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Dokumentenidentifikation DE19544073C2 20.07.2000
Titel Fahrbares Abziehgerät
Anmelder Weka Fördertechnik GmbH, 38126 Braunschweig, DE
Vertreter GRAMM, LINS & PARTNER, 38122 Braunschweig
DE-Anmeldedatum 25.11.1995
DE-Aktenzeichen 19544073
Offenlegungstag 28.05.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 20.07.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.07.2000
IPC-Hauptklasse E01C 19/15

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein fahrbares Abziehgerät zum Herstellen eines Feinplanums, beispielsweise in Form eines Sand- oder Kiesbettes für einen Platten- oder Pflasterbelag, mit einem Trägerfahrzeug und einem Abziehschild, wobei das Trägerfahrzeug einen im Wesentlichen parallel zur Erdoberfläche, in Richtung der Längsachse des Trägerfahrzeuges verschiebbaren Träger aufweist, an dessen Ende der Abziehschild mit zumindest zwei Freiheitsgraden beweglich gelagert ist, und Betätigungselemente eine Lageregelung des Schildes in Bezug auf eine durch eine Strahlenquelle definierte Bezugsebene ermöglichen.

Eine derartige Ausführungsform lässt sich der DE 40 22 594 A1 entnehmen. Bei dieser vorbekannten Ausführungsform ist der Abziehschild mittels einer Linearführung senkrecht zur Erdoberfläche, d. h. parallel zur Hochachse des Trägerfahrzeuges, verfahrbar. Es hat sich aber herausgestellt, dass bei derartigen Abziehgeräten insbesondere der Übergang von Feinplanumabschnitten eines Bearbeitungsschrittes zum nächsten Bearbeitungsschritt unbefriedigende Qualität und insbesondere Stufen aufweist. Wenn das Trägerfahrzeug verfahren werden muss, weil der Auslegerbereich des verfahrbaren Trägers erreicht ist, besteht jeweils die Gefahr, dass störende Absätze im Feinplanum ungewollt erzeugt werden. Dies ist u. a. darauf zurückzuführen, dass der Schild das Bestreben hat, bei einer gewissen Menge abgezogenen, d. h. zusammengeschobenen Materials, beispielsweise Sand, nach hinten bzw. oben auszuweichen, so dass der Anstellwinkel verändert wird. Die mit diesen vorbekannten Vorrichtungen herstellbaren Feinplanen weisen daher noch nicht die Präzision und Qualität auf, die wünschenswert ist, um weitere Nachbearbeitungsschritte, die manuell und damit kostenträchtig auszuführen sind, zu unterbinden.

Die DE 36 08 893 A1 offenbart eine Hydraulik-Planiereinrichtung mit einem Abziehbalken, der auf in der abzuziehenden Fläche angeordneten Rohren, Schienen oder Balken geführt wird, wobei der Abziehschild gegenüber dem Träger als zusätzlichen Freiheitsgrad eine Drehung um eine zur Querachse des Trägerfahrzeugs parallele Achse aufweist. Diese Konstruktion bedingt ein arbeitsaufwendiges Verfahren.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung eines Feinplanums so zu verbessern, dass unter Beibehaltung der gegebenen Vorteile eine Verbesserung des herzustellenden Feinplanums hinsichtlich seiner Oberflächengüte ermöglicht wird.

Ausgehend von dem eingangs beschriebenen fahrbaren Abziehgerät wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Abziehschild gegenüber dem Träger als zusätzlichen Freiheitsgrad eine Drehung um eine zur Querachse des Trägerfahrzeugs parallele Achse aufweist, und dass zur Erzeugung eines Lage- Informationssignals hinsichtlich der Drehung um die zur Querachse des Trägerfahrzeuges parallele Achse eine elektronische Wasserwaage an dem Schild angeordnet ist.

Der erfindungsgemäß vorgesehene zusätzliche Freiheitsgrad gibt die Möglichkeit, den Abziehschild mit einem Anstellwinkel über die abzuziehende Fläche zu ziehen und so Materialbesonderheiten Rechnung zu tragen. Darüber hinaus hat sich überraschend herausgestellt, dass dieser zusätzliche Freiheitsgrad ein stufenloses Wiederansetzen des Schildes ermöglicht, wenn eine größere abzuziehende Fläche in mehreren Teilflächen aufeinanderfolgend abgezogen wird. Die hierzu vorgesehene elektronische Wasserwaage dient zur Ermittlung der gewünschten Stellung des Schildes, wobei das jeweils erzeugte Lage-Informationssignal die Möglichkeit gibt, eine Lageabweichung korrigierend zu beeinflussen. Während bei zahlreichen abzuziehenden Stoffen die Lageregelung auf die Vertikale als Sollwert eingestellt wird, sind Anwendungsfälle denkbar, bei denen ein Anstellwinkel eingestellt wird. Auch dieser ist regelnd zu überwachen, um die geforderte Güte des Feinplanums zu ermöglichen.

Hinsichtlich der Drehung um die Querachse kann erfindungsgemäß vorteilhaft vorgesehen sein, sowohl positive als auch negative Anstellwinkel einzustellen.

Um die Herstellung eines möglichst exakten Feinplanums zu ermöglichen, ist bevorzugt vorgesehen, dass ein erster Freiheitsgrad eine translatorische Bewegung des Abziehschildes in Richtung einer zur Hochachse des Trägerfahrzeuges parallelen Achse ist und der zweite eine Drehung des Abziehschildes um die Längsachse des Fahrzeuges oder um eine zu dieser parallelen Achse. Wird der Träger in Richtung der Längsachse des Fahrzeuges relativ zu diesem bewegt, so ermöglicht es eine solche Anordnung, eine exakte Ebene herzustellen, da sowohl ein Höhenfehler als auch eine Verwindung der Ebene bzw. des Feinplanums ausgeglichen werden können. Eine Drehung des Abziehschildes gegenüber dem Träger um eine zur Hochachse des Trägerfahrzeugs parallele Achse gibt die Möglichkeit, zwischen der Abzugskante des Abziehschildes und einer zur Abzugsrichtung rechtwinklig verlaufenden Bezugsgeraden einen Winkel einzustellen, vorzugsweise einen spitzen Winkel im Bereich zwischen 5° und 25°. Ein solcher, gleichsam in der herzustellenden Ebene des Feinplanums liegender Anstellwinkel bewirkt, dass überschüssiges abgetragenes Material zur Seite gefördert wird, so dass es nicht zu einem Materialstau vor dem Abziehschild kommt.

Um die Freiheitsgerade regeln zu können, kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass der Abziehschild über mindestens einen angelenkten Hydraulikzylinder bewegbar ist, der eine Lageeinstellung hinsichtlich der Drehung um die Querachse ermöglicht.

Ein Verfahren zum Herstellen eines Feinplanums durch Abziehen einer Sandlage o. ä. unter Verwendung eines erfindungsgemäßen fahrbaren Abziehgerätes ist erfindungsgemäß gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:

  • - Aufstellen eines Lasersenders außerhalb der abzuziehenden Fläche,
  • - Ausrichten der durch den Lasersender aufgespannten Bezugsebene parallel zu der abzuziehenden Fläche,
  • - Positionieren des Trägerfahrzeugs mit ausgefahrenem Träger an einem Ende der abzuziehenden Fläche,
  • - Einrichten des Abziehschildes,
  • - Abziehen einer ersten Teilfläche durch Verfahren des Trägers und Abziehschildes relativ zum Trägerfahrzeug, wobei die Stellung des Abziehschildes relativ zu der Bezugsebene kontinuierlich geregelt wird.
  • - Verfahren des Fahrzeuges bei gleichzeitigem Ausfahren des Trägers und des Abziehschildes mit einer Relativgeschwindigkeit, deren Betrag gleich dem Betrag der Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeuges ist und
  • - Wiederholen der letztgenannten beiden Verfahrensschritte, bis die gesamte abzuziehende Fläche hergerichtet und das Feinplanum hergestellt ist.

Dadurch, dass der Abziehschild an einem Träger befestigt ist, der relativ zu dem Fahrzeug bewegt werden kann, wird es ermöglicht, das Trägerfahrzeug beim eigentlichen Abziehvorgang stillstehen zu lassen, so dass die Bewegungen des Fahrzeuges selbst nicht auf die Position des Abziehschildes einwirken können.

Dadurch, dass zwei Freiheitsgrade vorgesehen sind, die mittels Betätigungselementen und einer Lageregelung in Bezug auf eine durch eine Strahlenquelle definierten Bezugsebene eingestellt werden, wird es ermöglicht, die Position des Schildes während des Verfahrens des Trägers relativ zum Trägerfahrzeug, d. h. beim eigentlichen Abziehvorgang kontinuierlich zu regeln. Auf diese Weise wird eine hohe Genauigkeit des Feinplanums ermöglicht. Die automatisierte Lagereglung schließt zum einen menschliche Ungenauigkeiten aus, zum anderen wird die Bearbeitungsgeschwindigkeit wesentlich erhöht.

Die erfindungsgemäß vorgesehene Konstruktion mittels eines Trägers, der relativ zum Trägerfahrzeug verfahren werden kann, erlaubt es, größere Flächen rationell abzuziehen, indem das Trägerfahrzeug mit ausgefahrenem Träger an einem Ende der abziehenden Fläche positioniert wird, der Abziehschild einem manuell in Bezug auf eine beispielsweise durch einen Lasersender aufgespannte Bezugsebene ausgerichtet wird und die Gesamtfläche dann nach und nach abgezogen wird, indem zunächst eine erste Teilefläche abgezogen wird, indem Träger und Abziehschild relativ zum Trägerfahrzeug verfahren werden, wobei die Stellung des Abziehschildes relativ zu der Bezugsebene kontinuierlich geregelt wird, und dann das Fahrzeug bei gleichzeitigem Ausfahren des Trägers und des Abziehschildes mit einer Relativgeschwindigkeit, deren Betrag gleich dem Betrag der Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs ist, in den unbearbeiteten Teil der Fläche verfahren wird. Dabei verändert sich die Position des Schildes zu der abzuziehenden Fläche während des letztgenannten Verfahrensschrittes nicht. Die letztgenannten Schritte werden wiederholt, bis die gesamte abzuziehende Fläche hergerichtet und das Feinplanum hergestellt ist.

Durch die erfindungsgemäße Konstruktion des neuen fahrbaren Abziehgerätes wird es also ermöglicht, eine größere Fläche in unmittelbar aufeinander folgenden Verfahrensschritten abzuziehen und so ein großes Feinplanum zu erstellen, ohne dass beispielsweise über die gesamte Fläche Bezugsschienen o. ä. verlegt werden müssten. Durch die erfindungsgemäße Konstruktion, bei der ein wesentliches Merkmal der ausfahrbare Träger ist, an dessen Ende der Abziehschild angeordnet ist, wird verhindert, dass die unvermeidlichen Schwankbewegungen, denen das Fahrzeug unterliegt, wenn es den unbearbeiteten Teil der abzuziehenden Fläche befährt, auf den Abziehschild übertragen werden.

Die vorstehend erläuterten Freiheitsgrade sind mittels eines Bezugssystemes erläutert worden, das sich auf die Längsachse des Trägerfahrzeuges bezieht. Dabei ist vorausgesetzt worden, dass der Träger in Richtung der Längsachse des Fahrzeuges relativ zu diesem bewegt werden kann. Es ist jedoch offensichtlich, dass der Träger auch in anderen Richtungen des Fahrzeugs beweglich angeordnet werden kann, beispielsweise quer zu diesem. Bevorzugt ist vorgesehen, das Fahrzeug mit einem Raupenlaufwerk auszustatten. Wie es von bekannten Kleinbaggern o. ä. geläufig ist, kann der Aufbau des Trägerfahrzeugs drehbar gegenüber dem Raupenlaufwerk angeordnet sein. Der Begriff "Längsachse des Trägerfahrzeuges" ist insofern lediglich als Bezugsgröße für ein Achsensystem zu verstehen, anhand dessen die Freiheitsgrade erläutert werden. Es ist offensichtlich, dass der auf dem Gebiet bewanderte Fachmann alternative Ausführungsformen schaffen kann, ohne von dem Erfindungsgedanken abzuweichen.

Um die Regelung der Freiheitsgrade zu ermöglichen, ist bevorzugt vorgesehen, dass der Abziehschild über zwei an seinen äußeren Enden angelenkte Hydraulik- oder Pneumatikzylinder bewegbar ist, die eine Lageeinstellung hinsichtlich der beiden erstgenannten Freiheitsgrade ermöglichen. Mit anderen Worten sind zwei Hydraulik- oder Pneumatikzylinder vorgesehen, die - wenn sie gleichzeitig verfahren werden - eine translatorische Bewegung des Abziehschildes ermöglichen, d. h. eine Einstellung der Höhe der Abziehkante des Abziehschildes über dem zu schaffenden Feinplanum. Bei nicht synchronem Betrieb der beiden Zylinder kommt es dementsprechend zu einer Drehung des Abziehschildes um die Längsachse des Fahrzeuges oder um eine zu dieser parallelen Achse.

Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Regelung der Freiheitsgrade durch Ansteuern der Hydraulik- oder Pneumatikzylinder mittels einer Regelungsschaltung erfolgt, die Lage-Informationssignale zumindest eines Laserempfängers auswertet, der auf die von einem Lasersender ausgesendeten Signale reagiert. In an sich bekannter Weise wird also bevorzugt ein Lasersender aufgestellt, der die Bezugsebene, die parallel zur zu schaffenden Ebene des Feinplanums verläuft, generiert. Dabei ist es unerheblich, ob ein rotierender Lasersender einen einzelnen Strahl aussendet oder aber ein divergierender Strahl erzeugt wird.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind im Bereich der äußeren Enden des Abziehschildes jeweils ein Laserempfänger angeordnet, die jeweils ein auf das jeweilige Ende des Abziehschildes bezogenes Lage-Informationssignal generieren.

Die Erfindung wird im folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:

Fig. 1 - eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Abziehgerätes,

Fig. 2 - die Ansicht gemäß Fig. 1 mit zusätzlich eingezeichneten Stellungen des Abziehschildes,

Fig. 3 - eine Draufsicht auf das erfindungsgemäße Abziehgerät,

Fig. 4 - die Draufsicht gemäß Fig. 3 mit zusätzlich eingezeichneten Stellungen des Abziehschildes, und

Fig. 5 - ein Blockschaltbild der Regeleinrichtung für den Abziehschild.

Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Abziehgerät 10, das im wesentlichen aus einem Trägerfahrzeug 12, einem verfahrbaren Träger 14 und einem an dessen freien Ende befestigten Abziehschild 16 besteht. Wie Fig. 2 zeigt, ist der Träger 14 in Längsrichtung bewegbar, so daß er aus der in Fig. 1 dargestellten ausgefahrenen Lage in die in Fig. 2 gestrichelt gezeichnete Lage 14' bewegt wird. Zusammen mit dem Träger 14 bewegt sich auch der Abziehschild 16 in eine gestrichelte Lage 16'. Der zwischen den beiden Lagen liegende Hub ermöglicht es, bei stillstehendem Trägerfahrzeug 12 ein zwischen den beiden gezeichneten Stellungen liegendes Teilstück eines zu schaffenden Feinplanums abzuziehen.

Das Trägerfahrzeug 12 ist auf einem Raupenfahrwerk 18 gelagert, so daß der Flächendruck auf dem befahrenen Gelände möglichst gering gehalten wird. Der Aufbau des Trägerfahrzeugs 12 ist gegenüber dem Raupenfahrwerk 18 drehbar, so daß unter Längsachse des Fahrzeugs im folgenden die durch den Träger 14 vorgegebene Achse verstanden werden soll. Der Träger 14 ist in einem Längslager 20 gelagert.

Wie Fig. 3 zeigt, ist am freien Ende des Trägers 14 ein Querschemel 22 schwenkbar angeordnet. An den äußeren Enden des Querschemels 22 sind Hydraulikzylinder 24L und 24R angelenkt, deren jeweils anderes Ende mit dem Aufbau des Trägerfahrzeugs 12 verbunden ist. Werden durch entsprechende Ansteuerung beide Hydraulikzylinder 24L und 24R gleichmäßig eingefahren, so wird der Abziehschild aus der in Fig. 3 gezeichneten Stellung 16 in die in Fig. 4 bzw. Fig. 2 gezeigte Stellung 16' bewegt. Durch Verschieben der Hydraulikzylinder in unterschiedlichem Maße, d. h. relativ zueinander, ist es darüber hinaus möglich, den Querschemel 22 relativ zum Träger 14 zu verschwenken, wodurch der Abziehschild 16 um eine zur Hochachse des Trägerfahrzeugs 12 parallele Achse verschwenkt wird. Es ergeben sich die gestrichelt gezeichneten Stellungen 16'' des Abziehschildes 16. Es läßt sich so ein in der Ebene des Feinplanums liegender Spitzenwinkel α (vgl. Fig. 4) der Abziehkante 26 des Abziehschildes einstellen. Hierdurch läßt sich erreichen, daß während des Abziehvorganges überschüssiges Material zur Seite hin abgeleitet wird. Fig. 1 zeigt die schwenkbare Verbindung zwischen dem Ende des Trägers 14 und dem Querschemel 22 um einen Bolzen 27. Ein Paar von zusätzlich vorgesehenen Hydraulikzylindern 28 ist so angelenkt, daß eine Schwenkung um einen Lagerbolzen 30 möglich wird. Die schwenkbare Lagerung um den Bolzen 30 entspricht einem Freiheitsgrad des Abziehschildes 16 um eine zur Querachse des Trägerfahrzeugs 12 parallele Achse. Wie Fig. 2 zeigt, wird so das Verschwenken des Abziehschildes 16 in eine angestellte Stellung 16''' ermöglicht. Auf diese Weise wird es ermöglicht, einen Anstellwinkel zwischen Abziehschild und zu bearbeitender Ebene des Feinplanums einzustellen, so daß Materialbesonderheiten Rechnung getragen werden kann. So sind für feinen Sand andere Anstellwinkel einzustellen, als beispielsweise für lehmige Böden, feinen Kies o. ä.

Zwei weitere Hydraulikzylinder 32 dienen der Höheneinstellung des Abziehschildes 16. Eine entsprechend ausgestaltete Lagerung 34 erlaubt dabei sowohl eine translatorische Bewegung, bei der beide Hydraulikzylinder 32 sychron verfahren werden, wie eine Drehung um die durch den Träger 14 definierte Längsrichtung des Trägerfahrzeuges 12. So kann einerseits die Höhe der Abziehkante 26 des Abziehschildes 16 über der zu schaffenden Ebene des Feinplanums eingestellt werden, wie Verwindungen, beispielsweise bedingt durch eine Schrägstellung des Trägerfahrzeuges 12 korrigiert werden. Darüber hinaus ist es möglich, das Feinplanum mit einer definierten Schräge zu erstellen, beispielsweise um bei dem fertiggestellten Plattenbelag o. ä. ein Abfließen von Regenwasser zu ermöglichen.

Das in den Zeichnungen dargestellte Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Abziehgerätes weist einen zusätzlichen Freiheitsgrad auf. Der Schild 16 kann in Richtung einer zur Querachse des Fahrzeuges parallelen Achse translatorisch bewegt werden. Mittels eines Hydraulikzylinders 36 ist es möglich, den Schild nach rechts oder links, vom Fahrersitz aus gesehen, zu versetzen, wie es in Fig. 2 durch die gestrichelt gezeichneten Stellungen 16IV angedeutet ist.

Die Hydraulikzylinder 32 sowie der Hydraulikzylinder 36 sind an eine automatische Lageregelung angeschlossen, wie sie in Fig. 5 schematisch dargestellt ist.

Hierzu ist vorgesehen, einen Lasersender 38 außerhalb des herzustellenden Feinplanums aufzustellen. Der Lasersender 38 erzeugt eine Bezugsebene 40 durch ausgesendete Laserstrahlen, die parallel zu der herzustellenden Ebene des Feinplanums verläuft. Der Abstand zwischen der Bezugsebene 40 und der herzustellenden Ebene 42 entspricht dabei dem Abstand zwischen der Abzugskante 26 des Abziehschildes 16 und der Mitte zweier Laserempfänger 44, die jeweils rechts und links an den freien Enden des Abziehschildes 16 angeordnet sind.

Beide Laserempfänger generieren jeweils Lage-Informationssignale, die anzeigen, ob sich die Mitte des Empfängers oberhalb oder unterhalb der definierten Bezugsebene 40 befindet. Die Signale werden mit Hilfe einer Regelschaltung 46 ausgewertet, die Stellsignale für Proportionalventile zur Ansteuerung der Hydraulikzylinder 32 generiert. Die Stellsignale betätigen jeweils den rechten oder linken Zylinder 32R oder 32L so lange, bis das Zentrum des Laserempfängers wieder in der Bezugsebene 40 liegt.

Beim eigentlichen Abziehvorgang werden gleichzeitig die Hydraulikzylinder 24R und 24L betätigt, so daß der Abziehschild 16 bei stillstehendem Trägerfahrzeug 12 über die abzuziehende Fläche des herzustellenden Feinplanums gezogen wird, wobei die genaue Lage des Abziehschildes 16 und damit die Lage der Abziehkante 26 kontinuierlich geregelt wird.

Ist der Abziehschild in der in Fig. 2 gezeichneten Stellung 16' angekommen, d. h. der Träger 14 in die gestrichelt gezeichnete Stellung 14' verfahren, so wird das Trägerfahrzeug 12 mittels des Raupenfahrwerks 18 in Fig. 2 nach links verfahren, d. h. in Richtung auf unbearbeitete Bereiche der abzuziehenden Fläche, während gleichzeitig der Träger 14 durch entsprechendes Betätigen der Hydraulikzylinder 24R und 24L ausgefahren wird. Dabei wird die Relativgeschwindigkeit zwischen Träger 14 und Trägerfahrzeug 12 vom Betrag her genauso groß gewählt, wie die Fahrgeschwindigkeit des Raupenfahrwerkes 18, bzw. des Trägerfahrzeuges 12, so daß die Abziehkante 26 bzw. der gesamte Abziehschild 16 in bezug auf die abzuziehende Fläche 42 in Ruhe bleibt. Der in Fig. 2 schematisch dargestellte Vorgang des Einziehens des Trägers 14 bei gleichzeitiger Lageregelung kann dann wiederholt werden, so daß ein an das erste, bereits planierte Teilstück sich anschließendes Teilstück des herzustellenden Feinplanums abgezogen werden kann.

Dabei sorgt die Lageregelung des Schildes um die Querachse mittels der elektronischen Wasserwaage 48 dafür, daß ein stufenloses Wiederansetzen ermöglicht wird, so daß beim Übergang von einem abgezogenen Teilstück zum anderen keine Stufen entstehen.

Fig. 3 zeigt symbolisch eine elektronische Wasserwaage 48. Diese dient dazu, die Hauptebene des Abziehschildes entweder senkrecht auszurichten, oder aber einen Anstellwinkel einzustellen. Die elektronische Wasserwaage 48 erzeugt ein Lagesignal, das zur Ansteuerung der Hydraulikzylinder 28 ausgewertet werden kann. Bezugszeichenliste 10 Abziehgerät

12 Trägergerät, Minibagger

14 Träger

14' Endstellung des Trägers

16 Abziehschild

16' Endstellung des Abziehschildes

16'' Schräg-Stellung des Abziehschildes

16''' angestellte Stellung des Abziehschildes

16IV seitenversetzte Stellung des Abziehschildes

18 Raupenfahrwerk

20 Führung (für 14)

22 Querschemel

24R, 24L Hydraulikzylinder für Längsrichtung

26 Abziehkante (von 16)

27 Lagerbolzen

28 Hydraulikzylinder für Anstellwinkel

30 Lagerbolzen

32L, 32R Hydraulikzylinder für Höhenverstellung

34 Lagerung (von 16)

36 Hydraulikzylinder für Seitenversatz

38 Lasersender

40 Bezugsebene

42 Ebene des Feinplanums

44L, 44R Laserempfänger

46 Regelungsschaltung

48 elektronische Wasserwaage


Anspruch[de]
  1. 1. Fahrbares Abziehgerät (10) zum Herstellen eines Feinplanums (42), beispielsweise in Form eines Sand- oder Kiesbettes für einen Platten- oder Pflasterbelag, mit einem Trägerfahrzeug (12) und einem Abziehschild (16), wobei das Trägerfahrzeug (12) einen im Wesentlichen parallel zur Erdoberfläche, in Richtung der Längsachse des Trägerfahrzeuges verschiebbaren Träger (14) aufweist, an dessen Ende der Abziehschild (16) mit zumindest zwei Freiheitsgraden beweglich gelagert ist, und Betätigungselemente (32) eine Lageregelung des Schildes (16) in Bezug auf eine durch eine Strahlenquelle (38) definierte Bezugsebene (40) ermöglichen, dadurch gekennzeichnet, dass der Abziehschild (16) gegenüber dem Träger (14) als zusätzlichen Freiheitsgrad eine Drehung um eine zur Querachse des Trägerfahrzeugs (12) parallele Achse (30) aufweist, und dass zur Erzeugung eines Lage-Informationssignals hinsichtlich der Drehung um die zur Querachse des Trägerfahrzeuges (12) parallele Achse eine elektronische Wasserwaage (48) an dem Schild angeordnet ist.
  2. 2. Abziehgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Freiheitsgrad eine translatorische Bewegung des Abziehschildes (16) in Richtung einer zur Hochachse des Trägerfahrzeuges (12) parallelen Achse ist und der zweite eine Drehung des Abziehschildes um die Längsachse des Fahrzeuges (12) oder um eine zu dieser parallelen Achse.
  3. 3. Abziehgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Abziehschild über mindestens einen angelenkten Hydraulikzylinder (28) bewegbar ist, der eine Lageeinstellung hinsichtlich der Drehung um die Querachse ermöglicht.
  4. 4. Verfahren zum Herstellen eines Feinplanums durch Abziehen einer Sandlage o. ä., unter Verwendung eines fahrbaren Abziehgerätes nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
    1. - Aufstellen eines Lasersenders (38) außerhalb der abzuziehenden Fläche,
    2. - Ausrichten der durch den Lasersender (38) aufgespannten Bezugsebene (40) parallel zu der abzuziehenden Fläche (42),
    3. - Positionieren des Trägerfahrzeugs (12) mit ausgefahrenem Träger (14) an einem Ende der abzuziehenden Fläche,
    4. - Einrichten des Abziehschildes (16),
    5. - Abziehen einer ersten Teilfläche durch Verfahren des Trägers (14) und Abziehschildes (16) relativ zum Trägerfahrzeug (12), wobei die Stellung des Abziehschildes (16) relativ zu der Bezugsebene (40) kontinuierlich geregelt wird,
    6. - Verfahren des Fahrzeuges (12) bei gleichzeitigem Ausfahren des Trägers (14) und des Abziehschildes (16) mit einer Relativgeschwindigkeit, deren Betrag gleich dem Betrag der Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeuges ist, und
    7. - Wiederholen der letztgenannten beiden Verfahrensschritte, bis die gesamte abzuziehende Fläche hergerichtet und das Feinplanum hergestellt ist.






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