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Dokumentenidentifikation DE10039280A1 08.03.2001
Titel Vorrichtung für die Erfassung von Mehrfacheinzügen an einer Druckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Diews, Michael, 69469 Weinheim, DE
DE-Anmeldedatum 11.08.2000
DE-Aktenzeichen 10039280
Offenlegungstag 08.03.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.03.2001
IPC-Hauptklasse B65H 7/12
IPC-Nebenklasse B65H 7/06   
Zusammenfassung Eine Vorrichtung für die Erfassung von Mehrfacheinzügen von Druckbögen (7) an einer Druckmaschine umfaßt eine Auslöserolle (12), einen Sensor (29) zum Erfassen einer Drehung der Auslöserolle (12) und eine Tastrolle (13), die einen Durchgangsspalt (32) für die Druckbögen (7) an einer Seite begrenzt. Die Tastrolle (13) ist zwischen einer die Auslöserolle (12) berührende Stellung und einer von der Auslöserolle (12) beabstandeten Stellung bewegbar und umfaßt ein Stellmittel (14, 15, 16, 17) zum Halten der Tastrolle (13) in der berührenden Stellung.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung für die Erfassung von Mehrfacheinzügen von Druckbögen an einer Druckmaschine, die eine Auslöserolle, einen Sensor zum Erfassen einer Drehung der Auslöserolle und eine Tastrolle umfaßt, die einen Durchgangsspalt für die Druckbögen an einer Seite begrenzt und zwischen einer die Auslöserolle berührenden Stellung und einer von der Auslöserolle beabstandeten Stellung bewegbar ist.

Eine solche Vorrichtung ist aus DE 36 13 969 C2 bekannt.

Bei dieser bekannten Vorrichtung ist der Abstand zwischen einer Transportrolle zum Fördern der Bögen und der Auslöserolle durch ein Stellmittel in Form eines Gewindemechanismus einstellbar. Im Zwischenraum zwischen der Auslöserolle und der Transportrolle ist eine Tastrolle federnd aufgehängt. Die zu überwachenden Bögen werden durch einen Spalt gefördert, der auf einer Seite durch die Transportrolle und auf der anderen Seite durch die Tastrolle begrenzt ist. Durch Einstellen des Abstandes kann die bekannte Vorrichtung in zwei unterschiedlichen Betriebsarten betrieben werden. In der ersten Betriebsart rollt die Tastrolle auf zwischen ihr und der Transportrolle hindurch geförderten geschuppten Bögen fortlaufend ab, und immer dann, wenn ein Bereich unter der Tastrolle durchläuft, wo sich zwei aufeinanderfolgende Bögen überlappen, wird die Tastrolle geringfügig angehoben, so daß sie die Auslöserolle reibschlüssig berührt. Die daraus resultierende Drehung der Auslöserolle wird von einem Sensor erfaßt. Die rhythmischen Signale des Sensors werden zur Überprüfung der Bogenzufuhr genutzt; wenn sie ausbleiben, deutet dies auf eine Störung hin.

In einem zweiten Betriebszustand ist der Abstand zwischen der Transportrolle und der Auslöserolle so eingestellt, daß die Tastrolle, wenn zwei korrekt geschuppte, überlappende Bögen unter ihr durchlaufen, die Auslöserolle soeben nicht berührt. Nur im Falle eines Mehrfacheinzuges, das heißt, wenn wenigstens ein Bogen mehr als normal unter der Tastrolle durchläuft, wird die Tastrolle weit genug angehoben, um die Auslöserolle zu berühren. Wenn mit Hilfe der bekannten Vorrichtung die Zufuhr von kräftigen Bögen überwacht wird, so muß die Taltrolle mit einer ausreichenden Kraft gegen die Bögen drücken, um eventuelle Krümmungen der Bögen flach zudrücken. Anderenfalls bestünde die Gefahr, daß die Taltrolle von einer solchen Krümmung gegen die Auslöserolle angehoben wird und diese in Drehung versetzt, obwohl kein Fehleinzug vorliegt.

Andererseits ist eine schwere oder stark angedrückte Rolle ungeeignet für die Überwachung von sehr dünnen, leichten Druckbögen. Hier besteht die Gefahr, daß die Bögen von der darauf abrollenden Taltrolle geprägt und damit unansehnlich werden, oder daß sie durch Scherkräfte zwischen die Bögen antreibenden Transportrollen einerseits und der geringfügig bremsenden Tastrolle andererseits geschert und geknittert werden.

Aufgabe der Erfindung ist, eine Vorrichtung für die Erfassung von Mehrfacheinzügen anzugeben, die für unterschiedlichste Druckmaterialien unabhängig von deren Stärke, Festigkeit oder Empfindlichkeit gegen Prägung anwendbar ist.

Die Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung der eingangs definierten Art, mit einem Stellmittel zum Halten der Tastrolle in der die Auslöserolle berührenden Stellung. Dieses Stellmittel ermöglicht es, die erfindungsgemäße Vorrichtung in zwei Betriebsarten zu betreiben, einer ersten Betriebsart, in der die Tastrolle auf der Oberfläche von durch den Durchgangsspalt geförderten Bögen abrollt und von diesen gegen die Auslöserolle gehoben wird, wenn ein Mehrfacheinzug vorliegt. Empfindlichere Bögen hingegen können in einer zweiten Betriebsart überwacht werden, in der die Tastrolle in der berührenden Stellung an der Auslöserolle gehalten ist. Das bedeutet, die Tastrolle rollt nicht auf den geförderten Druckbogen ab, wenn diese korrekt und ohne Mehrfacheinzug den Spalt durchlaufen. Erst wenn ein Mehrfacheinzug stattfindet, ist die Schicht der durch den Spalt geförderten Bögen so dick, daß sie die Tastrolle berührt und damit die Auslöserolle in Bewegung setzt.

Bei der Berührung zwischen den Bögen und der Tastrolle besteht natürlich die Gefahr, daß die Bögen bei dem abrupten Beschleunigen der Tastrolle geknittert oder zerstört werden. Dies ist aber im Falle eines Fehleinzuges ohne Belang, da der Fehleinzug ohnehin zum Halt der Bogenförderung beziehungsweise einer der Erfassungsvorrichtung nachgeordneten Druckmaschine führt und die mehrfach eingezogenen Bögen aus dem Förderweg entfernt werden müssen.

Vorzugsweise umfaßt das erste Stellmittel eine Feder zum Übertragen einer Stellkraft auf die Tastrolle. Dies erlaubt es, mit der Tastrolle eine je nach Einstellung des ersten Stellmittels variable Kraft auf die Bögen auszuüben. Es kann daher eine sehr leichte Tastrolle mit minimalem Trägheitsmoment verwendet werden, die zum Flachdrücken von stärkeren Bögen erforderliche Kraft kann von der Feder bereitgestellt werden und ist auf das für die zu überwachenden Bögen optimale Maß einstellbar.

Die Vorrichtung umfaßt ferner zweckmäßigerweise ein zweites Stellmittel, mit dem der Durchgangsspalt bei in der berührenden Stellung gehaltener Tastrolle auf ein Arbeitsmaß einstellbar ist, das in Abhängigkeit von der Dicke der zu überwachenden Bögen so festgelegt werden kann, daß korrekt eingezogene Bögen ohne Berührung der Tastrolle den Spalt durchlaufen, wohingegen mehrfach eingezogene Bögen die Tastrolle berühren.

Auch dem zweiten Stellmittel ist zweckmäßigerweise eine Feder zugeordnet. Diese Feder hält die Auslöserolle gegen einen einstellbaren Anschlag des zweiten Steilmittels gedrückt, läßt aber ein Ausweichen der Rollen in Richtung einer Verbreiterung des Spalts über das Arbeitsmaß hinaus zu, wenn mehrfach eingezogene Bögen in den Spalt geraten. Dies erleichtert zum einen das Entfernen von mehrfach eingezogenen Bögen, zum anderen verhindert es, daß die Erfassungsvorrichtung durch in dem Spalt eingeklemmte Bögen dejustiert wird und deshalb nach einem Mehrfacheinzug neu justiert werden muß.

Zur Erfassung einer Drehung der Auslöserolle dient zweckmäßigerweise eine Fahne, die in radialer Richtung vorstehend an der Auslöserolle befestigt ist und deren Bewegung durch den Sensor erfaßt wird.

Die Fahne ist vorzugsweise durch ein Rückstellmoment in Richtung einer Ruhestellung beaufschlagt. Dieses Rückstellmoment bewirkt die automatische Rückkehr der Fahne in ihre Ruheposition, wenn ein Mehrfacheinzug beseitigt worden ist und die Auslöserolle wieder frei drehbar ist. Eine besonders einfache Möglichkeit ist, dieses Rückstellmoment durch eine Unwucht der Anordnung von Fahne und Auslöserolle selbst zu erzeugen.

Die Auslöseempfindlichkeit der Überwachungsvorrichtung läßt sich auf einfache Weise dadurch regeln, daß der Sensor in Bewegungsrichtung der Fahne einstellbar ist. Diese Einstellmöglichkeit kann z. B. dadurch geschaffen werden, daß der Sensor in einer drehbaren Fassung exzentrisch gehaltert ist.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen mit Bezug auf die Figuren.

Es zeigen

Fig. 1 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Erfassungsvorrichtung;

Fig. 2 eine Seitenansicht der Erfassungvorrichtung im Teilschnitt;

Fig. 3 einen Schnitt in der Ebene der Achsen der Tastrolle und der Auslöserolle;

Fig. 4 einen Schnitt durch die Auslöserolle und ihre Umgebung; und

Fig. 5 die Justierung des Sensors.

Die in Fig. 1 dargestellte Erfassungsvorrichtung umfaßt ein Trägerelement 1 mit einer vertikalen Rückenplatte 2 und zwei im rechten Winkel von der Rückenplatte vorstehenden Schenkeln 3, 4. Bohrungen 5 (siehe Fig. 3) in der Rückenplatte 2 dienen zur Verschraubung oder anderweitigen Befestigung des Trägerelementes 1 an einem Rahmen (nicht dargestellt) in geringem Abstand über einer Transportfläche 6, auf der Bögen 7 eines zu bedruckenden Materials als geschuppter Strom zu einer Druckmaschine gefördert werden.

Der untere Schenkel trägt an an Stiften 8, 9 gelenkig aufgehängten Armen 10, 11 eine Auslöserolle 12 beziehungsweise eine Tastrolle 13. Die Tastrolle 13 besteht im wesentlichen aus einem Kugellager, auf dessen äußerem Ring ein Reifen mit einer griffigen Oberfläche, z. B. aus Gummi, aufgezogen ist.

Der Arm 11 der Tastrolle 13 ist drehfest mit dem Stift 9 verbunden. Der Stift 9 weist zwei Längsnuten auf, durch die zwei Schenkel eines haarnadelartig gekrümmten Federdrahts 14 geführt sind. In Fig. 1 und 2 ist jeweils der die zwei Schenkel verbindende Abschnitt des Federdrahts 14 zu sehen, der die Achse des Stifts 9 kreuzt. Die Schenkel verlaufen senkrecht zur Ebene der Figur. Ein Schenkel des Federdrahtes 14 ist an seinem von dem verbindenden Abschnitt abgewandten Ende nach oben abgebogen, wie Fig. 2 zeigt, und an den Kopf 15 einer Stellschraube 16 angeklemmt, die auf diese Weise drehfest gehalten ist. Der Gewindeabschnitt der Stellschraube 16 greift in ein Innengewinde eines Drehknopfes 17 ein, der drehbar in dem Schenkel 4 befestigt ist. Die Stellschraube ist so durch Drehen am Knopf 17 vor und zurück verschiebbar und hält so mit Hilfe des Federdrahtes 14 die Tastrolle 13 mit einer Kraft von einstellbarer Stärke gegen die Auslöserolle 12 oder gegen die auf der Transportfläche 6 geförderten Bögen 7 gedrückt.

Der obere Schenkel 3 trägt eine Differentialstellschraube mit einem Drehknopf 18, der über einen in einem Schlitz höhenverschiebbar geführten Stift 19 eine Hülse 20 mit Außen- und Innengewinde drehantreibt. In das Innengewinde der Hülse 20 greift eine Gewindespindel 21 ein, die an ihrem unteren Ende drehfest mit dem Arm 10 verbunden ist. Wie insbesondere in Fig. 3 zu erkennen, liegt ein Ausleger 22 des Armes 10 auf einer Schulter der Gewindespindel auf und wird von einer an dem Schenkel 3 abgestützten Spiralfeder 23 gegen die Schulter gedrückt gehalten.

Die Auslöserolle 12 besteht bei dem hier gezeigten Beispiel aus einem einfachen Kugellager. Am äußeren Ring des Kugellagers ist ein Zeiger oder eine Fahne 24 befestigt. Die Fahne 24 erstreckt sich quer über die Drehachse der Auslöserolle 12. Wie der Querschnitt der Fig. 4 zeigt, umfaßt die Fahne 24 an ihrem in der Figur rechten Ende ein Klemmstück 26, das mit Hilfe einer Schraube 25 an dem äußeren Ring der Auslöserolle 12 festklemmbar ist. Die Fahne 24 erzeugt eine Unwucht an der Auslöserolle 12, aufgrund des im Vergleich zum Rest der Fahne relativ hohen Gewichtes des Klemmstückes 26 liegt dieses im Ruhezustand der Auslöserolle 12 auf einem Anschlag 27 auf (siehe Fig. 1 oder 2).

Das von dem Klemmstück 26 abgewandte freie Ende 28 der Fahne 24 erstreckt sich in geringer Entfernung vor einem Sensor 29. Bei dem hier betrachteten Beispiel ist das freie Ende 28 aus Metall, und der Sensor 29 ist ein induktiver Näherungssensor. Andere Arten von Sensoren, die berührungslos arbeiten oder auf geringe Kräfte reagieren, z. B. Lichtschranken oder dergleichen sind ebenfalls geeignet.

Der Sensor 29 ist in dem Arm 10 montiert, so daß sich die relative Lage des freien Endes 28 zum Sensor 29 nicht ändert, auch wenn mit Hilfe der Differentialschraube die Höhe der Betätigungsrolle 12 verstellt wird.

Es wird nun die Arbeitsweise der Erfassungsvorrichtung beschrieben. Fig. 1 zeigt die Vorrichtung in einer typischen Position bei der Erfassung von Mehrfacheinzügen bei Bögen mit einer eher hohen Materialstärke. Die Förderrichtung der Bögen 7 ist von rechts nach links in der Figur. Die Höhe der Auslöserolle 12 ist mit Hilfe des Drehknopfes 18 so eingestellt, daß der Abstand zwischen der Auslöserolle 12 und der Transportfläche 6 gerade so groß ist, daß zwei ordnungsgemäß eingezogene Bögen 7 unter der Tastrolle 13 hindurchpassen, ohne daß diese gegen die Auslöserolle 12 angehoben wird. Welche Höhe dies ist, kann im Laufe der Vorbereitung der Verarbeitung der Bögen experimentell ermittelt werden, es kann aber auch z. B. der Drehknopf 18 mit einer Mikrometerteilung versehen sein, so daß eine Bedienungsperson einen Abstand, der der Dicke von zwei Bögen zuzüglich eines Sicherheitsabstandes entspricht, direkt einstellen kann. Des weiteren wird an dem Drehknopf 17 eine Kraft eingestellt, mit der die Tastrolle 13 gegen die geförderten Bögen drückt. Diese Kraft kann in Abhängigkeit vom Material der zu verarbeitenden Bögen 7 so gewählt werden, daß eventuelle Wölbungen der Bögen mit ausreichender Sicherheit flachgedrückt werden, ohne daß die Gefahr des Eindrückens einer Prägung der Tastrolle 13 in die Bögen besteht.

Solange die Bogenzufuhr normal arbeitet, rollt die Tastrolle 13 auf den Bögen ab, ohne mit der Auslöserolle 12 in Kontakt zu kommen. Sobald aber ein Stapel von zwei oder mehr gemeinsam eingezogenen Bögen den Spalt 32 zwischen der Tastrolle 13 und der Transportfläche 6 durchläuft, wird die Tastrolle 13 gegen die Auslöserolle 12 gedrückt und dreht diese im Gegenuhrzeigersinn. Dadurch verläßt das freie Ende 28 der Fahne seine in der Figur dargestellte Position vor dem Sensor 29. Auf ein darauf vom Sensor 29 erzeugtes Signal hin wird der Bogentransport abgebrochen.

Da bereits eine kleine Bewegung des freien Endes 28 erfaßt wird, ist es für die Wirksamkeit der Vorrichtung unerheblich, daß der Anschlag 27 die Auslöserolle an einer vollständigen Umdrehung hindert. Diese Tatsache ist für die Genauigkeit und Empfindlichkeit der Erfassung sogar vorteilhaft. Da nämlich das Rückstellmoment des Klemmstücks 26 die Auslöserolle 12 in einer Ruheposition hält, wenn kein Mehrfacheinzug erfaßt wird, befindet sich im Ruhezustand der Vorrichtung immer der gleiche Bereich der Auslöserolle 12 in Kontakt mit der Tastrolle 13. Eine eventuelle Exzentrizität in der Aufhängung der Auslöserolle 12 kann daher die Meßgenauigkeit nicht beeinträchtigen.

Selbst wenn eine große Zahl von Bögen gleichzeitig eingezogen worden ist, kann es nicht zu einem Verklemmen an der Erfassungsvorrichtung kommen. Allenfalls wird der Arm 10 ein Stück weit gegen die Kraft der Spiralfeder 23 angehoben. Die Beseitigung des Bogenstaus bereitet daher keine Schwierigkeiten, und mechanische Beschädigungen oder Verformungen sind ausgeschlossen. Nach Beseitigung des Staus kann die Vorrichtung daher ohne erneute Justierung ihren Betrieb fortsetzen.

Zur Verarbeitung von sehr dünnen, weichen oder aus beliebigen Gründen empfindlichen Bögen, auf denen ein Abrollen der Tastrolle unerwünscht ist, um Beschädigungen zu vermeiden, genügt es, die Dicke der Bögen am Drehknopf 18 einzustellen und die Kraft des Federdrahtes mit Hilfe des Drehknopfes 17 so zu justieren, daß dieser das Gewicht der Tastrolle 13 soeben ausgleicht und sie in einem reibschlüssigen Kontakt mit der Auslöserolle 12 hält. Die Tastrolle 13 befindet sich dann, solange die Bogenzufuhr ordnungsgemäß arbeitet, in einem geringen Abstand von den Bögen und wird nur dann von einem Bogen berührt, wenn ein Mehrfacheinzug stattgefunden hat.

Bei der Verarbeitung von Bögen unterschiedlicher Länge ergibt sich das Problem, daß bei einem vorgegebenen Abstand der zugeführten Bogen in dem unter der Tastrolle durchlaufenden Schuppenstrom die Strecke, auf der aufeinanderfolgende Bögen einander überlappen, je nach Bogenlänge variabel sein kann. Insbesondere wenn die Bögen nur geringfügig länger als der Schuppenabstand sind und sich deshalb nur auf einer kleinen Länge überlappen, ist auch im Falle eines Doppeleinzuges die Strecke sehr kurz, auf der drei Bögen übereinanderliegen. Um diese Strecke unabhängig von ihrer Länge zuverlässig erfassen zu können, ist es notwendig, die Auslöseschwelle der Erfassungsvorrichtung einstellen zu können. Zu diesem Zweck ist der Sensor 29 in einer Hülse 30 exzentrisch montiert, wie in Fig. 1 in Seitenansicht und in Fig. 4 im Schnitt zu sehen ist. Die Hülse 30 ist in einer komplementären Bohrung des Armes 10 dreh- und arretierbar. Fig. 1 zeigt den Sensor 29 in einer mittleren Position, in der er vom freien Ende 28 der Fahne 24 großenteils verdeckt ist. Wenn ein Mehrfacheinzug erfaßt wird und die Auslöserolle 12 deswegen im Gegenuhrzeigersinn rotiert, wandert das freie Ende 28 nach unten aus dem Erfassungsbereich des Sensors 29 hinaus. Sobald das freie Ende um einen durch die Bauart des Sensors vorgegebenen Weg von z. B. 4 mm bei einem Sensordurchmesser von 8 mm und einem Abstand des freien Endes vom Sensor von ca. 1 mm ausgelenkt ist, wird dies vom Sensor erfaßt und ein Ausgangssignal geliefert.

Fig. 5(a) zeigt den Sensor 29 in einer im Vergleich zu Fig. 1 nach unten versetzten Position. Das mit durchgezogenen Linien dargestellte freie Ende 28 der Fahne 24 überlappt nur etwa zur Hälfte mit einem in der Figur als schwarzer Kreis dargestellten Erfassungsbereich 31 des Sensors, in dem sich das freie Ende befinden muß, um als anwesend erkannt zu werden. Das freie Ende muß sich deshalb über die gesamte Breite des Erfassungsbereiches 31 bis in die in der Figur gestrichelt dargestellte Position bewegen, bevor der Sensor eine Bewegung des freien Ende registriert. Dies entspricht bei der in Fig. 5 gezeigten Geometrie einem Drehwinkel von ca. 17° der Fahne 24.

Teil (b) von Fig. 5 zeigt den Sensor 29 in einer relativ zum freien Ende 28 nach oben versetzten Position. Im Falle der Erfassung eines Mehrfacheinzuges genügt hier eine wesentlich kleinere Drehung der Auslöserolle von ca. 7°, um das freie Ende 28 aus dem Erfassungsbereich 31 des Sensors herauszubewegen. Um eine solche Bewegung auszulösen, genügt es, wenn die Bögen eines Mehrfacheinzuges nur auf einer sehr kurzen Strecke mit einem zuvor eingezogenen Bogen überlappen.

Auf diese Weise erlaubt die Erfindungsgemäße Vorrichtung eine zuverlässige Erfassung von Mehrfacheinzügen von Druckbögen von unterschiedlicher Länge, unterschiedlicher Festigkeit und unterschiedlicher Dicke durch Einstellen der Auslöseschwelle, Einstellen der Auflagekraft der Tastrolle 13 auf den zu erfassenden Bögen, wobei diese Auflagekraft Null und in diesem Fall die Tastrolle 13 von den zu erfassenden Bögen abgehoben sein kann, und Einstellen des Abstandes der Auslöserolle von der Transportfläche 6, auf der die Bögen gefördert werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung für die Erfassung von Mehrfacheinzügen von Druckbögen (7) an einer Druckmaschine, mit einer Auslöserolle (13), einem Sensor (29) zum Erfassen einer Drehung der Auslöserolle (13) und einer Tastrolle (12), die einen Durchgangsspalt (32) für die Druckbögen (7) an einer Seite begrenzt und zwischen einer die Auslöserolle (12) berührenden Stellung und einer von der Auslöserolle (12) beabstandeten Stellung bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß sie ein erstes Stellmittel (14, 15, 16, 17) zum Halten der Tastrolle (13) in der berührenden Stellung umfaßt.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie ein zweites Stellmittel (18, 19, 20, 21) umfaßt, mit dem der Durchgangsspalt (32) bei in der berührenden Stellung gehaltener Tastrolle (13) auf ein Arbeitsmaß einstellbar ist, bei dem korrekt eingezogene Druckbögen (7) ohne Berührung der Tastrolle (13) den Spalt (32) durchlaufen, wohingegen mehrfach eingezogene Bögen die Tastrolle (13) berühren.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß, wenn das Arbeitsmaß eingestellt ist, die Tastrolle (13) in ihrer beabstandeten Stellung auf korrekt eingezogenen Druckbögen abrollt.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Feder (23) die Auslöserolle (12) gegen einen verstellbaren Anschlag des zweiten Stellmittels (18, 19, 20, 21) gedrückt hält.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Stellmittel (14, 15, 16, 17) eine Feder (14) zum Übertragen einer Stellkraft auf die Tastrolle (13) umfaßt.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Fahne (24) in radialer Richtung vorstehend an der Auslöserolle (12) befestigt ist, und daß der Sensor (29) angeordnet ist, um eine Bewegung der Fahne (24) zu erfassen.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Fahne (24) durch ein Rückstellmoment in Richtung einer Ruhestellung beaufschlagt ist.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Rückstellmoment durch eine Unwucht der Anordnung von Fahne (24) und Auslöserolle (12) erzeugt ist.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 6, 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (29) in Bewegungsrichtung der Fahne (29) einstellbar ist.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor ein induktiver Näherungsschalter ist.
  11. 11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchgangsspalt (32) an seiner zweiten Seite durch eine ortsfeste Platte (6) begrenzt ist.






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