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Dokumentenidentifikation DE10047348A1 19.04.2001
Titel Kissen zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen, entsprechende Schutzvorrichtung und entsprechendes Fahrzeug
Anmelder Takata Corp., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Nanbu, Yuichi, Tokio, JP
Vertreter Patent-und Rechtsanwälte Kraus & Weisert, 80539 München
DE-Anmeldedatum 25.09.2000
DE-Aktenzeichen 10047348
Offenlegungstag 19.04.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.04.2001
IPC-Hauptklasse B60R 21/22
IPC-Nebenklasse B60R 21/24   
Zusammenfassung Es soll ein Kissen (1) zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen bereitgestellt werden, welches sich sanft ausdehnt und dessen erforderliche Festigkeit verringert werden kann, da das Auftreten einer übermäßigen lokalen Belastung verhindert wird. Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Kissen (1) vorgeschlagen, wobei Lagen (2, 3) übereinander angeordnet und mit Hilfe von Nähfäden (S) verbunden werden, um zwischen den Lagen (2, 3) einen Hauptgaspfad (7) und Ausdehnabschnitte (8-11) auszubilden. Die Ausdehnabschnitte sind durch eine kleine obere Kammer (8), welche entlang einer geraden Linie in Form einer Reihenanordnung mit dem Hauptgaspfad (7) verbunden ist, eine kleine vordere Kammer (9), welche ausgehend von der kleinen oberen Kammer (8) schräg nach vorne verläuft, eine kleine Zwischenkammer (10), welche ausgehend von der kleinen oberen Kammer (8) nach unten verläuft, und eine kleine hintere Kammer (11), welche ausgehend von der kleinen oberen Kammer (8) schräg nach hinten verläuft, gebildet. Zwischen den kleinen Kammern (9-11), vor der vorderen kleinen Kammer (9) und hinter der hinteren kleinen Kammer (11) sind Vorhänge (12-15) ausgebildet, welche sich nicht ausdehnen.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kissen zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen und insbesondere ein Kissen, welches sich beispielsweise entlang eines Seitentürenfensters und eines B-Pfeilers eines Fahrzeugs ausbreitet bzw. ausdehnt, wenn es zu einem Aufprall auf der entsprechenden Seitenfläche des Fahrzeugs kommt oder sich das Fahrzeug überschlägt und auf dieser Seitenfläche liegen bleibt. Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung insbesondere ein Kissen zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen, bei dem Gas von einem Gaseinlass in einen Hauptgaspfad und anschließend von dem Hauptgaspfad in mehrere kleine Kammern eintritt oder strömt. Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen, welche ein derartiges Kissen aufweist, sowie ein Fahrzeug mit einer derartigen Vorrichtung zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen.

Ein gattungsgemäßes Kissen zum Schutz des Kopfs des Fahrzeuginsassen ist beispielsweise in der WO-96/26087 offenbart. Das Kissen ist insbesondere dort in den Fig. 1 und 9 dargestellt. Das Innere dieses öffentlich bekannten Kissens umfasst eine Leitung (d. h. einen Hauptgaspfad) und mehrere Zellen (d. h. kleine Kammern). Die Leitung verläuft ausgehend von dem der Frontseite des Fahrzeugs zugewandten Kissenende (d. h. dem vorderen Ende des Kissens) entlang der Oberkante des Kissens zu dem der Heckseite des Fahrzeugs zugewandten Kissenende (d. h. dem hinteren Ende des Kissens). Die Zellen sind mit der Leitung in Form einer Reihenanordnung verbunden, wobei die Zellen nach unten verlaufen und von dem vorderen Ende zu dem hinteren Ende des Kissens hin angeordnet sind. Bei dem in der WO-96/26087 offenbarten Kissen strömt Gas ausgehend von dem der Heckseite des Fahrzeugs zugewandten Seite der Leitung in die Leitung und anschließend in jede der mehreren Zellen. Es dauert daher eine gewisse Zeit, bis sämtliche Zellen mit Gas gefüllt sind. In anderen Worten, es dauert eine gewisse Zeit, bis das Kissen vollständig aufgeblasen ist. Um die zum vollständigen Aufblasen des Kissens benötigte Zeit zu verringern, ist es erforderlich, die Gaserzeugungskapazität der entsprechenden Aufblaseinrichtung zu erhöhen. Wird jedoch die Gaserzeugungskapazität der Aufblaseinrichtung erhöht, hat dies eine auf die Nähte des Kissens wirkende übermäßige Belastung zur Folge.

In der GB 2327066 A ist ein Vorhang-Gaskissen oder -Gassack ("Airbag") offenbart, wobei durch das Vorsehen kleiner, x- förmiger Kammern in dem Kissen die zum vollständigen Aufblasen erforderliche Zeit verkürzt wird. Da jedoch der Großteil der Kissenstruktur durch die kleinen Zellen gebildet wird, folgt daraus, dass die tatsächlich zum vollständigen Aufblasen des Kissens benötigte Zeit nicht so deutlich verkürzt werden kann.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Kissen zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen bereit zu stellen, welches eine ausreichende Verkürzung der zum vollständigen Aufblasen des Kissens benötigten Zeit ermöglicht, ohne die Ausgangsleistung der hierzu benötigten Aufblaseinrichtung zu erhöhen. Des Weitern soll eine ein derartiges Kissen aufweisende Schutzvorrichtung sowie ein entsprechendes Fahrzeug vorgeschlagen werden.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Kissen mit den Merkmalen des Anspruches 1 bzw. eine Schutzvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches 4 und ein Fahrzeug mit den Merkmalen des Anspruches 5 löst. Die Unteransprüche definieren jeweils bevorzugte und vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung.

Erfindungsgemäß wird ein Kissen zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen bereitgestellt, welches in der Nähe einer Kante eines Fahrzeugs, wo eine Seitenfläche und eine Decke innerhalb des Fahrzeugs aufeinander treffen, angeordnet ist und sich auf Grund eines von einem Gaseinlass in das Kissen einströmenden Gases entlang der Seitenfläche nach unten ausdehnt bzw. ausbreitet. Das Kissen umfasst eine Oberseite, welche entlang der Fahrzeugdecke angeordnet ist, sowie Ausdehnabschnitte, welche sich infolge des von dem Gaseinlass in das Kissen eintretenden Gases ausdehnen. Die Ausdehnabschnitte umfassen eine kleine obere Kammer, welche in der Nähe eines oberen Abschnitts eines B-Pfeilers des Fahrzeugs angeordnet und in Form einer Reihenanordnung mit dem Gaseinlass verbunden ist, eine kleine Zwischenkammer, welche in Form einer Reihenanordnung mit der kleinen oberen Kammer verbunden ist und sich nach unten zu einer Unterseite des Kissens hin erstreckt, so dass die kleine Zwischenkammer entlang des B- Pfeilers oder auf dem B-Pfeiler angeordnet ist, eine kleine vordere Kammer, welche in Form einer Reihenanordnung mit der kleinen oberen Kammer verbunden angeordnet ist und sich entlang eines in der Mitte zwischen einer Vorderkante und der kleinen Zwischenkammer des Kissens angeordneten Abschnitts schräg nach vorne zu der Unterseite des Kissens hin erstreckt, sowie eine kleine hintere Kammer, welche in Form einer Reihenanordnung mit der kleinen oberen Kammer verbunden ist und sich entlang eines in der Mitte zwischen einer hinteren Kante und der kleinen Zwischenkammer des Kissens befindlichen Abschnitts des Kissens schräg nach hinten erstreckt. Vor der kleinen vorderen Kammer, zwischen der kleinen vorderen Kammer und der kleinen Zwischenkammer, zwischen der kleinen Zwischenkammer und der kleinen hinteren Kammer und hinter der kleinen hinteren Kammer sind Vorhänge vorgesehen, welche sich nicht ausdehnen. Die Vorhänge werden durch Ausdehnen der kleinen oberen Kammer, der kleinen vorderen Kammer, der kleinen Zwischenkammer und der kleinen hinteren Kammer straff gespannt.

Bei diesem erfindungsgemäßen Kissen ist jede der kleinen Kammern derart ausgedehnt, dass eine rahmen- oder gerüstartige Struktur gebildet wird. An den vor der kleinen vorderen Kammer, zwischen der kleinen vorderen Kammer und der kleinen Zwischenkammer, zwischen der kleinen Zwischenkammer und der kleinen hinteren Kammer und hinter der kleinen hinteren Kammer vorgesehenen Vorhängen wirkt eine von den kleinen Kammern ausgeübte Zugkraft, so dass an diesen eine gewisse Spannung anliegt (d. h. die Vorhänge sich in einen bestimmten straffen Zustand befinden). Die straff gespannten Vorhänge dienen dazu, den Kopf oder die obere Körperhälfte eines Fahrzeuginsassen aufzufangen, falls der Kopf bzw. die obere Körperhälfte zu einem Fenster des Fahrzeugs hin bewegt bzw. geschleudert wird.

Bei dem erfindungsgemäßen Kissen zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen werden nur die Ausdehnabschnitte, welche lediglich in einem bestimmten Bereich des Kissens vorgesehen sind, ausgedehnt, so dass die zum vollständigen Ausdehnen des gesamten Kissens benötigte Zeit im Vergleich zu der zum vollständigen Ausdehnen eines herkömmlichen Kissens, bei dem sämtliche Zellen ausgedehnt werden, benötigten Zeit deutlich verringert werden kann.

Das erfindungsgemäße Kissen zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen umfasst vorzugsweise einen Hauptgaspfad, welcher in Form einer Reihenanordnung mit dem Gaseinlass und der kleinen oberen Kammer verbunden ist und entlang der Oberseite des Kissens verläuft, während die kleine obere Kammer in Richtung einer von dem Hauptgaspfad ausgehenden Linie verläuft.

Bei einem derartigen Kissen zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen strömt das Gas, welches von dem Gaseinlass in den Hauptgaspfad geströmt ist, rasch innerhalb des Hauptgaspfads in die kleine obere Kammer. Da die kleine obere Kammer entlang einer von dem Hauptgaspfad ausgehenden Linie verläuft, strömt das Gas gerade bzw. direkt in die kleine obere Kammer. Anschließend wird durch das Gas jede andere kleine Kammer ausgedehnt, wodurch die Ausdehnung abgeschlossen wird.

Erfindungsgemäß umfasst das Kissen vorzugsweise eine entlang eines A-Pfeilers des Fahrzeugs angeordnete Vorderseite und eine entlang entweder eines C-Pfeilers oder eines D-Pfeilers angeordnete Rückseite. Der Hauptgaspfad verläuft entlang der Vorderseite und entlang eines vorderen Abschnitts der Oberseite, und der Gaseinlass ist in einem unteren Abschnitt der Vorderseite ausgebildet.

Erfindungsgemäß wird zudem eine Vorrichtung zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen vorgeschlagen, welche das erfindungsgemäße Kissen und eine mit dem Gaseinlass des Kissens verbundene Aufblaseinrichtung umfasst. Des Weiteren ist erfindungsgemäß ein Fahrzeug, insbesondere ein Kraftfahrzeug, mit einer derartigen Vorrichtung zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen vorgesehen.

Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend näher unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels erläutert.

Fig. 1(a) zeigt eine Draufsicht auf ein Kissen zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung,

Fig. 1(b)-Fig. 1(d) zeigen Querschnittsansichten entlang in Fig. 1(a) dargestellten Schnittlinien B-B, C-C bzw. D-D, und

Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht des Inneren eines Fahrzeugs, in welches das Schutzkissen gemäß dem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung eingebaut ist.

Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes Schutzkissen 1 sind eine fensterseitige Lage 2 und eine innenseitige Lage 3 übereinander angeordnet und mit Hilfe von Nähfäden S miteinander vernäht, um zwischen diesen beiden Lagen 2 und 3 einen Hauptgaspfad 7 und Ausdehnabschnitte (d. h. kleine Kammern 8-11) auszubilden. Mit dem Bezugszeichen 4 sind Vorsprünge bezeichnet, welche zur Befestigung des Kissens 1 an einem dachseitigen Teil 32, einem A- Pfeiler 31 und einem C-Pfeiler 33 eines Fahrzeugs, insbesondere eines Kraftfahrzeugs, verwendet werden. Mit dem Bezugszeichen 5 sind in den Vorsprüngen 4 vorgesehene Aufnahmelöcher bezeichnet, welche zur Aufnahme von Befestigungsmitteln, wie beispielsweise Nieten, dienen. Das Bezugszeichen 34 bezeichnet einen B-Pfeiler, das Bezugszeichen 35 bezeichnet eine Vordertür, und das Bezugszeichen 36 bezeichnet eine Hintertür.

Der Hauptgaspfad 7 verläuft ausgehend von dem unteren Ende einer Vorderseite entlang einer Kante des Kissens 1 und entlang des A-Pfeilers 31 zu dem vorderen Abschnitt einer Oberseite des Kissens 1 hin. In dem unteren Ende der Vorderseite des Kissens 1 ist ein Gaseinlass 6 vorgesehen, an den eine Aufblaseinrichtung 30 angeschlossen ist.

Zusätzlich zu dem Vernähen können die Lagen 2 und 3 auch miteinander verklebt oder verschweißt sein. Sind die Lagen 2 und 3 aus einem Stoff- oder Tuchmaterial, insbesondere einem mit Kunstharz beschichteten Tuchmaterial, gefertigt, ist ein Vernähen der Lagen 2 und 3 geeignet.

Ausgehend von einem Abschnitt des Kissens 1, welche in der Mitte zwischen einer Vorderkante und einer kleinen Zwischenkammer 10 des Kissens 1 angeordnet ist, verläuft eine kleine vordere Kammer 9 nach vorne und schräg nach unten. Der Schnittwinkel zwischen der Längsachse der kleinen vorderen Kammer 9 und der kleinen Zwischenkammer 10 liegt vorzugsweise im Bereich 40°-55°, insbesondere im Bereich 42°-50°.

Ausgehend von einem Abschnitt des Kissens 1, welcher in der Mitte zwischen einer hinteren Kante des Kissens 1 und der kleinen Zwischenkammer 10 des Kissens 1 angeordnet ist, verläuft eine kleine hintere Kammer 11 nach hinten und schräg nach unten. Der Schnittwinkel zwischen der Längsachse der kleinen hinteren Kammer 11 und der Längsachse der kleinen Zwischenkammer 10 liegt vorzugsweise im Bereich 45°-65°, insbesondere im Bereich 50°-65°, wobei es besonders vorteilhaft und bevorzugt ist, den Schnittwinkel im Bereich 52°- 62° zu wählen.

Die kleine obere Kammer 8, die kleine vordere Kammer 9, die kleine Zwischenkammer 10 und die kleine hintere Kammer 11 bilden bei der vorliegenden Erfindung Ausdehnabschnitte. Die kleine obere Kammer 8 verläuft entlang der Oberseite des Kissens 1 in Richtung einer von dem Hauptgaspfad 7 ausgehenden Linie. Die oberen Enden der kleinen vorderen Kammer 9, der kleinen Zwischenkammer 10 und der kleinen hinteren Kammer 11 sind mit der kleinen oberen Kammer 8 verbunden, wobei sich die kleine vordere Kammer 9, die kleine Zwischenkammer 10 und die kleine hintere Kammer 11 jeweils zu der Unterseite des Kissens 1 hin erstrecken. Von den Kammern 9 bis 11 verläuft die kleine Zwischenkammer 10 entlang des B-Pfeilers 34, so dass dieser vollständig bedeckt ist, und besitzt eine Breite, welche größer als die Breite des B-Pfeilers 34 ist.

Das Kissen 1 umfasst neben dem Hauptgaspfad 7 und den kleinen Kammern 8-11 keine weiteren Ausdehnabschnitte. Demzufolge dehnen sich Vorhänge 12, 13, 14 und 15, welche zwischen der kleinen vorderen Kammer 9 und dem Hauptgaspfad 7, zwischen der kleinen vorderen Kammer 9 und der kleinen Zwischenkammer 10, zwischen der kleinen Zwischenkammer 10 und der kleinen hinteren Kammer 11 bzw. zwischen der kleinen hinteren Kammer 11 und der hinteren Kante des Kissens vorgesehen sind, nicht aus. Auch wenn die Vorhänge 12 bis 15 bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel durch Übereinanderlegen der Lagen 2 und 3 gebildet sind, kann auch eine der Lagen 2 und 3 weggelassen werden. Zur Ausbildung der Vorhänge 12-15 können die Lagen 2 und 3 miteinander verklebt werden.

Das Kissen 1 wird mit seinem vorderen Abschnitt entlang des A-Pfeilers 31 des Fahrzeugs gefaltet eingebaut bzw. installiert. Des Weiteren wird das Kissen 1 mit seiner Oberseite entlang der dachseitigen Schiene 32 gefaltet und mit seiner Rückseite entlang des C-Pfeilers 32 gefaltet eingebaut.

Das gefaltete Kissen 1 ist mit einer (nicht gezeigten) Abdeckung bedeckt. Die Abdeckung ist derart ausgestaltet, dass sie bei Ausdehnung des Kissens 1 zerreißt.

Kommt es an der entsprechenden Seitenfläche des Fahrzeugs zu einem Zusammenstoß oder zu einem Aufprall oder überschlägt sich das Fahrzeug und bleibt auf der Seitenfläche liegen, wird die Aufblaseinrichtung 30 betätigt, um einen Gasstrom von dem Gaseinlass 6 in den Hauptgaspfad 7 hervorzurufen. Das Gas strömt ausgehend von dem Hauptgaspfad 7 in die kleine obere Kammer 8 und hat eine Ausdehnung der kleinen Kammern 9- 11 zur Folge.

Durch Ausdehnen der kleinen oberen Kammer 8 und der drei nach unten verlaufenden kleinen Kammern 9-11 wird jeder der Vorhänge 11-15 straff gespannt. Die ausgedehnten kleinen Kammern 9-11 und die Vorhänge 12-15 können den Kopf oder die obere Körperhälfte eines Insassen, welcher bzw. welche zu einem Fenster hin bewegt oder geschleudert wird, auffangen, um zu vermeiden, dass der Insasse aus dem Fahrzeug geschleudert wird. Die Vorhänge 12-15 sind dadurch, dass auf sie durch die ausgedehnten kleinen Kammern 9-11 eine Zugkraft ausgeübt wird, von den Fenstern des Fahrzeugs mit bestimmten Entfernungen beabstandet. Insbesondere sind die Vorhänge 12- 15 mit mindestens der halben Dicke der ausgedehnten kleinen Kammern 9-11 von den Fenstern beabstandet. Demzufolge können die Vorhänge 12-15 selbst dann, wenn der Kopf oder die obere Körperhälfte eines Fahrzeuginsassen auf die Vorhänge 12 -15 trifft, den Aufprall des Kopfs oder der oberen Körperhälfte des Fahrzeuginsassen auf die Fenster abschwächen oder verhindern. Der B-Pfeiler 34, welcher weiter in das Innere des Fahrzeugs als die Fenster vorsteht, ist vollständig von der kleinen Zwischenkammer 10 bedeckt, so dass der Kopf oder die obere Körperhälfte des Insassen auch dann zuverlässig von der kleinen Zwischenkammer 10 aufgefangen werden kann, wenn der Kopf bzw. die obere Körperhälfte mit hoher Geschwindigkeit zu dem B-Pfeiler 34 hin bewegt oder geschleudert wird.

Da erfindungsgemäß lediglich der Hauptgaspfad 7 und die kleinen Kammern 8-11 ausgedehnt werden, ist die zum vollständigen Ausdehnen des Kissens 1 benötigte Zeitspanne kurz. Da sich das Kissen 1 auch dann ausreichend schnell ausdehnt bzw. ausbreitet, wenn der von der Aufblaseinrichtung 30 erzeugte Gasdruck gering ist, kann zudem die von dem Gas auf Verbindungsabschnitte (beispielsweise Nähabschnitte) zwischen den Lagen 2 und 3 ausgeübte Belastung reduziert werden. Da die erforderliche Festigkeit des Kissens 1 verringert werden kann, können die Lagen 2 und 3 somit einfach beispielsweise durch Vernähen verbunden werden, und für die Lagen 2 und 3 kann ein dünnes Material mit geringer Festigkeit verwendet werden. Werden jedoch die Lagen 2 und 3 dünn ausgestaltet, kann auch der zur Aufnahme des gefalteten Kissens 1 benötigte Platzbedarf reduziert werden.

Auch wenn bei dem zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel die Rückseite des Kissens entlang des C-Pfeilers angeordnet ist, kann die Rückseite des Kissens auch entlang eines D-Pfeilers des Fahrzeugs angeordnet sein.

Erfindungsgemäß kann die Aufblaseinrichtung und der Gaseinlass des Kissens auf oder in einem heckseitigen Abschnitt des Fahrzeugs, wie beispielsweise auf oder in dem C-Pfeiler oder D-Pfeiler, angeordnet sein.

Erfindungsgemäß kann der Hauptgaspfad 7 auch kürzer als in Fig. 1 ausgestaltet sein oder ganz weggelassen werden. Die Aufblaseinrichtung kann beispielweise am B-Pfeiler 34 vorgesehen sein, so dass der Gaseinlass 6 direkt der kleinen oberen Kammer 8 gegenüberliegt.

Die Lage und Größe der Ausdehnabschnitte wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorzugsweise in Abhängigkeit von dem jeweiligen Fahrzeugmodell gewählt, so dass die Ausdehnabschnitte jeweils entlang einer Kopfseite eines Fahrzeuginsassen angeordnet sind.

Wie aus der vorhergehenden Beschreibung hervorgeht, dehnt sich das zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen vorgesehene erfindungsgemäße Kissen als Ganzes rascher als herkömmliche Kissen aus. Es kann daher eine Aufblaseinrichtung mit geringer Kapazität verwendet werden. Des Weiteren wird erfindungsgemäß die auf das Kissen ausgeübte Belastung reduziert, so dass die für die beispielsweise in Form von Nähabschnitten ausgestalteten Verbindungsabschnitte erforderliche Festigkeit und die für das Strukturmaterial für das Kissens erforderliche Festigkeit reduziert werden können.


Anspruch[de]
  1. 1. Kissen zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen,

    wobei das Kissen (1) in der Nähe einer Kante eines Fahrzeugs angeordnet ist, wo eine Seitenfläche und eine Decke innerhalb des Fahrzeugs aufeinander treffen, und welches sich infolge von Gas, das von einem Gaseinlass (6) in das Kissen (1) eintritt, entlang der Seitenfläche nach unten ausdehnt,

    wobei das Kissen (1) umfasst:

    eine Oberseite, welche entlang der Decke des Fahrzeugs angeordnet ist, und

    Ausdehnabschnitte (7-11), welche sich infolge des von dem Gaseinlass (6) in das Kissen (1) eintretenden Gases ausdehnen,

    wobei die Ausdehnabschnitte umfassen:

    eine kleine obere Kammer (8), welche in der Nähe eines oberen Abschnitts eines B-Pfeilers (34) des Fahrzeugs angeordnet und in Form einer Reihenanordnung mit dem Gaseinlass (6) verbunden ist,

    eine kleine Zwischenkammer (10), welche in Form einer Reihenanordnung mit der kleinen oberen Kammer (8) verbunden ist und sich derart zu einer Unterseite des Kissens (1) hin nach unten erstreckt, dass sie auf dem D-Pfeiler (34) angeordnet ist,

    eine kleine vordere Kammer (9), welche in Form einer Reihenanordnung mit der kleinen oberen Kammer (8) angeordnet ist und sich in der Nähe eines in der Mitte zwischen einer Vorderkante und der kleinen Zwischenkammer (10) des Kissens (1) befindlichen Abschnitts schräg nach vorne zu der Unterseite des Kissens (1) hin erstreckt, und

    eine kleine hintere Kammer (11), welche mit der kleinen oberen Kammer (8) in Form einer Reihenanordnung verbunden ist und sich in der Nähe eines in der Mitte zwischen einer hinteren Kante und der kleinen Zwischenkammer (10) des Kissens (1) befindlichen Abschnitts schräg nach hinten zu der Unterseite des Kissens (1) hin erstreckt,

    wobei vor der kleinen vorderen Kammer (9), zwischen der kleinen vorderen Kammer (9) und der kleinen Zwischenkammer (10), zwischen der kleinen Zwischenkammer (10) und der kleinen hinteren Kammer (11) und hinter der kleinen hinteren Kammer (11) Vorhänge (12-15) vorgesehen sind, welche sich nicht ausdehnen, und

    wobei die Vorhänge (12-15) bei Ausdehnung der kleinen oberen Kammer (8), der kleinen vorderen Kammer (9), der kleinen Zwischenkammer (10) und der kleinen hinteren Kammer (11) straff gespannt werden.
  2. 2. Kissen zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen nach Anspruch 1, weiterhin umfassend einen Hauptgaspfad (7), welcher in Form einer Reihenanordnung mit dem Gaseinlass (6) und der kleinen oberen Kammer (8) verbunden ist und entlang der Oberseite des Kissens (1) verläuft, wobei die kleine obere Kammer (8) in Richtung einer von dem Hauptgaspfad (7) ausgehenden Linie verläuft.
  3. 3. Kissen zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen nach Anspruch 2, weiterhin umfassend eine Vorderseite, welche entlang eines A-Pfeilers (31) des Fahrzeugs angeordnet ist, und eine Rückseite, welche entlang entweder eines C-Pfeilers (33) oder eines D-Pfeilers des Fahrzeugs angeordnet ist, wobei der Hauptgaspfad (7) entlang der Vorderseite und entlang eines vorderen Abschnitts der Oberseite verläuft, und wobei der Gaseinlass (6) in einem unteren Abschnitt der Vorderseite ausgebildet ist.
  4. 4. Vorrichtung zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen, umfassend:

    ein Kissen (1) zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, und

    eine Aufblaseinrichtung (30), welche an den Gaseinlass (6) des Kissens (1) angeschlossen ist.
  5. 5. Fahrzeug, umfassend: eine Vorrichtung zum Schutz des Kopfs eines Fahrzeuginsassen nach Anspruch 4.






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