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Dokumentenidentifikation DE19914217A1 05.10.2000
Titel Verfahren zum Betrieb eines Röntgenstrahlendetektors, Röntgenstrahlendetektor sowie Röntgeneinrichtung und Verfahren zum Betrieb einer solchen
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Schirl, Thomas, Dipl.-Ing., 91301 Forchheim, DE;
Sklebitz, Hartmut, Dipl.-Ing. (FH), 91056 Erlangen, DE
DE-Anmeldedatum 29.03.1999
DE-Aktenzeichen 19914217
Offenlegungstag 05.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.10.2000
IPC-Hauptklasse G01T 1/202
IPC-Nebenklasse G01T 1/29   
Zusammenfassung Verfahren zum Betrieb eines Röntgenstrahlendetektors mit einer Pixelmatrix aus amorphem Silizium, einer bezogen auf die einfallende Röntgenstrahlung vor der Pixelmatrix angeordneten Szintillatorschicht und einer dahinter angeordneten flächenhaften Lichtquelle, bei dem nach erfolgter Aufnahme eines Röntgenbildes die Pixelmatrix ausgelesen und anschließend wenigstens ein auf die Szintillatorschicht wirkender Lichtpuls mittels der Lichtquelle gegeben wird, mittels welchem zur Verringerung eines Nachleuchtens der Szintillatorschicht eine stimulierte Ladungsträgerrekombination angeregt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Röntgenstrahlendetektors mit einer Pixelmatrix aus amorphem Silizium, einer bezogen auf die einfallende Röntgenstrahlung vor der Prixelmatrix angeordneten Szintillatorschicht und einer dahinter angeordneten flächenhaften Lichtquelle.

Derartige großflächige Röntgenstrahlendetektoren, häufig auch Röntgenpanels genannt, kommen bekanntermaßen bei Röntgeneinrichtungen zum Einsatz und dienen dazu, Strahlungsbilder eines Untersuchungsobjekts, in der Regel eines Patienten, im Rahmen einer zumeist medizinischen Untersuchung oder Therapie aufzunehmen. Mittels des Bildaufnahmesystems, zudem auch der Röntgenstrahlendetektor gehört, werden von der das Untersuchungsobjekt durchdringenden Röntgenstrahlung Bilder erzeugt, die beispielsweise an einem Monitor ausgegeben werden. Zur Umwandlung der auf den Röntgenstrahlendetektor einfallenden Röntgenstrahlung in sichtbare Strahlung dient eine vorgeschaltete Szintillatorschicht, die von dieser erzeugte sichtbare Strahlung trifft dann auf die Halbleiterschicht aus amorphem Silizium und generiert in den dort ausgebildeten Bildpixeln Ladungen, die von einer nachgeschalteten Ausleseelektronik ausgelesen werden. Die hinter der Halbleiterschicht angeordnete flächenhafte Lichtquelle dient zum Rücksetzen der einzelnen Pixel der Pixelmatrix im Rahmen der Vorbereitung des Röntgenstrahlendetektors für eine zu erfolgende Bildaufnahme. Das von der flächenhaften Lichtquelle, bei der es sich in der Regel um ein Diodenarray handelt, erzeugte Licht durchdringt die Halbleiterschicht und kann so auf die vorderseitig ausgebildeten Pixel einwirken und diese auf ein gemeinsames Ladungsniveau bringen.

Bei Untersuchungen hat es sich nun herausgestellt, daß die mit dem Halbleiterpanel optisch gekoppelte Szintillatorschicht ein Nachleuchtverhalten zeigt, welches sich nachteilig auf die Bildaufnahme auswirken kann, sowohl im Durchleuchtungsmodus, wenn pro Sekunde viele Bilder akquiriert werden, wie auch im Einzelbildmodus. Den Grund hierfür liefern die physikalischen Vorgänge, die bei Einfallen eines Röntgenquants im Szintillator ablaufen. Die Emission von Licht aus einem Röntgenszintillator geschieht dadurch, daß durch ein Röntgenquant ein Elektron des Szintillatormaterials aus dem Valenzband in das Leitungsband angehoben wird. Beim Zurückfallen dieses Elektrons in ein Rekombinationszentrum im Valenzband wird Licht einer vom energetischen Abstand des Valenzbands und des Leitungsbands bestimmten Wellenlänge emittiert. Da dieser Prozeß ohne äußere Einwirkung abläuft, nennt man ihn Spontan-Emission. Es fallen jedoch nicht alle in das Leitungsband angehobenen Elektronen unmittelbar in valenzbandseitige Rekombinationszentren. Vielmehr wird ein hinreichender Teil in der Bandlücke zwischen dem Leitungs- und dem Valenzband vorhandenen Haftstellen, sogenannten Traps gefangen, in denen sich Elektronen eine Zeit lang aufhalten können. Solche Haftstellen oder Traps sind unvermeidbar und stellen Energiezustände innerhalb der Bandlücke dar, die beispielsweise von Gitterfehlern des Szintillatorkristalls oder aber Verunreinigungen und Ähnlichem verursacht werden. Normalerweise rekombinieren in Traps befindliche Ladungsträger in der Folgezeit, wobei dies jedoch lange Zeit in Anspruch nehmen kann. Diese quasi ungesteuerte Rekombination, die auch dann statt findet, wenn die Pixelmatrix bereits ausgelesen ist und ein zweites Bild aufgenommen wird, verursacht, daß im nachfolgend aufgenommenen Bild sogenannte Nachbilder oder Bildartefakte des vorher aufgenommenen Bildes, z. B. in Form der Umrisse der früher aufgenommenen Struktur sichtbar werden können.

Der Erfindung liegt damit das Problem zugrunde, ein Verfahren anzugeben, wie dieses Nachleuchten verringert und die Bildqualität von nacheinander aufgenommenen Bildern verbessert werden kann.

Zur Lösung dieses Problems ist ein Verfahren der eingangs genannten Art vorgesehen, bei dem erfindungsgemäß nach erfolgter Aufnahme eines Röntgenbildes die Pixelmatrix ausgelesen und anschließend wenigstens ein auf die Szintillatorschicht wirkender Lichtpuls mittels der Lichtquelle gegeben wird, mittels welchem zur Verringerung eines Nachleuchtens der Szintillatorschicht eine stimulierte Ladungsträgerrekombination angeregt wird.

Es hat sich überraschenderweise gezeigt, daß das Licht der flächenhaften Lichtquelle, die eigentlich zum Rücksetzen der Pixelmatrix vorgesehen ist, in der Lage ist, die in Traps gefangenen Elektronen zur Rekombination anzuregen. Dieser Effekt wird fotostimulierte Lumineszenz genannt. Die Stimulation erfolgt durch das einwirkende Licht der Lichtquelle, was dazu führt, daß die Elektronen aus den Haftstellen gehoben werden und nachfolgend mit den Löchern im Valenzband rekombinieren. Die Energiezustände in der Bandlücke, also die Haftstellen, werden gezielt entladen, sodaß ein Großteil der hier ungewollt gefangenen Elektronen stimuliert und gezielt rekombinieren, wodurch eine unkontrollierte, zu einem unbestimmbaren Zeitpunkt auftretende Reinkombination, die zum nachteiligen Nachleuchten führt, weitestgehend vermieden werden kann. Die Szintillatorschicht wird nach jedem Auslesen der Pixelmatrix und damit vor jeder erneuten Bildaufnahme in entsprechender Weise vorbereitet und hinsichtlich der in den Haftstellen befindlichen Ladungsträger quasi "entladen", sodaß aufgrund einer unkontrollierten Ladungsträger-Rekombination hervorgerufene Bildartefakte in einem nachfolgend aufgenommenen Bild nicht mehr oder kaum noch störend auftreten.

Die Dauer des mittels der flächenhaften Lichtquelle z. B. in Form eines Diodenarrays, welches beispielsweise rotes Licht mit einer Wellenlänge von ca. 650 nm emittiert, emittierten Lichtpulses sollte in Abhängigkeit des Rücksetzlichtarrays wenigstens 20 µs, insbesondere wenigstens 50 µs und vorzugsweise 100 µs betragen. Je länger die Dauer ist, desto mehr Ladungsträger können aus den Haftstellen gehoben und zur Rekombination angeregt werden, wobei sich beispielsweise 100 µs als hinreichend herausgestellt haben. Als zweckmäßig hat es sich dabei erwiesen, wenn zwei oder mehr separate Lichtpulse in kurzer Abfolge nacheinander gegeben werden.

Um möglichst gezielt und direkt nur die in den Haftstellen befindlichen Ladungsträger anzuregen, kann erfindungsgemäß die Intensität und/oder die spektrale Bandbreite des Lichtpulses den energetischen Erfordernissen der Szintillatorschicht zum Anregen der in Haftstellen befindlichen Ladungsträger angepaßt sein. Die Energieniveaus der Haftstellen im Energieband zwischen dem Valenz- und dem Leitungsband können auf bekannte Weise nach Erzeugen der Szintillatorschicht bestimmt werden, sodaß hieraus die zum Anheben aus den Haftstellen erforderliche Energie, die vom Lichtpuls in den Szintillator eingetragen wird, bestimmt werden kann. Entsprechend kann dann die Intensität und/oder die spektrale Bandbreite des erzeugten Lichtpulses angepaßt werden.

Wie beschrieben dient die flächenhafte Lichtquelle ursprünglich zum Rücksetzen der Pixelmatrix, das von ihr emittierte Licht wird nun erfindungsgemäß auch zum Vorbereiten der Szintillatorschicht genutzt. Um für beide Prozesse mit einer gemeinsamen "Lichtqualität" auszukommen kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, daß die Intensität und/oder die spektrale Bandbreite des von der Lichtquelle emittierbaren Lichts derart gewählt ist, daß es sowohl zum Bearbeiten der Szintillatorschicht als auch der Pixelmatrix verwendet werden kann. Es wird also eine Art Kombinationslicht verwendet, welche ohne spezielle Variation für beide Vorbereitungsschritte eingesetzt werden kann. Dabei ist darauf zu achten, daß das Licht das Halbleitermaterial von hinten durchdringen muß, von diesem also geschwächt wird, und dann erst auf die Szintillatorschicht trifft.

Erfindungsgemäß kann eine Licht im roten Spektralbereich emittierende Lichtquelle verwendet werden. Alternativ hierzu kann auch eine im grünen Spektralbereich emittierende Lichtquelle eingesetzt werden, was zu noch besseren Anregungseffekten führt, da die Energie der in diesem Fall auf die Szintillatorschicht auftreffenden Photonen höher ist. Alternativ hierzu ist es auch denkbar, eine im infraroten Spektralbereich zu verwenden, da deren Licht tiefer in die Szintillatorschicht eindringen kann. Als verwendbares Szintillatormaterial kann CsI (Cesium-Jodid), vorzugsweise mit Tl ( Thallium) dotiert, oder Gadolinium-Oxi-Sulfid, vorzugsweise mit Tb (Terbium) oder Pr (Praseodym) dotiert eingesetzt werden.

Neben dem Verfahren betrifft die Erfindung ferner einen Röntgenstrahlendetektor, mit einer Pixelmatrix aus amorphem Silizium, einer bezogen auf die einfallende Röntgenstrahlung vor der Pixelmatrix angeordneten Szintillatorschicht, einer dahinter angeordneten flächenhaften Lichtquelle sowie einer den Betrieb steuernden Steuerungseinrichtung, welche derart ausgebildet ist, daß nach erfolgter Aufnahme eines Röntgenbilds und Auslesen der Pixelmatrix die Lichtquelle zur Erzeugung wenigstens eines auf die Szintillatorschicht wirkenden Lichtpulse angesteuert wird, mittels welchem zur Verringerung des Nachleuchtens der Szintillatorschicht eine stimulierte Ladungsträgerrekombination angeregt wird. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Röntgenstrahlendetektors sind in den jeweiligen Unteransprüchen zu entnehmen.

Weiterhin betrifft die Erfindung eine Röntgeneinrichtung, umfassend ein Bildaufnahmesystem mit einer Röntgenstrahlenquelle und einem Röntgenstrahlendetektor der vorbeschriebenen Art.

Schließlich betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb einer solchen Röntgeneinrichtung, welches sich dadurch auszeichnet, daß zunächst mittels des Bildaufnahmesystems ein Bild eines Untersuchungsobjekts aufgenommen und die Pixelmatrix ausgelesen wird, und daß wenigstens ein auf die Szintillatorschicht wirkender Lichtpuls mittels der Lichtquelle gegeben wird, mittels welchem zur Verringerung eines Nachleuchtens der Szintillatorschicht eine stimulierte Ladungsträgerrekombination angeregt wird. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind den abhängigen Unteransprüchen zu entnehmen.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten ergeben sich aus dem im folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiel sowie anhand der Zeichnungen:

Fig. 1 eine Prinzipskizze einer erfindungsgemäßen Röntgeneinrichtung,

Fig. 2 eine Schnittansicht durch einen erfindungsgemäßen Röntgenstrahlendetektor, und

Fig. 3 ein zeitliches Ablaufschema zur Darstellung des Bildaufnahme- und des Vorbereitungsvorgangs bei dem erfindungsgemäßen Röntgenstrahlendetektor.

Fig. 1 zeigt in Form einer Prinzipskizze eine erfindungsgemäße Röntgeneinrichtung zur Aufnahme von Strahlungsbildern, welche als medizinische Diagnose- oder Therapie- und Behandlungsvorrichtung ausgebildet ist. Mittels einer Röntgenstrahlenquelle 1 wird Röntgenstrahlung erzeugt, wobei dies über die Vorrichtungssteuerung 2 gesteuert erfolgt. In der Vorrichtungssteuerung 2 sind die hierfür erforderlichen Komponenten wie beispielsweise der Hochspannungsgenerator etc. beinhaltet oder dieser zugeordnet, was nicht näher dargestellt und an sich bekannt ist. Die erzeugte Röntgenstrahlung durchstrahlt einen Patienten 3 und trifft auf einen digitalen Röntgenstrahlendetektor 4, der, wie bezüglich Fig. 2 noch näher beschrieben werden wird, eine Pixelmatrix aufweist. Der Betrieb des Röntgenstrahlendetektors 4 wird mittels einer in der Vorrichtungssteuerung 2 integrierten Steuerungseinrichtung 5 gesteuert. Im Rahmen dessen werden die einzelnen Pixelbildsignale von der Steuerungseinrichtung 5 ausgelesen und an ein Rechenmittel 6 gegeben, welches zum Erzeugen und Ausgeben des aufgenommenen Bilds ausgebildet ist. Das Rechenmittel 6 ist mit einem Ausgabemedium 7 in Form eines Monitors verbunden, auf dem das Bild dargestellt wird. Über die Steuerungseinrichtung 5 gesteuert erfolgt nach erfolgter Bildaufnahme bzw. nach erfolgtem Auslesen das Vorbereiten des Röntgenstrahlendetektors 4 für eine nachfolgende Aufnahme.

Fig. 2 zeigt in Form einer Schnittansicht einen Ausschnitt aus dem erfindungsgemäßen Röntgenstrahlendetektor. Der erfindungsgemäße Röntgenstrahlendetektor 8 umfaßt zu oberst eine Reflektorschicht 9, gefolgt von einer Szintillatorschicht 10 sowie einer Passivierungsschicht 11. Bei der Szintillatorschicht 10 kann es sich beispielsweise um kristallines, nadelförmiges CsI dotiert mit Tl handeln, daneben sind auch Röntgenphosphore in Form von Gadolinium-Oxi-Sulfid ( Dortierung: Terbium oder Praseodym) verwendbar. Mittels der Szintillatorschicht 10 wird einfallende Röntgenstrahlung (h.ν1) in sichtbare Strahlung umgewandelt, die in der nachgeschalteten Pixelmatrix 12 aus dem amorphem Halbleitermaterial entsprechende Ladungsträger erzeugt. Die Pixelmatrix 12 besteht aus einer Vielzahl von Zeilen und Spalten aus einzelnen Fotodiodenpixeln. Ein Glasträger 13 trennt die Pixelmatrix 12 von einer flächenhaften Lichtquelle 14 in Form eines Diodenarrays, bestehend aus einer Vielzahl einzelner Dioden 15, mittels welchem Strahlung (h.ν2) erzeugt werden kann, welche von der Rückseite her auf die Pixelmatrix 12 sowie auf die Szintillatorschicht 10 einwirkt. Über eine Bleiabschirmung 16 getrennt ist ferner noch eine Ausleseelektronik 17, über welche von der Steuerungseinrichtung 5 gesteuert die Pixel ausgelesen werden.

Wie beschrieben wird, von der Steuerungseinrichtung 5 gesteuert, mittels der Lichtquelle 14 Licht erzeugt, welches zum einen zum Rücksetzen der in ihrem Informationsgehalt ausgelesenen Pixelmatrix 12 dient. Dieses von der Lichtquelle 14 emittierbare Licht dient darüber hinaus aber auch dazu, in der Szintillatorschicht 10 in Haftstellen gefangene Ladungsträger zur stimulierten Rekombination anzuregen und diese Haftstellen gezielt zu entladen, um zu vermeiden, daß dieser ansonsten zufälliger Entladungsvorgang zu einem unkontrollierbaren Zeitpunkt eintritt, was zu einem ungewollten Nachleuchten und damit zu ungewollten Bildartefakten bei einem später aufgenommenen Bild führen kann. Hierzu ist die Intensität und die spektrale Bandbreite des von der Lichtquelle emittierten Lichts bevorzugt entsprechend den energetischen Anforderungen zum Anheben der Ladungsträger aus den Haftstellen des Szintillatormaterials angepaßt. Das Licht muß die zwischen der Lichtquelle 14 und der Szintillatorschicht 10 befindlichen Detektorelemente, also den Glasträger 13, die Pixelmatrix 12 aus dem amorphem Silizium-Halbleitermaterial sowie die Passivierungsschicht 11 durchdringen. Da das von der Lichtquelle 14 emittierte Licht sowohl zum "Entladen" der Szintillatorschicht 10 wie auch zum Rücksetzen der Pixelmatrix 12 dient, sollte es in seiner Intensität bzw. spektralen Bandbreite derart gewählt sein, daß es ohne Variation seitens der Ansteuerung der einzelnen Dioden 15 für beide Prozesse eingesetzt werden kann. Bei der Lichtquelle 14, die als Diodenarrays ausgebildet ist, kann es sich um eine solche handeln, die im roten oder im infraroten Spektralbereich oder aber auch im grünen Spektralbereich emittiert.

Fig. 3 zeigt in Form eines zeitlichen Ablaufschemas die Vorgänge im Rahmen der Vorbereitung zur Bildaufnahme, der Bildaufnahme selbst wie auch des Auslesevorgangs. Die obere Zeile gibt die wesentlichen Vorbereitungs- bzw. Rücksetz-, Aufnahme- und Ausleseschritte an, während die untere Zeile die im Rahmen des Vorbereitens und Rücksetzens der Pixelmatrix durchzuführenden Schritte näher spezifiziert. Im gezeigten Diagramm erfolgt zunächst das Vorbereiten und Rücksetzen der Pixelmatrix, wozu zunächst das Register im Detektor initialisiert wird. Anschließend wird die Pixelmatrix durch Ansteuern der Lichtquelle 14 über die Steuerungseinrichtung 5 und Erzeugen eines entsprechenden Rücksetzlichtpulses zurückgesetzt, anschließend erfolgt ein elektronisches Rücksetzen der einzelnen Pixel, sodaß nach erfolgter Vorbereitung und Rücksetzung die Ladungsträgerniveaus sämtlicher Pixels im wesentlichen gleich sind.

Anschließend erfolgt im Röntgenfenster die Applikation der Röntgenstrahlung auf den Röntgendetektor, also die Aufnahme des Röntgenbildes, wonach sich der Ausleseschritt anschließt, im Rahmen dessen die bildbezogenen Informationsgehalte der einzelnen Pixel der Pixelmatrix über die Steuerungseinrichtung 5 und die Ausleseelektronik 16 ausgelesen werden.

Im nächsten Schritt erfolgt das Rücksetzen der Szintillatorschicht. Auch hierzu wird über die Steuerungseinrichtung 5 die Lichtquelle 14 zur Erzeugung eines kurzen, in der Regel ca. 100 µs dauernden Lichtpulses angesteuert. Dieses Licht, welches den Glasträger 13, die Pixelmatrix 12 sowie die Passivierungschicht 11 durchdringt und auf die Szintillatorschicht 10 trifft, bewirkt wie beschrieben das Anheben der in den Haftstellen gefangenen Ladungsträger und stimuliert diese zur Rekombination, die Haftstellen werden dabei entladen. Dieser Lichtpuls kann mehrere Male hintereinander gegeben werden, um den Stimulationsvorgang mehrfach zu wiederholen und weitestgehend alle Haftstellen zu entladen. Wichtig ist, daß das Rücksetzen der Szintillatorschicht, also die Applikation des Lichtpulses nach dem vollständigen Auslesen der Pixelmatrix erfolgt, da ein zu früh gegebener Rücksetzlichtpuls die in den dann möglicherweise noch nicht ausgelesen Pixeln gespeicherte Information verfälschen würde.

Nach erfolgtem Rücksetzen der Szintillatorschicht erfolgt die erneute Vorbereitung und das erneute Rücksetzen der Pixelmatrix in oben beschriebener Weise, wonach ein weiteres Röntgenbild aufgenommen werden kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Betrieb eines Röntgenstrahlendetektors mit einer Pixelmatrix aus amorphem Silizium, einer bezogen auf die einfallende Röntgenstrahlung vor der Pixelmatrix angeordneten Szintillatorschicht und einer dahinter angeordneten flächenhaften Lichtquelle, bei dem nach erfolgter Aufnahme eines Röntgenbildes die Pixelmatrix ausgelesen und anschließend wenigstens ein auf die Szintillatorschicht wirkender Lichtpuls mittels der Lichtquelle gegeben wird, mittels welchem zur Verringerung eines Nachleuchtens der Szintillatorschicht eine stimulierte Ladungsträgerrekombination angeregt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dauer des Lichtpulses wenigstens 20 µs, insbesondere wenigstens 50 µs, vorzugsweise 100 µs beträgt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehr separate Lichtpulse in kurzer Abfolge nacheinander gegeben werden.
  4. 4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Intensität und/oder die spektrale Bandbreite des Lichtpulses den energetischen Erfordernissen der Szintillatorschicht zum Anregen der in Haftstellen befindlichen Ladungsträger angepaßt ist.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Intensität und/oder die spektrale Bandbreite des von der Lichtquelle emittierbaren Lichts derart gewählt ist, daß es sowohl zum Bearbeiten der Szintillatorschicht als auch der Pixelmatrix verwendet werden kann.
  6. 6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Licht im roten oder im grünen oder im infraroten Spektralbereich emittierende Lichtquelle verwendet wird.
  7. 7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine aus CsI, vorzugsweise mit Tl dotiert, oder eine aus Gadolinium- Oxi-Sulfid, vorzugsweise mit Tb oder Pr dotiert bestehende Szintillatorschicht verwendet wird.
  8. 8. Röntgenstrahlendetektor, mit einer Pixelmatrix aus amorphem Silizium, einer bezogen auf die einfallende Röntgenstrahlung vor der Pixelmatrix (12) angeordneten Szintillatorschicht (10), einer dahinter angeordneten flächenhaften Lichtquelle (14), sowie einer den Betrieb steuernden Steuerungseinrichtung (5), welche derart ausgebildet ist, daß nach erfolgter Aufnahme eines Röntgenbildes und Auslesen der Pixelmatrix (12) die Lichtquelle (14) zur Erzeugung wenigstens eines auf die Szintillatorschicht (10) wirkenden Lichtpuls angesteuert wird, mittels welchem zur Verringerung eines Nachleuchtens der Szintillatorschicht (10) eine stimulierte Ladungsträgerrekombination angeregt wird.
  9. 9. Röntgenstrahlendetektor nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Dauer des Lichtpulses wenigstens 20 µs, insbesondere wenigstens 50 µs, vorzugsweise 100 µs beträgt.
  10. 10. Röntgenstrahlendetektor nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehr separate Lichtpulse in kurzer Abfolge nacheinander erzeugbar sind.
  11. 11. Röntgenstrahlendetektor nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Intensität und/oder die spektrale Bandbreite des Lichtpulses den energetischen Erfordernissen der Szintillatorschicht (10) zum Anregen der in Haftstellen befindlichen Ladungsträger angepaßt ist.
  12. 12. Röntgenstrahlendetektor nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Intensität und/oder die spektrale Bandbreite des von der Lichtquelle (14) emittierbaren Lichts derart gewählt ist, daß es sowohl zum Bearbeiten der Szintillatorschicht (10) als auch der Pixelmatrix (12) verwendet werden kann.
  13. 13. Röntgenstrahlendetektor nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Lichtquelle (14) Licht im roten oder im grünen oder im infraroten Spektralbereich emittiert.
  14. 14. Röntgenstrahlendetektor nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Szintillatorschicht (10) aus CsI, vorzugsweise mit Tl dotiert, oder aus Gadolinium-Oxi-Sulfid, vorzugsweise mit Tb oder Pr dotiert besteht.
  15. 15. Röntgeneinrichtung, umfassend ein Bildaufnahmesystem mit einer Röntgenstrahlenquelle (1) und einem nach einem der Ansprüche 8 bis 14 ausgebildeten Röntgenstrahlendetektor (4).
  16. 16. Verfahren zum Betrieb einer Röntgeneinrichtung nach Anspruch 15, bei dem zunächst mittels des Bildaufnahmesystems ein Bild eines Untersuchungsobjekts aufgenommen und die Pixelmatrix ausgelesen wird, wonach wenigstens ein auf die Szintillatorschicht wirkender Lichtpuls mittels der Lichtquelle gegeben wird, mittels welchem zur Verringerung eines Nachleuchtens der Szintillatorschicht eine stimulierte Ladungsträgerrekombination angeregt wird.
  17. 17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Dauer des Lichtpulses wenigstens 20 µs, insbesondere wenigstens 50 µs, vorzugsweise 100 µs beträgt.
  18. 18. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehr separate Lichtpulse in kurzer Abfolge nacheinander gegeben werden.
  19. 19. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Intensität und/oder die spektrale Bandbreite des Lichtpulses den energetischen Erfordernissen der Szintillatorschicht zum Anregen der in Haftstellen befindlichen Ladungsträger angepaßt ist.
  20. 20. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Intensität und/oder die spektrale Bandbreite des von der Lichtquelle emittierbaren Lichts derart gewählt ist, daß es sowohl zum Bearbeiten der Szintillatorschicht als auch der Pixelmatrix verwendet werden kann.
  21. 21. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß eine Licht im roten oder im grünen oder im infraroten Spektralbereich emittierende Lichtquelle verwendet wird.
  22. 22. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß eine aus CsI, vorzugsweise mit Tl dotiert, oder eine aus Gadolinium- Oxi-Sulfid, vorzugsweise mit Tb oder Pr dotiert bestehende Szintillatorschicht verwendet wird.






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