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Verwendung von Substanzgemischen zur Abtötung von Mycobakterien - Dokument DE19737315C2
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19737315C2 10.05.2001
Titel Verwendung von Substanzgemischen zur Abtötung von Mycobakterien
Anmelder Widulle, Herbert, Dipl.-Chem. Dr., 22547 Hamburg, DE
Erfinder Widulle, Herbert, Dipl.-Chem. Dr., 22547 Hamburg, DE
DE-Anmeldedatum 27.08.1997
DE-Aktenzeichen 19737315
Offenlegungstag 04.03.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.05.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.05.2001
IPC-Hauptklasse A01N 43/84
IPC-Nebenklasse A01N 43/80   A61L 2/16   
IPC additional class // (A01N 33/08,33:12)(A01N 33/08,35:04)(A01N 33/08,47:44)  

Beschreibung[de]
Stand der Technik

In früheren Veröffentlichungen, siehe DE 195 48 880 A1, ist offengelegt worden, dass es möglich ist, mit multifunktionellen Alkoholen eine gute Wirksamkeit gegenüber Mycobakterien zu erzielen. Ein Beispiel für diese Erkenntnis ist das Beispiel 09 in der Tabelle 1. Die Leistungsfähigkeit dieses Produktes, das als Base Ethylendiamintetraethanol enthält, ist deutlich besser als die eines Produktes, dessen pH-Wert nicht mit einer Lewis-Base, sondern mit Natronlauge auf den gleichen pH-Wert von 4,5 eingestellt worden ist. Die Leistungssteigerung ist aber nicht als ausreichend empfunden worden, so daß die Erfindung nicht weiter verfolgt wurde. Die Formulierung von Produkten mit primärem Octylamin mit Aldehyden war nicht möglich, da sich derartige Produkte innerhalb von Minuten zersetzen. Es wurde deshalb Triethanolamin oder eine anderes schwach basisches Amin verwendet. Die Verwendung von Ethercarbonsäure für die Desinfektion ist in neuerer Zeit weit verbreitet, siehe ein neues Produkt für die Instrumentendesinfektion, das seit kurzem auf dem Markt ist. Trotz guter Leistungsdaten von einem Reduktionsfaktor von größer 4,00 nach 60 min gegenüber M.terrae ist das Produkt wegen seines hohen Anteils von 12,5 Prozent Glutardialdehyd im Konzentrat verbesserungswürdig. Der Anteil von 12,5 Prozent Glutardialdehyd führt zu einer Einstufung nach Gefahrstoffverordnung als "giftig", die eine Vermarktung behindert. Die anderen Mittel im Markt enthalten zwar weniger Glutardialdehyd aber dafür den aus Marktetinggründen unerwünschten Formaldehyd im Produkt oder sind erst bei 1,5 Prozent bis 5,0 Prozent in 60 min gegen M.terrae wirksam, obgleich sie vergleichbar viele und teure Inhaltstoffe haben.

Anders als Aldehyde sind quaternäre Ammoniumverbindungen wie zum Beispiel Benzalkoniumchlorid oder Guanide wie Chlorhexidin überhaupt nicht wirksam gegen Mycobakterien. Bei Produkten, die angeblich gegen Mycobakterien wirksam waren, hat sich bei Nachprüfungen gezeigt, dass eine starke Hemmwirkung der Produkte auf Mycobakterien den Nachweis der überlebenden Bakterien unmöglich gemacht hatte, ohne die Bakterien vollständig abzutöten.

Im Pflanzenschutz werden seit vielen Jahren Heterozyklen, die ein Stickstoff und ein Sauerstoffatom im Ring haben, als Fungizide Verwendet. Diese Heterozyklen, es können zum Beispiel Morpholinderivate sein, sind häufig am Stickstoff alkyliert, um die Wirksamkeit gegenüber Pilzen zu verbessern und gleichzeitig die Wasserlöslichkeit herabzusetzen, da die Wirksamkeit der Produkte auf den Pflanzen auch mit davon abhängt, dass die fungiziden Heterozyklen nicht ausgewaschen werden. Im Pflanzenschutz werden deshalb n- Octylmorpholine oder auch Decylmorpholine als Fungizide beschrieben.

2. Beschreibung der Erfindung

Erstaunlicherweise und auch für den Fachmann völlig unerwartet hat es sich gezeigt, daß Kombinationen von Aldehyden mit Heterozyklen, die im Ring ein Sauerstoffatom und ein Stickstoffatom haben, das alkyliert ist, wirksamer gegen Mycobakterien sind als Aldehyde alleine oder Aldehyde in Kombination mit multifunktionellen Alkoholen. Ebenfalls erstaunlich ist, dass Kombinationen von Wirkstoffen, die überhaupt nicht gegen Mycobakterien wirksam sind wie quaternäre Ammoniumverbindungen oder Guanide, in Kombinationen mit N- alkylierten N-O-Heterozyklen eine Wirksamkeit gegenüber Mycobakterien zeigen. Diese Kombinationen können deshalb vorteilhafterweise gegen Mycobakterien eingesetzt werden an Stellen, an denen Mycobakterien ein Problem sind, wie zum Beispiel bei der Aufarbeitung von medizinischen Produkten und Geräten.

Eine Kombination von n-alkylierten zyklischen Aminen mit Phenolen ist ebenfalls möglich. Diese Kombination ist aber nicht bevorzugt, da Phenole per se eine gute Wirksamkeit gegen Mycobakterien haben.

Neben Kombinationen mit Aldehyden, quaternären Ammoniumverbindungen oder Phenolen können die Produkte zur Abtötung von Mycobakterien neben den n-alkylierten N-O- Heterozyklen auch noch andere an sich bekannte mikrobizide Wirkstoffe enthalten. Solche Wirkstoffe können zum Beispiel Hexetidine oder Hexamidine sein.

Die Produkte zur Abtötung von Mycobakterien enthalten neben dem Wirkstoff oder den Wirkstoffen, die aus der Gruppe der Aldehyde, der quaternären Ammoniumverbindungen oder den Guanidinen ausgewählt sein können oder auch Kombinationen dieser Wirkstoffe sein können, ein zyklisches Amin der allgemeinen Formel,





in der R1 einen gesättigten verzweigten oder auch unverzweigten oder ungesättigten Alkylrest oder auch ein Wasserstoffatom bedeuten und R2 und R3 einen gesättigten verzweigten oder auch unverzweigten oder ungesättigten Alkylrest mit maximal 5 C-Atomen bedeuten können oder auch eine zyklisches Amin der allgemeinen Formel





in der R1 einen gesättigten verzweigten oder auch unverzweigten oder ungesättigten Alkylrest oder auch ein Wasserstoffatom bedeuten und R3 einen gesättigten verzweigten oder auch unverzweigten oder ungesättigten Alkylrest mit maximal 6 C-Atomen bedeutet. Bevorzugt sind dabei Ausführungsformen des verwendeten Mittels, in denen n-alkylierte zyklische Amine verwendet werden, bei denen aus Stickstoffatom, Sauerstoffatom und R2 und R3 Fünf- oder Sechsringe gebildet werden. Dabei kann der Ring eine oder mehrere Doppelbindungen enthalten oder auch ein aromatisches System enthalten. Es kann ebenfalls möglich sein, dass Amine verwendet werden, bei denen die Reste R2 oder R3 funktionelle Gruppen zusätzlich zur Amingruppe tragen. So kann das Amin zum Beispiel ein oder zwei Carbonylgruppen, carbonylanaloge Gruppen oder Methoxygruppen enthalten. Dabei nimmt die Wirksamkeit der n-alklylierten zyklischen Amine gegen Mykobakterien mit steigender Elektronegativität der funktionellen Gruppen am Ring ab.

Besonders bevorzugt werden Amine in den Produkten zur Abtötung von Mycobakterien verwendet, bei denen der Aminstickstoff Teil eines heterozyklischen Ringes ist, der fünf oder sechs Glieder hat und bei dem der Sauerstoff in 3- oder 4-Stellung bezogen auf den Stickstoff sitzt. Ganz besonders bevorzugt werden Mischungen mit Aminen verwendet, bei denen der Rest R1 in den obigen Formeln für eine Alkylgruppe mit zwei bis acht Kohlenstoffatome steht.

Die Erfindung soll mit den folgenden Beispielen näher erläutert werden. Dabei stellen die Beispiele 08, 09, 10 und 13 Beispiele nach dem Stand der Technik da, von denen sich die Beispiele 11 und 12 positiv abheben:





Die Aldehydbestimmung nach der Lagerung wurde nasschemisch mit Hydroxylammoniumchlorid durchgeführt. Die Muster, die nebeneinander Aldehyd und n- Alkylmorpholin oder Polyalkohol enthielten waren stabiler als das Muster mit Natronlauge als Alkalisierungsmittel. Natronlauge wurde als Vergleichssubstanz verwendet, da diese Chemikalie seit vielen Jahren als Mittel zum pH-Werteinstellen von Aldehydprodukten verwendet wird. Dabei verringert Natronlauge bis zu einem pH-Wert von ungefähr 4,5 die Stabilität von Aldehydprodukten nicht.

Die Wirksamkeit gegenüber Mycobakterien ist bei den verwendeten Produkten, die nebeneinander quaternäre Ammoniumverbindungen, Guanidine oder Aldehyde neben n-Alkylmorpholinen oder anderen n-alkylierten N-O-Heterozyklen enthalten, sehr viel besser als bei den anderen Beispielen. Bei Verwendung eines Produktes nach Beispiel 11 wird mit einem Reduktionsfaktor von 3,78 der Faktor 4,0 der definitionsgemäß die Wirksamkeitsgrenze für die Abtötung von Mycobakterien darstellt, nur knapp verfehlt. Mit geringen Änderungen am Produkt, wie zum Beispiel einer Erhöhung des Anteils an Ethercarbonsäure oder n- alkyliertem Heterozyklus im Produkt wird ein Reduktionsfaktor von 4,0 oder darüber erreicht werden. Bereits jetzt ist das Mittel Nummer 11 viel besser für die Abtötung von Mycobakterien als die Mittel nach dem Stand der Technik. Die Leistungsfähigkeit der Mittel ist vergleichbar der von Produkten mit primären oder sekundären Aminen mit maximal zehn Kohlenstoffatomen, die Stabilität ist aber ein Vielfaches größer.

Die Mischungen zur Abtötung von Mycobakterien sind nur wenig korrosiv gegenüber Buntmetallen und Gummi. Der Geruch ist aldehydisch angenehm und läßt sich leicht mit einer Zitrusnote überparfümieren.

Neben den beschriebenen Kombinationen in den verwendeten Produkten für die Abtötung von Mycobykterien können die Produkte für die Abtötung von Mycobakterien noch weitere Inhaltstoffe enthalten. Dies sind, die die Gebrauchseigenschaften bei der Abtötung von Mycobakterien verbessern. Dies können Waschrohstoffe, Farbstoffe, Lösevermittler, Alkohole oder Parfümöle sein. Dabei ist es möglich, dass die Stabilität der Produkte zur Abtötung von Mycobakterien durch Zusatz von Isopropanol oder Ethanol zu erhöhen, ohne dass dies extra erwähnt werden muß, da derartige Inhaltstoffe zum Stand der Technik gehören.


Anspruch[de]
  1. 1. Verwendung eines Substanzgemisches, das zur Abtötung von Mycobakterien neben an sich bekannten Wirkstoffen, die aus der Gruppe der Aldehyde, der quaternären Ammoniumverbindungen, Biguaniden oder auch Phenol sein können oder auch Mischungen der Wirkstoffgruppen sein können, außerdem noch ein cyclisches Amin der allgemeinen Formel 1:





    enthält, in der R1 einen gesättigten verzweigten oder auch unverzweigten oder ungesättigten Alkylrest oder auch ein Wasserstoffatom bedeuten, und in der R2 und R3 einen gesättigten verzweigten oder auch unverzweigten oder ungesättigten Alkylrest mit maximal 5 C-Atomen bedeuten können, oder auch ein cyclisches Amin der allgemeinen Formel 2:





    enthält oder auch Mischungen der beiden, in der R1 einen gesättigten verzeigten oder auch unverzweigten oder ungesättigten Alkylrest oder auch ein Wasserstoffatom bedeuten, und in der R3 einen gesättigten verzweigten oder auch unverzweigten oder ungesättigten Alkylrest mit maximal 6 C-Atomen bedeuten.
  2. 2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch ausgezeichnet, dass es als Aldehyd Glutardialdehyd oder Succindialdehyd enthält oder eine Mischung von diesen enthält.
  3. 3. Verwendung nach den Ansprüchen eins oder zwei, dadurch ausgezeichnet, da in Formel 1 Stickstoffatom und Sauerstoffatom und die Reste R2 und R3 einen Ring aus fünf oder sechs Atomen bilden.
  4. 4. Verwendung nach den Ansprüchen eins oder zwei, dadurch ausgezeichnet, da in Formel 1 Stickstoffatom und Sauerstoffatom und der Rest R3 einen Ring aus fünf oder sechs Atomen in Formel 2 bilden.
  5. 5. Verwendung nach den Ansprüchen eins bis vier als Konzentrat, oder dass es vor dem Gebrauch verdünnt wird.






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