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Dokumentenidentifikation DE19924361A1 07.12.2000
Titel Endoskop
Anmelder Olympus Winter & Ibe GmbH, 22045 Hamburg, DE
Erfinder Kraas, Mathias, Dr., 25489 Haseldorf, DE;
Mückner, Andreas, 12623 Berlin, DE;
Wenzel, Timo, 22111 Hamburg, DE
Vertreter Patentanwälte Schaefer & Emmel, 22043 Hamburg
DE-Anmeldedatum 27.05.1999
DE-Aktenzeichen 19924361
Offenlegungstag 07.12.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.12.2000
IPC-Hauptklasse A61B 1/018
Zusammenfassung Ein Endoskop mit einem rohrförmigen Schaft, in dessen distalem Endbereich eine Kamera und eine distal abstrahlende Beleuchtungseinrichtung angeordnet ist, wobei der rohrförmige Schaft einen sich in proximaler Richtung von der Kamera erstreckenden Hohlraum aufweist, in dem die Kameraleitung verlegt ist, dadurch gekennzeichnet ist, daß der freibleibende Querschnitt des Hohlraumes zur Aufnahme von Geräten genutzt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Endoskop nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Ein gattungsgemäßes Endoskop ist z. B. aus dem US-Patent 4,858,001 bekannt. Das bekannte, für den Dentalbereich gedachte Endoskop weist einen rohrförmigen Schaft auf, an dessen distalem Ende eine elektronische Kamera und eine distal abstrahlende Beleuchtungseinrichtung vorgesehen sind. Die Kamera und die Beleuchtungseinrichtung sind mit Leitungen (Stromleitung, Datenleitung) kontaktiert, die im Schaft zu einem proximalem Hauptkörper verlaufen und dort in Ausgängen enden, über die jeweils eine Verbindung zu einer Stromversorgung oder einer Bildverarbeitungseinrichtung hergestellt werden kann.

Nachteilig ist, daß im Schaft gattungsgemäßer Endoskope im Umgebungsbereich der Leitungen relativ viel freier ungenutzter Raum verbleibt.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, ausgehend vom Stand der Technik ein Endoskop zu schaffen, bei dem der zur Verfügung stehende Raum besser genutzt wird.

Die Aufgabe wird gelöst mit einem Endoskop, das die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 aufweist.

Erfindungsgemäß ist danach vorgesehen, daß der in gattungsgemäßen Endoskopen zur Verfügung stehende Hohlraum innerhalb des rohrförmigen Schaftes, der bislang nur zu einem geringen Teil von den darin verlaufenden Leitungen ausgefüllt ist, zur Aufnahme von Geräten genutzt wird.

Bei erfindungsgemäßen Endoskopen handelt es sich insbesondere um die erst vor kurzem eingeführten starren Videoendoskope.

Unter dem Begriff Geräte fallen insbesondere Einrichtungen, die die Handhabung des Endoskopes erleichtern bzw Einrichtungen, die dem Endoskop eine zusätzliche Funktion verleihen.

So kann erfindungsgemäß der Hohlraum im rohrförmigen Schaft zur Aufnahme z. B. eines Stellantriebs für die Kamera genutzt werden, mit dem diese z. B. axial zur Brennweiten-Einstellung (Zoombetrieb) oder Fokussierung (Autofocus) im Schaft verstellt werden kann. Denkbar wäre selbstverständlich auch ein Radialantrieb zur Blickrichtungsverstellung, der z. B. mit entsprechender Steuerung bei Drehungen des Schaftes die Bildachse konstant hält.

Weiterhin kann der Hohlraum zur Aufnahme eines Antriebs für ein im Endoskop vorgesehenes Arbeitswerkzeug z. B. eine Zange oder dergleichen dienen. Auch hier kann es sich z. B. um einen motorgetriebenen Dreh- oder Schiebeantrieb handeln, mit dem das Instrument vorgeschoben oder zurückgezogen oder anderweitig betätigt werden kann.

Denkbar wäre auch, im Schafthohlraum einen Instrumentenrevolver anzuordnen, der wahlweise unterschiedliche Arbeitswerkzeuge zur Verfügung stellt.

Selbstverständlich kann in dem Hohlraum auch ein Lasergenerator, wie ein Laserpointer vorgesehen werden, der z. B. als Arbeitslaser zum Schneiden oder zur Diagnose (PDD) dient.

In dem Hohlraum können weiterhin auch Sensoren angeordnet werden, die z. B. optische, Temperatur- oder Druckdaten (z. B. zur Überwachung des Blasendrucks bei endoskopischen Eingriffen) detektieren.

Denkbar wäre schließlich auch, in dem Schafthohlraum eine Spülpumpe z. B. zum Kühlen der Kamera oder eines Lasers vorzusehen. Schließlich könnte man, um nur noch ein weiteres Beispiel zu nennen, in dem Schafthohlraum einen Medikamentengeber anordnen.

Die obige Aufzählung ist nicht abschließend. Erfindungsgemäß kann der Hohlraum im rohrförmigen Endoskopschaft für alle entsprechend dimensionierbaren Geräte genutzt werden, deren Einsatz in Verbindung mit Endoskopen bzw. endoskopischen Eingriffen sinnvoll ist.

Das erfindungsgemäße Endoskop weist wie übliche Endoskope neben der distal angeordneten Kamera auch eine distal abstrahlende Beleuchtungseinrichtung zur Ausleuchtung des Operationsfeldes auf.

Die Beleuchtungseinrichtung kann z. B. ein im Endoskop von einer proximalen Lichtduelle bis zum distalen Ende des Schaftes verlaufendes Lichtleiterbündel sein. Ein solches Lichtleiterbündel schränkt den zur Aufnahme von Geräten zur Verfügung stehenden Hohlraum im Innern des Schafts allerdings ein.

Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht daher vor, daß als Beleuchtungseinrichtung am distalen Ende des Rohrschaftes eine Diode vorgesehen wird, die über eine im Schaft verlaufende Stromleitung (mit gegenüber dem Lichtleiterbündel deutlich geringerem Querschnitt) versorgt wird. Mit dieser wird der zur Aufnahme von Geräten zur Verfügung stehende Hohlraum im Rohrschaft des Endoskopes deutlich vergrößert.

Die Erfindung bietet eine ganze Reihe von Vorteilen. Wesentlicher Vorteil ist, daß herkömmliche Endoskope ohne Durchmesservergrößerung mit weiteren Funktionen ausgestattet werden können. Dies führt zu einer vereinfachten Handhabung, da mit einem Gerät eine größere Anzahl unterschiedlicher Funktionen durchgeführt werden können, als dies mit herkömmlichen Endoskopen der Fall ist. Während eines Eingriffes müssen also nicht mehr so häufig die Geräte ausgetauscht werden.

Im folgenden soll die Erfindung anhand einer Abbildung, die ein Ausführungsbeispiel zeigt, näher erläutert werden.

Die Abbildung zeigt eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Endoskopes 10 in einer schematischen Teildarstellung.

Das Endoskop 10 weist einen proximalen Hauptkörper 11 auf, an den distal ein rohrförmiger Schaft 12 angesetzt ist. Im distalen Endbereich des rohrförmigen Schaftes 12 ist eine Kamera 13 angeordnet, die über ein Objektiv 27 durch ein Fenster 26 einen nicht dargestellten Operationsbereich beobachtet.

Die Kamera 13 ist über eine Kameraleitung 14, die im inneren Hohlraum 15 des Schaftes 12 verläuft, mit einem Ausgang 16 am Hauptkörper 11 verbunden. Die Leitung 14 soll nur schematisch die gegebenenfalls zum Kamerabetrieb erforderlichen Leitungen (Stromzuführung, Datenkabel) andeuten.

Der Ausgang 16 kann dementsprechend auch für eine größere Anzahl von Ausgängen stehen, die z. B. eine Verbindung zu einer nicht gezeigten bildverarbeitenden Einheit und einer Stromduelle ermöglichen.

Weiterhin weist das Endoskop 10 ein Bündel 17 von Lichtleitern auf, das von einer proximalen nicht dargestellten Lichtquelle über einen Lichtleitereingang 18 durch den Schaft 12 bis zu dessen distalem Ende verläuft und dort bei entsprechender Aktivierung durch die proximale Lichtquelle zur Beleuchtung eines Operationsfeldes abstrahlt.

Wie oben ausgeführt kann anstelle eines Lichtleiterbündels auch z. B. eine LLD- Diode am distalen Ende des Schaftes 12 vorgesehen werden. Diese Diode müßte lediglich über eine Leitung mit einer proximalen Stromquelle verbunden werden, wodurch der zur Verfügung stehende Raum im Hohlraum 15 des Schaftes 12 vergrößert würde.

Erfindungsgemäß kann vorgesehen sein, daß der Hohlraum 15 des Schaftes 12 zur Aufnahme von Geräten genutzt wird.

In diesem Zusammenhang ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ein im Hohlraum 15 angeordneter Antrieb 19 vorgesehen, mit dem die Kamera 13 in Pfeilrichtung verstellt werden kann. Der Antrieb 19 wird über eine Leitung 28 versorgt und kann z. B. einen Autofokus- oder Zoombetrieb oder aber auch eine Blickrichtungsverstellung der Kamera 13 ermöglichen.

Weiterhin ist in dem Hohlraum 15 ein Laserpointer 20 dargestellt, der über eine Diode 21 einen Laserstrahl 22 in das Operationsfeld abgibt. Dieser über eine Leitung 29 versorgte Laserpointer 20 kann z. B. zur Diagnose eingesetzt werden.

Schließlich kann in dem Hohlraum 15 weiterhin auch eine Pumpe 23 angeordnet sein kann, die über eine Spülleitung 24 mit dem Operationsbereich und eine Zuleitung 25 mit einem außerhalb des Endoskopes angeordneten (nicht dargestellten) Vorratsbehälter in Verbindung steht.

Es versteht sich, daß die in der Abbildung dargestellten Geräte im Hohlraum 15 des Schaftes 12 lediglich Beispiele sind. Es können ohne weiteres auch andere Einrichtungen im Hohlraum vorgesehen werden. Selbstverständlich kann der Hohlraum auch nur zur Aufnahme einer Einrichtung und nicht mehrerer Einrichtungen gleichzeitig genutzt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Endoskop (10) mit einem rohrförmigen Schaft (12), in dessen distalem Endbereich eine Kamera (13) und eine distal abstrahlende Beleuchtungseinrichtung angeordnet ist, wobei der rohrförmige Schaft (12) einen sich in proximaler Richtung von der Kamera erstreckenden Hohlraum (15) aufweist, in dem die Kameraleitung (14) verlegt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der freibleibende Querschnitt des Hohlraumes (15) zur Aufnahme von Geräten (19, 20, 23) genutzt wird.
  2. 2. Endoskop nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die distal abstrahlende Beleuchtungseinrichtung eine Diode ist.
  3. 3. Endoskop nach einem der Ansprüche 1 oder 9 dadurch gekennzeichnet, daß das Gerät ein Stellantrieb (19) und/oder ein Arbeitswerkzeug und/oder eine Pumpe (23) und/oder ein Sensor ist.
  4. 4. Endoskop nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gerät ein Laserpointer (20) ist.






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