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Dokumentenidentifikation DE69701610T2 20.07.2000
EP-Veröffentlichungsnummer 0839735
Titel Angelenkte Kapsel mit verbessertem Verbindungselement
Anmelder L'Oréal S.A., Paris, FR
Erfinder Baudin, Gilles M., 95330 Domont, FR
Vertreter Beetz und Kollegen, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69701610
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, IT, LI
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 01.07.1997
EP-Aktenzeichen 974015406
EP-Offenlegungsdatum 06.05.1998
EP date of grant 05.04.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.07.2000
IPC-Hauptklasse B65D 47/08

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Ausgabekapsel für einen Behälter, der ein zu auszugebendes, flüssiges bis viskoses Produkt enthält, sowie auf eine mit dieser Kapsel versehene Ausgabeeinrichtung. Die Kapsel ist mit einem Verschlußsystem versehen, das zur Ausgabe des Produkts geöffnet und zu seiner Konservierung geschlossen werden kann.

Mit einer solchen Kapsel versehene Behälter werden üblicherweise auf verschiedenen Gebieten zur Lagerung und Ausgabe flüssiger oder viskoser Produkte verwendet, zum Beispiel auf dem Gebiet der Kosmetik, der Nahrungsmittel, des Haushalts, der Pharmazeutik oder der Parapharmazeutik. Diese Produkte können insbesondere Haarwaschmittel, Antiseptika, Haushaltsreiniger oder Spülmittel sein. Durch die Verwendung einer Ausgabekapsel vermeidet man einerseits das Ausfließen des Produkts während des Transports und der Lagerung, und andererseits schützt man das Produkt vor von außen kommenden Verunreinigungen. Andererseits ermöglicht ein mit einer solchen Kapsel versehener Behälter es dem Benutzer, das im Behälter enthaltene Produkt leicht auszugeben und genau zu dosieren.

Heute gibt es auf dem Markt eine große Anzahl von Ausgabekapseln verschiedenen Aufbaus für die erwähnten Konsumgüter. Die meisten von ihnen werden aus einem einzigen Material hergestellt und enthalten einen Körper, der über ein Scharnier mit einem angelenkten Deckel verbunden ist, was es dem Benutzer erlaubt, den Behälter nach Belieben zu öffnen oder zu schließen. Oft ist das Scharnier ein Folienscharnier, so daß die Kapsel und der Deckel eine einstückige Einheit bilden.

Aus der Druckschrift WO-A-87/00512 ist zum Beispiel eine aus einem Stück geformte Kapsel bekannt, die einen Körper, ein Folienscharnier und einen Deckel aufweist, wobei das Scharnier mit einer Vorrichtung versehen ist, die dem Öffnungs- und Schließbetrieb des Deckels eine "Federwirkung" verleiht.

Diese Kapsel kann den Deckel in zwei Stellungen halten: einer vollständig geöffneten Stellung und einer Stellung nahe der Schließstellung oder praktisch geschlossene Stellung. Die offene Stellung ermöglicht die Ausgabe des Produkts, während die praktisch geschlossene Stellung das vollständige Schließen des Behälters erleichtert.

Bei dieser Kapsel wird die eine oder die andere Stellung aufgrund des Vorhandenseins eines oder zwei L-förmig umgebogener Riemen erhalten, die in der Nähe des Scharniers angeordnet sind, wobei die Enden des "L" fest mit dem Körper der Kapsel bzw. dem Deckel verbunden sind. Beim Übergang des Deckels von einer der Stellungen in die andere erfahren der oder die Riemen eine Verformung des Winkels des "L".

Eine weitere Kapsel mit "Federwirkung", die einen mittels eines Scharniers angelenkten Deckel aufweist und aus einem Stück hergestellt ist, ist in der Druckschrift WO-A-84/04906 beschrieben. Bei dieser Kapsel wird die "Federwirkung" durch das Vorhandensein zweier Riemen gewährleistet, die zu beiden Seiten des Scharniers angeordnet sind und deren Enden am Körper bzw. am Deckel des Behälters befestigt sind. Wenn der Benutzer den Deckel aus der offenen Stellung in die praktisch geschlossene Stellung schwenkt, oder umgekehrt, erfahren die Riemen eine Dehnung.

Die Praxis hat gezeigt, daß während der Benutzungen das die Kapsel bildende Material, im allgemeinen ein steifes oder halbsteifes thermoplastisches Material wie z. B. Polyethylen oder Polypropylen, den vielen Öffnungs- und Schließbetätigungen der Kapsel nicht widersteht. Tatsächlich trifft der Verbraucher häufig auf Verformungen oder Risse des Scharniers und/oder des oder der Riemen, wodurch ein korrekter Betrieb der Kapsel verhindert wird. Dies geschieht um so häufiger, wenn der Behälter ein großes Volumen aufweist und wenn die Ausgabe des darin enthaltenen Produkts somit von einer großen Anzahl von Handhabungen des Deckels begleitet ist.

Außerdem ist die Auswahl der für die oben beschriebenen Kapseln verwendeten Materialien relativ begrenzt. Sie enthalten nämlich Teile, die eine bestimmte Steifheit gewährleisten müssen (Körper und Deckel) und Teile, die elastisch verformbar sein müssen (Scharnier und Riemen). Die Wahl eines zu steifen Materials führt zum Reißen des Scharniers und/oder der Riemen aufgrund der Materialermüdung nach vielen Benutzungen, oder ist hart, fehlerhaft und unbequem zu betätigen. Die Wahl eines zu weichen Materials führt andererseits zu einer ungenauen Betriebsweise und die Kapsel ist nicht formfest genug.

Außerdem ist durch die Druckschrift EP-A-0 629 560 eine mit Hilfe eines Folienscharniers gelenkig mit einem Deckel verbundene Kapsel bekannt. Diese Kapsel hat eine "Federwirkung", die den Deckel in eine einzige Stellung der vollständigen Öffnung bringt. Diese Stellung wird durch ein angesetztes Teil aus Gummi gewährleistet, das zwischen den Körper und den Deckel der Kapsel eingesetzt ist. Die Montage dieses Gummiteils ist derart, daß es zum Schließen des Deckels notwendig ist, einen ausreichenden Druck auszuüben, um die Verriegelung des Deckels auf der Kapsel zu ermöglichen. Wenn dieser Druck unzureichend ist, kommt der Deckel nämlich unter der Wirkung der vom Gummiteil erzeugten elastischen Kraft automatisch wieder in die offene Stellung zurück. Unter Benutzungsbedingungen wie zum Beispiel in der Badewanne oder unter der Dusche ist es mit feuchten Händen aber manchmal schwierig, einen solchen Druck auszuüben. Außerdem ermöglicht das verwendete Material, d. h. der Gummi, nicht die Anwendung von Herstellungstechniken wie zum Beispiel die Formgebung durch Bi-Injektion. Auch kann die Befestigung des Gummiteils auf dem Körper der Kapsel aufgrund der physikalisch-chemischen Unverträglichkeit der verwendeten Materialien nicht durch Wärmeschmelzen erfolgen. Außerdem erfordert die Herstellung dieser Kapsel ein kompliziertes Werkzeug zur Montage des angesetzten elastischen Teils, was zu einem hohen Selbstkosten preis führt.

Somit bezieht die vorliegende Erfindung sich auf eine Ausgabekapsel, die alle Nachteile der Kapseln gemäß dem Stand der Technik vermeidet und einen fehlerlosen Betrieb ermöglicht, und dies während einer langen Lebensdauer. Daher ist die erfindungsgemäße Kapsel hauptsächlich für Behälter mit großem Fassungsvermögen bestimmt, da sie die Ausgabe einer großen Anzahl von Produktdosen erlaubt. Außerdem kann diese Kapsel zu einem sehr vorteilhaften Selbstkostenpreis hergestellt werden, da sie die Möglichkeit bietet, Techniken wie z. B. die Bi-Injektion zu verwenden.

Folglich bezieht die vorliegende Erfindung sich auf eine Ausgabekapsel, die aufweist: - einen auf einen ein Produkt flüssiger bis viskoser Konsistenz enthaltenden Behälter aufzusetzenden Körper aus steifem oder halbsteifem Material, der mit einer Öffnung zur Ausgabe des Produkts versehen ist; - einen Deckel aus steifem oder halbsteifem Material, der die Öffnung verschließen kann, wobei dieser Deckel mittels eines eine Achse definierenden Scharniers an den Körper angelenkt ist, um selektiv von einer offenen Stellung in eine geschlossene Stellung übergehen zu können, und mit dem Körper über ein Verbindungselement verbunden ist, dessen eines Ende fest mit dem Deckel verbunden ist, während das andere Ende fest mit dem Körper verbunden ist, wobei das Verbindungselement so angeordnet ist, daß es sich in der offenen Stellung auf einer ersten Seite der Achse und in der geschlossenen Stellung auf einer zweiten Seite der Achse, entgegengesetzt zur ersten, befindet, wobei das Verbindungselement eine Streckung erfährt, wenn der Deckel von einer Stellung in die andere übergeht, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungselement aus einem Elastomermaterial besteht, des physikalisch-chemisch mit dem steifen oder halbsteifen Material kompatibel ist und durch Wärmeschmelzen eine mechanische Verbindung zwischen den beiden Materialien erzeugen kann.

Vorteilhafterweise kann das auszugebende flüssige, viskose oder pulverförmige Produkt unter seinem Eigengewicht oder auch unter der Wirkung einer Komprimierung des Behälters fließen, der in diesem Fall ein Behälter mit geschmeidigen Wänden ist. Das im Behälter enthaltene Produkt ist zum Beispiel ein Haarwaschmittel oder eine Körpermilch, deren Viskosität im allgemeinem in dem Bereich von 50 mPa·s bis 5 Pa·s liegt.

Das elastische Verbindungselement kann vorteilhafterweise bei der Herstellung der Kapsel in einem einzigen Schritt hergestellt werden, zum Beispiel durch Formen des steifen oder halbsteifen Körpers mit einem geeigneten Elastomermaterial.

Im allgemeinen kann das das Verbindungselement bildende Elastomermaterial ein thermoplastisches Elastomermaterial sein, das bei der Herstellung der Kapsel durch Bi-Injektion der beiden Materialien geformt wird. So erzeugt man dadurch, daß zunächst das steife oder halbsteife Materials in eine Form eingespritzt und dann das geschmeidige Material durch Einspritzen aufgebracht wird, diese Verbindung durch Wärmeschmelzen zwischen dem Elastomermaterial und dem steifen oder halbsteifen Material. Dieses thermoplastische Elastomermaterial wird zum Beispiel unter den Elastomeren der Propylen/Ethylen-Copolymeren; den Polyether-Blockamiden; den Polyvinylen, den Ethylen/Propylen-Dien-Terpolymeren (EPDM); den sequenziellen Styrol-Butadien-Polymeren (SBS); den sequenziellen Styrol-Ethylen-Butadien-Polymeren (SEBS-SIS); den thermoplastischen Polyurethanen, den Mischungen von Polypropylen mit einem der folgenden Elastomere: sequenzielle Styrol- Ethylen-Butadien-Polymere (SEBS-SIS); Ethylen/Propylen-Dien- Terpolymere (EPDM), sequenzielle Styrol-Butadien-Polymere (SBS) ausgewählt.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine Ausgabeeinrichtung, die einen Produktbehälter mit einer wie oben beschriebenen erfindungsgemäßen Ausgabekapsel aufweist.

In der Praxis besteht der eine solche Kapsel bestückende Behälter aus einem Flakon mit mehr oder weniger steifen Wänden oder aus einer komprimierbaren Tube. Vorzugsweise besitzt dieser Behälter einen Hals, an dem die Ausgabekapsel durch Schraubverbindung, Einschnappen, Schweißen oder ein beliebiges anderes bekanntes Mittel befestigt wird.

Der Körper der Kapsel und der Deckel können zum Beispiel aus Polypropylen oder Polyethylen hergestellt werden. Vorteilhafterweise ist der Deckel durch ein Folienscharnier an den Kapselkörper angelenkt. Gemäß einem interessanten Aspekt der Erfindung ist dieses Scharnier diskontinuierlich in zwei Teilen hergestellt, so daß das Verbindungselement sich zwischen den beiden Teilen des Scharniers befindet.

Das Verbindungselement ist zum Beispiel ein längliches Band, dessen Enden am Körper bzw. am Deckel befestigt sind. Mittel zur Verankerung der Enden des Bands können am Körper bzw. am Deckel vorgesehen sein, um ihre Befestigung haltbarer zu machen. Diese Verankerungsmittel bestehen zum Beispiel aus einer oder mehreren Leisten, die in das Verbindungselement aus Elastomermaterial eingesenkt sind, wobei diese Leisten aus steifem oder halbsteifem Material sind und zusammen mit dem Körper der Kapsel geformt werden.

So bildet die Kapsel ein einziges Bauteil. Der Körper, der Deckel und das Verbindungselement bilden in der Tat eine einstückige Einheit.

Bei der Herstellung der Kapsel aus zwei verschiedenen Materialien, einem steifen oder halbsteifen und einem Elastomermaterial, ist es möglich, eine bestimmte Anzahl von nachfolgend beschriebenen Maßnahmen vorzusehen. So können der Körper der Kapsel und/oder der Deckel mit einer Greifzone versehen sein, über der eine Schicht aus Elastomermaterial geformt wird, die die Öffnung des Deckels erleichtern und seine Hand habung angenehmer machen soll.

Außerdem kann eine Abdichtspitze auf der Innenseite des Deckels vorgesehen werden, die die Ausgabeöffnung abdichten kann, wobei diese Spitze mit einem Außenbelag aus Elastomermaterial versehen ist. Diese Maßnahme gewährleistet ein besonders dichtes Verschließen sowie die Nachregulierung möglicher Formgebungstoleranzen.

Wenn die Abdichtspitze hohl ist, kann sie vorteilhafterweise mit geschmeidigem Elastomermaterial gefüllt werden. Durch diese Maßnahme vermeidet man das unerwünschte Ausfließen von Produktresten bei der Öffnung der Kapsel, was bei einer hohlen Spitze häufig geschieht.

Der Körper kann außerdem eine Ringdichtung aus geschmeidigem Elastomermaterial aufweisen, die dicht mit einem Umfangsrand des Deckels in Kontakt steht, wenn dieser in der zugeklappten Stellung ist.

Es können auch eine oder mehrere Greifzonen aus Elastomermaterial vorgesehen werden, die durch Formen auf dem Deckel und/oder einem Teil des Körpers der Kapsel hergestellt werden, wodurch die Öffnung des Deckels erleichtert und ggf. eine "Antirutsch"-Wirkung erzeugt wird.

Die oben erwähnten Maßnahmen, d. h. das elastische Band, der Belag der Spitze oder der Öffnung, das Formen der Greifzonen und die Dichtung können in einem einzigen Herstellungsschritt hergestellt werden, indem man das Bi-Injektions-Verfahren anwendet, das darin besteht, in eine geeignete Form zunächst die mit dem Körper aus steifem Material gelenkig verbundene Kapsel einzuspritzen. In einem zweiten Schritt stellt man das Verbindungselement, den Belag der Spitze oder der Öffnung, das Formen der Greifzonen und die Dichtung aus geschmeidigem thermoplastischem Material her.

Zum besseren Verständnis des Gegenstands der Erfindung wird nun als rein darstellend und nicht einschränkend zu verstehendes Beispiel eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Ausgabekapsel unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen beschrieben.

Fig. 1 zeigt im axialen Schnitt eine Ausgabeeinrichtung mit einer erfindungsgemäßen Ausgabekapsel in der offenen Stellung;

Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf die Kapsel der Fig. 1.

In Fig. 1 sieht man eine Ausgabeeinrichtung, die in ihrer Gesamtheit das Bezugszeichen 1 trägt und einen Behälter 21 mit einer Längsachse X aufweist, der mit einer Ausgabekapsel 3 versehen ist, die einen Körper mit dem Bezugszeichen 32 besitzt. Der Behälter 21 weist einen geschlossenen Boden 22 und auf der dem Boden entgegengesetzten Seite einen Hals 2 mit einem Außengewinde 24 zur Befestigung des Körpers 32 der Kapsel auf dem Behälter auf. Zu diesem Zweck besitzt der Kapselkörper eine innere zylindrische Schürze 25 mit einem Innengewinde komplementär zum Gewinde 24 des Halses 2. Der Behälter 21 hat einen allgemein kreisförmigen oder ovalen Querschnitt, aber dieser kann beliebig sein, zum Beispiel polygonal oder unsymmetrisch. Er wird zum Beispiel aus hochdichtem Polyethylen hergestellt. Der Körper der Kapsel ist seinerseits aus einem steifen oder halbsteifen Material wie z. B. Polypropylen hergestellt.

Der Körper 32 der Kapsel 3 besitzt eine Platte 34, die an ihrem Umfang ein Folienscharnier 8 aufweist, mit dessen Hilfe ein Deckel 5 angelenkt ist und das es diesem letzeren ermöglicht, um eine Achse A zu schwenken, die die Achse des Scharniers bildet. Der Deckel 5 hat die Form einer Kalotte mit einem Umfangsrand 51, der zum Behälter hin zeigt. In der Platte 34 auf der dem Scharnier 8 entgegengesetzten Seite und in einer Ebene, die durch das Scharnier und durch die Achse X des Behälters 21 verläuft, ist eine Ausgabeöffnung 4 vorgesehen. Die Öffnung 4 wird durch einen zylindrischen Rohransatz 41, 42 definiert, der sich zu beiden Seiten der Platte 34 erstreckt. Ein vorstehender Teil 41 des Ansatzes hat eine innere konische Form, die sich nach außen ausweitet. Dieser Ansatz stellt einen Durchsatzbegrenzer dar, wobei der vorstehende Teil 41 die Funktion eines Ausgußschnabels hat.

Das Scharnier 8 besteht aus zwei Teilen 8a, 8b, die durch eine Aussparung 8c getrennt sind. Zwei Leisten 12, 13 einer Ausrichtung parallel zur Achse A durchqueren die Aussparung. Diese Leisten 12, 13 sind in ein flaches Band 10 aus Elastomermaterial eingesenkt und bilden Verankerungsmittel des Bands. Die Enden dieses Bands sind fest mit dem Körper 32 der Kapsel bzw. dem Deckel 5 verbunden, wobei die feste Verbindung dieses Bands 10 mit dem Körper 32 und dem Deckel 5 durch Wärmeschmelzen der jeweiligen Materialien bei der Herstellung der Kapsel 3 hergestellt wird. Um den Halt des Bands 10 weiter zu verstärken, können zusätzliche Verankerungspunkte 14 in jedem den Enden des Bands 10 benachbarten Bereich vorgesehen werden.

Dieses Band 10 ist geringfügig unterhalb der Achse A des Scharniers angeordnet, d. h. auf der Seite des Behälters, so daß der Deckel S in der vollständig geöffneten Stellung durch die Elastizität des geschmeidigen Bands 10 in dieser Stellung gehalten wird. Wenn man den Deckel 5 schließt, geht er durch eine Stellung der maximalen Streckung des Bands 10, jenseits der die Elastizität des Bands 10 den Deckel 5 in eine halboffene Stellung zurückbringt. Ausgehend von der halboffenen Stellung kann der Deckel 5 vollständig geschlossen werden, indem die Spitze 6 unter Reibung in die Öffnung 4 eingeführt wird. Das geschmeidige Band 10 wird zum Beispiel aus einer Mischung von Polypropylen und einem Styrol-Ethylen-Butylen- Styrol-Blockpolymer hergestellt.

Die Platte 34 ist in Richtung des Körpers 3 umgebogen und bildet eine Aufmachungsschürze 37, deren Rand 38 am unteren Ende sich an die Form des Behälters 21 anpaßt.

Die Ausgabeöffnung 4 wird in der zugeklappten Stellung des Deckels durch eine Spitze 6 verschlossen, die den rohrförmigen Bereich 41 verschließt. Diese Spitze 6 ist hohl und trägt einen Außenbelag 72 aus geschmeidigem Material. Der Innendurchmesser des rohrförmigen Teils 41 und der Außendurchmesser des Belags 72 sind so gewählt, daß die Spitze 6 unter Reibung dicht in die Öffnung 4 eindringen kann, wenn man den Deckel 5 schließt. Vorteilhafterweise beträgt dieser Durchmesser etwa 3 bis 8 mm, in Abhängigkeit von der Viskosität des auszugebenden Produkts. Typischerweise liegt diese Viskosität im Bereich von 50 mPa·s bis 5 Pa·s.

Es ist natürlich möglich, eine umgekehrte Anordnung durchzuführen, d. h. den Belag 72 aus geschmeidigem Material innerhalb der Öffnung 4 anzuordnen. Wie in den Fig. 1 und 2 zu sehen ist, ist die Innenseite 71 der Spitze 6 mit geschmeidigem Material gefüllt.

Wie insbesondere in Fig. 2 dargestellt, besitzt die Platte 34 weiter an ihrem Umfang eine Ringdichtung 11 aus geschmeidigem Material. Sie ist so angeordnet, daß der Rand 51 des Deckels 5 in der Schließstellung der Kapsel gegen diese Dichtung 11 in Auflage gelangt.

Auf der dem Scharnier 8 entgegengesetzten Seite besitzt die Schürze 37 eine vertiefte Zone 95 in Form eines Kreisbogens, die das Ergreifen und die Öffnung des Deckels 5 erleichtert. Die Oberfläche 96 dieser Zone besteht aus einer Schicht aus geschmeidigem Material. Auch der Deckel 5 besitzt eine Greifzone 91 in Form einer konkaven Einbuchtung 9, wobei diese Zone ebenfalls aus geschmeidigem Material besteht. Die Verwendung eines geschmeidigem Materials für die Greifzonen bietet dem Benutzer ein angenehmes Gefühl beim Berühren und eine einfache Handhabung der Kapsel. Wenn man ein bestimmtes ge schmeidiges Material verwendet, zum Beispiel SANTOPRENE® (Mischung aus Polypropylen und Ethylen/Propylen-Dien- Terpolymeren (EPDM)), das von der Firma AES vertrieben wird, kann man sogar eine "Antirutsch"-Wirkung erzielen, was interessant ist, wenn der Benutzer ein oberflächenaktives Produkt zur Körperreinigung unter der Dusche oder in der Badewanne verwendet.

Diese Art der Herstellung der erfindungsgemäßen Kapsel durch aufeinanderfolgende Bi-Injektion des steifen oder halbsteifen und des Elastomermaterials ist besonders einfach und ermöglicht es, sie in einem einzigen Formzyklus kurzer Dauer herzustellen. Diese Kapsel kann dann zu einem vorteilhaften Selbstkostenpreis hergestellt werden. Ihre Lebensdauer ist praktisch unbegrenzt.


Anspruch[de]

1. Ausgabekapsel (3), die aufweist:

a) einen auf einen ein Produkt flüssiger bis viskoser Konsistenz enthaltenden Behälter (21) aufzusetzenden Körper (32) aus steifem oder halbsteifem Material, der mit einer Öffnung (4) zur Ausgabe des Produkts versehen ist;

b) einen Deckel (5) aus steifem oder halbsteifem Material, der die Öffnung (4) verschließen kann, wobei dieser Deckel (5) mittels eines eine Achse (A) definierenden Scharniers (8) an den Körper (32) angelenkt ist, um selektiv von einer offenen Stellung in eine geschlossene Stellung übergehen zu können, und mit dem Körper (32) über ein Verbindungselement (10) verbunden ist, dessen eines Ende fest mit dem Deckel (5) verbunden ist, während das andere Ende fest mit dem Körper (32) verbunden ist, wobei das Verbindungselement (10) so angeordnet ist, daß es sich in der offenen Stellung auf einer ersten Seite der Achse (A) und in der geschlossenen Stellung auf einer zweiten Seite der Achse (A), entgegengesetzt zur ersten, befindet, wobei das Verbindungselement (10) eine Streckung erfährt, wenn der Deckel (5) von einer Stellung in die andere übergeht,

dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (10) aus einem Elastomermaterial besteht, des physikalisch-chemisch mit dem steifen oder halbsteifen Material kompatibel ist und durch Wärmeschmelzen eine mechanische Verbindung zwischen den beiden Materialien erzeugen kann.

2. Kapsel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (10) durch Bi-Injektion geformt wird.

3. Kapsel nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das steife oder halbsteife Material aus Polypropylen oder Polyethylen ausgewählt wird.

4. Kapsel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das thermoplastische Elastomermaterial unter den Elastomeren der Propylen/Ethylen-Copolymeren; den Polyether-Blockamiden; den Polyvinylen, den Ethylen/Propylen-Dien- Terpolymeren (EPDM); den sequenziellen Styrol-Butadien- Polymeren (SBS); den sequenziellen Styrol-Ethylen-Butadien- Polymeren (SEBS-SIS); den thermoplastischen Polyurethanen, den Mischungen von Polypropylen mit einem der folgenden Elastomere: sequenzielle Styrol-Ethylen-Butadien-Polymere (SEBS- SIS); Ethylen/Propylen-Dien-Terpolymere (EPDM), sequenzielle Styrol-Butadien-Polymere (SBS) ausgewählt wird.

5. Kapsel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß Verankerungsmittel (12, 13, 14) vorgesehen sind, um die Befestigung des Verbindungselements (10) am Körper (32) bzw. am Deckel (5) zu verstärken.

6. Kapsel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verankerungsmittel aus einer Leiste (12, 13) bestehen, die in das Element (10) eingesenkt ist.

7. Kapsel nach einem beliebigen der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper (32) und/oder der Deckel (5) mit einer Greifzone (9, 95) versehen ist, die eine Schicht aus Elastomermaterial aufweist.

8. Kapsel nach einem beliebigen der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Deckel (5) eine Spitze (6) aufweist, die die Öffnung (4) abdichtet, und daß in der Abdichtungsstellung ein Belag (72) aus Elastomermaterial zwischen die Spitze und die Öffnung eingefügt ist, um eine Dichtheit zwischen der Spitze (6) und der Öffnung (4) zu gewährleisten.

9. Kapsel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Spitze (6) mit Elastomermaterial gefüllt ist.

10. Kapsel nach einem beliebigen der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper (6) eine ringförmige Dichtung (11) aus Elastomermaterial aufweist, die mit einem Umfangsrand (51) des Deckels (5) in dichtem Kontakt steht, wenn der Deckel in der zugeklappten Stellung ist.

11. Ausgabeeinrichtung für ein flüssiges Produkt, die einen ein flüssiges Produkt enthaltenden Behälter (21) aufweist, der mit einer Ausgabekapsel (1) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapsel einem beliebigen der Ansprüche 1 bis 10 entspricht.







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