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Dokumentenidentifikation DE19947418A1 05.04.2001
Titel Lagerelement für die Lagerung von Oberwalzen von Streckwerken
Anmelder Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau AG, 85055 Ingolstadt, DE
Erfinder Göhler, Wolfgang, 85101 Lenting, DE
Vertreter Canzler & Bergmeier, Patentanwälte, 85055 Ingolstadt
DE-Anmeldedatum 01.10.1999
DE-Aktenzeichen 19947418
Offenlegungstag 05.04.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.04.2001
IPC-Hauptklasse D01H 5/74
Zusammenfassung Oberwalzen von Streckwerken, beispielsweise an Strecken zum Dublieren von Faserbändern, werden mittels ihrer Wellenzapfen (22) über Lagerbuchsen (2) gelagert. Für die axiale Abstützung der Wellenzapfen (22) in den Lagerbuchsen (2) findet eine Verschlussplatte (23) Verwendung, welche einen Ansatz (24) besitzt. Für das fixierte Einsetzen der Verschlussplatte (23) in einer Lagerbuchse (2) besitzt diese in ihrer Innenwand eine in Umfangsrichtung verlaufende Nut (25), in die der Ansatz (24) eingreift, wodurch vorteilhaft erreicht wird, dass ohne ein zusätzliches Element die Verschlussplatte mit der Lagerbuchse verbunden werden kann. Durch diese Ausgestaltung kann weiterhin das Lageelement mit üblichem Werkzeug geöffnet werden, um z. B. das Lager zu reinigen oder mit Schmiermittel zu versorgen.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Lagerelement für die Oberwalzen eines Streckwerks mit einer Lagerbuchse für die Aufnahme eines Wellenzapfens einer Oberwalze, mit einer Laufbahn für Wälzkörper, mit einem Haltemittel für die Führung der Wälzkörper in der Laufbahn und mit einer Einheit für die axiale Lagerung des Wellenzapfens der Oberwalze.

Streckwerke von Spinnereimaschinen und insbesondere solche von Strecken besitzen mehrere Unterwalzen mit dazugehörigen Oberwalzen. Bei Streckwerken von Strecken beispielsweise sind die Unterwalzen meist mit einem Fest- und einem Loslager gelagert. Sie werden über ein Antriebsmittel, beispielsweise einem Riementrieb, an einer Seite der Welle der Unterwalze angetrieben. Der Belag der unteren Streckwerkswalzen besteht aus Stahl und ist meist geriffelt.

Mit den Unterwalzen arbeiten eine oder mehrere Oberwalzen zusammen, die keinen eigenen Antrieb besitzen, sondern mittels Friktion von den sich drehenden Unterwalzen mit in Drehung versetzt werden. Die Oberwalzen besitzen einen Bezug, der aus einem gummi- oder kunststoffartigen Material besteht. Im Laufe des Betriebes unterliegt dieser Belag einem Verschleiß. Darüber hinaus ist ein Entfernen der Oberwalzen aus ihrer Position zu der dazugehörigen Unterwalze nicht nur aus Verschleißgründen erforderlich, sondern z. B. auch dann, wenn ein neues Faserband in das Streckwerk eingelegt werden soll oder wenn Störungen im Bandlauf des zu verziehenden Textilbandes beseitigt werden müssen.

Im Normalbetrieb werden die Oberwalzen über ihre Lagerungen mit einem Andrückmittel belastet, das sie auf ihre Unterwalzen aufdrückt. Zum Austausch oder Entfernen einer Oberwalze wird dazu das Andrückmittel von der Lagerung der Oberwalze entfernt oder wenigstens entlastet. Die Oberwalzen sind dann entweder von Hand aus den Aufnahmen, den Stanzen, ihrer Lagerung wegzuheben oder sie sind über Haltemittel an ihren Belastungsmitteln gehalten, so daß ein Entfernen der Belastungsmittel, z. B. ein Wegschwenken eines Druckarmes, dafür sorgt, daß dadurch gleichzeitig die Oberwalzen von den Unterwalzen abgehoben werden. Eine solche Vorrichtung ist beispielsweise aus der DE 195 48 840 A1 bekannt. Diese Anforderungen an die Handhabbarkeit der Oberwalzen hat auch Auswirkungen auf ihre Lagerung. Die Oberwalzen sind daher im Gegensatz zu den meisten Unterwalzen über die Wellenzapfen mittels Lagerbuchsen, die Wälzkörper enthalten, gelagert. Die Lagerbuchse ist dazu in einer Aufnahme, der sogenannten Stanze aufgenommen und wird durch das Andrückmittel über die Andrückkraft in der Stanze gehalten.

Die Wälzkörper, mit denen die Lagerzapfen gelagert sind, sind Nadeln, die in einer Laufbahn im Inneren der Lagerbuchse abrollen. Über die Nadeln werden die radial über das Andrückmittel auf die Lagerbuchse ausgeübten Andrückkräfte für die Oberwalze auf den Lagerzapfen übertragen. Zur axialen Positionierung der Oberwalze gegenüber den Lagerbuchsen besitzt eine solche eine Axiallagerung, die meist in Form einer Spurscheibe ausgebildet ist. Beim Einsetzen der Oberwalzen in die Stanzen zur Aufnahme der Lagerbuchsen, steht die Oberwalze mit den Wellenzapfen axial in den Lagerelementen nicht unter Vorspannung, so daß eine geringe axiale Beweglichkeit der Oberwalze in ihrer Lagerung gegeben ist. Die Oberwalze stützt sich also über ihre Wellenzapfen alternativ an der einen oder anderen Seite im Lagerelement ab. Auf Grund des beengten Einbauraums in einer Stanze besitzt das Lagerelement eine relativ dünnwandige Lagerbuchse, die Zugang zu ihrem Inneren nur dadurch gewährleistet, daß das Lagerelement vom Wellenzapfen der Oberwalze abgezogen wird oder die Lagerbuchse im Bereich der die Axialkräfte aufnehmenden Seite zugänglich ist.

Aus der DE 195 48 840 A1 ist ein Lagerelement bekannt, das den Wellenzapfen einer Oberwalze mittels Nadeln radial lagert und die axialen Kräfte des Wellenzapfens über eine Haltescheibe aufnimmt, die sich ihrerseits an einer Metallscheibe abstützt, die mittels eines Sicherungsringes in der Lagerbuchse gehalten ist.

Die bekannten Lagerelemente haben den Nachteil, daß die Lagerung nur schwer zugänglich ist, da ein Entfernen der Haltemittel für die Metallscheiben nur mit Spezialwerkzeug möglich ist. Im übrigen ist die Abdichtung des Lagers gegenüber der Umgebung mangelhaft, so daß sowohl das Lager verschmutzen als auch Fett aus diesem austreten kann.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es die Nachteile des Standes der Technik zu vermeiden und die Wartungsfreundlichkeit von Streckwerkswalzenlagern zu verbessern.

Die vorliegende Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.

Durch die vorteilhafte Ausgestaltung des Lagerelements, wobei die Verschlußplatte einen Ansatz besitzt und die Lagerbuchse eine Nut, in die der Ansatz eingreift, wird vorteilhaft erreicht, daß ohne ein weiteres Element, wie beim Stand der Technik üblich, z. B. einem Sicherungsring, die Verschlußplatte mit der Lagerbuchse verbunden werden kann und diese dadurch axial abgeschlossen ist. Durch diese erfinderische Ausgestaltung kann das Lagerelement mit üblichem Werkzeug, z. B. einer einfachen gewöhnlichen Zange und einem beispielsweise einfachen Gabelschlüssel, geöffnet werden, um beispielsweise die darin enthaltenen Wälzkörper auszuwechseln oder das Lager zu reinigen oder mit Schmiermitteln zu versorgen. Außerdem wird erreicht, daß gleichzeitig eine einfache und kostengünstige sichere Befestigung der Verschlußplatte erhalten wird, und daß genügend axiale Kräfte aufgenommen werden können.

In günstiger Weiterbildung der Erfindung besitzt die Verschlußplatte den Ansatz auf der dem Wellenzapfen abgewandten Seite der Verschlußplatte. Dadurch wird erreicht, daß der Ansatz keine Einschränkungen verursacht, die eine Abstützung von axialen Kräften negativ beeinflußt. Durch die vorteilhafte Ausgestaltung des Ansatzes mit wenigstens einer ebenen Fläche, die im wesentlichen parallel zur Verschlußplatte angeordnet ist, wird auf einfache Art erreicht, daß der Ansatz mit einer Nut zusammen arbeiten kann. Durch die vorteilhafte Ausgestaltung der Nut, bei der diese nur teilweise über derü Innenumfang der Hülse verläuft, wird erreicht, daß ein Anschlag in Umfangsrichtung vorhanden ist, an den sich der Ansatz über eine Drehbewegung im Verhältnis zur Hülse anlegen kann. Dadurch ist es möglich, daß Ansatz und Nut zusammen eine Drehsicherung bilden können. Beide können dadurch miteinander verklemmt werden.

In besonders vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung besitzen Nut und Ansatz unterschiedliche Ausdehnung, so daß sie entweder in axialer oder in radialer Richtung eine Klemmvorrichtung bilden mit deren Hilfe vorteilhaft Verschlußplatte und Lagerbuchse miteinander verklemmt werden können. Ein Herausfallen der Verschlußplatte aus der Lagerbuchse ist dadurch nicht möglich. Die Oberwalzen können dadurch insbesondere bei Wartungsarbeiten gehandhabt werden, ohne daß besondere Sorgfalt darauf zu verwenden ist, daß die Lagerbuchsen nicht von den Wellenzapfen herunterrutschen und dadurch beschädigt oder verschmutzt werden.

In besonders vorteilhafter Weiterbildung besitzt die Verschlußplatte einen Stift, der ihre Handhabung wesentlich erleichtert. Ein Ergreifen mit einer Zange oder einem Schlüssel beispielsweise wird dadurch wesentlich erleichtert.

Besonders vorteilhaft ist die Ausgestaltung, wenn der Stift wenigstens eine ebene Fläche besitzt, die senkrecht zur Verschlußplatte angeordnet ist. Dadurch ist das Zusammenarbeiten mit einem Gabelschlüssel oder einer Zange besonders einfach. In besonders vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung besitzt die Lagerbuchse einen Einschnitt, der in Richtung der Achse der Lagerbuchse verläuft. Dadurch wird ein Bereich geschaffen, über den die Verschlußplatte mit ihrem Ansatz axial in die Lagerbuchse eingeführt werden kann, um sie dann in die Nut hineinzudrehen. In besonders vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung besitzt die Lagerbuchse zwei gegenüberliegende Einschnitte, um beispielsweise eine Verschlußplatte mit zwei gegenüberliegenden Ansätzen einsetzen zu können.

In weiterer Ausgestaltung ist der Einschnitt nur in der Innenwand der Lagerbuchse ausgebildet, die Außenumfangswand der Hülse also nicht betroffen, wodurch die Lagerbuchse besonders kurz ausgebildet werden kann. Da auch der Bereich, der in seinem Inneren den Einschnitt besitzt, trotzdem am Außenumfang gelagert und von einem Belastungsmittel beaufschlagt sein kann.

In besonders günstiger Weiterbildung der Erfindung ist der Verschlußplatte ein Dichtelement zugeordnet. Dadurch wird vorteilhaft erreicht, daß das Innere der Lagerbuchse von Verschmutzungen besonders sicher geschützt werden kann. Insbesondere bei rauhem Einsatz, z. B. bei staubbelasteter Luft ist dies besonders vorteilhaft. Außerdem besitzt dies den weiteren Vorteil, daß ein Austreten von Schmiermittel aus dem Lager verhindert wird, was ansonsten zu Verschmutzungen der zu verarbeitenden Faserbänder führen kann.

In günstiger Weiterbildung der Erfindung besitzt die Verschlußplatte eine Aufnahme für eine solche Dichtung. Dadurch wird erreicht, daß bei Ausbau der Verschlußplatte die Dichtung mit herausgenommen wird, so daß diese ebenfalls überprüft werden kann und gleichzeitig das Lagerinnere frei zugänglich ist. In günstiger Ausgestaltung der Erfindung ist diese Aufnahme in Form einer Umfangsrille ausgebildet, so daß auch beispielsweise ein Dichtring, z. B. ein O-Ring, als einfaches und sicheres Dichtelement eingesetzt werden kann.

In besonders vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung besitzt das Lagerelement eine Be- und Entlüftungsöffnung für den Aus- oder Zutritt von Luft. Dadurch wird erreicht, daß ohne, daß die Lagerplatte von der Lagerbuchse entfernt wird, die Lagereinheit vom Lagerzapfen abgezogen werden kann und ebenso auf diesen aufgeschoben werden kann, ohne daß sich dabei im Inneren der Lagereinheit ein Überdruck oder Unterdruck bildet. Dadurch wird vorteilhaft erreicht, daß ein Justieren der axialen Lagerung des Wellenzapfens zur Verschlußplatte sicher und einfach gewährleistet ist. In günstiger Ausgestaltung ist diese Be- und Entlüftungsöffnung als eine in axialer Richtung der Lagerbuchse verlaufende Axialnut ausgebildet. Diese wird beispielsweise nicht durch Dichtringe im Inneren des Lagerelementes blockiert, so daß der freie Luftdurchtritt immer gewährleistet ist.

In besonders günstiger Weiterbildung der Erfindung besitzt die Lagerplatte an ihrem von der Verschlußplatte abgewandten Ende eine Labyrinthdichtung, die vorteilhaft zusätzliche Dichtwirkung besitzt, ohne den Einsatz weiterer Bauelemente und damit höherem Kostenaufwand. Sie ist in der Lage insbesondere grobe Schmutzteilchen abzufangen.

In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung besitzt die Lagerbuchse eine an der Innenwand in Umfangsrichtung verlaufende Ringnut zur Aufnahme eines Dichtelements. Dadurch wird erreicht, daß zusätzlich zur Labyrinthdichtung oder auch anstatt einer Labyrinthdichtung ein sicherer Schutz der Lagerung vor Verschmutzung erreicht wird und gleichzeitig ein Austritt von Fett verhindert wird. Das Dichtelement ist vorteilhaft als O-Ring ausgebildet. Dieser arbeitet vorteilhaft mit einer Durchmesserverringerung des Wellenzapfens zusammen.

Durch die Ausgestaltung der Lagerbuchse an ihrem Außenumfang mit einem Bund, wird erreicht, daß definierte Auflageverhältnisse für das Lagerelement geschaffen werden können.

Die Erfindung wird im folgenden an Hand von zeichnerischen Darstellungen erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Oberwalze für eine Strecke mit einem erfindungsgemäßen Lagerelement an jedem Wellenzapfen,

Fig. 2 ein Lagerelement im Schnitt,

Fig. 3 die Verschlußplatte des Lagerelements von Fig. 2 in der Seitenansicht,

Fig. 4 die Lagerplatte von Fig. 3 in der Draufsicht.

Die Oberwalze 11 von Fig. 1 besteht im wesentlichen aus einer Welle 221, die in ihrem mittleren Bereich eine Garnitur 5 aufnimmt. Mit Hilfe dieser Garnitur arbeitet die Oberwalze 11 mit einem zu verstreckenden Faserband zusammen. Die Garnitur 5 ist daher meist aus einem kunststoffartigen Material ausgebildet und ist auf der Welle 221 auf verschiedene Art und Weise befestigt.

Links und rechts von der Garnitur 5 besitzt die Welle 221 zwei Wellenzapfen 22. Über die Wellenzapfen 22 wird die Oberwalze 11 mit Hilfe je eines Lagerelementes 1 gelagert. Der linke Wellenzapfen 22 von Fig. 1 zeigt eine Lagerbuchse 2 eines Lagerelementes 1, die vollständig auf den Wellenzapfen 22 aufgeschoben ist.

Am anderen Ende der Oberwalze 11 ist die Lagerbuchse 2 nur teilweise über den Wellenzapfen 22 geschoben. Das Lagerelement 1 enthält in seinem inneren Laufbahnen 21, auf denen die Wälzkörper von Wälzlagern abrollen.

Im vorliegenden Ausführungsbeispiel laufen auf den Laufbahnen 21 sogenannte Nadeln von Nadellagern. Dies ist eine übliche Form der Lagerung bei Oberwalzen 11 von Streckwerken. Die Lagerbuchsen 2 sind dazu in bekannter Weise in Stanzen eines Streckwerks aufgenommen und werden dort über Andruckmittel (nicht gezeigt) in Richtung auf die unterhalb der Oberwalze 11 angeordnete Unterwalze gedrückt. Eine solche Ausführungsform einer Oberwalzenlagerung bei einer Strecke ist beispielsweise aus der DE 195 48 840 A1 bekannt. Durch ein in Richtung auf die Unterwalze wirkenden Andruck auf die Lagerbuchsen 2 wird die Oberwalze 11 mit ihrer Garnitur 5 auf die darunterliegende Unterwalze aufgedrückt. Auf diese Weise wird auf ein sich zwischen der Oberwalze und der Unterwalze befindendes Garniturbandes Druck ausgeübt, so daß ein Verziehen des Faserbandes zwischen mehreren Walzenpaaren möglich ist.

Die Wellenzapfen 22 besitzen eine gehärtete Oberfläche, mit der sie direkt mit den Nadeln 32 zusammenarbeiten. Im Bereich der Garnitur 5 besitzen die Wellenzapfen eine Durchmesserverringerung 27, die die Aufnahme für einen zu Dichtzwecken angeordneten O-Ring 6 bildet. Der O-Ring 6 liegt in einer Ausdrehung 61 im Inneren der Lagerbuchse 2. Die Wellenzapfen 22 besitzen an ihrem freien Ende jeweils eine Fase 222, durch die die Montage des Lagerelementes auf dem Wellenzapfen 22 erleichtert wird. Die Fase 222 erleichtert das Überführen des O-Rings 6 auf die Oberfläche des Wellenzapfens 22, wo dieser dann entlang bis zur Durchmesserverringerung 27 gleitet und dort quasi einrastet. Dies hat nicht nur einen guten Dichteffekt, sondern darüber hinaus den besonderen Vorteil, daß die Lagerbuchsen während des Handhabens der Oberwalze, beispielsweise beim Austauschen oder bei anderen Wartungsarbeiten, wie beispielsweise das Einlegen eines neuen Bandes, nicht von den Wellenzapfen 22 herunterfallen kann.

Der Aufbau eines Lagerelementes ist in Fig. 2 im Schnitt dargestellt. Das Lagerelement 1 besteht im wesentlichen aus der Lagerbuchse 2, die im wesentlichen aus einer Metallhülse besteht, die in ihrem Inneren die einzelnen Bestandteile des Lagerelements aufnimmt und an ihrem Außenumfang zwei Bunde 7 besitzt, mit denen sie in den Stanzen, d. h. den Lageraufnahmen für die Lagerelemente der Oberwalze aufgenommen wird. Im Bereich der Bunde 7 ist die Oberfläche der Lagerbuchse 2 besonders bearbeitet, so wie der Außendurchmesser in engen Toleranzen festgelegt. Durch die Ausgestaltung der Bunde 7 werden definierte Auflageverhältnisse des Lagerelementes 1 in einer Stanze (nicht gezeigt) geschaffen.

Der wesentliche Teil im Inneren der Lagerbuchse 2 wird durch die Laufbahn 21 für die Wälzkörper 3 gebildet. Im Ausführungsbeispiel von Fig. 2 sind die Wälzkörper 3 als Nadeln eines zweireihigen Nadellagers ausgebildet. An der einen Seite der Lagerbuchse 2 stützen sich die Wälzkörper 3 an einem in einer Nut eingesetzten Sicherungsring 41 ab. Der Sicherungsring 41 ist auf derjenigen Seite der Lagerbuchse 2 angeordnet, die der Garnitur 5 der Auflösewalze 11 (vgl. Fig. 1) zugewandt ist. An ihrem anderen Ende enthält die Lagerbuchse 2 die Verschlußplatte 23, an der sich axial eine Spurscheibe 42 anlegt. Mit der Spurscheibe 42 arbeitet die Welle 221 mit ihrem Wellenzapfen 22 (vgl. Fig. 1) zusammen. Die Spurscheibe 42 ist aus einem kunststoffartigen Material ausgebildet, das besonders günstige Reibungseigenschaften besitzt. Die Nadeln 32 können sich in ihrer Laufbahn 21 axial bewegen und liegen entweder am Sicherungsring 41 an oder an der Spurscheibe 42. Der ganze Bereich der Laufbahn 21 ist mit einem Schmiermittel benetzt, das ebenso die Wälzkörper 3 umgibt. Auf der der Garnitur 5 zugewandten Seite der Lagerbuchse 2 besitzt diese einen O-Ring 6, der das Innere der Lagerbuchse 2 abdichtet. Dazu besitzt das Innere der Lagerbuchse 2 im Bereich des O-Rings 6 eine Ausdrehung 61, die eine Aufnahme für den O-Ring 6 bildet. Links und rechts vom O-Ring 6 ist je ein Sicherungsring 41 in eine Nut der Lagerbuchse 2 eingesetzt, wovon der linke Sicherungsring 41 gleichzeitig ein Haltemittel 31 für die Wälzkörper 3 bildet. Der rechte Sicherungsring von Fig. 2 hingegen verhindert lediglich ein axiales Herausrutschen des O-Rings 6. Weiter in Richtung auf die Garnitur 5, also nach rechts in Fig. 2, schließt sich an den O-Ring 6 eine Labyrinthdichtung 62 an, die die Lagerbuchse 2 zusätzlich zum O-Ring 6 abdichtet.

Das gegenüberliegende Ende der Lagerbuchse 2 wird abgeschlossen durch die Verschlußplatte 23. Diese trägt ebenfalls ein Dichtelement 230, das in Form eines O-Rings ausgebildet ist. Damit wird bewirkt, daß das Innere der Lagerbuchse 2 auch auf dieser Seite der Lagerbuchse 2 gegenüber der Umgebung abgedichtet ist. Darüber hinaus ist ein Austritt von Schmiermittel, also Lagerfett, aus dem Inneren der Lagerbuchse 2 nicht möglich.

Die Verschlußplatte 23 besitzt Ansätze 24, die in eine Nut 25 eingreifen, wodurch die Verschlußplatte 23 an der Lagerbuchse 2 gehalten wird. Zum Einsetzen der Verschlußplatte 23 wird diese im Vergleich zur Darstellung von Fig. 2 um 90° gedreht, wodurch die Ansätze 24 im Bereich des Einschnittes 20 der Lagerbuchse 2 zu liegen kommen. Der Einschnitt 20 stellt sich als Bereich der Lagerbuchse 2 dar, in welchem diese keine vollständige Zylinderwand mehr besitzt, sondern wie in Fig. 2 ersichtlich, nur noch die Teile 71 besitzt, der ansonsten geschlossenen Zylinderwand. Im Bereich der Einschnitte 20 ist also ein axiales Einführen der Verschlußplatte 23 möglich, obwohl diese im Bereich der Ansätze 24 eine größere Ausdehnung besitzt, als der Innendurchmesser der Lagerbuchse 2.

Aus der Lagerbuchse 2 ragt der Stift 26, der Teil der Verschlußplatte 23 ist, heraus. Der Stift 26 dient dazu, die Verschlußplatte 26 zu ergreifen, beispielsweise mittels einer Zange, und so in die Lagerbuchse einzusetzen und in dieser zu verdrehen.

Die Ansätze 24, die bei Fig. 2 in der Nut 25 eingesetzt dargestellt sind, sind mit der Nut 25 so abgestimmt, daß sie mit dieser eine Klemmverbindung bilden. Dadurch wird verhindert, daß die Verschlußplatte 23 aus der Lagerbuchse 2 herausfallen kann. Im Bereich der Ringnut 61 ist die Be- und Entlüftungsöffnung 8 angeordnet. Diese ist als axiale verlaufende Rille 81 ausgebildet. Dadurch wird verhindert, daß sich der O-Ring dicht an die Innenwand der Lagerbuchse 2 anlegen kann. Über die Rille 81 ist dadurch immer ein Luftaustausch möglich, so daß Über- oder Unterdruck im Inneren dar Lagerbuches 2 verhindert. Ein leichtes Aufsetzen oder Abziehen der Lagerbuchse auf den bzw. vom Wellenzapfen 22 ist damit vorteilhaft gewährleistet.

Fig. 3 zeigt eine Seitenansicht der Verschlußplatte 23, so wie sich die Seitenansicht von Fig. 2 darstellen würde. Wie aus Fig. 3 erkennbar, besitzt die Verschlußplatte 23 im Bereich der Ansätze 24 eine größere Ausdehnung als im übrigen Bereich. Beim Einsetzen der Verschlußplatte 23 in die Lagerbuchse 2 von Fig. 2 ist diese also so zu drehen, daß die Ansätze 24 sich in Bereich des Einschnittes 20 befinden, der axial so tief in die Lagerbuchse 2 hineinreicht, daß die Ansätze 24 in der Ebene der Nut 25 zu liegen kommen. Durch ein Verdrehen der Verschlußplatte 23 von ca. 90° greifen die Ansätze 24 in die Nut 25 und sichern dadurch die Verschlußplatte 23 an der Lagerbuchse 2. Aus Fig. 3 ist ersichtlich, daß der Stift 26 zwei ebene Schlüsselflächen 260 besitzt, mit deren Hilfe die Verschlußplatte 23 leichter, z. B. mittels einer Zange, erfaßt und verdreht werden kann, oder auch mittels eines anderen Werkzeugs, beispielsweise eines Gabelschlüssels.

Fig. 4 zeigt eine Seitenansicht der Verschlußplatte 23 von Fig. 3. Die Verschlußplatte 23 besitzt, was aus Fig. 3 nicht ersichtlich ist, eine Nute 250, in die ein Dichtelement (230), vgl. Fig. 2, eingesetzt werden kann. Die Nute 250 ist so ausgestaltet, daß z. B. ein O-Ring eingesetzt werden kann. Wie aus Fig. 3 ebenfalls ersichtlich, sind die Ansätze 24 einteilig mit der Verschlußplatte 23 ausgebildet. Die Schlüsselfläche 260 umfaßt praktisch die gesamte axiale Länge des Stiftes 26.


Anspruch[de]
  1. 1. Lagerelement für die Oberwalze eines Streckwerks mit einer Lagerbuchse (2) für die Aufnahme eines Wellenzapfens (22) einer Oberwalze (11), mit einer Laufbahn (21) für Wälzkörper (3), mit einem Haltemittel (31) für die Führung der Wälzkörper (3) in der Laufbahn (21) und mit einer Einheit (4) für die axiale Lagerung des Wellenzapfens (22) der Oberwalze (11), dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (4) für die axiale Lagerung des Wellenzapfens (22) als Verschlußplatte (23) ausgebildet sind, die wenigstens einen Ansatz (24) besitzt und als eine in der Innenwand der Lagerbuchse (2) in Umfangsrichtung verlaufende Nut (25), in die der Ansatz (24) eingreift.
  2. 2. Lagerelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ansatz (24) auf der dem Wellenzapfen (22) abgewandten Seite der Verschlußplatte (23) angeordnet ist.
  3. 3. Lagerelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Ansatz (24) wenigstens eine ebene Fläche (241) besitzt, die im wesentlichen parallel zur Verschlußplatte (23) angeordnet ist.
  4. 4. Lagerelement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Nut (25) nur teilweise über den Innenumfang der Lagerbuchse (2) verläuft.
  5. 5. Lagerelement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß Nut (25) und der Ansatz (24) unterschiedliche axiale oder radiale Ausdehnung besitzen.
  6. 6. Lagerelement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußplatte (23) einen Stift (26) bes itzt.
  7. 7. Lagerelement nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Stift (26) wenigstens eine ebene Fläche (260) besitzt, die senkrecht zur Verschlußplatte (23) angeordnet ist.
  8. 8. Lagerelement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerbuchse (2) einen Einschnitt (20) besitzt, der in Richtung der Achse der Lagerbuchse (2) verläuft.
  9. 9. Lagerelement nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Einschnitt (20) als axial verlaufende Nute der Innenwand der Lagerbuchse ausgebildet ist.
  10. 10. Lagerelement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußplatte (23) ein Dichtelement (230) zugeordnet ist.
  11. 11. Lagerelement nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußplatte (25) eine Aufnahme für das Dichtelement (230) besitzt.
  12. 12. Lagereinheit nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahme als Umfangsrille (250) in der Verschlußplatte (25) ausgebildet ist.
  13. 13. Lagerelement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Lagerelement (1) eine Be- und Entlüftungsöffnung (8, 81) besitzt für den Austritt oder Zutritt von Luft, insbesondere während des Ein- oder Ausbaus am Wellenzapfen (22).
  14. 14. Lagerelement nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Be- und Entlüftungsöffnung (8) als eine in axialer Richtung der Lagerbuchse (2) verlaufende Rille (81) in der Innenwand der Lagerbuchse (2) ausgebildet ist.
  15. 15. Lagerelement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerbuchse (2) an ihrem von der Verschlußplatte (23) abgewandten Ende eine Labyrinthdichtung (62) besitzt.
  16. 16. Lagerelement nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Labyrinthdichtung (62) wenigstens aus einer Nute (62) und einem daran anschließenden Steg (621) besteht, welche in Umfangsrichtung in der Innenwand der Lagerbuchse (2) angeordnet sind.
  17. 17. Lagerelement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerbuchse (2) eine an der Innenwand in Umfangsrichtung verlaufende Ringnut (61) zur Aufnahme einer Dichtung (6) besitzt.
  18. 18. Lagerelement nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnut (61) zur Aufnahme eines O-Rings als Dichtung (6) ausgebildet ist.
  19. 19. Lagerelement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußplatte (23) auf ihrer dem Wellenzapfen (22) zugewandten Seite eine Spurscheibe (42) zugeordnet ist.
  20. 20. Lagerelement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerbuchse (2) an ihrem Außenumfang wenigstens einen Bund (7) besitzt, mit dem sich das Lagerelement (1) an seinem Außenumfang abstützt.






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