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Dokumentenidentifikation DE19909502A1 07.09.2000
Titel Spinnmaschine mit Schmiereinrichtung
Anmelder Maschinenfabrik Rieter AG, Winterthur, CH
Erfinder Dalitz, Dieter, Büsingen, CH
Vertreter Manitz, Finsterwald & Partner GbR, 80538 München
DE-Anmeldedatum 04.03.1999
DE-Aktenzeichen 19909502
Offenlegungstag 07.09.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.09.2000
IPC-Hauptklasse D01H 7/62
Zusammenfassung In einer Spinnmaschine wird zusätzlich zu einem üblichen Stahlläufer ein zweiter Läufer als Schmierläufer eingesetzt, indem der Schmierläufer nach Art eines normalen Ringläufers auf einen Ring aufgesetzt wird. Der Schmierläufer besteht ganz oder teilweise aus einem schmierfähigen Material, beispielsweise Nickel oder Molybdändisulfid. Im Betrieb schiebt der Stahlläufer den Schmierläufer auf dem Ring vor sich her, der so bedarfsweise Schmierstoff an den Ring abgibt und somit eine ausreichende Schmierung des Stahlläufers sicherstellt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spinnmaschine mit einer Schmiereinrichtung, insbesondere eine Ringspinnmaschine mit einer Schmiereinrichtung für den Ringläufer.

Aus der Patentschrift US 3,300,963 ist eine Öl-Schmiereinrichtung bekannt, mit einem Ölreservoir, aus dem Öl zum Flansch eines Spinnringes, auf dem ein Läufer umläuft, gefördert wird. Derartige Schmiereinrichtungen haben den Nachteil, dass die Zufuhr des Schmiermittels zur Schmierstelle, im Beispiel der erwähnten US-Schrift die Berührungsstelle zwischen Ring und Läufer, nicht genau dosiert werden kann. Ausserdem tritt das Schmiermittel an einer Stelle aus, die entfernt von der Berührungsfläche Ring/Läufer liegt.

Zur Vermeidung der Nachteile und zur Leistungssteigerung von Spinnmaschinen stellt sich die Aufgabe, eine verbesserte Lösung vorzuschlagen. Erfindungsgemäss besteht die Lösung der Aufgabe darin, dass bei einer Spinnmaschine gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs an einer Drehungserteilungseinrichtung ein Schmierstoff abgebendes Teil wenigstens zeitweise in reibendem Kontakt mit einem Führungsteil für den Faden in der Spinnstelle gehalten wird. Weiterbildungen sind durch die Merkmalskombination in den Unteransprüchen festgehalten.

Im Falle einer Ringspinnmaschine ist das Führungsteil der Ring oder der Läufer, der auf dem Ring aufsitzt. Das den Schmierstoff abgebende Teil ist in einem ersten Ausführungsbeispiel so gestaltet, dass es wie der fadenführende Läufer auf den Ring aufsetzbar ist und während des Betriebs einer Spinnstelle durch den Ring geführt wird. Mit anderen Worten wird zusätzlich zu dem üblichen Stahlläufer ein zweiter Läufer, nämlich der Schmierläufer, auf den Ring aufgesetzt, der ganz oder teilweise aus einem weichen schmierfähigen Material besteht, insbesondere Nickel, Molybdändisulfid oder Zinksulfid. Im normalen Betrieb der Spinnstelle ist der Faden in der Drehungserteilungseinrichtung an einem herkömmlichen Stahlläufer eingehängt, der den Schmierläufer auf dem Umfang des Rings vor sich herschiebt. Durch den reibenden Kontakt des Schmierläufers mit dem Ring bzw. mit dem Läufer gibt der Schmierläufer permanent schmierfähige Partikel an den Ring bzw. den Läufer ab und sichert somit die zuverlässige Schmierung der Kombination Ring/Läufer.

In bestimmten Intervallen kann der Schmierläufer bzw. können mehrere Schmierläufer an Spinnstellen gewechselt werden, ohne dass durch Ein- oder Aushängen von Fäden Fadenbrüche entstehen. Hierzu muss eine Spinnstelle, an der das Schmierstoff abgebende Teil ausgetauscht werden soll, nur kurzzeitig stillgelegt werden.

Es ist vorteilhaft, wenn sich Schmierläufer farblich und/oder in der Form je nach Materialzusammensetzung unterscheiden, so dass je nach Anwendungsfall der Spinnmaschine das am besten geeignete schmierfähige Material erkennbar ist. Zur Bestimmung des Läufergewichts für einen bestimmten Anwendungsfall ist die Masse des Schmierläufers zu berücksichtigen, weshalb der fadenführende Läufer leichter gewählt werden soll, als beim Betrieb einer Spinnmaschine ohne Schmierläufer. In erster Näherung ist das nach ISO massgebende Läufergewicht für einen bestimmten Artikel die Summe des Stahlläufergewichts und des Schmierläufergewichts. Dadurch, dass die Masse des Stahlläufers bei Einsatz eines Schmierläufers geringer ist als bei herkömmlichen Anwendungen, sind deutlich höhere Drehzahlen der Drehungserteilungseinrichtung, beim Ausführungsbeispiel der Spindel, erreichbar. Generell kann mit einer höheren Lebensdauer des Stahlläufers unter gleichen Betriebsbedingungen gerechnet werden. Wenn durch das Betriebspersonal an einer bestimmten. Spinnstelle ein höherer Verschleiss des Schmierläufers als an vergleichbaren Spinnstellen festgestellt wird, so kann dies als Indiz für eine schadhafte Spinnstelle gewertet werden. Es liegt dann entweder am Ring oder am Läufer der betreffenden Spinnstelle ein Schaden vor.

Bei einem anderen Ausführungsbeispiel wird das den Schmierstoff abgebende Teil haarförmig oder lamellenförmig ausgebildet und so am Umfang der Drehungserteilungseinrichtung angeordnet, dass beim Vorbeilauf des Fadens oder des Führungsteils für den Faden kurzzeitig Kontakt zwischen dem Schmierstoff abgebenden Teil und dem Faden oder dem Führungsteil besteht. Somit kann während der Berührung Schmierstoff auf den Faden oder auf das den Faden haltende Führungsteil übergehen, wodurch der Schmierstoff mittelbar an die zu schmierende Stelle in der Drehungserteilungseinrichtung gebracht wird.

Das den Schmierstoff abgebende Teil der Spinnmaschine kann auch ein einen Faden auf einem Ring führender Läufer sein, der mit schmierfähigem Material beschichtet ist oder das schmierfähige Material trägt. Das den Schmierstoff abgebende Teil kann auf einfache Weise ein Läufer einer Spinnmaschine sein, auf welchem schmierfähiges Material aufgesetzt ist. Das in der Peripherie einer Drehungserteilungseinrichtung angeordnete Schmierstoff abgebende Teil kann in stabförmiger Gestalt mehr oder weniger tangential am Umfang eines Rings angeordnet sein, insbesondere in geradliniger oder gebogener Form. Je nach Anwendungsfall ist das den Schmierstoff abgebende Teil in der Form eines Läufers für einen T-Flansch-Ring oder eines Läufers für einen Schrägflanschring gestaltet.


Anspruch[de]
  1. 1. Spinnmaschine mit einer Drehungserteilungseinrichtung für einen Faden, insbesondere in mehreren Spinnstellen nebeneinander angeordnet, bevorzugt mit einer Ring/Läufer-Kombination mit einer Spindel, dadurch gekennzeichnet, dass an der Drehungserteilungseinrichtung ein Schmierstoff abgebendes Teil wenigstens zeitweise in reibendem Kontakt mit einem Faden und/oder mit einem Führungsteil für den Faden gehalten wird.
  2. 2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehungserteilungseinrichtung eine Spindel und eine die Spindel umgebende Ring/Läufer- Kombination und das den Schmierstoff abgebende Teil ein Schmierläufer ist.
  3. 3. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das den Schmierstoff abgebende Teil ein auf einen Spinnring aufsetzbares betriebsmässig mit einem normalen Ringläufer umlaufendes Teil ist.
  4. 4. Maschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Teil ganz oder teilweise aus einem weichen schmierfähigen Material besteht, vorzugsweise Nickel oder Molybdändisulfid oder Zinksulfid oder Kombinationen von Nickel und/oder Molybdändisulfid und/oder Zinksulfid.
  5. 5. Maschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das den Schmierstoff abgebende Teil der Spinnmaschine ein einen Faden auf einem Ring führender Läufer ist, der mit schmierfähigem Material beschichtet ist.
  6. 6. Maschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das den Schmierstoff abgebende Teil ein Läufer einer Spinnmaschine ist, auf welchem schmierfähiges Material aufgesetzt ist.
  7. 7. Maschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass schmierfähiges Material so in der Peripherie einer Drehungserteilungseinrichtung angeordnet ist, dass dieses Material mit einem Faden oder einem Führungsteil für den Faden zeitweise oder periodisch während eines Umlaufs eines Fadens oder Fadenführungsteils in Kontakt steht.
  8. 8. Maschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das den Schmierstoff abgebende Teil stabförmig oder lamellenförmig, insbesondere gerade oder gebogen, ausgebildet ist.
  9. 9. Maschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das den Schmierstoff abgebende Teil die Form eines Läufers für einen T- Flansch-Ring oder eines Läufers für einen Schräg-Flansch-Ring besitzt.






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