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Dokumentenidentifikation DE10022135A1 23.11.2000
Titel Gasbohrgerät
Anmelder Deilmann-Haniel Maschinen- und Stahlbau GmbH, 44319 Dortmund, DE
Erfinder West, Markus, 44532 Lünen, DE
Vertreter Schulte, J., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 45219 Essen
DE-Anmeldedatum 06.05.2000
DE-Aktenzeichen 10022135
Offenlegungstag 23.11.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.11.2000
IPC-Hauptklasse E21B 19/08
Zusammenfassung Ein Bohrgerät 1 ist mit einem hydraulischen Stangenlöseschlüssel 7 ausgerüstet, welcher längsverschieblich gelagert ist. Der Stangenlöseschlüssel 7 wird zum Lösen von Verwindungen von Bohrstangengewinden benutzt, indem er das Losbrechmoment über die bereits gelöste Verbindung zwischen Adapter 3 und Bohrstänge 2 auf die zu lösende Bohrstange überträgt. Der Innenquerschnitt 10 des Stangenlöseschlüssels 7 ist ebenso wie die Schlüsselfläche 11 des Bohrgestänges 2 polygonförmig ausgebildet, sodass in der ausgefahrenen Position des Stangenlöseschlüssels 7 eine Drehmomentenübertragung vom Drehwerk 4 auf das Bohrgestänge 2 ermöglicht ist. Der Stangenlöseschlüssel 7 ist in einer Freilaufhülse 8 geführt, die am Gehäuse eines Verschiebezylinders 6 fixiert ist, über den der Stangenlöseschlüssel 7 verschoben wird.

Beschreibung[de]

Gegenstand der Erfindung ist ein Bohrgerät, vorzugsweise ein Gasbohrgerät, dessen Drehwerk auf einer Bohrlaffette verschieblich geführt ist und über einen Adapter mit dem Bohrgestänge lösbar verbunden ist.

Im Berg-, Tunnel-, und Grundbau sind diverse Geräte zum Herstellen von Bohrungen bekannt. Gasbohrgeräte dienen dazu, Löcher für Gasrohrleitungen zu bohren. Die Gasrohrleitung wird mit Hilfe des Gasbohrgerätes in das Bohrloch eingebracht, damit die im Gestein befindlichen Gase abgesaugt werden können. Anwendungsfälle hierfür sind etwa das Aus- und Vorrichten des Grubengeländes zur Beherrschung der Ausgasung in Grubenfeldern mit hoher Ausgasung, dass Absenken des Methaninhaltes von Bauflözen durch Vorabsaugen vor dem Abbau, das Absaugen des Gases aus dem Hangenden und den Liegenden laufender Abbaubetriebe oder das Abführen von Gasansammlungen aus alten Grubenbauen. Die verwendeten Bohrgeräte sollen eine gute Handhabung beim Einbau wie beim Ausbau des Bohrgestänges gewährleisten, insbesondere wenn es darum geht, die Bohrstangen zu verschrauben bzw. wieder voneinander zu trennen. Dazu ist auf der Bohrlaffette ein längsverschiebliches Drehwerk angeordnet, welches auf einem Hammerschlitten zu einer im vorderen Bereich des Bohrgerätes angeordneten Abfangvorrichtung verfahrbar ist. Dabei stellt sich das Problem, dass eine Bohrstange an beiden Enden losgeschraubt, gleichzeitig aber gehalten werden muss. Zwei hintereinander angeordnete Bohrstangen müssen voneinander losgeschraubt werden, wobei die entsprechende Drehbewegung über das Drehwerk ausgeführt wird. Gleichzeitig muss dabei zwischen Drehwerk und drehwerksseitigem Ende der ersten Bohrstange ein Drehmoment übertragen werden. Hierfür ist eine zweiteilige, zangenartige Lösevorrichtung, ein sogenannter Doppelschlüssel bekannt, welcher von Hand über eine Schlüsselfläche des Adapters und des Bohrrohres radial aufgeschoben wird, so dass über diese starre Einheit das volle Drehmoment auf die bereits gelöste Gewindeverbindung zur nächsten Gewindeverbindung aufgebracht werden kann. Von Nachteil ist an dieser Lösevorrichtung, dass der ein erhebliches Gewicht aufweisende Schlüssel von Hand eingelegt bzw. entnommen werden muss, was umständlich und mit erheblicher Verletzungsgefahr verbunden ist. Weiterhin müssen die Schlüsselflächen vom Adapter und Bohrrohr exakt zueinander fluchten, was nur unter hohem Aufwand zu erreichen ist. Schließlich muss der Schlüssel, um zu verhindern, dass er durch die Luft fliegt, verriegelt werden. Dazu muss sich der Bohrhelfer in den unmittelbaren Gefahrenbereich begeben.

Der Erfindung stellt sich somit die Aufgabe, ein Bohrgerät mit einem sicheren und leicht handhabbaren, störungsunanfälligen und aus einer minimalen Anzahl von Bauteilen bestehenden Lösemechanismus zu schaffen.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass dem Adapter ein in Axialrichtung verschieblicher Stangenlöseschlüssel zugeordnet ist, welcher einen Innenquerschnitt aufweist, der mit einer Schlüsselfläche auf dem Bohrgestänge korrespondierend ausgebildet ist.

Der Stangenlöseschlüssel wird hydraulisch in zwei Positionen bewegt. Im Normalbetrieb befindet sich der Stangenlöseschlüssel in einer eingefahrenen Parkposition auf dem Adapter. Bei eingeschaltetem Drehmechanismus dreht sich der Stangenschlüssel mit, ohne dabei ein Drehmoment auf die Bohrstange zu übertragen oder sonstwie Kraft übertragend mit dieser verbunden zu sein. In der anderen Position wird der Stangenlöseschlüssel hydraulisch, gegebenenfalls auch mechanisch ausgefahren, sodass er eine auf dem Bohrgestänge bzw. der Bohrstange angeordnete Schlüsselfläche umgreift. In dieser Position werden Drehmomente vom Drehwerk über den Adapter und den Löseschlüssel auf das Bohrgestänge übertragen, obwohl Adapter und Bohrstange bereits nicht mehr verschraubt sind. Auf diese Weise wird die Schraubverbindung zwischen zwei hintereinander angeordneten Bohrstangen gelöst. Insbesondere kann der Stangenlöseschlüssel auf diese Weise das maximale Losbrechmoment über die bereits gelöste Verbindung auf die Verbindung zwischen der ersten und der zweiten Bohrstange übertragen. Da der Stangenlöseschlüssel lediglich über eine reine Axialbewegung von einer Position in die andere versetzt wird, ist ein denkbar störungsunanfälliges und leicht handhabbares Bohrgerät geschaffen, zu dessen Bedienung sich der Bohrhelfer nicht in den Gefahrenbereich zu begeben braucht.

Um eine besonders gute Drehmomentenübertragung zwischen dem Bohrgerät und dem Bohrgestänge zu erreichen ist vorgesehen, dass der Stangenlöseschlüssel einen polygonförmigen Innenquerschnitt und das Bohrgestänge im Bereich der Schlüsselfläche einen polygonförmigen Außenquerschnitt aufweist. Beide Bauteile greifen also formschlüssig ineinander, sodass das Drehmoment übertragen werden kann. Dadurch ist die Handhabung sicher und leicht kontrollierbar für das Personal, da sich der Stangenlöseschlüssel nur in einen passgenauen Sitz axial verschieben lässt. Gegenüber dem runden Querschnitt der Bohrstange büßt der polygonförmige nur ein geringes Maß an Fläche ein, sodass praktisch der gesamte Querschnitt ausgenutzt werden kann. Das Bohrgestänge muss dementsprechend über eine polygonförmige Schlüsselfläche verfügen, die ausschließlich am dem Drehwerk zugewandten Ende vorgesehen ist, um die Bohrleistung nicht zu beeinträchtigen. Dabei sollte die Tiefe der Schlüsselfläche der Tiefe des Stangenlöseschlüssels bzw. dem Verfahrweg des Stangenlöseschlüssels in axialer Richtung entsprechen.

Der Stangenlöseschlüssel ist in einer in Radialrichtung feststellbaren Freilaufhülse drehbar gelagert. Die Freilaufhülse selbst ist durch einen Gleitschuh in axialer Richtung verschiebbar geführt und über eine Verlagerung einem Verschiebezylinder zugeordnet, über den die Verschiebung des Stangenlöseschlüssels bzw. der diesen umgebenden Freilaufhülse durchgeführt wird. Der Gleitschuh greift in einer dem Drehwerk bzw. Hammerschlitten zugeordneten Führungsschiene ein und fungiert somit als Drehmomentenstütze der Freilaufhülse. Letztere bildet das Schaltlager für den Stangenlöseschlüssel, der in beiden zuvor erläuterten Positionen über das Drehwerk mitbewegt wird.

Zur Bewegung des Stangenlöseschlüssels in die beiden Grundpositionen ist vorgesehen, dass die Freilaufhülse über ein Feststellteil mit einem Verschiebezylinder verbunden ist, der Freilaufhülse und Stangenlöseschlüssel in Axialrichtung verschiebbar ausgebildet ist. Das Feststellteil verbindet als Verlagerung Freilaufhülse und Verschiebezylinder, sodass die über den Verschiebezylinder ausgeführten Bewegungen auf die Lösestangenhülse übertragen werden können. Vorteilhaft hieran ist auch, dass mit dem Verschiebezylinder, der Freilaufhülse sowie dem Stangenlöseschlüssel lediglich drei Grundbauteile notwendig sind, um die erfindungsgemäße Aufgabe umzusetzen. Im Prinzip ist dazu auch nur eine Bewegung notwendig, nämlich das Verschieben dieser Grundbauteile von einer Position in die andere, wobei die Freilaufhülse durch den Gleitschuh geführt ist, welcher in die Führungsschiene des Drehwerks eingreift.

Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass das Feststellteil rechtwinklig von der Freilaufhülse abstehend ausgebildet und über Schrauben am Gehäuse des Verschiebezylinders fixiert ist. Die Verlagerung ist über das an die Freilaufhülse angeschweißte Feststellteil erreicht, das mit dem Verschiebezylinder durch Schrauben verbunden ist, welche die Verschiebekräfte übertragen und ein Lösen aufgrund der Drehbewegung verhindern. Das Feststellteil ist an die Freilaufhülse angeschweißt und mit dem Verschiebezylinder über mindestens zwei Schrauben verbunden, um ein Lösen aufgrund der Drehbewegung zu verhindern.

Den hohen dynamischen Belastungen zwischen Stangenlöseschlüssel und Freilaufhülse wird dadurch Rechnung getragen, dass der Stangenlöseschlüssel an seinem stirnseitigen Ende zur Bohrrichtung ein Anschlagflansch für die Freilaufhülse und eine die Freilaufhülse umschließende Abkantung aufweist. Somit ist der Stangenlöseschlüssel im Zusammenspiel mit dem noch zu erläuternden Sicherungsring in seiner Längsposition gegenüber der Freilaufhülse unverschieblich gehalten. Aufgrund seiner Formgebung schützt der Anschlagflansch das Freilauflager vor Schmutz und dient gleichzeitig als Führung beim Bohrbetrieb.

Des weiteren ist vorgesehen, dass der Stangenlöseschlüssel an seinem dem Drehwerk zugewandten Ende eine Ringnut zur Aufnahme eines die Verbindung zur Freilaufhülse herstellenden Sicherungsrings aufweist. Dieser Sicherungsring wirkt gewissermaßen als Gegenstück zu dem Anschlagflansch und fixiert den Stangenlöseschlüssel ebenso in seiner Position gegenüber der Freilaufhülse. Weiterhin ist der Sicherungsring ein beispielsweise im Rahmen der Wartung leicht ausbaubares Bauteil. Gleit- und Druckringe zwischen Stangenlöseschlüssel und Freilaufhülse ergänzen diese Funktionen und können beispielsweise aus Kunststoff hergestellt sein.

Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass der Innenquerschnitt des Stangenlöseschlüssels und der Außenquerschnitt des Bohrgestänges im Bereich der Schlüsselfläche fünfeckig ausgebildet sind. Bei der fünfeckigen Ausbildung des Polygons handelt es sich um die unter fertigungstechnischen, wirtschaftlichen und mechanischen Gesichtspunkten günstigste. Auf diese Weise kann eine besonders große Querschnittsfläche der Bohrstange ausgenutzt werden, wobei gleichzeitig nur eine geringe Kerbwirkung entsteht. Die Seiten des Polygons können die gleiche oder auch eine unterschiedliche Länge aufweisen.

Eine alternative Ausführung dazu sieht vor, dass der Innenquerschnitt des Stangenlöseschlüssels und der Außenquerschnitt des Bohrgestänges im Bereich der Schlüsselfläche drei- oder viereckig ausgebildet sind.

Eine weitere alternative Ausführungsform sieht vor, dass der Innenquerschnitt des Stangenlöseschlüssels und der Außenquerschnitt des Bohrgestänges im Bereich der Schlüsselfläche sechs- oder mehreckig oder oval ausgebildet sind.

Um das Anpassen zwischen Innenquerschnitt des Stangenlöseschlüssels und der Schlüsselfläche des Bohrgestänges zu erleichtern, sind der polygonförmige Innenquerschnitt und der polygonförmige Außenquerschnitt abgerundet ausgebildet. Die jeweiligen, Stangenlöseschlüssel und Bohrgestänge zugeordneten Polygone sind nicht eckig ausgebildet oder mit exakten Winkeln versehen, sondern abgerundet, damit der Stangenschlüssel einfacher über das Bohrgestänge gefahren werden kann. Um das Auffahren des Stangenlöseschlüssels auf die Bohrrohrschlüsselfläche noch weiter zu erleichtern, wird der Stangenlöseschlüssel auf der dem Bohrgestänge zugewandten Seite mit Phasen ausgebildet. Während der Stangenlöseschlüssel mittels des Verschiebezylinders nach vorne gedrückt wird, wird das Drehwerk kurzzeitig in eine Stufe langsamer Rotation geschaltet, bis die Schlüsselflächen beider Bauteile fluchten und der Stangenlöseschlüssel ganz auf die Schlüsselfläche des jeweiligen Bohrrohres gefahren werden kann.

Zur leichten und schonenden Verbindung der einzelnen Bohrrohre ist vorgesehen, dass das Bohrgerät mit einem Hammerschlitten ausgerüstet ist, welchem diesen in Bohrrichtung drückende Federn zugeordnet sind. Somit wird ein federunterstützter Freilauf bewirkt, der insbesondere die zwischen den Bohrrohren vorhandenen Gewinde schont. Diese Druckfedern müssen vor dem Verschrauben einer Bohrstange gespannt sein, damit die Gewindelänge automatisch durch Nachrücken des Drehwerks ausgeglichen wird. Beim Lösen einer Bohrstange müssen die Druckfedern entlastet sein, damit sich das Drehwerk gegen die Federn verschieben lässt.

Um diese Parameter kontrollieren zu können, ist dem Drehwerk eine den Federweg anzeigende Skala zugeordnet. Somit kann das Federpaket stets optimal den Anforderungen entsprechend eingestellt werden.

Die Erfindung betrifft außerdem ein Bohrgestänge. Dieses zeichnet sich durch einen polygonförmigen Außenquerschnitt im Bereich der zu dem Stangelöseschlüssel des Bohrgerätes korrespondierenden Schlüsselfläche aus. Das Bohrgestänge ist an seinem dem Stangenlöseschlüssel zugewandten Ende im Bereich einer Ausnehmung mit einem polygonförmigen Außenquerschnitt ausgerüstet, über den der Stangelöseschlüssel gefahren wird, so dass die Drehmomente vom Drehwerk über den Adapter und den Stangenlöseschlüssel auf das Bohrgestänge übertragen werden können.

Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass ein Bohrgerät geschaffen ist, welches das Einbringen und Ausbauen der Bohrgestänge deutlich vereinfacht. Dies wird insbesondere durch die Ausbildung des erfindungsgemäßen Stangenlöseschlüssels erreicht. Dieser ist über einen Verschiebezylinder in zwei Positionen verfahrbar, wobei er in der eingefahrenen Position keine Drehmomente und in der ausgefahrenen Position Drehmomente gerade dann überträgt, wenn Adapter und Bohrstange bereits voneinander gelöst sind. Damit ist ein spezielles, aus Bohrrohr und Stangenlöseschlüssel bestehendes Bohrzubehör geschaffen, mit welchem die einzelnen Gewindeverbindungen eines Bohrstranges sicher und einfach gelöst werden können. Der Stangenlöseschlüssel ist so ausgebildet und angeordnet, dass er den Bohrvorgang zu keiner Zeit behindert. Vorzugsweise kommt dieses System bei Großlochbohrungen, wie z. B. Gasbohrungen, zum Einsatz.

Beim Einbau einer Bohrstange wird nachdem die erste Bohrstange abgebohrt ist, die Standardschlüsselfläche der Bohrstange in die passende Position zum im vorderen Bereich des Bohrgerätes angeordneten Abfangschlüssels gebracht. Dann wird der Abfangschlüssel über die Schlüsselfläche der Bohrstange gefahren, die Schraubverbindung wird gelöst, das Drehwerk wird zum hinteren Anschlag gefahren und die nächste Bohrstange kann eingelegt und verschraubt werden. Beim Ausbau des Bohrgestänges wird der Abfangschlüssel über die Schlüsselfläche der zuletzt eingebrachten Bohrstange gefahren, woraufhin die Schraubverbindung zwischen Adapter und Bohrstange durch langsame Rotation gelöst wird. Nach Einfahren des Abfangschlüssels wird das Drehwerk mit dem Bohrgestänge soweit nach hinten gefahren, dass der Stangenlöseschlüssel mit dem Polygonansatz über die Schlüsselfläche an der Bohrstange geschoben werden kann. Nachdem der Abfangschlüssel über die Schlüsselfläche der zweiten Bohrstange gefahren ist, kann nun die Verbindung zwischen der ersten und der zweiten Bohrstange durch Rotation gelöst werden. Die hierfür erforderlichen Drehmomente können dabei aufgrund der erfindungsgemäßen Ausbildung des Innenquerschnitts des Stangenlöseschlüssels und der Schlüsselfläche der Bohrstange ausgeübt werden. Nach Lösen der beiden Bohrstangen voneinander, wird der Stangenlöseschlüssel über den Verschiebezylinder nach hinten geschoben, das Drehwerk wird zurückgefahren und die Verbindung zwischen Adapter und Bohrstange wird vollständig gelöst. Die Bohrstange kann jetzt praktisch gefahrlos entnommen werden. Das Drehwerk wird nun nach vorne gefahren, wo eine Gewindeverbindung zwischen dem Adapter und der zweiten Bohrstange hergestellt wird, sodass diese nun auf die selbe Weise von der an ihrer Stirnseite befindlichen dritten Bohrstange getrennt werden kann.

Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt ist. Es zeigen:

Fig. 1 ein Bohrgerät in teilweise geschnittener Seitenansicht mit einem Schlitten in den zwei Grundpositionen,

Fig. 2 ein Bohrgestänge,

Fig. 3 den Schnitt durch eine Bohrgestänge im Bereich der Schlüsselfläche,

Fig. 4 einen Längsschnitt durch Adapter, Stangenlöseschlüssel, Freilaufhülse und Vorschiebzylinder im eingefahrenen Zustand,

Fig. 5 einen Längsschnitt durch Adapter, Stangenlöseschlüssel und Freilaufhülse im ausgefahrenen Zustand,

Fig. 6 den Querschnitt zu Fig. 5,

Fig. 7 einen Längsschnitt durch einen Adapter und

Fig. 8 einen Längsschnitt durch einen Stangenlöseschlüssel.

In Fig. 1 ist ein Bohrgerät 1 zu erkennen, bei dem ein Hammerschlitten 22 verschieblich auf einer Bohrlaffette 5 angeordnet ist. Im hinteren Bereich ist weiterhin ein Drehwerk 4 zu erkennen. Die Abstützzylinder 21 sind jeweils im Laffettenrahmen befestigt und wirken in Bohrrichtung.

Die aus Adapter 3, Stangenlöseschlüssel 7 und Freilaufhülse 8 bestehende Geräteeinheit ist zum einen in der eingefahrenen Position 30 zum anderen in der ausgefahrenen Position 31 gezeichnet, wobei das Drehwerk 4 lediglich in der eingefahrenen Position 30 dargestellt ist. Bei Einbau des Bohrgestänges befindet sich das Drehwerk 4 nach Einbringen des Bohrgestänges in der ausgefahrenen Position 31 und die Gestängeabfangvorrichtung 23 umfasst einen hier nicht dargestellten Abfangschlüssel, durch welchen die Bohrstange gehalten wird, während über das Drehwerk 4 die Schraubverbindung zwischen Adapter 3 und der Bohrstange gelöst wird. Beim Lösen der hintereinander angeordneten und miteinander verschraubten Bohrstangen befindet sich das Bohrgerät 1 in der mit 30 bezeichneten eingefahrenen Position, auf die noch näher einzugehen ist.

Federn 25 dienen dazu, die Gewindelänge insbesondere beim Einbringen der Bohrstangen auszugleichen, indem über die Federn 25 ein automatisches Nachrücken des Drehwerks 4 bewirkt wird. Beim Lösen einer Bohrstange müssen die Federn 25 entlastet sein, damit sich das Drehwerk 4 gegen selbige verschieben lässt. Eine Skala 26 dient im Zusammenspiel mit einem Positionsanzeiger 27 dazu den Weg dieser Federn 25 und damit den durch diese ausgeübten Druck einstellbar zu machen.

Fig. 2 zeigt ein Bohrgestänge 2 mit den Schlüsselflächen 11 und 28. Die Schlüsselfläche 11 ist polygonförmig und vorzugsweise gleichmäßig fünfeckig ausgebildet und dient dazu, vom Stangenlöseschlüssel 7 aufgenommen zu werden. Über diese formschlüssige Verbindung können Drehmomente vom Drehwerk 4 auf das Bohrgestänge 2 dann übertragen werden, wenn sich der Stangenlöseschlüssel 7 in seiner ausgefahrenen Position entsprechend Fig. 5 befindet. Die Schlüsselfläche 28 dient dazu, von der Gestängeabfangvorrichtung 23 bzw. dem Abfangschlüssel aufgenommen zu werden und ist im allgemeinen eckig ausgebildet.

Fig. 3 zeigt das Bohrgestänge 2 im geschnittenen Querschnitt in Höhe der Schlüsselfläche 11. Dabei ist das Polygon 9' zu erkennen, das in diesem Ausführungsbeispiel als Fünfeck ausgebildet ist. In dieser Darstellung ist auch gut zu erkennen, dass die Ecken 19' des Polygons 9' bzw. des Außenquerschnittes 12 des Bohrgestänges 2 angephahst ausgebildet sind, um das Fluchten der jeweiligen Schlüsselflächen zu vereinfachen.

In Fig. 4 ist die aus Adapter 3, Stangenlöseschlüssel 7 und Freilaufhülse 8 bestehende Schlüsseleinheit in eingefahrener Postition des Stangenlöseschlüssels 7 dargestellt. In dieser Parkposition dreht sich der Stangenlöseschlüssel 7, ohne dabei Drehmomente auf das Bohrgestänge 2 zu übertragen. Der Stangenlöseschlüssel 7 ist in der Freilaufhülse 8 angeordnet, die ihrerseits über das Feststellteil 20 am Gehäuse des Verschiebezylinders 6 fixiert ist. Bei Herausfahren des Verschiebezylinders 6 wird der Stangenlöseschlüssel 7 in die in Fig. 5 dargestellte Position verschoben. Die Schrauben 21 dienen dazu, Feststellteil 20 und somit Freilaufhülse 8 mit dem Gehäuse des Verschiebezylinders 6 zu verbinden.

In Fig. 5 befindet sich der Stangenlöseschlüssel 7 mit der Freilaufhülse 8 in der ausgefahrenen Position. Das entsprechende Verschieben wurde über den hier nicht dargestellten Verschiebezylinder 6 durchgeführt. Um einen sicheren und wartungsarmen Betrieb zwischen den hoch beanspruchten Bauteilen Stangenlöseschlüssel 7 und Freilaufhülse 8 zu erreichen, sind diese gegeneinander über den Anschlagflansch 17 sowie die Abkantung 18 am stirnseitigen Ende 14 des Stangenlöseschlüssels 7 gehalten. Entsprechend wirkt ein Sicherungsring 16 am dem Drehwerk 4 zugewandten Ende 13 des Stangenlöseschlüssels 7. Dieser ist in einer Ringnut 15 angeordnet, somit ist keine Längsverschiebung von Stangenlöseschlüssel 7 und Freilaufhülse 8 gegeneinander möglich. Außerdem sind zwischen Stangenlöseschlüssel 7 und Freilaufhülse 8 noch Gleitringe 24 vorhanden.

Fig. 6 zeigt einen Querschnitt durch die Bauteile Stangenlöseschlüssel 7, Freilaufhülse 8, wobei hier der polygonförmige Innenquerschnitt 10 zu erkennen ist, ebenso wie die abgerundeten Ecken 19 des hier fünfeckigen Polygons 9.

Fig. 7 zeigt den Adapter 3 mit einem um 90° gedrehten Polygon 9. Die Bohrung 29 dient zur Befestigung des Adapters 3 am Drehwerk 4.

Fig. 8 zeigt einen Stangenlöseschlüssel 7 mit der Ringnut 15, den Anschlagflansch 17 und der Abkantung 18 zur Aufnahme der Freilaufhülse 8 an den jeweiligen Enden 13 und 14. Nur angedeutet ist in diesem Schnitt die Schlüsselfläche 11', welche korrespondierend zur Schlüsselfläche 11 am Bohrgestänge 2 ausgebildet ist.

Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden, werden allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen.


Anspruch[de]
  1. 1. Bohrgerät (1), vorzugsweise Gasbohrgerät, dessen Drehwerk (4) auf einer Bohrlaffette (5) verschieblich geführt ist und über einen Adapter (3) mit dem Bohrgestänge (2) lösbar verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass dem Adapter (3) ein in Axialrichtung verschieblicher Stangenlöseschlüssel (7) zugeordnet ist, welcher einen Innenquerschnitt (10) aufweist, der mit einer Schlüsselfläche (11) auf dem Bohrgestänge (2) korrespondierend ausgebildet ist.
  2. 2. Bohrgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stangenlöseschlüssel (7) einen polygonförmigen Innenquerschnitt (10) und das Bohrgestänge (2) im Bereich der Schlüsselfläche (11) einen polygonförmigen Außenquerschnitt (12) aufweist.
  3. 3. Bohrgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stangenlöseschlüssel (7) in einer in Radialrichtung feststellbaren Freilaufhülse (8) drehbar gelagert ist.
  4. 4. Bohrgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Freilaufhülse (8) über ein Feststellteil (20) mit einem Verschiebezylinder (6) verbunden ist, der Freilaufhülse (8) und Stangenlöseschlüssel (7) in Axialrichtung verschiebbar ausgebildet ist.
  5. 5. Bohrgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Feststellteil (20) rechtwinklig von der Freilaufhülse (8) abstehend ausgebildet und über Schrauben (21) am Gehäuse des Verschiebezylinders (6) fixiert ist.
  6. 6. Bohrgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stangenlöseschlüssel (7) an seinem stirnseitigen Ende (14) ein Anschlagflansch (17) für die Freilaufhülse (8) und eine die Freilaufhülse (8) umschließende Abkantung (18) aufweist.
  7. 7. Bohrgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stangenlöseschlüssel (7) an seinem dem Drehwerk (4) zugewandten Ende (13) eine Ringnut (15) zur Aufnahme eines die Verbindung zur Freilaufhülse (8) herstellenden Sicherungsrings (16) aufweist.
  8. 8. Bohrgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenquerschnitt (10) des Stangenlöseschlüssels (7) und der Außenquerschnitt (12) des Bohrgestänges (2) im Bereich der Schlüsselfläche (11) fünfeckig ausgebildet sind.
  9. 9. Bohrgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenquerschnitt (10) des Stangenlöseschlüssels (7) und der Außenquerschnitt (12) des Bohrgestänges (2) im Bereich der Schlüsselfläche (11) drei- oder viereckig ausgebildet sind.
  10. 10. Bohrgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenquerschnitt (10) des Stangenlöseschlüssels (7) und der Außenquerschnitt (12) des Bohrgestänges (2) im Bereich der Schlüsselfläche (11) sechs- oder mehreckig oder oval ausgebildet sind.
  11. 11. Bohrgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der polygonförmige Innenquerschnitt (10) und der polygonförmige Außenquerschnitt (12) abgerundet ausgebildet sind.
  12. 12. Bohrgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bohrgerät (1) mit einem Hammerschlitten (27) ausgerüstet ist, welchem diesen in Bohrrichtung drückende Federn (25) zugeordnet sind.
  13. 13. Bohrgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Drehwerk (4) eine den Federweg anzeigende Skala (26) zugeordnet ist.
  14. 14. Bohrgestänge (2), gekennzeichnet durch einen polygonförmigen Außenquerschnitt (12) im Bereich der zu dem Stangenlöseschlüssel (7) des Bohrgerätes (1) korrespondierenden Schlüsselfläche (11).






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