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Dokumentenidentifikation DE19927555A1 21.12.2000
Titel Einrichtung zum Einstellen von Schmitzringen
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Schaede, Johannes, 97074 Würzburg, DE;
Tober, Elmar, 97074 Würzburg, DE;
Masuch, Bernd, 97273 Kürnach, DE
DE-Anmeldedatum 16.06.1999
DE-Aktenzeichen 19927555
Offenlegungstag 21.12.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.12.2000
IPC-Hauptklasse B41F 13/21
IPC-Nebenklasse F16H 13/14   
Zusammenfassung Bei einer Einrichtung zum Einstellen von Schmitzringen, wird eine Normalkraft zwischen zwei Schmitzringen in Abhängigkeit eines Momentes eines zugeordneten Motors eingestellt.

Beschreibung[de]

Beim Antrieb von Zylindern oder Zylindergruppen mit separaten Servoantrieb z. B. in Satelliten (Abb. 3) können prozeßbedingt Abwicklungsunterschiede zwischen den Zylinderpaarungen auftreten. (Abb. 1-3, Pos. 1, 2). Diese Zylinderpaarungen haben unterschiedliche treibende Radien r1; r2 (Abb. 1, 2). Dadurch wird zwangsläufig, bei dem Prozeß bedingt erzwungenen phasengleichen Antrieb der Zylinder, vom Zylinder mit dem größeren treibenden Radius ein Reibmoment auf den Zylinder mit treibenden Radius ein Reibmoment auf den Zylinder mit dem kleineren treibenden Radius übertragen. Diese z. T. erheblichen Leistungsflüsse sind unerwünscht, da sie zu Asymmetrien in der Leistungsauslegung führen und z. B. bei einen 10er Satellit mit drei Antrieben pro Hälfte (Abb. 3) der Gegendruckzylinder mit großen Momenten gebremst werden muß.

Nach dem bisherigen Stand der Technik waren die Satelliten insgesamt durch phasenstarre Zahnradgetriebe gekoppelt, so daß die Reibmomente als innere Momente nicht in Erscheinung getreten sind. Diese phasenstarren Getriebe bedingen jedoch eine aufwendige Kupplungs- und Registertechnik, die durch die Einzelantriebstechnik entfallen kann.

Bei einem Reibgetriebe mit den prozeßbedingten treibenden Radien r1 und r2 (Abb. 1, 2) wird ein kompensierendes Reibgetriebe mit den Radien rs1 und rs2 überlagert. In der Abb. 2 ist ein Beispiel dargestellt, bei dem r2 > r1. Das kompensierende Reibgetriebe wird daher so ausgelegt, daß rs1 > rs2 und unter Berücksichtigung, das durch r1, r2 erzeugt wird, dem Reibmoment rs1, rs2 entspricht und diese sich wechselseitig nahezu kompensieren.

Eine einfache und günstige Ausformung des Kompensations-Reibgetriebes ist die entsprechende Auslegung der Schmitzringe. Dabei wird der Schlupf so gewählt, daß die entstehende Relativbewegung innerhalb zulässiger Grenzen für die Dauerfestigkeit der Schmitzringoberfläche bleibt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde eine Einrichtung zum Einstellen von Schmitzringen zu schaffen.

Bei der Ausformung eines Kompensations-Reibgetriebes als Schmitzringe mit unterschiedlichem Durchmesser (z. B. Schmitzring-Durchmesser am Gegendruckzylinder um 0,05% größer als am Gummituchzylinder) besteht die Problematik, daß die Größe der übertragenen Leistung stark von der Anstellung der Schmitzringe zueinander abhängt.

Um zu gewährleisten, daß diejenige Leistung über das Reibgetriebe zurückübertragen wird, die auch im Druckspalt übertragen wird (d. h. daß die von den Einzelantrieben benötigten Leistungen in etwa gleich groß sind), wird erfindungsgemäß die Anstellung der Schmitzringe zueinander während des Laufes der Maschine automatisch eingestellt, so daß die gemessenen Motorleistungen in etwa gleich groß sind.

Meßgröße hierbei muß also nicht die Anstellung der Schmitzringe selbst sein, sondern es kann auch die Differenz der momentan benötigten Leistungen der Einzelantriebe herangezogen werden.

Durch längeren Lauf der Maschine und auch dadurch, daß sich die Zylinder und die Gestelle u. U. unterschiedlich stark thermisch ausdehnen, kann sich die Schmitzring-Anstellung verändern.

Diese führt im Fall unterschiedlicher Schmitzring-Durchmesser zu einer unkontrollierten Leistungsübertragung, so daß eine Über- oder Unterkompensation zu befürchten ist. Daneben kommt es aber auch zu einer unkontrolliert veränderten mechanischen Beanspruchung der Schmitzringe. Durch eine automatische Regelung der Schmitzring-Anstellung würde auch diese Beanspruchung keinen unkontrollierten Schwankungen mehr unterliegen.


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung zum Einstellen von Schmitzringen, wobei eine Normalkraft zwischen mindestens zwei zusammenwirkenden Schmitzringen veränderbar ist und zumindest ein Schmitzring indirekt mittels eines Motors antreibbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Größe der Normalkraft in Abhängigkeit einer aufzubringenden Leistung oder eines Momentes des zugehörigen Motors einstellbar ist.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Achsabstand der Rotationsachsen der zusammenwirkenden Schmitzringen veränderbar ist.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser zumindest eines Schmitzringes veränderbar ist.
  4. 4. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zusammenwirkenden Schmitzringe von verschiedenen Motoren antreibbar sind.
  5. 5. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmitzringe auf Zylindern einer Rotationsdruckmaschine angeordnet sind.
  6. 6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß jedem Zylinder eines Druckwerkes der Rotationsdruckmaschine ein eigener Antriebsmotor zugeordnet ist.
  7. 7. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Zylinder als Gegendruckzylinder bzw. Übertragungszylinder und der zweite Zylinder als Übertragungszylinder ausgebildet ist.
  8. 8. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellung mittels Exzenterbuchse erfolgt.
  9. 9. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Radius (rs1) der Schmitzringe des ersten Zylinders (1) ungleich einem ganzzahligen Vielfachen eines Radius (rs2) der Schmitzringe des zweiten Zylinders (2) ist, d. h. rs1 = N × rs2; N = 1; 2; 3 . . .
  10. 10. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Zylinder (1) und der zweite Zylinder (2) keine formschlüssige Antriebsverbindung aufweisen.
  11. 11. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Übertragungszylinder (1) und ein Formzylinder formschlüssige Antriebsverbindung aufweisen.
  12. 12. Einrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß dieses Zylinderpaar einen eigenen winkellagegeregelten Motor aufweist.
  13. 13. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß dem ersten Zylinder (1) ein erster winkellagegeregelter Motor und dem zweiten Zylinder (2) ein zweiter winkellagegeregelter Motor zugeordnet ist.
  14. 14. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein Verhältnis aus dem Radius (rs1) der Schmitzringe des ersten Zylinders (1) und dem Radius (rs2) der Schmitzringe des zweiten Zylinders (2) größer 1,01 und kleiner als 1, 1 ist, d. h. 1,01 < rs1/N × rs2) < 1,1.






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