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Dokumentenidentifikation DE10040032A1 01.03.2001
Titel Gerät zur Flachdrainage von Rasenflächen
Anmelder DIEZ GmbH, 86551 Aichach, DE
Erfinder Dietz, Martin, Dipl.-Ing. Dipl.-Landw., 86551 Aichach, DE
Vertreter Ernicke & Ernicke, 86153 Augsburg
DE-Anmeldedatum 11.08.2000
DE-Aktenzeichen 10040032
Offenlegungstag 01.03.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.03.2001
IPC-Hauptklasse E02B 11/02
Zusammenfassung Die Erfindung befasst sich mit einem Gerät (1) zur Flachdrainage von Rasenflächen. Bekannt ist ein Gerät (1) mit einer angetriebenen, quer zur Fahrtrichtung sich erstreckenden Welle (2) mit einer Vorrichtung zum Aushub eines Schlitzes (5) und einer in den Schlitz (5) eingreifenden Schar (7), durch die ein rieselfähiges Material zur Ausfüllung des Schlitzes (5) geführt ist. Davon unterscheidet sich die Erfindung durch ein Gerät (1) zur Flachdrainage von hochbelasteten Rasenflächen, insbesondere Sportplätzen, wobei auf der Welle (2) mehrere Reihen von Messern (3) mit wechselseitig seitlichen Abkröpfungen in einem Abstand von z. B. 20 cm bis 30 cm angeordnet sind, die jeweils einen schmalen, aber tiefen Schlitz (5) in der Grasnarbe (8) erzeugen, wobei jeder Messerreihe eine Schar (7) nachgeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Gerät zur Flachdrainage von Rasenflächen mit den im Oberbegriff des Anspruches 1 angegebenen Merkmalen.

Bei hochbelasteten Rasenflächen wird durch die ständige intensive und sportliche Belastung eine verhältnismäßig starke Verdichtung der Grasnarbe bewirkt, die wiederum ursächlich dafür ist, dass intensiver Regen oberflächlich zurückbleibt und nicht zügig in den Untergrund der Rasenfläche absickern kann.

Im Golfplatzbau ist es bekannt, tiefe Gräben durch Fräsmaschinen zu erzeugen, die beispielsweise eine Breite von 20 cm und eine Tiefe von 50 cm besitzen, wonach diese Gräben durch Kies oder Quarzsand sowie durch Drainrohre ausgefüllt werden, wie dies auch aus der DE-39 43 190 hervorgeht. Im Sportstättenbau ist eine solche Verfahrensweise begreiflicherweise nicht anwendbar.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die hochbelastete Rasenfläche von Sportstätten oder dergleichen mit einer Flachdrainage zu versehen, die hinsichtlich des Gerätebedarfs verhältnismäßig wenig aufwendig ist und dazu führt, dass die Rasenfläche schon kurze Zeit nach der Flachdrainage wieder benutzbar ist.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird von den aus DE-39 43 190 bekannten Merkmalen ausgegangen, nämlich von einem Gerät zur Flachdrainage von Rasenflächen mit einer angetriebenen, quer zur Fahrtrichtung sich erstreckenden Welle mit einer Vorrichtung zum Aushub eines Schlitzes und einer in den Schlitz eingreifenden Schar, durch die ein rieselfähiges Material zur Ausfüllung des Schlitzes geführt ist, wobei die Schar über ein Rohr bzw. einen Schlauch mit einem Vorratsbehälter verbunden ist.

Davon unterscheidet sich die Erfindung dadurch, daß zur Flachdrainage von hochbelasteten Rasenflächen, insbesondere im Bereich des Sportplatzbaus, auf der Welle mehrere Reihen von Messern mit wechselseitig seitlichen Abkröpfungen in einem Abstand von beispielsweise 20 cm bis 30 cm angeordnet sind, die jeweils einen schmalen, aber tiefen Schlitz in der Grasnarbe erzeugen, wobei jeder Messerreihe eine Schar nachgeordnet ist.

Der Erfindung liegt also der generelle Gedanke zugrunde, Schlitzbildung und Befüllung in einem Arbeitszug durchzuführen, ohne dass Drainrohre oder dergleichen in den Schlitz eingeführt werden müssen.

In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist das Gerät als Anbauaggregat an einen Schlepper mit einer Gelenkwelle zum Antrieb der Messerwelle ausgebildet.

In der Praxis fährt das erfindungsgemäße Gerät über die Rasenfläche, erzeugt dabei schmale, aber tiefe Schlitze und befüllt diese sofort bis fast zur Oberfläche mit einem rieselfähigen Material aus. Auf diese Weise kann beispielsweise ein Sportplatz innerhalb weniger Stunden mit der erfindungsgemäßen Flachdrainage versehen werden, wobei es sich empfiehlt, dass die Schlitzbefüllung bis nahe der Schlitzoberkante erfolgt und der restliche Schlitzraum durch Verschleppen des ausgeworfenen Materials gefüllt wird. Diese Ausfüllung wird in üblicher Weise durch Schleppnetze herbeigeführt, die vom Schlepper quer über die Rasenflächen gezogen werden.

Im Rahmen von Ausgestaltungen der Erfindung empfiehlt es sich beispielsweise, mit den Messern eine Schnitttiefe von beispielsweise 15 bis 25 cm bei einer Schlitzbreite von beispielsweise 3 bis 4 cm zu erzeugen. Diese Maße, auf welche die Erfindung nicht beschränkt ist, haben sich in der Flachdrainage von Sportplätzen oder dergleichen bewährt. Bei der Bearbeitung anders gestalteter Flächen können natürlich Schlitzbreite und Schlitztiefe sowie deren Abstand beliebig geändert werden.

Es empfiehlt sich, dass die einzelne Schar etwa die gleiche oder etwas geringere Breite wie die Breite des zu erzeugenden Schlitzes aufweist. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass das rieselfähige Material ohne Verlust in den gebildeten Schlitz eindringen kann. Als ein solches Material erweist sich beispielsweise ein 2-8 mm gewaschener Leerkies oder gewaschener Quarzsand mit einer Körnung 1-3 mm als vorteilhaft. Die Befüllung des Schlitzes sollte bis nahe der Schlitzoberkante erfolgen, damit der restliche Schlitzraum durch Verschleppen des ausgeworfenen Materials restlos gefüllt werden kann.

Nach einer derartigen Bearbeitung der Rasenfläche kann sofort eingesät werden. Ca. vier Wochen danach ist die Rasenfläche wieder voll betriebsfähig.

Einzelheiten der Erfindung sind in der Zeichnung schematisch und beispielsweise dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1: eine schematische Seitenansicht eines Schleppers mit einem Anbauaggregat zur Erzeugung und Befüllung von Bodenschlitzen,

Fig. 2: einen schematischen, stark vergrößerten Vertikalschnitt durch die Schlitzeinrichtung mit nachfolgender Befüllungsanordnung und

Fig. 3: einen vertikalen Querschnitt durch die Grasnarbe mit darin angebrachten Schlitzen und deren Befüllung.

Im Beispiel der Fig. 1 ist in schematischer Seitenansicht ein Schlepper (16) dargestellt, an dessen Rückseite ein Anbauaggregat (15) angeordnet und mit einer Gelenkwelle (17) ausgestattet ist, wodurch eine Messer (3) tragende Welle (2) in Rotation gesetzt wird, um in der Grasnarbe (8) einen schmalen, aber verhältnismäßig tiefen Schlitz (5) in Ein- oder Mehrzahl zu erzeugen. In diesen Schlitz (5) soll aus einem Vorratsbehälter (9) über einen Schlauch (14) oder ein sonstiges Verbindungselement ein Schar (7) befüllt werden, das den im Behälter (9) befindlichen Leerkies oder gewaschenen Quarzsand zuverlässig in den Schlitz (5) einfüllt.

Im Beispiel der Fig. 2 ist in vergrößerter Vertikal-Schnittdarstellung gezeigt, dass auf der Welle (2) über die damit verbundene Scheibe (18) mehrere vorkragende Messer (3) befestigt sind, die wechselseitig seitlich abgekröpft sind. Dadurch sind die Messer bei der Rotation in Richtung des Pfeiles (19) in der Lage, in der Grasnarbe (8) einen verhältnismäßig tiefen Schlitz (5) zu erzeugen. Das durch die Messer (3) ausgeworfene Material wird seitlich vom Schlitz (5) auf der Grasnarbe (8) abgelagert.

Die Messer (3) weisen, wie bereits gesagt, seitlich abgekröpfte Stirnteile auf, um einen verhältnismäßig schmalen Schlitz (5) auszugraben.

Im Beispiel der Fig. 2 ist ferner gezeigt, dass in verhältnismäßig naher Entfernung zur Umlaufbahn (6) der Messer (3) je Schlitz eine Schar (7) angeordnet ist, durch die Leerkies (12) oder gewaschener Quarzsand in den Schlitz (5) eingebracht werden kann. Der Leerkies (12) ist in einem Vorratsbehälter (9) vorhanden, der Bestandteil des Gerätes (1) beziehungsweise des Anbaugerätes (15) ist.

Die Breite der Schar (7) ist ungefähr der Breite (11) (vergleiche Fig. 3) des einzelnen Schlitzes (5) angepasst. Es ist empfehlenswert, die Schar (7) gänzlich in den Schlitz (5) bis fast zum Grund eindringen zu lassen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass durch die Schar (7) eine nahezu vollständige Ausfüllung des einzelnen Schlitzes (5) durch den Leerkies (12) oder den gewaschenen Quarzsand erfolgt. In Fig. 3 ist beispielsweise die Distanz (13) der Oberfläche der Leerkiesfüllung (12) von der Oberfläche der Grasnarbe (8) dargestellt. In diesen verbleibenden Hohlraum wird später das beim Ausfräsen ausgeworfene Material der Grasnarbe (8) durch Verschleppen in an sich bekannter Weise wieder ausgefüllt.

Im Beispiel der Fig. 3 ist gezeigt, dass der Abstand (4) der abgekröpften Messer (3) ungefähr 20 bis 30 cm, insbesondere 25 cm, beträgt. Die Breite des eingebrachten Schlitzes (5) kann beispielsweise 3 bis 4 cm, insbesondere 3,5 cm, betragen. Die Schnitttiefe (10) für den einzelnen Schlitz (5) kann in einer Größenordnung von 15 bis 25 cm betragen.

Diese Maßangaben sind Beispiele und beschränken die Lehre der Erfindung und können je nach Bedarf beliebig variiert werden.

Als rieselfähiges Material (12) hat sich Leerkies mit 2-8 mm oder Quarzsand mit einer Körnung von 1-3 mm, jeweils gewaschen, bewährt. Auch diese Maßgaben sind nach Bedarf beliebig änderbar. STÜCKLISTE 1 Gerät

2 Welle

3 abgekröpfte Messer

4 Abstand

5 Schlitz

6 Umlaufbahn der Messer

7 Schar

8 Grasnarbe

9 Vorratsbehälter

10 Schnitttiefe

11 Schlitzbreite

12 Leerkies oder gewaschener Quarzsand

13 Distanz

14 Schlauch

15 Anbaugerät

16 Schlepper

17 Gelenkwelle

18 Scheibe

19 Rotationsrichtung

20 Vorschubrichtung


Anspruch[de]
  1. 1. Gerät zur Flachdrainage von Rasenflächen mit einer angetriebenen, quer zur Fahrtrichtung sich erstreckenden Welle (2) mit einer Vorrichtung zum Aushub eines Schlitzes (5) und einer in den Schlitz (5) eingreifenden Schar (7), durch die ein rieselfähiges Material (12) zur Ausfüllung des Schlitzes geführt ist, wobei die Schar (7) über ein Rohr bzw. einen Schlauch (14) mit einem Vorratsbehälter (9) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß zur Flachdrainage von hochbelasteten Rasenflächen, insbesondere im Bereich des Sportplatzbaus, auf der Welle (2) mehrere Reihen von Messern (3) mit wechselseitig seitlichen Abkröpfungen in einem Abstand (4) von beispielsweise 20 cm bis 30 cm angeordnet sind, die jeweils einen schmalen aber tiefen Schlitz (5) in der Grasnarbe (8) erzeugen, wobei jeder Messerreihe eine Schar (7) nachgeordnet ist.
  2. 2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Messer (3) eine Schnitttiefe (10) von beispielsweise 15 cm bis 25 cm bei einer Schlitzbreite (11) von beispielsweise 3 cm bis 4 cm erzeugen.
  3. 3. Gerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelne Schar (7) etwa die gleiche oder etwas geringere Breite wie die Breite (12) des zu erzeugenden Schlitzes (5) aufweist.
  4. 4. Gerät nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß das Gerät (1) als Anbauaggregat (15) an einen Schlepper (16) mit einer Gelenkwelle (17) zum Antrieb der Messerwelle (2) ausgebildet ist.
  5. 5. Gerät nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß zur Befüllung der Schlitze (5) 2 mm bis 8 mm gewaschener Leerkies (12) oder gewaschener Quarzsand mit einer Körnung 1 mm bis 3 mm vorgesehen ist.
  6. 6. Gerät nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlitzbefüllung (12) bis nahe der Schlitzoberkante (8) erfolgt und der restliche Schlitzraum durch Verschleppen des ausgeworfenen Materials gefüllt wird.






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