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Dokumentenidentifikation DE10039912A1 29.03.2001
Titel Aufzug für einen Gegendruckzylinder
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Löhrke, Manfred, 69181 Leimen, DE;
Vogt, Wilfried, 69190 Walldorf, DE
DE-Anmeldedatum 16.08.2000
DE-Aktenzeichen 10039912
Offenlegungstag 29.03.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.03.2001
IPC-Hauptklasse B41N 10/00
IPC-Nebenklasse B41F 30/02   B41F 22/00   
Zusammenfassung Ein Aufzug für den Gegendruckzylinder einer Druckmaschine weist als Außenseite für den Kontakt mit zu bedruckendem Material ein Metallgewebe (5) auf, das auf einer flexiblen Trägerplatte (1) befestigt ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Aufzug für den Gegendruckzylinder einer Druckmaschine, der eine Innenseite zur Montage an der Außenfläche des Gegendruckzylinders und eine Außenseite für den Kontakt mit zu bedruckendem Material aufweist. Derartige Aufzüge sind z. B. aus DE-OS 28 20 549, EP 0 017 776 B1 oder DE 42 30 567 C2 bekannt.

Bei Schön- und Widerdruckmaschinen kommt ein Bogen, nachdem er auf einer Seite bedruckt worden und gewendet worden ist, auf einem Gegendruckzylinder zu liegen, um auf der nun obenliegenden Rückseite bedruckt zu werden. Dabei ergibt sich das Problem, daß Farbe von dem frischen Druckbild auf den Gegendruckzylinder übergehen kann, die anschließend abgewaschen werden muß, damit sie nicht auf nachfolgende Bögen übertragen wird und diese verunstaltet. Außerdem kann es zu Schiebebewegungen zwischen dem Druckbild und der Gegendruckwalze kommen, die die Brillanz des Druckbildes beeinträchtigen.

Um diesem Problem zu begegnen, werden Gegendruckzylinder mit Aufzügen ausgestattet, wie in den oben genannten Druckschriften beschrieben, die den Übergang von Farbe auf den Gegendruckzylinder so weit wie möglich verhindern und ein Verschmieren verhüten sollen.

DE-OS 28 20 549 schlägt zu diesem Zweck eine zweischichtige Folie vor, wobei eine erste Schicht eine Trägerfolie mit auf der dem Druckbogen zugewandten Seite durch eine Strahlbehandlung erzeugten Vertiefungen ist und die zweite Schicht eine Deckschicht aus Nickel ist, die sich auf der aufgerauhten Oberfläche befindet.

Die Dauerhaftigkeit eines solchen Aufzuges hängt kritisch von der Qualität der Nickelschicht ab. Wenn diese ungleichmäßig ist und an stark belasteten, vorspringenden Stellen des Aufzuges abgetragen wird, kann es zu Korrosion des Aufzuges kommen. Auch Bereiche, in denen der Aufzug für seine Montage an dem Gegendruckzylinder abgewinkelt werden muß, unterliegen einer starken mechanischen Belastung, so daß dort lokale Schäden der oberflächlichen Nickelschicht auftreten können, die den Aufzug unbrauchbar machen können.

Um das Problem der verstärkten Abnutzung an isolierten Spitzen zu vermeiden, wurde in EP 0 017 776 B1 eine Aufzugfolie vorgeschlagen, bei der die zum Kontakt mit dem zu bedruckenden Material vorgesehene Oberfläche mit statistisch gleichmäßig verteilten, gleich hohen Kugelkalotten versehen ist. Ein solcher Aufzug kann hergestellt werden durch Galvanoformung einer metallischen Trägerfolie oder durch Pressen einer Kunststoff-Folie mit hohem Elastizitätsmodul, um darin die Kalotten zu formen, gefolgt von der Abscheidung einer Deckschicht aus Chrom zum Ausgleichen der Mikrorauhheit der Oberflächen der Kalotten in der Trägerfolie. Dabei muß die Dicke der Deckschicht deutlich kleiner sein als die Abmessungen der Kalotten, damit ihre Kontur nicht von der Deckschicht nivelliert wird. Diese geringe Dicke der Deckschicht begrenzt die Lebensdauer des Aufzuges.

Aufgabe der Erfindung ist, einen Aufzug für einen Gegendruckzylinder einer Druckmaschine, insbesondere für Schön- und Widerdruck, anzugeben, der ein gutes Farbrückspaltungsverhalten und eine lange Lebensdauer aufweist.

Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Aufzug, dessen einem zu bedruckenden Material zugewandte Außenseite aus einem Gewebe gebildet ist. Bei einem solchen Aufzug treten im wesentlichen die Kreuzungsstellen von Kett- und Schußfäden an die Stelle der herkömmlichen Kalotten und definieren Kuppen des Aufzugs, an denen Druckkraft des Gegendruckzylinders auf ein zu bedruckendes Material wirkt.

Die Dicke eines solchen Gewebes ist zwangsläufig ca. zweimal so groß wie der Durchmesser seiner Fäden, d. h. im Gegensatz zu der herkömmlichen dünnen Schutzschicht auf einer aufgerauhten Trägerfläche hat das Gewebe eine erheblich längere Lebensdauer.

Das Gewebe kann aus einem beliebigen Metall bestehen, da durch seine Festigkeit und chemischen Eigenschaften im Kontakt mit Druckfarben sich als geeignet erweist.

Dieses Gewebe ist vorzugsweise auf einer flexiblen Trägerplatte befestigt. Diese Trägerplatte kann aus Metall oder aus einem Kunststoff mit hohem Elastizitätsmodul bestehen.

Um zu vermeiden, daß das Gewebe in dem Druckbild, das es berührt, einen Moiré-Effekt hervorruft, ist es zweckmäßig, die Trägerplatte aufzurauhen, so daß die Kraft, mit der die einzelnen Kuppen bzw. Kreuzungsstellen des Gewebes gegen das Bild drücken, statistisch variieren. Die Aufrauhung der Trägerplatte kann z. B. durch ein an sich bekanntes Strahlverfahren erfolgen. Allerdings ist gemäß der Erfindung die Körnung des verwendeten Strahlmaterials vorzugsweise gröber als die Teilung des Gewebes, da feinere Details in der Rauhigkeit der Trägerplatte durch das Gewebe hindurch an der Außenseite des Aufzuges nicht mehr spürbar sind.

Das Gewebe ist vorzugsweise in Leinenbindung gewoben, da ein solches Gewebe bei geringer Fadenzahl eine große Zahl von Kuppen pro Flächeneinheit bildet. Auch Tressengewebe, z. B. in Leinwand- oder Köperbindung, können aufgrund ihrer Dichte und Widerstandsfähigkeit gegen seitliche Verschiebung einzelner Fäden vorteilhaft sein.

Die Teilung des Gewebes liegt zweckmäßigerweise in der Größenordnung des Rasters des Druckbildes. Eine Teilung von weniger als 0,2 mm ist bevorzugt, zweckmäßig ist ein Wert von ca. 0,1 mm.

Die Befestigung eines derartigen Aufzuges an einem Gegendruckzylinder erfolgt üblicherweise dadurch, daß wenigstens ein Randbereich des Aufzuges abgekantet wird und dieser und ein gegenüberliegender Randbereich in entsprechende Schlitze des Gegendruckzylinders eingesteckt und darin festgeklemmt und gespannt werden. Um eine Beeinträchtigung der Oberfläche des Gewebes durch eine Befestigung an der Trägerplatte zu vermeiden, ist es deshalb zweckmäßig, wenn das Gewebe auf der Trägerplatte nur in diesen Randbereichen befestigt ist. Dies hat zusätzlich den Vorteil, daß line durch das Abkanten erzeugte Spannung in dem Gewebe sich auf dessen gesamte Länge verteilen kann und nicht auf die unmittelbare Umgebung des Knickes beschränkt bleibt. Auf diese Weise werden lokale Beschädigungen des Gewebes vermieden, die bei einer herkömmlichen, vollflächig mit der Trägerschicht verbundenen Deckschicht zum Reißen und damit zu lokaler Korrosion führen können.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen mit Bezug auf die Figuren.

Es zeigen:

Fig. 1 einen Aufzug für einen Gegendruckzylinder in einer Seitenansicht,

Fig. 2 den Aufzug in einer Draufsicht und

Fig. 3 einen Ausschnitt des Aufzuges im Schnitt in vergrößertem Maßstab.

Der in Fig. 1 gezeigte Aufzug besteht aus einer flexiblen Trägerplatte 1 aus Metall, vorzugsweise aus einem nichtrostendem Blech, oder einem Kunststoff mit hohem Elastizitätsmodul. Ein Mittelbereich 2 der Trägerplatte ist vorgesehen, um auf der Umfangsfläche eines Gegendruckzylinders montiert zu werden; zwei daran angrenzende abgekantete Bereiche 3, 4 sind vorgesehen, um in Schlitzen des Gegendruckzylinders festgeklemmt und gespannt zu werden, um so den gesamten Aufzug auf der Außenfläche des Gegendruckzylinders straff zu ziehen.

Ein metallisches Feinstgewebe 5 überspannt die gesamte Oberfläche der flexiblen Trägerplatte 1 und ist in den abgekanteten Bereichen 3, 4 durch Rollnahtschweißungen 6 befestigt, die sich über die gesamte Breite der Trägerplatte erstrecken. Die Schweißungen 6 können jeweils vor dem Abkanten der Bereiche 3, 4 erzeugt sein, so daß durch die Abkantung das Feinstgewebe 5 unter Spannung gesetzt wird.

Die Dicke des Aufzuges beträgt wie bei herkömmlichen Aufzügen 0,275 bis 0,3 mm, so daß der Aufzug in herkömmlichen Druckmaschinen eingesetzt werden kann, ohne daß bauliche Veränderungen an diesen erforderlich sind.

Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf die Trägerplatte der Fig. 1.

Fig. 3 zeigt einen vergrößerten Ausschnitt der Trägerplatte im Schnitt. Man erkennt in dieser Vergrößerung eine Vielzahl von Kuppen 8, 9, die jeweils durch Kreuzungspunkte von Kett- und Schußfäden des Gewebes 5 definiert sind, und die die Orte darstellen, an denen der Aufzug mit einem Druckbogen in Kontakt kommen kann. Die dem Gewebe 5 zugewandte Oberfläche der Trägerplatte 1 weist ein aufgerauhtes Profil mit einer Mehrzahl von Vertiefungen 10 auf, die z. B. durch eine Strahlbehandlung erzeugt sein können. Die Funktion der Vertiefungen bzw. der dazwischenliegenden Vorsprünge 11 ist zweifach. Zum einen legen sie die Kraft fest, mit der eine einzelne Kuppe im Betrieb des Gegendruckzylinders gegen ein Druckmaterial gepreßt wird. Diese Kraft ist offensichtlich größer bei auf einem Vorsprung 11 liegenden Kuppen 9, als bei über einer Vertiefung liegenden Kuppen 8. Das aufgerauhte Profil der Trägerplatte 1 bewirkt somit eine über die Oberfläche des Aufzuges hinweg statistisch fluktuierende Druckverteilung. Es kann daher kein gleichförmiges Muster von Abdrücken der Kuppen 9 in einem zuvor auf dem Druckmaterial erzeugten Druckbild entstehen. Daher führt die Verwendung der gewebebespannten Trägerplatte als Aufzug auch dann nicht zu Moiré-Effekten in diesem Druckbild, wenn mehrere derartige Aufzüge im Rahmen eines Mehrfarb-Druckverfahrens nacheinander auf das Druckbild einwirken.

Eine zweite Wirkung des aufgerauhten Profils ist, daß die Vorsprünge 11 im Laufe des Betriebs des Aufzuges diejenigen Drähte des Gewebes 5, die sie berühren, geringfügig seitlich verdrängen können, um so ein Stück weit in die lichten Maschen zwischen den Drähten einzudringen. Wenn dies geschieht, führt es zu einem Niveauausgleich der Kuppen an der Oberfläche des Gewebes 5 und damit zu einer gleichmäßigeren Verteilung des von den Kuppen ausgeübten Druckes, allerdings nähert sich die Position der Kuppen einer Zufallverteilung an, was wiederum der Entstehung von Moiré-Effekten entgegenwirkt. Ein solches seitliches Wandern der Drähte des Gewebes läßt sich vermeiden, wenn ein Tressengewebe als Gewebe 5 verwendet wird, d. h. ein Gewebe, bei dem Kett- und Schußfäden jeweils unterschiedliche Dicken haben, so daß die dünneren Drähte, die allein die Kuppen eines solchen Gewebes bilden, in Kontakt miteinander geschlagen sein können.

Ein Gegendruckzylinder, der mit dem oben beschriebenen Aufzug ausgestattet ist, kann bei den Waschzyklen des Gummituches einer Druckmaschine über die Gummituch- Wascheinrichtung mitgewaschen werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Aufzug für den Gegendruckzylinder einer Druckmaschine, mit einer Innenseite zur Montage an der Außenfläche des Gegendruckzylinders und einer Außenseite für den Kontakt mit zu bedruckendem Material, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenseite aus einem Gewebe (5) gebildet ist.
  2. 2. Aufzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe (5) aus Metall besteht.
  3. 3. Aufzug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe (5) auf einer flexiblen Trägerplatte (1) befestigt ist.
  4. 4. Aufzug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerplatte (1) aufgerauht ist.
  5. 5. Aufzug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe (5) eine Leinenbindung aufweist.
  6. 6. Aufzug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe ein Tressengewebe ist.
  7. 7. Aufzug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ' dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe (5) eine Teilung von weniger als 0,2 mm, vorzugsweise ca. 0,1 mm aufweist.
  8. 8. Gegendruckzylinder für eine Druckmaschine, gekennzeichnet durch einen Aufzug nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
  9. 9. Gegendruckzylinder nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufzug wenigstens einen abgekanteten Bereich (3, 4) für die Befestigung am Mantel des Gegendruckzylinders aufweist und daß das Gewebe (5) auf der Trägerplatte (1) in dem abgekanteten Bereich (3, 4) und einem gegenüberliegenden Bereich (4, 3) befestigt ist.






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