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Dokumentenidentifikation DE19901121A1 20.07.2000
Titel Antriebsankopplung an ein Schaltgerät
Anmelder ABB Patent GmbH, 68309 Mannheim, DE
Erfinder Gronbach, Peter, Dipl.-Ing. (FH), 63500 Seligenstadt, DE;
Stengard, Peter, Ludvika, SE
DE-Anmeldedatum 14.01.1999
DE-Aktenzeichen 19901121
Offenlegungstag 20.07.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.07.2000
IPC-Hauptklasse H01H 33/42
Zusammenfassung Es wird eine Antriebsankopplung an ein Schaltgerät, insbesondere Freiluftschalter, mit einem Umlenkgetriebe (1, 2, 3, 4) je Schalterpol vorgeschlagen, das die geradlinig von einer Antriebseinheit über ein Kraftübertragungselement eingebrachte Kraft in eine abschnittsweise Drehbewegung für eine Polwelle umwandelt. Von Wichtigkeit ist eine zwischen Polwelle und Antriebseinheit befindliche Abstützung für das als Zug-Druck-Stange (5) ausgeführte Kraftübertragungselement mittels einer bogenförmigen Führung (9). Die Gestaltung der bogenförmigen Führung (9) entspricht der von der gelenkigen Befestigung (4) der Zug-Druck-Stange (5) mit dem Umlenkgetriebe ausgeführten Bewegungskurve (6).
Die vorgeschlagene Antriebskopplung benötigt nur eine einzige, auf Zug und Druck beanspruchte Stange für die Bewegung des Umlenkgetriebes in beiden Drehrichtungen. Trotzdem ist bei Druckbeanspruchung der Zug-Druck-Stange (5) das Risiko des Ausknickens der Stange infolge der durch die Antriebskopplung bewirkten Abstützung nicht gegeben.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Antriebsankopplung an ein Schaltgerät gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung kann beispielsweise bei Hochspannungsleistungsschaltern in Freiluftausführung verwendet werden.

Aus der DE 40 11 443 C2 ist ein Hochspannungsleistungsschalter, insbesondere Freiluftschalter, mit einem innerhalb eines Polträgers angeordneten Umlenkgetriebe bekannt, das die vorzugsweise geradlinig von einem Antrieb eingebrachte Kraft in eine Drehbewegung für die Polwelle umwandelt und über Kraftübertragungselemente den einzelnen, vom Antrieb entfernt liegenden Polen zuführt. Als Kraftübertragungselemente sind jeweils Zug-Zug-Gestänge mit zwei parallelen Stangen vorgesehen, welche an ihren Enden über mittig drehbar gelagerte Gelenkhebel miteinander verbunden sind.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfach aufgebaute und kostengünstige Antriebsankopplung an ein Schaltgerät der eingangs genannten Art anzugeben.

Diese Aufgabe wird in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffes erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die vorgeschlagene Antriebskopplung nur eine einzige, auf Zug und Druck beanspruchte Stange für die Bewegung des Umlenkgetriebes in beiden Drehrichtungen benötigt. Auch ist zur Gewährleistung der Knicksicherheit eine schwergewichtige Ausbildung der Stange oder eine aufwendige Profilierung nicht erforderlich. Trotzdem ist bei Druckbeanspruchung der Zug-Druck-Stange das Risiko des Ausknickens der Stange infolge der durch die Antriebskopplung bewirkten Abstützung nicht gegeben.

Bei der vorgeschlagenen Antriebskopplung werden die Massen der Kraftübertragungselemente vermindert. Des weiteren werden Materialkosten eingespart und die erforderliche Leistung und Energie der Antriebseinheit wird reduziert. Insgesamt ergeben sich erhebliche Kosteneinsparungen.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Die Erfindung wird nachstehend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 einen seitlichen Schnitt der Antriebsankopplung,

Fig. 2 eine Sicht auf eine geöffnete Antriebsankopplung.

In Fig. 1 ist ein seitlicher Schnitt der Antriebsankopplung dargestellt. Es ist ein Rahmen 1 zu erkennen, der unter anderem zur Lagerung einer Achse 2 eines Gelenkhebels 3 dient. Die Achse 2 ist vorzugsweise gleichzeitig die Polwelle zur Schaltkontaktbetätigung eines Schalterpols des Schaltgerätes. Am der Achse 2 abgewandten Ende des Gelenkhebels 3 ist eine gelenkige Befestigung 4 zur Montage einer als Kraftübertragungselement eingesetzten Zug-Druck-Stange 5 vorgesehen. Die Zug-Druck-Stange 5 ist einerseits an einer entfernten (nicht dargestellten) Antriebseinheit befestigt und führt andererseits bei mehrpoliger Ausführung des Schaltgerätes zu den weiteren Gelenkhebeln der weiteren Schalterpole.

Die Konfiguration Rahmen 1 + Achse 2 + Gelenkhebel 3 + gelenkige Befestigung 4 stellt ein Umlenkgetriebe zur Umwandlung der geradlinig von der Antriebseinheit über die Zug-Druck-Stange 5 eingebrachten Kraft in eine Drehbewegung für die Polwelle dar.

Bei Drehung des Gelenkhebels 3 um die Achse 2 innerhalb eines vorgegebenen Winkelabschnitts bewegt sich die gelenkige Befestigung 4 längs einer einem Kreisabschnitt entsprechenden Bewegungskurve 6.

Der Rahmen 1 dient des weiteren zur Montage mindestens einer eine Abstützung der Zug-Druck-Stange 5 bewirkenden Einsatzplatte 7. Mit Ziffer 8 sind Befestigungen - beispielsweise Schraubbefestigungen - zwischen der Einsatzplatte 7 und dem Rahmen 1 bezeichnet. Die Einsatzplatte 7 weist eine bogenförmige Führung 9 auf. In diese bogenförmige Führung 9 greift ein an der Zug-Druck-Stange 5 befestigter Querbolzen 10 ein. Dabei entspricht die Ausbildung bzw. Dimensionierung der bogenförmigen Führung 9 exakt der Bewegungskurve 6, die auch die gelenkige Befestigung 4 ausführt.

In Fig. 2 ist eine Sicht auf eine geöffnete Antriebsankopplung dargestellt. Es ist die doppelwandige Ausbildung des Rahmens 1 zu erkennen, wobei die Zug-Druck- Stange 5 zwischen beiden äußeren Wänden des Rahmens 1 geführt wird. Wie gut zu erkennen ist, befindet sich in jeder äußeren Wand des Rahmens 1 eine Einsatzplatte 7, wobei die beiden Einsatzplatten spiegelsymmetrisch ausgeführt sind. Die Befestigungen 8 zwischen Rahmen 1 und Einsatzplatten 7 sind schematisch dargestellt. Jede Einsatzplatte 7 ist mit der vorstehend erläuterten bogenförmigen Führung 9 versehen, welche jeweils in das Plattenmaterial eingearbeitet, beispielsweise eingefräst ist. Der beidseitig der Zug-Druck-Stange 5 rechtwinklig angeordnete Querbolzen 10 greift in diese beiden Führungen 9 ein.

Beim vorstehend erläuterten Ausführungsbeispiel sind Einsatzplatte 7 und Rahmen 1 als getrennte Baukomponenten ausgebildet. Dies hat den Vorteil, daß für unterschiedliche Schaltgeräte und insbesondere unterschiedliche Längen der Gelenkhebel 3 auch unterschiedliche Einsatzplatten 7 mit jeweils unterschiedlicher, der entsprechenden Bewegungskurve 6 angepaßter Führung 9 bei jeweils gleichem Rahmen 1 und gleicher Zug-Druck-Stange 5 verwendet werden können (Baukastensystem).

Selbstverständlich ist es jedoch alternativ auch möglich, Rahmen und Einsatzplatte zu einer einstückigen Komponente zusammenzufassen. Ferner ist auch eine Ausführungsform mit nur einseitiger Führung, d. h. beispielsweise nur einer Einsatzplatte realisierbar.

Wie bereits vorstehend angedeutet, ist die Antriebsankopplung vorzugsweise nicht nur zwischen der Antriebseinheit und dem erstem Schalterpol, sondern auch zwischen den einzelnen Schalterpolen selbst angeordnet.

Wie sich aus den vorstehenden Erläuterungen ergibt, bewirkt die der Bewegungskurve 6 angepaßte bogenförmige Führung 9 eine Abstützung der Zug-Druck-Stange 5 während einer Druckbeanspruchung. Es wird zuverlässig verhindert, daß die Zug- Druck-Stange 5 bei Druckbeanspruchung elastisch ausweicht und von der gedachten Geraden zwischen gelenkiger Befestigung 4 und Antriebseinheit bzw. von der gedachten Geraden zwischen den gelenkigen Befestigungen der einzelnen Schalterpole abweicht.


Anspruch[de]
  1. 1. Antriebsankopplung an ein Schaltgerät, insbesondere Freiluftschalter, mit einem Umlenkgetriebe (1, 2, 3, 4) je Schalterpol, das die geradlinig von einer Antriebseinheit über ein Kraftübertragungselement eingebrachte Kraft in eine abschnittsweise Drehbewegung für eine Polwelle umwandelt, gekennzeichnet durch eine zwischen Polwelle und Antriebseinheit befindliche Abstützung des als Zug- Druck-Stange (5) ausgeführten Kraftübertragungselements mittels einer bogenförmigen Führung (9), wobei die Gestaltung der bogenförmigen Führung (9) der von der gelenkigen Befestigung (4) der Zug-Druck-Stange (5) mit dem Umlenkgetriebe ausgeführten Bewegungskurve (6) entspricht.
  2. 2. Antriebskopplung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die bogenförmige Führung (9) als Einarbeitung, beispielsweise Einfräsung in eine Platte (7) ausgebildet ist, in welche ein an der Zug-Druck-Stange (5) befestigter Querbolzen (10) eingreift.
  3. 3. Antriebskopplung nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Umlenkgetriebe und die Abstützung der Zug-Druck-Stange (5) einen gemeinsamen Rahmen (1) aufweisen, welcher einerseits zur Lagerung des Umlenkgetriebes und andererseits zur Befestigung einer mit der bogenförmigen Führung (9) versehenen Einsatzplatte (7) dient.






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