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Dokumentenidentifikation DE19908378A1 31.08.2000
Titel Filtereinrichtung für eine Textilmaschine
Anmelder W. Schlafhorst AG & Co, 41061 Mönchengladbach, DE
Erfinder Spitzer, Michael, 41352 Korschenbroich, DE
DE-Anmeldedatum 26.02.1999
DE-Aktenzeichen 19908378
Offenlegungstag 31.08.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.08.2000
IPC-Hauptklasse D01H 11/00
IPC-Nebenklasse D01H 4/36   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Filtereinrichtung für eine Textilmaschine mit einer Filterkammer, die wenigstens im Bereich ihrer Luftaustrittsöffnungen ein Absperrorgan aufweist.
Erfindungsgemäß ist die Filterkammer (3) in eine Hauptfilterkammer (6) und eine Reservefilterkammer (7) aufteilbar, wobei im Bereich einer Luftaustrittsöffnung (8, 8') der Hauptfilterkammer (6) ein drehschieberartiges Absperrorgan (10, 10') und im Bereich der Luftaustrittsöffnung (9) der Reservefilterkammer (7) ein Absperrorgan (14) angeordnet sind. Die Absperrorgane (10, 10' und 14) sind dabei funktionell derart miteinander verbunden, daß, wenn die Luftaustrittsöffnung (8, 8') der Hauptfilterkammer (6) geschlossen wird, gleichzeitig die Luftaustrittsöffnung (9) der Reservefilterkammer (7) geöffnet wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Filtereinrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Textilmaschinen, insbesondere Textilmaschinen, die nach dem sogenannten Offenend-Spinnverfahren arbeiten, weisen eine Vielzahl pneumatischer Verbraucher auf und verfügen daher in der Regel über ein maschineneigenes Unterdrucksystem, das den an den Offenend-Spinnaggregaten für den Spinnprozeß benötigten Unterdruck bereitstellt. Derartige Unterdrucksysteme bestehen im wesentlichen aus einer Unterdruckquelle, beispielsweise einem Sauggebläse, einer vorgeschalteten Filtereinrichtung sowie einem maschinenlangen Saugkanal, an den die einzelnen Offenend- Spinnaggregate über Zweigleitungen angeschlossen sind. Bei vielen der bekannten Offenend-Rotorspinnmaschinen ist an die Filtereinrichtung außerdem noch eine Saugtraverse für die pneumatische Versorgung eines Serviceaggregates sowie eine Absaugeinrichtung zum Reinigen der Schmutztransportbänder einer unterhalb der Spinnaggregate angeordneten mechanischen Schmutzentsorgungseinrichtung angeschlossen.

Die bekannten Filtereinrichtungen verfügen über wenigstens eine Filterkammer mit einem meist quer zum Saugluftstrom angeordneten Filterelement, das die angesaugte, in der Regel mit Schmutzpartikeln und Fasern verunreinigte Luft filtert. Das heißt, das Filterelement hält die Schmutzpartikel und die Fasern in der Filterkammer zurück.

Nachteilig bei diesen bekannten Einrichtungen ist allerdings, daß sich das Filterelement durch die angesaugten Partikel bereits nach relativ kurzer Zeit stark zusetzt, was zu einem deutlichen Druckabfall im Unterdrucksystem der Textilmaschine führt. Da Offenend-Spinnmaschinen für den Produktionsprozeß jedoch stets einen Mindestunterdruck benötigen, müssen bei den bekannten Einrichtungen die Filterelemente in verhältnismäßig kurzen Zeitabständen gereinigt werden.

Es sind daher bereits Filtereinrichtungen mit zwei getrennt beaufschlagbaren Filterkammern vorgeschlagen worden. Bei diesen, beispielsweise durch die DE 30 10 001 A1 bekannten Filtereinrichtungen, wird jeweils eine der Filterkammern unterdruckbeaufschlagt, während gleichzeitig in der anderen Filterkammer Normaldruck herrscht, so daß das Filterelement dieser Filterkammer gereinigt werden kann. Diese insbesondere im Zusammenhang mit Ringspinnmaschinen bekannten Einrichtungen weisen zur Lenkung der Luftströme innerhalb der Filtereinrichtung mehrere Zuluftklappen, Absperrklappen und Umsteuerklappen auf, die über ein Hebelgestänge gekoppelt sind und mittels eines Pneumatikzylinders angesteuert werden.

Die Einrichtungen gemäß DE 30 10 001 A1 benötigen allerdings, nicht zuletzt aufgrund ihrer recht aufwendigen Klappensteuerung, einen relativ großen Bauraum.

Eine vergleichbare, etwas kompaktere, und bezüglich der Umsteuerklappen deutlich einfachere Filtereinrichtung ist durch die DE 26 44 274 A1 bekannt. Nachteilig sind hier jedoch die relativ kleinen Filterflächen und damit die verhältnismäßig kurzen Reinigungsintervalle.

Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Filtereinrichtung zu schaffen, die einerseits lange Reinigungsintervalle aufweist und andererseits im Bedarfsfall problemlos, insbesondere ohne jede Beeinträchtigung des regulären Spinnbetriebes, zu reinigen ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung gelöst, wie sie im Anspruch 1 beschrieben ist. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Mit der erfindungsgemäß gestalteten Filtereinrichtung, die eine einfache, jedoch sehr wirkungsvolle Klappensteuerung aufweist, wird sichergestellt, daß nicht nur während des regulären Spinnbetriebes, wenn die Reinigung des Saugluftstromes im Bereich der Hauptfilterkammer erfolgt und während der Reinigung der Hauptfilterkammer, wenn der Saugluftstrom in der Reservefilterkammer gereinigt wird, sondern auch während des Umschaltvorganges im Bereich der pneumatischen Verbraucher stets ein Mindestunterdruck gewährleistet ist.

Das heißt, durch die erfindungsgemäße funktionelle Anbindung des im Bereich der Luftaustrittsöffnung der Reservefilterkammer angeordneten Absperrorgans an das drehschieberartige Absperrorgan, das im Bereich der Luftaustrittsöffnungen der Hauptfilterkammer angeordnet ist, wird gewährleistet, daß die Absperrorgane stets nahezu synchron geschlossen beziehungsweise geöffnet werden.

In bevorzugter Ausbildung ist dabei vorgesehen, daß die im Bereich der Hauptfilterkammer und die im Bereich der Reservefilterkammer angeordneten Absperrorgane über einen Stellhebel mechanisch verbunden sind und durch ein Hebelgestänge manuell betätigt werden. Eine derartig konzipierte Steuereinrichtung ist nicht nur äußerst zuverlässig sondern zeichnet sich auch durch eine lange Lebensdauer aus (Anspruch 2).

Die im Anspruch 3 beschriebene, vorteilhafte Ausgestaltung des Absperrorgans der Reservefilterkammer führt zu einer Verschlußklappe, die aufgrund etwa gleich großer unterdruckbeaufschlagter Belastungsflächen, die beidseitig der Schwenkachse angeordnet sind, nicht nur einfach zu öffnen und zu schließen ist, sondern die im geschlossenen Zustand die Reservefilterkammer auch zuverlässig gegenüber der unterdruckbeaufschlagten Zwischenkammer abschottet.

Die im Anspruch 4 beschriebene Ausführungsform ergibt vorteilhafte Strömungsverhältnisse innerhalb der Hauptfilterkammer. Das heißt, die Strömungsverhältnisse in der Hauptfilterkammer führen zu einem Selbstreinigungseffekt im Bereich des Filterelementes, was sich durch relativ lange Reinigungsintervalle positiv auswirkt.

Wie im Anspruch 5 beschrieben, verhindert eine Arretierungseinrichtung am Hebelgestänge auf einfache Weise, daß während des Reinigungsvorganges der Hauptfilterkammer, das heißt, während die Reinigungstür herausgenommen ist, die Hauptfilterkammer versehentlich wieder an die Unterdruckquelle angeschlossen werden kann. Ein solches versehentliches Zuschalten der Unterdruckquelle auf die geöffnete Hauptfilterkammer würde zu einem Zusammenbruch der Unterdruckversorgung und damit zu Spinnfehlern beziehungsweise zu Fadenbrüchen an den Offenend-Spinnvorrichtungen führen. Außerdem dient eine solche Arretierungseinrichtung auch der Sicherheit des Bedienpersonals während des Reinigungsprozesses.

Wie im Anspruch 6 dargelegt, ist der Stellhebel, der die Absperrorgane der Haupt- und Reservefilterkammer verbindet, so ausgebildet und gelagert, daß jede Betätigung des Hebelgestänges zu einer gleichzeitigen, jedoch gegensätzlichen Reaktion der Absperrorgane führt.

In bevorzugter Ausführungsform ist der Stellhebel dabei nach Art eines Bumerangs ausgebildet, wobei ein Ende des Bumerangs drehfest mit der Schwenkachse eines im Bereich der Hauptfilterkammer angeordneten Absperrorgans verbunden ist und das andere Ende mit einem stiftartigen Ansatz in einen an der Verschlußklappe der Reservefilterkammer angeordneten Steuerschlitz greift. Eine solche einfache mechanische Ausbildung ist nicht nur sehr langlebig und zuverlässig, durch die bumerangartige Ausbildung des Stellhebels wird außerdem erreicht, daß der Stellhebel während des Spinnbetriebes, das heißt, wenn die Luftaustrittsöffnungen der Hauptfilterkammer geöffnet sind, nicht direkt im Bereich der Saugluftströmung positioniert ist und dadurch die Strömung stört.

Die Herausnahme des Stellhebels aus dem Strömungsweg wirkt sich insgesamt positiv auf die Strömungsverhältnisse in der Filtereinrichtung aus.

Wie im Anspruch 7 dargelegt, weist die Reinigungstür der Hauptfilterkammer vorzugsweise einen Schließmechanismus auf, der mit einem Haken hinter eine Absperrklappe faßt, die zwischen der Hauptfilterkammer und der Reservefilterkammer angeordnet ist. Diese während des normalen Spinnbetriebes geöffnete Absperrklappe wird beim Entriegeln der Reinigungstür durch den Haken des Schließmechanismus unter einen Anschlagrahmen gehoben und dort aufgrund des zwischen Haupt- und Reservefilterkammer herrschenden Druckunterschiedes festgelegt.

Eine alternative Ausführungsform der Erfindung ist im Anspruch 8 beschrieben. Die drehschieberartigen Absperrorgane im Bereich der Luftaustrittsöffnung der Hauptfilterkammer sowie die Verschlußklappe im Bereich der Luftaustrittsöffnung der Reservefilterkammer sind dabei mit elektrisch ansteuerbaren Antrieben ausgestattet. Die Antriebe sind dabei derart ansteuerbar, daß jeweils beim Schließen der drehschieberartigen Absperrorgane gleichzeitig die Verschlußklappe geöffnet wird beziehungsweise beim Öffnen der drehschieberartigen Absperrorgane gleichzeitig die Verschlußklappe geschlossen wird.

Die Antriebseinrichtungen sind dabei in bevorzugter Ausführungsform, wie im Anspruch 9 dargelegt, als pneumatisches Schubkolbengetriebe ausgebildet, die über ein Wegeventil gemeinsam angesteuert werden. Das Wegeventil ist eingangsseitig mit einer Unterdruckquelle verbunden und wird, wie im Anspruch 13 angedeutet, über eine Steuereinrichtung, beispielsweise die textilmaschineneigene Zentralsteuereinheit, angesteuert.

Für einen vollautomatischen Betrieb kann die Hauptfilterkammer außerdem, wie im Anspruch 11 dargelegt, über eine Anschlußkanal an das spinnereieigene Abfallentsorgungssystem angeschlossen werden.

Das heißt, die Hauptfilterkammer ist über den Anschlußkanal direkt mit einem beispielsweise im Hallenboden angeordneten, unterdruckbeaufschlagten Entsorgungskanal verbunden.

Während des regulären Spinnbetriebes ist der Anschlußkanal dabei durch eine Abdeckung verschlossen.

Im Bedarfsfall, das heißt bei einer Verschmutzung des Filterelementes der Hauptfilterkammer, was sich durch Unterabfall bemerkbar macht und durch eine Sensoreinrichtung detektiert wird, wird die Hauptfilterkammer durch Zurückziehen der Anschlußkanal-Abdeckung automatisch an das Abfallentsorgungssystem der Spinnerei angeschlossen.

Der im Abfallentsorgungssystem der Spinnerei anstehende, relativ hohe Unterdruck sorgt dann dafür, daß das Filterelement der Hauptfilterkammer gereinigt und der Abfall pneumatisch entsorgt wird (Anspruch 12).

Weitere Einzelheiten der Erfindung sind den nachfolgend anhand der Zeichnungen erläuterten Ausführungsbeispielen entnehmbar. Es zeigt:

Fig. 1 perspektivisch eine im Bereich eines Endgestelles einer Textilmaschine angeordnete Filtereinrichtung, deren Absperrorgane mittels eines herausziehbaren Hebelgestänges manuell ansteuerbar sind,

Fig. 2 die Anordnung gemäß Fig. 1 in Seitenansicht, während des regulären Spinnbetriebes,

Fig. 3 die Anordnung gemäß Fig. 2, kurz vor Reinigung der Hauptfilterkammer,

Fig. 4 die in Fig. 1 dargestellte Filtereinrichtung mit elektrisch ansteuerbaren Antrieben für die Absperrorgane der Filterkammern,

Fig. 5 die Anordnung gemäß Fig. 4 in Seitenansicht, kurz vor Reinigung der Hauptfilterkammer.

Die in Fig. 1 dargestellte Filtereinrichtung trägt insgesamt die Bezugszahl 1.

Die Filtereinrichtung 1 weist eine Zwischenkammer 2 sowie zwei im wesentlichen identische Filterkammern 3 auf. An die Zwischenkammer 2 ist eine Unterdruckquelle 4 angeschlossen.

Die Filterkammern 3 sind über Absperrklappen 5 jeweils in eine Hauptfilterkammer 6 und eine Reservefilterkammer 7 aufteilbar. Die Hauptfilterkammer 6 ist dabei über Luftaustrittsöffnungen 8, 8' mit der Zwischenkammer 2 verbunden, während die Reservefilterkammer 7 über eine Luftaustrittsöffnung 9 an die Zwischenkammer 2 angeschlossen ist.

Wie insbesondere aus Fig. 1 ersichtlich, sind im Bereich der Luftaustrittsöffnungen 8, 8' drehschieberartige Absperrorgane 10, 10' installiert, die mittels eines Hebelgestänges 11 verstellt werden können.

In der linken Bildhälfte ist dabei die Situation während des normalen Spinnbetriebes dargestellt. Das heißt, die Absperrorgane 10, 10' geben die Luftaustrittsöffnungen 8, 8' der Hauptfilterkammer 6 frei. Die rechte Bildhälfte zeigt die Situation kurz vor der Reinigung der Hauptfilterkammer 6. Die Luftaustrittsöffnungen 8, 8' sind dabei durch die drehschieberartigen Absperrorgane 10, 10' verschlossen.

Wie in Fig. 1 angedeutet, ist im Bereich der Schwenkachse 12 der oberen Absperrorgane 10 jeweils ein bumerangartiger Stellhebel 13 installiert, der mit einem Absperrorgan 14 im Bereich der Luftaustrittsöffnung 9 der Reservefilterkammer 7 korrespondiert. Das Absperrorgan 14 ist als eine Klappeneinrichtung ausgebildet, die beidseitig ihrer Schwenkachse 15 im wesentlichen gleich große Verschlußflächen aufweist.

Wie vorstehend bereits angedeutet, erfolgt die Ansteuerung der Absperrorgane 10, 10' und 14 mittels eines Hebelgestänges 11. Das heißt, wenn der hebelgestängeendseitig angeordnete Handgriff 16 durch das Bedienpersonal in Richtung S verlagert wird, schließen die Absperrorgane 10, 10' die Luftaustrittsöffnungen 8, 8' der Hauptfilterkammer 6. Gleichzeitig wird über den Stellhebel 13 das Absperrorgan 14 der Reservefilterkammer 7 in eine Stellung geschwenkt, in der die Luftaustrittsöffnung 9 der Reservefilterkammer 7 geöffnet ist.

Die Hauptfilterkammer 6, die beispielsweise über ein L-förmiges Siebelement 17 verfügt, ist über eine abnehmbare Reinigungstür 18 zugängig. An der Reinigungstür 18 ist ein Schließmechanismus 19 angeordnet, dessen hakenartiger Ansatz 20 während der Entriegelung der Reinigungstür 18 eine zwischen der Hauptfilterkammer 6 und der Reservefilterkammer 7 eingeschaltete Absperrklappe 5 so weit anhebt, bis diese an einem Anschlagrahmen zur Anlage kommt und dort unter dem Einfluß des zwischen den Filterkammerbereichen 6, 7 herrschenden Druckunterschiedes "kleben" bleibt.

Da die Hauptfilterkammer 6 beim Zurückziehen des Hebelgestänges 11 über eine Entlastungsbohrung 22 automatisch an den Normalluftdruck angeschlossen wird, kann die Reinigungstür 18 nach ihrer Entriegelung problemlos abgenommen und das L-förmige Siebelement 17 gereinigt werden.

Das in einer Führung 23 mit Spiel gelagerte Hebelgestänge 11 weist dabei eine Arretierungseinrichtung 24 auf, die verhindert, daß das Hebelgestänge 11 während der Reinigung der Hauptfilterkammer 6 versehentlich zurückgeschoben wird. Die Arretierungseinrichtung 24 besteht dabei beispielsweise aus einem Anschlag 25, der hinter der Führung 23 einrastet und damit eine axiale Verschiebung des Hebelgestänges 11 verhindert. Das heißt, das Hebelgestänge 11 kann nur dann eingeschoben werden, wenn es vorher angehoben wurde.

Während des "normalen" Spinnbetriebes sorgt der rotierende Ventilator 26 der Unterdruckquelle 4 dafür, daß im Bereich der Eintrittsmündungen 27 der Filterkammern 3, die beispielsweise über einen (nicht dargestellten) maschinenlangen Saugkanal mit pneumatischen Verbrauchern, vorzugsweise Offenend- Spinnvorrichtungen, verbunden sind, ein Unterdruck ansteht.

Die durch den Unterdruck entstehende Saugluftströmung 28 läuft, da die Luftaustrittsöffnung 9 der Reservefilterkammer 7 geschlossen ist, über die Luftaustrittsöffnungen 8, 8' der Hauptfilterkammer 6 zur Unterdruckquelle 4.

Die Saugluftströmung 28 durchströmt dabei das L-förmigen Siebelement 17 der Hauptfilterkammer 6 und wird dort gereinigt. Wenn sich nach längerer Betriebszeit ein Unterdruckverlust einstellen sollte, wird dieses mittels einer (nicht dargestellten) vorzugsweise im Bereich des Saugkanales installierten Sensoreinrichtung erfaßt.

Der Unterdruckverlust wird beispielsweise optisch und/oder akustisch angezeigt.

Der zuständige, durch das optische und/oder akustische Signal alarmierte Spinnereibedienstete zieht daraufhin den Handgriff 16 am Hebelgestänge 11 in Richtung S nach außen.

Die drehschieberartigen Absperrorgane 10, 10', die über das Hebelgestänge 11 mit dem Handgriff 16 verbunden sind, schließen dabei die Luftaustrittsöffnungen 8, 8' der Hauptfilterkammer 6. Gleichzeitig wird über den Stellhebel 13 das Absperrorgan 14 im Bereich der Luftaustrittsöffnung 9 der Reservefilterkammer 7 derart verschwenkt, daß die Luftaustrittsöffnung 9 der Reservefilterkammer 7 geöffnet wird.

Anschließend wird über den Schließmechanismus 19 an der Reinigungstür 18 der Hauptfilterkammer 6 die zwischen der Hauptfilterkammer 6 und der Reservefilterkammer 7 angeordnete Absperrklappe 5 geschlossen. Da beim Ziehen des Handgriffes 16 in Richtung 5 auch die Entlüftungsbohrung 22 freigegeben wurde, herrscht in der Hauptfilterkammer 6 jetzt Normaldruck, so daß die Absperrklappe 5 unter dem Einfluß des Unterdruckes in der Reservefilterkammer 7 an ihrem Anschlagrahmen "kleben" bleibt. Die Reinigungstür 18 kann anschließend nach außen abgenommen und das L-förmige Siebelement 17 auf einfache Weise gereinigt werden.

Während der Reinigung läuft die Saugluftströmung 28, wie in Fig. 3 dargestellt, durch das Siebelement 29 der Reservefilterkammer 7 und die geöffnete Luftaustrittsöffnung 9 der Reservefilterkammer 7 zur Unterdruckquelle 4.

Die in den Fig. 4 und 5 dargestellte, alternative Ausführungsform der erfindungsgemäßen Filtereinrichtung 1 unterscheidet sich von der vorbeschriebenen Einrichtung im wesentlichen lediglich durch die Art der Betätigung ihrer Absperrorgane.

Wie aus den Fig. 4 und 5 ersichtlich, sind die Absperrorgane 10, 10' für die Luftaustrittsöffnungen 8, 8' der Hauptfilterkammer 6 hier über Schubkolbengetriebe 30 definiert ansteuerbar. Auch das Absperrorgan 14, das im Bereich der Luftaustrittsöffnung 9 der Reservefilterkammer 7 angeordnet ist, wird mittels eines Schubkolbengetriebes 31 beaufschlagt. Die Schubkolbengetriebe 30, 31 sind über Pneumatikleitungen 33, 34, 35, 36 an ein gemeinsames Wegeventil 37 angeschlossen, das seinerseits über eine Steuerleitung 38 mit einer elektronischen Steuereinheit 39 verbunden ist und eingangsseitig an eine Überdruckquelle 40 angeschlossen ist.

Der zwischen der Hauptfilterkammer 6 und der Reservefilterkammer 7 angeordneten Absperrklappe 5 ist ebenfalls ein Pneumatikzylinder 32 zugeordnet, der über Pneumatikleitungen 41, 42 mit einem Wegeventil 43 verbunden ist. Wie aus Fig. 5 ersichtlich, ist die Hauptfilterkammer 6 außerdem über einen Anschlußkanal 44 an ein schematisch angedeutetes, spinnereieigenes Abfallentsorgungssystem mit einem Schmutzabscheidefilter 45 sowie einer eigenen Unterdruckquelle 46 angeschlossen.

Der Anschlußkanal 44 ist dabei während des regulären Spinnbetriebes durch eine Abdeckung 47 verschlossen, die im Bedarfsfall, das heißt, zur Reinigung der Hauptfilterkammer 6 mittels eines Schubkolbengetriebes 48 so verfahren werden kann, daß die Hauptfilterkammer 6 an das spinnereieigene Abfallentsorgungssystem 45, 46 angeschlossen ist.

Der im spinnereieigenen Abfallentsorgungssystem 45, 46 herrschende relativ starke Unterdruck sorgt dann dafür, daß das Filterelement 17' der Hauptfilterkammer 6 automatisch gereinigt wird.

Wie in den Fig. 4 und 5 angedeutet, ist vorzugsweise auch das Schubkolbengetriebe 48 der Abdeckung 47 über ein Wegeventil 49 ansteuerbar, das an die Steuereinheit 39 der Textilmaschine angeschlossen ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Filtereinrichtung für eine Textilmaschine mit einer Filterkammer, die wenigstens im Bereich ihrer Luftaustrittsöffnung ein Absperrorgan aufweist,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Filterkammer (3) in eine Hauptfilterkammer (6) und eine Reservefilterkammer (7) aufteilbar ist,

    daß im Bereich der Luftaustrittsöffnung (8, 8') der Hauptfilterkammer (6) ein drehschieberartiges Absperrorgan (10, 10') und im Bereich der Luftaustrittsöffnung (9) der Reservefilterkammer (7) ein Absperrorgan (14) angeordnet sind,

    daß das Absperrorgan (10, 10') und das Absperrorgan (14) durch Antriebseinrichtungen derart verstellbar sind, daß das Absperrorgan (10, 10') und das Absperrorgan (14) vor dem Öffnen der Hauptfilterkammer (6) jeweils in gegensätzlichen Funktionsstellungen (A, Z) positioniert sind.
  2. 2. Filtereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das drehschieberartige Absperrorgan (10, 10') der Hauptfilterkammer (6) über ein Hebelgestänge (11) manuell ansteuerbar und über einen Stellhebel (13) mit dem Absperrorgan (14), das einer Luftaustrittsöffnung (9) der Reservefilterkammer (7) zugeordnet ist, derart verbunden ist, daß bei Betätigung des Hebelgestänges (11) im Sinne "Ziehen" die Luftaustrittsöffnungen (8, 8') der Hauptfilterkammer (6) verschlossen werden, während gleichzeitig die Luftaustrittsöffnungen (9) der Reservefilterkammer (7) geöffnet wird.
  3. 3. Filtereinrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das im Bereich der Luftaustrittsöffnung (9) der Reservefilterkammer (7) angeordnete Absperrorgan eine bezüglich ihrer Längsmittelachse (15) schwenkbar gelagerte, Verschlußklappe (14) ist.
  4. 4. Filtereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hauptfilterkammer (6) zwei übereinander angeordnete Austrittsöffnungs-Anordnungen (8, 8') mit zugehörigen Absperrorganen (10 und 10') aufweist, die durch das Hebelgestänge (11) gemeinsam ansteuerbar sind.
  5. 5. Filtereinrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß am Hebelgestänge (11) eine Arretierungseinrichtung (24) angeordnet ist, die das Hebelgestänge 11 gegen unbeabsichtigtes Einschieben sichert.
  6. 6. Filtereinrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Stellhebel (13) drehfest an einer Schwenkachse (12) des Absperrorgans (10') festgelegt und bumerangartig gestaltet ist.
  7. 7. Filtereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hauptfilterkammer (6) eine herausnehmbare Reinigungstür (18) mit einem Schließmechanismus (19) aufweist, der beim Entriegeln eine zwischen der Hauptfilterkammer (6) und der Reservefilterkammer (7) angeordnete Absperrklappe (5) im Sinne "Schließen" beaufschlagt.
  8. 8. Filtereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem im Bereich der Luftaustrittsöffnung (8, 8') der Hauptfilterkammer (6) angeordneten drehschieberartigen Absperrorgan (10, 10') und dem im Bereich der Luftaustrittsöffnung (9) der Reservefilterkammer (7) installierten Absperrorgan (14) jeweils eine elektrisch ansteuerbare Antriebseinrichtung zugeordnet ist.
  9. 9. Filtereinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebseinrichtungen als pneumatische Schubkolbengetriebe (30, 31) ausgebildet sind, die über ein gemeinsames, elektrisch ansteuerbares Wegeventil (37) beaufschlagbar sind.
  10. 10. Filtereinrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Hauptfilterkammer (6) und der Reservefilterkammer (7) eine Absperrklappe (5) angeordnet ist, die mittels eines Pneumatikzylinders (32) zwischen einer geöffneten Stellung (I) und einer geschlossenen Stellung (II) verschwenkbar ist.
  11. 11. Filtereinrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Hauptfilterkammer (6) über einen Anschlußkanal (44) an ein spinnereieigenes Abfallentsorgungssystem (45, 46) angeschlossen ist.
  12. 12. Filtereinrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlußkanal (44) während des Spinnprozesses durch eine Abdeckung (47) verschlossen ist, die zur Reinigung eines in der Hauptfilterkammer (6) angeordneten Fiterelementes (17') durch einen Pneumatikzylinder (48) in eine Stellung verschiebbar ist, in der die Hauptfilterkammer (6) unter den Einfluß des Unterdruckes des spinnereieigenen Abfallentsorgungssystems (45, 46) gerät.
  13. 13. Filtereinrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wegeventile (37, 43, 49) für die pneumatischen Schubkolbengetriebe (30, 31, 32, 48) über eine Steuereinheit (39) definiert ansteuerbar sind.






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