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Dokumentenidentifikation DE69517589T2 08.03.2001
EP-Veröffentlichungsnummer 0776826
Titel Entfaltungsgelenksvorrichtung
Anmelder Space Systems / Loral Inc., Palo Alto, Calif., US
Erfinder Baghdasarian, Varouj G., Cupertino, California 95014, US
Vertreter Hansmann & Vogeser, 65929 Frankfurt
DE-Aktenzeichen 69517589
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 26.09.1995
EP-Aktenzeichen 972002190
EP-Offenlegungsdatum 04.06.1997
EP date of grant 21.06.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.03.2001
IPC-Hauptklasse B64G 1/22
IPC-Nebenklasse H01Q 1/28   E05D 11/10   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft im allgemeinen entfaltbare tellerförmige Strukturen der Art, wie sie insbesondere zur Verwendung als Antenne oder dergleichen im Weltraum vorgesehen sind. Insbesondere betrifft diese Erfindung eine verbesserte Entfaltungsgelenkkonstruktion, die es ermöglicht, einen entfaltbaren Reflektor aus einem hoch kompakten zusammengefalteten Zustand in einen entfalteten Zustand aufzufalten.

Zusammenfaltbare und entfaltbare Strukturen sind im allgemeinen recht gut bekannt und wurden in großem Umfang in Weltraumanwendungen verwendet, um beispielsweise eine Antenne oder dergleichen zum Empfang und/oder Übermittlung von Radiosignalen zur Verfügung zu stellen. Solche faltbaren Strukturen können vorteilhaft kompakt in einem Raumfahrzeug für den Start in den Weltraum gepackt und dann in die gewünschte expandierte Konfiguration aufgefaltet werden.

Im allgemeinen müssen solche Vorrichtungen die folgenden Funktionen erfüllen:

- eine Betätigungsfunktion, weil das Raumfahrzeug nicht immer über eine Kreiselbewegung verfügt;

- eine Dämpfungsfunktion, um den Beginn exzessiver Belastungen in der die Gelenkvorrichtung tragenden Struktur am Ende der Entfaltung zu vermeiden;

- eine Ausrichtungsfunktion, die durch die besondere Funktion, die die entfaltbaren Strukturen erfüllen sollen, gefordert wird, und

- die Funktion des Ausgleichs des Verhältnisses des Öffnens der verschiedenen einfaltbaren Strukturen, um die Stabilität beeinträchtigende asymetrische Kräfte, die während der Rotation des Raumfahrzeugs erzeugt werden zu verhindern.

Die Erfüllung dieser Funktionen ist oft eng verbunden mit solchen strengen Erforderungen wie: geringste Größe und Gewicht; Ausschluß von nicht-metallischen Materialien, die im Weltraum entgasen können; Ausschluß von magnetischen Materialien; extreme Genauigkeit in der Ausrichtung der entfalteten Öffnungen; und fehlerfreie Wirkung.

Außerdem müssen solche Systeme geeignet sein die Ausdehnung der Raumfahrzeugelemente unter sehr verschiedenen Bedingungen sicherzustellen, wie:

- Trägheitskräfte wegen einer Rotationsbewegung, die die Betätigungsfunktion überlagern und eine Dämpfungsfunktion erfordern, um über ein sehr weites Energieband zu arbeiten;

- ein großer Temperaturbereich;

- ein hohes Vakuum und

- eine schwerelose Umgebung.

Es ist ein Hauptziel der vorliegenden Erfindung, einen Mechanismus zur Erfüllung der vorgenannten Funktionen und der Erfordernisse zur Ausführung dieser Funktionen bereitzustellen.

Eine Anzahl von Patenten offenbart verschiedene Entfaltungsgelenkkonstruktionen, die eine eine Stellung verriegelnde Vorrichtung umfassen, die wirksam wird, wenn eine Komponente, wie ein Sonnensegel, eine Antenne, ein Reflektor oder dergleichen voll entfaltet sind. In dieser Hinsicht offenbaren U. S. Patente für Roth et al., Nr. 5,037,043 und 4,880,188 federbelastete Solarpanele, die einen Betätigungskamm mit einer Verriegelungsaussparung haben, um eine weitere Bewegung zu verhindern, sobald die Entfaltung erreicht ist. US-Patent Nr. 4,290,168 für Binge offenbart einen Dämpfer für sicher verriegelte federbelastete Gelenke. Eine Vielzahl von Konstruktionen für federbelastete Mechanismen zur Entfaltung von Solarpanelen und dergleichen sind in U.S.-Patente Nr. 4,780,726 für Archer et al. und Nr. 3,587,999 für Miniovitch et al. und in EP-A-0309650 beschrieben, wobei das letztgenannte Dokument ein Gelenk mit den in der Präambel des Anspruchs 1 definierten Merkmalen zeigt.

Im Lichte des gerade dargestellten Standes der Technik wurde die vorliegende Erfindung entwickelt und in die Praxis umgesetzt.

Zusammenfassung der Erfindung

Gemäß der vorliegenden Erfindung umfaßt die Entfaltungsgelenkvorrichtung einen stationären U- förmigen Befestigungsarm mit einem eine Rückhalteaussparung definierenden Flansch. Ein Gelenkarm zum Tragen einer Betriebsstruktur, wie eines Kommunikationsantennenreflektors, ist drehbar auf dem stationären Arm zur Bewegung zwischen einer gestauten Position und einer entfalteten Position angebracht.

Ein Träger befestigt den Gelenkarm drehbar auf dem stationären Befestigungsarm. Ein erstes Halteglied ist auf dem stationären Trägerarm und ein zweites einstellbares Halteglied ist auf dem Gelenkarm angeordnet, um das erste Halteglied aufzunehmen, wenn der Gelenkarm in der entfalteten Stellung ist. Eine Feder belastet den Gelenkarm gegen die entfaltete Stellung mit dem zweiten Halteglied in Eingriff mit dem ersten Halteglied und ist wirksam um den Gelenkarm in der entfalteten Stellung zu halten. Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, die bestehenden komplexen und teuren Entfaltungsgelenke zu vereinfachen, die auf den meisten Satelliten zur Entfaltung der Kommuniokationsantennenreflektoren verwendet werden. Die bestehenden Gelenkkonstruktionen enthalten viele komplexe Teile, Federn und andere Komponenten, die für den Zusammenbau und die nachfolgende Ausrichtung viele Stunden erfordern. In manchen Fällen erfordert die Bedienung bestehender Gelenkkonstruktionen einen Satz von Federn zur Entfaltung des Gelekarms und ein anderer Satz von Federn, um die Klinkenrolle am Ende der Entfaltungsbetätigung in den Kammschlitz zu zwingen. Die Steifheit und das Spiel bestehender Gelenke hängt von der Steifheit des Klinkenarms und dem Abstand der Komponenten von einem zum anderen Ende ab, der niemals Null sein kann.

Es gibt vielfältige Vorteile des neuen Gelenks gegenüber existierenden Gelenkkonstruktionen. Zunächst werden zur Herstellung viel weniger Teile benötigt, was gegenüber bestehenden Gestaltungen zu großen Kosteneinsparungen führt. Zusätzliche Merkmale umfassen die Vermeidung von Spiel, eine viel leichtere und steifere Konstruktion als bei existierenden Gestaltungen und die Möglichkeit der vorliegenden Erfindung, aus Komposit-Materialien hergestellt zu werden.

Andere und weitere Merkmale, Vorteile und Nutzen der Erfindung werden aus der folgenden Beschreibung in Zusammenhang mit den nachfolgenden Zeichnungen ersichtlich. Es versteht sich, daß die vorangegange allgemeine Beschreibung und die nachfolgende detaillierte Beschreibung exemplarisch und beispielhaft sind und die Erfindung nicht beschränken.

Die begleitenden Zeichnungen, die beigefügt sind und einen Teil dieser Erfindung darstellen, illustrieren eine der Ausführungen der Erfindung und dienen zusammen mit der Beschreibung dazu, die Prinzipien der Erfindung in allgemeinen Begriffen zu erläutern. Gleiche Ziffern beziehen sich in der gesamten Offenbarung auf gleiche Teile.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Fig. 1 ist eine perspektivische Ansicht einer Entfaltungsgelenkvorrichtung nach dem Stand der Technik;

Fig. 2 ist eine ebene Draufsicht der Vorrichtung der Fig. 1;

Fig. 3A ist eine Seitenansicht, die die Vorrichtung des Standes der Technik der Fig. 1 und 2 in der gestauten Position zeigt;

Fig. 3B ist eine teilweise Detail-Seitenansicht, die die relativen Stellungen der Kammkomponenten zeigt, wenn sie die gestaute Stellung (Fig. 3A) einnehmen;

Fig. 4A ist eine Seitenansicht der Vorrichtung des Standes der Technik der Fig. 1 und 2 in der entfalteten Stellung;

Fig. 4B ist eine Detail-Seitenansicht, die die relativen Stellungen der Kammkomponenten zeigt, wenn sie die entfaltete Stellung (Fig. 4A) einnehmen;

Fig. 5 ist eine Seitenansicht einer Ausgestaltung der Erfindung, teilweise weggeschnitten und zur Klarheit im Schnitt gezeigt;

Fig. 6 ist eine Draufsicht auf die in Fig. 5 gezeigte modifizierte Entfaltungsgelenkvorrichtung, zur Klarheit teilweise weggeschnitten und im Schnitt gezeigt;

Fig. 7 ist eine Seitenansicht der modifizierten Entfaltungseigenvorrichtung der Fig. 5 und 6, teilweise zur Klarheit weggeschnitten und im Querschnitt gezeigt;

Fig. 8 ist eine Querschnittansicht entlang der Linie 13-13 der Fig. 7;

Fig. 9 ist eine Detail-Querschnittansicht entlang der Linie 14-14 der Fig. 5;

Fig. 10 ist eine Detail-Seitenansicht, um in größeren Einzelheiten bestimmte Komponenten der Fig. 5 zu zeigen, teilweise zur Klarheit weggeschnitten und im Querschnitt gezeigt;

Fig. 11 ist eine Detail-Endansicht, um im größeren Detail bestimmte Elemente, die in Fig. 7 gezeigt sind, zu illustrieren, teilweise zur Klarheit weggeschnitten und im Querschnitt gezeigt;

Fig. 12 ist eine perspektivische Ansicht einer Komponente der modifizierten Entfaltungsgelenkvorrichtung der Erfindung;

Fig. 13 ist eine perspektivische Ansicht einer anderen Komponente der modifizierten Entfaltungsgelenkvorrichtung der Erfindung;

Fig. 14 ist eine Detail-Seitenansicht, ähnlich der Fig. 5, die die extreme Bewegungsfähigkeit der modifizierten Entfaltungsgelenkvorrichtung der Erfindung zeigt, und

Fig. 15 ist eine Seitenansicht, ähnlich der Fig. 5, die eine weitere Ausführung der Erfindung zeigt.

BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORM

Man wende sich zunächst zu den Zeichnungen und insbesondere den Fig. 1, 2, 3A, 3B, 4A und 4B, die eine bekannte Konstruktion einer Entfaltungsgelenkvorrichtung zeigen, die allgemein mit 20 bezeichnet wird. Es ist wichtig, die Konstruktion des Standes der Technik zu kennen und zu verstehen, um den durch die vorliegende Erfindung sich ergebenden technischen Vorteil voll zu erkennen.

Die Entfaltungsgelenkvorrichtung 20 umfaßt einen (im Querschnitt) U-förmigen stationären Befestigungsarm 22, der in geeigneter Form fest auf dem Körper eines Raumfahrzeuges oder eines Satelliten (hier nicht gezeigt) befestigt ist. Ein Paar im Abstand voneinander angeordneter Gelenkarme 24 (nur einer ist gezeigt) sind drehbar auf einem Paar Befestigungsarmen 22 (nur einer ist gezeigt) zur Bewegung um eine Querachse 26 (Fig. 1 und 2) zwischen einer in Fig. 3A gezeigten gestauten Konfiguration und einer entfalteten Konfiguration, wie in Fig. 4A gezeigt, befestigt. In der ganzen Beschreibung soll sich die Bezugnahme auf einen Gelenkarm 24 und das verbundene Befestigungsglied 22 auch auf den damit verbundenen Gelenkarm und Befestigungsglied beziehen. Verbindungslöcher 28 sind in einer oberen Oberfläche 30 des Gelenkarms angeordnet, um eine Betriebsstruktur 32, wie einen Kommunikationsantennenreflektor anzubringen. Ein Paar Torsionsfedern 34 sind an gegenüberliegenden Seiten des Befestigungsarms 22 angebracht. Ein Ende jeder Feder ist in der Struktur des Befestigungsarms eingebettet, während das entgegengesetzte Ende in geeigneter Form im Eingriff mit dem Gelenkarm 24 steht. Die Federn 34 wirken zusammen, um den Gelenkarm 24 schnell aus einer gestauten Stellung (Fig. 3A) in die entfaltete Stellung (Fig. 4A) zu bewegen.

Ein Klinkenarm 36 ist drehbar auf dem Befestigungsarm 22 an einer Stelle im Abstand von der Querachse 26 angebracht. Am Ende des Klinkenarms 36 steht eine Folgerolle 38 im Eingriff mit der geformten Oberfläche 40 eines Kamms 42, der integral an dem Gelenkarm 24 befestigt ist. Die Folgerolle 38 wird mittels eines Paars Federn 44 (Fig. 2) in Eingriff mit der geformten Oberfläche 40 gezwungen.

Wenn der Gelenkarm 24 unter dem Einfluß der Torsionsfedern 34 aus der gestauten Stellung (Fig. 3A und 3B) in die entfaltete Stellung (Fig. 4A und 4B) bewegt wird, bewegt sich die Folgerolle 38 entlang der geformten Oberfläche, wie in Fig. 3B gezeigt, in eine extreme Stellung, wie in Fig. 4B gezeigt. In der Stellung der Fig. 4B wird die Folgerolle 38 in einer Verriegelungsausnehmung 46 aufgenommen, die die entfaltete Stellung des Gelenkarms definiert und eine weitere Bewegung des Gelenkarms in Bezug auf den Befestigungsarm 22 verhindert.

Während die Entfaltungsgelenkvorrichtung 20 den gewünschten Zweck gut erfüllt, wurde die vorliegende Erfindung im Versuch, diese Konstruktion zu verbessern, entwickelt.

Eine Ausführung der vorliegenden Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf die Fig. 5 bis 15 beschrieben. Eine solche vereinfachte Entfaltungsgelenkvorrichtung, die allgemein mit der Referenzzahl 120 bezeichnet wird, umfaßt einen stationären Befestigungsarm 122 (Fig. 12), der aus jedem geeigneten Material hergestellt sein kann, obwohl eine besonders wünschenswerte Konstruktion eine Graphit-Epoxy-Oberfläche 122A mit einem Aluminium-Gitter-Kern 122 B benutzt.

Ein Gelenkarm 124 (Fig. 13) dient dazu, die Betriebsstruktur 126 zu tragen, die, wie in den vorangehenden Ausführungen ein Kommunikationsantennenreflektor sein kann. Der Gelenkarm 124, der aus einem Graphit-Epoxy-Kompositmaterial oder jedem anderen geeigneten Material hergestellt sein kann, ist drehbar auf dem stationären Trägerarm 122 mittels eines geeigneten Trägers 128 (siehe insbesondere Fig. 7 und 11) befestigt und umfaßt ein Gehäuse 130, das mittels der Befestigungsmittel 132 auf dem Trägerarm 122 befestigt ist. Der Träger 128 umfaßt auch ein selbstfluchtendes sphärisches Glied 134 mit einer zentralen Bohrung, deren Achse im allgemeinen quer zu der Ebene des Trägerarms 122 ist. Ein entfernbarer Federbolzen 138 wird gleitend aufgenommen von der Zentralbohrung 136 und erstreckt sich über eine ausreichende Entfernung seitlich von beiden Seiten des stationären Trägerarms 122, um dort drehbar in Befestigungslöchern 140 am nahen Ende des Gelenkarms 124 aufgenommen zu werden. Der Federbolzen 138 ist in geeigneter Form, wie durch den Keil 139 (Fig. 8), mit dem Gelenkarm 124 verbunden, so daß sich die zwei Komponenten gemeinsam bewegen.

Wie in Fig. 7 zu sehen, kann ein Drehdämpfer 142 an dem Ende des Gelenkbolzens 138 befestigt sein, um die Entfaltungsgeschwindigkeit des Gelenkarms 124 auf dem Trägerarm 122 zu verlangsamen und hohe Entfaltungsbelastungen zwischen diesen Komponenten zu verhindern. Eine flexible Kupplung 144 ist wünschenswert, um sicherzustellen, daß die selbstfluchtende Eignung des Trägers 128 nicht beeinträchtigt wird. Diese selbstfluchtende Eignung stellt sicher, daß eine mögliche Fehlausrichtung eines Paars von Gelenken wegen der Befestigung mit der Betriebsstruktur nicht dazu führt, daß der Schaft 138 sich festfrißt.

Der stationäre Trägerarm 122 kann auf einem Raumfahrzeug oder Satelliten 123 mittels Befestigungsflanschen 122A und (nicht gezeigten) geeigneten Befestigungen angebracht werden. Die Ausrichtung des Trägerarms relativ zu dem Raumfahrzeug oder Satelitten 123 kann in der für die frühere Ausführung beschriebenen Weise oder durch irgendeine andere geeignete Konstruktion erreicht werden.

Ein elastisches Glied dient dazu, den Gelenkarm 124 aus der durch Strich-Punkt-Linien in Fig. 5 gezeigten gestauten Position in die durch durchgezogene Linien dargestellten entfalteten Form zu zwingen. Insbesondere ist eine aus einem oder mehreren Blättern bestehende Blattfeder 126 mit einem Ende am Trägergehäuse 130 mittels geeigneter Bolzen 148 (siehe insbesondere Fig. 10) befestigt. Im Abstand von ihrem Befestigungsort steht die Blattfeder 146 im Eingriff mit einer Walze 150, die drehbar durch gegenüberliegende Lager 152, die auf den Seitenwänden des Gelenkarms 124 angebracht sind, gelagert ist.

In einem Abstand von den Befestigungsflanschen 122C enthält der stationäre Trägerarm 122 ein erstes Haltemittel 154, das mit einem zweiten Haltemittel 156 auf dem Gelenkarm 124 im Abstand vom Träger 128 fluchtet. Das Haltemittel 156 ist ausgerichtet, um mit dem ersten Haltemittel 124 in Eingriff zu kommen, wenn der Gelenkarm 124 in der voll entfalteten Stellung ist.

Wenn eine geeignete Rückhaltevorrichtung, die kein Teil der vorliegenden Erfindung ist, betätigt wird, kommt der Gelenkarm 124 zur Drehung um den Träger 128 frei, wobei die Blattfeder 126 die notwendige Energie zur Drehung des Gelenks 124 aus der gestauten in die entfaltete Stellung erbringt. Mit der Bewegung des Gelenkarms 124 rollt die Walze 150 in Eingriff mit der Blattfeder 146 entlang der Oberfläche der Blattfeder und minimiert die Reibung und deshalb den Verschleiß zwischen diesen Komponenten. Tatsächlich bewegt sich die Walze 150 relativ zu der Blattfeder 146 von deren Ende zu einer Stellung mitten zwischen deren Enden wenn der Gelenkarm 124 sich aus seiner gestauten in seine entfaltete Stellung bewegt.

Die Blattfeder ist eine bevorzugte Energiequelle für die Bewegung des Gelenkarms 124 zwischen den gestauten und entfalteten Stellungen. In einer in Fig. 14 gezeigten abgewandelten Gestaltung kann eine Blattfeder 146A einen Gelenkarm 124 um einen Entfaltungswinkel von annähernd 180º bezogen auf ein stationäres Trägerglied 122B, bewegen. Die Ausgangsstellung ist durch durchgezogene Linien, die Endstellung durch Strich-Punkt-Linien dargestellt.

Es versteht sich, daß andere elastische Glieder zur Beaufschlagung des Gelenkarms verwendet werden können. Beispielsweise, wie in Fig. 15 zu sehen, kann eine Torsionsfeder 158 für diesen Zweck benutzt werden.

Die Art der Befestigung der Entfaltungsgelenkvorrichtung 120 an dem Raumfahrzeug oder Satelliten 123 kann einstellbar in der Art der früheren Gestaltung sein, wie vorstehend erwähnt. Ein anderes Mittel zur selektiven Einstellung der Ausrichtung der Betriebsstruktur 122, wenn der Gelenkarm 124 die entfaltete Stellung einnimmt, ist in Fig. 5 gezeigt. Das zweite Haltemittel 156 kann ein Bolzen sein, dessen Kopf 160 in geeigneter Weise, beispielsweise durch Schrauben einstellbar ist, um so eine gewünschte Änderung der Ausrichtung der entfalteten Stellung der Betriebsstruktur 126 um die durch den Gelenkbolzen 138 definierte Achse zu bewirken.

Die durch die Enifaltungsgelenkvorrichtung 120 bewirkten Vorteile umfassen ihre Einfachheit und ihre geringen Kosten sowie ihre Vielseitigkeit wegen des breiten Bereichs der Entfaltungswinkel, die durch ihre Verwendung erreichbar sind. Sie hat einen hohen Drehkraftbereich für die Entfaltung mit geringer Entfaltungsbelastung wegen der Verwendung eines Dämpfers. Hohe Steifheit und geringes Gewicht sind durch die Verwendung von Komposit-Materialien erreichbar und die Vorrichtung zeigt kein Spiel nach ihrer Entfaltung.

Während bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung im einzelnen beschrieben wurden, versteht es sich für den Fachmann, daß viele andere Modifikationen an den beschriebenen Ausführungsformen angebracht werden können, ohne den in der Beschreibung beschriebenen und in den beigefügten Ansprüchen definierten Umfang der Erfindung zu verlassen.


Anspruch[de]

1. Entfaltungsgelenkvorrichtung (120) umfassend:

stationärer Befestigungsarm (122);

Gelenkarmmittel (124), das eine Betriebsstruktur (126) trägt und drehbar auf dem Befestigungsarm befestigt ist, um die Betriebsstruktur zwischen einer gestauten Stellung und einer entfalteten Stellung zu bewegen;

Trägermittel (128), das das Gelenkarmmittel (124) drehbar auf dem stationären Befestigungsarm (122) befestigt;

erstes Haltemittel (154) auf dem stationären Befestigungsarm (122);

zweites Haltemittel (156) auf dem Gelenkarmmittel (124), so angeordnet, daß es das erste Haltemittel (154) hält, wenn das Gelenkarmmittel (124) in der entfalteten Stellung ist; und

elastisches Mittel (146), das das Gelenkarmmittel (124) mit dem mit dem ersten Haltemittel (154) in Eingriff stehenden zweiten Haltemittel (156) gegen die entfaltete Stellung vorspannt und dadurch wirksam ist, das Gelenkarmmittel (124) in der entfalteten Stellung zu halten,

dadurch gekennzeichnet, daß das Trägermittel (128) umfaßt:

ein Trägergehäuse (130), verbunden mit dem Befestigungsarm (122);

ein sphärisches Glied (134) mit einer zentralen Bohrung (136), durch die es drehbar auf dem Trägergehäuse befestigt ist;

einen Gelenkbolzen (138), der gleitbar in der Zentralbohrung (136) gelagert ist; und

Verschlußmittel (139) zur Befestigung des Gelenkarms (124) auf dem Gelenkbolzen (138) für einförmige Drehung darin.

2. Entfaltungsgelenkvorrichtung nach Anspruch 1, worin der stationäre Befestigungsarm (122) umfaßt:

eine Basis und

ein Paar nach oben gehender parallele Seitenwände einstückig mit dieser Basis,

worin das Trägermittel (128) ein auf dem stationären Befestigungsarm (122) befestigtes Gehäuse (130) umfaßt und

worin das elastische Mittel umfaßt:

eine Torsionsfeder (158), die mit ihrem inneren Ende an dem Trägergehäuse (130) und mit ihrem äußeren Ende an dem Gelenkarm (124) an einem Ort im Abstand von diesem Trägergehäuse befestigt ist.

3. Entfaltungsgelenkvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, umfassend:

Mittel zur Befestigung des stationären Befestigungsarmes (122) auf einer Befestigungsplatte (123), wobei das Befestigungsmittel Einstellmittel zur selektiven Anpassung der Orientierung der Betriebsstruktur (126), wenn der Gelenkarm die entfaltete Stellung einnimmt, umfaßt.

4. Entfaltungsgelenkvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,

worin die auf dem Gelenkarm (124) angeordnete Betriebsstruktur (126) ein Kommunikationsantennenreflektor ist.

5. Entfaltungsgelenkvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,

worin das erste Haltemittel (154) auf dem stationären Befestigungsarm (122) angebracht ist und

worin das zweite Haltemittel (156) einstellbar ist, um die Orientierung der Betriebsstruktur (126) selektiv anzupassen, wenn der Gelenkarm (124) seine entfaltete Stellung einnimmt.

6. Entfaltungsgelenkvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

worin der stationäre Befestigungsarm (122) umfaßt:

eine Basis und

ein Paar nach oben stehender paralleler Seitenwände, einstückig mit der Basis;

worin das Trägermittel (128) ein auf dem stationären Befestigungsarm (122) angebrachtes Gehäuse (130) umfaßt und

worin das elastische Mittel umfaßt:

eine Blattfeder (146), die mit ihrem inneren Ende an dem Trägergehäuse (130) und ihrem äußeren Ende an dem Gelenkarm (124) an einer Stelle entfernt von dem Trägergehäuse (130) befestigt ist.

7. Entfaltungsgelenkvorrichtung nach Anspruch 1 umfassend:

ein Dämpfungsglied (142), das an dem Gelenkbolzen (138) befestigt ist, um die Bewegung des Gelenkarmes (124) zu bremsen.

8. Entfaltungsgelenkvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,

worin der Gelenkarm (124) umfaßt:

ein Paar im Abstand voneinander angeordneter paralleler Wände,

erstes und zweites Trägermittel, jeweils in den parallelen Wänden befestigt,

eine Walze (150), deren entgegengesetzte Enden in diesen ersten und zweiten Trägermitteln gelagert sind;

worin diese Trägermittel ein Trägergehäuse (130) umfassen, das auf dem Befestigungsarm (122) angebracht ist; und

worin das elastische Mittel eine Blattfeder (146) umfaßt, die an einem Ende mit dem Trägergehäuse (130) verbunden ist und in Eingriff mit der Walze (150) an einem Ort entfernt von diesem einen Ende kommen kann.







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