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Dokumentenidentifikation DE19917969A1 26.10.2000
Titel Serviceaggregat für eine Kreuzspulen herstellende Textilmaschine
Anmelder W. Schlafhorst AG & Co, 41061 Mönchengladbach, DE
Erfinder Göbbels, Heinz-Dieter, 41179 Mönchengladbach, DE;
Esser, Hans-Willi, 41179 Mönchengladbach, DE;
Reichardt, Volker, 41065 Mönchengladbach, DE
DE-Anmeldedatum 21.04.1999
DE-Aktenzeichen 19917969
Offenlegungstag 26.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2000
IPC-Hauptklasse D01H 4/50
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Serviceaggregat (16) für eine Kreuzspulen herstellende Textilmaschine, insbesondere für eine Offenend-Spinnmaschine (1). Das Serviceaggregat (16) ist entlang der Arbeitsstellen (2) der Textilmaschine verfahrbar und bei Bedarf an einer der Arbeitsstellen (2) verrastbar. Das Serviceaggregat (16) weist eine pneumatische Hilfsfadenliefer- und -entsorgungseinrichtung (34) mit einem schwenkbar gelagerten Fadenlieferrohr (37) auf.
Erfindungsgemäß verfügt das Serviceaggregat (16) über einen das Fadenlieferrohr (37) tragenden Schwenkarm (38). An diesem Schwenkarm (38) ist außerdem ein Manipulator (48) mit einem in Richtung des Spulenrahmens (9) verlagerbaren Kopfstück (50) angeordnet. Das Kopfstück (50) weist dabei eine Einrichtung (58) zum Beaufschlagen eines am Spulenrahmen (9) festgelegten Leitbleches (54) im Sinne "Spulenrahmen schließen" sowie eine Einrichtung (59) zur definierten Führung eines Anspinnfadens (7) auf.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Serviceaggregat für eine Kreuzspulen herstellende Textilmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Derartige Serviceaggregate sind in verschiedenen Ausführungsformen bekannt.

Die EP 0 106 806 B beschreibt beispielsweise ein Serviceaggregat, das über eine Hilfsfadentransporteinrichtung mit zahlreichen, nacheinander ansteuerbaren Hilfsfadenübergabeelementen verfügt.

Der von einer Vorratsspule abgezogene Hilfsfaden wird dabei zunächst von einer Fadenklemme erfaßt, die endseitig auf einem Schwenkhebel angeordnet ist, und von dieser in den Bereich einer Saugdüse befördert. Die Saugdüse bringt den Hilfsfaden zum Anspinnen an die Spinnbox. Während der Überführung des Hilfsfadens durch den Schwenkhebel wird das Fadenende an einer weiteren Saugdüse vorbeigeführt, die dabei eine Fadenschlaufe einsaugt. Diese zweite Saugdüse, die in den Bereich der Spuleinrichtung schwenkbar ist, legt nach dem Wiederanspinnen den neuen Faden an eine im Spulenrahmen gehaltene Leerhülse an.

Das Anspinnaggregat gemäß EP 0 203 508 B ist mit einer Hilfsfadentransporteinrichtung ausgestattet, die zwei separate Saugdüsen sowie zwei einzeln ansteuerbare Fadenklemmen aufweist. Bei dieser Einrichtung wird der von einem Fadenlieferwerk von einer Vorratsspule abgezogene Hilfsfaden am Lieferwerksausgang von einer Saugdüse erfaßt und unter Bildung eines Fadenstranges in den Bereich der Spuleinrichtung verlegt. Anschließend wird der Hilfsfaden durch ein Zentriermittel positioniert und dabei von der Fadensuchdüse des Anspinnaggregates eingesaugt. Da die erste Saugdüse ständig absaugt, muß das Hilfsfadenende, das durch eine erste Fadenklemmeinrichtung in den Bereich der Spinnbox gebracht wird, während der Rückführung des Hilfsfadens in den Spinnrotor durch eine zweite Fadenklemmeinrichtung gesichert werden, da das Fadenende sonst in die erste Saugdüse eingesaugt würde.

Die EP 0 311 987 B beschreibt eine Serviceeinrichtung mit einer pneumatisch-mechanischen Hilfsfadentransporteinrichtung. Ein von einer Vorratsspule abgezogener Hilfsfaden wird von einer pneumatischen Fadentransporteinrichtung zunächst einer mechanischen Zuführeinrichtung vorgelegt, die das Fadenende in den Bereich der Spulstelle bringt und an eine spezielle Saugdüse des Anspinnwagens übergibt. Der Fadenabzug nach dem Wiederanspinnen erfolgt anschließend über die mechanische Fadenzuführeinrichtung.

Die vorbeschriebenen Serviceeinrichtungen sind in ihrem mechanischen Aufbau relativ kompliziert, es besteht bei diesen Einrichtungen außerdem stets die Gefahr, daß bei den häufigen Übergaben der Faden verlorengeht.

Des weiteren ist durch die DE 44 43 818 A1 ein Serviceaggregat bekannt, das eine Weiterentwicklung der vorbeschriebenen Einrichtungen darstellt. Das Serviceaggregat gemäß DE 44 43 818 A1 weist eine Hilfsfadentransporteinrichtung mit einem Lieferrohr auf, das in verschiedene Arbeitsstellungen einschwenkbar ist.

Diese bekannte Serviceeinrichtung bietet nicht nur den Vorteil eines einfachen Aufbaus, der Hilfsfaden bleibt auch während des gesamten Wechsel-/Anspinnzyklus in einer Handhabungseinrichtung geführt, wobei über die endseitig mit einem schwenkbaren Lieferrohr ausgestattete Hilfsfadentransporteinrichtung sowohl das Anliefern des Hilfsfadens als auch das Entsorgen des Hilfsfadens erfolgt.

Die Einrichtung kann zu diesem Zweck definiert entweder auf einen Druckluftanschluß oder auf einen Saugluftanschluß geschaltet werden.

Zur kontrollierten Übergabe des in der Offenend- Spinnvorrichtung produzierten Fadens an eine im Bereich eines der Hülsenteller des Spulenrahmens angeordnete Fadenfangeinrichtung ist an der Lieferrohrhalterung eine Fadenverlegeeinrichtung angeordnet, die im wesentlichen aus einem schwenkbar gelagerten Fadenleitblech sowie einem Fadenrückhalteelement besteht. Das Fadenleitblech weist dabei eine Fadenführungskontur mit einer Fadenführungskerbe und einen Fadenverlegeschlitz auf.

Das über ein Schubkolbengetriebe beaufschlagbare Fadenleitblech stützt sich in seiner Endlage von innen an einem der Spulenrahmenarme ab. Durch dieses Abstützen wird der Spulenrahmen etwas im Sinne "öffnen" beaufschlagt, was in ungünstigen Fällen dazu führen kann, daß die zwischen den Spulenrahmenarmen in drehbaren Hülsentellern über Reibschluß gehaltene Leerhülse ungenügend geklemmt ist, so daß es zwischen Hülse und Hülsenteller zu einer Relativbewegung kommen kann. Eine solche Relativbewegung zwischen Hülse und Hülsenteller beziehungsweise zwischen der Hülse und der am Hülsenteller angeordneten Fadenfangeinrichtung ist während der Fadenübergabe höchst unerwünscht.

Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung daher die Aufgabe zugrunde, ein Serviceaggregat dahingehend zu verbessern, daß ein einwandfreies Anlegen des in der Offenend-Spinnvorrichtung produzierten Fadens an eine im Spulenrahmen gehaltene Leerhülse sowie das Erstellen einer vorschriftsmäßigen Anfangsfadenreserve gewährleistet ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Serviceaggregat gelöst, das die im Anspruch 1 beschriebenen Merkmale aufweist.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die erfindungsgemäße Ausbildung eines Serviceaggregates mit einem am Schwenkarm angeordneten Manipulator, der während der Fadenübergabe mit einer am Kopfelement angeordneten Einrichtung ein am Spulenrahmen angeordnetes Leitblech im Sinne "Rahmen schließen" beaufschlagt, verhindert zuverlässig, daß es während der Fadenübergabe zwischen der am Hülsenteller angeordneten Fadenfangeinrichtung und der Leerhülse zu einer schädlichen Relativbewegung kommen kann. Das heißt, die über eine Rolle am Hilfsantriebsarm des Serviceaggregates mit einem Drehmoment beaufschlagte Leerhülse wird zwischen den Hülsentellern mit einer solchen Andruckkraft festgelegt, daß sichergestellt ist, daß die am Hülsenteller angeordnete Fadenfangeinrichtung winkelsynchron mit der Leerhülse umläuft. Eine am Kopfelement angeordnete Einrichtung in Form einer Fadenleitkante sorgt außerdem gleichzeitig dafür, daß der in der Offenend- Spinnvorrichtung produzierte Faden zunächst an eine am Hülsenteller angeordnete Fadenfangeinrichtung übergeben und der gefaßte Faden anschließend definiert auf der Leerhülse abgelegt wird.

In bevorzugter Ausführungsform (Anspruch 2) ist dabei vorgesehen, daß die Verlagerung des Kopfelementes aus einer Ruhestellung in eine Rahmenbelastungs- und Fadenübergabestellung mittels eines Schubkolbengetriebes erfolgt. Derartige pneumatische Schubkolbengetriebe sind kostengünstig und haben sich im Textilmaschinenbau bewährt.

Wie im Anspruch 3 dargelegt, verfügt das v-förmig ausgebildete Kopfelement sowohl über eine Gleitkante, die das am Spulenrahmen angeordnete Leitblech von außen beaufschlagt und dabei die Arbeitskraft des Schubkolbengetriebes in eine in Richtung Spulenrahmenmitte wirkende Kraftkomponente umsetzt, als auch eine gegenüberliegende Fadenleitkante, die dafür sorgt, daß der abgezogene Faden vorschriftsmäßig an die Leerhülse übergeben und auf der Leerhülse anschließend eine Anfangsfadenreservewicklung erstellt wird.

Wie im Anspruch 4 dargelegt, ist im Bereich der Gleitkante eine im Bedarfsfall auswechselbare Auflage, vorzugsweise aus Kunststoff, angeordnet. Eine solche Kunststoffauflage verbessert den Gleitkoeffizienten zwischen Gleitkante und Leitblech und führt insgesamt zu einer Schonung des Leitbleches.

Die Fadenleitkante weist, wie im Anspruch 5 beschrieben ist, eine äußere und eine innere Fadenleitposition auf. Die äußere, bis zur Fadenübergabe an die Fadenfangeinrichtung am Hülsenteller wirksame Fadenleitposition wird dabei durch eine etwa rechteckige Kerbe gebildet. In dieser Kerbe ist der Faden bis zur Übergabe an die Fadenfangeinrichtung des Hülsentellers sicher fixiert. Sobald der Faden durch die Fadenfangeinrichtung gefaßt ist, gleitet er aus der äußeren Fadenleitposition und gelangt entlang eines Fadengleitabschnittes in die innere Fadenleitposition, durch die die Lage der Anfangsfadenreserve vorgegeben ist.

Um zu verhindern, daß der Faden während der Fadenübergabe von einem im Bereich des Spulenrahmens angeordneten Fadenleitbügel abgleiten kann, verfügt das Kopfelement außerdem über eine begrenzt beweglich gelagerte Fadenführungsstange (Ansprüche 6 und 7).

Die Fadenführungsstange ist in der Rahmenbelastungs- und. Fadenübergabestellung des Kopfelementes so innerhalb des Fadenleitbügels positioniert, daß der Anspinnfaden bis zur Fadenübergabe an den Fadenführer der betreffenden Arbeitsstelle sicher zwischen der äußeren Fadenleitkante des Kopfelementes und der am Kopfelement befestigten Fadenführungsstange geführt ist.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist, wie im Anspruch 8 beschrieben, außerdem vorgesehen, daß am Schwenkarm eine Anschlagrolle angeordnet ist. Diese Anschlagrolle legt sich beim Einschwenken des Schwenkarmes auf das Leitblech des Spulenrahmens und positioniert dadurch den Schwenkarm auf einfache Weise.

In vorteilhafter Ausführungsform (Anspruch 9) weist das am Schwenkarm angeordnete Fadenlieferrohr, das wahlweise mit Saug- oder Druckluft beaufschlagbar ist, einen zusätzlichen Saugluftnebenanschluß sowie eine Fadenschneideinrichtung auf. Durch den Saugluftnebenanschluß kann der Faden auch dann auf Zug gehalten werden, wenn der Faden durch eine im Hauptströmungskanal liegende Fadenschneideinrichtung gelcappt und dabei die Saugströmung gestört wird.

Weitere Einzelheiten der Erfindung sind einem nachfolgend anhand der Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiel entnehmbar.

Es zeigen

Fig. 1 schematisch eine Hälfte einer Offenend- Spinnmaschine mit einem die Arbeitsstellen der Spinnmaschinen selbsttätig versorgenden Serviceaggregat,

Fig. 2 ein Serviceaggregat mit seinen wichtigsten Handhabungseinrichtungen,

Fig. 3 die Hilfsfadenliefereinrichtung des Serviceaggregates mit einem erfindungsgemäß ausgestatteten Schwenkarm in seiner hinteren Endstellung,

Fig. 4 die Einrichtung gemäß Fig. 3 in einer Rahmenbelastungs-und Fadenübergabestellung,

Fig. 5 und 5a das Kopfselement eines am Serviceaggregat: angeordneten Manipulators, gemäß Ansicht X der Fig. 4,

Fig. 6 den Schwenkarm des Serviceaggregates in Seitenansicht, in einem größeren Maßstab.

In Fig. 1 ist eine Hälfte einer an sich bekannten Offenend- Spinnmaschine angedeutet und mit 1 bezeichnet. Derartige OE- Spinnmaschinen weisen in der Regel eine Vielzahl von Arbeitsstellen 2 auf, die jeweils mit einer Spinnvorrichtung einer sogenannten Spinnbox 3 sowie einer Spuleinrichtung 4 ausgerüstet sind. In den Spinnboxen 3 wird das in Spinnkannen 5 vorgelegte Faserband 6 jeweils zu einem Faden 7 versponnen. Der Faden 7 wird anschließend auf der Spuleinrichtung 4 zu einer Kreuzspule 8 aufgewickelt. Wie dargestellt, sind die Spuleinrichtungen 4 dabei mit einem Spulenrahmen 9 zum drehbaren Haltern einer Hülse 10 sowie einer Spulentrommel 11 zum Antreiben der Hülse 10 beziehungsweise der Kreuzspule 8 ausgestattet.

Die meistens zweireihig ausgebildeten Offenend-Spinnmaschinen 1 weisen zwischen ihren Arbeitsstellenreihen oft eine Spulentransporteinrichtung 12 auf, über die fertiggestellte Kreuzspulen 8 entsorgt werden.

An beziehungsweise auf der Spinnmaschine 1 ist, an Führungsschienen 13, 14 sowie einer Stützschiene 15 verfahrbar, ein Serviceaggregat 16, ein sogenannter Anspinnwagen, angeordnet. Das Laufwerk 17 des Serviceaggregates 16 weist Laufrollen 18 beziehungsweise ein Stützrad 19 auf. Die Versorgung des Serviceaggregates 16 mit elektrischer Energie erfolgt beispielsweise über eine Schleppkette oder, wie in Fig. 1 angedeutet, über eine Schleifkontakteinrichtung 20. Derartige Serviceaggregate 16 patroullieren entlang der Arbeitsstellen 2 der Offenend-Spinnmaschine 1 und greifen selbsttätig ein, wenn an einer der Arbeitsstellen 2 ein Handlungsbedarf besteht.

Ein solcher Handlungsbedarf liegt beispielsweise vor, wenn an einer der Arbeitsstellen 2 ein Fadenbruch aufgetreten ist oder wenn an einer der Arbeitsstellen eine Kreuzspule 8 ihren vorgeschriebenen Durchmesser erreicht hat und gegen eine Leerhülse 10 ausgetauscht werden muß.

In einem solchen Fall läuft das Serviceaggregat 16 zu der betreffenden Arbeitsstelle 2, positioniert sich dort und sucht bei einem "normalen" Fadenbruch mit seiner Fadensuchdüse 21 das gerissene, auf der Umfangsoberfläche der Kreuzspule 8 liegende Fadenende. Nach Reinigung der Spinnbox 3 wird das inzwischen vorbereitete Fadenende in der Spinnbox neu an einen dort. umlaufenden Faserring angesponnen.

Etwas diffiziler gestaltet sich der Bedienvorgang, wenn zunächst eine volle Kreuzspule 8 gegen eine Leerhülse 10 getauscht und anschließend neu angesponnen werden muß.

Die Fig. 2 zeigt schematisch ein Serviceaggregat 16 mit den wichtigsten, zum Durchführen der vorgenannten Bedienfälle notwendigen Arbeitsaggregaten. Wie angedeutet, weist das Serviceaggregat 16 unter anderem eine schwenkbar gelagerte Fadensuchdüse 21 auf, deren an den Außenumfang der Kreuzspule 8 anlegbarer Saugschlitz gerissene Fadenenden aufnehmen kann. Des weiteren ist ein Ausstoß- und Antriebsarm 22 mit einer endseitig angeordneten Antriebsrolle 23 vorhanden. Die von einem (nicht dargestellten) Antriebsmotor beaufschlagte Antriebsrolle 23 kann über eine elektrische Kupplung von ihrem Antriebsmotor getrennt werden. Am Antriebsarm 22 ist vorzugsweise ein Drehwinkelgeber 24 angeordnet, der eine Kontrolle der jeweiligen Position des Antriebsarmes ermöglicht.

Das Serviceaggregat 16 ist außerdem, wie bekannt, mit einem Fadenfangblech 25, einem Fadeneinzieher 26, einem Fadenzubringer 27 mit Zubringerzange 28 und Fadentrenneinrichtung 29 sowie mit einer steuerbaren Fadenabzugseinrichtung, bestehend aus einer Abzugsrolle 30 sowie einer schwenkbar angeordneten Druckrolle 31, ausgestattet.

Als weitere Bedienelemente sind in das Serviceaggregat 16 ein Rahmenöffner 32, ein Druckhebel 33 sowie eine Hilfsfadentransporteinrichtung 34 eingebaut. Die Hilfsfadentransporteinrichtung 34 verfügt dabei beispielsweise über einem Rohrsystem 35, das über ein flexibles Verbindungselement 36, zum Beispiel einem Schlauch, mit einem in verschiedene Positionen einschwenkbaren Lieferrohr 37 verbunden ist. Das Lieferrohr 37 ist seinerseits an einem Schwenkarm 38 festgelegt, der um eine Schwenkachse 39 definiert schwenkbar gelagert ist.

Das Rohrsystem 35, in das über ein Fadenlieferwerk 43 ein von einer Vorratsspule 44 abgezogener Hilfsfaden 45 eingespeist wwerden kann, weist im Eingangsbereich einen Saugluftanschluß 40, der über ein Ventil 41 definiert zuschaltbar ist, sowie einen Druchluftanschluß 46, der über ein Ventil 47 angesteuert wird, auf. Des weiteren kann im oberen Bereich des Rohrsystems 35 eine erste Fadentrenneinrichtung 42 angeordnet sein.

Wie die Fig. 2 zeigt auch die Fig. 3 den Schwenkarm 38, der außerdem Fadenlieferrohr 37 einen Manipulator 48 aufweist, in seiner hinteren Position.

Die Mündung des Lieferrohres 37 steht dabei im Bereich des Ansaugschlitzes der Saugdüse 21, so daß ein über die Hilfsfadenliefereinrichtung 34 (Fig. 2) angelieferter und aus der Mündung des Lieferohres 37 austretender Hilfsfaden 45 sofort von der Saugdüse 21 erfaßt werden kann.

Der Schwenkarm 38 wird daraufhin in seine vordere, in Fig. 4 angedeutete Position geschwenkt.

Dabei entsteht eine (nicht dargestellte) Fadensehne, die, wie üblich und daher nicht näher erläutert, von den vorbeschriebenen Handhabungseinrichtungen des Serviceaggregates 16 erfaßt, getrennt, vorbereitet und in der Offenend-Spinnvorrichtung 3 an einen dort vorhandenen Faserring angesponnen wird.

Der in der Offenend-Spinnvorrichtung 3 produzierte Faden 7 wird dabei zunächst über das Lieferrohr 37 abgesaugt.

Wie in den Fig. 4, 5, 5a angedeutet, steht das Lieferrohr 37 zu diesem Zeitpunkt im Bereich des Spulenrahmens 9. Das heißt, die Mündung des Fadenlieferrohres 37 ist etwas oberhalb des rechten Spulenrahmenarms positioniert.

Durch Betätigung des am Schwenkarm 38 angeordneten Manipulators 48 wird der Faden 7 in den Bereich einer an einem der Hülsenteller 63 des Spulenrahmens 9 angeordneten Fadenfangeinrichtung 64 gebracht und von dieser erfaßt.

Wie insbesondere aus Fig. 6 ersichtlich, besteht der am Schwenkarm 38 angeordnete Manipulator 48 aus einem Schubkolbengetriebe 49, auf dessen Kolbenstange endseitig ein Kopfelement 50 festgelegt ist.

Der Manipulator 48 ist außerdem, durch ein Federelement 67 beaufschlagt, in Richtung zur Spulenrahmenmitte begrenzt beweglich gelagert.

Das Kopfelement 50 weist, wie insbesondere aus den Fig. 5 und 5a ersichtlich, eine etwa V-förmige Kontur auf, wobei einer der Schenkel eine Gleitkante 58 bildet, die vorzugsweise mit einer gleitfähigen Kunststoff-Auflage 60 belegt ist. Der andere, gegenüberliegende Schenkel bildet eine Fadenleitkante 59. Die gestufte Fadenleitkante 59 weist dabei eine äußere Fadenleitposition 61 und eine innere Fadenleitposition 62 auf. Die Fadenleitpositionen 61, 62 sind über einen Fadengleitabschnitt 65 verbunden. Am Kopfelement 50 ist des weiteren, ebenfalls begrenzt beweglich, eine Fadenführungsstange 56 angeordnet.

Im Bereich des Fadenführungsrohres 37 ist im Hauptströmungskanal 66 eine Fadenschneideinrichtung 51installiert, die über ein Schubkolbengetriebe 52 definiert ansteuerbar ist. Außerdem zweigt vom Hauptströmungskanal 66 des Fadenlieferrohres 37 ein Saugluftnebenanschluß 53 ab.

Der Schwenkarm 38 verfügt endseitig über eine Anschlagrolle 57, die beim Einschwenken des Schwenkarme auf das Leitblech 54 des Spulenrahmens 9 aufgesetzt und den Schwenkarm 38 dann bezüglich des Spulenrahmens 9 exakt positioniert.

Funktion der Einrichtung (erläutert anhand der Fig. 6 beziehungsweise der Fig. 5, 5a):

Der in der Offenend-Spinnvorrichtung 3 produzierte Faden 7 wird zunächst über das auf Saugluftbetrieb geschaltete Fadenlieferrohr 37, das zu diesem Zeitpunkt etwas oberhalb des rechten Hülsentellers 63 des Spulenrahmens 9 positioniert ist, zumindest so lange abgesaugt, bis der Anspinner entsorgt ist. Anschließend wird der Manipulator 48 betätigt. Das heißt, das Kopfelement 50 des Manipulators 48 wird, wie in den Fig. 5 und 5a angedeutet, in Richtung deses Leitblech 54 des Spulenrahmens 9 geschoben. Dabei schiebt sich die am Kopfelement 50 angeordnete Gleitkante 58 über das Leitblech 54 beaufschlagt dabei, mit dem Federdruck des Federelementes 67, das Leitblech 54 am Spulenrahmen 9 derart, daß der Hülsenteller 63 mit einer zusätzlichen Kraftkomponente F gegen die Leerhülse 10 angestellt wird.

Gleichzeitig gleitet der in das Fadenlieferrohr 37 einlaufende Faden 7 in die äußere Fadenleitposition 61 der Fadenleitkante 59 (siehe Fig. 5a).

Da beim Ausfahren des Manipulators 48 außerdem die Fadenführungsstange 56 von unten in den Fadenleitbügel 55eingefädelt wird, ist der Faden 7 sicher geführt und kann bis zu seiner späteren Übergabe an den Fadenführer 68 der betreffenden Arbeitsstelle 2 nicht vom Fadenleitbügel 55 abgleiten.

Der in die äußere Fadenleitposition 61 eingelaufene Faden 7 wird schließlich von der am Hülsenteller 63 angeordneten, in Richtung R rotierenden Fadenfangeinrichtung 64 erfaßt und gleitet daraufhin entlang des Fadengleitabschnittes 65 in die innere Fadenleitposition 62, die die Lage der Anfangsfadenreserve auf der Leerhülse 10 bestimmt.

Anschließend wird der Manipulator 48 eingefahren, das heißt, das Kopfelement 50 wird zurückgezogen und damit der Faden 7 freigegeben. Der Faden 7 bewegt sich daraufhin zur Hülsenmitte und wird von einem entsprechend Handhabungselement, einem sogenannte, in den Figuren nicht dargestellten Übergeber, zum changierenden angetriebenen Fadenführer 68 der betreffenden Arbeitsstelle 2 überführt.

Zum Schluß wird der Spulenrahmen 9 wieder soweit abgesenkt, bis die Hülse 10 auf die Spultrommel 11 aufliegt und über Reibschluß angetrieben werden kann. Der changierend angetriebene Fadenführer 68 sorgt in Verbindung mit der Spultrommel dann dafür, daß der Faden 7 zu einer großvolumigen Kreuzspule 8 aufspult wird. Der Fadenübergabezyklus ist damit abgeschlossen.


Anspruch[de]
  1. 1. Serviceaggregat zur selbsttätigen Versorgung von Arbeitsstellen einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine, insbesondere einer Offenend-Spinnmaschine, mit einer pneumatischen Hilfsfadenliefer- und -entsorgungseinrichtung, die ein schwenkbar gelagertes Fadenlieferrohr aufweist, dadurch gekennzeichnet,
    1. - daß an einem das Fadenlieferrohr (37) tragenden Schwenkarm (38) ein Manipulator (48) mit einem in Richtung Spulenrahmen (9) verlagerbaren Kopfelement (50) angeordnet ist,
    2. - daß das Kopfelement (50) eine Einrichtung (58) zum Beaufschlagen eines am Spulenrahmen (9) befestigten Leitbleches (54) im Sinne "Spulenrahmen schließen" besitzt und
    3. - daß das Kopfelement (50) über eine Einrichtung (59) zur definierten Führung eines aus der Offenend- Spinneinrichtung (3) der Arbeitsstelle (2) abgezogenen Fadens (7) verfügt.
  2. 2. Serviceaggregat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kopfelement (50) mittels eines Schubkolbengetriebes (49) aus einer Ruhestellung (I) in eine Rahmenbelastungs- und Fadenübergabestellung (II) verlagerbar ist.
  3. 3. Serviceaggregat nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Kopfelement (50) V-förmig ausgebildet ist, wobei eine Gleitkante (58) des Kopfelementes (50) mit dem Leitblech (54) des Spulenrahmens (9) korrespondiert, während eine gegenüberliegende, gestufte Fadenleitkante (59) den in das Fadenlieferrohr (37) einlaufenden Faden (7) führt.
  4. 4. Serviceaggregat nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitkante (58) mit einer auswechselbaren Auflage (60), vorzugsweise aus Kunststoff, versehen ist.
  5. 5. Serviceaggregat nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenleitkante (59) eine vor der Fadenübergabe wirksame äußere Fadenleitposition (61) sowie eine nach dem Fassen des Fadens (7) durch eine im Bereich eines Hülsentellers (63) angeordnete Fadenfangeinrichtung (64) wirksame innere Fadenleitposition (62) aufweist, wobei die beiden Fadenleitpositionen (61, 62) über einen Fadengleitabschnitt (65) verbunden sind.
  6. 6. Serviceaggregat nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß am Kopfelement (50), im Bereich der Fadenleitkante (59), begrenzt beweglich, eine Fadenführungsstange (56) angeordnet ist.
  7. 7. Serviceaggregat nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenführungsstange (56) in der Rahmenbelastungs- und Fadenübergabestellung (II) des Kopfelementes (50) in einen an den Arbeitsstellen (2) angeordneten Fadenleitbügel (55) greift.
  8. 8. Serviceaggregat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß am Schwenkarm (38) eine Anschlagrolle (57) angeordnet ist, die sich am Leitblech (54) des Spulenrahmens (9) abstützt und den Schwenkarm (38) bezüglich des Spulenrahmens (9) positioniert.
  9. 9. Serviceaggregat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das pneumatisch beaufschlagbare Fadenlieferrohr (37) eine Fadenschneideinrichtung (51) sowie einen Saugluftnebenanschluß (53) aufweist.






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