PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19929803A1 04.01.2001
Titel Umdruckverfahren
Anmelder AIT Advanced Information Technologies Corp., Ottawa,Ontario, CA
Erfinder Beek, Gary van, North Gower, Ontario, CA;
Hayman, Randall, Nepean, Ontario, CA;
Boate, Alan, Gloucester, Ontario, CA
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Anmeldedatum 29.06.1999
DE-Aktenzeichen 19929803
Offenlegungstag 04.01.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.01.2001
IPC-Hauptklasse B41M 5/38
Zusammenfassung Es wird ein Umdruckverfahren bereitgestellt, welches sowohl mit herkömmlichen Geräten arbeitet als auch dazu verwendet werden kann, um einen Druck der zweiten Stufe in ein bestehendes Dokument wie zum Beispiel einen Reisepaß einzubringen. Sämtliche bei einem Druckvorgang der zweiten Stufe auf einen Rohpapierbogen aufzubringenden Informationen werden als komplettes Bild zusammengestellt. Das Bild wird mit einem herkömmlichen Laserdrucker verkehrt herum, als stabiles Spiegelbild, auf die beschichtete Oberfläche eines Trennpapiers gedruckt. Das mit dem umgekehrten Bild versehene Trennpapier und der Rohpapierbogen werden dann in eine beheizte Presse gelegt, wobei sich das Bild neben dem Rohpapierbogen befindet. Mit Hilfe von Hitze und Druck wird das Bild von dem Trennpapier auf den Rohpapierbogen übertragen. Das Trennpapier wird dann entfernt und hinterläßt das Druckbild der zweiten Stufe auf dem Rohpapierbogen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Umdruckverfahren. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Umdruckverfahren, das besonders nützlich ist bei der Herstellung von Sicherheitsdokumenten wie zum Beispiel Reisepässen und Personalausweisen.

Bei Personalausweisen, Reisepässen und dergleichen gibt es im allgemeinen mindestens zwei Stufen des Druckens, die auch Merkmale umfassen können, die mit dem bloßen Auge normalerweise nicht zu erkennen sind. Im vorliegenden Kontext ist das "Drucken" nicht auf lesbare alphanumerische Informationen begrenzt und umfaßt jede Art von Zeichen, die auf eine Oberfläche des Dokuments aufgebracht werden können. Der Rohpapierbogen ist oft ein sogenanntes Sicherheitspapier oder kann sogar ein synthetisches Material sein, das kein Papier ist, wie zum Beispiel eine Teslin™-Folie.

Von der ersten Stufe des Druckens wird dann gesprochen, wenn der Rohpapierbogen für das Dokument hergestellt wird. Dabei kann im Hintergrund beispielsweise ein Sicherheitsmuster, die Kennung der ausstellenden Behörde, Zahlenangaben, ein Wasserzeichen, ein codierbarer Magnetstreifen und ein holographisches Bild gedruckt werden. Des weiteren kann dieser Druck ganz oder teilweise auf eine oder auf beide Seiten des Rohpapierbogens aufgebracht werden.

Von der zweiten Stufe des Druckens wird dann gesprochen, wenn Personenangaben zur Kennzeichnung der Person, für die das Dokument ausgestellt werden soll, auf den Rohpapierbogen aufgebracht werden. In der Vergangenheit handelte es sich dabei normalerweise um Textinformationen, wie zum Beispiel Name, Adresse, Geburtsdatum, eine Personenkennzahl, eine Dokumentennummer, die alle im alphanumerischen Format oder als Barcode angegeben werden können, und das Ausstellungsdatum. Wenngleich Bilder des Inhabers schon seit vielen Jahren vor allem bei Reisepässen verwendet werden, lagen diese in Form eines Fotos vor, das in irgendeiner Weise, normalerweise durch Kleben, an dem Rohpapierbogen befestigt wurde, wobei danach oft ein Kaschiervorgang folgt, um das Foto zu schützen. In jüngerer Zeit wird diese Bildinformation zur Identifikation des Inhabers, beispielsweise ein Foto oder ein Fingerabdruck, mit Hilfe von computergestützten Bilderzeugungssystemen direkt auf den Rohpapierbogen aufgedruckt.

Es wurden mehrere Verfahren sowohl zur Herstellung eines Rohpapierbogens, der in beiden Stufen gedruckte Zeichen trägt, als auch zur Verbesserung der inhärenten Sicherheit des dabei erhaltenen Dokuments beschrieben. Ein Beispiel dafür ist die gelegentliche Verwendung eines gedruckten Fotos, das in irgendeiner Weise an dem Rohpapierbogen befestigt ist. Die Erfahrung hat gezeigt, daß es in der Tat sehr schwierig ist, ein solches Foto in angemessener Weise zu schützen, damit sich niemand an dem Dokument zu schaffen machen kann, um es zu ändern. Wenngleich der Ersatz eines Fotos und sogar des gesamten Druckes der zweiten Stufe durch ein mit dem Computer erzeugtes Bild viele der bekannten Probleme bei den älteren Verfahren zur Herstellung von Sicherheitsdokumenten beseitigt, sind auch noch gewisse Nachteile damit verbunden. Das Hauptproblem besteht darin, daß bei den bis heute verwendeten Druckverfahren entweder ein spezieller Drucker erforderlich ist, oder ein vorhandener Drucker bedeutend modifiziert wird. Außerdem wird oft ein spezielles Druckverfahren verwendet, das Eigenschaften besitzt, die nicht vereinbar sind mit den herkömmlichen Druckmedien wie zum Beispiel der herkömmlichen Druckfarbe und dem Toner für Laserdrucker. Ein Beispiel für ein spezielles Druckverfahren ist die Verwendung eines Lasers, der Informationen im wahrsten Sinne des Wortes in das Dokument einbrennt. Ein weiteres Beispiel wird beschrieben von Waller in dem US-Patent Nr. 5,890,742. Bei diesem Verfahren wird der Druck der zweiten Stufe direkt auf eine siliconbeschichtete Oberfläche eines Umdruckbogens aufgebracht. Der bedruckte Trennbogen wird dann neben einer Klebstoffschicht auf einem Sicherheitslaminat positioniert und auf die Klebstoffschicht übertragen. Nachdem der Umdruckbogen entfernt wurde, wird das Sicherheitslaminat mit einer Daten aufnehmenden Seite kombiniert, die einen gewünschten Druck der ersten Stufe trägt. Man kann also schon sehen, daß es sich hierbei um ein komplexes Verfahren handelt, das in der Tat das Druckbild der zweiten Stufe auf dem Laminat und nicht auf der aufnehmenden Seite ausbildet.

Daher wird ein Verfahren zur Herstellung eines Dokuments benötigt, das sowohl ein akzeptables Maß an Sicherheit für das fertige Dokument ermöglicht, wodurch es gegen unerlaubte Eingriffe und Änderungen geschützt ist, und das nur die Verwendung herkömmlicher Druckgeräte und Druckverfahren erfordert. Des weiteren besteht ein Bedarf für an einem solchen Verfahren, das außerdem in der Lage ist, mit dem Computer erzeugte Bilder einschließlich von Bildinformationen wie Fotos oder Fingerabdrücke und die herkömmlicheren alphanumerischen Informationen zu drucken. Dadurch kann die ausstellende Behörde übliche Druckgeräte verwenden, die den herkömmlichen Anforderungen an die Herstellung von Dokumenten bei höchstens minimaler Regulierung genügen.

Außerdem besteht ein Bedarf an einem Verfahren zum Drucken von Sicherheitsdokumenten, mit dem Angaben direkt auf ein vorbereitetes mehrseitiges Dokument wie zum Beispiel einen Reisepaß gedruckt werden können, ohne daß dazu ein besonders konstruierter Drucker oder ein anderes spezielles Gerät verwendet werden muß. Dieser Bedarf ist darauf zurückzuführen, daß herkömmliche Druckgeräte mit Einzelblattzufuhr (bzw. Walzenzufuhr) arbeiten und nicht in ein vorbereitetes Büchlein wie zum Beispiel einen Reisepaß drucken können. Wenngleich diese Schwierigkeit bis zu einem gewissen Grad umgangen werden kann, wenn das Dokument vorher entsprechend vorbereitet wird, ist sie nicht zu vermeiden, wenn weitere Informationen hinzugefügt werden müssen; ein besonderes Beispiel ist der zusätzliche Eintrag eines gedruckten Visums in einen Reisepaß.

Mit der Erfindung soll ein Verfahren bereitgestellt werden, mit dem die Schwierigkeiten bei dem bekannten Verfahren wirksam vermieden werden. Durch die Verwendung eines Umdruckverfahrens wird ein Druckverfahren bereitgestellt, das sowohl mit herkömmlichen Geräten arbeitet als auch dazu verwendet werden kann, um einen Druck der zweiten Stufe auf ein vorhandenes Dokument, insbesondere ein mehrseitiges Dokument wie z. B. einen Reisepaß, einzubringen. Mit dem Verfahren der vorliegenden Erfindung ist es daher möglich, das Dokument wie zum Beispiel einen Reisepaß vollständig und nach den höchsten Sicherheitsstandards zusammenzustellen, bevor ein Druck der zweiten Stufe darin eingebracht wird. Außerdem kann dieses Druckverfahren ohne weiteres dazu verwendet werden, um einen Druck der zweiten Stufe auf beide Seiten desselben Rohpapierbogens aufzubringen. Des weiteren sind alle bei diesem Verfahren verwendeten Druckgeräte und -materialien, vor allem bei der Herstellung des Druckbildes der zweiten Stufe, herkömmliche, im Handel erhältliche Geräte und Materialien, die nicht modifiziert werden müssen.

Bei dem Verfahren der vorliegenden Erfindung wird eine mehrstufige Vorgehensweise verwendet. Zunächst werden alle bei dem Druckvorgang der zweiten Stufe auf den Rohpapierbogen aufzubringenden Informationen zu einem kompletten Bild zusammengesetzt, vorzugsweise mit Hilfe einer computergestützten Bilderzeugungstechnik. Die Informationen können dann auf einem geeigneten Bildschirm auf Genauigkeit und Vollständigkeit überprüft werden. Das Bild wird dann verkehrt herum, als sein Spiegelbild, auf die siliconbeschichtete Oberfläche eines Trennpapiers aus Silicon gedruckt. Das Bild kann dann wieder auf Genauigkeit und Vollständigkeit überprüft werden. Für diesen Druckvorgang wird ein herkömmlicher Laserdrucker verwendet. Das mit dem Bild versehene Trennpapier und der Rohpapierbogen werden dann in eine beheizte Presse gelegt, wobei sich das Bild neben dem Rohpapierbogen befindet. Mit Hilfe von Hitze und Druck wird das Bild wirksam und vollständig von der siliconbeschichteten Trennfläche auf den Rohpapierbogen übertragen. Nach dem Herausnehmen aus der Presse, und nachdem man das Dokument abkühlen ließ, wird das Trennpapier entfernt, so daß das Druckbild der zweiten Stufe auf dem Rohpapierbogen zurückbleibt.

Mit der Erfindung soll also ein Umdruckverfahren zum Aufbringen eines Bildes auf einen Rohpapierbogen eines Dokuments bereitgestellt werden, welches die folgenden Schritte umfaßt:

  • a) Zusammensetzen des Bildes;
  • b) Umwandeln des Bildes in sein Spiegelbild;
  • c) Drucken des Spiegelbildes auf eine siliconbeschichtete Oberfläche eines Trennsubstrates mit Hilfe eines Laserdruckers oder Fotokopierers, um ein stabiles, aus Tonerteilchen bestehendes Abbild des Spiegelbildes zu liefern;
  • d) Kombinieren des Trennsubstrates mit dem Rohpapierbogen, wobei das aus Tonerteilchen bestehende Abbild des Spiegelbildes mit dem Rohpapierbogen in Kontakt steht;
  • e) Aufbringen von genügend Hitze und Druck auf die Kombination aus Trennsubstrat und Rohpapierbogen, um das Tonerspiegelbild auf den Rohpapierbogen zu übertragen; und
  • f) Entfernen des Trennsubstrates, um einen mit dem Bild versehenen Rohpapierbogen bereitzustellen.

Vorzugsweise werden sowohl die Bildherstellung als auch die Bildumwandlung in Schritt (a) und (b) in einem computergestützten Bilderzeugungssystem durchgeführt.

Vorzugsweise wird in Schritt (c) ein Laserdrucker verwendet.

Vorzugsweise wird in Schritt (d) eine aus zwei Drucktiegeln bestehende Einzelblattpresse mit einem unbeheizten Drucktiegel und einem beheizten Drucktiegel verwendet, und der Rohpapierbogen befindet sich neben dem unbeheizten Drucktiegel. Mehr bevorzugt wird eine aus zwei Drucktiegeln bestehende Einzelblattpresse in Schritt (d) verwendet, die einen unbeheizten Drucktiegel besitzt und einen Drucktiegel, der so konstruiert und angeordnet ist, daß er sowohl beheizt als auch abgekühlt werden kann, und der Rohpapierbogen befindet sich neben dem unbeheizten Drucktiegel.

Vorteilhafterweise umfaßt der Rohpapierbogen ein Blatt eines bestehenden Dokuments. Am besten umfaßt der Rohpapierbogen ein Blatt in einem Reisepaß oder einem entsprechenden mehrseitigen Dokument. Alternativ umfaßt der Rohpapierbogen die Innenseite des Deckblattes eines mehrseitigen Dokuments.

Um einen möglichst konstanten Druck auf der gesamten Oberfläche des Rohpapierbogens zu erreichen, wird vorteilhafterweise eine Schicht eines verformbaren Materials, beispielsweise eine Elastomerschicht oder ein Karton, in der Presse zwischen den Rohpapierbogen und den unbeheizten Drucktiegel gelegt.

In der folgenden Beschreibung wird ein Reisepaß als typisches Dokument verwendet, bei dem das Verfahren der vorliegenden Erfindung angewendet werden kann. Es versteht sich jedoch, daß die Erfindung nicht auf mehrseitige Dokumente mit einem vergleichsweise steifen Deckel begrenzt ist und entweder bei einzelnen Seiten, die später zu einem mehrseitigen Dokument zusammengestellt werden, oder bei aus einer Seite bestehenden Dokumenten verwendet werden kann. Außerdem versteht es sich, daß die Erfindung nicht darauf begrenzt ist, ein Druckbild der zweiten Stufe nur auf einer Seite eines Blattes zu erzeugen: es kann auf beide Seiten aufgebracht werden, indem man den Vorgang für die zweite Seite wiederholt.

In Schritt (a) des Verfahrens werden die in dem Druckbild der zweiten Stufe erforderlichen Informationen zusammengestellt. Wenngleich dies mit manuellen Verfahren erfolgen kann, ist es am bequemsten dieses Bild mit Hilfe von computergestützten Bilderzeugungsverfahren herzustellen. Diese sind wohlbekannt und erfordern keine ausführliche Beschreibung. Bei Verwendung eines computergestützten Bilderzeugungsverfahrens können sowohl alphanumerische als auch bildliche Informationen in das Bild aufgenommen werden. Es ist auch möglich, andere Standardinformationen in das Bild aufzunehmen, beispielsweise die Kennung der ausstellenden Behörde.

In Schritt (b) wird das zusammengestellte Bild für den Druckvorgang in Schritt (c) in sein Spiegelbild umgewandelt. Diese Umwandlung kann entweder von links nach rechts oder von oben nach unten erfolgen. Die Umwandlung muß ein Bild ergeben, das im Falle seiner erneuten Umkehrung bei dem Übertragungsvorgang in Schritt (e) dasselbe, auf dem Rohpapierbogen reproduzierte Bild ergibt. Wenn am Ende ein umgekehrtes Druckbild erforderlich ist, kann Schritt (b) weggelassen werden.

In Schritt (c) wird das umgekehrte Bild entweder mit einem Fotokopierer gedruckt, wenn das Bild von Hand zusammengestellt wurde, oder mit einem Laserdrucker, wenn ein computergestütztes Bilderzeugungsverfahren verwendet wird. Vorzugsweise wird ein hochauflösender Laserdrucker verwendet; die Wahl wird sich danach richten, ob das Bild monochrom (auch bekannt als schwarzweiß) oder farbig ist. Die folgenden Drucker haben sich als geeignet erwiesen: für Farbdruck der Tektronix Phaser™ 560 und der Tektronix Phaser™ 740, und für Schwarzweißdruck der Hewlett-Packard Laserjet-4M™ und der Hewlett-Packard Laserjet-6P™.

Das hergestellte und umgekehrte Bild wird auf die siliconbeschichtete Oberfläche eines Trennsubstrates gedruckt, bei dem es sich normalerweise um eines aus Papier handelt. Das Trennpapier hat wünschenswerterweise eine möglichst glatte Oberfläche, um ein möglichst gutes Bild für die spätere Übertragung zu erhalten. Als geeignetes Trennpapier hat sich das unter der Bezeichnung MACTAC™ Starliner™ im Handel erhältliche Produkt erwiesen. Dieses Material wird üblicherweise als Träger für Selbstklebeetiketten verwendet; andere ähnliche Produkte stehen ebenfalls zur Verfügung.

Falls gewünscht, kann das umgekehrte Druckbild auch Paßmarken für die Ausrichtung des Bildes im nächsten Schritt enthalten.

In Schritt (d) wird das umgekehrte Druckbild aus Schritt (c) auf den Rohpapierbogen übertragen, der es aufnehmen soll. Die bedruckte Trennfolie wird mit dem korrekt ausgerichteten Bild zusammen mit dem Rohpapierbogen, auf den das Bild übertragen werden soll, zwischen die zwei Drucktiegel einer Umdruckpresse eingeführt. In der Presse ist ein Drucktiegel, normalerweise der feststehende untere Drucktiegel, beheizt, und der andere Drucktiegel, normalerweise der bewegliche obere Drucktiegel, ist nicht beheizt. Das Trennpapier und der Rohpapierbogen werden so angeordnet, daß das Tonerbild auf der siliconbeschichteten Trennfläche mit dem Rohpapierbogen in Kontakt steht, und daß sich das Trennpapier neben dem beheizten Drucktiegel befindet. Es ist höchst wünschenswert, daß die Drucktiegel der Presse so stabil sind, daß sie einen effektiv konstanten Druck über die gesamte Oberfläche des Trennpapiers und des Rohpapierbogens ausüben, zwischen denen es bei diesem Schritt zur Bildübertragung kommt, wobei zu berücksichtigen ist, daß die bei diesem Schritt verwendeten Drücke relativ hoch sind, nämlich im Bereich von 400 bis 500 kPa. Außerdem ist es wünschenswert, eine Schicht aus verformbarem Material zwischen dem Rohpapierbogen und dem unbeheizten Drucktiegel vorzusehen, da dies dazu beiträgt, einen guten Kontakt und einen konstanten Druck zwischen der Trennpapieroberfläche und dem Rohpapierbogen auf der Oberfläche des Rohpapierbogens zu erhalten, vor allem wenn der Rohpapierbogen eine Seite aus einem Reisepaß oder einem ähnlichen Büchlein darstellt. Eine solche Schicht dient auch zum Aufbringen eines konstanten Druckes auf einen Rohpapierbogen, der eine gewisse Oberflächenunregelmäßigkeit aufweist, beispielsweise einen Rohpapierbogen mit Wasserzeichen oder einem erhabenen Druck. Wenn der Rohpapierbogen Teil eines Büchleins wie zum Beispiel eines Reisepasses ist, sollte das Büchlein vorzugsweise geöffnet werden, so daß nur der Rohpapierbogen zwischen die Drucktiegel der Presse eingeführt wird. Die Auswahl an verformbarem Material ist recht groß. Da die aufgebrachten Drücke recht hoch sind, wird jedes Material, das sich bis zu einem gewissen. Grad verformt und dadurch den aufgebrachten Druck ausgleicht, genügen. In der Praxis haben sich sowohl eine dünne Elastomerschicht als auch eine Schicht aus Karton als zufriedenstellend erwiesen. Andere geeignete Materialien können einfach durch Ausprobieren ermittelt werden.

Die Temperatur des beheizten Drucktiegels hängt von einer Reihe von Faktoren ab.

Sowohl bei einem Laserdrucker als auch bei einem Fotokopierer wird das Tonerbild durch die Einwirkung von Wärme auf das Papier aufgeschmolzen. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden dieselben Tonerteilchen zwei Heizschritten unterzogen, nämlich bei dem in Schritt (c) erfolgenden ersten Drucken auf die siliconbeschichtete Trennfläche des Trennpapiers und bei der in Schritt (d) erfolgenden Übertragung auf die Oberfläche des Rohpapierbogens. Es ist daher notwendig, daß die Druckvorgänge in Schritt (c) ein stabiles Bild auf der Siliconoberfläche des Trennpapiers ergeben, das für die Verarbeitung stabil genug ist, das aber auch noch eine latente Schmelzfähigkeit beibehält, so daß in Schritt (d) die Tonerteilchen auf die Oberfläche des Rohpapierbogens übertragen werden und mit dieser verschmelzen, um das gewünschte vollständig verschmolzene Tonerbild zu liefern. Es hat sich gezeigt, daß bei den meisten derzeit erhältlichen Tonermaterialien, sowohl für Schwarzweißdrucker als auch für Farbdrucker, der Wachsbestandteil in den Tonerteilchen, der für die Schmelzfähigkeit verantwortlich ist, mindestens zweimal in zufriedenstellender Weise erhitzt und wieder abgekühlt werden kann. Wenn ein Toner verwendet wird, der keinen schmelzbaren Wachsbestandteil enthält, kann eine gewisse Regulierung der Heizvorrichtungen in den Druckern notwendig werden. Wenn das Bild auf dem Rohpapierbogen durch die Kombination aus Zeit, Temperatur und Druck, wie sie in der Presse verwendet werden, nicht vollständig auf den Rohpapierbogen aufgeschmolzen ist, kann es zu einer Beschädigung kommen, wenn das Trennpapier und der Rohpapierbogen getrennt werden. Es erfordert daher vielleicht ein gewisses Ausprobieren, bis die beste Temperaturkombination zwischen dem Laserdrucker und den Drucktiegeln der Presse erreicht ist. Es sei außerdem darauf hingewiesen, daß im Falle einer zu hohen Temperatur der Presse auch das Bild beschädigt werden kann. Bei den obenerwähnten Druckern erscheint eine Drucktiegeltemperatur von etwa 95°C ausreichend für Schwarzweißbilder, und eine Drucktiegeltemperatur von etwa 105-110°C scheint für Farbbilder ausreichend zu sein.

Die Verweilzeit in der beheizten Presse hängt bis zu einem gewissen Grad von dem als Rohpapierbogen verwendeten Material ab, auf das der Druck der zweiten Stufe aufgebracht wird. Ein einzelnes Blatt, wie zum Beispiel eine Innenseite eines Reisepasses, wird normalerweise etwa 5 Sekunden benötigen. Eine dickere Seite, wie zum Beispiel die Innenseite des Deckels eines Reisepasses, wird normalerweise etwa 10 Sekunden bei den zuvor genannten Temperaturen benötigen.

In Schritt (f) wird das immer noch warme Dokument zwischen den Drucktiegeln der Presse herausgenommen, wobei das Trennpapier an dem Rohpapierbogen haftet. Nachdem man dem Rohpapierbogen und dem Trennpapier genügend Zeit gelassen hat, um auf eine Temperatur abzukühlen, bei der sie verarbeitet werden können, was normalerweise recht kurz ist, wird das Trennpapier von dem Rohpapierbogen abgezogen, so daß man ein sichtbares Bild auf dem Rohpapierbogen erhält, das nun richtig herum steht, da bei dem Übertragungsschritt das Spiegelbild ein zweites Mal umgekehrt wird.

Bei einer Abwandlung dieses Schrittes wird eine Presse verwendet, in der ein Drucktiegel sowohl beheizt als auch abgekühlt werden kann, so daß das Dokument sowohl erwärmt als auch abgekühlt werden kann, beispielsweise auf wenigstens etwa 70°C, bevor es aus der Presse herausgenommen wird. Es hat den Anschein, daß durch das Abkühlen der Kombination aus Rohpapierbogen und siliconbeschichtetem Trennpapier, die wenigstens etwas unter Druck miteinander in Kontakt stehen, die Qualität des übertragenen Bildes verbessert wird. Außerdem kann dann auch ein geeigneter Temperaturfühler in die Presse eingebaut werden, damit sie sich automatisch öffnet, wenn eine gewünschte voreingestellte Temperatur erreicht ist.

Bei der obigen Beschreibung wird eine Presse mit zwei Drucktiegeln verwendet. Es hat sich gezeigt, daß eine Doppelrollenpresse zwar verwendet werden könnte, ihr Gebrauch aber nicht zu empfehlen ist. Wenngleich die erforderliche Temperatur und der erforderliche Druck erreicht werden können, hat es den Anschein, daß es ohne die glattmachende Wirkung der Drucktiegel nicht zu einer adäquaten Bildübertragung kommt. Es hat sich gezeigt, daß bei einer Rollenpresse das Trennpapier und der Rohpapierbogen sich leicht voneinander lösen, bevor es zu einer ausreichenden Tonerübertragung und Haftung an dem Rohpapierbogen gekommen ist. Folglich wird nicht immer eine ausreichende Übertragung des Tonerbildes von dem Trennpapier auf den Rohpapierbogen erreicht.

Falls gewünscht, kann nach Beendigung des Druckvorganges die mit dem Druck der zweiten Stufe versehene Seite des Rohpapierbogens oder beide Seiten des Rohpapierbogens mit einem Sicherheitslaminat unter Verwendung herkömmlicher Kaschierverfahren und -materialien geschützt werden. Des weiteren kann gegebenenfalls das Druckverfahren wiederholt werden, um ein weiteres Bild auf die andere Seite des Rohpapierbogens aufzubringen, bevor die Kaschierung auf den Rohpapierbogen auf gebracht wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Umdruckverfahren zum Aufbringen eines Bildes auf einen Rohpapierbogen eines Dokuments, umfassend die folgenden Schritte:
    1. a) Zusammensetzen des Bildes;
    2. b) Umwandeln des Bildes in sein Spiegelbild;
    3. c) Drucken des Spiegelbildes auf eine siliconbeschichtete Oberfläche eines Trennsubstrates mit Hilfe eines Laserdruckers oder Fotokopierers, um ein stabiles, aus Tonerteilchen bestehendes Abbild des Spiegelbildes zu liefern;
    4. d) Kombinieren des Trennsubstrates mit dem Rohpapierbogen, wobei das aus Tonerteilchen bestehende Abbild des Spiegelbildes mit dem Rohpapierbogen in Kontakt steht;
    5. e) Aufbringen von genügend Hitze und Druck auf die Kombination aus Trennsubstrat und Rohpapierbogen, um das Tonerbild auf den Rohpapierbogen zu übertragen; und
    6. f) Entfernen des Trennsubstrates, um einen mit dem Bild versehenen Rohpapierbogen bereitzustellen.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem sowohl die Bildherstellung als auch die Bildumwandlung in sein Spiegelbild in Schritt (a) und (b) in einem computergestützten Bilderzeugungssystem durchgeführt werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem in Schritt (c) ein Laserdrucker verwendet wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem in Schritt (d) eine aus zwei Drucktiegeln bestehende Einzelblattpresse verwendet wird, die einen unbeheizten Drucktiegel und einen beheizten Drucktiegel besitzt, und bei dem der Rohpapierbogen neben dem unbeheizten Drucktiegel liegt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem in Schritt (d) eine aus zwei Drucktiegeln bestehende Einzelblattpresse verwendet wird, die einen unbeheizten Drucktiegel besitzt und einen Drucktiegel, der so konstruiert und angeordnet ist, daß er sowohl beheizt als auch abgekühlt werden kann, und bei dem der Rohpapierbogen neben dem unbeheizten Drucktiegel liegt.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der Rohpapierbogen aus einem Blatt eines bestehenden Dokuments, einem Blatt in einem mehrseitigen Dokument und der Innenseite des Deckels des Dokuments ausgewählt wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 8, bei dem das Dokument ein Reisepaß ist.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem Schritt (b) weggelassen wird, um in Schritt (f) einen Rohpapierbogen bereitzustellen, der ein Spiegelbild des in Schritt (a) zusammengesetzten Bildes trägt.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem in Schritt (d) der aufgebrachte Druck im Bereich von etwa 400 kPa bis etwa 500 kPa liegt.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem in Schritt (d) ein verformbares Material in der Presse zwischen dem Rohpapierbogen und dem unbeheizten Drucktiegel liegt.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 10, bei dem das verformbare Material ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend eine Elastomerschicht und eine verformbare Kartonschicht.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com