PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19606073C2 26.10.2000
Titel Ringspinnmaschine, mit mindestens einer selbsttätigen Kopswechselvorrichtung
Anmelder Zinser Textilmaschinen GmbH, 73061 Ebersbach, DE
Erfinder Mack, Karl-Heinz, 73235 Weilheim, DE
Vertreter Patentanwälte Eder & Schieschke, 80796 München
DE-Anmeldedatum 19.02.1996
DE-Aktenzeichen 19606073
Offenlegungstag 21.08.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse D01H 9/04
IPC-Nebenklasse D01H 1/02   D01H 1/16   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Ringspinnmaschine, mit mindestens einer selbstätigen Kopswechselvorrichtung mit beweglichen, mit Greifvorrichtungen versehenen Greiferbalken, mit einer im unteren Bereich der Ringspinnmaschine angeordneten Transportvorrichtung und mit einer im Bereich einer Spindelbank der Ringspinnmaschine angeordneten Zwischenablage für leere Hülsen, wobei über die Transportvorrichtung die leeren Hülsen zuführbar sowie Kopse abführbar sind und der ersten Zwischenablage die leeren Hülsen einer zweiten Zwischenablage für die Kopse zugeordnet ist.

Als Stand der Technik ist bereits eine derartige Ringspinnmaschine mit selbstätiger Kopswechselvorrichtung bekannt (JP-Hei- 7-133520 A). Diese bekannte Konstruktion ist raumaufwendig gestaltet und erfordert außerdem einen längeren Zeitraum zur Durchführung des Wechselvorganges.

Stand der Technik ist darüber hinaus, zuerst leere Hülsen von der Transportvorrichtung auf die Zwischenablage zu transportieren, dann volle Kopse von den Spindeln auf die Transportvorrichtung zu setzen und anschließend leere Hülsen von der Zwischenablage auf die Spindeln aufzubringen (JP-Hei-2-61117 A). Weiterhin sind Ringspinn- oder Zwirnmaschinen mit automatischem Kopswechsler bekannt (DD 278 824 A1).

Bei Ringspinnmaschinen mit den vorgenannten Konstruktionsmerkmalen besteht jedoch das Bestreben, die Dauer des Wechselvorgangs so kurz wie möglich zu halten, um Stillstandszeiten der Maschine zu vermeiden.

Entsprechend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Konstruktion der eingangs genannten so weiterzubilden, dass trotz Reduzierung der Zeit des Wechselvorgangs von vollen Kopsen zu leeren Hülsen und umgekehrt kein wesentlicher Raumbedarf erforderlich ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Zwischenablagen zwischen einer Arbeitsposition und einer Ruheposition bewegbar sind. Hierdurch ergibt sich der Vorteil, dass mit geringem räumlichen Aufwand Zwischenablagen zur Verfügung stehen können, welche kostenaufwendige Stillstandszeiten reduzieren.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung können die Zwischenablagen um eine zu Spindelreihen der Ringspinnmaschine parallele Achse schwenkbar und in der nahe einer Abziehstellung von den Spindeln befindlichen Arbeitsposition arretierbar sein.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann ein Schwenkhebel aus der Arbeitsposition in eine zweite Arbeitsposition schwenkbar sein, wobei beide Arbeitspositionen in derselben horizontalen Ebene liegen und in der zweiten Arbeitsposition die Zwischenablagen um eine halbe Spindelteilung verschwenkt sind: In der ersten Position werden Kopse von Spindeln abgezogen und auf der Zwischenablage abgesetzt. In der zweiten Arbeitsposition werden Hülsen in die vertikale Bewegungsebene von Greifvorrichtungen gebracht.

Vorzugsweise ist konstruktiv vorgesehen, dass die Zwischenablagen zum Wechselvorgang möglichst nah an den Spindelspitzen stehen.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen:

Fig. 1a und b eine Seitenansicht einer Ringspinnmaschine mit erster und zweiter Zwischenablage in zwei verschiedenen Positionen;

Fig. 2a bis i einen Verfahrensablauf beim Auswechseln voller gegen leere Hülsen in einer weiteren Ausführungsform;

Fig. 3 und 4 eine weitere Ausführungsmöglichkeit der Gestaltung der bewegbaren Zwischenablagen in zwei verschiedenen Positionen in Vorderansicht, teils gebrochen.

In Fig. 1a und 1b ist eine Ringspinnmaschine 1 in Seitenansicht dargestellt, bestehend im wesentlichen aus Arbeitsstellen 2 mit Streckwerken 3 und auf einer Spindelbank 4 angeordnete Spindeln 5, wobei Vorgarn 15 von Vorgarnspulen 16 über die Arbeitsstellen 2 zu den Spindeln 5 läuft. Darüber hinaus ist eine Kopswechselvorrichtung 6 vorgesehen, welche an Greiferbalken 8 angeordnete Greifvorrichtungen 7 aufweist. Im unteren Bereich der Ringspinnmaschine 1 befindet sich eine Transportvorrichtung 9 mit Zapfen 29 zur Aufnahme von leeren Hülsen bzw. vollen Kopsen.

Im Bereich der Spindelbank 4 der Ringspinnmaschine 1 befindet sich eine erste Zwischenablage 10 für leere Hülsen 11 sowie eine zweite Zwischenablage 20 für Kopse 21.

Die Zwischenablagen 10 und 20 weisen Lagerstellen I und II für die leeren Hülsen 11 und Kopse 21 auf, welche auf die Greifvorrichtung 7 des Greiferbalkens 8 abgestellt sind. Diese Lagerstellen I und II können z. B. als Zapfen oder als becherartige Elemente ausgestaltet sein.

Bei der Ausführung nach Fig. 1 besteht die Möglichkeit, daß die Zwischenablagen 10 und 20 zwischen einer Arbeitsposition A (nach Fig. 1b) und einer Ruheposition R (nach Fig. 1a) bewegbar sind. Hierzu können die Zwischenablagen 10 und 20 um eine zu Spindelreihen der Ringspinnmaschine 1 parallele Achse 25 schwenken, wobei konstruktiv sichergestellt ist, daß in der nahe einer Abziehstellung von den Spindeln 5 befindlichen Arbeitsposition A die beiden Zwischenablagen 10 und 20 arretiert sind.

Wie ersichtlich, sind die beiden Zwischenablagen auf einer Trägerplatte 33 befestigt, welche ihrerseits um die Achse 25 zwischen der Arbeitsposition A und der Ruheposition R schwenkbar ist.

Eine Möglichkeit des Arbeitsablaufes einer weiteren erfindungsgemäßen Vorrichtung ist in Fig. 2 mit den Verfahrensschritten a bis i näher dargestellt: Nach Fig. 2a (Ruhestellung R) werden die auf einer Trägerplatte 33' angeordneten Zwischenablagen 10 und 20 (mit den Zapfen 12 für die leeren Hülsen 11 und die Zapfen 22 für die vollen Kopse 21) über einen Antrieb 35 und einen Schwenkhebel 36 aus einer unteren Position in Pfeilrichtung in eine obere Position verfahren. Sie liegen damit im Bereich der vollen Kopse 21. Die Kopswechselvorrichtung 6 befindet sich in ihrer unteren Position, wobei die Greifvorrichtung 7 oberhalb der auf der Transportvorrichtung 9 angeordneten leeren Hülsen 11 liegt.

Nach Fig. 2b und c wird nun mit Hilfe der Greifvorrichtung 7 die betreffende Hülse 11 ergriffen, von der Transportvorrichtung 9 abgehoben und aus der unteren Position mit Hilfe der Kopswechselvorrichtung 6 angehoben und auf den Zapfen 12 der ersten Zwischenablage 10 gesteckt.

Nach diesem Verfahrensschritt wird gemäß Fig. 2d die Greifvorrichtung 7 in den Bereich oberhalb des vollen Kopses 21 bewegt, hebt diesen nach Fig. 2e von der Spindel 5 der Ringspinnmaschine ab und setzt ihn auf den Zapfen 22 der zweiten Zwischenablage 20.

Nunmehr bewegt sich die Greifvorrichtung 7 in den Bereich oberhalb der leeren Hülse 11, welche auf der ersten Zwischenablage 10 lagert (Fig. 2f).

Nach Fig. 2g zieht daraufhin die Greifvorrichtung 7 der Kopswechselvorrichtung 6 die Hülse 11 von der ersten Zwischenablage 10 ab und steckt sie auf die Spindel 5 der Ringspinnmaschine 1.

Anschließend ergreift die Greifvorrichtung 7 den auf der zweiten Zwischenablage 20 zwischengelagerten vollen Kops 21, hebt diesen ab und setzt ihn auf den Zapfen 29 der Transportvorrichtung 9, entsprechend den Verfahrensschritten nach Fig. 2h und 2i.

In den Phasen gemäß Fig. 2e und Fig. 2f müssen die Zwischenablagen 10 und 20 um eine halbe Spindelteilung seitlich verschoben werden, um das Einschwenken und Absenken der Greifvorrichtung 7 ohne Kollision mit den leeren Hülsen 11 bzw. den vollen Kopsen 21 zu ermöglichen.

Fig. 3 und 4 zeigen eine andere Ausführungsmöglichkeit der Verschiebebewegung der Zwischenablagen 10, 20 um eine halbe Spindelteilung, in Vorderansicht, teils gebrochen. Analog der Ausführungsform nach Fig. 2 ist wiederum ein Antrieb 35 mit einem Schwenkhebel 36 vorgesehen. Gemäß Fig. 3 befindet sich dieser Schwenkhebel 36 in der Position A: Hier sind Kopse 21 von den Spindeln 5 abgezogen und auf der Zwischenablage 10; 20 auf deren Zapfen 12, 22 (analog Fig. 2) abgesetzt. Der Greiferbalken 8 befindet sich in einer obersten Position; die vertikalen Ebenen E stellen die vertikalen Bewegungsebenen der Greifvorrichtungen 7 des Greiferbalkens 8 dar.

Wird nun nach Fig. 4 der Schwenkhebel 36 aus seiner Position A in die Position B geschwenkt, so liegt die Zwischenablage 10; 20 wiederum in der selben horizontalen Ebene, wobei jedoch nunmehr die Zwischenablage 10; 20 um eine halbe Spindelteilung verschwenkt ist, um Hülsen 11 in die vertikale Bewegungsebene E' der Greifvorrichtungen 7 des Greiferbalkens 8 zu bringen. Hierdurch ergibt sich vorteilhafterweise eine konstruktiv einfache Gestaltung bezüglich der Bewegungsmöglichkeit der Zwischenablagen 10; 20, um diese um eine halbe Teilung seitlich zu verschieben. Hat die Zwischenablage 10; 20 ihre Funktion erfüllt, so läßt sie sich gemäß Fig. 3 analog der Ausführungsform nach Fig. 2 in die Ruhelage R (gestrichelt dargestellt) verschwenken.

Nach allen Ausführungsformen werden erfindungsgemäß zuerst leere Hülsen 11 von der Transportvorrichtung 9 auf die Zwischenablage 10 transportiert, danach volle Kopse 21 von den Spindeln 5 auf die zweite Zwischenablage 20; danach werden leeren Hülsen 11 von der Zwischenablage 10 auf die Spindeln 5 und danach volle Kopse 21 von der zweiten Zwischenablage 20 auf die Transportvorrichtung 9 gesetzt. Hierdurch ergibt sich ein zeitsparender Austausch voller Kopse 21 gegen leere Hülsen 11 mit Hilfe der beiden Zwischenablagen 10 und 20 und der Greifvorrichtung 7 der Kopswechselvorrichtung 6.


Anspruch[de]
  1. 1. Ringspinnmaschine, mit mindestens einer selbsttätigen Kopswechselvorrichtung (6) mit beweglichen, mit Greifvorrichtungen (7) versehenen Greiferbalken (8), mit einer im unteren Bereich der Ringspinnmaschine angeordneten Transportvorrichtung (9) und mit einer im Bereich einer Spindelbank (4) der Ringspinnmaschine angeordneten Zwischenablage (10) für leere Hülsen (11),

    wobei über die Transportvorrichtung (9) die leeren Hülsen (11) zuführbar sowie Kopse (21) abführbar sind und der ersten Zwischenablage (10) für die leeren Hülsen (11) eine zweite Zwischenablage (20) für die Kopse (21) zugeordnet ist,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Zwischenablagen (10; 20) zwischen einer Arbeitsposition (A) und einer Ruheposition (R) bewegbar sind (Fig. 2).
  2. 2. Ringspinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenablagen (10; 20) um eine zu Spindelreihen der Ringspinnmaschine parallele Achse (25) schwenkbar und in der nahe einer Abziehstellung von den Spindeln (5) befindlichen Arbeitsposition (A) arretierbar sind.
  3. 3. Ringspinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,

    daß ein Schwenkhebel (36) aus der Arbeitsposition (A) in eine zweite Arbeitsposition (B) schwenkbar ist und beide Arbeitspositionen (A; B) in der selben horizontalen Ebene liegen und

    dass in der zweiten Arbeitsposition (B) die Zwischenablagen (10; 20) um eine halbe Spindelteilung verschwenkt sind.
  4. 4. Ringspinnmaschine nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenablagen (10; 20) zum Wechselvorgang möglichst nah an den Spindelspitzen stehen.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com