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Dokumentenidentifikation DE19926868A1 02.11.2000
Titel Halter zur Befestigung eines Handgriffs im Fahrgastraum eines Fahrzeugs
Anmelder Progress Werk Oberkirch AG, 77704 Oberkirch, DE
Erfinder Riedmann, Paul, 77880 Sasbach, DE
Vertreter Witte, Weller, Gahlert, Otten & Steil, 70178 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 12.06.1999
DE-Aktenzeichen 19926868
Offenlegungstag 02.11.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.11.2000
IPC-Hauptklasse B60N 3/02
Zusammenfassung Ein Halter (10) zur Befestigung eines Handgriffs in einem Fahrgastraum eines Fahrzeugs im Bereich der Innenseite eines Fahrzeugdaches weist einen Befestigungsabschnitt (36) zum Befestigen des Halters (10) am Dachrahmen und einen Halteabschnitt (38) auf, an dem der Handgriff befestigbar ist. Der Befestigungsabschnitt (36) und der Halteabschnitt (38) sind als Seite an Seite nebeneinander liegend angeordnete miteinander verbundene Blechteile ausgebildet. Der Halteabschnitt (38) ist dabei relativ zum Befestigungsabschnitt (36) abbiegbar. Zur vereinfachten Herstellung des Halters (10) wird vorgeschlagen, den Befestigungsabschnitt (36) und den Halteabschnitt (38) zusammen einstückig als ein Blechteil auszubilden, das eine Sollknicklinie (50) aufweist, entlang der der Halteabschnitt (38) abbiegbar ist (Fig. 1).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Halter zur Befestigung eines Handgriffs im Fahrgastraum eines Fahrzeugs im Bereich der Innenseite des Fahrzeugdaches, mit einem Befestigungsabschnitt zum Befestigen des Halters am Dachrahmen, und mit einem Halteabschnitt, an dem der Handgriff befestigbar ist, wobei der Befestigungsabschnitt und der Halteabschnitt als Seite an Seite nebeneinanderliegend angeordnete, miteinander verbundene Blechteile ausgebildet sind, und wobei der Halteabschnitt relativ zum Befestigungsabschnitt abbiegbar ist.

Ein derartiger Halter ist allgemein bekannt.

Im Fahrgastraum von Personenkraftwagen oder auch von Lastkraftwagen werden üblicherweise für den Fahrer- und Beifahrerplatz sowie für die seitlichen Insassenplätze im Fond bei Personenkraftwagen Handgriffe vorgesehen, an denen sich die Insassen während der Fahrt festhalten können. Beispielsweise befindet sich der Handgriff für den Beifahrer in dessen Kopfbereich am rechten seitlichen Längsrand des Fahrzeugdaches, etwa im Bereich oberhalb der Fahrzeugtür.

Zum Befestigen eines solchen Handgriffes im Fahrgastraum eines Fahrzeugs wird ein Halter der eingangs genannten Art verwendet, der zwischen dem Himmel, d. h. der Innenverkleidung des Daches, und dem Dachrahmen der Fahrzeugkarosserie montiert wird. Ein solcher Halter ist insgesamt als Blechteil ausgebildet und weist die Form einer etwa rechteckigen Platte auf, wobei seitliche Ränder auch umgebogen sein können. Die individuelle Form des Halters hängt vom Typ des Fahrzeugs ab, bei dem der Halter eingebaut ist. Entsprechend der Anordnung des Handgriffes im Fahrgastraum, nämlich in Längsrichtung des Fahrzeugs, weist der Halter üblicherweise eine dem Handgriff entsprechende Länge auf, während er in Querrichtung zur Fahrrichtung etwas schmaler ausgebildet ist.

Der Halter weist einen Befestigungsabschnitt auf, mit dem der Halter am Dachrahmen des Fahrzeugdaches mittels Schrauben oder dergleichen befestigt wird.

Der Halter weist weiterhin einen Halteabschnitt auf, an dem der Handgriff befestigt wird, so daß der Handgriff auf der Unterseite des Himmels zu liegen kommt.

Der Halteabschnitt selbst wird üblicherweise nicht am Dachrahmen zusätzlich befestigt.

Der Befestigungsabschnitt und der Halteabschnitt sind Seite an Seite nebeneinanderliegend angeordnet, d. h. der Befestigungsabschnitt und der Halteabschnitt liegen etwa in der gleichen Ebene.

Bei Haltern einer herkömmlichen Art sind der Befestigungsabschnitt und der Halteabschnitt insgesamt als einstückige, starre Platte, d. h. zusammen als einstückiges Blechteil ausgebildet. Diese starre Konstruktion des Halters hat sich hinsichtlich seiner Sicherheit bei Unfällen als nachteilig herausgestellt. Bei einem Überschlagen des Fahrzeugs und der dadurch verursachten Deformation des Dachrahmens kann es nämlich vorkommen, daß der einstückige starre Halter im Bereich seines bzw. der Längsmittelachse des Fahrzeugs innenliegenden Halteabschnittes den Himmel durchbricht und somit mit einer erheblichen Verletzungsgefahr für den Insassen in das Innere des Fahrgastraums eindringt. Da sich der Halter in Kopfhöhe des Insassen befindet, kann sich dieser an den in den Fahrgastraum hineinstehenden Kanten des Halters schwere Kopfverletzungen zuziehen.

Andererseits muß der Halter, d. h. genauer gesagt der Halteabschnitt des Halters, eine hohe Stabilität gegen Zugkräfte aufweisen, da sich schließlich an dem Handgriff eine Person, auch mit hoher Zugkraft, festhalten können muß. Da der Halteabschnitt beim Festhalten des Insassen nach unten auf Zug belastet wird, muß der Halteabschnitt in Zugrichtung so starr wie möglich mit dem Befestigungsabschnitt verbunden sein, da der Halteabschnitt, wie bereits erwähnt, keine eigene Befestigung am Dachrahmen besitzt.

Um dem vorgenannten Sicherheitsaspekt bei einem Überschlagen des Fahrzeugs Rechnung zu tragen, wurde daher eine zweiteilige Bauweise von Haltern vorgeschlagen. Bei diesen zweiteiligen Haltern werden der Befestigungsabschnitt und der Halteabschnitt als separate Blechteile einzeln gefertigt und anschließend Seite an Seite nebeneinander liegend miteinander verbunden. Zur Verbindung des Halteabschnittes mit dem Befestigungsabschnitt weist der Halteabschnitt zwei Laschen auf, die an der Stoßlinie zwischen dem Halteabschnitt und dem Befestigungsabschnitt in Öffnungen des Befestigungsabschnitts eingeführt, umgebogen und dort durch zwei weitere Laschen des Befestigungsabschnitts, die um die Laschen des Halteabschnitts gebogen werden, fixiert werden, so daß der Halteabschnitt unverlierbar mit dem Befestigungsabschnitt verbunden ist.

Entlang der Stoßstelle zwischen dem Befestigungsabschnitt und dem Halteabschnitt ist der Halteabschnitt durch die Laschenverbindung relativ zum Befestigungsabschnitt bei Einwirken einer Biegekraft abbiegbar, und zwar nach oben. Durch die Abbiegbarkeit des Halteabschnitts wird nun vermieden, daß der Halteabschnitt bei einem Überschlagen des Fahrzeugs den Himmel durchdringt, weil der Himmel bei einer Deformation des Längsrandes des Fahrzeugdaches eine ausreichende Gegenkraft ausübt, die den Halteabschnitt nach oben abbiegt.

Während die zweiteilige Ausgestaltung des bekannten Halters den Sicherheitsaspekten genügt, erweist sich dieser zweiteilige Halter hinsichtlich seiner Herstellung als zu Zeit- und kostenaufwendig. Es müssen nämlich zunächst in zwei Arbeitsgängen einerseits der Befestigungsabschnitt und andererseits der Halteabschnitt separat aus Blech zugeschnitten und geformt werden. Anschließend müssen dann die beiden Teile, wie bereits erwähnt, mittels der Laschen verbunden werden, was mehrere separate Arbeitsgänge erfordert. Das Verbinden der beiden Teile kann darüber hinaus nicht automatisiert werden, sondern muß zumindest teilweise manuell durchgeführt werden. Der bekannte zweiteilige Halter erweist sich somit hinsichtlich seiner Herstellung als nachteilig.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Halter der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, daß der Halter einerseits den zuvor genannten Sicherheitsaspekten genügt, nämlich daß der Halteabschnitt entlang einer Sollknicklinie relativ zum Befestigungsabschnitt abbiegbar ist, und daß der Halter dennoch mit geringerem Zeit- und Kostenaufwand hergestellt werden kann.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe hinsichtlich des eingangs genannten Halters dadurch gelöst, daß der Befestigungsabschnitt und der Halteabschnitt zusammen einstückig als ein Blechteil ausgebildet sind, das eine Sollknicklinie aufweist, entlang der der Halteabschnitt abbiegbar ist.

Die Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Halters geht demnach wieder auf eine einstückige, einteilige Bauweise zurück, wodurch die bei dem bekannten zweiteiligen Halter erforderlichen zahlreichen Arbeitsschritte des getrennten Herstellens des Halte- und Befestigungsabschnittes und das Verbinden dieser beiden Abschnitte vermieden wird. Der erfindungsgemäße Halter wird demnach als ein Blechteil gefertigt. Dennoch wird im Gegensatz zu den bekannten einstückigen, starren Haltern eine Flexibilität des Halters durch die Sollknicklinie geschaffen, entlang der der Halteabschnitt relativ zum Befestigungsabschnitt bei Einwirkung einer Biegekraft abbiegbar ist. Die Sollknicklinie wird bevorzugt durch Blechformung in das Blech eingebracht. Unter Blechformung wird im Sinne der Erfindung das Einbringen bspw. einer Falzlinie einer Sicke einer Prägung, einer Materialschwächung oder bevorzugt eine Materialtrennung durch Stanzen oder Schneiden verstanden, wobei in diesem Fall die Schnittlinie sich nicht über die gesamte Länge des Halters erstreckt, sondern nur teilweise, so daß der Halteabschnitt und der Befestigungsabschnitt bereichsweise einstückig miteinander verbunden bleiben. Der erfindungsgemäße Halter genügt somit den Sicherheitsanforderungen einerseits und ist andererseits in wenigen Arbeitsschritten besonders einfach herstellbar, insbesondere sind alle Arbeitsschritte automatisiert durchführbar.

In einer bevorzugten Ausgestaltung ist das den Befestigungsabschnitt und den Halteabschnitt bildende einstückige Blechteil zumindest teilweise entlang der Sollknicklinie durchtrennt, und sind der Halteabschnitt und der Befestigungsabschnitt bereichsweise einstückig miteinander verbunden.

Diese Ausgestaltung ist im Sinne einer einfachen, nur wenige Arbeitsschritte erfordernden Herstellung besonders vorteilhaft, da die Sollknicklinie in einem Schlag durch in Längsrichtung partielles Stanzen des Blechteils entlang der Linie eingebracht werden kann.

Dabei ist es weiterhin bevorzugt, wenn an beiden Enden der Sollknicklinie jeweils ein biegsamer Verbindungssteg angeordnet ist.

Diese Anordnung der Verbindungsstege an den beiden Enden der Sollknicklinie, das sind die Längsenden bzw. Stirnseiten des Halters, ist ebenfalls herstellungstechnisch besonders vorteilhaft, da die Durchtrennung des Bleches zur Ausbildung der Sollknicklinie dann zwischen den Stirnseiten mit einem einzigen, einfach ausgestalteten Stanzwerkzeug in einem Zug bzw. Schlag eingebracht werden kann.

In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung sind die Verbindungsstege von einer Oberfläche des Befestigungsabschnitts und des Halteabschnitts beabstandet auf derjenigen Seite derselben angeordnet, zu der hin der Halteabschnitt abbiegbar ist.

Diese beabstandete Anordnung der Verbindungsstege von der Oberfläche des Befestigungsabschnitts und des Halteabschnitts auf derjenigen Seite, zu der hin der Halteabschnitt abwinkelbar ist, die im eingebauten Zustand des Halters die Oberseite des Halters bildet, hat nun den weiteren besonderen Vorteil, daß die Verbindungsstege aufgrund ihrer Beabstandung von der Fläche des Halters als Zugstäbe wirken, die auf den Halteabschnitt durch den Handgriff ausgeübte Zugkräfte besonders wirksam aufnehmen können, so daß der Halteabschnitt sich beim Festhalten des Insassen an dem Handgriff nicht nach unten verbiegt.

Dabei ist es bevorzugt, wenn die Verbindungsstege an aus der Fläche des Befestigungsabschnitts und des Halteabschnitts herausgebogenen Laschen ausgebildet sind, die durch den Verbindungssteg miteinander verbunden sind.

Diese Maßnahme ist im Sinne einer besonders Zeit- und kostengünstigen Herstellung des Halters besonders vorteilhaft. Zur Ausbildung der Verbindungsstege müssen nämlich an den Stirnseiten des Halters im Verbindungsbereich zwischen dem Halteabschnitt und dem Befestigungsabschnitt lediglich entsprechend dimensionierte Öffnungen eingestanzt werden, wodurch die Laschen und die Verbindungsstege gebildet werden, anschließend werden die Laschen aus der Fläche des Blechs herausgebogen, wodurch die Verbindungsstege gemäß der vorgenannten Ausgestaltung von der Oberfläche des Befestigungsabschnitts und des Halteabschnitts entsprechend beabstandet sind.

In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung stoßen der Befestigungsabschnitt und der Halteabschnitt im unverbogenen Zustand einer Sollknicklinie aneinander.

Hierbei ist von Vorteil, daß der Halteabschnitt bei Zugbelastung, wenn sich der Insasse an dem Handgriff festhält und diesen demnach auf Zug nach unten belastet, entlang der Sollknicklinie eine Abstützung an dem Befestigungsabschnitt erfährt, wodurch bereits eine Grundstabilität des Halters, genauer gesagt des Halteabschnittes gegen Zugbelastung erreicht wird.

In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist zumindest eine Abstützung für den Halteabschnitt angeordnet, die die Sollknicklinie in Querrichtung überspannt, die den Halteabschnitt an dem Befestigungsabschnitt in zur Biegerichtung entgegengesetzte Richtung abstützt.

Die zumindest eine Abstützung für den Halteabschnitt hat im Falle einer als vollständige Materialdurchtrennung des Blechs ausgebildeten Sollknicklinie den Vorteil, daß der Halteabschnitt bei hohen, auf den Handgriff ausgeübten Zugkräften an einem vertikalen Vorbeigleiten an dem Befestigungsabschnitt gehindert wird, wodurch die Stabilität des erfindungsgemäßen Halters bei auf den Halteabschnitt wirkenden Zugbelastungen weiter verbessert ist.

Herstellungstechnisch ist es dabei besonders vorteilhaft, wenn die zumindest eine Abstützung durch Umbiegen eines Blechabschnitts des Befestigungsabschnitts und/oder durch Umbiegen eines Blechabschnitts des Halteabschnitts im Bereich der Sollknicklinie gebildet ist.

Diese Maßnahme ist im Sinne einer weiteren Verringerung des Herstellungsaufwandes von besonderem Vorteil, da für die Abstützung keine separaten Blechteile benötigt werden, die an dem Halteabschnitt bzw. an dem Befestigungsabschnitt durch Schweißen, Kleben oder dergleichen befestigt werden müssen, sondern die Abstützungen können durch Ausstanzen von kleinen Blechabschnitten entlang nicht geschlossener Stanzlinien freigearbeitet und dann über die Sollknicklinie gebogen werden. Das Anbringen der Abstützungen ist deswegen besonders einfach, weil eine Positionierung der Unterstützungen, wie dies im Falle von separaten Blechteilen der Fall wäre, nicht erforderlich ist, da die freigestanzten Blechabschnitte durch ihre verbleibende einstückige Verbindung mit dem übrigen Blech bereits positioniert sind.

Der erfindungsgemäße Halter kann somit gemäß einer oder mehrerer der vorhergehenden Ausgestaltungen insgesamt durch einfache Blechformungsvorgänge, die Biege- und Stanzvorgänge umfassen, schnell und kostengünstig hergestellt werden.

Weitere Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und der beigefügten Zeichnung.

Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in ihrer jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird mit Bezug auf diese hiernach näher beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 eine Draufsicht auf einen Halter zur Befestigung eines Handgriffs im Fahrgastraum eines Fahrzeugs, wobei die Seite der Draufsicht im montierten Zustand des Halters die Oberseite des Halters bildet;

Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie II-II in Fig. 1;

Fig. 3 eine Seitenansicht des Halters in Fig. 1 und 2 auf eine Stirnseite des Halters;

Fig. 4 eine der Fig. 3 entsprechende Darstellung des Halters, die die Verbiegbarkeit des Halteabschnitts relativ zum Befestigungsabschnitt veranschaulicht; und

Fig. 5 eine äußerst schematische Darstellung eines Fahrgastraumes mit zwei Handgriffen, die jeweils an einem Halter gemäß Fig. 1 bis 4 befestigt sind.

In Fig. 1 ist ein mit dem allgemeinen Bezugszeichen 10 versehener Halter zur Befestigung eines in Fig. 5 dargestellten Handgriffs 12 in einem Fahrgastraum 14 eines in Fig. 5 ausschnittsweise und schematisch dargestellten Fahrzeugs 16 dargestellt.

Ein solcher Handgriff 12, der in Fig. 5 für den Beifahrersitz vorgesehen ist, findet sich üblicherweise in Personenkraftwagen oder Lastkraftwagen in der Fahrgastzelle im Kopfbereich des Insassen, d. h. der Handgriff 12 wird im Bereich der Innenseite eines Fahrzeugdaches 18 an dessen Randbereich montiert, so daß der Handgriff 12 von dem Insassen mit hochgehaltener Hand ergriffen werden kann. Üblicherweise ist ein solcher Handgriff 12 nicht nur auf der Beifahrerseite, sondern auf der Fahrerseite und im Fond angebracht, wobei in Fig. 5 oberhalb der Rückbank ein weiterer Handgriff oben rechts über der Rückbank montiert ist.

Wie in Fig. 2 dargestellt ist, wird der Halter 10, der zur Befestigung des Handgriffs 12 dient, zwischen einem Dachrahmen 22 der Karosserie des Fahrzeugs 16 und einem Himmel 24 des Fahrzeugdachs 18 montiert, wobei der Himmel 24 die Innenverkleidung des Fahrzeugdachs 18 bildet.

In Fig. 1 ist der Halter 10 in einer Draufsicht gezeigt, d. h. eine Seite 26 bildet im montierten Zustand des Halters 10 die Oberseite des Halters 10.

Der Halter 10 ist insgesamt als einstückiges und einteiliges Blechteil ausgebildet.

Der Halter 10 weist zwei Längsseiten 28 und 30 sowie zwei Stirnseiten 32 und 34 auf, wobei der Halter 10 am Dachrahmen 22 derart montiert wird, daß die Längsseiten 28 und 30 in Fahrtrichtung des Fahrzeugs 16 und die Stirnseiten 32 und 34 in Querrichtung zur Fahrtrichtung des Fahrzeugs 16 verlaufen.

Der Halter 10 weist einen Befestigungsabschnitt 36 und einen Halteabschnitt 38 auf.

Der Befestigungsabschnitt 36 dient dazu, den Halter 10 am Dachrahmen 22 des Fahrzeugs 16 mittels Schrauben oder dergleichen zu befestigen, wozu in dem Befestigungsabschnitt 36 entsprechende durch das Blechteil hindurchgehende Öffnungen 40, 42 und 44 vorgesehen sind. Die Öffnungen 40 bis 44 werden dazu in das Blechteil eingestanzt. Der Halteabschnitt 38 dient dazu, den Handgriff 12 zu halten, der an dem Halteabschnitt 38 mittels geeigneter Befestigungsmittel wie Schrauben oder dergleichen befestigt wird, wozu in dem Halteabschnitt 38 entsprechende Öffnungen 46 und 48 vorgesehen sind, in denen der Handgriff 12 entsprechend befestigt wird.

Der in Fig. 1 bis 4 dargestellte Halter 10 ist speziell ein Halter, der auf der rechten Fahrzeugseite zum Befestigen des Handgriffs 12 vorgesehen ist, wobei sich im montierten Zustand der Befestigungsabschnitt 36 in Fahrtrichtung des Fahrzeugs 16 gesehen rechts und der Halteabschnitt 38 links am äußeren Längsrand des Fahrzeugdaches 18 befindet.

Wie aus Fig. 1 und 3 hervorgeht, sind der Befestigungsabschnitt 36 und der Halteabschnitt 38 Seite an Seite nebeneinander liegend angeordnet.

Zwischen dem Befestigungsabschnitt 36 und dem Halteabschnitt 38 ist eine sich etwa parallel zu den Längsseiten 28 und 30 des Halters 10 erstreckende Sollknicklinie 50 ausgebildet, entlang der das den Befestigungsabschnitt 36 und den Halteabschnitt 38 bildende einstückige Blechteil.

Dennoch ist der Halter 10 kein zweiteiliger Halter, denn der Halteabschnitt 38 und der Befestigungsabschnitt 36 sind über Verbindungsstege 52 und 54, die die Sollknicklinie 50 überspannen, einstückig miteinander verbunden. Die Verbindungsstege 52 und 54 sind dabei aus demselben Blechrohling durch Blechformungsvorgänge gebildet worden, aus dem auch der Befestigungsabschnitt 36 und der Halteabschnitt 38 gebildet sind, d. h. die Verbindungsstege 52 und 54 wurden nicht nachträglich an die voneinander getrennten Befestigungsabschnitt 36 und Halteabschnitt 38 durch Schweißen, Kleben oder dergleichen angefügt.

Die Verbindungsstege 52 und 54 sind, wie aus Fig. 3 und 4 hervorgeht, von der Oberseite 26 des Halters 10 beabstandet angeordnet.

Eine Breite b (Fig. 1) der Verbindungsstege 52 und 54 ist dabei so gewählt, daß die Verbindungsstege 52 und 54 derart biegsam sind, daß sich der Halteabschnitt 38 relativ zu dem Befestigungsabschnitt 36 bei Auftreten einer Biegekraft abbiegt, wie in Fig. 4 dargestellt ist.

In den Verbindungsstegen 52 und 54 können dazu noch Sicken in Verlängerung der Sollknicklinie 50 vorgesehen sein, die eine Verbiegung des Halteabschnitts 38 zur Oberseite 26 hin begünstigen.

Die Sollknicklinie 50 bildet in Verbindung mit den Verbindungsstegen 52 und 54 eine biegsam gelenkige, jedoch einstückige und einteilige Verbindung des Halteabschnitts 38 mit dem Befestigungsabschnitt 36.

Die Verbindungsabschnitte 36 sind an Laschen 56 und 58 ausgebildet, wobei die Lasche 56 einteilig und einstückig mit dem Befestigungsabschnitt 36 und die Lasche 58 einteilig und einstückig mit dem Halteabschnitt 38 verbunden ist. Die jeweiligen Laschen 56 und 58 an den Stirnseiten 32 und 34 des Befestigungsabschnitts 36 und des Halteabschnitts 38 sowie die dazugehörigen Verbindungsstege 52 und 54 werden bei der Fertigung des Halters 10 dadurch gebildet, daß in dem Blechrohling, aus dem der Halter 10 gefertigt wird, Bereiche 60 und 62 ausgespart bzw. ausgestanzt werden, das verbleibende Material zur Bildung der Laschen 56 und 58 zur Oberseite 26 hin nach oben gebogen und der beim Ausstanzen bzw. Aussparen verbleibende Verbindungssteg 52 bzw. 54 nach außen umgebogen wird, so daß die Verbindungsstege 52 und 54 etwa parallel zur Oberseite 26 des Halters 10 von diesem beabstandet verlaufen.

Weiterhin sind für den Halteabschnitt 38 Abstützungen 64 und 66 vorgesehen. Die Abstützung 64 ist einstückig und einteilig mit dem Halteabschnitt 38 verbunden und übergreift die Sollknicklinie 50, d. h. die Trennlinie zwischen dem Halteabschnitt 38 und dem Befestigungsabschnitt 36 bis zu dem Befestigungsabschnitt 36. Die Abstützung 64 ist demnach auf der Oberseite 26 des Halters 10 angeordnet.

Die Abstützung 66 ist einstückig und einteilig mit dem Befestigungsabschnitt 36 verbunden, und übergreift die Sollknicklinie 50 auf der Unterseite des Halters 10 und unterstützt auf dieser Unterseite den Halteabschnitt 38.

Die Abstützung 64 wurde dadurch gebildet, daß beim Aussparen bzw. Ausstanzen des Bereichs 60 Material stehen gelassen wird, so daß die Abstützung 64 in Form einer Lasche mit dem Halteabschnitt 38 verbunden bleibt und zur Oberseite 26 hin umgebogen werden kann und dabei ein Endabschnitt 68 auf dem Befestigungsabschnitt 36 zu liegen kommt.

Die Abstützung 66 wird dadurch gebildet, daß aus dem Befestigungsabschnitt 36 entlang einer nicht geschlossenen Linie dieses eingestanzt wird, und das somit teilweise freigestanzte Material zur Unterseite des Halteabschnitts 38 hin umgebogen wird. Entsprechend befindet sich in dem Befestigungsabschnitt 36 eine Öffnung bzw. Aussparung 70. Entlang einer Verbindungsstelle 72 ist die Abstützung 66 somit einstückig und einteilig mit dem Befestigungsabschnitt 36 verbunden.

Die Abstützung 64 und die Abstützung 66 können noch zusätzlich nach dem Umbiegen mit dem Befestigungsabschnitt 36 bzw. mit dem Halteabschnitt 38 durch Schweißen, Durchsetzfügen oder Kleben zusätzlich verbunden sein.

Anhand von Fig. 3 und 4 wird nun die Funktion des Halters 10 näher beschrieben.

Im bestimmungsgemäßen Einsatz des Halters 10, d. h. im montierten Zustand, in dem der Halter 10 am Dachrahmen des Fahrzeugs 16 und der Handgriff 12 am Halteabschnitt 38 des Halters 10 befestigt ist, bewirken in Richtung eines Pfeiles F1 wirkende Zugkräfte, die beim Festhalten an dem Handgriff 12 auftreten, keine Verbiegung des Halteabschnitts 38 bezüglich dem Befestigungsabschnitt 36. In diesem Fall wirken nämlich die Verbindungsstege 52 und 54 als Zugstäbe, die der Zugkraft F1 entgegenwirken. Ein Teil der Zugkraft F1 wird außerdem durch die Sollknickstelle 50, an der der Befestigungsabschnitt 36 und der Halteabschnitt 38 aneinanderstoßen, aufgenommen, indem der Halteabschnitt 38 an der durch die Sollknickstelle 50 gebildeten Stoßstelle gegen den Befestigungsabschnitt 36 gedrückt wird.

Die Abstützungen 64 und 66 verhindern dabei zusätzlich, daß der Halteabschnitt 38 an der Sollknicklinie 50 vertikal an dem Befestigungsabschnitt 36 vorbeigleitet. Während in Fig. 1 zwei derartige Abstützungen 64 und 66 beispielhaft gezeigt sind, können über die Länge des Halters 10 mehrere solcher Abstützungen verteilt vorgesehen sein. Anstelle der Abstützungen 64 und 66 kann es auch vorgesehen sein, die Sollknicklinie 50 nicht durchgehend, sondern nur abschnittsweise vorzusehen und bereichsweise eine einstückige Verbindung des Halteabschnitts 38 mit dem Befestigungsabschnitt 36 zu belassen.

Im Falle eines Überschlagens des Fahrzeuges 16 bei einem Unfall wirken nun die Verbindungsstege 52 und 54 in Verbindung mit der Sollknicklinie 50 als Gelenk, so daß sich bei einer Deformation des Dachrahmens 22 der Halteabschnitt 38 relativ zu dem Befestigungsabschnitt 36 bei Wirken einer Biegekraft F2 verbiegen kann, wie in Fig. 4 dargestellt ist. Die Biegekraft F2 wird dabei von dem Himmel 24 aufgebracht, der der Deformation des Dachrahmens 22 entgegenwirkt. Indem die Breite b der Verbindungsstege 52 bzw. 54 entsprechend gewählt wird, wird somit vermieden, daß der Halteabschnitt 38 bei einer Deformation des Dachrahmens 22 den Himmel 24 durchbricht, vielmehr wird gewährleistet, daß die durch den Himmel 24 aufgebrachte, der Deformation des Dachrahmens 22 entgegenwirkenden Kräfte den Halteabschnitt 38 nach oben verbiegen, so daß dieser nicht in den Fahrgastraum eindringt und den Kopf des beteiligten Insassen verletzt.

Der Halter 10 kann insgesamt als einstückiges, einteiliges Blechformteil hergestellt werden, und zwar in einer sehr geringen Anzahl von Arbeitsschritten.

Der Halter 10 kann beispielsweise aus einem zuvor zugeschnittenen Blechrohling hergestellt werden, indem die Öffnungen 40 bis 48 sowie 60 und 62 sowie 70 und schließlich die Sollknicklinie 50 durch Stanzen eingebracht werden, wonach nur noch geringfügige Biegevorgänge erforderlich sind, nämlich das Hochbiegen der Laschen 56 bzw. 58 an den Stirnseiten 32 und 34 des Halters 10, das Umbiegen der Verbindungsstege 52 und 54 und das Umbiegen der Abstützungen 64 und 66. Insgesamt läßt sich somit der Halter 10 Zeit- und kostengünstig herstellen.


Anspruch[de]
  1. 1. Halter zur Befestigung eines Handgriffs (12) in einem Fahrgastraum (14) eines Fahrzeugs (16) im Bereich der Innenseite eines Fahrzeugdaches (18), mit einem Befestigungsabschnitt (36) zum Befestigen des Halters (10) am Dachrahmen (22), und mit einem Halteabschnitt (38), an dem der Handgriff (12) befestigbar ist, wobei der Befestigungsabschnitt (36) und der Halteabschnitt (38) als Seite an Seite nebeneinander liegend angeordnete, miteinander verbundene Blechteile ausgebildet sind, und wobei der Halteabschnitt (38) relativ zum Befestigungsabschnitt (36) abbiegbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Befestigungsabschnitt (36) und der Halteabschnitt (38) zusammen einstückig als ein Blechteil ausgebildet sind, das eine Sollknicklinie (50) aufweist, entlang der der Halteabschnitt (38) abbiegbar ist.
  2. 2. Halter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das den Befestigungsabschnitt (36) und den Halteabschnitt (38) bildende einstückige Blechteil zumindest teilweise entlang der Sollknicklinie (50) durchtrennt ist, und daß der Halteabschnitt (38) und der Befestigungsabschnitt (36) bereichsweise einstückig miteinander verbunden sind.
  3. 3. Halter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an beiden Enden der Sollknicklinie (50) jeweils ein biegsamer Verbindungssteg (52, 54) angeordnet ist.
  4. 4. Halter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsstege (52, 54) von einer Oberfläche des Befestigungsabschnitts (36) und des Halteabschnitts (38) beabstandet auf derjenigen Seite (26) derselben angeordnet sind, zu der hin der Halteabschnitt (38) abbiegbar ist.
  5. 5. Halter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsstege (52, 54) an aus der Fläche des Befestigungsabschnittes (36) und des Halteabschnittes (38) herausgebogenen Laschen (56, 58) ausgebildet sind, die durch den jeweiligen Verbindungssteg (52, 54) miteinander verbunden sind.
  6. 6. Halter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Befestigungsabschnitt (36) und der Halteabschnitt (38) im unverbogenen Zustand an der Sollknicklinie (50) aneinanderstoßen.
  7. 7. Halter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine Abstützung (64, 66) für den Halteabschnitt (38) angeordnet ist, die die Sollknicklinie (50) in Querrichtung überspannt, die den Halteabschnitt (38) an dem Befestigungsabschnitt (36) in zur Biegerichtung entgegengesetzter Richtung abstützt.
  8. 8. Halter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die zumindest eine Abstützung (64, 66) durch Umbiegen eines Blechabschnitts des Befestigungsabschnitts (36) und/oder durch Umbiegen eines Blechabschnitts des Halteabschnitts (38) im Bereich der Sollknicklinie (50) gebildet ist.






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