedensten geeigneten Materialien (rostfreie Stähle, Kunststoffe) usw. gefertigt werden. Die erfindungsgemäßen Klammem könnten in geeigneten Längen und Breiten angeboten werden, die auf die jeweilige Venenbreite und Venenwanddicke und Druckbelastung abgestimmt wären.


Anspruch[de]
  1. 1. Gerät zum externen Verschluß oberflächlicher Varizen dadurch gekennzeichnet, daß mit einem speziellen Klammergerät die erweiterten und aneinander gepreßten Venenwände durch die intakte Haut hindurch mit speziellen Klammern fest aneinander geheftet werden.
  2. 2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Klammern in die Haut eingedrückt oder eingeschossen (Tacker) werden.
  3. 3. Gerät nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß Klammern verschiedenen zweckdienlichen Größen und Formen sowie in verschiedenen Hautfarben genutzt werden.






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