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Dokumentenidentifikation DE19718128C2 08.02.2001
Titel Dekorative Schichtpreßstoffplatte
Anmelder Homapal Plattenwerk GmbH & Co KG, 37412 Herzberg, DE
Erfinder Scholz, Dietmar, Dipl.-Ing., 37434 Rhumspringe, DE;
Hoppe, Jörg, Dipl.-Chem., 37345 Steinrode, DE
Vertreter Jabbusch und Kollegen, 26135 Oldenburg
DE-Anmeldedatum 29.04.1997
DE-Aktenzeichen 19718128
Offenlegungstag 05.11.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 08.02.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.02.2001
IPC-Hauptklasse B32B 27/04
IPC-Nebenklasse B32B 3/24   B32B 15/04   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine dekorative Schichtpreßstoffplatte aus Kernschichten und mindestens einer Deckschicht, die aus wenigstens zwei Lagen besteht.

Kernschichten von Schichtpreßstoffplatten bestehen üblicherweise aus mit Phenolharz getränkten Papieren, z. B. Hartpapieren, wie Natronkraftpapier, mit beliebigen Flächengewichten, die je nach Anwendungsfall ausgewählt werden. Flächengewichte zwischen 80 g/qm und 250 g/qm sind durchaus üblich. Normalerweise werden Hartpapiere mit einem Flächengewicht von 150 g/qm verwendet. Mehrere Lagen solcher mit Phenolharz getränkter Kernpapiere werden, je nach Dicke der herzustellenden Platte, aufeinandergelegt und gemeinsam mit einer aufzulaminierenden dekorativen Deckschicht in Ein- oder Mehretagen-Rückkühlpressen zwischen entsprechenden Metallblechen unter Druck und Temperatur, z. B. 4-10 N/mm2 bei 145°C, verpreßt. Dabei auch die Deckschicht aus mehreren Lagen zu bilden, ist z. B. nach der AT 339616 oder der DE 42 20 507 A1 bekannt.

Dekorative Schichtpreßstoffplatten mit auflaminierter Textil-, Leichtmetall- oder Echtfurnier-Deckschicht sind ebenfalls bekannt.

Das optische Erscheinungsbild einer dekorativen Schichtpreßstoffplatte wird maßgeblich geprägt durch die sichtbare Oberfläche der Deckschicht. Der Einsatz von bemalten und/oder bedruckten Deckschichten ist möglich. Auch die Reflexionseigenschaften der Oberfläche einer Deckschicht können durch Bürsten einerseits bzw. Hochglanzpolieren andererseits beeinflußt werden. Des weiteren könnte auch eine Profilierung durch Herstellen von Eindrückungen währen des Pressens vorgenommen werden. Diese Gestaltungsmöglichkeiten sind auch miteinander kombinierbar, wobei eine Gestaltung durch Einflußnahme auf die Lichtbrechung der Oberfläche letztlich auch bei der Herstellung von Profilierungen vorliegt.

Bei einer Schichtpreßplatte ist das dekorative Aussehen damit letztendlich nur durch zwei Maßnahmen, nämlich die farbliche Gestaltung und die Gestaltung durch Einflußnahme auf die Lichtbrechung der sichtbaren Oberfläche gestaltbar, wobei diese Maßnahmen jedoch auch an einer Schichtpreßstoffplatte kombiniert werden können. Dennoch sind bei Wahrnehmung des optischen Eindruckes einer dekorativen Schichtpreßstoffplatte die angewendeten Maßnahmen in ihren Grundprinzipien erkennbar und damit die Möglichkeiten für einen Designer eingeschränkt, der auch zu beachten hat, daß seine Gestaltung dem Verpressen standhalten muß.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schichtpreßstoffplatte mit einer dekorativen Deckschicht aus mehreren Lagen zu schaffen, die erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten erlaubt.

Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zumindest die äußere sichtseitige Lage der Deckschicht Durchbrechungen aufweist, wobei die jeweils untere Lage im Bereich der Durchbrechungen in die Durchbrechungen hinein tiefziehähnlich gedrückt ist.

Nach dem Verpressen der Lagen der Deckschicht zusammen mit den Kernschichten zur Schichtpreßstoffplatte ist die untere Lage der Deckschicht noch durch die Durchbrechungen der oberen sichtseitigen Lage sichtbar. Dadurch ergeben sich interessante Gestaltungsmöglichkeiten, z. B. dann, wenn die beiden Lagen der Deckschicht aus unterschiedlichen Werkstoffen bestehen oder unterschiedliche Farben aufweisen.

Da die aus mehreren Lagen bestehende Deckschicht zusammen mit den Kernschichten zu einem Laminat verpreßt wird, bewirkt der Preßdruck, daß die jeweils untere Lage im Bereich der Durchbrechungen in die Durchbrechungen hinein in einem tiefziehähnlichen Vorgang gedrückt wird.

Die erfindungsgemäße Schichtpreßstoffplatte bietet somit zusätzlich zur farblichen Gestaltung der Deckschicht und zur Beeinflußung der Reflexionseigenschaften noch die Möglichkeit, durch die Anordnung und Form der Durchbrechungen auf das optische Erscheinungsbild Einfluß zu nehmen. Zusätzlich kann durch unterschiedliche Materialien oder Farben der Lagen für die Deckschicht eine weitere Gestaltungsmöglichkeit erschlossen werden.

Durch die Verpressung zum Laminat wird das Aussehen der Deckschicht nicht nachteilig beeinflußt. Im Gegenteil kann der tiefziehähnliche Druckvorgang noch als eine weitere Maßnahme in die Gestaltung des optischen Gesamteindruckes der dekorativen Deckschicht miteinbezogen werden.

Die erfindungsgemäße Ausgestaltung mit einer Deckschicht aus mehreren Lagen, von denen zumindest eine äußere Lage Durchbrechungen aufweist, ist besonders vorteilhaft dann anwendbar, wenn jede Lage der Deckschicht aus metallischem Werkstoff besteht. So kann z. B. eine 150 µm dicke Aluminiumfolie, deren Oberseite dekorativ mattgebürstet und mit Polyurethanlack geschützt ist und deren Rückseite mit Metallkleber beschichtet ist, dekorativ ausgestanzt werden. Sie wird auf eine Metallfolie, z. B. eine hochglänzende Aluminiumfolie gelegt, deren Rückseite zur Verbindung mit den Kernschichten ebenfalls mit geeignetem Klebemittel beschichtet ist. Die dekorativ ausgestanzte Metallfolie ist die äußere sichtseitige Lage mit den ausgestanzten Durchbrechungen. Bei dem anschließenden Verpressen zusammen mit den Kernschichten drückt sich die untere Lage, z. B. die hochglänzende eloxierte Metallfolie, durch die ausgestanzten Bereiche. Es entsteht eine dekorative Metalloberfläche der Deckschicht. In den ausgestanzten Bereichen entstehen durch die tiefziehähnlichen Vorgänge dabei auch dreidimensionale Oberflächen. Es können auch unterschiedliche Metalle, wie z. B. Kupfer oder Edelstahl verwendet werden. Als Durchbrechungen in Form von dekorativen Ausstanzungen können Rundlöcher, Quadrate, Dreiecke und dergleichen in verschiedenster Größe und Anordnung angebracht werden. Selbstverständlich ist auch jede andere dekorative Ausgestaltung der Durchbrechungen möglich.

Eine erfindungsgemäße dekorative Deckschicht kann auch auf beiden Seiten der Platte angeordnet werden. Dabei können die sichtseitigen Lagen der beidseitig angeordneten Deckschichten hinsichtlich des Lochbildes ihrer Durchbrechungen unterschiedlich ausgebildet sein. Die Erfindung ist nicht beschränkt auf die Bildung einer Deckschicht aus zwei Lagen. Es können auch mehr Lagen zu einer Deckschicht zusammengesetzt werden, und zwar auch so, daß bei z. B. drei Lagen die jeweils mittlere Lage ebenfalls Durchbrechungen aufweist, die sich mit den Durchbrechungen der äußeren sichtseitigen Lage ganz oder teilweise decken, mehr oder weniger ineinander übergehen und auch verschiedene Formen haben können. Bei der gemeinsamen Verpressung können dann innerhalb einer Durchbrechung noch mehr als zwei Werkstoffe, Farben oder Metalle sichtbar sein, was weitere Möglichkeiten der optischen Ausgestaltung einer dekorativen Schichtpreßstoffplatte erschließt.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, aus dem sich weitere erfinderische Merkmale ergeben, ist in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1 eine Ansicht eines Abschnittes einer Schichtpreßstoffplatte im vergrößerten Maßstab und

Fig. 2 eine Teilansicht einer Schichtpreßstoffplatte in einem Schnitt im Bereich einer Durchbrechung in einer Lage der Deckschicht in einem vergrößerten Maßstab.

Fig. 1 zeigt einen Abschnitt einer Schichtpreßstoffplatte 1 im vergrößerten Maßstab. Die Schichtpreßstoffplatte besteht aus Kernschichten 2, die aus mehreren Lagen Papier gebildet sind, das mit Phenolharz getränkt ist. Eine Deckschicht 3 besteht aus einer äußeren sichtseitigen Lage 4 und einer an die Kernschichten 2 angrenzenden Lage 5. Die Lage 5 der Deckschicht 3 ist bei diesem Ausführungsbeispiel eine hochglänzende, eloxierte Metallfolie. Die sichtseitige äußere Lage ist eine 150 µm dicke Aluminiumfolie, deren Oberseite dekorativ mattgebürstet und mit Polyurethanlack geschützt ist. Die Rückseite dieser Folie ist mit hier nicht weiter dargestelltem Metallkleber beschichtet. Die Lage 4 weist durch Ausstanzung hergestellte quadratische Durchbrechungen 6 auf, durch welche hindurch die Oberfläche der hochglänzenden unteren Lage 5 der Deckschicht 3 sichtbar ist.

Die derart ausgebildeten Lagen und die Kernschichten werden gemeinsam in üblichen Pressen für die Herstellung von Schichtpreßstoffplatten miteinander verpreßt und bilden danach eine etwa 1 mm dicke dekorative Schichtpreßstoffplatte.

Fig. 2 zeigt eine Schnittansicht der Schichtpreßstoffplatte gemäß Fig. 1 im Zustand nach dem gemeinsamen Verpressen. Durch das Verpressen hat sich die untere Lage 5 im Bereich der Durchbrechung 6 in der äußeren sichtseitigen Lage 4 in einem tiefziehähnlichen Vorgang in die Durchbrechung gewölbt, derart, daß die Oberfläche der Lage 5 im Bereich der Durchbrechung 6 in einer Ebene mit der Oberfläche der durchbrochenen Lage 4 der Deckschicht 3 liegt.


Anspruch[de]
  1. 1. Dekorative Schichtpreßstoffplatte aus Kernschichten und mindestens einer Deckschicht, die aus wenigstens zwei Lagen besteht, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die äußere sichtseitige Lage (4) der Deckschicht (3) Durchbrechungen (6) aufweist, wobei die jeweils untere Lage (5) im Bereich der Durchbrechungen (6) in die Durchbrechungen (6) hinein tiefziehähnlich gedrückt ist.
  2. 2. Schichtpreßstoffplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Lage (4, 5) der Deckschicht (3) aus metallischem Werkstoff besteht.
  3. 3. Schichtpreßstoffplatte nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß jede Lage (4, 5) der Deckschicht (3) eine Folie aus metallischem Werkstoff ist.
  4. 4. Schichtpreßstoffplatte nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie aus metallischem Werkstoff etwa 150 µm dick ist.
  5. 5. Schichtpreßstoffplatte nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß die sichtseitige Lage (4) der Deckschicht (3) an ihrer Rückseite mit Metallkleber beschichtet und gemeinsam mit der jeweils benachbarten Lage (5) der Deckschicht (3) und zusammen mit den Kernschichten (2) verpreßt ist.
  6. 6. Schichtpreßstoffplatte nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß die Sichtoberfläche der sichtseitigen Lage (4) der Deckschicht (3) mit Schutzlack beschichtet ist.
  7. 7. Schichtpreßstoffplatte nach den Ansprüchen 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß die Deckschicht (3) beidseitig angeordnet ist.
  8. 8. Schichtpreßstoffplatte nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die sichtseitigen Lagen (4) der beidseitig angeordneten Deckschichten (3) hinsichtlich des Lochbildes ihrer Durchbrechungen (6) unterschiedlich ausgebildet sind.






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