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Dokumentenidentifikation DE19744684C2 16.11.2000
Titel Dichtungsanordnung an einer Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeuges
Anmelder Bayerische Motoren Werke AG, 80809 München, DE
Erfinder Sibinger, Harald, 80937 München, DE;
Kapfberger, Bernhard, 81927 München, DE
DE-Anmeldedatum 09.10.1997
DE-Aktenzeichen 19744684
Offenlegungstag 22.04.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.11.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.11.2000
IPC-Hauptklasse B60J 10/02
IPC-Nebenklasse B60J 1/00   E06B 3/58   B60R 13/07   
Zusammenfassung Aus der DE 4141813 A1 ist bereits ein Kraftfahrzeug mit einer Windschutzscheibe bekannt, bei der in einem Zwischenraum zwischen einer Windschutzscheibe und einem Fensterrahmen eine einen Wasserführungskanal bildende Dichtung angeordnet ist. Ein über die Windschutzscheibe ragender Fortsatz der Dichtung wirkt aerodynamisch ungünstig. Aufgabe der Erfindung ist es, ein Kraftfahrzeug mit einer Windschutzscheibe zu schaffen, bei der durch die Dichtung zuverlässig ein seitliches Abströmen von Regenwasser verhindert wird.
Dies wird dadurch erreicht, daß an dem Halteprofil (9) der Dichtung (8) eine Lippe (11) angeformt ist, die den Wasserführungskanal (22) in Richtung zu dem Fensterrahmen (5) teilweise unter Bildung eines Spaltes (16) überdeckt und daß unterhalb des Spaltes (16) ein zum Halteprofil (9) zeigender Fortsatz (20) eines an einem freien Ende (19) eines am Halteprofil (9) angeformten Schenkels (18) unter Bildung eines versetzt verlaufenden Kanalabschnittes (25, 26) angeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Dichtungsanordnung an einer Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeuges gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Eine gattungsbildende Dichtungsanordnung geht aus der DE 32 10 106 A1 hervor. Bei dieser Dichtungsanordnung ist nachteilig, dass die vorbekannte Dichtungsanordnung aus mehreren Bauteilen besteht, die vor der Endmontage zusammengebaut werden müssen. Diese Dichtungsanordnung weist somit eine komplizierte Bauweise auf und ist aufwendig zu montieren.

Aus der DE 35 01 916 C2 ist ein elastisches Abdeckprofil bekannt, das ein Halteprofil aufweist, durch das eine Befestigung des Abdeckprofils an der Windschutzscheibe möglich ist. Das vorbekannte Abdeckprofil ist jedoch mehrteilig, so dass der Aufbau kompliziert und die Montage aufwendig ist. Eine in dem Abdeckprofil ausgebildete Regenrinne ist U-förmig ausgebildet, so dass das in der Regenrinne befindliche Wasser bei niedrigen Geschwindigkeiten auf die Seitenscheiben gelangen kann.

Ferner ist aus der DE 41 41 813 A1 ein Kraftfahrzeug mit einer in einem Fensterrahmen eingebauten Windschutzscheibe vorbekannt. In einem Zwischenraum zwischen einer Umlaufkante der Windschutzscheibe und dem Fensterrahmen ist eine Dichtung angeordnet, die den Zwischenraum überbrückt. Die Dichtung weist ein Halteprofil auf, das an der Umlaufkante der Windschutzscheibe befestigt ist. An einem von der Windschutzscheibe abgewandten Ende des Halteprofils ist ein unterer, im Zwischenraum U-förmig angeordneter Schenkel ausgebildet, von dem ein zur Windschutzscheibe weisender Fortsatz absteht. Durch das Halteprofil und den Schenkel wird ein Wasserführungskanal gebildet. Der von dem Schenkel abstehende Fortsatz ist in Höhe des Fensterrahmens oberhalb des Halteprofils angeordnet, so daß sich zwischen dem Fortsatz und dem Halteprofil eine Einlaßöffnung ergibt. Diese Bauweise hat jedoch den Nachteil, daß der abstehende Fortsatz die bei hohen Geschwindigkeiten des Kraftfahrzeuges auftretenden Kräfte aufnehmen muß, so daß es zu einer Beschädigung des abstehenden Fortsatzes kommen kann.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Dichtungsanordnung an einer Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeuges zu schaffen, bei dem das bei Regen auf die Windschutzscheibe gelangende Wasser zumindest an den beiden Seitenrändern vor den Dachsäulen sicher abführbar ist, wobei die Dichtungsanordnung einen einfachen Aufbau aufweist und einfach zu montieren ist.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Durch die erfindungsgemäße Ausbildung und Anordnung der Dichtung zwischen der Windschutzscheibe und dem Fensterrahmen wird erreicht, daß bei einer Regenfahrt das Regenwasser von der Windschutzscheibe in einen durch die Dichtung ausgebildeten Wasserführungskanal umgelenkt wird. Das Regenwasser wird von dort bei niedrigen Geschwindigkeiten unterhalb der Windschutzscheibe ins Freie abgeleitet und bei hohen Geschwindigkeiten über das Dach abgeführt. Auf diese Weise kann das Regenwasser von der Windschutzscheibe nicht zu den sich an den Fensterrahmen anschließenden Seitenscheiben strömen. Bei der erfindungsgemäßen Dichtung sind die Umströmungsgeräusche reduziert, da die Form der äußeren Lippe, die den Spalt mit dem Fensterrahmen bildet, strömungsoptimiert in bezug auf die Form des Fensterrahmens ausgebildet ist und die erfindungsgemäße Dichtung somit keine überstehenden Teile aufweist. Dadurch ergibt sich auch eine gute Aerodynamik. Durch die erfindungsgemäße Überdeckung zwischen der Lippe und dem zur Windschutzscheibe hinweisenden Fortsatz des unteren Schenkels wird eine Art "Labyrinthsystem" geschaffen. Durch das Labyrinthsystem kann zwar das von der Windschutzscheibe abströmende Wasser über die Einlaßöffnung und den sich daran anschließenden mäanderförmigen oder S-förmigen Kanal zu dem Wasserführungskanal gelangen, jedoch wird das Wasser durch den den Wasserführungskanal teilweise überdeckenden Fortsatz an einem Ausströmen gehindert.

In einer vorteilhaften Ausführungsform ist der nach außen hin offene Wasserführungskanal nur in den Abschnitten parallel zur jeweiligen Dachsäule ausgebildet. In den übrigen Abschnitten des Fensterrahmens überdeckt die Dichtung den Zwischenraum zwischen der Windschutzscheibe und dem Fensterrahmen. In einer anderen vorteilhaften Ausführungsform ist der Wasserführungskanal umlaufend entsprechend dem Zwischenraum zwischen der Windschutzscheibe und dem Fensterrahmen ausgebildet.

Eine Ausführungsform der Erfindung wird nachstehend anhand der einzigen Figur beschrieben. Die Figur zeigt eine Querschnittsansicht in einem Bereich zwischen einer Umlaufkante 3 einer Windschutzscheibe 2 eines Kraftfahrzeuges 1 und eines als Dachsäule 4 ausgebildeten Abschnittes eines Fensterrahmens 5. In einem Zwischenraum 6 zwischen der Umlaufkante 3 der Windschutzscheibe 2 und einem Wandabschnitt 7 der Dachsäule 4 ist eine Dichtung 8 angeordnet. Die Dichtung 8 weist ein im Querschnitt U-förmiges Halteprofil 9 auf, das die Umlaufkante 3 umgreift. An der vom Kraftfahrzeug 1 abgewandten Oberseite 10 des Halteprofils 9 ist eine Lippe 11 ausgebildet, die in den Zwischenraum 6 ragt.

Die Form der Außenoberfläche 12 der Lippe 11 ist strömungsgünstig in bezug auf einen den Zwischenraum 6 begrenzenden Rand 13 des Fensterrahmens 5 so ausgerichtet, daß eine Luftströmung 14, die in der Figur als ein in einer durchgezogenen Linie dargestellter Pfeil gezeigt ist, störungsfrei strömen kann. Zwischen einem von der Windschutzscheibe 2 abgewandten vorderen Ende 15 der Lippe 11 und dem Rand 13 der Dachsäule 4 ist ein Spalt oder eine Einlaßöffnung 16 ausgebildet, deren Abstand b = ca. 2 bis 10 mm beträgt.

An einem unteren Abschnitt 17 des Halteprofils 9 ist ein Schenkel 18 ausgebildet, der mit seinem freien Ende 19 an der oberen Hälfte des Wandabschnittes 7 in der Nähe des Randes 13 anliegt. An dem freien Ende 19 ist ein zur Windschutzscheibe 2 weisender Fortsatz 20 angeformt. Die Lippe 11 überdeckt ein vorderes Ende 27 des Fortsatzes 20 um eine Strecke a ≥ 0 bis 4 mm. Der Schenkel 18 bildet mit einem zu der Dachsäule 4 hinzeigenden Wandabschnitt 21 des Halteprofils 9 einen Wasserführungskanal 22. Die schräg nach außen in Richtung des Randes 13 verlaufende Oberseite 23 des Fortsatzes 20 bildet mit der dazu in etwa parallel verlaufenden Unterseite 24 der Lippe 11 einen schräg verlaufenden Kanalabschnitt 25. An den Kanalabschnitt 25 schließt sich ein senkrecht nach unten verlaufender, kurzer Kanalabschnitt 26 an, der durch den Wandabschnitt 21 des Halteprofils 9 und das vordere Ende 27 des Fortsatzes 20 gebildet ist. Die Unterseite 28 des Fortsatzes 20 überdeckt teilweise den sich an den Kanalabschnitt 26 anschließenden rinnenförmigen Wasserführungskanal 22.

In einer strichlierten Linie 29 ist die Strömung eines auf der Außenoberfläche 30 der Windschutzscheibe 2 fließenden Wassers in Richtung auf den Fensterrahmen 5 dargestellt, wobei das Wasser über die Außenoberfläche 12 der Lippe 11 zu der Einlaßöffnung 16 und danach über die Kanalabschnitte 25 und 26 in den Wasserführungskanal 22 strömt. Durch den vorstehenden Fortsatz 20 wird ein Herausfließen des Wassers in Richtung zur Dachsäule 4 bzw. zum Fensterrahmen 5 vermieden. Das sich in dem Wasserführungskanal 22 gesammelte Wasser fließt aufgrund der bei niedrigen Fahrzeug-Geschwindigkeiten herrschenden Strömungsverhältnisse und der Schwerkraft nach unten und tritt unterhalb eines unteren Randes der Windschutzscheibe 2 aus. Von dort wird das Wasser entweder in den vor der Windschutzscheibe 2 befindlichen Windlauf oder zur Türsäule hin abgeführt. Bei hohen Fahrzeug-Geschwindigkeiten wird das Regenwasser der Windschutzscheibe 2 über das Fahrzeugdach abgeleitet.

In der in der Figur gezeigten Ausführungsform ist der Spalt 16 nur in dem Bereich zu den an die Windschutzscheibe 2 angrenzenden Dachsäulen 4 ausgebildet. An den waagrechten Rändern der Windschutzscheibe 2 zum Dach und zur Motorhaube hin ist der Spalt 16 verschlossen. In einer anderen Ausführungsform ist der Spalt 16 mit den Kanalabschnitten 25, 26 und dem Wasserführungskanal 22 um die gesamte Windschutzscheibe 2 herum ausgebildet.


Anspruch[de]
  1. 1. Dichtungsanordnung an einer Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeuges, wobei in einem Zwischenraum (6) zwischen einer Umfangskante (3) der Windschutzscheibe (2) und einem Fensterrahmen (4, 5) der Fahrzeugkarosserie eine Dichtung (8) angeordnet ist, die einen nach außen hin offenen Wasserführungskanal (22) aufweist, mit einer an die Dichtung (8) angeformten Lippe (11), die den Wasserführungskanal (22) in Richtung zu dem Fensterrahmen (5) teilweise unter Bildung eines Spaltes (16) überdeckt, mit einem Fortsatz (20), der unterhalb des Spaltes (16) angeordnet ist und in Richtung Umfangskante (3) der Windschutzscheibe (2) zeigt, wobei durch den Fortsatz (20) ein versetzt verlaufender Kanalabschnitt (25, 26) gebildet ist, und wobei die Lippe (11) ein vorderes Ende (27) des Fortsatzes (20) überdeckt, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung (8) ein die Umfangskante (3) der Windschutzscheibe (2) umgreifendes Halteprofil (9) aufweist, an dem ein Schenkel (18) angeformt ist, an dessen freiem Ende (19) der Fortsatz (20) ausgebildet ist und dass der Schenkel (18) unter Vorspannung zumindestens mit seinem freien Ende (19) in der Nähe des Randes (13) an dem Fensterrahmen (4, 5) anliegt.
  2. 2. Dichtungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Fortsatz (20) beabstandet zu der Unterseite (24) der Lippe (11) und zu einem Wandabschnitt (21) des Halteprofils (9) angeordnet ist.
  3. 3. Dichtungsanordnung nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lippe (11) ein vorderes Ende (27) des Fortsatzes (20) um eine Strecke a ≥ 0 bis 4 mm überdeckt.
  4. 4. Dichtungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen einem vorderen Ende (15) der Lippe (11) und dem dazu gegenüberliegenden Fensterrahmen (4, 5, 13) b = ca. 2 bis 10 mm beträgt.
  5. 5. Dichtungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge und Neigung des Fortsatzes (20) so bemessen ist, daß ein Ausströmen des sich in dem Wasserführungskanal (22) angesammelten Wassers verhindert ist.
  6. 6. Dichtungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der nach außen hin offene Wasserführungskanal (22) nur in Richtung der zum Fensterrahmen (5) gehörenden seitlichen Dachsäulen (4) ausgebildet ist und daß die Lippe (11) bei den übrigen Abschnitten des Fensterrahmens (5) den Zwischenraum (6) zwischen der Windschutzscheibe (2) und dem Fensterrahmen (5) vollständig überdeckt.
  7. 7. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Wasserführungskanal (22) entsprechend dem Verlauf des Zwischenraumes (6) umlaufend nach außen hin offen ist.






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