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Dokumentenidentifikation DE19624734C2 16.11.2000
Titel Verschiebbares Verkleidungsteil mit Verbindungselementen und Verfahren zur Herstellung
Anmelder F.S. Fehrer GmbH & Co. KG, 97318 Kitzingen, DE
Erfinder Ehnert, Wolfgang, 97705 Burkardroth, DE;
Mehling, Walter, 97209 Veitshöchheim, DE
Vertreter Patentanwälte Böck + Tappe Kollegen, 97074 Würzburg
DE-Anmeldedatum 21.06.1996
DE-Aktenzeichen 19624734
Offenlegungstag 02.01.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.11.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.11.2000
IPC-Hauptklasse E06B 9/24
IPC-Nebenklasse B60J 7/04   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein verschiebbares Verkleidungsteil mit einem Grundkörper aus einem erhärteten Kunststoff, insbesondere Schiebehimmel für ein Fahrzeug mit Glas- oder Schiebedach, welches in Schienen durch Gleitelemente geführt ist und Verbindungselemente aufweist, an denen die Gleitelemente befestigt sind und/oder an denen eine Vorrichtung zum Verschieben des Verkleidungsteiles angreift sowie ein Verfahren zur Herstellung.

Viele Fahrzeuge sind mit einem gläsernen Schiebedach oder einem festen oder ausstellbaren Glasdach versehen, unterhalb dessen ein verschiebbares Verkleidungsteil als Blende angeordnet ist, die in erster Linie dem Schutz der Fahrzeuginsassen vor Sonneneinstrahlung dient. Das als Schiebehimmel bezeichnete Verkleidungsteil ist in Schienen beweglich befestigt, wobei es in den Endpositionen der im allgemeinen in Fahrtrichtung des Fahrzeugs erfolgenden Verschiebung den gläsernen Dachteil entweder vollständig verdeckt oder freigibt. In analoger Weise lassen sich mit verschiebbaren Verkleidungsteilen auch Stauräume oder Funktionselemente im Fahrzeuginnenraum verblenden.

Das Verkleidungsteil umfaßt einen Grundkörper in Form einer vorzugsweise etwa rechteckigen Platte, die zu ihrer Versteifung häufig mit Armierungen, Rippen oder ausgewölbten Oberflächenbereichen versehen ist und i. a. aus einem Schaumstoff, z. B. Polyurethan, oder einem anderen erhärteten Kunststoff besteht. Üblicherweise sind die Sichtflächen des Grundkörpers von einem Bezug abgedeckt, der aus einem textilen Material gefertigt ist.

Die Führung des Verkleidungsteils in den Schienen erfolgt durch Gleitelemente oder Gleitschuhe, die durch Verbindungselemente in Form von Laschen im Bereich der Kanten des Grundkörpers befestigt sind. Durch Verwendung von Laschen aus einem elastischen Material lassen sich nicht nur Fertigungstoleranzen ausgleichen sondern auch die zur Verschiebung erforderlichen Kräfte präzise einstellen. Der notwendige Kraftaufwand soll dabei weder zu gering sein, damit keine selbsttätige Verstellung des Verkleidungsteils erfolgt, noch übermäßig groß werden, um eine schwergängige Verschiebung zu vermeiden. Weitere Verbindungselemente sind notwendig, wenn die Verschiebung nicht ausschließlich manuell, beispielsweise mittels einer Griffschale, sondern über einen Antrieb erfolgen soll. In diesem Fall gestatten die Verbindungselemente eine Anbringung des Antriebs am Grundkörper sowie von weiteren Funktionsteilen, beispielsweise dem Antrieb entgegenwirkenden Federn oder einer Arretierungsvorrichtung.

Im Stande der Technik erfordert die Befestigung der Verbindungselemente am Grundkörper einen vergleichsweise hohen Fertigungsaufwand, da die Montage durch Verschraubung oder Vernietung stattfindet. Weiterhin ist eine hinreichende Fläche zur Festlegung der Verankerungselemente notwendig. In der Folge vergrößern die Verbindungselemente in nachteiliger Weise die Bauhöhe eines Schiebehimmels, weil ihre Anbringung häufig nicht unmittelbar an der vergleichsweise schmalen Kante sondern in Kantennähe auf der Fläche des Himmels vorgenommen wird. Schließlich ist auch die Belastbarkeit der Verbindung zwischen Grundkörper und Verbindungselement oft ungenügend, so daß es in diesem Bereich häufig zu Beschädigungen, etwa einem Riß oder Bruch des Grundkörpers kommt.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Erfindung die Entwicklung eines verschiebbaren Verkleidungsteils, insbesondere eines Schiebehimmels, zur Aufgabe gestellt, bei dem die Montage der Verbindungselemente einen minimalen Aufwand sowie einen geringen Bauraum erfordert und die Belastbarkeit der Verbindung erhöht ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Verbindungselemente in den Kunststoff eingegossen sind und endseitig von der Oberfläche des Grundkörpers zugänglich sind.

Der Kerngedanke der Erfindung besteht darin, die Verbindungselemente bereits während der Herstellung des Grundkörpers anzubringen. Zu diesem Zweck werden die Elemente in das Formwerkzeug zur Herstellung des Grundkörpers eingelegt und das Werkzeug nachfolgend in bekannter Weise mit dem Kunststoff gefüllt. Üblich ist dabei die Verwendung eines Schaumstoffes, beispielsweise von Polyurethan, so daß die Verbindungselemente teilweise eingeschäumt werden. Nach dem Aushärten des Kunststoffes ist somit eine sichere Verankerung der Verbindungselemente gewährleistet, die sich durch eine hintergreifende, beispielsweise schwalbenschwanzförmige Gestalt, optimieren läßt.

Das Einbringen der Verbindungselemente in das Formwerkzeug erfolgt dabei in der Weise, daß sie endseitig in das auszufüllende Volumen hineinstehen. Ihre andere Seite wird vorzugsweise in eine Aussparung der Werkzeugwandung eingesteckt oder auf eine Erhöhung im Formwerkzeug aufgeschoben. Entscheidend ist dabei ein dichter Anschluß an die Wandung, so daß der Kunststoff nicht in den Zwischenraum eindringt. Nach Abschluß der Aushärtung und Entformung des Werkstücks ist das Verbindungselement somit von der Oberfläche des Grundkörpers her zugänglich, beispielsweise indem es über sie hervorsteht.

Das vorgeschlagene Verkleidungsteil läßt sich auf erheblich vereinfachte Weise fertigen, da Montageschritte zur Festlegung der Verbindungselemente, an denen z. B. Gleitschuhe oder ein Motor anbringbar sind, entfallen. Gleichzeitig ist die Verbindung wesentlich höher belastbar, weil ein intensiver Formschluß zwischen Kunststoff und Verbindungselement entsteht, wobei sich die Belastbarkeit durch eine strukturierte Oberfläche oder Adhäsionskräfte zwischen Verbindungselement und Kunststoff weiter verbessern läßt. Schließlich verringert sich auch die Bauhöhe des Verkleidungsteiles, da Flächen zum Einbringen von Schrauben oder anderen Verankerungselementen nicht notwendig sind. Somit eignet sich das erfindungsgemäße Verkleidungsteil in besonderer Weise als Schiebehimmel für Kraftfahrzeuge.

Die mechanisch hochbelastbare Verankerung der Verbindungselemente im Grundkörper gestattet die Minimierung seiner Dicke. Um dabei eine gute Formstabilität sicherzustellen, wird vorgeschlagen, daß der Kunststoff eine Armierung aufweist, beispielsweise Glasfasermatten. In der Folge ist eine hohe Formstabilität des Verkleidungsteiles auch bei geringem Eigengewicht und -volumen gewährleistet, so daß Vibrationen des Fahrzeuges oder Luftbewegungen keine Schwingungen und Klappergeräusche auslösen.

Zweckmäßig weist das Verkleidungsteil auf seiner Sichtseite einen Bezug auf, beispielsweise aus einem textilen Material, der den Grundkörper verblendet und vor Beschädigungen schützt. Bevorzugt wird der Bezug ebenso wie die Verbindungselemente vor dem Einfüllen des Kunststoffs in das Formwerkzeug eingebracht. Damit entsteht eine permanente Verbindung zum Grundkörper, indem der Bezug z. B. mit einem Schaumstoff hinterschäumt wird. Denkbar ist, daß der Bezug über die Kanten des Verkleidungsteiles übersteht und die Verbindungselemente sowie Führungsschienen derart gleichfalls verblendet.

Zweckmäßig sind die Verbindungselemente Laschen, also flache, beispielsweise rechteckförmige Materialstreifen. Sie gestatten eine geringe Bauhöhe des Verkleidungsteiles und eine ausgesprochen preiswerte Fertigung.

Bei gleichzeitigem, kantenseitigen Überstand eines Bezuges und der Verbindungselemente über den Grundkörper besteht das Problem ihres Abdichtens und Entformens unter Vermeidung eines vollständigen Einschlusses durch den Kunststoff. Um die Abdichtung zu vereinfachen, für die sich im allgemeinen keine zwischen Bezug und Lasche eingreifenden Schieber verwenden lassen, da sie auf komprimierten textilen Bezügen nicht abgleiten, wird vorgeschlagen, die Lasche mit vorzugsweise zwei Kröpfungen zu versehen. Der abgekröpfte Bereich der Lasche kann die Bezuginnenseite berühren und ggf. abstützen, während die freien Enden der Lasche vom Bezug beabstandet durch den Kunststoff umschlossen werden bzw. über seine Oberfläche hervorstehen. Zudem bewirkt eine Kröpfung einen guten Formschluß zwischen Verbindungselement und Grundkörper.

Vorzugsweise bestehen die Verbindungselemente aus einem elastischen Material, für das sich im Fall einer Lasche beispielsweise Federstahl anbietet. Damit ist auch bei Fertigungstoleranzen ein Längenausgleich sowie die präzise Einstellung der Kraftwirkung zwischen Gleitelementen und Führungsschiene möglich.

Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung lassen sich dem nachfolgenden Beschreibungsteil entnehmen, in dem anhand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel näher erläutet wird. Die Zeichnung zeigt den Querschnitt durch ein Verkleidungsteil in prinzipienhafter Darstellung.

Das vorgeschlagene Verkleidungsteil umfaßt einen Grundkörper (1) aus Polyurethan, der mit Glasfasermatten (2) armiert und auf seiner Sichtseite mit einem Bezug (3) aus textilem Material versehen ist. Das Verkleidungsteil kann beispielsweise als Sonnenblende bzw. Schiebehimmel unter dem Glasdach eines Fahrzeuges verwendet werden. Zu diesem Zweck ist es in seiner Position mit Gleitelementen (4) in Schienen (5) entlang seiner Kante in etwa horizontaler Richtung verschiebbar, während seine Lage in vertikaler Richtung fixiert ist.

Verbindungselemente (6), die teilweise in den Grundkörper (1) eingeschäumt sind und endseitig über seine Oberfläche hervorstehen, dienen zur Anbringung der Gleitelemente (4). In analoger Weise sind beispielsweise auch Seilzüge, Gestänge oder Federn mit dem Grundkörper verbindbar. Die laschenförmigen Verbindungselemente (6) weisen zwei Kröpfungen auf, so daß sie mit ihrem mittlerem Bereich (7) am Bezug (3) anliegen, während ihre Enden (8, 9) jeweils von ihm beabstandet sind. Auf diese Weise werden der Formschluß mit dem Grundkörper (1) und die Verankerung verbessert, während eine erleichterte Abdichtung zwischen dem ausgeschäumten Bereich des Grundkörpers (1) sowie dem freien Ende (9) des Verbindungselementes (6) und dem Überstand (10) des Bezuges (3) im Verlauf des Schäumprozesses zur Herstellung des Verkleidungsteils möglich ist. Der Überstand (10) des Bezuges (3) verblendet dabei die Gleitelemente (4), Schiene (5) und Verbindungselemente (6), so daß ein Abschluß zum Fahrgastraum gegeben ist.

Im Ergebnis entsteht auf diese Weise ein Verkleidungsteil mit Verbindungselementen, daß sich auf einfache Weise herstellen läßt, mechanisch stabil ist und eine geringe Bauhöhe aufweist.


Anspruch[de]
  1. 1. Verschiebbares Verkleidungsteil mit einem Grundkörper aus einem erhärteten Kunststoff, insbesondere Schiebehimmel für ein Fahrzeug mit Glas- oder Schiebedach, welches in Schienen durch Gleitelemente geführt ist und Verbindungselemente aufweist, an denen die Gleitelemente befestigt sind und/oder an denen eine Vorrichtung zum Verschieben des Verkleidungsteiles angreift, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungselemente (6) in den Kunststoff eingegossen sind und endseitig von der Oberfläche des Grundkörpers (1) zugänglich sind.
  2. 2. Verkleidungsteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoff ein Schaumstoff ist.
  3. 3. Verkleidungsteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoff eine Armierung aufweist.
  4. 4. Verkleidungsteil nach einem der vorhergehenden Anspüche, gekennzeichnet durch einen Bezug (3) auf seiner Sichtseite.
  5. 5. Verkleidungsteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungselemente (6) Laschen sind.
  6. 6. Verkleidungsteil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Laschen gekröpft sind.
  7. 7. Verkleidungsteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungselemente (6) aus einem elastischen Material bestehen.
  8. 8. Verfahren zur Anbringung von Verbindungselementen an einem beweglichen Verkleidungsteil, insbesondere einem Schiebehimmel, mit einem Grundkörper aus ausgehärtetem Kunststoff, der im Guß in einem Formwerkzeug geformt wird, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
    1. - Einbringen der Verbindungselemente (6) in das Formwerkzeug in der Weise, daß sie endseitig in das auszugießende Volumen hineinstehen und dicht an die Wandung des Formwerkzeuges anschließen,
    2. - Füllung des Formwerkzeuges mit dem Kunststoff,
    3. - Aushärtung des Kunststoffs.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Formwerkzeug mit dem Kunststoff ausgeschäumt wird.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein Bezug (3) vor dem Einbringen des Kunststoffs in das Formwerkzeug eingelegt wird.






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