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Dokumentenidentifikation DE69517257T2 22.02.2001
EP-Veröffentlichungsnummer 0696504
Titel Vorrichtung zum Reinigen von Zylindern
Anmelder Baldwin-Japan Ltd., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Oyaizu, Hideo, Tokyo 166, JP
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Holtz, Martin, Lippert, Frankfurt, München, 80799 München
DE-Aktenzeichen 69517257
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 08.08.1995
EP-Aktenzeichen 951124494
EP-Offenlegungsdatum 14.02.1996
EP date of grant 31.05.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.02.2001
IPC-Hauptklasse B41F 35/06

Beschreibung[de]
1. Technisches Gebiet der Erfindung

[0001] Diese Erfindung betrifft allgemein ein Zylinder-Reinigungsgerät zum Entfernen von Flecken auf einem Tuchzylinder und auf einem Druckzylinder in einer Druckmaschine, oder auf Zylindern und Rollen in einer Maschine zum Verarbeiten verschiedener Arten von Papier und Folien, wie etwa einer Papierherstellungsmaschine.

2. Beschreibung des relevanten Standes der Technik

[0002] Man erwartet im allgemeinen, daß eine Umfangs-Zylinderoberfläche sauber gehalten wird, um nicht ein zu verarbeitendes Objekt zu verschmutzen. Wenn man sich einen Tuchzylinder in einer Druckmaschine vorstellt, so kann dieser im Laufe der Zeit mit Farbe verschmutzt werden, die auf diesem zurückbleibt. Deshalb sind schon einige Zylinder-Reinigungsgeräte zum Sauberhalten der Oberfläche des Tuches entwickelt worden.

[0003] In einem allgemein herkömmlichen Zylinder-Reinigungsgerät sind an einem Paar Seitenplatten Wellen für eine Tuchvorschubrolle sowie eine entsprechende Tuchwickelwelle in einer zu einer zentralen Achse des Zylinders parallelen Lage vorgesehen. Auf diese Wellen ist ein gewebeartiges Reinigungstuch mit einer gewissen Spannung aufgewickelt. Hinter dem Reinigungstuch zwischen der Tuchvorschubrolle und der Tuchwickelwelle ist eine Tuchandruckvorrichtung vorgesehen, die ein Polster oder eine Preßrolle zum Andrücken des Reinigungstuches an eine Oberfläche des Zylinders hat.

[0004] Die Tuchwickelwelle in dem oben beschriebenen Zylinder-Reinigungsgerät wird durch eine Antriebseinheit kontinuierlich mit einer bestimmten Geschwindigkeit oder intermittierend angetrieben. Die Tuchandruckvorrichtung mit dem Polster oder dergleichen wird auch betätigt, um das Reinigungstuch an die Oberfläche des Zylinders anzudrücken und Schmutz abzuwischen.

[0005] Eine zweite Achse der Tuchwickelwelle wird im allgemeinen durch einen elektrischen Motor mit Untersetzungszahnrädern angetrieben, die konstant in einer normalen Richtung umlaufen, oder andernfalls durch einen Luftzylinder oder einen im Hin- und Herbetrieb arbeitenden linearen Stellantrieb in Verbindung mit einem Hebel- oder Ratschensystem, um eine Drehbewegung für die zweite Achse zu erzeugen. Bei dem Reinigungsvorgang wird das Reinigungstuch intermittierend und kontinuierlich weiter befördert, um Schmutz auf dem Zylinder abzuwischen. Das Reinigungstuch wird in der ersten Phase schlimm verschmutzt, und der Verschmutzungsgrad wird nach und nach leichter. Ein solches leicht verschmutztes Reinigungstuch kann für die nächste Reinigungsarbeit wieder verwendet werden, so daß dieses wieder zu einer Tuchvorschubrolle wird, was zu einer effektiven Verwendung von natürlichen Ressourcen beiträgt.

[0006] Bei der Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß für nach dem Reinigungsvorgang ein Zylinder-Reinigungsgerät in Verbindung mit einem Wickelsystem zum Wiedergewinnen eines Teils des verbrauchten Reinigungstuches vorgeschlagen worden ist. Z. B. gemäß der japanischen Patentveröffentlichung Nr. Sho 56-37069 ist dafür ein manuell gesteuerter Tuch-Rückwickelmechanismus vorgesehen, um das von der Tuchvorschubrolle einmal zugeführte Reinigungstuch manuell zurückzuwickeln. Gemäß der japanischen Patentveröffentlichung Nr. Hei 4-64509 und der japanischen Patentoffenlegung Nr. Hei 1-122437 wird ein automatischer Tuch-Rückwickelmechanismus offenbart, in welchem eine Antriebsvorrichtung, wie etwa ein Motor, vorgesehen ist, um die Tuchvorschubrolle zurückzudrehen, wenn der Reinigungsvorgang beendet ist.

[0007] Allerdings ist bekannt, daß das herkömmliche Zylinder-Reinigungsgerät, welches einen derartigen automatischen Tuch-Rückwickelmechanismus einsetzt, immer verlangt, daß es ein kompliziertes Antriebssystem und eine teure Steuerungsvorrichtung dafür aufweist. Demzufolge wird der Einbauraum für das Gerät relativ groß.

[0008] Demnach ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Zylinder- Reinigungsgerät zu schaffen, bei welchem ein Rückwickelmechanismus für gebrauchtes Reinigungstuch vereinfacht ist, um an dem Verbrauch an Reinigungstuch soweit wie möglich einzusparen.

[0009] EP 0 315 144 A2 zeigt bereits ein Zylinder-Reinigungsgerät mit Schwenkarmen, die durch einen Stellantrieb über einen Verstellbereich verschwenkt werden und die eine Tuchspannrolle tragen derart, daß beim Schwenken dieser Schwenkarme eine bestimmte Menge des Reinigungstuches von der Tuchvorschubrolle gezogen wird.

Zusammenfassung der Erfindung

[0010] Die Erfindung gemäß der vorliegenden Anmeldung ist derart, daß ein Zylinder- Reinigungsgerät zum Reinigen einer äußeren Oberfläche eines Zylinders durch ein Reinigungstuch, das von einer Tuchvorschubrolle mit einer ersten Achse einer Tuchwickelwelle mit einer zweiten Achse zugeführt und zwischen der Tuchvorschubrolle und der Tuchwickelwelle gespannt wird, wobei das Zylinder-Reinigungsgerät Leistungserzeugungsmittel zum Erzeugen einer Drehleistung zum Wickeln der Tuchwickelwelle und zum Rückwickeln der Tuchvorschubrolle umfaßt, dadurch gekennzeichnet ist, daß die Leistungserzeugungsmittel einen Tuchvorschubarm umfassen, welcher drehbar montiert und durch einen Stellantrieb zu einer Bewegung über einen Verstellbereich verschwenkt wird, womit die erste Achse in Übereinstimmung mit dem Verstellbereich rückgewickelt und die zweite Achse aufgewickelt wird, sowie schaltbare Leistungsübertragungsmittel zum wahlweisen Übertragen der Bewegung des Tuchvorschubarmes entweder zu der ersten Achse oder zu der zweiten Achse.

[0011] Der bevorzugte Modus der vorliegenden Erfindung kann wie folgt sein:

(1) Die Leistungsübertragungsmittel bestehen aus einem Erstachsenzahnrad, welches eine Drehleistung zum Rückwickeln des Reinigungstuches auf die erste Achse überträgt, einem Zweitachsenzahnrad, welches eine Drehleistung zum Aufwickeln des Reinigungstuches auf die zweite Achse aufbringt, und Schaltzahnradmittel zum Übertragen einer Bewegung des Tuchvorschubarmes auf das Erstachsenzahnrad oder das Zweitachsenzahnrad.

(2) Die Leistungsübertragungsmittel können definiert werden durch ein Erstachsenzahnrad, welches eine Rotationsleistung auf die erste Achse aufbringt, um das Reinigungstuch rückzuwickeln, ein Zweitachsenzahnrad, welches eine Rotationsleistung auf die zweite Achse aufbringt, um das Reinigungstuch aufzuwickeln, und Schaltzahnradmittel zum Übertragen einer Bewegung des Tuchvorschubarmes auf das Erstachsenzahnrad oder das Zweitachsenzahnrad, und wobei Schaltmittel durch ein Wickel- und Rückwickelschaltzahnrad definiert sind, welches wahlweise mit dem Erstachsenzahnrad oder dem Zweitachsenzahnrad in Eingriff bringbar ist, ferner eine Schaltzahnradwelle, welche an dem Tuchvorschubarm so gelagert ist, daß sie nicht drehbar jedoch in einer axialen Richtung verstellbar ist, sowie einen Wickel- und Rückwickel- Stellantrieb, welcher die an dem Tuchvorschubarm gelagerte Schaltzahnradwelle in eine von zwei Positionen zum Wickeln bzw. Rückwickeln schaltet.

(3) Die Leistungsübertragungsmittel umfassen eine Einwegkupplung, um eine Leistungsübertragung zwischen dem Zweitachsenzahnrad und der zweiten Achse in einer Richtung zu ermöglichen, ferner eine Einwegkupplung, um eine Leistungsübertragung zwischen dem Erstachsenzahnrad und der ersten Achse in einer Richtung zu ermöglichen, und eine Einwegkupplung, um eine Leistungsübertragung zwischen einem Wickel- und Rückwickelschaltzahnrad und einer Schaltzahnradwelle in einer Richtung zu ermöglichen.

(4) Der Tuchvorschubarm ist drehbar auf der gleichen Welle wie das Wickelzahnrad angeordnet.

(5) Zahnradübertragungsmittel sind auf der gleichen Welle wie das Zweitachsenzahnrad drehbar angeordnet und als ein Zwischenzahnrad vorgesehen, welches kontinuierlich mit dem Erstachsenzahnrad in Eingriff ist, um die Bewegung des Tuchvorschubarmes über das Zwischenzahnrad auf das Erstachsenzahnrad zu übertragen.

(6) Sie können ferner mit einem Tuchvorschubsystem für eine vorgegebene Tuchlänge ausgestattet sein, welches einen Verstellwinkelbetrag des Tuchvorschubarmes in Übereinstimmung mit einer Menge an Tuch steuert, die um die erste Achse oder die zweite Achse gewickelt ist.

(7) Das Tuchvorschubsystem für eine vorgegebene Tuchlänge kann durch Tuchdurchmesser-Detektiermittel zum Erfassen eines Durchmessers der ersten Achse oder der zweiten Achse, ein Armregulierelement zum Begrenzen eines Verstellwinkelbetrages des Tuchvorschubarmes in Übereinstimmung mit dem durch die Tuchrollendurchmesser-Detektiermittel erfaßten Tuchdurchmesser, ein Steuerelement für einen vorgegebenen Vorschub mit einer Wickel-Regulierfläche und einer Rückwickel-Regulierfläche zum Steuern eines Verstellwinkelbetrages des Tuchvorschubarmes und einen Schaltstellantrieb für eine vorgegebene Tuchlänge zum Steuern des Armregulierelementes mit Bezug auf die Wickel- Regulierfläche oder die Rückwickel-Regulierfläche definiert werden.

(8) Das Wickel- und Rückwickelschaltzahnrad wird empfehlenswerterweise so bearbeitet, daß es an seinen Zähnen abgeschrägte Abtrennbereiche aufweist, und wobei das Zweitachsenzahnrad und das Erstachsenzahnrad, welche mit dem Wickel- und Rückwickelschaltzahnrad im Eingriff sind, auch so bearbeitet sind, daß sie in den Kontaktbereichen abgeschrägte Abtrennbereiche haben.

(9) Das Zwischenzahnrad ist empfehlenswerterweise so bearbeitet, daß es in Kontaktbereichen mit dem Wickel- und Rückwickelschaltzahnrad abgeschrägte Abtrennbereiche hat.

[0012] Demnach werden bei der Tuchvorschuboperation während der ganzen Reinigungsoperation die Schaltmittel zur Seite der zweiten Achse hin geschaltet. Wenn der Tuchvorschubarm durch den Tuchvorschubstellantrieb betätigt wird, dann erzeugen die Leistungserzeugungsmittel eine Wickelleistung für die zweite Achse in Übereinstimmung mit dem Verstellwinkelbetrag des Tuchvorschubarmes, um dadurch die zweite Achse zu drehen und das Reinigungstuch weiter zu befördern. Beim Betätigen des Tuchvorschubstellantriebes, durch Schalten der Schaltmittel zur Seite der ersten Achse hin nach Beendigung der Reinigungsprozedur, bewirken die Leistungserzeugungsmittel die Zuführung einer Rückwickelleistung zu der ersten Achse, um diese zu drehen, wodurch das um die Tuchwickelwelle gewickelte verbrauchte Reinigungstuch um die vorgegebene Länge rückgewickelt wird. Das rückgewickelte Reinigungstuch wird für die nächste Reinigungsprozedur vorbereitet. Die ausgewählte erste Achse oder zweite Achse wird durch eine Operation des Tuchvorschubarmes gedreht, so daß der gesamte Mechanismus vereinfacht werden kann und zu einem kleinen Maßstab führt, wodurch die vorliegende Erfindung im Hinblick auf die Kosten als günstig angesehen werden kann.

[0013] Der Antriebsmechanismus für die zweite Achse und die erste Achse ist durch eine Kombination von Zahnrädern und Kupplungen organisiert, wobei die erforderliche Leistung zum Drehen dieser Wellen in Übereinstimmung mit dem Verstellwinkelbetrag des Tuchvorschubarmes erzeugt wird, und das Schaltzahnrad wird wahlweise zu dem Zweitachsenzahnrad oder dem Erstachsenzahnrad geschaltet, um die Leistung zu übertragen, so daß das Drehmoment bei der Wickeloperation des Reinigungstuches auf das Schaltzahnrad und das Zweitachsenzahnrad aufgeteilt werden kann. Bei der Rückwickeloperation des Reinigungstuches wird das Drehmoment auf das Schaltzahnrad und das Erstachsenzahnrad aufgeteilt. Da das Drehmoment auf andere Zahnräder als das Schaltzahnrad aufgeteilt werden kann, kann das Schaltzahnrad in seiner Abmessung klein gehalten werden, um dadurch auch das Gerät klein zu machen.

[0014] Der Tuchvorschubmechanismus für eine vorgegebene Tuchlänge sichert eine präzise Steuerung zum Weiterbefördern des erforderlichen Reinigungstuches bei jeder Reinigungsoperation, auch wenn der Tuchdurchmesser der Tuchwickelwelle oder der Vorschubrolle sich ändert. Die gleiche Struktur wird für das Rückwickeln des gebrauchten Reinigungstuches verwendet, so daß die Steuerung für den Rückwickelbetrag einfach und korrekt ausgeführt werden kann.

[0015] Die Wickel-Regulieroberfläche und eine Rückwickel-Regulieroberfläche können wahlweise benutzt werden, um den Verstellwinkelbetrag des Tuchvorschubarmes zu verändern, welcher für den Tuchvorschubmechanismus für eine vorgegebene Tuchlänge vorgesehen ist. Demnach kann die konstante Tuchvorschuboperation auch durchgeführt werden, wenn die Tuchdurchmesser zwischen der Tuchwickelwelle und der Vorschubrolle unterschiedlich sind, wodurch man den einfachen Rückwickelmechanismus erhält und eine Gesamtminimierung erreicht werden kann.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

[0016]

Fig. 1 ist eine Seitenansicht eines Zylinder-Reinigungsgerätes, jedoch ohne einen Getriebe- und Kupplungsmechanismus, gemäß der vorliegenden Erfindung;

Fig. 2 ist eine schematische Ansicht einer Tuchwickel- und Rückwickelvorrichtung während einer Wickeloperation;

Fig. 3 ist eine schematische Ansicht einer Tuchwickel- und Rückwickelvorrichtung während einer Rückwickeloperation;

Fig. 4A ist eine Seitenansicht eines Justiergliedes zum Fördern eines Reinigungstuches um eine vorgegebene Länge;

Fig. 4B ist eine Vorderansicht eines Justiergliedes zum Fördern des Reinigungstuches um eine vorgegebene Länge;

Fig. 5A ist eine erläuternde Ansicht eines von dem Justierglied getrennten Trägers während der Wickeloperation zum Fördern des Reinigungstuches um eine vorgegebene Länge;

Fig. 5B ist eine erläuternde Ansicht eines an das Justierglied angelegten Trägers während der Wickeloperation zum Fördern des Reinigungstuches um eine vorgegebene Länge;

Fig. 6A ist eine erläuternde Ansicht eines von dem Justierglied getrennten Trägers während der Rückwickeloperation zum Fördern des Reinigungstuches um eine vorgegebene Länge;

Fig. 6B ist eine erläuternde Ansicht eines an das Justierglied angelegten Trägers während der Rückwickeloperation zum Fördern des Reinigungstuches um eine vorgegebene Länge;

Fig. 7A ist eine erläuternde Ansicht einer Änderung des Tuchdurchmessers und einer Bewegung des Trägers während der Wickeloperation;

Fig. 7B ist eine erläuternde Ansicht eines Tuchvorschubarmes während der Wickeloperation;

Fig. 7C ist eine erläuternde Ansicht einer Änderung des Tuchdurchmessers und einer Bewegung des Trägers während der Rückwickeloperation;

Fig. 7D ist eine erläuternde Ansicht einer Bewegung des Tuchvorschubarmes in der Rückwickeloperation;

Fig. 8A ist eine erläuternde Ansicht von Zahnrädern in einem Eingriffszustand während der Wickeloperation;

Fig. 8B ist eine erläuternde Ansicht von Zahnrädern in einem außer Eingriff befindlichen Zustand während der Wickeloperation;

Fig. 9A ist eine erläuternde Ansicht von Zahnrädern in einem Eingriffszustand während der Rückwickeloperation;

Fig. 9B ist eine erläuternde Ansicht von Zahnrädern in einem außer Eingriff befindlichen Zustand während der Rückwickeloperation;

Fig. 10 ist eine erläuternde Ansicht einer ersten Abwandlung der Ausgestaltung durch Ersetzen einer Operation eines Schaltzahnrades durch eine andere; und

Fig. 11 ist eine erläuternde Ansicht einer zweiten Abwandlung der Ausgestaltung durch Ersetzen einer Operation eines Schaltzahnrades durch eine andere.

Ins einzelne gehende Beschreibung der bevorzugten Ausgestaltung(en)

[0017] Die bevorzugte Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung wird jetzt mit Bezug auf die Zeichnungen beschrieben. Fig. 1 zeigt eine fragmentarische Ansicht der Ausgestaltung gemäß der vorliegenden Erfindung.

[0018] Eine Reinigungseinheit 1 sollte so verstanden werden, daß sie von einem Hauptrahmen gehalten wird. Die Reinigungseinheit 1 ist mit einem Luftpolster 3 ausgestattet, welches aus einem elastischen Material, wie etwa Gummi, hergestellt ist und durch eine Luftzufuhr von einer Luftquelle aufgeblasen oder entleert werden kann, die in der Zeichnung nicht gezeigt ist. Wenn das Luftpolster 3 aufgeblasen wird, dann ist ein Reinigungstuch 2 in der Lage, auf eine Oberfläche eines Zylinders 4, wie etwa den zu reinigenden Tuchzylinder, gedrückt zu werden. Dieser Zustand wird während der gesamten Prozedur des Reinigens von Schmutz, wie etwa Farbmassen und Papierstaub, fortgesetzt. Wenn es entleert wird, dann wird das Reinigungstuch 2 auf natürliche Weise von dem Zylinder 4 gelöst, so daß die Anlage aufgehoben wird.

[0019] Wie gezeigt ist eine Seitenplatte 5 (als eine von einem Paar dargestellt) der Reinigungseinheit 1 an einem Hauptrahmen befestigt. Die Seitenplatte 5 ist dazu vorgesehen, eine erste Achse 6a einer Tuchvorschubrolle 6 (nachstehend als "Vorschubrolle" bezeichnet) zum Zuführen eines Gewebe-Reinigungstuches 2 sowie eine zweite Achse 7a einer Tuchwickelwelle, um die herum das Reinigungstuch gewickelt ist (nachstehend als "Tuchwickelwelle 7" bezeichnet) zum Aufwickeln des Reinigungstuches 2 drehbar zu lagern.

[0020] Eine Tuchandruckvorrichtung 8 zum Andrücken des Reinigungstuches 2 an die Oberfläche des Zylinders 4 umfaßt einen Block 10, welcher an einem Bock 9 angebracht ist, der an der Seitenplatte 5 befestigt ist, sowie ein Luftpolster 3, welches an dem Block 10 gehalten wird. Das Luftpolster 3 ist an beiden Längsseiten des Blockes 10 mittels Aufnahmeelementen 11 und 12 befestigt.

[0021] An der Seitenplatte 5 ist ferner eine Tuchwickel- und Rückwickelvorrichtung 20 vorgesehen, um wahlweise die Antriebsrichtungen entweder zu der Tuchvorschubrollenseite oder der Tuchwickelwellenseite hin zu ändern und dadurch das Reinigungstuch aufzuwickeln oder rückzuwickeln. Die Tuchwickel- und Rückwickelvorrichtung 20 ist durch einen Tuchrückwickelmechanismus definiert, welcher einen Teil des Reinigungs tuches, welcher in der Reinigungsoperation schon zugeführt und gebraucht worden ist, auf die Tuchvorschubrolle 6 zurückwickelt, und durch einen Tuchwickelmechanismus, welcher das Reinigungstuch um einen bestimmten Längenbetrag für die Reinigungsoperation ausgibt.

[0022] Die Fig. 2 und 3 sind teilweise geschnittene Ansichten der Tuchwickel- und Rückwickelvorrichtung. Fig. 2 zeigt einen Wickelzustand und Fig. 3 zeigt einen Rückwickelzustand. Wie man sehen kann, ist ein Erstachsenzahnrad 22 (nachstehend als "Rückwickelzahnrad" bezeichnet) an ein Ende der ersten Achse 6a der Vorschubrolle 6 über eine Kupplung (A) 21 angekuppelt, welche eine Einwegantriebs-Übertragung erlaubt. Darüber hinaus ist an einem Ende der zweiten Achse 7a der Tuchwickelwelle 7 ein Zweitachsenzahnrad 24 vorgesehen (nachstehend als "Wickelzahnrad" bezeichnet) und zwar über eine Kupplung (B) 23, welche eine Einwegantriebs-Übertragung erlaubt. Zwischen dem Wickelzahnrad 24 und der Seitenplatte 5 und oberhalb der zweiten Achse 7a ist ein Zwischenzahnrad 25 drehbar in einer derartigen Lage angeordnet, daß es mit dem Rückwickelzahnrad 22 kämmt. Mehr im einzelnen bewirkt das Zwischenzahnrad 25 nur, daß die Antriebskraft auf das Rückwickelzahnrad 22 übertragen wird; es hat jedoch keine Beziehung zu der Drehung der zweiten Achse 7a.

[0023] Zwischen der Seitenplatte 5 und der Tuchwickelwelle 7 ist eine Armlagerhülse 26 auf der gleichen Welle wie die zweite Achse 7a vorgesehen. Die Armlagerhülse 26 ist an der Seitenplatte S mit einem Abschnitt derselben befestigt, während sie einen Tuchvorschubarm 27 drehbar trägt. Der Tuchvorschubarm 27 ist so ausgebildet, daß er, wie in Fig. 1 gezeigt, mittels einer Feder 27a ständig an ein vorderes Ende eines Betätigungsstößels 31a angelegt wird, welcher von einem Tuchvorschubstellantrieb 31 absteht, der später erklärt wird. Dem Tuchvorschubarm 27 ist ein Stellantrieb 28 zugeordnet (welcher nachstehend als "Stellantrieb (A)" bezeichnet wird), um ein Aufwickeln oder Rückwickeln des Reinigungstuches auszuführen. Der Stellantrieb (A) ist beispielsweise ein Luftzylinder oder ein elektrisches Solenoid.

[0024] Der Stellantrieb (A) ist mit einer Schaltzahnradwelle 28a ausgestattet, welche sich so erstreckt, daß sie durch den Tuchvorschubarm 27 hindurchtritt und bis zu dem Wickelzahnrad 24 reicht. Die Schaltzahnradwelle 28a ist eine Keilnutwelle, die sich bis zu dem Tuchvorschubarm 27 hin- und herbewegt, sich jedoch nicht dreht. Demzufolge ergibt sich ein zuverlässiger Eingriffszustand ohne Rattern zwischen einem Wickel- und Rückwickelschaltzahnrad 30 (nachstehend als "Schaltzahnrad" bezeichnet) und dem Wickelzahnrad 24 oder zwischen dem Schaltzahnrad 30 und dem Zwischenzahnrad 25, wodurch eine zuverlässige Kraftübertragung erreicht werden kann. Übrigens ist das Schaltzahnrad 30 mit einem vorderen Ende der Schaltzahnradwelle 28a über eine Kupplung (C) 29 gekuppelt, welche eine Einwegantriebs-Übertragung erlaubt.

[0025] Wenn eine EIN-AUS-Operation für den Stellantrieb ausgeführt wird, dann wird die Schaltzahnradwelle 28a in einer sowohl in Fig. 2 als auch in Fig. 3 gezeigten Pfeilrichtung geschaltet. Das Schaltzahnrad 30 wird durch die Schaltzahnradwelle 28a verschoben, so daß sie mit dem Wickelzahnrad 24 oder mit dem Zwischenzahnrad 25 kämmt, um die Antriebskraft zu übertragen. Die Kraftübertragung zu dem Rückwickelzahnrad 22 wird über das Zwischenzahnrad 25 erreicht. Übrigens sind die jeweiligen Zahnräder, wie in den Zeichnungen gezeigt ist, so bearbeitet, daß sie abgeschrägte Abschnittsbereiche 24a, 25a und 30a an Eckenabschnitten ihrer Zähne haben, um eine sanfte Eingriffsoperation zwischen dem Schaltzahnrad 30 und dem Wickelzahnrad 24 bzw. dem Zwischenzahnrad 25 sicherzustellen.

[0026] Der Betätigungsstößel 31a des Tuchvorschubstellantriebes 31 (nachstehend als "Stellantrieb (B)" bezeichnet) steht in Beziehung zu dem Tuchvorschubarm 27. Der Betätigungsstößel 31a bewirkt über einen Abschnitt des Tuchvorschubarmes 27, daß der Arm 27 um einen vorgegebenen Winkel schwenkt, um die Wickel- und Rückwickeloperation durchzuführen. Übrigens kann der Stellantrieb (B) 31 als Luftzylinder ausgebildet sein.

[0027] Eine Seitenplatte 5 trägt auch einen Schalt-Stellantrieb 32 zum Steuern der Operation einer Ausgabe um einen vorgegebenen Längenbetrag (nachstehend als "Stellantrieb (C)" bezeichnet). Der Stellantrieb (C) ist mit einem Betätigungsstößel 32a ausgestattet, welcher durch die Seitenplatte 5 hindurchtritt und ein Justierglied 33 zum Steuern der Operation einer Ausgabe um einen vorgegebenen Längenbetrag aufweist (nachstehend als "Justierglied" bezeichnet), und zwar an dessen vorderem Ende neben dem Tuchvorschubarm 27. Das Justierglied 33 ist, wie in Fig. 4 gezeigt ist, durch eine Wickel-Regulierfläche 33a für die Wickeloperation sowie eine Rückwickel-Regulierfläche 33b für die Rückwickeloperation definiert.

[0028] Es ist natürlich, daß ein äußerer Durchmesser (Tuchrollendurchmesser) des um die Tuchwickelwelle 7 aufgewickelten Reinigungstuches nach und nach größer wird, so daß eine aktive Steuerung für den Drehgrad der zweiten Achse 7a notwendig ist, um die konstante Vorschubrate des Reinigungstuches ungeachtet der Änderung des äußeren Durchmessers sicherzustellen. Während der tatsächliche Wickelgrad des Tuchrollendurchmessers klein ist, wird der Drehgrad groß gemacht, jedoch nach und nach proportional zu einem Anwachsen des Tuchrollendurchmessers verkleinert.

[0029] Gleichzeitig wird der äußere Durchmesser der Vorschubrolle 6 auch nach und nach proportional zu dem Vorschubgrad des Reinigungstuches von Groß nach Klein geändert. Wenn das bereits einmal aufgewickelte Tuch von der Tuchwickelwelle 7 zu der Vorschubrolle 6 zurückgewickelt wird, ist es erforderlich, die erste Achse 6a in Übereinstimmung mit einem planmäßigen Rückwickelgrad in der entgegengesetzten Richtung zu drehen. Davon abgesehen sollte der Drehgrad der ersten Achse in Reaktion auf dessen Durchmesser gesteuert werden, um einen bestimmten Rückwickelgrad ungeachtet des Änderungsgrades des Vorschubrollendurchmessers zu erzielen. Es sei bemerkt, daß es eine bestimmte Beziehung zwischen zwei Durchmessern der Tuchwickelwelle und der Vorschubrolle gibt, und wenn ein Durchmesser derselben bekannt ist, kann der andere ermittelt werden, d. h. die Änderung des Durchmessers bei der Tuchwickelwelle und der Vorschubrolle ist umgekehrt proportional. Demzufolge wird in der vorliegenden Erfindung die Proportionalsteuerung gegenüber der ersten Achse in Übereinstimmung mit dem Änderungsgrad des Tuchwickelwellen-Durchmessers durchgeführt. Insbesondere wird der Schwenkwinkel oder Verstellgrad des Tuchvorschubarmes proportional zu dem Änderungsgrad bei dem Tuchdurchmesser mittels des Justiergliedes 33 geändert, welches die Wickel-Regulierfläche 33a für die Wickeloperation sowie die Rückwickel-Regulierfläche 33b für die Rückwickeloperation aufweist. Demnach kann die einmal aufgewickelte Reinigungsrolle auf die Förderrolle zurückgewickelt werden.

[0030] Wie man sehen kann, ist ein Tuchdurchmesser-Erfassungsträger 34 (nachstehend als "Träger" bezeichnet) als Detektiermittel zum Überprüfen eines tatsächlichen Tuchdurchmessers um die Tuchwickelwelle herum vorgesehen. Der Träger 34 ist dazu ausgelegt, entweder an die Wickel-Regulierfläche 33a oder die Rückwickel- Regulierfläche 33b des Justiergliedes 33 angedrückt zu werden. Das Umschalten zwischen diesen Regulierflächen kann durch Schalten des Justiergliedes entlang einer axialen Richtung des Trägers durchgeführt werden, wenn der Träger am Justierglied nicht anliegt. Wie in Fig. 2 gezeigt ist, ist der Träger 34 dazu vorgesehen, mittels des Langloches 35 geführt zu werden, welches sich in dem Tuchvorschubarm 27 öffnet. Das Loch 35 ist so ausgelegt, daß der Träger sich entsprechend der Änderung des Tuchdurchmessers der Tuchwickelwelle bewegt. Das andere Ende des Trägers 34 ist mit einem Tuchdurchmesser-Fühlelement verbunden, um den Tuchdurchmesser der Tuchwickelwelle zu prüfen. Eine Tuchdurchmesser-Erfassungsrolle 37 (nachstehend als "Rolle" bezeichnet) als Tuchdurchmesser-Fühlelement ist über einen Arm 36 angeordnet.

[0031] Die Rolle 37 ist immer im Kontakt mit dem aufgewickelten Reinigungstuch auf der Tuchwickelwelle 7, und sie folgt der Änderung des Durchmessers, d. h. der Träger 34 bewegt sich entlang des Langloches 35 in Reaktion auf die Änderung des Tuchdurchmessers. Wenn der Träger 34 sich bewegt, ist das vordere Ende des Trägers 34 unterschiedlich zu der Wickel-Regulierfläche 33a oder der Rückwickel-Regulierfläche 33b des Justiergliedes 33 ausgerichtet. Demzufolge wird dann, wenn der Tuchvor schubarm 27 schwenkt, der Schwenkbereich des Armes 27 geändert, um dadurch eine vorgegebene Ausgabe des Reinigungstuches zu erreichen.

[0032] Die operationellen Sequenzen werden mit Bezug auf die Fig. 5 und 6 erläutert. Wenn aufgewickelt wird, dann wird der Träger 34 durch den Stellantrieb (C) in der in Fig. 5A angegebenen Pfeilrichtung geschaltet, um die Rückwickel-Regulierfläche 33b zu einem Kerbabschnitt 34a des Trägers 34 auszurichten und ein vorderes Ende des Trägers an die Wickel-Regulierfläche 33a anzulegen. Wenn demnach der Tuchvorschubarm geschwenkt wird, dann ist es dem Träger 34 möglich, sich zwischen einer nicht kontaktierenden Position, die in Fig. 5A gezeigt ist, und einer kontaktierenden Position, die in Fig. 5B gezeigt ist, zu verändern. Diese begrenzte Bewegung des Trägers bewirkt eine Ausgabeoperation des Reinigungstuches um eine bestimmte Länge.

[0033] Im Gegensatz dazu wird bei der Rückwickeloperation der Träger 34 in der in Fig. 6A angegebenen Pfeilrichtung geschaltet, und das vordere Ende des Trägers wird an die Rückwickel-Regulierfläche 33b angelegt. Demnach wechselt dann, wenn der Tuchvorschubarm geschwenkt wird, der Träger zwischen dem nicht-kontaktierenden Zustand und dem kontaktierenden Zustand, wie in den Fig. 6A und 6B gezeigt ist. Der Bewegungsbereich des Trägers erzielt die Rückwickeloperation um eine vorgegebene Länge des Reinigungstuches in Übereinstimmung mit dem Tuchdurchmesser.

[0034] Es wird jetzt Bezug genommen auf die Fig. 7A bis 7D; sie zeigen einen Schwenkbereich des Tuchvorschubarmes entsprechend der Änderung des Tuchdurchmessers bei den Wickel- und Rückwickeloperationen. Es wird angenommen, daß die Tuchdurchmesseränderung der Tuchwickelwelle von DS1 nach DL1 während der Wickeloperation und von DL2 nach DS2 während der Rückwickeloperation sich ändert. Die Tuchvorschubrate kann gesteuert werden, indem man das Justierglied 33 im voraus so justiert, daß der Schwenkbereich des Tuchvorschubarmes in Übereinstimmung mit dem Tuchdurchmesser bestimmt wird.

[0035] Beim Aufwickeln wird der Stellantrieb 32 so betrieben, daß er die Wickel- Regulierfläche 33a des Justiergliedes verwendet, wie in Fig. 7A gezeigt ist. Der Stellantrieb (A) bewirkt ein Eingreifen des Schaltzahnrades 30 in das Wickelzahnrad 24. Der Tuchvorschubzylinder 31 wird so betrieben, daß er den Tuchvorschubarm 27 verschwenkt, wodurch die Drehung des Schaltzahnrades 30 auf das Wickelzahnrad 24 übertragen wird, um die Tuchwickelwelle 7 drehanzutreiben. Wenn das um die Tuchwickelwelle gewickelte gebrauchte Reinigungstuch noch wenig ist und der Tuchdurchmesser klein ist, dann wird der Träger 34 plaziert, wie in der Zeichnung gezeigt ist. Der Tuchvorschubarm 27, welcher in Fig. 7A gezeigt ist, wird verschwenkt und geschaltet, wie in Fig. 7B gezeigt ist, so daß der Träger 34 bewegt wird, wie in Fig. 7B gezeigt ist, so daß er sich an die Wickel-Regulierfläche 33a des Justiergliedes anlegt. In diesem Augenblick beendet der Tuchvorschubarm 27 seine Bewegung. Wenn der Wickelgrad sich vergrößert und der Tuchdurchmesser groß wird, dann wird der Träger 34 entlang dem Langloch 3 S geführt oder in Richtung des Pfeiles a in Fig. 7A bewegt. In Übereinstimmung mit der Bewegung des Trägers 34 wird das Intervall zwischen dem Träger 34 und der Wickel-Regulierfläche 33a oder die Bewegungsdistanz von dem in Fig. 7A gezeigten Zustand zu dem in Fig. 7B gezeigten Zustand (oder andernfalls von Fig. 7B zur Fig. 7A) klein gemacht. Deshalb wird der Schwenkbereich des Tuchvorschubarmes 27 klein gemacht, so daß die vorgegebene Ausgabe des Reinigungstuches durchgeführt werden kann.

[0036] Bei der Rückwickeloperation wird der Stellantrieb (C) so bewegt, daß man den Zustand für die Rückwickel-Regulierfläche 33b des Justiergliedes 33 erreicht, wie in Fig. 7C gezeigt ist. Wenn der Tuchdurchmesser der Tuchwickelwelle relativ klein ist, dann ist der Tuchdurchmesser der Vorschubrolle groß. Demzufolge bewirkt die gleiche Schwenkoperation des Tuchvorschubarmes wie bei der Wickeloperation ein, verglichen mit dem Wickelvolumen, darüber hinausgehendes Rückwickelvolumen. Es ist deshalb für den Bewegungsgrad des Trägers 34 bei dem Rückwickelprozeß, wenn das Wickelvolumen klein ist, notwendig, daß es im Vergleich zu demjenigen bei der Wickelprozedur beschränkt wird. Wenn der Wickelgrad erhöht wird und der Tuchdurchmesser der Vorschubrolle klein wird, dann wird der erlaubte Bewegungsgrad des Trägers groß. Bei der Rückwickelprozedur ist der Tuchdurchmesser der Tuchwickelwelle klein, so daß der Träger in der Richtung b auf der Zeichnung umschaltet. Wenn der Bewegungsgrad des Trägers groß wird, dann kann der vorgegebene Vorschub des Tuches erreicht werden. Die ins einzelne gehenden operationellen Sequenzen werden mit Bezug auf die Fig. 7D erläutert. Wenn der Betätigungsstößel des Stellantriebes 32 ausgefahren wird, um den Tuchvorschubarm 27 von dem in Fig. 7C gezeigten Zustand in der Pfeilrichtung zu schwenken, dann wird der Träger 34 geschaltet, wie in Fig. 7D gezeigt ist, und er kommt mit der Rückwickel-Regulierfläche 33b des Justiergliedes in Kontakt. In diesem Zustand ist der Tuchvorschubarm 27 außer Funktion gesetzt. Wenn der Stellantrieb 32 seinen Außerbetriebszustand erreicht, dann kehrt der Tuchvorschubarm 27 zurück, wie in Fig. 7C gezeigt ist. Da das Wickelvolumen erhöht wird und der Tuchdurchmesser groß wird, wird der Träger 34 entlang dem Langloch 35 geführt und in der Pfeilrichtung a bewegt. Die Bewegung des Trägers 34 bewirkt eine Ausdehnung der Intervalle zwischen dem Träger 34 und der Rückwickel-Regulierfläche 33b. Als Ergebnis wird der Schwenkbereich des Tuchvorschubarmes 27 ausgedehnt, um dadurch die erwartete Rückwicklung des Reinigungstuches um die vorgegebene Länge zu erzielen.

[0037] Demzufolge können durch Regulieren des Schwenkbereiches des Tuchvorschubarmes in Reaktion auf den äußeren Durchmesser des gebrauchten, auf die Tuchwickelwelle aufgewickelten Reinigungstuches die erwarteten Wickel- und Rückwickeloperationen des Reinigungstuches um die vorgegebene Länge erreicht werden, ungeachtet des Tuchdurchmessers.

[0038] Es werden jetzt die Operationsfolgen der Tuchwickel- und Rückwickelvorrichtung 20 nachstehend erläutert. Das Schaltzahnrad 30 und das Justierglied 33 wird bei der Wickelprozedur eingestellt, wie in Fig. 2 gezeigt ist. Wenn der Stellantrieb (B) in Reaktion auf ein Wickel-Befehlssignal in der Reinigungsoperation betätigt wird, dann wird der Tuchvorschubarm 27 durch das Ausfahren des Betätigungsstößels gedrückt. Die Bewegung des Tuchvorschubarmes wirkt auf das Schaltzahnrad 30, so daß sich dieses in der in Fig. 5A gezeigten Pfeilrichtung bewegt und mit dem Wickelzahnrad 24 in einem gegenseitigen Eingriffszustand rotiert. Die Drehung wird jedoch durch die Kupplung (C) verhindert, so daß die Bewegung des Schaltzahnrades auf das Wickelzahnrad übertragen wird und die zweite Achse 7a über die Kupplung (B) drehangetrieben wird. Wenn der Betätigungsstößel durch eine Betätigung des Tuchvorschubzylinders gezogen wird, dann wird das Schaltzahnrad 30 freigegeben, wie in Fig. 8B gezeigt ist, so daß es die Kraft nicht auf das Wickelzahnrad 24 überträgt. Wie oben bereits erwähnt wurde, kann der Reinigungstuchvorschub von der Vorschubrolle um die vorgegebene Länge durch eine derartige einzige Schwenkung des Tuchvorschubarmes ausgeführt werden, um dadurch das gebrauchte Reinigungstuch auf die Tuchwickelwelle zu wickeln.

[0039] Das Schaltzahnrad 30 und das Justierglied 33 wird bei der Rückwickeloperation eingestellt, wie in Fig. 3 gezeigt ist. Wenn der Zylinder (B) infolge eines Rückwickel- Befehlssignals nach der Reinigungsoperation betätigt wird, dann wird der Tuchvorschubarm 27 durch das Ausfahren des Betätigungsstößels gedrückt. Die Bewegung des Tuchvorschubarmes bewirkt, daß das Schaltzahnrad 30 in eine in Pfeilrichtung der Fig. 9A geschaltet wird, wodurch das Rückwickelzahnrad 22 über das Zwischenzahnrad 25 drehangetrieben wird. Allerdings wird die Drehung durch die Kupplung (C) verhindert, so daß die Bewegung des Schaltzahnrades über das Zwischenzahnrad 25 auf das Rückwickelzahnrad 22 übertragen wird und die erste Achse 6a über die Kupplung (A) drehangetrieben wird.

[0040] Wenn der Zylinder (B) in der Zugoperation des Betätigungsstößels aktiviert wird, dann wird das Schaltzahnrad 30 freigegeben, wie in Fig. 9B gezeigt ist, und die Kraftübertragung auf das Rückwickelzahnrad 22 findet nicht statt. Die eine Drehung des Tuchvorschubarmes bewirkt, daß der um die Tuchwickelwelle gewickelte Teil des gebrauchten Reinigungstuches auf die Vorschubrolle rückgewickelt wird. Das rückgewickelte Reinigungstuch ist für die nächste Reinigungsprozedur vorbereitet.

[0041] Wenn auch bei der vorangehenden Beschreibung der Ausgestaltung Kupplungen jeweils für das Wickelzahnrad, das Rückwickelzahnrad und das Schaltzahnrad vorgesehen sind, dann sollte das jedoch nicht beschränkend verstanden werden. Die in Fig. 10 gezeigte Abwandlung sieht eine andere Struktur vor, bei welcher das Schaltzahnrad dazu ausgelegt ist, zwischen einer Position des Eingriffes mit dem Wickelzahnrad oder dem Zwischenzahnrad und einer vorgeschobenen Position (= N. P.: neutrale Position) geschaltet werden kann. Das Schaltzahnrad ist dazu vorgesehen, mit dem Wickelzahnrad oder Zwischenzahnrad nur dann zu kämmen, wenn die Wickel- oder Rückwickeloperation aktiviert wird. Wenn der Tuchvorschubarm sich bewegt und die eine Operation des Wickelns oder Rückwickelns ausgeführt wird, dann wird das Schaltzahnrad in die N. P. eingestellt und der Tuchvorschubarm wird von der ausgeführten Position auf den ursprünglichen Platz zurückgeführt. Die wiederholte Operation bewirkt die erwartete Wickel- oder Rückwickeloperation.

[0042] Es wird jetzt auf die Fig. 11 Bezug genommen; diese zeigt eine andere Abwandlung, bei der die Kupplung nur für das Schaltzahnrad vorgesehen ist; die Wickel- oder Rückwickeloperation kann in einem Zustand durchgeführt werden, bei der es mit dem Wickel- oder Rückwickelzahnrad kämmt.

[0043] Gemäß der vorliegenden Erfindung ist die Reinigungseinheit 1 in Bezug auf den zu reinigenden Zylinder fest angeordnet, um eine Luftzufuhr in das Luftpolster zu steuern, so daß das Reinigungstuch 2 auf die Oberfläche des zu reinigenden Zylinders gedrückt oder von diesem abgehoben wird. Allerdings sollte die vorliegende Erfindung nicht in darauf beschränkter Weise eingesetzt werden; sie kann vielmehr bei verschiedenen Arten von Zylinder-Reinigungsgeräten eingesetzt werden. Beispielsweise ist auch ein hin- und hergehender Typ erhältlich. Wenn eine um eine Antriebswelle drehbare Reinigungseinheit bezeichnet wird, in welcher das Luftkissen der Tuchandrückvorrichtung mit der äußeren Oberfläche des Zylinders in Kontakt kommt und sich von dieser abhebt, dann wird ein sogenannter Schwenktyp oder andererseits ein vorwärts- oder rückwärtsverstellbarer Typ der Reinigungseinheit vorgesehen, welcher angedrückt oder losgelassen wird.

[0044] Weiter ist die vorliegende Erfindung als ein Tuchandrück-Gerätetyp erläutert worden, welcher ein Druckkissen aufweist, das aus einem durch eingelassene Luft aufgeblasenen Element besteht; das sollte jedoch nicht im beschränkenden Sinne verstanden werden. Beispielhaft wird auch etwas erhältlich sein, das mit einem Tuchandruckelement, wie etwa einem Druckkissen oder einer Druckrolle aufgebaut ist, das eine Vollmaterialsektion eines elastischen Elementes, wie etwa Gummi, synthetisches Harz usw. zeigt, so daß das Reinigungstuch mit dem Zylinder in Kontakt gebracht oder von diesem abgehoben werden kann.

[0045] In der Ausgestaltung ist der Mechanismus für einen Tuchvorschub mit vorgegebener Länge als ein Körper aufgebaut, könnte jedoch auch getrennt jeweils an der Seite der zweiten Achse und der Seite der Rückwickelachse vorgesehen sein in einer Lage, daß sie individuell eingesetzt werden können.


Anspruch[de]

1. Zylinderreinigungsgerät zum Reinigen einer äußeren Oberfläche eines Zylinders (4) mittels eines Reinigungstuches (2), welches von einer Tuchzuführrolle (6) mit einer ersten Achse (6a) einer Tuchwickelwelle (7) mit einer zweiten Achse (7a) zugeführt und zwischen der Tuchzuführrolle (6) und der Tuchwickelwelle (7) ausgespannt wird, wobei das Zylinderreinigungsgerät Krafterzeugungsmittel zum Erzeugen einer Rotationskraft für eine Wickeldrehung dieser Tuchwickelwelle (7) sowie eine Rückwickeldrehung dieser Tuchzuführrolle (6) umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß die Krafterzeugungsmittel einen Tuchvorschubarm (27) umfassen, welcher drehbar montiert ist und durch einen

Stellantrieb (31) zu einer Bewegung über einen Verstellwinkelbetrag verschwenkt wird, wodurch die erste Achse (6a) zu einer Rückwickeldrehung und die zweite Achse (7a) zu einer Wickeldrehung jeweils entsprechend dem Verstellwinkelbetrag angetrieben werden;

sowie schaltbare Kraftübertragungsmittel (22, 24, 25, 30) zum wahlweisen Übertragen der Bewegung des Tuchvorschubarmes (27) auf eine der Achsen, nämlich die erste Achse (6a) bzw. die zweite Achse (7a).

2. Zylinderreinigungsgerät nach Anspruch 1, bei welchem die Kraftübertragungsmittel ein Erstachsenzahnrad (22) umfassen, welches mit der ersten Achse (6a) gekoppelt ist, ein Zweitachsenzahnrad (24), welches mit der zweiten Achse (7a) gekoppelt ist, und Schaltzahnradmittel (30), welche mit dem Tuchvorschubarm (27) gekoppelt sind, um wahlweise eine Bewegung dieses Tuchvorschubarmes auf eine der Achsen, nämlich die erste Achse (6a) bzw. die zweite Achse (7a) zu übertragen.

3. Zylinderreinigungsgerät nach Anspruch 1 oder 2, bei welchem die Kraftübertragungsmittel definiert sind durch ein Erstachsenzahnrad (22), welches eine Rotationskraft auf die erste Achse (6a) aufbringt, um das Reinigungstuch rückzuwickeln, ein Zweitachsenzahnrad (24), welches eine Rotationskraft auf die zweite Achse (7a) aufbringt, um das Reinigungstuch aufzuwickeln, und Schaltzahnradmittel (30) zum Übertragen einer Bewegung des Tuchvorschubarmes (27) auf das Erstachsenzahnrad oder das Zweitachsenzahnrad, und wobei Schaltmittel (28, 28a, 30) durch ein Wickel- und Rückwickel-Schaltzahnrad (30) definiert sind, welches wahlweise mit dem Erstachsenzahnrad (22) oder dem Zweitachsenzahnrad (24) in Eingriff bringbar ist, ferner eine Schaltzahnradwelle (28a), welche an dem Tuchvorschubarm (27) so gelagert ist, daß sie nicht drehbar jedoch in einer axialen Richtung verstellbar ist, sowie einen Wickel- und Rückwickel-Stellantrieb (28), welcher die an dem Tuchvorschubarm (27) gelagerte Schaltzahnradwelle (28a) in eine von zwei Positionen zum Wickeln bzw. Rückwickeln schaltet.

4. Zylinderreinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei welchem die Kraftübertragungssmittel eine Einwegkupplung (23) umfassen, um eine Kraftübertragung zwischen dem Zweitachsenzahnrad (24) und der zweiten Achse (7a) in einer Richtung zu ermöglichen, ferner eine Einwegkupplung (21), um eine Kraftübertragung zwischen dem Erstachsenzahnrad (22) und der ersten Achse (6a) in einer Richtung zu ermöglichen, sowie eine Einwegkupplung (29), um eine Kraftübertragung zwischen einem Wickel- und Rückwickel-Schaltzahnrad und einer Schaltzahnradwelle (28a) in einer Richtung zu ermöglichen.

5. Zylinderreinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, ferner umfassend ein Tuchvorschubsystem (32 bis 37) für eine vorgegebene Tuchlänge, welches einen Verstellwinkelbetrag des Tuchvorschubarmes (27) in Übereinstimmung mit einer Menge an Tuch steuert, welches um die erste Achse (6a) oder die zweite Achse (7a) gewickelt wird.

6. Zylinderreinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei welchem der Tuchvorschubarm auf der gleichen Welle drehbar angeordnet ist, die als Wickelzahnradwelle (7a) dient.

7. Zylinderreinigungsgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 6, bei welchem Zahnradübertragungsmittel auf der gleichen Welle wie das Zweitachsenzahnrad (24) drehbar angeordnet und mit einem Zwischenzahnrad (25) ausgestattet sind, welches kontinuierlich mit dem Erstachsenzahnrad (22) im Eingriff ist, um die Bewegung des Tuchvorschubarmes über das Zwischenzahnrad (25) auf das Erstachsenzahnrad (22) zu übertragen.

8. Zylinderreinigungsgerät nach einem der Ansprüche 5 bis 7, bei welchem das Tuchvorschubsystem für eine vorgegebene Tuchlänge definiert ist durch Tuchdurchmesser- Detektiermittel (37) zum Erfassen eines Durchmessers der ersten Achse oder der zweiten Achse, ein Armregulierelement zum Begrenzen eines Verstellwinkelbetrages des Tuchvorschubarmes (27) in Übereinstimmung mit dem durch die Tuchdurchmesser-Detektiermittel (37) erfaßten Tuchdurchmesser, ein Steuerelement (33) für einen vorgegebenen Vorschub, mit einer Wickel-Regulierfläche (33a) und einer Rückwickel- Regulierfläche (33b) zum Steuern eines Verstellwinkelbetrages des Tuchvorschubarmes (27), und einen Schaltverstellantrieb (32) für eine vorgegebene Tuchlänge, um das Armregulierelement mit Bezug auf die Wickelregulierfläche oder die Rückwickelregulierfläche zu steuern.

9. Zylinderreinigungsgerät nach einem der Ansprüche 3 bis 8, bei welchem das Wickel- und Rückwickel-Schaltzahnrad (30) so bearbeitet ist, daß es an seinen Zähnen abgeschrägte Abtrennbereiche (30a) aufweist, und bei welchem das Zweitachsenzahnrad (24) und das Erstachsenzahnrad, welche mit dem Wickel- und Rückwickel- Schaltzahnrad (30) im Eingriff sind, auch so bearbeitet sind, daß sie in den Kontaktbereichen abgeschrägte Abtrennbereiche (24a) aufweisen.

10. Zylinderreinigungsgerät nach einem der Ansprüche 7 bis 9, bei welchem das Zwischenzahnrad (25) so bearbeitet ist, daß es in Kontaktbereichen mit dem Wickel- und Rückwickel-Schaltzahnrad (30) abgeschrägte Abtrennbereiche (25a) hat.







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